Meine Gefühle mache ich mir selbst …

gefuehle selbst machen

Eigenverantwortung zu übernehmen ist sehr wichtig, wenn wir unser Leben selbst bestimmen wollen. Und Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen, ist in diesem Zusammenhang von ganz besonderer Bedeutung.

Dazu ein grundsätzlicher Gedanke: Viele Leute denken, dass andere Menschen oder die Umstände dafür verantwortlich sind, wie man sich fühlt. Ich wage aber zu behaupten: das stimmt nicht. Vielmehr sehe ich es so: Niemand anderes als wir selbst machen unsere Gefühle.

Beispiel: Wenn ein Kollege schlecht über Sie redet und Sie erfahren es, dann fühlen Sie sich vielleicht ärgerlich, traurig oder frustriert. Aber wenn Sie jetzt denken, dass Ihr Kollege dafür verantwortlich ist, dass Sie sich schlecht fühlen, dann liegen Sie meiner Ansicht nach falsch. Ihr Büronachbar macht nicht Ihre Gefühle, sondern das sind Sie selbst.

Und es ist nicht einmal die Tatsache, dass jemand hässlich über Sie geredet hat, weswegen Sie sich schlecht fühlen! Stellen Sie sich vor, Sie hätten es nie erfahren…, dann hätten Sie sich auch nie darüber aufgeregt. Das zeigt doch deutlich, dass Ihre Gefühle wirklich nur von Ihnen selbst abhängen und davon, wie Sie auf Impulse von außen reagieren.

Noch einmal zusammengefasst: Es sind nicht die Impulse, die unsere Gefühle machen, sondern unsere Gefühle entstehen dadurch, wie wir auf diese Impulse reagieren. Das ist ein entscheidender Unterschied.

Warum ist das so wichtig? Weil wir die Impulse von außen schlecht kontrollieren können. Aber unsere Reaktion darauf können wir ändern und trainieren, z. B. mit Methoden der rational-emotiven Verhaltenstherapie, mit Auto-Suggestionen, mit Methoden wie “The Work” oder Affirmationen.

Mal ehrlich…, Sie müssten sich theoretisch nicht schlecht fühlen, wenn jemand hässlich über Sie redet. Es gibt Menschen, die bleiben bei so etwas vollkommen ruhig, denen ist das ganz egal. Auch Sie könnten das üben und trainieren, solange bis auch Ihnen das vollkommen egal ist. Und ob Sie das tun oder nicht, ist Ihre Entscheidung.

Ja, ich bin überzeugt davon: wir sind es wirklich selbst …Unsere Gefühle liegen in unserer Verantwortung. Und ich glaube, dass es wesentlich einfacher ist, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, wenn wir diesen Gedanken verinnerlicht haben. Nur wenn wir anfangen für unsere Gefühle Verantwortung zu übernehmen, können wir uns gegen die kleinen und großen Manipulationen von außen schützen.

Oder, was denken Sie?

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Kommentare

Conny schreibt am 8. August 2008

Vielen Dank für diesen wertvollen Impuls, der gerade sehr gut zu meiner Situation passt!
Jemand, der mir nahe steht, hat mir kürzlich völlig haltlose Vorwürfe gemacht, und die natürliche Reaktion wäre die, sich schlecht und schuldig zu fühlen. Das ist auch genau das, was diese Persion gerne erreichen möchte. Aber ich möchte mich dafür entscheiden, das Problem bei dem zu lassen, der es hat, nämlich bei der anderen Person, und meine Gefühle selbst zu bestimmen. Ist nicht einfach, aber man kann das trainieren. Und ich denke, dass ich hier auf einem guten Weg bin.

Ludwig G. schreibt am 8. August 2008

Hallo Ralf,
vielen Dank für den interessanten Beirag. Ich stimme völlig mit Ihnen überein, dass Gefühle der eigenen Verantwortung unterliegen und durch “richtige” geistige Einstellungen und Gedanken beeinflußt werden können. Ich selbst versuche seit ein paar Jahren meinen Geist neu auszurichten. Ich glaube, dass “positives Denken” alleine dazu allerdings nicht ausreicht, deshalb bin ich ständig auf der Suche, nach geeigneten Methoden, dieses Training durchzuführen. Neu ist für mich der Begriff rational-emotionale Verhaltenstherapie. Klingt sehr interessant. Mal sehen, ob ich dazu konkretere Informatioen finde.
Ober vielleicht können auch Sie mir dazu noch ein paar Tipps (Bücher, Internetseiten, usw..) geben.
Herzliche Grüße
Ludwig

Michael schreibt am 8. August 2008

*LEIDER* ist dieser Artikel wahr, das ich mir mit meinen Gedanken meine Gefühle selbst erschaffe.

Was ich immer wieder witzig finde hier auf dieser Seite ist dieses permanente drauf hinweisen von der Eigenverantwortung. ALLES wird immer uns kleinen Menschlein in die Schuhe geschoben. Von dem großen allmächtigen Schöpfer (falls es so einen gibt) redet niemand. Wir kleinen winzigen Wesen sollen für Verantwortung übernehmen während der Erschaffer der Welt sich gerade zurücklehnt und an dem nächsten Tsunami oder Tornado bastelt. Vielleicht schreiben sie auch mal einen Artikel über die Verantwortung von Vätern. Himmlichen wie irdischen

Irmy schreibt am 8. August 2008

Das stimmt, die Erfahrung mach ich ja immer wieder. Wenn ich die Verantwortung übernehme, liegt die Entscheidung und dadurch die Freiheit bei mir. Wenn ich mich
fremdbestimmen lassen würde, hätten andere Macht über meine Gefühle.

Michael schreibt am 8. August 2008

Herzlichen Glückwunsch zur Macht über Deine Gefühle. Stell ich mir ziemlich schlimm vor, so kontrollierte Gefühle.

Irmy schreibt am 8. August 2008

Danke für den Glückwunsch. Die Macht, im Sinne von Einflussnahme auf meine Gefühle, gehört zu mir und ich überlasse sie niemand.

Matthias schreibt am 8. August 2008

Wer sich unbedingt mies fühlen möchte, der bekommt das auch hin ;-).

Ich gehe lieber einen anderen Weg. Versuche im Rahmen der Möglichkeiten die Ausprägung der Gefühle zu beeinflussen. Das Hat mit Kontrolle nichts zu tun. Und es geht insbesondere auch nicht darum “große” Gefühle (Liebe, Trauer, …) in etwas grundsätzlich anderes zu verwandeln.

Danke für den Anregenden Beitrag!
Gruß, Matthias

Edtih schreibt am 8. August 2008

Herr Senftleben,

Gratulation, was sie alles im Griff haben, die Firma die Gefühle und immer dazu bereit anderen Ratschläge zu geben. Wow…

Marcy schreibt am 8. August 2008

Der Artikel passt hervorragend zu einem Buch, das ich vor einiger Zeit gelesen habe: “Die Entscheidung liegt bei Dir” von R.K. Sprenger – der Mann ist zwar sehr drastisch, aber im Endeffekt hat er Recht.
Man muss sich nur ab und an wieder dran erinnern…

Daher DANKE für den Hinweis!

Michael schreibt am 8. August 2008

Na ,na na, Edith wer wird denn da so zynisch sein?

Heide schreibt am 9. August 2008

Ich kann hier beide Seiten verstehen:

Lange Zeit dachte ich auch immer (wie die meisten Menschen), dass die anderen “schuld sind” an meinen Gefühlen.
Und bis zu einem gewissen Grad sind sie es ja auch: Wenn in Ralfs Beispiel der andere nicht schlecht geredet hätte, dann würde man sich darüber gar nicht aufregen/ärgern/… können.

Dann hörte und las ich immer wieder einmal, dass man selbst verantwortlich ist für die eigenen Gefühle.
Und da ging es mir zunächst ebenso wie hier einigen: Ich bekam eine Riesenwut auf die, die einem auch noch die Schuld an den eigenen schlechten Gefühlen geben wollen. (Die Verantwortung für die guten Gefühle übernimmt man ja gern.) Reicht es nicht, wenn ich mich mies fühle? Muss ich dann auch noch selber schuld daran sein?

Da ich aber ein Mensch bin, in dem solche Gedanken weitergrummeln, der daraufhin beobachtet (sich und andere) und immer wieder einmal nachdenkt, kam ich zur Erkenntnis: Es stimmt!

Dazu half mir vor allem, wenn ich Menschen beobachtete, die in einer für mich “eindeutigen” Situation so ganz anders reagierten wie ich es getan hätte.

Inzwischen erlebe ich es so:

Meine spontanen Gefühle sind gleich geblieben, aber ich verharre nicht mehr unbedingt darin.
Redet jemand z.B. schlecht über mich, dann bin ich zunächst genauso verletzt, verärgert, traurig wie früher, meist in einem Durcheinander dieser Gefühle.

Aber ich schaue nun auch da genauer hin: Was ist dran an diesem Gerede? Warum trifft es mich so? Hat dieser Mensch ein Problem oder habe ich es oder haben wir beide es?…

Das verhilft mir zur Distanz. Und das verändert meist auch meine Gefühle.

Ich glaube, hier ist es so wie mit vielem: Sogar wie ich mit diesem “Du selber bist verantwortlich” umgehe, liegt an mir.

Ich kann es als zusätzliche Belastung sehen und erleben, die mich noch einmal einengt, weil ich die “Schuld” nicht auf andere oder den lieben Gott abwälzen kann.
Oder ich kann es als Befreiung erleben, weil nun ICH es bin, die es, zumindest zu einem Teil, in der Hand hat, wie ich mich fühle und wie ich reagiere.

