Die Sache mit der Differenzierung
Von Tania Konnerth • 32 Kommentare
Die Tatsache, dass in den letzten Tagen unsere Blogbeiträge besonders viel und auch besonders konträr diskutiert werden, führt auch bei uns intern zu einem regen Austausch. Uns beschäftigt, was Sie als Leser/innen schreiben und vor allem, wenn unsere Texte Verärgerung auslösen, reflektieren wir, ob das, was wir sagen wollten auch wirklich so rüberkam, wie es geplant war.
Nun geschah etwas höchst Spannendes, denn ich wurde in diesen Tagen selbst mit einem Text konfrontiert, von dem ich mich ähnlich provoziert fühlte, wie einige von Ihnen offenbar von dem, was wir geschrieben haben. Inhaltlich ging es dort kurz gesagt darum, dass alles Liebe sei, also egal, was auch immer geschieht, es ist Liebe – ob nun gestreichelt oder geschlagen wird, ob gerettet oder vernachlässigt wird, ob ein Leben gezeugt oder eines gewaltsam genommen wird. "So ein Humbug!" dachte ich – und stutzte, weil mir klar wurde, dass einige von Ihnen genau das sicher auch bei meinem Text vor zwei Wochen gedacht haben.
Das ist mal wieder eine sehr spannende Perspektivverschiebung, denn, so dachte ich, könnte es ja gut sein, dass der Autor, von dem ich mich provoziert fühlte, für sich etwas herausgefunden hat, was mir nicht zugänglich ist. Vielleicht könnte es nützlich für mich sein, die Sache so zu sehen wir er. Aber so oft ich mir das auch zu sagen versuchte, so wollte es mir einfach nicht gelingen, mich auf seine Gedanken und Argumentationen einzulassen. Also machte ich dicht – und leb damit, dass für mich nicht alles auf der Welt Liebe ist.
Was ich mit diesen Zeilen sagen will, ist Folgendes: Wir wollen hier nicht, dass Sie alle in einer Reihe „Ja und Amen“ zu dem sagen, was wir schreiben. Im Gegenteil: gerade die Diskussionen empfinden wir als eine große Bereicherung, denn aus Ihrem Austausch lernen wir ganz viel! Gerade durch die anderen Sichtweisen werden wir immer wieder zur Differenzierung ermahnt (so stimme ich inzwischen vollkommen zu, dass die Aussage des Buscaglia-Zitates „die ganze Welt“ eine Nummer zu groß ist
.
Mit unseren Texten dokumentieren wir zunächst das, was wir ganz persönlich als hilfreich empfinden, was uns ganz persönlich dabei hilft, unser eigenes Leben aktiver zu gestalten. Ein Anliegen dabei ist natürlich die Idee, dass unsere Erkenntnisse auch für andere nützlich sein könnten. Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass das auch tatsächlich so ist, aber ganz klar, es gibt auch viele, die mit unseren Ansätzen genauso wenig anfangen können, wie ich mit oben erwähntem Text.
Und d amit sind wir hier mal wieder an einem, wie ich finde, ganz entscheidenden Schlüsselelement der aktiven Lebensgestaltung: nämlich unsere Wahlmöglichkeit. Wir können uns bei jeder Idee, bei jedem Ansatz, bei jedem Vorschlag entscheiden, ob wir damit etwas anfangen können/wollen oder nicht. Es liegt bei uns, uns auf einen Gedanken einzulassen, ihn auszuprobieren oder von vorherein zu sagen: das ist Quatsch.
Wichtig ist nur, dabei nicht zu übersehen, dass diese Entscheidungen immer auch Konsequenzen haben. Und wenn wir dauerhaft mit Konsequenzen leben müssen, die uns nicht gefallen, können wir überlegen, ob es Sinn macht, vielleicht unsere Entscheidungen auch mal anders zu fällen und möglicherweise mal einen Gedanken auszuprobieren, der uns bisher abwegig erschien. Manchmal kann sich genau dadurch Entscheidendes ändern.






Hallo Ralf,
ich finde deinen Beitrag sehr interessant, ich selbst fühlte mich durch manche Beiträge provoziert und finde, dass du es auf den Punkt bringst: *zu manchem hat man keinen Zugang und den kann man sich aber* (meiner Meinung nach) *dann nicht einfach einreden*. Hat man dann bei bestimmten Dingen wirklich noch eine Wahl?!
Tanja
"sie haben die Wahl" sagte mir meine Psychologin als ich mich wegen der anstehenden Chemotherapie selbst bemitleidete und mich in der Opferrolle fühlte: "toll, welche Wahl habe ich denn" fauchte ich damals.
Bis heute begleitet mich der Satz "ich habe die Wahl" durchs Leben und macht mir persönlich schwierige Umstände wesentlich leichter.
Ich habe die Wahl über die Worte von ZZL nachzudenken um sie abzulehnen, einfach mal so stehen lassen oder sie abzulehnen.
Und ich danke Tanja und Ralf für die Anregungen von Herzen!!
Elke
»»Wichtig ist nur, dabei nicht zu übersehen, dass diese Entscheidungen immer auch Konsequenzen haben.««
Das ist wirklich ein wichtiger Satz. Und man sollte auch nicht die Konsequenzen übersehen, wenn man "keine" Entscheidung trifft. Auch das hat ja Konsquenzen. Vielleicht fällt es dann ja etwa leichter Entscheidungen zu treffen. Friedrich der II. hat mal gesagt : Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen Weg zu wählen.
