Aktiv leben heißt, Entscheidungen zu treffen

Entscheidungen bestimmen unser Leben. Das beginnt schon morgens, nach dem Aufstehen, wenn Sie überlegen, was Sie anziehen, frühstücken, welchen Bus Sie nehmen oder um wieviel Uhr Sie aus dem Haus gehen. Und das geht den ganzen Tag so weiter. Viele Entscheidungen nehmen wir dabei gar nicht mehr als solche wahr, sondern "entscheiden" einfach. Tatsächlich aber sind Entscheidungen die Basis eines selbstbestimmten Lebens.

Es gibt bewusste und unbewusste Entscheidungen

Viele unserer Entscheidungen fällen wir, ohne groß darüber nachzudenken. Andere Entscheidungen kosten uns dagegen viel Kraft. Und eine ganze Reihe von Entscheidungen scheinen uns gar keine zu sein, sondern sie wirken auf uns, als seien sie vorgegeben: So sehen Sie möglicherweise darin, dass Sie morgens zur Arbeit fahren, gar keine persönliche Entscheidung, sondern eine Pflicht. Oder Sie empfinden das Essen mit den Schwiegereltern am Samstagnachmittag als lästig, aber unvermeidlich. Tatsächlich aber entscheiden Sie sich selbst jedes Mal erneut dafür. Denn Sie könnten ja durchaus auch zu Hause bleiben oder das Essen absagen – es kann Sie niemand zwingen.

Machen Sie sich Ihre Entscheidungen bewusst

Überdenken Sie doch einmal, wofür und wogegen Sie sich in Ihrem alltäglichen Leben entscheiden. Wenn Sie erkennen, dass Sie sämtliche Entscheidungen bewusst statt unbewusst treffen können, sind Sie ein ganzes Stück näher an einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichem Leben. Bewusst Entscheidungen zu treffen, ist ein wesentliches Element eigenverantwortlichen Handelns.

Entscheiden heißt wählen

Sich für oder gegen etwas zu entscheiden, ist ein Vorgang des Ent-Scheidens und stellt fast immer eine Wahl dar, eine Wahl für eine Sache und meist auch gegen etwas anderes. Eine Wahl ist eine Aus-Wahl und damit oft auch eine Ab-Wahl. Das macht die Sache so schwierig: Wenn Sie sich z.B. für einen ruhigen Abend zu Hause entscheiden, entscheiden Sie sich gegen die Party bei Ihren Freunden (oder umgekehrt).

Manchmal müssen wir etwas loslassen

Im Grunde möchten wir gerne alles haben und natürlich tut es manchmal einfach weh, sich gegen etwas entscheiden zu müssen. Deshalb meiden viele von uns bewusste Entscheidungen und lassen lieber andere für sich entscheiden oder versuchen sich so lange es geht, alle Möglichkeiten offen zu halten. Wie auch immer – wenn wir nicht herausfinden, was wir wirklich wollen und uns nicht bewusst dafür entscheiden, vergeben wir jedes Mal wieder die Chance, unser Leben selbst zu gestalten.

Entscheidungen fällen ist nicht immer leicht

Sich für eine von verschiedenen Alternativen zu entscheiden, fällt vielen von uns schwer. Wir überlegen hin und her, versuchen im Vorfeld abzuschätzen, welche Vor- und Nachteile eine bestimmte Entscheidung wohl bringen wird und wir fragen andere Menschen, die aber meist auch alle unterschiedliche Meinungen haben. Gerade weil wir uns mit einer Entscheidung für, aber eben immer auch gegen etwas entscheiden müssen, tun wir uns damit so schwer. Es gibt einige Methoden zur Entscheidungsfindung, die uns dabei helfen können, eine Entscheidungssituation besser und klarer einzuschätzen. Aber die Entscheidung selbst nimmt Ihnen keine Methode und auch kein anderer Mensch ab. Und das ist auch eine Chance – Entscheidungen bedeuten immer, dass wir Wahlmöglichkeiten haben. Und das ist nichts anderes als Freiheit.