Bei mir neigt es sich immer mehr zur zweiten Variante – und das wünsche ich auch euch!
Heide

Ursula Kruck-Hantschel schreibt am 10. August 2008

Hallo,

ich möchte an dieser Stelle die kognitive Verhaltenstherapie ein wenig beleuchten:

Wir können uns entscheiden, ob wir ein Gefühl haben möchten oder nicht!
Ja, das können wir, nur, was, wenn die Wut schon im Bauch ist und sich dort breit macht?

Ich überlege: soll ich wütend sein oder nicht?
Ach, das will ich lieber nicht –
ich entscheide mich nicht wütend zu sein –
doch die Wut beginnt im Bauch zu rumoren….

Hm – verzwickte Sache – sie ist einfach da!
Weg damit –
„Nee „sagt die Wut –„ich bin Dein Gefühl und du fühlst mich nun mal…“
“Aber”, denke ich, “ich will nicht wütend sein, die kognitive Therapie sagt, ich muss das nicht!!”

Ach jetzt wird’s kompliziert.
Das ist der Wut egal, sie macht sich bereits im Körper breit…
Und nun, was tun?

Soll ich nun so tun, als sei ich nicht wütend und hör ich auf meinen Bauch?
Einfach weg rationalisieren – klar, Kopf einschalten – Gefühl weg!

„Denkste“ brodelt die Wut – „ich bin noch da, da kannste machen, was Du willst..“

Und nun beginnt es gefährlich zu werden!
Anstatt einmal um den Block zu rennen, damit die Wut wieder raus ist und nicht Schaden im Bauch anrichten kann, denken wir sie einfach weg??

Ich meine, dass es schon wichtig ist Herr/Frau über seine Gefühle zu sein, damit sie nicht mit uns machen, was wir vielleicht letztendlich nicht wollen und ihnen einfach ausgeliefert sind – jedoch – ganz auf Kopf umschalten und vielleicht letztendlich gänzlich aufhören zu fühlen (nach dem Motto – das ist mir egal), darauf sollten wir schon achten.

Auch will ich die kognitive Therapie nicht wegreden, nein, auf keinen Fall, nur: Wenn man eine tiefe Wunde hat, die schmerzt (z.B. Kränkungen), ist nur ein Pflaster auf das Wunden-Loch zu kleben, damit man es nicht mehr so weht tut, ein wenig zu wenig -
es gehört eine Menge mehr dazu, um im Gefühlshaushalt Ordnung zu schaffen ;-)

Herzlichst
Ursula

Heide schreibt am 10. August 2008

Hallo Ursula,

ich denke, da hast du etwas Wichtiges angesprochen.

Du hast sicher Recht: Man sollte seine Gefühle wirklich spüren (da beginnt manchmal ja schon die Verdrängung) und man sollte sie annehmen.

Aber: Ich kann dann etwas machen (in deinem Beispiel: Die Wut “rausrennen”), damit sie “rauskommen” und damit verschwinden.

Oder ich kann, wie ich es eben auch gern mache, über die Situation nachdenken und sie von der Seite des anderen oder als unbeteiligter Dritter betrachten – und dann schaut sie oft ganz anders aus.
Und dann ändern sich meine Gefühle oft “automatisch”. Ich kann dann vielleicht über eine Situation lachen, über die ich mich vorher geärgert habe.

Was meiner Meinung nach falsch ist: Mich im Gefühl des Gekränktseins, … auf Dauer (!) zu “suhlen”, mir immer wieder vorzusagen, wie arm ich dran bin, wie schlimm die anderen sind,…
Denn das verstärkt das Gefühl ohne dass es “heilt”.
Und damit ist der Keim gelegt für “sich selbst erfüllende Prophezeihungen”: Die nächste Kränkung ist meist nicht weit.

traumfee schreibt am 10. August 2008

Also ich kann nur alle bewundern, die Herr über ihre Gefühle sind. Ich schaffe das einfach nicht, oft komme ich mir vor als ob ich von meinen Gefühlen beherrscht werde.
Wenn ich euch ein aktuelles Beispiel erzählen darf: Ich liebe immer noch meinen Exfreund, kann dieser Sehnsucht aber nicht entkommen. Weder durch andere männliche Bekanntschaften noch durch Ablenkung. Das Gefühl kehrt immer wieder zurück und macht mich traurig. Aber ich weiß einfach nicht wie ich es ändern soll…
Vielleicht kann mir jemand, der seine Gefühle im Griff hat (und das scheinen mir hier einige zu sein), einen Tipp geben wie ich mich meinen Gefühlen nicht mehr so ausgeliefert fühlen kann, wie ich sie kontrollieren lerne. Denn dieses ewige auf und ab meiner Gefühle ist wirklich anstrengend und macht einfach nur müde und “taub”…

lg Traumfee

    Silvia schreibt am 10. September 2012

    Hallo,

    lies mal das Buch “ida” von Eva Maria-Zurhorst, hat mir persönlich sehr viel weiter gebracht.

    LG Silvia

Eva-Maria schreibt am 10. August 2008

Im Grunde ist das ja ein alter Hut, was da geschrieben ist. Unzählige Bücher gibt es ebenfalls schon zu diesem Thema. Es ist nur erstaunlich, dass es immer wieder gebraucht wird. Kurse, Bücher und dergleichen sind zwar nützlich, aber liefern nur Hinweise.
Die eigentliche Hilfe erhält man m. M. einfach nur durch Lebenserfahrung. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um mich weder be- noch verurteilen zu lassen und dies selbst bei anderen auch nicht zu tun. Bücher habe ich reichlich darüber gelesen. Aber die Theorie ist immer etwas ganz anderes als die Praxis.
Erst als ich mir klar machte, dass immer geredet wird, aber ich länger darüber nachdachte als derjenige, der über mich geredet hat, wurde es mir langsam egal.
Andere habe schon damals nicht für meine Gefühle verantwortlich gemacht, sondern mich immer gefragt, warum ich so gekränkt bzw. wütend bin.
Später, als ich das alles hinter mir hatte, fragte ich mich allerdings auch, wieso das alles an mir so vorbei geht. Ich kam schließlich auf die Lösung: mein Selbstwertgefühl war im Laufe der Jahre viel zu stark geworden, als das mich das alberne Gerede irgendwelcher Leute wirklich berühren konnte.

Andrea schreibt am 10. August 2008

Ich denke, dass Heides Ansatz, über die Situation nachzudenken der richtige Weg ist.
Natürlich darf man Gefühle nicht wegreden. Aber alleine die Frage “Warum kränkt mich das, was dieser Mensch sagt?eigentlich so? Wie komme ich darauf, dass er mich besser kennt als ich mich selbst”?
Oft kränkt einen in so einer Situation doch entweder, dass man selbst irgendwo glaubt, dass der andere recht hat, oder dass man glaubt, der andere mag einen nicht – muss er das denn? Bin ich davon abhängig?
Es ist wichtig, sich bei negativen Gefühlen nicht hinzugeben und sich im Elend zu suhlen. Das bringt einen nämlich nicht weiter.
Eigenverantwortung ist etwas tolles, wenn man es selbst einmal versucht. (Damöchte ich deutlich zwischen Eigenveranwtortung und Betäubung differenzieren.) Die meisten, die es als Belastung sehen, haben den positiven Effekt, sich dadurch gut zu fühlen, wahrscheinlich noch nie erlebt.

@ traumfee
Eigenverantwortlich zu handeln heißt nicht, keinen Liebeskummer zu haben. Bloß weil man sagt “ich schaffe es aus dieser Situation rauszukommen”, heißt das nicht, dass es nicht weh tut, wenn man jemanden verliert, den man liebt. Deine Entscheidung ist das wichtige – wie soll es weitergehen? Möchtest du darüber hinweg kommen und einen neuen Schritt wagen? Oder möchtest du versuchen, deinen Ex zurück zu erobern? Du kannst nicht beides gleichzeitig, und es ist deine Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann.

Das ist auch so ein Thema – der Sinn von negativen Gefühlen. Wut – die mich zurück ins Leben bringt und mich für mich einstehen läßt, wenn ich schlecht behandelt wurde. Angst – die mich davor abhält, den gleichen Fehler immer wieder zu machen.
Negative Gefühle haben ihre Berechtigung. Man kann auch sie annehmen und das positive aus ihnen ziehen.

Detlev Tesch schreibt am 10. August 2008

Hallo Ralf,

vielen Dank für den anregenden Artikel.

Ich sehe es auch so, daß andere Menschen *nicht* für unsere Gefühle verantwortlich gemacht werden können. Unsere Gefühle sind unsere inneren Reaktionen auf etwas das im Außen oder in uns geschieht.

Es ist dennoch leicht (und sehr verbreitet), den *Eindruck* zu haben, es sei anders.

Eins:
Oftmals wird uns schon als Kind beigebracht, daß wir es Schuld sind, daß Mami/Papi sich schlecht fühlt oder böse ist usw., weil wir z. B. unartig gewesen sind. Und wenn man sich so einige Texte in Volks- und Popmusik anhört, wird das auch dort verbreitet: Er/sie ist schuld, weil die Liebe nicht erhört wurde usw. Tausendfach finden wir solche Texte.

Zwei:
Wir entscheiden uns nicht bewußt für unsere Gefühle. Die Gefühle werden uns erst bewußt. Da kann man schon leicht dem Irrglauben verfallen, daß sie nicht von uns selbst gemacht sondern von anderen verursacht werden.
In einem Vortrag beim „Europäischen Kongress für Energetische Psychologie und Psychotherapie“ 2007 in Heidelberg hat der amerikanische Wissenschaftler Furman berichtet, daß das Gehirn und der Körper Reaktionen (insbesondere Emotionen) binnen 350 Millisekunden produzieren können (=0,35 sec). Unser Bewußtsein braucht aber etwa 550 Millisekunden (0,55 sec) um etwas wirklich zu registrieren. Somit können uns die Gefühle immer erst bewußt werden, wenn sie „längst“ entstanden sind.

