Phantasiereisen – was ist das eigentlich genau?
Von Tania Konnerth
Phantasiereisen ähneln dem Autogenen Training. Man kann sie auch als gelenkte Tagträume bezeichnen. Während einer Phantasiereise sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge eine Geschichte ablaufen, die Ihnen entweder von einer anderen Person vorgelesen oder erzählt wird oder die Sie sich selbst im Kopf erzählen. Eine Phantasiereise können Sie erleben, wenn Sie sich in einem entspannten Zustand befinden und sich auf die Bilder einlassen, die Ihnen in den Sinn kommen. Phantasiereisen werden häufig in Seminaren eingesetzt, wo dann der Dozent die Phantasiereise mit den Teilnehmern macht. Es gibt inzwischen aber auch Phantasiereisen auf Kassetten oder CDs, die Sie sich zu Hause anhören können. Und Sie können auch ganz für sich allein Phantasiereisen erleben.
Ziele und Wirkungen von Phantasiereisen
Siehe auch
Es handelt sich bei einer Phantasiereise tatsächlich um eine "Reise", denn Sie begeben sich in die Welt Ihrer Phantasie. Was immer Ihnen dort begegnet, gehört ganz allein Ihnen. Es sagt etwas über Sie aus und Sie können mit den Bildern und Erlebnissen viel über sich selbst erfahren. Phantasiereisen können einfach nur zur Entspannung durchgeführt werden. Sie können aber auch zielgerichtet eingesetzt werden, z.B. um die eigene Kreativität zu fördern oder die inneren Bilder zu nutzen, um persönliche Entscheidungen zu unterstützen.
Phantasiereisen in der Selbsterfahrung
Im Rahmen von Selbsterfahrungsseminaren werden Phantasiereisen oft mit dem Ziel der Selbsterkenntnis zu bestimmten Fragestellungen eingesetzt. So geht es z.B. darum, in die Zukunft zu reisen und sich selbst in fünf Jahren zu sehen. Oder Sie gehen zurück in die Vergangenheit, um sich selbst als Kind zu sehen. Auch in manchen Therapieformen wird mit Phantasiereisen gearbeitet.
Risiken von Phantasiereisen
Ganz normale Phantasiereisen – ohne vertiefende Maßnahmen, wie z.B. Drogenkonsum o.ä. - sind für "gesunde" Menschen nicht gefährlich. Natürlich kann eine solche Reise in die eigene Phantasie auch Emotionen auslösen. Wenn Sie in der Entspannung z.B. schöne oder auch traurige Bilder sehen, kann das viel in Ihnen bewegen. Sie brauchen davor aber keine Angst zu haben – Ihr Unterbewusstsein gibt grundsätzlich nur das frei, für das Sie auch bereit sind. Mit psychisch labilen Menschen sollten solche Reisen nur von therapeutisch geschulten Personen durchgeführt werden. Führt man allein mit sich selbst Phantasiereisen durch, kommt man sehr selten an tieferliegende Gefühlsschichten, sondern wählt dieses Mittel hauptsächlich zur Entspannung.
Keine Angst vor Manipulation
Bei Phantasiereisen, die von anderen Menschen angeleitet werden, brauchen Sie keine Manipulation zu fürchten, denn Sie bleiben die ganze Zeit über bei Bewusstsein . Niemand kann Sie von außen dazu zwingen, irgendwelche Bilder zu sehen – das können Sie nur selbst tun. Sie erleben nur, worauf Sie sich einlassen. Wenn Sie allerdings zu extremen Gefühlsausbrüchen neigen, sollten Sie sich vorher beraten lassen.
Bilder vor dem geistigen Auge sehen
Ziel einer Phantasiereise ist es, in einer Entspannung Bilder und Gefühle entstehen zu lassen. Dabei liegen oder sitzen Sie entspannt und hören einer Geschichte zu, im Laufe derer dann Bilder und Emotionen in Ihnen aufkommen. Durch den tiefen Entspannungszustand bekommen Sie Zugang zu Ihrem Unterbewussten. Dabei werden vor allem die Bereiche in Ihrem Gehirn aktiviert, die für Kreativität und bildhaftes Denken zuständig sind. In unserer Gesellschaft wird in der Regel viel mehr Wert auf das logische Denken gelegt und deswegen kommen viele von uns viel zu selten dazu, unsere Kreativität zu entfalten und so glauben wir dann, überhaupt nicht kreativ zu sein. Das aber ist falsch, denn jeder von uns kann Bilder im Kopf entstehen lassen. Und die Fähigkeit zur Visualisierung ist eine wichtige Voraussetzung für Kreativität.