@Tanja:
Wenn man zu bestimmten Dingen kein Zugang hat, auch dann hat man immer noch die Wahl sich zu neuen Gedanken und Inspirationen aufzumachen. Immerhin hat man es ja dann scheinbar eine Weile versucht. Dann ist es eben nicht Deins. Wenn mir z.B. jemand erzählen würde, jemandem gewaltsam das Leben zu nehmen, sei Liebe, da würde ich wahrscheinlich auch keinen Zugang zu finden. Da finde ich es schon nachvollziehbarer wenn jemand einen Staubsauger erotisch findet. :-)) auch sowas soll es ja geben. Aber man muss nicht alles verstehen und auch nicht alles tolerieren. Als las mal einen flotten frechen Spruch der mir gut gefiel: Wer immer für alles offen ist, der ist nicht ganz dicht. :-)
Ich schließe mich der Meinung an: «strong»ALLES IST LIEBE«/strong». Man hat die Wahl es anzunehmen oder es sein zu lassen. 'Dicht zu machen' ist eine Form des ABlehnens und hat rein gar nichts mehr mit Liebe zu tun. Wer richtig liebt, der nimmt auch alles bedingungslos an. Dazu gehören auch Dinge, die nicht unbedingt schön sind. Nicht umsonst hält Jesus seinem Feind noch die andere Wange hin. JEDER hat hier die Wahlmöglichkeit, wie er in solch einer Situation handelt. Wer nach Liebe handelt, nimmt diese Situation an. Und das Entscheidungen dabei Konsequenzen haben, ist ein Satz, den ich nicht mehr hören kann, weil es erzeugt Druck und Zwänge bei jedem, der ihn liest. Wenn wir über alle Konsequenzen nachdenken, dann machen wir bald gar nichts mehr. Wir verlieren unser ICH. Wir sind nicht mehr WIR SELBST. Und Liebe existiert nur, wenn wir wir selbst sind und auch bleiben.
Herzlicheste Grüße
FrauLehmann
Ich glaube Frau Lehmann liest zuviel in der Bibel. :-) (sorry für die flapsige Formulierung, ist nicht böse gemeint) Das Liebe was mit bedingungsloser Annahme zutun hat, dem mag ich ja noch bedingt (lächel) zustimmen aber das Gewalt AUSÜBEN was mit LIEBE zu tun hat, dem kann ich beim besten Willen nicht mehr folgen und deswegen ist für mich eben nicht ALLES Liebe. Die Liebe will das beste für den anderen, den anderen glücklich machen, wenn alles Liebe wäre, dann wäre ja auch Liebe wenn Menschen mit einem Flugzeug ins World Trade Center fliegen. Für mich eine sehr sehr seltsame Form der Liebe. Bedingungsloses annehmen, vergeben -ja. Gewaltätige Handlungen ausüben mit Sicherheit nicht und ob Du den Satz mit den Konsequenzen nun nicht mehr hören kannst oder nicht, jede Handlung oder nicht Handlung wird bestimmte Konsequenzen haben und ich sehe das auch eher gegenteilig, das ich vielleicht sogar eher zu "meinem ich" finde. Würden die Menschen mehr über Konsequenzen nachdenken und vor allem auch dementsprechend handeln sähe es sicher besser aus auf diesem Planeten, das ist meine felsenfeste Überzeugung.
Lieber Michael,
würdest du die Bibel kennen, so wüsstest du, daß sowas nicht in der Bibel steht.
Zum Rest ist zu sagen: Nein, es ist nicht alles Liebe, aber ALLES ist mindestens ein SEHNEN danach. Dazu zählt jedes vermeintliche Böse, jede Gewalt, jede verächtliche Handliung und jeder Gedanke.
Alles Tun und Denken ist stets eine Streben nach Liebe und Anerkennung.
@Michael Ja und nun? Wegschauen und 'dicht machen'? Das ist die Lösung? Große Worte können wir alle reden. Aber dann fangt doch an etwas zu ändern. Dann lebt doch bewusster mit der Natur, die uns geschenkt wurde; dann erhebt euch doch gegen menschenunwürdige Behandlungen. Ihr lasst es doch zu und redet 'nur'.
Wenn du Dinge annimmst, dann frage ich mich, wieso du über meine Worte lächelst? Hast du dir überhaupt schon mal Gedanken gemacht nach dem WARUM? Wieso verletzen Menschen andere (ob nun seelisch oder körperlich)? Ganz einfach, weil sie sich nach Liebe sehnen. Es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit - nach Liebe. Und man hilft diesen Menschen bestimmt nicht, indem man 'dicht macht'. Und man hilft ihnen bestimmt auch nicht, indem sie die Konsequenzen bekommen (Gefängnis oder Ähnliches). Wird der Drang nach Liebe einem Menschen im Knast gegeben? Das bezweifel ich sehr stark.
Ihr wollt, dass die Menschen ihre 'Wahlmöglichkeiten' erkennen. Gleichzeitig benutzt ihr aber Wörter wie: 'ermahnen' oder 'Konsequenzen'. Das passt beim besten Willen nicht in den Kontext. Frei sein mit Beschränkung nenne ich das. Und das ist nicht frei sein...
Erneut herzliche Grüße
FrauLehmann
@ Frau Lehmann :
"Hast du dir überhaupt schon mal Gedanken gemacht nach dem WARUM? Wieso verletzen Menschen andere (ob nun seelisch oder körperlich)? Ganz einfach, weil sie sich nach Liebe sehnen. Es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit – nach Liebe."
