Das kreative Handwerkszeug – Teil 2
Eine weitere, sehr wichtige Voraussetzung für Kreativität ist eine möglichst hohe Frustrationstoleranz. Gemeint ist damit die Fähigkeit, Zeiten auszuhalten, in denen man nicht weiterkommt und dabei nicht aufzugeben. Bei kreativen Aufgaben ist das Durchhalten ein ganz wesentliches Element. Oft beginnen wir erst gar nicht mit einem kreativen Vorhaben, weil wir befürchten, es nicht zu schaffen. Auch dies ist eine typische Kreativitätsfalle. Fangen Sie an und machen Sie weiter, auch wenn die Ergebnisse nicht sofort so ausfallen, wie Sie es wollen. Wirklich erfolgreiche kreative Menschen machen oft unzählige Anläufe, bis sie eine funktionierende Idee finden. Halten Sie durch.
Seien Sie flexibel
Zur Kreativität gehört immer auch Flexibilität. Sie dürfen sich nie in ein Problem verbeißen, wenn Sie kreativ sein wollen. Suchen Sie immer wieder neue Herangehensweisen, immer wieder neue Wege, um sich der Aufgabenstellung zu nähern. Wenn das eine nicht klappt, probieren Sie etwas anderes aus. Fragen Sie Mitmenschen um Rat, lesen Sie Bücher über Menschen, die Ähnliches versucht haben. Tun Sie ab und zu etwas scheinbar Verrücktes – auch so können Sie vielleicht zur Lösung kommen.
Kreativität braucht einen angst- und druckfreien Raum
Wer kreativ sein will, braucht einen angst- und druckfreien Raum. Es darf niemand hinter Ihnen stehen, der bei jedem Pinselstrich, den Sie wagen, sofort missbilligend den Kopf schüttelt. Oder wenn Ideen entwickelt werden sollen, müssen auch ungewöhnliche oder unsinnig wirkende Vorschläge gemacht werden dürfen, ohne dass jemand alles sofort kritisiert. Die meisten Kreativitätstechniken arbeiten mit strikten Regeln, die eine angstfreie Ideenfindungs- und Entwicklungsphase ermöglichen. Die große Herausforderung liegt darin, sich selbst diesen angstfreien Raum zu gewähren, denn oft sind wir selbst unsere schärfsten Kritiker.
Kreativ sind wir am besten im entspannten Zustand
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Sehr eng mit der Forderung nach einem angst- und druckfreien Raum hängt die Tatsache zusammen, dass wir im entspannten Zustand viel kreativer sein können, als im Alltag oder gar unter Stress. Die besten Ideen bekommen wir oft unter der Dusche, auf dem Spaziergang oder wenn wir im Bett liegen. Gehen Sie also mit einer spielerischen Grundeinstellung an eine kreative Aufgabe heran. Sie können hier auch die Techniken der mentalen Entspannung effektiv nutzen.
Die Fähigkeit, in Bildern zu denken, ist sehr hilfreich
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Für sämtliche kreative Aufgaben ist es sehr hilfreich, in Bildern zu denken. Sich Dinge vor unser geistiges Auge zu holen, ermöglicht es, dass wir uns auch solche Sachen vorstellen können, die noch nicht real sind. Durch Phantasie und Vorstellungskraft kommen wir auf Ideen, die wir durch rein rationales Nachdenken nicht finden würden. Üben Sie deshalb Ihre Fähigkeit zur Visualisierung.
Die Fähigkeit, gewohnte Denkbahnen zu verlassen
Kreativität zeichnet sich dadurch aus, die gewohnten Denkbahnen verlassen zu können. Oft begrenzen wir uns durch unsere Gewohnheiten selbst. Wir befinden uns dann auf immer den selben gedanklichen Trampelpfaden und können dort natürlich kaum zu neuen Einfällen kommen. Die Fähigkeit, Neues zu denken und gedankliche Grenzen zu sprengen, können Sie üben. Versuchen Sie z.B. immer wieder Neues zu lernen. Beschäftigen Sie sich mit Dingen, von denen Sie vorher noch nie etwas gehört haben. Lassen Sie sich auf Gedanken ein, die Ihnen vielleicht fremd und unsinnig erscheinen. Fragen Sie andere Menschen nach ihren Ansichten und Herangehensweisen an Probleme. Tun Sie öfter einfach mal das Gegenteil von dem, was Sie sonst tun. Und denken Sie immer daran, dass es neben Ihrer persönlichen Ansicht immer auch andere gibt, die vielleicht genau den kreativen Kick bringen können, den Sie suchen.
Literatur zum Thema:
- Michael Luther und Jutta Gründonner: Königsweg Kreativität
- Roger von Oech: Der kreative Kick
- Peter Weiler: Kreativitätstraining Mind Mapping