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Für das "Richtige" entscheiden

Vielen von uns fallen Entscheidungen leichter, wenn wir wissen, was "richtig" ist. Was richtig und falsch ist, übernehmen wir z.B. von Erziehungs- oder Autoritätspersonen, Vorbildern oder aus den Medien. Ob diese gelernten Wertvorstellungen aber auch tatsächlich richtig für uns sind, sollte jeder für sich selbst immer wieder überprüfen.

Was ist richtig?

Was richtig ist, können Sie nur für sich selbst bestimmen. Richtig ist z.B. all das, was gut für Sie ist, was Ihnen wohltut, was Sie persönlich weiterbringt, wo immer Sie hinmöchten. Deshalb geht es immer wieder darum, für sich herauszufinden, was man persönlich erreichen will, was man erwartet, erhofft oder sich wünscht.

Richtig ist, was gut für uns ist

Um die für uns richtigen Entscheidungen treffen zu können, müssen wir wissen, was wir brauchen und was wir wollen. Um wiederum herauszufinden, was wir brauchen und wollen, müssen wir uns selbst kennen lernen . Wir müssen uns selbst fragen, welche unsere Wünsche und Hoffnungen, unsere Träume und Ziele sind, welche Bedürfnisse wir haben und was wir brauchen, um glücklich und zufrieden zu sein.

Übung

Schreiben Sie eine Liste von allen Dingen, die Ihnen wichtig sind. Fragen Sie sich dazu, was Ihnen wirklich fehlen würde, wenn Sie darauf verzichten müssten.

Diese Liste wird Ihnen dabei helfen, sich in Zukunft noch besser zu entscheiden. Sie können dann bei jeder Entscheidung abwägen, welche Alternative zu dem passt, was Ihnen wichtig ist.

Ein Beispiel – Die wichtigsten Dinge in meinem Leben sind: meine Familie, finanzielle Sicherheit, ein gutes Verhältnis zu anderen Menschen und eine Arbeitsstelle, die mir Spaß macht. Wenn ich mich entscheiden muss , stehen diese Bereiche ganz oben und ich kann leicht erkennen, welche Alternativen deshalb nichts für mich sind.

 

Manchmal widersprechen sich unsere Bedürfnisse

Vielleicht stellen Sie beim Schreiben Ihrer Liste fest, dass Sie Bedürfnisse und Wünsche haben, die sich im Grunde widersprechen. So können Sie z.B. ein großes Freiheitsbedürfnis verspüren und sich gleichzeitig nach einer festen Beziehung sehnen. Es ist für Sie sehr hilfreich, solche Widersprüche und gegensätzlichen Bedürfnisse zu erkennen. Denn genau an diesen Punkten stehen für Sie Entscheidungen an. Hier müssen Sie entweder Prioritäten setzen oder einen Weg finden, der Ihnen beides ermöglicht. Nicht immer wird das gehen, aber es lohnt sich, einmal nach einem solchen Weg zu suchen.

Die Bedeutung von Entscheidungen: Sie haben immer eine Wahl

Wir alle befinden uns manchmal in Situationen, in denen wir unzufrieden, unglücklich oder frustriert sind. Dann können wir uns klarmachen, dass es in der Regel immer auch einen Ausweg aus der Situation gibt. Keiner sagt, dass solche Entscheidungen leicht sind, aber sie sind möglich. In jedem Fall ist es wichtig, sich selbst immer wieder zu verdeutlichen, dass wir uns entscheiden können und dass uns offenbar das, was wir wählen, besser als etwas anderes erscheint. Und wenn wir tatsächlich keine realisierbare Alternative sehen, dann können wir immer noch das Beste daraus machen. Wir können uns ärgern, wir können Frust, Wut oder Schmerz empfinden – oder wir können das Ganze auch mit Humor nehmen.

Literatur zum Thema:

 



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