Die Programme, die in der Zeit ablaufen, bevor uns etwas bewußt wird, sind rational nur schwer zu erreichen. Damit kämpfen die Psychotherapie und die Selbsthilfeszene schon lange.

Da kann man schon meinen, man hätte dagegen keine oder wenig Chancen.

Somit ist es auch nicht gerade einfach, „die Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen“.

Ich finde dazu braucht es das, was ich „Die NEUE Emotionale Intelligenz“ (N.E.I.) nenne.

Sie geht insofern über die bekannte Emotionale Intelligenz hinaus, als sie erfordert, Methoden und Techniken zu kennen und zu beherrschen, die es uns ermöglichen, bewußt – und am liebsten recht schnell – aus den automatischen Gefühlsreaktionen und Verhaltensmustern, aus Blockaden oder Überdruck herauszukommen.

Wir brauchen geeignete Hilfsmittel, um aufkommende Wut, Streß, Angst und andere starke Emotionen so kanalisieren zu können (wenn wir das wollen), daß sie uns nicht im ungeeigneten Augenblick lähmen (z. B. Denk- und Gedächtnisblockade), daß wir nicht unnötig „ausrasten“ (und im Affekt etwas sagen oder tun, das uns im nächsten Augenblick leid tut (kennt das jemand?) oder das uns sogar mit dem Gesetz in Konflikt bringt), damit wir intelligent und handlungsfähig bleiben.

Auf dem Kongreß, den ich schon erwähnt habe, sind eine Menge an Methoden vorgestellt worden, die das leisten. Manche davon sind für professionelle Helfer gemacht worden, um deren Arbeit schneller und wirksamer zu machen. Andere sind bestens auch für die Selbsthilfe geeignet. Unter denen sind meine Favoriten EmoTrance und EFT.

Wenn wir solche Dinge gelernt und geübt haben, wird es uns viel leichter fallen, die Verantwortung für unsere Gefühle zu übernehmen (was manche Menschen dennoch schlichtweg ablehnen werden), ein selbstbestimmtes Leben zu führen und uns vor Manipulationen von außen zu schützen.

Da stimme ich völlig zu.

Viele Grüße
Detlev Tesch

Walburga schreibt am 10. August 2008

Lieber Ralf,

auch ich halte es für sehr wichtig, dass wir uns bewusst werden, dass Gefühle immer in uns selbst entstehen und wir dafür verantwortlich sind, welche Gefühle wir haben. Was ich allerdings nicht glaube, ist dass allein diese Tatsache unser Leben wirklich einfacher macht. Nein, es reicht meiner Meinung nach nicht einmal aus, um ein selbstbestimmtes, glückliches und zufriedenes Leben zu führen.

Manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass diese für mich ein wenig dogmatische Aussage: “Du bist verantwortlich für Deine Gefühle” viele Menschen dazu führt, dass sie sich mit Schuldgefühlen beladen. Die Folge davon ist, dass sie beginnen, ihre Gefühle nicht mehr offen zu zeigen.

Dazu ein Beispiel. Jemand sagt mir: “Ich trage meine Gefühle nicht nach außen!” Zunächst bin ich geschockt und wütend darüber (weil ich es überhaupt nicht verstehe, dass jemand so “kalt” sein kann), dann habe ich MICH bedauert (weil ich nicht weiß, wie ich auf solch einen Impuls reagieren soll, ohne den anderen nicht zu verletzen), dann habe ich IHN bedauert (weil ich mir wieder bewusst gemacht habe, jeder ist für seine Gefühle verantwortlich und ich verletze ihn ja nicht, er verletzt sich ja im Prinzip selbst ;-)

Aber zufrieden und glücklich fühle ich mich damit auch nicht! Insbesondere dann nicht, wenn mir die Menschen, die es betrifft, am Herzen liegen.

Es ist für mich also nicht immer etwas Positives, wenn jemand sagt: Ich weiß, dass ich für meine Gefühle selbst die Veranwortung trage. Ich habe meine Gefühle im Griff!

Michael schreibt am 10. August 2008

Heide schrieb:
>Ich glaube, hier ist es so wie mit vielem: Sogar wie ich mit diesem “Du selber bist verantwortlich” umgehe, liegt an mir.<

Welche Möglichkeiten schweben Dir denn da so vor, mit diesem Satz umzugehen?

Michael schreibt am 10. August 2008

Detlev Tesch schrieb:
>Die Programme, die in der Zeit ablaufen, bevor uns etwas bewußt wird, sind rational nur schwer zu erreichen. Damit kämpfen die Psychotherapie und die Selbsthilfeszene schon lange.< Ein interessanter Link dazu von einem Psychotherapeuten. Hier wird das auch nochmal eindrucksvoll erklärt was Du da schreibst.
http://www.dr-mueck.de/HM_Emotionskompetenz/HM-Beherrschung.htm

Julia schreibt am 10. August 2008

Mag ja sein, dass sie recht haben.
Aber ich bin gerade in der Situation, dass mein Freund sich in eine andere verliebt hat und nicht weiß, wie er sich entscheiden soll. Neues Glück mit Abenteuer oder an der alten etwas angerosteten Liebe zu arbeiten. Die Frage ist ja auch, ob er die Gefühle, die er mal für mich hatte, irgendwo wiederentdeckt…
Und ganz ehrlich, in dieser Situation fällt es mir verdammt schwer, meine Gefühle selbst zu bestimmen… So kalt bin ich nicht. Ich liebe ihn!

Hubert schreibt am 10. August 2008

Eben Julia,
Verhaltensänderungen sind, wenn sie grundlegende Überzeugungen, Haltungen und Einstellungen eines Menschen betreffen, durch Einsicht und beste Absicht, durch Erkenntnis und Willen kaum herbeizuführen. Unsere unbewussten Motive und Ermotionen, unsere Träume und Hoffnungen unsere Sehnsüchte und Ängste steuern uns weit mehr als alles Bewusstsein und rationale Planungen es zu tun vermögen. Es nützt eben überhaupt nicht etwas zu wollen, da nachhaltige Veränderung “emotional” gestützt sein muss..

Irmy schreibt am 10. August 2008

Ist es nicht auch so, dass wir auf die Qualität unserer Gefühle, durch Gedanken, Einstellungen und Bewertungen von den Dingen, schon im Vorfeld Einfluss nehmen können.

Cara schreibt am 10. August 2008

Ich übe seit ein paar Tagen meine negativen Gefühle wie Angst, Wut, Ärger, Traurigkeit u.s.w. anzunehmen.

Jedesmal wenn ich so ein Gefühl z.B. Wut spüre, setze ich mich hin und sage mit meiner inneren Stimme – Alles was jetzt da ist darf auch da sein, ja meine Wut du darfst jetzt da sein, du bist doch schon so lange da, ich will dich spüren.

Danach geht es mir oft besser, und ich merke wie ich so manche Situationen schon etwas gelassener sehen kann. Ich werde dies auf jeden Fall so weiter praktizieren, es fühlt sich für mich total gut an, es kann nur besser werden:-))

Unsere negativen Gefühle sind in unserer Kindheit entstanden, als Erwachsener wollen wir sie immer weg haben, wir lenken uns ab, sei es durch Sport, Essen, Telefonieren, Lesen, Fernsehen u.s.w.

Aber Gefühle wollen gefühlt werden, und sie kommen solange immer wieder bis wir dies endlich tun, dann können sie auch gehen.

thomas stern schreibt am 10. August 2008

Es ist nur zu wahr, daß wir uns viel zu sehr und unnötiger weise von emotionen in beschlag nehmen lassen. wobei ich trenne zwischen gefühlen und emotionen …

gefühle entstehen im herzen als resonanz auf schwingungen, sprich wenn ich mit jemandem zusammen bin, dann strahlt der andere eine gewisse schwingung aus, auf die mein herz unmittelbar reagiert. das herz erfaßt die schwingung unverfälscht und antwortet mit einem gefühl. das ist z.b. deutlich zu spüren, wenn man sich entweder angezogen oder abgestoßen fühlt, ohne das der andere etwas gesagt haben muß – wir kennen das zur genüge, wenn wir z.b. unterwegs sind, in bus oder bahn, da merken wir sofort, neben wem wir uns setzen wollen oder eben nicht – direkter merkt man es, wenn einem jemand die hand anbietet, dabei überträgt sich schwingung noch direkter und wir fühlen sofort etwas, ohne zu überlegen.

emotionen (e-motion)entstehen im kopf, der verstand ackert wie blöd und wägt ab, vergleicht, bewertet, usw. und als resultat entsteht eine emotion, die wir als gefühl deuten, jedoch keine ist. es ist nur eine schwingung, ausgelöst durch den verstand, durch das denken. denken erzeugt energie, energie ist schwingung und da wir unser denken kontrollieren können, können wir auch die entsprechenden emotionen hervorrufen, bzw, vermeiden.

alles was von außen auf uns einwirkt läßt sich in diese zwei bereiche einteilen, entweder ich erfühle etwas oder ich analysiere es mit dem verstand und verfälsche es, indem ich es mit meinem jeweiligen bewußtsein “bearbeite” was dann eben eine emotion zur folge hat.

erschwerender weise gibt es dann noch das pseudo-ich, das ego – und das will immer etwas für sich, es ist von hause selbstsüchtig – deshalb wollen wir immer gut dastehen, gelobt werden, geschätzt, geachtet, respektiert, usw. – doch jedesmal wenn uns von außen jemand in unserem wollen “angreift”, es in frage stellt, dann tritt zumeist eine abwehrhaltung ein, denn wir denken ja, daß wir unsere arbeit gut machen und auf einmal sagt chef, ich sei zu langsam – das werte ich zunächst als angriff auf meine person, auf meinen wert, denn ich bin ja überzeugt meine arbeit gut zu machen – folge negative emotionen breiten sich aus – ärger bis hin zu wut können dabei entstehen –
nicht anders ist bei beleidigungen.