Ja habe ich. Und in VIELEN Fällen glaube ich auch, das es ein Schrei nach Liebe ist. Aber eben auch nur ein Schrei nach Liebe. Und nicht alles ist Liebe. Ich sehe das differenziert :-) Wenn sich Menschen nach Liebe sehnen, sollten sie diese zuerst selbst leben und nicht nach Ihr schreien. Die Liebe kann ja letztendlich nur aus jedem einzelnen selbst kommen.
»Und man hilft diesen Menschen bestimmt nicht, indem man 'dicht macht'. Und man hilft ihnen bestimmt auch nicht, indem sie die Konsequenzen bekommen (Gefängnis oder Ähnliches). Wird der Drang nach Liebe einem Menschen im Knast gegeben?«
Wie hilft man denn den Menschen ? Was ist Deine Vision ?
»Gleichzeitig benutzt ihr aber Wörter wie ermahnen oder Konsequenzen «
Für mich ist das Wort Konsequenzen nicht grundsätzlich negativ behaftet. Es ist einfach nur meine Überzeugung, das es eben Konsequenzen hat für welche *Wahlmöglichkeit* sich die Menschen entscheiden oder eben nicht entscheiden.
@Vogelmann :
Ich habe bis vor etwa 2 bis 2 1/2 Jahren viel online in der Bibel gelesen und da ich eigentlich nicht so eine Bücherratte bin, fällt es mir schwer, mir vorzustellen, das es noch ein anderes Buch auf der Welt gibt, in dem so viele Ermahnungen drin stehen wie in der Bibel. Seid dem ich aufgehört habe in der Bibel zu lesen, geht´s mir seelisch schon viel besser. Da lese ich lieber auf solchen Seiten hier. Das tut meiner Seele 1000mal besser als so ein Buch zu lesen wie die Bibel. Ich nutze also meine Wahlmöglichkeit.
An welcher Stelle habe ich die Bibel positiv propagiert?
@Michael Und was, wenn Menschen einfach nicht dazu in der Lage sind die Liebe selbst zu Leben? Dann brauchen sie vielleicht Hilfe und da können Menschen, die bedingungslose Liebe leben und erfahren diese doch weiter geben?!
Ich glaube nicht, dass man Menschen hilft, indem man ihnen die Freiheit nimmt (Gefängnis etc.)und sie zu den Menschen steckt, die ebenfalls nur auf der Suche nach Liebe sind. Sie könnnen sich doch gegenseitig gar keine Liebe schenken, wenn sie doch alle selbst auf der Suche sind.
Die Möglichkeiten und das Interesse an dem WARUM sind mir zu wenig ausgeprägt und ich finde dort sollte man ansetzen. Oder würdest du dich nicht auch gut fühlen, wenn du einfach nur bedingungslos geliebt wirst?
Konsequenz ist oft eine zwingende Folge (siehe Wikipedia). Natürlich muss es nicht, aber ist es eben oft so. Daher ist Konsequenz für mich negativ, weil ein Zwang nichts mir Freiheit zu tun hat. Und ich mchte frei sein...
Herzlichst
FrauLehmann
P.S.: Alle Kommentare meinerseits gehen auch an @Tania Konnerth
Es ist immer wieder interessant, wie viele verschiedene Betrachtungsweisen es zu einem Thema gibt. Wenn man Gewalt mit Liebe begründet, finde ich das sehr gefährlich. Jeder hat das Recht zu Lieben, was immer er möchte, aber niemand hat das Recht, absichtlich anderen Menschen Schaden zuzufügen. Und ehrlich, mir ist es völlig egal, wo ein Mensch, der anderen Schaden zufügt seine Liebe herbekommt. Ich war selbst lange Opfer psychischer Gewalt. Und ich habe versucht alles zu verkraften und im Gegenzug Liebe zu schenken. Es hat keinen Sinn. Solche Menschen geben erst auf, wenn sie dich zerstört haben. Das hat nix mit Liebe zu tun, sondern mit Krankheit. Solche Menschen können sich selbst nur dann lieben, wenn andere unerträglich leiden.
Vielleicht haben sie selbst viel durchgemacht und in so weit kann man sicher ein gewisses Verständnis für sie entwickeln. Trotzdem bin ich der Meinung, das jeder Erwachsene Mensch die Wahl hat, wie er sich verhalten möchte und wer er sein möchte. Ich kenne viele sehr arme Menschen, die glücklich leben und die ihre Kinder zu anständigen, tüchtigen Menschen erziehen. (Schade, das das zur Zeit in den Medien anders rüber kommt und diese Menschen damit defamiert werden.)Ich kenne viele sehr kranke Menschen, die Wege gefunden haben, trotz ihrer Krankheit oder gar dauerhaften Behinderung ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Sicher kann man das nicht für alle Situationen verallgemeinern und wahrscheinlich ist bei den meisten Menschen der größte Teil ihrer Lebenszeit mehr Kampf und Trauerarbeit, als Glück. Aber ich finde auch, dass in Deutschland oft (aber nicht immer) Unglück auf hohem Niveau zelebriert wird. Insofern gefällt mir mir die Ausrichtung dieser Seite auf positive Themen sehr gut. Mich hat ebenfalls überrascht, das es so viele Menschen gibt, die sich von dem Bemühen, das Leben als etwas Positives zu sehen, so provoziert fühlen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das man relativ schnell glücklich wird, wenn man morgens aufsteht, sich an seine Arbeit macht, an gar nix anderes denkt, als an das, was man tut und abends völlig erschöft ins Bett fällt. Dann erholt sich der Körper von alleine und es stellt sich relativ schnell (so nach 4-6 Wochen) ein Glücksgefühl ein, ohne dass man darüber nachdenken muss. Dies über einen längeren Zeitraum durchzuhalten erfordert allerdings ziemlich viel Willenskraft. Und komischerweise kostet es auch viel Willenskraft, das Glücksgefühl auszuhalten. Vielleicht ist das der Grund, warum viele Menschen lieber unglücklich bleiben. Ich habe mal einen Spruch gelesen, den ich nicht mehr zitieren sondern nur inhaltlich wiedergeben kann:
"Der Weise vemeidet großes Unglück ebenso, wie großes Glück."
