Wissen reicht nicht
Von Tania Konnerth • 14 Kommentare
„Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“
–Johann Wolfgang von Goethe
Ach ja, man weiß so viel, aber was davon setzt man wirklich um?
Hierzu eine kleine Begebenheit von letzter Woche: Es war ein Tag, an dem ich allein war. Das Wetter war grau und trüb und irgendwie fühlte ich mich genauso. Nachdem ich ein bisschen gearbeitet hatte, spürte ich, wie meine Motivation und Stimmung immer tiefer sanken.
Da der Hund raus musste, raffte ich mich zu einem Spaziergang auf. Und während ich so durch den Wald ging, folgte ich einem spontanen Impuls: ich begann damit, locker zu joggen. Als ich außer Puste kam, lief ich wieder ein Stück, dann joggte ich wieder ein bisschen. Die kleine Sporteinheit dauerte ca. eine dreiviertel Stunde, dann war ich wieder zu Hause.
Das alleine hat noch nicht allzu viel Berichtenswertes. Nun ist es aber so, dass ich bisher immer der Meinung war, dass "mir Joggen keinen Spaß macht", dass "das nicht mein Sport ist" und dass "das so langweilig ist". Obwohl ich ganz genau weiß, wie gut mir Bewegung tut, habe ich einen Haufen fadenscheiniger Gründe und billige Ausreden gefunden, mich nicht bewegen zu müssen, jedenfalls nicht systematisch. Dass ich es an diesem Tag trotzdem tat, war ein Geschenk an mich, denn ich kam mit deutlich besserer Stimmung und viel mehr Energie wieder nach Hause.
Warum ich das aber hier schreibe, hat folgenden Grund: Ich möchte Ihnen Mut machen, hin und wieder mal über alle die vielen "Abers" hinwegzugehen und tatsächlich das zu tun, von dem Sie wissen, dass es gut für Sie ist.
Sie sehen an meinem Beispiel, dass es anderen genau wie Ihnen geht: obwohl ich es besser wusste, tat ich ganz oft trotzdem nicht. Das eine Mal, wo ich mich dann aber durchrang, zeigte mir, dass ich mit meiner Einschätzung dessen, was gut für mich ist, sehr richtig lag und ich hoffe, ich werde mich nun deutlich öfter durchringen können.
Das aber berührt dann das Thema Durchhaltevermögen – darüber kann ich ja in einigen Wochen schreiben






Sie haben ja so recht und deshalb werde ich j e t z t eine Stunde lang walken, obwohl ich u n e n d l i c h viele "abers" in Form von Putzen, Schriftkram... dagegen setzen könnte... Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht: Hinterher ist man (frau) wie befreit...
Schön, dass Sie wieder da sind! Ich hoffe, Sie hatten einen tollen Sommerurlaub!!!
Viele Grüße,
bleiben Sie dran!!!
Ich meine: es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch erkennen und einordnen. Meines Erachtens ist liefert Wissen alleine nur leblose mikroskopische Bausteine, welche (quasi wie in der Quantentheorie) bzgl. echter Erkenntnis einer Unschärfere unterliegen. Wissen alleine verliert sich zu tendenziell nur zu gern im Detail. Der Mensch benötigt mit Abstand mehr. Da kommen andere Dinge ins Spiel: Intuition, Emotionalität, Besinnung.
Beispiel: Ein "Mediziner", kurz nach Studium und Promotion, hat in diesem Lebensabschnitt ein einmalig großes Detailwissen. Trotzdem, er ist erst auf dem Weg ein wirklich guter, ein besserer "Arzt" werden zu können, später, nach Jahren, wenn "Unwichtiges" vergessen wurde.
Außerdem kann ich Beate nur zustimmen: körperliche Bewegung (am besten allein in der Natur) macht den Kopf frei.
Gruß
P.S.:
Bleib nicht auf ebnem Feld!
Steig nicht zu hoch hinaus!
Am schönsten sieht die Welt
Von halber Höhe aus.