was sind denn beleidigungen?

wenn jemand einen anderen beleidigt, dann muß er ja für sich selbst einen mangel empfinden in einem bestimmten bereichen (oder mehreren) und macht sich selbst minderwertig. um nun nicht unter dem anderen zu stehen (er denkt ja nur so, daß dem so sei!) zieht er ihn runter, indem er ihn beleidigt. der beleidigte selbst kann dies erkennen und mit freundlichem gleichmut reagieren, doch in der regel übernimmt das ego das ruder und schaltet sofort auf gegenwehr, die abwehrmechanismen treten in aktion … und somit auch die negtiven emotionen.

verstehe ich jedoch, daß ich bei all dem wirklich selbst für mich verantwortlich bin, dann behalte ich die macht bei mir selbst und übergebe sie nicht anderen (wie oben auch schon beschrieben). die kunst ist es, sich dessen immer bewußt zu sein und nicht gleich blind zu reagieren, egal worum es sich handelt – ich kann mir ein großes STOP-Schild denken und innehalten, kurz überlegen, mich besinnen und dann mich entscheiden, was ich will: frieden + harmonie oder unfrieden + disharmonie. Um mich jedoch für frieden zu entscheiden, muß selbst im frieden sein, vor allem im frieden mit mir selbst, was dann auch bedeutet sich selbst anzunehmen, so wie man eben ist, sprich es geht um die liebe zu sich selbst. indem ich mich selbst in all meinem so-sein liebe und annehme, gibt es keine “angriffspunkte” mehr, auf die außenstehender ansetzen könnte, denn ich bin mit mir im frieden, weil ich mich so liebe wie ich bin, also, “was willst du eigentlich von mir” könnte die wirklich bedeutsame frage sein, die ich mir stelle, nicht aber in selbstzweifel verfallen und sich angegriffen fühlen.

die wundersame begleiterscheinung dabei ist, daß ich dann sogar mitgefühl entwickeln kann für den anderen, egal ob´s die kollegin ist, der chef, der passant, wer auch immer – da ich mich selbst kenne und im grunde gar nicht anders war oder bin, gibt es auch keinen grund den anderen zu verurteilen (ver-ur-teilen, sich trennen vom anderen!).

sicher ist es anstrengend, es umzusetzen und es geht selten von gleich auf jetzt oder von heut auf morgen, doch wenn ich mich dazu entscheide glücklicher leben wollen, in frieden und harmonie, dann ist das ein weg dazu, denn ich täglich praktizieren kann, immer wieder mal, wann es sich gerade ergibt. ich mache e smir einfach zur gewohnheit darauf zu achten, ob ich nur reagiere (passiv – die macht hat der andere) oder innehalte und neu agiere (aktiv – die macht ist bei mir!).

ich wünsche dir frieden, glück und lebensfreude

thomas stern

der traveller

sonnsche schreibt am 10. August 2008

Mich hat der Beitrag von Ursula Kruck-Hantschel sehr bewegt, da auch ich diesen Zwiespalt nur zu gut kenne..

Usrula, darf ich fragen, was Du damit genau meinst, wenn Du schreibst, dass da mehr nötig ist?

Ralf, darf ich Sie um eine Antwort zu Ursulas Beitrag bitten?

Lieben Dank im Voraus

thomas stern schreibt am 10. August 2008

zum beitrag von ursula kruck-hantschel …

>>Wir können uns entscheiden, ob wir ein Gefühl haben möchten oder nicht! Ja, das können wir, nur, was, wenn die Wut schon im Bauch ist und sich dort breit macht?< <

wenn die wut schon vorher da war, dann wurde sie auch vorher nicht "besänftigt" ..., oder ?

>>Ich überlege: soll ich wütend sein oder nicht?
Ach, das will ich lieber nicht – ich entscheide mich nicht wütend zu sein – doch die Wut beginnt im Bauch zu rumoren….< <

will ich nicht wütend sein, obwohl die wut schon da ist, so kann ganz einfach mit ihr reden. ich praktiziere dabei folgendes:

meine liebe wut, ich weiß, daß es dich gibt und du auch wichtig bist, denn ohne dich könnte ich mich kaum einem körperlichen angriff erwehren, um mein leben zu schützen. dafür danke ich dir, doch bitte versteh auch, daß es auch rein verbale angriffe gibt, bei denen du ruhig wegschauen darfst und dich deiner ruhe übergeben, denn diesen angriffen begegnet ein anderer teil, nämlich der freundliche gleichmut, überlaß es ihm bitte und zieh dich zurück. du darfst jedoch sofort erscheinen, wenn es ums überleben geht, um den selbstschutz, dann bist du willkommen.

>>Hm – verzwickte Sache – sie ist einfach da!
Weg damit – „Nee „sagt die Wut –„ich bin Dein Gefühl und du fühlst mich nun mal…”
“Aber”, denke ich, “ich will nicht wütend sein, die kognitive Therapie sagt, ich muss das nicht!!”< <

genau, jedes gefühl will gelebt werden, merh noch geliebt und angenommen, dann fühlt es sich wohl und geht wieder in sein "zimmerchen zurück" - so wie bei kleinen kindern, die immer wieder raus kommen, bis sie merken sie wurden beachtet und in liebe angenommen ...

>>Ich meine, dass es schon wichtig ist Herr/Frau über seine Gefühle zu sein, … < <

ich denke, daß wir mit liebe am meisten erreichen, einfach die gefühle in liebe annehmen, denn sie lehren uns so viel über uns selbst, daß wir ihnen wirklich dankbar sein sollten. dann brauchen auch nicht herr über sie zu sein, sondern können mit ihnen gemeinsam in harmonie leben.

>> … auf Kopf umschalten und vielleicht letztendlich gänzlich aufhören zu fühlen < <

bloß nicht - wo das hinführt sehen wir am zustand der welt!

>> nur: Wenn man eine tiefe Wunde hat, die schmerzt (z.B. Kränkungen), ist nur ein Pflaster auf das Wunden-Loch zu kleben, damit man es nicht mehr so weht tut, ein wenig zu wenig< <

stimmt! nur schade, daß uns kaum jemand gezeigt/gelehrt hat, wie man mit alten wunden umgeht (dafür wäre z.b. die schule/lehrer geeigent, um die kinder wirklich aufs leben vorzubereiten!) - das rezept ist vergebung und liebe - vegebung für beide seiten, sowohl dem täter wie auch sich selbst als opfer (mit den empfindungen von rache, wut, etc.) - dann löst sich die alte wunde auf und sie ist nur noch eine bloße erinnerung aus der vergangenheit, die mit dem jetzt nichts mehr zu tun hat. Vegebung + Liebe, sowie mitgefühl sind die besten heilmittel für alle wunden.

>>es gehört eine Menge mehr dazu, um im Gefühlshaushalt Ordnung zu schaffen ;-)<<

zustimmung! – es ist in der tat viel arbeit notwendig, arbeit an sich selbst und selbstdiziplin, sich immer wieder daran machen und lernen, lernen, lernen und umsetzen … OHNE fleiß kein preis heißt es so schön …

war mir eine freude!

thomas stern

der traveller

Andreas Rohde schreibt am 10. August 2008

Das entscheidende ist doch was der einzelne aus dieser Erkenntnis macht. Um nicht “Fremdgesteuert zu sein” müssen wir uns doch erst einmal selbst erkannt haben und dann auch die 7 Ebenen der Veränderung in die Praxis umsetzen. Denn was nützt es dies zu wissen aber nicht danach zu handeln. Alle die diese Seite besuchen und lesen haben ja schon eine andere Sichtweise. Aber mal im Ernst wie viele Menschen haben sich denn wirklich erkannt und leben sich ? Ich behaupte mal es ist prozentual auf die Bevölkerung in Deutschland ein deutlich einstelliger Prozentsatz, oder noch weniger. Also wer hat den Mut sich wirklich zu leben und am Abend eines Tages oder unseres Lebens zufrieden in den Spiegel zu schauen und den Menschen den er sieht zu mögen und wirklich zufrieden mit sich zu sein ? Am Anfang steht doch die Frage habe ich den Mut diese Veränderungen zu leben und gleichzeitig die Gabe meiner Umwelt dies zu zeigen. Für die “Meckerfreunde” oder den Kollegen von nebenan meine 7 Fragen fürs Leben, die in den letzten Jahren nur sehr, sehr wenige beantworten konnten . 1. Wer bin ich ? 2. Was mag ich ? 3. Was tut mir gut ? 4. Wofür bin ich dankbar ? 5. Was soll ich loslassen 6. Wie kann ich anderen Menschen helfen ? 7. Was soll ich machen ?

An dieser Stelle ein großes Lob an dies Führungsriege, weiter machen und den Menschen zeigen, dass es sich lohnt anders zu sein und über sich nachzudenken.Ich freue mich immer auf die Mail, bekomme sie aber leider erst am Sonntag.

Warum dieses Lob ? Weil wir alle, auch der meckernde Kollege von nebenan, der ja einer der Ausgangspunkte dieser Diskussion war viel zu wenig ehrlich gelobt werden.

Herzlichst Andreas R.

sonnsche schreibt am 10. August 2008

Thomas, ganz lieben Dank für Deine Antwort. Das war sehr aufschlussreich für mich.

Ja, ich fürchte es hat etwas damit zu tun, zu fühlen, was man eigentlich fühlt. Es zulassen zu können und auszuhalten. Das schließt auch an das an, was Cara geschrieben hat. Das hat mich auch sehr berührt. Es ist alles andere als einfach, weil man vielleicht denkt das alles nicht aushalen zu können. Ich stelle bei mir fest, dass ich oft alles mögliche tue, um eben nicht zu fühlen.