Damals habe ich ihn nicht verstanden, jetzt schon.
In diesem Sinne, einen glücklichen Tag noch
Max.
@Tanja: ein schöner Beitrag, dem ich nur zustimmen kann! Es lohnt sich, im Alltag ab und an daran zu denken. Ich stelle mich oft selbst unter den Druck, alle Anregungen anderer annehmen und anwenden zu müssen, die mir erfolgversprechend scheinen. Da mag manches dabei sein, das zu mir (noch) nicht paßt und mir nichts gibt. Schiebe ich es von mir, lebe ich vielleicht leichter...? ;)
@Max: Dein Beitrag war gerade ein 'Augenöffner' für mich. Einen regelmäßigen Lebens- und Arbeitsrhythmus einzuhalten und ganz in der Gegenwart zu bleiben, fällt mir schwer. Solange ich es schaffe, fühle ich mich zufrieden, wie Du es beschreibst - dauert aber nie lang (Tage, nicht Wochen bei mir!)
Manchmal hatte ich schon das Gefühl, mir selbst zuviel Zufriedenheit nicht zu gönnen und deshalb an Willenskraft nachzulassen.
Was ich (noch) nicht nachvollziehen kann in Deinem Text: daß das Glücksgefühl selbst Willen braucht.. und daß es großes Glück zu vermeiden gilt. Ich schreibe von Zufriedenheit statt von Glück, weil ich Glück eher als kurze Momente von Erfüllung, Gelöstsein oder Gefühlsüberschwang sehe.
Frage an Dich, Max: was genau braucht Willenskraft, wenn Du Glück erlebst? wieso würdest Du großes Glück vermeiden wollen?
Neugierige Grüße
Conny
Hallo Conny,
ich weiß ja nicht, ob das jedem so geht. Bei mir ist das so, das das Glückgefühl ganz plötzlich kommt und unheimlich intensiv ist. Es erschreckt mich und macht mich eine Weile handlungsunfähig. In einer Kundenpräsentation zum Beispiel kann mann so was nicht gerade brauchen. Ein zweiter Punkt ist, dass einem irgendwie fast alles gelingt, wenn man einen gleichmäßigen Lebens- und Arbeitsrhythmus pflegt. Das ist so ähnlich wie bei Forrest Gump. Leider vertragen das nur wenige Menschen, wenn andere Erfolg haben. Den Neid der Anderen aushalten zu müssen betrachte ich als sehr sehr belastend. Außerdem fühlt man sich ausgeschlossen, wenn alle immer permanent rumjammern müssen. Und hier meine ich nicht die wirklich ernsten Probleme von Menschen, sondern eher die, die aus Intoleranz oder Bequemlichkeit entstehen. Dieses ausgeschlossen fühlen, kann ich auch nicht so gut ab. Also fang ich immer wieder an zu schlampern. Bis zu dem Tag, an dem ich feststelle, dass ich mich verliere. Dann geht's wieder mit Disziplin ans Werk. Eigentlich kann man es in einem Satz zusammenfassen. Wenn es einem richtig gut geht, hat man nichts zu erzählen. Den Mittelweg konnte ich leider noch nicht finden. Na ja, im Moment schlamper ich und bin ziemlich unzufrieden. Sonst wäre ich auch nicht auf dieser Seite sondern würde gerade arbeiten.
Grüße, Max.
Ich möchte noch einmal klar machen, dass Gewalt eine Form der Suche nach Liebe ist. Liebe selbst hat nichts mir Gewalt zu tun - aber auf der Suche nach Liebe setzen die Menschen manchmal drastische Mittel ein.
@Max Mir tut es sehr leid zu hören, dass du selbst ein Opfer warst. Aber Deutschland ist ein Rechtsstaat und es gibt unzählige Möglichkeiten sich gegen solche Menschen zu wehren. Die einzige Sache, die man dazu benötigt ist Stärke. Und so wie sich das für mich anhört, hast du sehr viel Liebe in dir, aber du solltest sie auch schützen. Und eben dazu rate ich dir auf den Staat zurück zu greifen. Das ist ein harter Schritt, wenn man ihn gegen jemanden einleitet. Aber vergiss nicht: diese Person hat dich respektlos behandelt und wenn du etwas gegen sie unternimmst, dann zeigst du nur deine Grenzen und verlangst den Respekt, der jedem Mensch zusteht. Das erfordert aber konsequentes Handeln. Und das wieder erfordert Stärke. Hast du diese Stärke?
Wenn es um Glück geht, dann beschreibe ich mein Glück darin, dass ich bedingungslos von einem kleinen Kreis von Menschen geliebt werde. Das ist für mich Glück. Dazu zählen viele kleine Momente und auch große. Ob beim Schlafen oder spazieren gehen. Geliebt zu werden, und zwar bedinungslos, das ist mein größtes Glück.
Ich sende euch Liebe aus meinem Herzen.
FrauLehmann
Hallo Frau Lehmann,
ich denke, dass ich genug Stärke in mir habe und mich auch nicht unbedingt des Staates bedienen muss, um meine Interessen durchzusetzen.
Was verstehen Sie unter bedingungsloser Liebe?
