Das 1x1 des effektiven Wissensmanagements
Von Tania Konnerth
Mit dem Begriff "Wissensmanagement" wird der Versuch beschrieben, das Wissen, das in einem Unternehmen in Form von Mitarbeiter-Knowhow, Erfahrungen u.ä. vorhanden ist, so zu erfassen, dass es gezielt genutzt werden kann. Vielen ist aber nicht bewusst, dass die Einführung eines funktionierenden Wissensmanagements viel weniger eine Frage der Technik als viel mehr ein Führungsthema ist. Und genau darum geht es in diesem Artikel.
Gute Gründe für ein gutes Wissensmanagement
Das Ziel des Wissensmanagements ist es also, vorhandenes Wissen, "greifbar" und nutzbar zu machen. Dadurch hat Ihr Unternehmen folgende Vorteile:
- Durch den Austausch des vorhandenen Wissens wächst es und wird stetig erweitert.
- Sie haben so unter Umständen der Konkurrenz entscheidende Informationen voraus.
- Sie können vermeiden, Fehler immer wieder zu machen.
- Neue Trends und Entwicklungen werden eher erkannt und so können Sie entsprechend schneller darauf reagieren.
- Auf der Basis des Wissens können innovative Produkte, Serviceleistungen und andere Angebote entwickelt werden.
- Ihre Mitarbeiter profitieren selbst vom Wissensmanagement und können Wertschätzung für ihr Knowhow erfahren. Damit sind sie motivierter und Ihrem Unternehmen gegenüber loyal.
- U.a.
Wissen – was ist das?
Wissen ist vor allem durch eigene Erfahrungen, zusätzliche Transferleistungen und einen Bezug zur Praxis gekennzeichnet. Es geht hier nicht um nackte Daten oder Informationen, sondern um den Bezug zu einer Aktion. Man spricht deshalb auch von Handlungs- und Entscheidungswissen. Und genau das macht das Wissen besonders wertvoll: Wir sind in der Lage, aus vorherigen Erfahrungen Rückschlüsse zu ziehen und können so Herausforderungen schneller bewältigen, Probleme lösen und bessere Entscheidungen fällen. Dabei gehört es übrigens auch zum Wissen, zu wissen, was man nicht weiß, um diese Lücken bei Bedarf systematisch schließen zu können.
Das Wissen ist in den Menschen
Wissen befindet sich vor allem in den Köpfen der Menschen – also in denen Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Deshalb ist Wissen schwerer zu erfassen als Daten und Informationen. Viele Ansätze zum Wissensmanagement verfolgen vor allem die möglichst vollständige Sammlung aller verfügbaren Informationen. Viel entscheidender ist aber, anwendbares und umsetzbares Wissen für alle Beteiligten im Umlauf zu bringen – also dafür zu sorgen, dass innerhalb Ihres Unternehmens im Bedarfsfall einzelne Personen oder Gruppen zusammenarbeiten und Wissen austauschen. Und das erreichen Sie nur, wenn Sie mit Ihrem Wissensmanagement direkt bei den Menschen ansetzen.
Informationssammlung ist nur ein Teil des Ganzen
Natürlich ist es von Nutzen, wenn alle Mitarbeiter jederzeit an die von ihnen benötigten Informationen kommen. In vielen Unternehmen werden neben der normalen kaufmännischen Software dafür ausgefeilte und teure Softwaresysteme angeschafft, durch die sich dann alle möglichen Daten und Informationen erfassen lassen um diese dann hinterher den Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen (Data-Warehousing). Leider sind solche Systeme nicht selten sehr kompliziert und können nicht von allen Mitarbeitern hinreichend bedient werden. Die zu verarbeitenden Datenmengen vermehren sich ständig und es kostet viel Zeit und Energie den Datenbestand so aktuell zu halten, dass das System tatsächlich den erhofften Nutzen hat.
Viele Unternehmen verwechseln diesen technologieorientierten Ansatz mit Wissensmanagement. Wirkliches Wissensmanagement setzt aber an einem ganz anderen Punkt an: bei den Menschen im Unternehmen.
Erfolgreich ist ein menschliches Wissensmanagement
Erfolgreich sind vor allem solche Maßnahmen, durch die Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich selbst als ein Teil des Ganzen empfinden und sich aktiv einbringen können. Wenn jeder Einzelne das Gefühl hat, seinen Teil am Gesamtwissen des Unternehmens beitragen zu können, entsteht ein lebendiges und mitmenschliches System, bei dem es dann kaum eine Rolle spielt, ob bestimmte Informationen bereits da sind oder schnell – eigenverantwortlich! – recherchiert werden. Wenn diese Prozesse, dann noch durch den Einsatz von EDV-Systemen (z.B. Intranets) unterstützt werden, umso besser.