(Friedrich Nietzsche)
Ja, das ist es ja eben. Es gibt Dinge, die müssen angepackt und lange geübt werden, bis sie sich im Leben und täglichem Alltag integrieren und auch Spaß machen.
Es gibt verschiedene Ansätze, die so klug klingen und einen immer wieder davon abhalten Dinge zu tun. "Es wird in dein Leben kommen, was wichtig für dein Leben ist. Und wenn dein Körper mehr Bewegung möchte, wird er danach verlangen". Eine schöne These, aber manchmal muss man auch dafür kämpfen, was man in seinem Leben haben möchte. Sonst versumpft man doch.
Das ist nicht leicht, aber wer hat denn gesagt, dass es leicht ist? Wenn man für sich selber den richtigen Weg herausgefunden hat, ist das genial.
Ich habe gerade einen online-Workshop "Schluss mit dem Chaos" abgearbeitet - und habe viel gelernt. Für mich hilfreich: Checklisten, Routinelisten, etc.. 80% des Erfolgs, etwas regelmäßig in sein Leben zu integrieren, ist Routine. Und das dauert 42 Tage - ich mache es - mit Strichliste!
Nimm deinen inneren Schweinehund
an die Leine
und geh mit ihm spazieren!
... die Umsetzung ist aus irgendwelchen Gründen seit einiger Zeit ein großes Problem für mich und ich grübel und grübel, um den heißen Brei herum.
Ich habe heute Nacht beschlossen, wenn heute schönes Wetter ist, schnappe ich meine Stöcke und laufe durch den Park.
Die sonne scheint, ich sitze hier am PC, hab schon alles mögliche gemacht - nur walken war ich nicht. Und darum fühle ich mich jetzt mies, ehrlich gesagt sehr mies :-((.
Jetzt gehts mir schon besser und gleich gehts raus an die wunderbare Spätsommer-Luft ... :-))
... ich bin schon gespannt auf das Thema
"Durchhaltevermögen".
Schöne Sonntags-Grüsse
Der Spruch: Es gibt nichts Gutes,es sei den man tut es, kommt dem Goethe Spruch sehr nahe.Wenn man den inneren Schweinehund überwindet, belohnt man sich,wenn nicht verfolgt einen das schlechte Gewissen.Man wird unmutig und sauer auf sich selbst. Darum tun und geniessen, ein Stück Lebensqualität erarbeiten!
Liebe Tanja,
zum Thema, etwas anpacken, kann ich nur sagen:"Sowie ich mich aufraffe, geht es mir besser". Ich bin 81 und nicht mehr die Allerschnellste, aber Bewegung tut gut. Patrik Süskind sagt in einem seiner Bücher:"Gehen beschwichtigt", da kann ich ihm nur recht geben.
Mit herzlichen Tannjaverehrenden Grüßen
Gisela Gericke
Sehr witzig,
ich fand Schwimmen total langweilig für mich, habe mich Freitag auch nach ZEHN Jahren dazu aufgerafft mitzugehen und ich werde nun künftig jeden Freitag schwimmen gehen, soooo langweilig ist das doch nicht, hat Spaß gemacht und immerhin etwas, mal wieder etwas für Bewegung zu tun, was mich aber auch zu mehr mobilisiert hat. Endlich mal wieder Radfahren und so. Vor allem die Überwindung meines jahrzehntelangen inneren Schweinehundes macht mich total stolz. ;-)
Manchmal meine ich, mein innerer Schweinehund hat die Ausmaße eines Elefanten!
Wenn ich mich mal über meine tausend "Abers" hinwegsetze, um meinem ewig schlechten Gewissen zu entgehen, finde ich mich zufrieden und mit den besten Vorsätzen gespickt wieder in meiner alltäglichen "das musst du noch zuerst tun - Welt".
Da verpuffen die guten Vorsätze, mir selbst dieses schöne Erlebnis noch einmal zu gönnen, oder besser: immer wieder.
Denn schließlich muss ich erst noch dieses und jenes erledigen, aber wenn ich .... dann werde ich.
Denkste!