Bei mir löst dieser Begriff irgenwie unangenehme Gefühle aus.
Grüße
Max.
@FrauLehmann,
irgendwie wirkt das, was du über die Liebe schreibst traurig auf mich – und ich weiß auch weshalb. Gleich zweimal hattest du betont, dass dein größtes Glück darin liegt, bedingungslos geliebt zu werden. Kannst du nicht lieben?
Du negierst Konsequenzen und kannst sie mit dieser Wahl, doch nicht aus der Welt schaffen. Ob du sie wahrhaben willst oder nicht, sie existieren einfach und zwar immer.
"LIEBE ist MACHT, die niemals missbraucht werden kann, weil sie Missbrauch nicht kennt, nur LIEBT, und Niemandem schaden würde. Sie kennt keine Angst, keinen Zweifel. Sie hält nicht fest, sondern nimmt BEDINGUNGSLOS an und läßt gleichzeitig BEDINGUNGSLOS los."
@Max, schön wenn du so viel Stärke hast. Das freut mich sehr.
@Irmy Meine Zitat sagt alles, was ich zur Liebe zu sagen habe. Du kannst nur bedingungslose Liebe empfangen, wenn du sie auch gibst/ selbst ausübst. Also erübrigt sich deine Frage. Durch bedingungslose Liebe kann ich meine 'Konsequenzen' lenken. Annahme und das Verstehen heißt noch lange nicht, dass ich etwas negiere (also ablehne). Im Gegenteil, die Dinge werden um mich herum immer deutlicher.
Herzlichst
FrauLehmann
Hallo Frau Lehmann,
das kann ich nicht nachvollziehen, sorry.
Für mich heißt zu lieben einfach die Seele eines anderen Menschen zu erkennen und sich daran erfreuen zu können. Und ich fühle mich geliebt, wenn jemand meine Seele erkennt und sich daran erfreut.
Bei mir hat Liebe nichts mit Macht zu tun oder mit Bedingungen (bzw. Bedingungslosigkeit)vielleicht etwas mit Vertrauen.
Um noch mal zum Ursprung der Diskussion zurückzukommen. Manchmal ist es auch so, dass kluge Sprüche, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen wurden recht eigenartige Inhalte annehmen.Der Satz "Alles ist Liebe" könnte zum Beispiel der Schlußsatz einer Rede zur Trauung eines Paares sein und hätte dort sicher eine ganz andere Bedeutung. Und wie Tanja schon schreibt. Man muß sich ja nicht auf jeden Gedanken einlassen.
Liebe Grüße Max.
Lieber Max,
da hast du vollkommen recht, dass Liebe nichts mit Bedingungen zu tun hat. Deshalb ja auch 'Bedingungslosigkeit'. Betrachtet man das Wort genauer, dann müsste auch dir auffallen, dass das Wort Bedingungen ausschließt.
Du sagst, dass Liebe etwas mit Seele und erkennen am anderen Menschen zu tun hat für dich. Hat Liebe denn nur etwas mit einem anderen Menschen zu tun? Ich liebe auch allein. Und das ist für mich die Grundvoraussetzung. Dazu brauche ich keinen Menschen. Aber ich gebe meine Liebe gerne weiter oder teile sie.
Ich sage keinem, dass er das annehmen soll für sich. Und ich sage weiter auch nicht, dass 'Alles Liebe ist'. Ich sage nur, dass die Menschen IMMER auf der Suche nach Liebe und Anerkennung sind. Und daraus entstehen manchmal Situationen, wie z.B. jemanden verletzen, die natürlich nicht in Ordnung gehen. Das steht außer Frage. Aber ich weiß auch, dass manche Menschen nicht anders können und das nehme ich so an. Ich kann die Menschen nicht ändern und will es auch gar nicht, aber ich kann MICH ändern. Es ist nicht meine Aufgabe Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. Aber ich bin gerne da, wenn jemand den Weg der bedingungslosen Liebe gehen möchte und Hilfe braucht. Ich möchte das so stehen lassen für mich und wünsche euch aus tiefstem Herzen, dass jeder für sich Liebe empfindet.
FrauLehmann
@FrauLehman
Deine Antwort: ~Du kannst nur bedingungslose Liebe empfangen, wenn du sie auch gibst/ selbst ausübst. Also erübrigt sich deine Frage.~
Nein, meine Frage erübrigt sich nicht. Bedingungslose Liebe kann auch ein Nichtliebender empfangen. Der Wunsch nach erwiderter Liebe, wäre ja eine Bedingung.
@FrauLehmann
Das hatte ich gerade ungeschickt ausgedrückt. So wird es deutlicher: bedingungslose Liebe kann auch ein Nichtliebender empfangen, eben, weil Gegenliebe nicht zur Bedingung gemacht wird.
Bedingungslose Liebe von sich und anderen zu erwarten, ist auch eine Bedingung - meiner Meinung nach eine unerfüllbare.
