Die verschiedenen Lernstile
Von Tania Konnerth
Menschen lernen sehr unterschiedlich. Um effektiv lernen zu können, ist es hilfreich, den persönlichen Lernstil zu kennen, um dementsprechend den Lernstoff aufzubereiten. Unser bevorzugter Lernstil hängt z.B. davon ab, welchen unserer Sinne wir bevorzugt benutzen. Für das Lernen sind vor allem das Sehen, das Hören und das Fühlen die entscheidenden Sinne. Es gibt dementsprechend folgende verschiedenen Lernstile:
- visuell (Sehen)
- auditiv (Hören)
- kinästhetisch (Fühlen)
- sowie Kombinationsformen der verschiedenen Sinne
Der visuelle Lerntyp: Lernen durch Sehen
Wer einen visuellen Lernstil bevorzugt, braucht Texte zum Lesen, Graphiken zum Anschauen, braucht Bilder und Illustrationen, um Sachverhalte zu verstehen. Visuell orientierte Menschen lernen am besten mit Überblickstafeln. Sie brauchen auch eine schöne Lernumgebung.
Der auditive Lerntyp: Lernen durch Hören
Ein auditiver Lerntyp lernt am besten, wenn er den Lernstoff hören kann, z.B. auf Kassettenprogrammen, in dem er sich selbst den Text laut vorliest oder einem anderen dabei zuhört. Auditive Lerner führen auch oft Selbstgespräche und fühlen sich durch Geräusche in der Lernumgebung schnell gestört.
Der kinästhetische Lerntyp: Lernen durch Tun
Ein kinästhetisch orientierter Mensch lernt am besten dadurch, dass er selbst etwas tut – z.B. durch Ausprobieren, Rollenspiele, Übungspräsentationen oder Gruppenaktivitäten. Typisch für den kinästhetisch orientierten Lerner sind viele Gesten und der Drang, sich zu bewegen.
Kombinationsformen
Nicht immer ist der bevorzugte Lernstil so eindeutig festzulegen. So lernen Sie vielleicht am besten, wenn Sie Bilder und Töne kombinieren oder wenn Sie die Informationen hören und dann selbst ausprobieren.
Einsatz der Lernstile beim praktischen Lernen
Siehe auch
Sie können Ihren Lernstoff entsprechend Ihres bevorzugten Lernstils aufbereiten und sich so das Lernen wesentlich vereinfachen. Für einen visuellen Typ sind Mind Maps und Lernposter gut geeignet. Ein auditiver Lerner kann sich eigene Lernkassetten erstellen. Und ein kinästhetischer Lerntyp kann sich z.B. den Stoff durch eigne Experimente aneignen.
Grundsätzlich gilt: Wählen Sie verschiedene Lernformen
Unabhängig davon, welcher Lerntyp Sie sind, profitieren Sie davon, wenn Sie Ihren Lernstoff auf vielfältigste Arten aufbereiten und lernen. Schließlich haben wir alle unsere Sinne zur Verfügung und sollten Sie möglichst auch alle nutzen. Je unterschiedlicher wir uns selbst unseren Lernstoff präsentieren, desto vielfältiger sind die Möglichkeiten des Erinnerns und Behaltens. Nach Franz Decker steigt die Behaltensquote sehr stark an, wenn verschiedene Eingangskanäle genutzt werden:
- Wir behalten 20% von dem, was wir nur hören.
- Wir behalten 30% von dem, was wir nur sehen.
- Wir behalten 50% von dem was wir hören und sehen.
- Wenn wir etwas sowohl hören als auch sehen und darüber zusätzlich diskutieren behalten wir davon 70%.
- Und wir behalten 90%, wenn wir das, was wir hören und sehen und worüber wir diskutieren auch selbst tun.