Was Du schreibst von Vergebung und Liebe, wenn ich das lese, fängt etwas in mir an sich ein Stückchen zu entspannen. Es ist immer wieder der Punkt an dem mir die Tränen kommen, wenn es darum geht, auch sich selbst liebevoll zu begegnen. Ich glaube, wenn man das wirklich fühlen kann, kann man auch denen wirklich vergeben, die einem Schlimmes angetan haben.

Vielleicht schließt sich auch hier der Kreis zurück zu dem Thema von Ralf: erst wenn ich meine eigenen Gefühle annehmen und akzeptieren kann, kann ich auch Verantwortung für sie übernehmen.

Ganz herzlichen Dank

Michael schreibt am 10. August 2008

Cara schrieb:
>>Aber Gefühle wollen gefühlt werden, und sie kommen solange immer wieder bis wir dies endlich tun, dann können sie auch gehen.<<

Toll geschrieben und mit so wenigen Worten auf den Punkt gebracht. Klasse ! Gefällt mir.

thomas stern schreibt am 10. August 2008

Ja genau, das zulassen ist so wichtig, die gefühle annehmen und sich nicht dagegen wehren, denn jeder widerstand verstärkt nur das, wogegen man sich wehrt. Ich habe mich früher auch oft z.b. gegen traurigkeit gewehrt, weil ich sie nicht erleben/fühlen wollte. Klassischer widerstand sind dann die betäubungen durch ablenkungen (action, kino, party, usw.), alkohol + drogen, nur um nicht leiden zu müssen, doch es war dennoch immer da und wollte beachtet werden. Im grunde ist es die angst da durch zu gehen und der gedanke, es würde nicht aufhören, kein ende haben und sich ständig wiederholen. Erst die erfahrung, sich der angst zu stellen und zu schauen, was dahinter steckt, was sie uns lehren will oder wo es gilt zu vergeben und liebe zu geben, verschafft uns erleichterung. Nicht nur das, es ist ein wohlgefühl und plötzlich schwindet die angst, denn >> SONNSCHE

die erkenntnis oder die lehre die wir aus dem bewußten erleben von traurigkeit gezogen haben stärken uns, geben uns kraft für das nächste mal. Denn nun wissen wir, das es gar nicht so schlimm ist wie wir es uns denken, also liebe traurigkeit, komm her und lehr mich etwas über mich selbst und dann laß mich wieder in freude mein leben weiterleben … wer traurigkeit in seiner tiefe erlebt, der weiß das leben viel mehr zu schätzen, vor allem in den „kleinen“ dingen …

Die entspannung ist das herz, das sich weitet und dessen liebevolle energie dich umgibt wie ein schutzmantel, du kannst es auch auf der haut spüren, so als nehme dich etwas in den arm und du kannst tief und ruhig atmen … entspannen …

Es geht nicht nur um jene die einem etwas angetan haben, sondern ebenso um das, was wir anderen angetan haben, in worten oder handlungen – auch da dürfen wir uns selbst vergeben, denn es war ja im spirituellen sinne alles so verabredet, deshalb gibt es auch kein schuldprinzip, das haben erst die menschen erfunden.

Wenn wir nachempfinden, was andere gefühlt haben, als wir so oder so mit ihnen umgegangen sind, dann spüren wir eine tiefe scham, die scham vor uns selbst, das wir so etwas haben jemals tun können … das ist völlig in ordnung, denn es lehrt uns das mitgefühl und sodann hören wir auf anderen etwas anzutun und beginnen ihnen gutes angedeihen zu lassen. Dann sind wir auch in einer anderen resonanz zum universum, denn wie heißt es, alles was wir anderen antun, tun wir nur uns selbst an. In der reue erleben wir das sehr deutlich.

Nun versteht man auch wesentlich besser, wie wir uns unsere gefühle selbst erschaffen haben, aufgrund unserer handlungen und unserem denken in der vergangenheit. Darum wird ja auch gesagt, daß wir nur JETZT unsere eigene zukunft erschaffen, wozu auch das erleben von gefühlen gehört. Tue ich jetzt gutes, so zeigt es sich in den nächsten tagen, wochen oder monaten … denke ich jetzt liebevoll + verzeihend, so zeigt sich auch das in der zukunft … umgekehrt natürlich genauso!

Wir sind was wir denken und wir fühlen was wir selbst verursacht haben

alles liebe auf deinen wegen

thomas

der traveller

traumfee schreibt am 10. August 2008

@ Andrea

Danke für deine Antwort, du hast mir die Augen geöffnet. Ich glaube dass es mir deshalb oft so schlecht geht weil ich mich nicht entscheiden kann zwischen “will ich meinen Ex zurück gewinnen” oder “will ich versuchen über ihn hinweg zu kommen”. Dieses Fehlverhalten hab ich bisher noch gar nicht bemerkt, aber ich bin mir ziemlich sicher dass es der Grund für mein aufgewühltes Gefühlsleben.
Ich werde jetzt wohl eine Entscheidung treffen müssen…

Loba schreibt am 10. August 2008

Hallo,
Ich denke schon, Sie haben recht. Jede(r) macht seine Gefühle selbst und ist nur selbst dafür verantwortlich: wähle, willst du Opfer sein oder Täter? Meist sind wir, ohne gefragt worden zu sein, beides.
Aus meiner Sicht wird es wirklich kompliziert erst da, wo alte eingefahrene Konditionierungen greifen und automatisiertes Verhalten eine Neuorientierung unendlich schwierig werden läßt: gerade meinst Du, auf einem guten Weg zu sein – wupp holt Dich Dein altes kontraproduktives Verhalten wieder ein und das gewonnene Terrain ist wieder dahin – Sysiphus-Arbeit aber an sich selbst und daher lohnend.
Drücken Sie mir bitte die Daumen, das ich nicht aufgebe.
Loba

thomas stern schreibt am 10. August 2008

@ traumfee

>>Ich liebe immer noch meinen Exfreund, kann dieser Sehnsucht aber nicht entkommen. Weder durch andere männliche Bekanntschaften noch durch Ablenkung. Das Gefühl kehrt immer wieder zurück und macht mich traurig. Aber ich weiß einfach nicht wie ich es ändern soll…< <

ja, das kenne ich genau, egal was du tust, ständig drängen sich die sehnsuchtsvollen gedanken auf und nichts kann sie daran hindern, sie lasen sich nicht wegdenken und belagern einen regelrecht ... scheißspiel um es mal so zu sagen ...

es gibt aber auch ursachen dafür, zum einen ist das gehirn darauf programmiert freudiges zu erleben, bzw. es wiederzuerleben, ergo greift es auf die erinnerungen zurück und sucht sich die angenehmen bilder heraus, die in uns dann die sehnsucht auslösen nachdem was wir hatten und wieder haben wollen. doch dabei ist uns nicht bewußt, daß es NIE wieder so sein wird, es ist nur eine wunschvorstellung, eine illusion dessen, was sein könnte - doch genau darauf reagieren wir, wider aller vernunft, anscheinend weil wir so gerne leiden - denn irgendwie hat es ja auch etwas mit sicherheit zu tun, im bekannten leiden bewegen wir uns im sicheren terrain, da ist alles vertraut auch wenn´s wehtut, aber es ist vertraut. das loslassen hingegen bedeutet sich neuem zu öffnem und das heißt sich unsicherheit übergeben ... deshalb scheuen wir wohl den weg ins neuland und halten lieber am gewohnten fest, wie gesagt auch wenn´s wehtut. willst du dich vom leiden befreien, so mach dir bewußt, es sind nur illusionen denen du hinterherjagst und diese haben nichts mit dem hier + jetzt zu tun. so rational es klingenmag, aber es ist so!

eine weitere möglichkeit bietet das hinterfragen. indem moment wo dir das leiden, also die sehnsucht bewußt wird, gilt es diese zu hinterfragen, was steckt eigentlich dahinter, was verbinde ich mit der sehnsucht, was soll gestillt werden, was will es eigentlich von mir und vor allem, ist es nur reine selbstsucht oder tatsächlich liebe. ich sage dir gleich es ist KEINE liebe, denn liebe kennt keine sehnsucht, kein verlangen oder erfüllen von begierden. man muß den dingen auf den grund gehen, nach der wurzel suchen, was die sehnsucht auslöst und dann erkennen, daß es letztlich immer nur selbstsucht ist, hervorgerufen durch einen angeblichen mangel den wir empfinden. mangel an geliebt werden, mangel an berührungen, mangel an worten, usw. jeder angebliche mangel löst sehnsucht aus, weil wir den mangel ausgleichen wollen - doch um sich vom leiden zu befreien und überhaupt frei zu sein, ist es notwendig (not der wende!) sich vom mangeldenken überhaupt zu befreien und statt dessen fülle denken, die in einem selbst schon vorhanden ist. wenn ich mir selbst geben kann, was ich brauche, dann brauche ich es nicht im außen zu suchen. und das wichtigste dabei ist immer wieder die liebe zu sich selbst - wenn ich mich selbst liebe, dann brauche ich niemanden der mich liebt, sondern jemanden mit dem ich zusammen in liebe sein kann und da sist etwas völlig anderes. einerseits begibt man sich in abhängigkeit und auf der anderen seite tut man sich zusammen, keine abhängigkeit sondern eine freie bindung. aber denk bloß nicht das könntest du jetzt in einer woche bewältigen ... es wird ein langer weg sein, doch es lohnt sich in zu gehen, sonst fällst du immer wieder in die sehnsuchtsfalle und leidest erneut, egal bei welchem mann oder anderen dingen ... der jeweilige partner ist immer nur der aktuelle LERN-partner ... dein ex-lern-partner geht jetzt andere wege und deine aufgabe ist es nun, aus eurer begegnung zu lernen und nicht in sehnsucht zu verfallen, die du für liebe hälst - erkenne zunächst daß es nichts mit liebe zu tun hat und du bist schon einen großen schritt weiter, denn dann kannst du dich leichter lösen und gewinnst abstand um es genauer zu betrachten ...

und wenn du nicht weiter weißt, dann scheib mich gerne direkt an ( traveller@der-traveller.de )

hoffe dir und den zulesenden anregende impulse gegeben zu haben

einen freudigen start in die neue woche

thomas

der traveller

Ina schreibt am 11. August 2008

Hallo,
das ist ja alles ganz schön einfach dahergesagt, daß man sich nicht von anderen die Laune verderben lassen soll.
Bei mir ist das nicht so einfach…mein Mann hat permanent schlechte Laune, weil er überarbeitet ist; er ist beleidigt, wenn etwas nicht nach seinen Kopf geht und er haut ab, wenn man ihn auf diese Themen anspricht.
Ich versuche wirklich das Positive im Leben zu sehen, aber seine ständigen Launen wurmen innerlich und das kann auf Dauer äußerlich nicht zu verbergen sein.
Und wenn das Haus und Kind noch eine Rolle spielen kann man sich nicht einfach mal trennen…
Ich denke, es geht vielen so….nur, daß sie nicht darüber reden möchten !! Oder…?

