Von Christine Öttl
Egal ob Sie ganz neu ins Berufsleben einsteigen oder in ein anderes Unternehmen wechseln: Wie Sie sich von Tag eins an fachlich bewähren und persönlich geben, hat direkte und enorme Auswirkungen darauf, wie gut und schnell Sie ins Team integriert werden und Ihre Position ausfüllen können.
Die grundlegenden Voraussetzungen, um einen guten Einstieg zu haben und von Anfang an ein positives Image aufzubauen, sind Interesse – für die Firma, die Aufgaben und Tätigkeiten sowie die Menschen, mit denen Sie zu tun haben -, Engagement und Offenheit.
Hier 10 wichtige Tipps, worauf es in der Praxis ankommt:
Machen Sie es sich explizit zum Ziel, sich schnell und gut einzuarbeiten und zu integrieren.
Das mag selbstverständlich klingen, aber es ist ein Unterschied, ob das als abstraktes und nicht näher bestimmtes Ziel in Ihrem Kopf herumschwirrt, oder ob Sie es sich bewusst vornehmen und gezielt daran arbeiten.
Nutzen Sie aktiv alle Lernmöglichkeiten, die sich Ihnen bieten.
Egal ob es sich um Einführungsveranstaltungen für neue Mitarbeiter, um Besprechungen, um Gespräche mit Ihrem Chef oder um Erklärungen der Kollegen handelt, die Sie einarbeiten: Seien Sie aufmerksam, machen Sie sich Notizen und beschäftigen Sie sich damit. Nutzen Sie alle Informationsquellen (Mitarbeiterzeitschrift, Intranet, Handbücher usw.), um möglichst viel über Ihr neues Unternehmen und Ihre eigenen Aufgaben zu erfahren.
Fragen Sie nach – aus Interesse und um wirklich zu verstehen.
Bitte haben Sie keine Angst, von sich aus Fragen zu stellen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Erstens können Sie so viel schneller selbstständig arbeiten und viele Fehler vermeiden. Zweitens zeigen Sie so, dass Sie wirklich interessiert sind und von sich aus aktiv werden, wenn Ihnen etwas unklar ist.
Machen Sie alles gut, was Sie anpacken.
Es ist sehr wichtig, dass Sie von Anfang an auf die Qualität Ihrer Arbeit achten: Nur dann können Sie sich Vertrauen und einen guten Ruf bei Vorgesetzten und Kollegen erwerben – und auch mit sich selbst zufrieden sein. Das gilt ganz besonders auch für vermeintliche Kleinigkeiten und Details.
Interessieren Sie sich für die Arbeit der Kollegen.
Reden Sie mit Ihren Kollegen/innen, fragen Sie sie nach ihren Aufgaben und finden Sie heraus, was sie machen und in welcher Beziehung das zu Ihrem eigenen Job steht. Erstens verstehen Sie dann Zusammenhänge viel besser und können Ihren eigenen Beitrag zum Ganzen erkennen. Zweitens zeigen Sie, dass Sie sich für Ihre Kollegen und die Arbeit interessieren – und legen so ein gutes Fundament für die zwischenmenschlichen Beziehungen.
Interessieren Sie sich für die Menschen in Ihrem neuen Unternehmen.
Bitte vergessen Sie nicht, dass Sie es nicht mit "Arbeitsmaschinen", sondern mit Menschen zu tun haben – und dass offene und unverkrampfte Beziehungen zu anderen wesentliche Voraussetzungen dafür sind, um gut und konstruktiv zusammenzuarbeiten. Lassen Sie sich auf Gespräche ein, erzählen Sie etwas über sich selbst und hören Sie anderen zu. Gehen Sie auch von sich aus mal auf neue Kollegen zu (vor allem auf die verschlosseneren) und fangen Sie Gespräche an.
Zeigen Sie sich hilfsbereit.
Natürlich sollen Sie in erster Linie lernen und Ihre eigenen Aufgaben gut erledigen. Gerade in der Einlernphase gibt es allerdings oft "Zwangspausen" (z. B. wenn Sie auf neue Aufgaben/Anleitungen warten), in denen Sie sehr wohl anderen Leuten unter die Arme greifen und ihnen bestimmte Aufgaben abnehmen können. Seien Sie sich nicht zu schade für Routinearbeiten oder andere "banale" Tätigkeiten!
Beweisen Sie, dass Sie wirklich möglichst schnell möglichst gut werden wollen und sich für den Eindruck interessieren, den andere von Ihnen haben.
Ergreifen Sie die Initiative und fragen Sie nach, wie zufrieden man mit Ihnen ist, was Sie bereits gut machen und was Sie verbessern sollten: bei Ihren Kollegen, Ihrem Einlerner, Ihrem Chef.
Gehen Sie konstruktiv mit Ihren Fehlern um – und lernen Sie daraus.
Fehler lassen sich gerade in der Einstiegsphase einfach nicht vermeiden. Von fundamentaler Bedeutung ist, dass Sie Fehler nicht unter den Tisch kehren oder stillschweigend übergehen, sondern sofort zugeben und korrigieren. Wenn Sie einen Fehler gemacht haben, den andere für Sie ausbaden müssen: Entschuldigen Sie sich bei der betreffenden Person dafür – und lernen Sie daraus.
Es kann sein, dass Ihnen einiges spanisch vorkommt oder Sie bestimmte Dinge ganz anders anpacken würden. Bitte lassen Sie sich dann nicht dazu verleiten, zu kritisieren oder in besserwisserischer Manier zu verkünden, wie viel besser und vernünftiger es doch wäre, wenn...
Es ist sehr wichtig, dass Sie erstmal zuhören und nachfragen, um alles kennen und die Hintergründe verstehen zu lernen – und (ganz wichtig!) sich das Image eines/r fachlich guten sowie vertrauenswürdigen und engagierten Kollegen/Mitarbeiterin aufzubauen.
Die Zeit für konstruktive Verbesserungsvorschläge kommt später, wenn Sie dieses stabile Fundament gelegt haben.
© bei Christine Öttl, objektiv.
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