lieben GRuß
Mika
Die Vorstellung gegenseitiges Geben und Nehmen als Liebe oder als Bestandteil von Liebe zu betrachten geht m.E. eher in die Richtung eines Tauschgeschäftes. Liebe ist kein Geschäft. Krishnamurti hat sinngemäß mal folgendes gesagt: "Liebe ist immer lebendige Gegenwart. Sie hat kein Gestern und kein Morgen. Sie ist jenseits der gedanklichen Unruhe. Wenn Du innerlich vollkommen still bist, wenn Du nicht suchst, nicht wünschst, kein Ziel verfolgst, dann ist Liebe da. Der Liebe zu begegnen, ohne sie zu suchen, ist der einzige Weg, sie zu finden. Solche Liebe ist sowohl persönlich als auch unpersönlich, sie gehört dem einen wie den vielen. Sie ist wie eine duftende Blume. Du kannst ihren Duft wahrnehmen oder an ihr vorübergehen. Diese Blume ist für jeden da und besonders für den einen, der sich die Zeit nimmt, ihren Duft innig einzuatmen. Ob man ihr im Garten ganz nahe ist oder weit entfernt, für die Blume ist es das gleiche, weil sie voll des Duftes ist und ihn für jeden verströmt." Für mich bedeutet dies: ich habe die Wahlmöglichkeit die Liebe, "den Duft der Blume", wahrzunehmen oder daran vorbei zu gehen oder auch Blume zu sein. Und das nur Wahrnehmen frei von Zustimmung oder Ablehnung, ist dann möglich, wenn es kein Zentrum, kein Ich mehr gibt: dann ist Liebe da. Das ist keine Frage der Einstellung oder der inneren Haltung, des Meinens oder Wollens, von Bedingungen oder Bedingungslosigkeiten. Für mich erfüllt sich die Liebe im selbstlosen Handeln.
Alles ist Liebe!
Natürlich muss nicht für jeden alles Liebe sein, man kann sich dem Gedanken öffnen oder es lassen und jeder kann, wenn er sich dem öffnet, es anders sehen.
Ich persönlich sehe in dem Satz ganz klar die Polarisierung der Welt. Nach diesem Grundgesetz muss dort, wo Hass, Krieg, Gewalt und Missgunst herrscht auch irgendwo Liebe heraus kommen.
Hier nur ein paar Beispiele:
Mein Vater ist im Krieg aufgewachsen, wenn er von den Bombenanschlägen auf Berlin berichtete, von den stundenlangen Kellersitzungen, wenn er davon berichtete, dass alte Leute irgendwann keine Lust mehr hatten aus der Straßenbahn auszusteigen, weil mal wieder Fliegeralarm war und er, als er wieder aus dem Bunker heraus kam, nur noch die Skelette in den Straßenbahnen sitzen sah, dann durchströmte mich immer ein unglaublich starkes Gefühl zu ihm, was ich durchaus Liebe nennen möchte, da es soviel größer war, als all meine anderen Gefühle. In gewisser Weise haben diese Erlebnisse die Menschen zusammen rücken lassen, sie hielten in der Nachbarschaft meines Vater sehr stark zusammen und pflegten innige Beziehungen und Freundschaften weit über den Krieg hinaus. Sie verband etwas, was ich nie erfassen könnte. Da war auch immer eine Art von Liebe vorhanden. Der Krieg war grausam, aber nach dem Gesetz der Polarisierung, muss auch irgendwo der Gegenpol Liebe sehr stark sein.
Ein anderes Beispiel:
Kinder, die von ihren Eltern geschlagen und misshandelt werden, lieben ihre Eltern unglaublich stark (ähnlich ist es bei Frauen, die geschlagen werden). Dieses Phänomen erschließt sich der Allgemeinheit nur sehr schwer. Selbst Psychologen missachten oft dieses Gesetz. Kinder aus solchen Familien können sich oft nur sehr schwer innerlich von ihren Ursprungsfamilien lösen (äußerlich versuchen sie es oft und ziehen über ganze Kontinente, aber man merkt ihnen an, dass sie noch zu Hause sitzen, dass alles, was sie tun, von ihrem Elternhaus her resultiert, sie sind unfrei). Somit wird hier auch ein Gegenpol zur Gewalt geschaffen und je stärker die Gewalt ist, umso höher ist das Gefühl der Liebe. Dies äußert sich auch bei Gewaltverbrechen (Stockholm-Syndrom).
Nun mag man darüber denken, wie man will und sicherlich sind diese Zustände alles andere als erstrebenswert, aber es ist doch bemerkenswert zu sehen, dass häufig die stärkste Liebe dort empfunden wird, wo auf der Gegenseite starkes Unglück steht.
Ähnliches wird auch oft in vielen Religionen gelebt. Große, unbeeinflussbare Unglücke gehen immer mit einer sehr starken Gottesliebe einher. Märtyrertum gilt in vielen Religionen als chic und hat eine sehr starke Anziehung.
Um hier nun auch noch meine eigene, persönliche Meinung darzustellen: ich glaube, dass für die allermeisten Menschen nichts schwerer ist, als in einer gleichmäßigen Ruhe zu leben, ohne die stark polarisieren Gefühle von Liebe und Hass. Wie sagte der Volksmund schon seit Urzeiten: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von glücklichen Tagen!“ Von daher ist für mich nicht so sehr die starke Liebe erstrebenswert, sondern der Gleichmut, die Mitte, da nur dort eine Ausgewogenheit zwischen Liebe und Hass entsteht.
Habe gerade den obigen Text von Tania Konnerth gelesen. Wollte gerade ansetzen, hier ein paar Gedanken dazu niederzuschreiben. Las dann aber noch die bisherigen Kommentare.
An dieser Stelle steige ich aus. Mir fällt nichts (mehr) dazu ein.
Bitte: Unbedingt wieder auf den Boden der Realität zurückkommen und "Haftung" erlangen. Alles ist Liebe..., Streicheleinheiten bekommen (wollen), Bibel, Neues oder Altes Testament, Lebensrealität...
Jemand, der keine Anerkennung (somit auch keine liebevolle Zuwendung) erhält, macht konsequenterweise auf sich aufmerksam. Durch Schreien, dadurch, daß er/sie etwas bewußt zerstört, um Beachtung zu finden, durch Selbstzerstörung, durch die Zerstörung anderer...