Heide schreibt am 11. August 2008

@ Michael

Du zitierst mich: “Ich glaube, hier ist es so wie mit vielem: Sogar wie ich mit diesem “Du selber bist verantwortlich” umgehe, liegt an mir.”

Und fragst wie ich das meine. Das hab ich im nächsten Absatz zu erklären versucht:

“Ich kann es als zusätzliche Belastung sehen und erleben, die mich noch einmal einengt, weil ich die “Schuld” nicht auf andere oder den lieben Gott abwälzen kann.”

Ich meine das so: Wenn ich sagen kann: Der hat mich wütend gemacht! Dann hat der andere die Schuld und ich habe das Recht, wütend zu sein auf ihn.
Wenn ich erkenne, dass das Gefühl “Wut” bei mir entsteht, dann kann zu meiner Wut über den anderen, die ich habe, auch noch das Gefühl kommen: Jetzt bin ICH auch noch schuld an meiner Wut!
Und darüber kann ich mich dann auch noch zusätzlich ärgern.

So erging es mir anfangs, als ich zuerst hörte oder las, dass man für seine Gefühle selbst verantwortlich ist.

Ich schrieb dann weiter:

“Oder ich kann es als Befreiung erleben, weil nun ICH es bin, die es, zumindest zu einem Teil, in der Hand hat, wie ich mich fühle und wie ich reagiere.”

Ich kann es aber eben auch anders zu machen VERSUCHEN:

Ich kann sagen: Ich bin richtig wütend über den! Ich kann meine Wut spüren, ja ich kann auch versuchen, sie abzureagieren. Ich kann dann so richtig heulen und/oder ihm Pest und Cholera an den Hals wünschen! Ich kann mir dann auch wunderbar x Situationen ausmalen, wo ich es ihm so richtig heimzahlen kann.

Aber ich versuche dann eben auch nachzudenken, warum ich so reagiere. So wie oben jemand geschrieben hat, warum mich das so wütend macht.

Und ich versuche nachzudenken darüber, was den anderen dazu gebracht haben könnte so zu handeln. Hat er sich vielleicht vorher über mich geärgert? Gibt es in seinem Leben eine vergleichliche Situation, die ihn zu seiner Reaktion veranlasst hat? …

Oder ich versuche, sozusagen in die Rolle eines beobachtenden Dritten zu schlüpfen: Vielleicht hätte ich mich genauso verhalten wie der andere, wäre ich nicht das “Opfer” gewesen. Vielleicht war die Situation wirklich komisch, in der er mich ausgelacht hat? Vielleicht hätte ich auf einen ungeschickt formulierten Satz ähnlich geantwortet wie der andere?…

Manchmal reicht das allein schon aus, um die negativen Gefühle loszuwerden.

Wenn das nicht so ist und die Gefühle wiederkommen, sag ich mir in etwa so: Jetzt ärgerst du dich schon wieder! War ja auch ärgerlich! (Und damit steh ich zu diesem Gefühl) Aber, es ist auch verständlich, weil … und gehe dann zur Tagesordnung über. Das heißt, ich vertiefe das Gefühl nicht von Neuem und steigere mich nicht hinein.

Mir ist nun beim Schreiben klar geworden (danke Michael!), dass ich das Wort für mich ändern würde:
*Ich bin verantwortlich dafür, was aus meinen Gefühlen wird.*

Ich kann sie annehmen und es dann “gut sein lassen” im wahrsten Sinne des Wortes oder ich kann sie verstärken und vergrößern und dauerhaft machen.

Du siehst, ich habe oben das Wort “versuchen” groß geschrieben, weil ich eben auch noch keine Meisterin bin darin, sondern noch Lehrmädchen, das ab und an aber schon wie eine Gesellin handeln kann. ;-)

Christine schreibt am 11. August 2008

Hallo,

ich bin mit deinen Gedanken über die Gefühle sehr stimmig.
Wie wäre es denn, den Maßstab des meistgelesenen Buches der Welt an zulegen?

Die Bibel.

Was Gott über uns da zu sagen hat hält allen Selbst-Vorwürfen,Verwirrungen und jedem Gefühls-Chaos stand.
Ich habs erlebt!
Denn ER liebt uns, weil Er uns geschaffen hat und uns so animmt wie wir sind- vorbehaltlos !!!

eine liebevolle Woche wünsche ich !

Claudia elfe schreibt am 11. August 2008

hallo ihr alle!

vielen dank für eure offenheit mit dem thema gefühle umzugehen. ich hänge gerade so in meiner trauer rum die sich immer wieder zeigt.

der punkt eigenliebe zu lernen , die
sehnsuchtshinterfragung, und im jetzt die gefühle anzunehmen sind wohl die hauptaufgaben.

vieles ist jetzt wieder klarer durch eure kommentare. besonderer dank an thomas.

gute zeit und viel gelassenheit
claudia

thomas stern schreibt am 11. August 2008

@ina

>>Ich denke, es geht vielen so….nur, daß sie nicht darüber reden möchten !! Oder…?<<

reden wohl schon, doch handeln eher weniger.

angenommen ich gehe im park spazieren und komme an eine stelle, wo sich mehrere menschen aufhalten, die sich lautstark gebahren und meine gesuchte ruhe stören – da überlge ich nicht lange und gehe solange weiter, bis ich ein ruhiges plätzchen gefunden habe …

was ist der unterschied zum parkspaziergang und dem gang durch eine beziehungshölle ?

ganz einfach, im park bin ich mir sicher eine ruhige stelle zu finden – befreie ich mich aus der beziehungshölle habe ich diese sicherheit nicht! ergo ist es das sicherheitsdenken, was uns daran hindert konsequent zu handeln. es geht sehr vielen so, daß sie lieber die qualen erleiden, statt sich davon zu befreien.

ich meine, was kann denn schlimmstenfalls geschehen? daß du auf der straße sitzt ohne obdach? in unserem lande braucht niemand auf der straße sitzen … und direkt gefragt, muß es denn gleich auf eine trennung hinauslaufen? vielleicht besteht ja die möglichkeit, daß dein mann eine andee tätigkeit aufnimmt, die ihn weniger streßt und es dann zum wohle eures familienlebens beiträgt – doch selbst wenn trennung der letzte ausweg scheint, so gibt es zwei möglichkeiten, entweder bleiben und leiden oder gehen sich vom leben überraschen lassen, was es für einen bereit hält, denn sicherheit ist eine illusion. wie heißt es so schön, hilf dir selbst dann hilft dir gott – wer den ersten schritt tut braucht sich um den zweiten nicht zu sorgen … – was gibt es schon zu verlieren? eigentlich nichts, also kann man es genauso gut wagen und schauen was passiert, wenn man über die türschwelle geht … es gibt viele menschen, die sich zuerst gescheut haben, doch dann als sie endlich losgegangen sind wurden sie vom leben willkommen geheißen und es geschahen dinge, an die sie vorher nie gedacht hätten, es taten sich neue wege auf, neue arbeitsstellen, neue wohnmöglichkeiten, neue bekanntschaften + freunde … es scheint leichter zu sein, sitzen zu bleiben und das “schicksal” zu ertragen, als es selbst in die hand zu nehmen … wer weiß schon was dahintersteckt, vielleicht hast du schon früher in ähnlichen situationen gesteckt, womöglichen in früheren leben und sie immer auslaufen lassen, ohne dich zu wehren, ohne NEIN zusagen und nun bekommst du wieder die möglichkeit dich selbst zu lieben, dir selbst wertvoll zu sein und dazu gehört sich vom dem trennen, was einem nicht gut tut, denn dann liebe ich mich nicht, wenn ich mir schade! also kann es sein, daß es notwenidg ist einfach NEIN zu sagen und JA zu dir selbst! es ist immerhin eine überlegung wert … oder ?

thomas

der traveller

Ursula Kruck-Hantschel schreibt am 12. August 2008

>>sonnsche schreibt am 10.08.2008 15.08

Usrula, darf ich fragen, was Du damit genau meinst, wenn Du schreibst, dass da mehr nötig ist?
——————–

Hallo.

meine Dialog mit der Wut soll ein Gedankenanstoß zum ganzheitlichen Denken darstellen, um Situationen aus verschieden Perspektiven betrachten zu können.

Aus den nachfolgenden Texten sind ja auch unterschiedliche Sichtweisen hervor getreten. Thomas hat sich sogar sehr viel Mühe gemacht und meinen Dialog Stück für Stück beleuchtet ;-)

Liebe sonnsche,

was mehr dazu nötig ist, ist nicht in ein zwei Sätzen beschrieben.

