Von Tania Konnerth
Vielleicht kennen Sie das ja: Wenn Sie in einer Teamsitzung Kritik äußern wollen oder einen Vorschlag für eine andere Arbeitsweise haben, dann kochen schnell die Emotionen hoch. Dann wird ein konstruktives Miteinander oft schwierig. Die Kärtchenmethode wirkt solchen Entwicklungen entgegen und ermöglicht den Mitgliedern eines Teams einen gewinnbringenden Austausch.
Die Grundidee dieser Methode besteht darin, dass jedes Teammitglied in einer Teamsitzung einen bestimmen Satz an Kärtchen verfügbar hat, die während der Teamsitzung fast genauso wie in einem Gesellschaftsspiel eingesetzt werden können. Diese Kärtchen werden vorher im Team gemeinsam erarbeitet. Auf der Vorderseite eines Kärtchens steht ein Stichwort (z.B. "STOP"), das für alle eindeutig mit einer bestimmten Bedeutung verbunden ist. Auf der Rückseite der Karte steht dann in Stichpunkten, wie vorgegangen wird, wenn diese Karte von einer Person gezeigt wird. Es müssen für alle Teammitglieder die gleichen Regeln gelten. Für die Kärtchen eignet sich am besten Karteikarten im Din A5-Format.
Idealerweise haben Sie einen Satz an Karten, mit denen Sie als Team in Zukunft so viele schwierige Situationen wie möglich bewältigen können. Es sollte versucht werden, schon im Vorfeld alle möglichen schwierige Situationen oder Konflikte im eigenen Team zu erahnen und zu diesen möglichen Situationen Kärtchen zu erarbeiten. Solche Situationen könnten z.B. sein:
Um das Prinzip der Entwicklung der Kärtchen noch besser zu verstehen, können Sie sich auch von unseren Beispielen inspirieren lassen. Durch diese Beispiele wird die Methode noch klarer.
Es ist absolut unerlässlich, dass die Karten von allen Teammitgliedern gemeinsam erarbeitet werden. Nur dann werden die Karten auch von allen akzeptiert. Ziel ist, dass die für dieses Team wesentlichen und wichtigen Ängste und Bedürfnisse in die Kärtchen einfließen. Dieser demokratische Prozess kann für einige Teams bereits eine schwierige Aufgabe sein. Hier ist es unter Umständen notwendig, einen neutralen Moderator zu Hilfe zu nehmen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass alle Teammitglieder die Möglichkeit bekommen, ihre Vorschläge für mögliche Karten einzubringen. Gegebenenfalls kann hierzu im Vorfeld eine anonyme Abfrage für die Kärtchenvorschläge erfolgen. Dann diskutiert das Team über die Vorschlagssammlung, ohne das einer im Team sich explizit zu einem Vorschlag bekennen muss .
Auf der Vorderseite sollte für alle lesbar möglichst nur ein Stichwort stehen. Dieses Stichwort muss eindeutig sein. Das Wort "FOUL" wäre z.B. ein solches eindeutiges Wort, das genau klarmacht, wofür es steht. Auf der Rückseite der Karte werden in kurzen Stichpunkten die Maßnahmen notiert, die unternommen werden, wenn sich jemand mit dieser Karte bemerkbar gemacht hat. Beim "FOUL"-Beispiel, könnte das z.B. sein:
Jedes Teammitglied erhält einen vollständigen Satz der Karten. Die Grundregel lautet: Jeder kann jede Karte jederzeit einsetzen. Dabei sollte sich aber jedes Teammitglied bewusst darüber sein, dass das Zeigen einer Karte die Arbeit im Team stark beeinflusst. Jeder, der eine Karte zeigt, sollte wirklich einen guten Grund dafür haben. Jeder im Team muss mit dem Einsatz der Karten sehr bewusst und umsichtig umgehen. Nur wenn alle Beteiligten mit der gleichen Ernsthaftigkeit an die Kärtchenmethode herangehen, können alle im Team lernen, dieser Methode zu vertrauen. Für die Anfangsphase kann eine Vertrauensperson im Team (ggf. von den Teammitgliedern geheim zu wählen) den Auftrag bekommen, für die korrekte Anwendung der Karten zu sorgen. Ganz entscheidend ist es, dass die beschlossenen Folgemaßnahmen jeder Karte unbedingt ausgeführt werden, da sonst das Vertrauen in die Methode schnell zerstört wird.
Und: Kostenlos eine umfangreiche Leseprobe zu unserem Selbstcoaching-Programm anfordern.
Für alle Freiberufler, Selbstständigen und Kleinbetriebe:
Kostenlose Tipps rund um Akquise, Profil-Bildung und Erfolg im Business