Ob ich das nun Liebe nennen muß und will..., da muß ich aber noch einmal in Ruhe drüber nachdenken. Mir scheint es eher, daß Menschen (fast) alles tun, um Aufmerksamkeit zu erlangen, um wahrgenommen zu werden. Die einen werden Schauspieler, Model, Politiker, die anderen werden (?) Schurke, Gauner, Hochstabler, um sich Anerkennung zu verschaffen. Jeder auf seine Weise. Dazwischen liegt eine sehr große Grauzone von Ausrichtungen und Möglichkeiten.
Ich denke, der Satz "Alles ist Liebe!" ist sehr verallgemeinernd, plakativ, provokant und undifferenziert gemeint. Das ist fast so wie "Alles fließt!", "Alles strahlt!"
Den Satz "Alles ist Liebe!" sollte man in "Alles ist von Liebe motiviert!" erweitern. Dann wäre der gemeinte Sinn vielleicht verständlicher. Mein Streben und Handeln kann von dem Sinn und der Hoffnung nach Liebe motiviert sein. Bin ich selbst aber nicht von dem Gefühl der Liebe "durchströmt", also nicht wirklich ausdauernd, verzeiend und wohlwollend veranlagt, kann mein Wollen ganz schnell in das Gegenteil umschlagen, wenn das Gewünschte nicht erreicht wird. Beispiel: Verschmähte Liebe.
Also: Über die "Alles ist Liebe!"-Brücke gehe ich nicht. Aber ich werde mir diese "Brücke" zu anderen auf jeden Fall mal näher und genauer ansehen.
In diesem Sinne: Noch einen schönen Sonntag.
Differenzierung
Mein Kommentar zum Zitat '...die ganze Welt geschenkt...'.
Ich habe es mit dem Geschenk eines Rosenstrausses verglichen, weil ich zunächst davon ausgehe, dass ich das Geschenk zum Ausruck von Wertschätzung bekommen habe. Darüber freue ich mich. Wenn ich beherzt nach dem Strauß greife, bohren sich die langen, harten Dornen in meine Hand und verletzen mich. Die schönen, duftenden Blüten bekomme ich dennoch.
So ist auch die Welt und das Leben. Ich bekomme einen warmen, sonnenreichen Sommer und Wasserknappheit. Ich lebe in einer glücklichen Familie, die zerbrechen kann, was mich tief deprimiert. Die glücklichen Jahre macht es aber nicht ungeschehen.
Die globale soziale, wirtschftliche Komponente zum Thema '....Welt als Geschenk...' ist ja schon beschrieben worden, daran hat eine Einzelperson nur geringen Anteil, insofern ist dieses Geschenk vielleicht eher als Gabe an die Menschheit zu sehen.
Mit etwas Humor:
Ein Geschenk erfreut mich nicht unbedingt.
Wenn ich zum Geburtstag den dritten Toaster geschenkt bekomme, kann ich damit nichts anfangen außer ihn zu lagern. Aber zunächst nehme ich an, dass der Schenkende mir eine Freude bereiten wollte.
Ich lese mit Interesse die Anregungen und Diskussionen und manches betrifft mich mehr und manches weniger.
Es freut mich, dass das ZZL-Team immer wieder neue Themen und Denkanstöße aufnimmt.
Ich möchte zunächst für die bereits sehr zahlreichen Anregungen und Denkanstösse danken, und ich glaube, dass ein solcher Austausch sehr wertvoll ist, sicher effektiver als irgendwelche Aktionen gegen dies und das. Deshalb möchte ich gerne an diesem Austausch teilnehmen, denn dadurch lernen wir, mal von einem anderen Standpunkt aus zu schauen und uns so zu erweitern.
Hat man ein grosses oder kleineres Stück der Wahrheit wahrgenommen und versucht, dies in für andere verständliche Worte zu packen, hat man häufig das Problem, nicht unbedingt immer die entsprechende Ebene oder Wellenlänge bei anderen anzutreffen. Wenn das gelingt, wissen wir ja alle, welch ein grossartiger Austausch dann entstehen kann.
Es stellt sich für mich immer als das schwierigste überhaupt heraus, eine bestimmte Bewusstseinsebene im Alltag durchzutragen. Wir sind im Alltag auf der Ebene der Polaritäten, und es fällt oft schwer, die dahinterliegende Einheit zu sehen, zumal das, was wir oft als Liebe anschauen, auch einfach nur der in einer bestimmten Struktur festgelaufene andere Pol der aufgespaltenen Einheit ist, der vom Gegenpol als Ausgleich erzwungen wird. Diese Alltagsbewusstseinsebene ist für unser Leben richtig und sinnvoll, aber erst wenn wir hin und wieder zurücktreten und einfach mal sehen, was läuft und was wir eigentlich tun, kommen wir in die nähe einer Ahnung und eines Verständnisses für viele Sätze, die uns von sogenannten Lehrern oder Meistern gegeben werden, sowie auch dafür, was Konsequenz eigentlich bedeutet. Aber auch aus dieser Sicht sieht man noch nicht unbedingt immer alles, und so stimmt dann auch der Satz von Tanja, dass man nicht immer zu allem Zugang hat und sich diesen auch nicht einreden sollte. Die Wahl zu haben bedeutet doch, denn für mich richtigen Weg zu finden, dessen Konsequenzen, auch im Äusseren, ich zustimmen kann, sonst hat man wieder das Problem der unangenehmen Konsequenzen, der einengenden Strukturen, der negativen äusseren Umstände oder wie man es auch immer nennen mag. So gesehen haben wir die Wahl und gleichzeitig gibt es ab einem bestimmten Punkt keine Wahl.