Zum einen ist es aus meiner Sicht wichtig, die Gefühle auf keinen Fall zu verdrängen, zum anderen die Gefühle zu beleuchten und überlegen, was passiert den hier gedanklich, wie bewerte ich eine Sitation und warum.

Dann hätte ich die Möglichkeit zu überlegen, ob ich die Bewertung etwas anders vornehmen möchte. Diese Möglichkeit stellt eine eigene innere Arbeit dar, die nicht in zwei oder drei Wochen bewältig ist – es ist eher eine Lebensaufgabe.

Eine schöne Woche wünsche ich
Herzlichst
Ursula

Marcy schreibt am 12. August 2008

Beim Lesen all dieser Kommentare war (und bin) ich jedesmal ganz hingerissen von der Offenheit und Vielfalt, die hier herrscht. Und ich konnte / kann SO VIEL davon im Moment SO GUT gebrauchen!!!

Thomas, habe mich auf Deiner Site mal umgesehen, vieles dort hat mich sehr be-/gerührt, Dir also speziellen Dank für die Kommentare UND den Hinweis auf Deine Site!

Und an allen anderen auch herzlichen Dank für die ganzen Sichtweisen und Denkanstöße!

Kerstin schreibt am 14. August 2008

sicher ist es möglich selbst die eigenen Gefühle zu beeinflussen – in einem gewissen Grad. Der absolute Anspruch “seine Gefühle selbst zu machen” ist jedoch nicht erfüllbar. Irgendwo ist jeder seinem emotionalen System ausgeliefert: den eigenen Erfahrungen und Erinnerungen, den Prägungen und der genetischen Disposition. Wir reagieren aufgrund unserer Vorlieben und Abneigungen, die unser Bewusstsein steuern, bevor wir “Gefühle” wahrnehmen und rational bearbeiten können – wollen – und tatsächlich dann auch tun …

thomas stern schreibt am 14. August 2008

@ kerstin

liebe kerstin,

wenn du sagst, daß jeder seinem emotionalen system ausgeliefert sei, dann ist das ein glaubenssatz von dir!

und glaubenssätze haben die eigenschaft selten etwas anderes zuzulassen – räumst du aber die möglichkeit ein, daß dem nicht so ist, sprich, daß du (wie jeder andere auch!) dich dem nicht ausgeliefert siehst, dann öffnest du die tür zu der möglichkeit + dem weg, wie man eben nicht mehr ausgeliefert ist.

das bedeutet, wenn ich meine vorlieben + abneigungen genau betrachte, warum ich für etwas eine vorliebe entwickle oder eben eine abneigung, dann seh eich auch, welche ursache dahinter steht. in den meisten fällen ist es immer ein haben-wollen, etwas für sich haben wollen, in der annahme, daß wenn man es hat, es einem gut tut und die andere seite ist halt, das ich der annahme bin, etwas würd emir nicht gut tun, also entwickle ich eine abneigung dagegen. in beiden fällen ist immer ein aufwand nötig. ich wende energie auf für das haben-wollen und für die abwehr. bekanntermaßen folgt die energie der aufmerksamkeit, wehre ich also etwas ab, dann bekommt es nur noch mehr energie – deshlab heißt es auch:

jeder kampf ist krampf, statt dessen tut liebevolle gelassenheit und freundlicher gleichmut der seele gut!

beim haben wollen ist es das selbe, ich will etwas und richte meine energie darauf um es zu bekommen, weil ich ja eine vor-liebe dafür entwickelt habe. auch das ist krampf, das krampfhafte bemühen etwas zu bekommen.

die wirklich angenehme geisteshaltung wäre, gar nichts zu wollen und nichts abzulehnen – statt dessen alles so anzunehmen, wie es sich gerade anbietet – das leben beschenkt uns TÄGLICH + reichhaltig – ich muß nur noch entscheiden: das nehme ich und das nicht … es ist ähnlich einem gang durch ein kaufhaus, die blicke schweifen über die verkaufstresen, auf die verschiedenen objekte und ich entscheide, was ich davon nehmen möchte und was nicht, deswegen lehne ich aber die anderen artikel nicht ab.

ich denke, letztlich ist es davon abhängig, was wir wirklich für uns wollen, ein leben in frieden und harmonie oder unfrieden und disharmonie – jegliches wollen erzeugt unfrieden in uns, weil der kampf einsetzt und jegliches ablehnen erzeugt ebenso unfrieden, weil auch hier der kampf einsetzt.

ich entscheide also darüber, ob es mir gut gehen soll oder nicht – entweder ich will etwas und nehme das leiden in kauf, bezahle den preis fürs wollen oder ich begnüge mich mit dem, was das leben mir ohnehin schenkt, OHNE das ich vorher sage ich will dies + das … das leben weiß schon, was gut für uns ist und was nicht … ist auch eine vertrauensfrage … wie sehr vertraue ich darauf, das das leben für mich sorgt … mein rat:

einfach mal ausprobieren, einfach mal damit spielen – sein täglich leben und schauen, was es einem alles schenkt … die wärmenden strahlen der sonne, den frischen wind im gesicht, die blumen am wegesrand oder das gras zwischen den steinen, ein freundlich lächelndes gesicht, spielende kinder, etc. … einfach mal all das bewußt wahrnehmen und tief durchatmen, dann merkst du wie reichhaltig du beschenkt wirst und wie gut es dir geht, auch ohne wollen und statt dessen einfach nur sein – am leben sein und dankbar dafür sein … dann stellen sich auch ganz andere gefühle ein, das gefühl vom leben getragen zu werden, versorgt zu sein, geborgen zu sein und schließlich das gefühl geliebt zu werden …

wie gesagt, einfach mal ausprobieren und schon nach wenigen tagen wird sich eine spürbare veränderung in deinem beußtsein zeigen … in deinem lebensgefühl …

ich wünsche dir und allen anderen freudige erfahrungen beim einfach nur sein + die geschenke des lebens entgegennehmen …

thomas

der traveller

Heide schreibt am 15. August 2008

@ Thomas

naja, dein Text enthält ja auch eine Reihe von “Glaubenssätzen”.

Und wenn du Kerstins Text wirklich genau gelesen hast, dann hättest du auch registrieren können, dass sie die “Tür zu der Möglichkeit” durchaus sieht und auch bereit ist, sie zu benützen.

Hast du schon die “Türen zu anderen Möglichkeiten” gesehen? Oder meinst du, deine Möglichkeit ist die einzig richtige? Das wird – zumindest für mich – nicht klar.

thomas schreibt am 15. August 2008

na, ich werde mich hüten zu sagen oder zu behaupten, die von mir angebotenen möglichkeiten seien die einzig “richtigen” –
es sind möglichkeiten – nichts absolutes! – einfach nur möglichkeiten – jeder nutzt die möglichkeiten, die ihm zusagen, die ansprechen …

und ich glaube solange an etwas, bis es revidiert werden muß, durch neue erkenntnisse, erfahrungen, informationen, wie auch immer … ständig im wandel der zeit …

Tina schreibt am 18. August 2008

Es hängt auch von meiner eigenen Verfassung ab, ob ich mich von meinen (negativen) Gefühlen unterkriegen lasse oder nicht. Permanent alles distanziert und positiv zu sehen, würde bedeuten, sich innerlich von den Dingen zu verabschieden. Ja, Menschen haben nun mal Gefühle. Es kostet viel Kraft, sich immer wieder aufzurappeln; und es ist ein ewiges Auf-Und-Ab. Ich kenne das nur zu gut!
LG

Alex schreibt am 18. August 2008

ich finde eure beiträge alle klasse.
es hat mich bewegt auch ein paar zeilen zu schreiben.

mich beschäftigt das thema gefühle auch schon eine sehr lange zeit und ich muß sagen, es echt nicht einfach damit umzugehen.
anfangs hab ich auch die sprüche gehört”wir sind selbst verantwortlich für unsere gefühle”.
also hab ich mir gedacht, einfach abschalten. wir sind ja verantwortlich, deshalb kann ich auch was dagegen tun. was ich leider nicht gleich gemertkt habe ist, ich hab meine gefühle abeschaltet. daraus folgte leider, dass ich dachte, wenn ich die schlechten gefühle abschalte, nur noch gute gefühle habe. dem war leider nicht so.
ich habe gelernt, dass man auch schlechte gefühle zulassen muß, damit man auch gute gefühle zulassen kann.
nei mir war es nämlich so, dass die guten gefühle genauso abgenommen haben wie die schlechten.
fazit: schlechte gefühle sollte man zulassen. sie sollten uns aber nicht beherrschen. dh. erkennen deine schlechten gefühle und lasse sie zu, aber lass sie nicht deinen alltag beherrschen.

natürlich fühle ich mich schlecht, wenn schlecht über mich geredet wird, aber soll ich so tun, als wäre es nie passiert?(nach dem motto ich hätte es nie erfahren)…NEIN!

wir haben immer eine wahl!
entweder es ist mir wirklich egal, was über mich gesagt wird, oder es ist mir nicht egal, aber dann muß ich auch was dagegen tun.(z.b. denjenigen zur rede stelle, oder wenn er/sie recht hat, etwas an mir ändern)

