Ich schreib ganz für mich – Tipps zum Führen eines Tagebuchs

Von Tania Konnerth

Tagebuchschreiben – das kennen viele. Vielleicht haben Sie es als Jugendliche/r sogar selbst getan? Irgendwann hören die meisten aber leider damit auf. Dabei kann man in jedem Alter sehr vom Führen eines Tagebuchs profitieren!

Hier möchten wir Ihnen Lust aufs Tagebuchschreiben machen – mit Infos und einigen praktischen, kreativen Tipps.

Wozu ein Tagebuch?

"Ein Tagebuch schreiben ist fotografieren mit einem Bleistift."

Unbekannt

Ein Tagebuch zu führen, ist eine wundervolle Möglichkeit zur Selbstreflektion und Selbsterkenntnis. Und damit ist es ein exzellentes Mittel zur aktiven Lebensgestaltung. In einem Tagebuch schreiben wir über uns und unser Leben und dabei können wir sehr viel über uns, unser Verhalten und auch über unsere "blinden Flecken" lernen.

Indem wir notieren, was wir erleben und was uns bewegt, empfinden wir vieles bewusster. Und das kann gerade für Menschen, die das Gefühl haben, dass die Zeit an ihnen vorbeirenne, sehr wohltuend sein. Auch lassen sich später Geschehnisse leichter zurückverfolgen (und verstehen).

Tipp

Siehe dazu auch  Schriftliches Nachdenken

 

Gerade in schwierigen Zeiten oder Krisen kann das Tagebuch eine sehr große Hilfe bieten, indem man sich alles von der Seele schreiben kann. Schreibend nachzudenken, ist etwas ganz anderes, als wenn wir Themen nur in unserem Kopf bewegen. Aber auch in ganz "normalen" Phasen kann es sehr gut tun, über sich zu schreiben.

Darüber hinaus ist das Schreiben selbst für viele Menschen eine schöne und gewinnbringende Tätigkeit. Schreiben ist ein kreativer und schöpferischer Prozess. Probieren Sie es einfach einmal für sich aus.

Worüber schreibt man denn da?

Menschen, die bisher noch nie ein Tagebuch geführt haben, sind oft unsicher darüber, worüber sie schreiben sollen. Das aber ist ganz einfach: über genau das, was Ihnen durch den Kopf geht:

  • Sie können schreiben, was um Sie herum passiert,
  • was Sie denken,
  • was Sie fühlen,
  • was Sie mit anderen Menschen erleben,
  • was Sie glauben,
  • was Sie hoffen,
  • was Sie sich erträumen,
  • welche Ziele Sie haben,
  • welche Enttäuschungen Sie erleben,
  • was Sie ändern möchten,
  • worüber Sie glücklich und dankbar sind,
  • was Sie gelernt haben,
  • was Ihnen gefällt,
  • was Sie nicht mögen,
  • über Veränderungen

- kurz und gut: Sie können über alles schreiben! Sie brauchen nichts zu unterdrücken, nichts muss Ihnen peinlich sein – denn Ihr Tagebuch ist ganz allein für Sie selbst bestimmt.

Extra-Tipp

Achten Sie darauf, Ihr Tagebuch so wegzulegen, dass niemand in die Versuchung kommt, hineinzuschauen.

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Und worauf schreibe ich am besten?

Es gibt viele verschiedene, "klassische" Tagebücher, also Blankobücher mit und ohne Schloss, die man füllen kann. Am besten suchen Sie sich eines aus, was Ihnen gut gefällt. Achten Sie nur darauf, dass es nicht "zu edel" oder "zu teuer" ist, es fällt nämlich oft schwer, solche Bücher auch wirklich voll zu schreiben.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten, ein Tagebuch zu führen, von denen Sie hier einige finden:

  • Kalender - Es gibt Kalender, die viel Raum für persönliche Notizen bieten und die man auf diese Weise gut als Tagebuch nutzen kann. Der Vorteil ist, dass man durch die Tagesstruktur ein bisschen "diszipliniert" wird, regelmäßig zu schreiben. Der Nachteil ist, dass oft der Platz nicht reicht, wenn man mal etwas mehr schreiben möchte (hier kann man aber ggf. Zettel einlegen).
  • Lose Blätter - Sie können natürlich auch einfach lose Blätter nutzen, um regelmäßig für sich etwas zu notieren. Eine Idee hier ist, Tagebuch in Briefform zu schreiben – also an einen realen oder ausgedachten Adressaten. In einem schönen Ordner oder auch in einem passenden Karton können Sie die Blätter gut aufheben. Der Vorteil hier ist, dass Sie was den Platz angeht, vollkommen frei sind. Denken Sie hier immer daran, das Blatt mit einem Datum zu versehen, damit Sie später nachvollziehen können, wann Sie was geschrieben haben.
  • Am PC – Sie können selbstverständlich auch den PC nutzen, um ein Tagebuch zu führen. Entweder legen Sie sich dazu eine Datei in Ihrem Textverarbeitungsprogramm an oder Sie nutzen die Möglichkeit der so genannten "Weblogs". Weblogs sind Tagebücher im Internet – Sie können hier "öffentlich" schreiben oder auch nur für sich. Zu beachten ist hierbei, dass das Schreiben an der Tastatur für viele Menschen einen großen Unterschied im Vergleich zum Schreiben mit der Hand macht – man schreibt "anders". Probieren Sie aus, was am besten für Sie passt.

Es gibt natürlich noch andere Möglichkeiten – überlegen Sie einfach selbst, was Ihnen am meisten Lust macht und probieren Sie verschiedene Sachen aus (kreative Tipps dazu finden Sie auf der nächsten Seite).

Und wann mache ich es?

Die beste Zeit zum Tagebuchschreiben kann nur jeder für sich selbst herausfinden. Der eine schreibt am liebsten morgens zum Start in den Tag, eine andere am liebsten am Tagesende als abschließendes Resümee. Manch einer schreibt regelmäßig, andere unregelmäßig, z.B. immer dann, wenn etwas Besonderes passiert ist.

Was mache ich dann mit den Texten?

Wenn man Tagebuch führt, kann sich schnell eine ganze Menge an Texten, Büchern, Zetteln und Notizen ansammeln. Was macht man damit?

Ich würde dazu raten: in jedem Fall erst einmal aufheben. Es kann sehr spannend und auch erhellend sein, nach vielen Jahren die Aufzeichnungen von damals zu lesen. Auch kann man mal etwas nachschlagen, wenn einem Zusammenhänge nicht mehr so klar sind.

Hin und wieder ist es aber auch sinnvoll, sich von geschriebenen Texten zu befreien. Dann z.B. wenn wir etwas wirklich los- und hinter uns lassen wollen. Aber seien Sie vorsichtig: Texte, die Sie geschrieben haben und vernichten, lassen sich nicht wieder herstellen.

Wichtig: Nur kein Zwang!

Ganz wichtig ist, das Tagebuchschreiben nicht als Zwang, sondern als Chance zu sehen. Sie müssen auch nicht jeden Tag dort etwas eintragen – aber denken Sie zumindest möglichst einmal täglich daran, dass Sie es tun könnten.

Wie viel Sie schreiben, bleibt ganz Ihnen überlassen. Manchmal ist es nur ein Satz – oder vielleicht auch nur ein Wort. Dafür schreiben Sie vielleicht beim nächsten Mal gleich mehrere Seiten. Lassen Sie zu, was kommt.

Fordern Sie auch nicht von sich selbst, "korrekt" oder besonders "schön" zu schreiben. Sie schreiben Tagebuch ganz für sich allein – da ist es vollkommen egal, ob Sie Fehler machen, wie Ihre Schrift aussieht oder wie Sie formulieren. Je freier Sie einfach drauflos schreiben, desto besser.

Und im Folgenden finden Sie noch einige Tipps dazu, wie Sie Ihr Tagebuch ganz kreativ führen können.

 



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