Wichtig ist ausserdem immer, die Begriffe zu klären, sie dürfen ja nicht erstarren, sondern müssen mit unseren Erfahrungen mitwachsen, so wie sich z.B. der Begriff Glaube oder Religion, den wir jetzt haben, deutlich unterscheidet von dem gleichen Begriff aus unserer Kindheit oder Jugendzeit. Diese Entwicklung kann natürlich für jeden anders aussehen, weil sie sich in völlig verschiedenen Strukturen abspielt - so versteht wohl auch jeder etwas anderes unter dem Begriff Liebe, und das führt dann zu Missverständnissen, oder wie ich neulich bei einem Atemseminar sehr eindrucksvoll erlebt habe, auch zu Möglichkeiten eines neuen Verständnisses. Es geht doch v.a. darum, immer mehr der allumfassenden Wirklichkeit wahrzunehmen, und so auch sein Verständnis der Begriffe zu erweitern, die natürlich gebraucht werden, um etwas in schriftliche oder mündliche Form zu packen. Also was verstehen wir denn unter Liebe, oder was versteht jeder einzelne darunter?? Und wie manifestiert sich diese Liebe in unserer Welt?
Soviel also für heute,
Petra
So ist es: »dies in für andere verständliche Worte zu packen, hat man häufig das Problem, nicht unbedingt immer die entsprechende Ebene oder Wellenlänge bei anderen anzutreffen.« Es ist vielleicht nicht immer angebracht beispielhafte Sinnbilder zu beschreiben. Ich habe auf diesem Wege versucht meine Philosophie des Schenkens deutlich zu machen, auf verschiedenen Ebenen.
Die ganze Welt für eine einzelne Person heißt für mich: global denken, lokal handeln.
Konkrete Konsequenz daraus: Fair gehandelte Produkte kaufen zum Beispiel.
Das verstehe ich unter Nächstenliebe.
Liebe ist ein weiter Begriff.
In Tugenden wie Respekt, Wertschätzung, Fürsorge, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft zum Beispiel manifestiert sich Liebe in unserer Welt.
Einen freundlichen Gruß
füge ich an :-)
kade
Um die Diskussion zum Thema "Alles ist Liebe" abzurunden, möchte ich noch etwas einwerfen. Laut Erkenntnissen der Hirnforschung und auch der Psychoneuroimmunologie entsteht das Gefühl Liebe in unserem Gehirn( Limbisches System ) in Zusammenwirkung mit verschiedenen Hormonen. Es gibt verblüffende Fälle, wie z.B. Schwerverbrecher ( Mörder, Vergewaltiger, ... ) bei denen Defekte im Limbischen System nachgewiesen wurden und durch neurologische und psychiatrische Untersuchungen ihre "Unfähigkeit zu Lieben" bestätigt wurde. Es könnte also sein, das Liebe nichts Besonderes od.göttliches, sondern etwas körperliches ist, das wir Menschen nur teilweise selbst steuern können? Ein interessanter Film der sich u.a. auch mit der Entstehung von Gefühlen beschäftigt ist "Bleep", denn ich sehr empfehlen kann.
Alles Liebe
herb
liebe ist eine haltung von sympathie,
ja, er ist dein bruder ,deine schwester und hat unsaegliche
(fuer sein verstaendnis } schwierigkeiten !
liebe zeigt sich nur im tun mit anderen!
tun wir alle etwas mit dem anderen---und die welt
waere glückselig,denn mir hört jemand zu--jemand teilt mein leid.
jemand sagt zu mir,du gib nicht auf, ich bin an deiner seite.
jemand sagt ,du das ist dein weg--den musst du ganz allein
gehen---denn das ist die urfreiheit die jeder hat.
nimm dir das recht deiner freiheit und lebe mit deinen
ergebnissen--mehr kannst du nicht tun---den rest fügen die engel hinzu.und denke dran ,dein weg ist nur fuer dich---
auf dass du mögest erkennen: das universum lässt keinen verkommen, der sich ernsthaft bemüht.
es gibt eine universelle innensteuerung, der keiner entkommen kann.:glaubt ihr jemals,wir haetten etwas -nicht- notwendiges unternommen!
ja, so wird es immer sein--weil wir selbst systemimmanente
teilnehmer sind. --und keine marsmenschen. Die haben dann
die mars-steuerung!
Zyniker haben folgenden Satz zum Thema Liebe gesagt:
'Liebe ist eine durch eine chemische Reaktion hervorgerufene Geisteskrankheit und schlechteste Voraussetzung für soziale Kontakte.'
Klingt zunächst ein wenig negativ, ist aber nicht ganz falsch.
Um ein wenig zu erläutern, was mir richtig erscheint an dieser These:
Es kann in der Liebe zur unguten Leidenschaft kommen, wenn Liebe zur Obsession wird. Dann kommt es zu Nachstellungen - besonders wenn ein Liebeswerben abgelehnt wird. Rachegelüste, üble Nachrede, Zweckgerüchte, Hetzreden bis zum Stalking. Im Berufsleben vermischt sich Stalking zum Teil mit Mobbing/Bossing/Bullying.
Ich habe es im Bekanntenkreis erlebt, darum fiel mir zum Thema Liebe auch dieses Zitat ein.
Ich möchte mich Norbert in folgendem Punkt anschließen:
"...auf dem Boden der Realität bleiben und Haftung bekommen..." - das ist auch mir eine gute Devise.
"...eine Haltung von Sympathie..." wie es Rolf beschreibt gefällt mir gut.