Balancer schreibt am 22. August 2008

in dem Moment, in dem wir nicht mehr aus dem Unterbewusstsein reagieren, ist unser Gefühl immer unser Bewertungssystem.
Haben wir etwas Zeit für Interaktion wird alles über unser Gefühlszentrum geleitet.
Die Kunst liegt darin, das Gefühl für uns folgerichtig zu deuten.
Insofern liegt es natürlich immer an uns, wie wir unsere Gefühle bewerten, welches Gewicht wir Ihnen in den entsprechenden Momenten zuweisen.
Da wir oftmals geprägt sind, negativ abzugrenzen, richtet sich unsere Aufmerksamkeit natürlich dann in diese Richtung.
Es liegt dann in der Natur der Sache, dass man auch dazu neigen kann, die vielleicht vage Referenz zwecks vermeintlicher Unterscheidung oder Bestätigung noch zu verstärken.
Man kann sich dann langsam, im Rahmen seiner Entwicklung und geprägt von seinem Bewertungs-und Abgrenzungsmodus, in eine sich selbst verstärkende neagtive Gefühls-und Aufmerksamkeits-Spirale bringen.
Da sich diese Negativ-Gefühle oftmals im Stile einer sich selbst erfüllenden Prophezeihung auch noch bestätigen werden, wird unser Belohnungszentrum dieses gern aufnehmen.
Wir werden unser Verhalten demzufolge gern generalisieren und danach Ausschau halten – denn es ist schön Recht zu haben, auch wenn es negative Gefühle nach sich zieht.
Das Gesetz der Anziehung, der Resonanz, wird immer mehr negative Situationen in unser Leben ziehen.- und wir werden immer und immer mehr Recht bekommen.
Schön an dieser Theorie ist aber auch, dass die gleichen Mechanismen auch bei positiven Gefühlen funktionieren.
Wir können positiv abgrenzen, uns auf eine positive Aufmerksamkeit einschwingen. Wir werden positive Erfahrungen machen und unser Belohnungszentrum wird sich genauso freuen, weil es mit den entsprechenden Reizen gefüttert wird.
Wir schwingen uns auf ein positives Leben ein und eine beginnende Interaktion mit unserem Umfeld wird positiv eingeleitet werden.
Wichtig ist natürlich einmal, dass jeder überhaupt weiss, was er genau möchte.
Solange zwei Seelen in einem Körper eine Sadomaso-Beziehung führen und man sich selber nicht im Klaren darüber ist, was man sagt und dann aber tut, wird meist das Negativgefühl gewinnen, da die Schmerzen einen größeren Homonausstoß zur Folge haben und Suchtpotential entwickeln.
Das bedeutet, wie bei den meisten Süchtigen, sie werden alles daransetzen, um ihr Verhalten zu vertuschen und im Zweifelsfall der Umwelt und nicht sich selber die Schuld geben.
Ein Veränderungsprozess braucht dann demzufolge nicht eingeleitet werden.

Fakt ist:
Keiner kann mir schlechte Gefühle machen – außer ich lasse es zu.

boris schreibt am 22. August 2008

Ich übe mich seit einiger Zeit darin, meine Gefühle neugierig zu betrachten und mich zu fragen, warum kommt gerade dieses Gefühl in dieser Situation und was will es mir sagen – meistens sehr interessant und erkenntnisreich für mich und lenkt mich i.d.R. von dem auslösenden Impuls weitgehend ab.
Zudem bleibe ich in der Situation bei mir und ähnlich wie ein Kind erkunde ich neugierig, was da gerade bei und mit mir geschieht.
Es gelingt mir immer öfter ;-) auch wenn ich ein Mann bin.

Tess schreibt am 24. August 2008

Liebe Ina,

was Du beschreibst, trifft auf meinen Vorgesetzten zu. Er ist ständigs Opfer seiner Vorgesetzten, schikaniert den ganzen Tag das Team und ist einfach nur (sorry) ein Kotzbrocken. Er hat von Montag – Freitag schlechte Laune. Inzwischen weiß ich, dass es SEINE Probleme sind und nicht meine. Wenn er irgendwo mal wieder ausflippt, verlasse ich den Raum. Solche Umweltverschmutzer (egal ob es der eigene Ehemann oder ein Vorgesetzter ist) ziehen ihre Energie aus den Reaktionen der Menschen, die sie mit ihrem Verhalten belästigen. Da gibt es nur ein Gegenmittel: ignorieren.
Lieben Gruß
Tess

Martin K. schreibt am 24. August 2008

Danke für den Tipp. Nachdem ich den Artikel gelesen habe, musste ich mich selbst erst mal fragen, wie ich denn auch die schlechte Meinung anderer Menschen, ob sie mich jetzt betreffen oder nicht, reagiere. Und da habe ich gemerkt, dass ich mich davon sehr einnehmen lasse, war mir aber eigentlich gar nicht möchte.
Ich werde in Zukunft mal darauf achten mich mehr davon zu distanzieren.

Thomas schreibt am 25. August 2008

Hallo zusammem,

es geht nicht darum, schlechte Gefühle abzuwehren. Die Gefühle machen wir uns selber, sie sind immer eine Reaktion auf die eigene Bewertung einer Situation. Da sich das ganze im Millisekundenbereich abspielt, ist es auch nicht möglich, solche Gefühle “abzustellen”. Ich bin der Meinung das es sich lohnt, negative Gefühle zunächst einmal auszuhalten. Und zwar zu Ende auszuhalten. Das fördert mein Selbstbewusstsein. Danach kann ich versuchen, die Gedanken zu identifizieren, welche dem Gefühl vorangingen. Und wenn ich eine äußerliche Situation, eine Aussage oder das Verhalten anderer sichtbar belastend für mich ist, sorge ich für mich selbst. Auch in dem ich z.B. jemanden mitteile dass ich mit seiner/ihrer Äußerung/Verhalten nicht klarkomme. Es schadet nichts, wenn ich anderen zeige, wie es mir geht. es giebt kein Leben ohne negative Gefühle, dass ist auch gut so.

Gruß

Thomas

Tess schreibt am 25. August 2008

Hallo Thomas,
das ist mir schon klar. Aber in der konkreten Situation kann ich meinen aufkommenden Groll nicht beherrschen. Äußerlich bin ich inzwischen die Ruhe selbst. Aber leider nur äußerlich… Am liebsten würde ich ihm den Mund zukleben, die Fenster öffnen und frische Luft reinlassen und mich dann ganz entspannt meiner Arbeit widmen.
Ich arbeite daran (ich meine daran, dass die schlechten Gefühle erst gar nicht in mir entstehen :-)), aber derzeit ist es für mich wirklich besser, die Situation zu verlassen.
Zum Glück habe ich einen sehr angenehmen und klugen Lebenspartner und kann daher sehr gut damit umgehen. Das Leben ist nun einmal nicht immer in allen Bereichen “perfekt”. Wäre mir auch viel zu langweilig.
Viele Grüße und danke an alle lieben Menschen hier für die interessanten Beiträge.

Ein Freund schreibt am 21. September 2008

@Thomas Stern

Hallo Thomas !
Dein Text ist wirklich sehr gut.

Susanne schreibt am 12. März 2009

Hallo, bin leider erst jetzt auf diesen Kommentar gestoßen. Ich wollte zuerst auch reagieren wie Michael, aber dann hab ich gedacht: STOP, genau das ist es: Du kannst zwar Deine spontane erste Reaktion nicht kontrollieren, aber du kannst kontrollieren, wie du damit umgehen willst, also welches Gefühl jetzt daraus entsteht. Ich glaube auch nicht, dass es so gemeint sein soll, dass man seine Gefühle unter dem Deckel hält.. sondern das man nach einer Aktion meines Gegenüber kurz innehält, Luft holt, sich seiner Gefühle klar wird und dann versucht zu reagieren. Ist bestimmt nicht einfach, aber sicher einen Versuch Wert.

hans schreibt am 10. Mai 2009

es gibt einen unterschied zwischen gefühl und emotion. emotion, affekt, ist das programm, dass im kopf losgeht als folge eines gefühls. diese reaktionsprogramme führen zu gedanken und dann schrägen gefühlen, die nicht unbedingt mit der wahrheit übereinstimmen müssen. es sind vorstellungen basierend auf vergangenen erfahrungen. teilweise suchen diese programme auch nach genau diesen mustern, um sich bestätigt zu fühlen. “der macht das immer so damit ich mich schlecht fühle, das macht der extra”. schaut euch mal schwerzkörper von eckhart tolle auf youtube an.

Martin Wedgwood schreibt am 6. September 2012

Hallo Ralf,

vielen Dank, dass Sie mit diesem und vielen anderen Artikeln so intensiv Werbung für Selbstverantwortung machen.

Uns als Macher unserer Gefühle zu verstehen empfinde ich als heilsame Provokation, die im besten Fall zum Nachdenken darüber verführt, wie wir unser inneres Geschehen und die daraus folgenden Handlungen gestalten können. Allerdings glaube ich, dass wir uns mehr als Mitgestalter und Moderatoren, denn als voll verantwortliche, effektive Kontrolleure und Macher unserer Innenwelt verstehen und entwickeln sollten.

Ich glaube, wir sind vor allem gefordert, den intensiven “Dialog” mit unseren Emotionen zu pflegen – immer auf der Spur, des heilsamen und produktiven Weges, auf dem wir selbst glücklicher werden und unsere Beziehungen immer inspirierender und reicher.

Herzliche Grüße
Martin

Anil Zengin schreibt am 6. September 2012

Als ich diesen Artikel gelesen habe musste ich direkt an diesen Mann im Video denken: https://www.youtube.com/watch?v=h1cgtbFimgw

Alles sollte man aus der richtigen Perspektive betrachten! Statt sich so aufzuregen wie im Video hätte er sich einfach freuen können “Juhu, Computer funktioniert nicht also muss ich nicht arbeiten” :) Das er den Computer kaputt schlägt nützt ihm auch nichts. Außer das er sich vielleicht weh tut und die Tastatur kaputt ist…

Der Fokus, worauf ich mich im Leben konzentriere ist entscheidend. Statt auf Wut, Hass oder Selbstmitleid sollte man sich lieber auf Freude, Liebe oder Eigenverantwortung konzentrieren.

Was soll ich noch sagen? Klasse Artikel! :)