Phantasiereisen erleben – Teil 1
Von Tania Konnerth
Phantasiereisen sind leicht zu erlernen. Sie brauchen nicht viel – nur ein bisschen Zeit und Ruhe, die Fähigkeit zur Visualisierung sowie eine gewisse Offenheit.
Etwas Zeit für sich selbst
Eine Phantasiereise braucht einen störungsfreien Raum. Sie sollen sich entspannen können und da darf nicht das Telefon klingeln oder Ihr Kind einfach hineinplatzen. Sorgen Sie unbedingt dafür, für die Zeit der Phantasiereise ungestört zu sein. Wenn Sie an einer Phantasiereise innerhalb eines Seminars teilnehmen, wird der Seminarleiter dafür sorgen, dass Sie sich in einer ruhigen Atmosphäre befinden.
Entspannen Sie sich
Tipp
Probieren Sie doch einmal unsere Methoden zur mentalen Entspannung aus.
Am besten legen Sie sich für eine Phantasiereise bequem auf den Rücken. Dafür brauchen Sie eine weiche Decke oder eine Matte als Unterlage. Ein Kissen für den Kopf ist angenehm. Sie können die Reise aber auch sitzend durchführen. Dazu setzen Sie sich bequem aber aufrecht auf einen Stuhl, beide Beine auf dem Boden und Ihre Arme liegen entspannt auf den Oberschenkeln. Es ist zu empfehlen, dass Sie bequeme, lockere Kleidung tragen, damit Sie nichts einschnürt oder beengt. Ziehen Sie auch Ihre Schuhe aus, damit Ihre Füße frei sind. Je besser Sie sich entspannen können, desto leichter wird es Ihnen fallen, sich auf die Phantasiereise einzulassen. Die Fähigkeit zur Entspannung können Sie trainieren.
Die Fähigkeit zur Visualisierung
Für alle, die es nicht gewohnt sind, Bilder vor dem inneren Auge erscheinen zu lassen, kann das in der Anfangsphase einige Probleme mit sich bringen. Dabei ist das oft nur eine Frage der Übung. Wir glauben, wir können nicht visualisieren, aber das stimmt nicht. Alle Menschen sind in der Lage, sich Bilder vor Ihrem geistigen Auge zu machen. Sich innere Bilder vorzustellen, ist ein wichtiger Teil des Prozesses, wie wir uns erinnern. Denken Sie z.B. mal an ein Foto von sich als Kind. Können Sie es vor Ihrem geistigen Auge sehen? Nichts anderes tun Sie auch bei einer Phantasiereise!
Übung
Schauen Sie sich in Ihrem Zimmer um und entscheiden Sie sich für einen Gegenstand – z.B. Ihre Kaffeetasse oder den Locher. Schauen Sie sich den Gegenstand gut an. Schließen Sie nun die Augen. Stellen Sie sich den Gegenstand, den Sie eben angeschaut haben, noch einmal vor Ihrem inneren Auge vor. Können Sie ihn sehen? Sie können ihn nun auch kleiner und größer werden lassen oder die Farbe ändern.
Wenn das gut klappt, können Sie sich auch andere Gegenstände vorstellen – reale aus Ihrem Raum oder ganz andere. Mit solchen kleinen Übungen trainieren Sie Ihre Fähigkeit zur Visualisierung und entspannen sich gleichzeitig dabei. Probieren Sie es einfach mal aus.
Setzen Sie sich nicht unter Druck
Nicht immer kommen uns die Bilder, die eine Phantasiereise vorsieht. Da ist z.B. die Rede von einer bunten Blumenwiese und Sie sehen vielleicht ein Weizenfeld. Das macht nichts. Versuchen Sie nicht zwanghaft das zu sehen, was Ihnen gesagt wird oder was Sie sehen wollen. Lassen Sie sich auf die Bilder ein, die kommen und genießen Sie Ihre ganz persönliche Reise. Eine gute Phantasiereise lässt Ihnen immer genug Freiraum für Ihre eigenen Bilder. Sehen Sie den Text einer Phantasiereise immer nur als ein Angebot. Sie müssen nicht auf diese spezielle Reise gehen, sondern können Ihrer eigenen Reise folgen. Auch wenn Sie vielleicht erst einmal gar nichts sehen können, ist auch das nicht schlimm. Folgen Sie der Geschichte und entspannen Sie sich. Je verkrampfter Sie versuchen, innere Bilder zu sehen, desto schwieriger wird es. Je lockerer und entspannter Sie dagegen sind, desto leichter wird es Ihnen fallen.
Seien Sie offen
Jeder, der bereit ist, sich auf etwas Neues einzulassen, kann eine Phantasiereise erleben. Dafür brauchen Sie vielleicht ein bisschen Mut. Sich auf die Reise zu begeben bedeutet immer auch, ein Stück weit das Bekannte loszulassen und sich in neues Gebiet zu begeben. Auch bei einer Phantasiereise verlassen Sie für einige Zeit das Vertraute, nämlich den Alltag, die Realität. Sie können etwas Neues erleben und sich selbst ein Stück weit besser kennen lernen . Wenn Sie an einer angeleiteten Phantasiereise teilnehmen, geht es immer auch um Vertrauen, denn Sie lassen sich auf den Reiseleiter ein – aber keine Angst, eine Phantasiereise ist nicht gefährlich. Sie können jederzeit entscheiden, dass Sie nicht mehr teilnehmen wollen. Zählen Sie kurz für sich von 1 bis 5 und öffnen Sie die Augen und schon sind Sie wieder ganz da. Denken Sie immer daran: Die Kontrolle haben Sie selbst und niemand anderes.