Und so war ich nur ein paar Monate 1x wöchentlich beim Schwimmen. Das hat wider Erwarten echt Spaß gemacht.
Und mit den Hunden mindestens 2x pro Woche einen langen Weg Gassi gehen endet immer wieder mit Ausreden: da passt das Wetter nicht oder ich warte auf einen Anruf, oder ich muss im Garten Rosen schneiden, oder sollte "eigentlich" abspülen oder bügeln ....
Der Phantasie meines inneren Schweinehunds sind offensichtlich keine Grenzuen gesetzt, ist ja auch ein Elefant, und der ist bekanntlich sehr intelligent.
Auch ich bin nicht ohne Schweinehund. Bin Rentner-in mit geringem Einkommen und tätige demzufolge fast sämtliche Einkäufe und Botengänge zu Fuß. Das heißt außer Sonntags
jeden Tag ca. 1 h zu Fuß unterwegs. Mal mit, mal ohne Stöcke. Außerdem stelle ich fast jeden Tag einen Plan auf, was zu tun ist, welcher dann abgearbeitet wird. Dazu gehört: jeden Tag aufräumen. So komme ich gut über die Runden.
Viele Grüße Helen
...ob das auch funktioniert mit den Dingen, vor denen ich mich drücke? Ich sitze im Büro und fange an, ein bisschen Steuererklärung zu machen.. dann trinke ich wieder einen Kaffee, ratsche mit der Kollegin, und mache dann wieder ein bisschen Steuererklärung.. Das Joggen hat mir einst sehr geholfen, den Tag kraftvoll zu beginnen, hat mir jede Menge neue Ideen gebracht. Und ich war überzeugt davon, ich könnte es nicht, weil ich eine kaputte Hüfte habe. Von wegen... Vielleicht sollte ich es nach der Babypause wieder anfangen, dann klappt es auch mit der Steuererklärung.. ;-))
dem kann ich nur beopflichten liebe tanja ...
... es erinnert mich an die nachmittage, wo ich dann überlege, ob ich nun in den park gehen soll oder nicht. das wetter ist einladend und doch klopft die trägheit vehement an der tür und bittet um einlaß. das klopfen ist nicht zu überhören, doch ebenso weiß ich genau, wie gut so ein parkspaziergang ist, wie sich der balsam übers gemüt und seele legt, während man an bäumen und sträuchern vorbei läuft, den vogelstimmen lauscht und am schönsten ist es, wenn der wind einen streicht, man kann gar nicht so tief einatmen wie man möchte ... und nach solch einem erleben bin ich immer wieder dankbar, den klopfer an der tür namens trägheit, ignoriert zu haben ...
mit lieben grüßen
thomas
Schon immer wollte ich zu Fuss von unserer Wohnung in die Stadt laufen. Am vergangenen Samstag habe ich es dann gewagt. Ich hatte Zeit, ich hatte was in der Stadt zu erledigen und bin hingelaufen. Das hat für knapp 8 km 1,5 Stunden gedauert. Es war schön, sich sportlich zu betätigen und Ecken in der Stadt zu entdecken, die ich so nicht gesehen hätte. Obwohl im Auto unterwegs die vielen Ampeln wenn sie auf rot sind, ziemlich nerven können, waren sie als Spaziergängerin sehr willkommen, weil ich mich dann immer mal wieder kurz ausruhen konnte. Mit dem Vorsatz, ich lauf mal einfach rein in die Stadt und dann kann ich ja immer noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln heimfahren, hat mich dann doch der sportliche Ehrgeiz gepackt und ich bin ich wieder heimgelaufen. Danach ging es mir prima! Ich hatte ein Erfolgserlebnis, ich weiß, dass ich es kann und nebenbei auch noch Geld gespart! ;-)
DURCHHALTEVERMÖGEN kann man auf VIELEN verschiedenen GEBIETEN praktizieren und das heißt ... endlich mal zu SICH SELBST zu stehen / sich zu sich BEKENNEN ein neuartiger Gedanke, sonst tut man das meist für Andere ... das tut sooo GUUT *