Und irgendwann ist alles vorbei – Gedanken zum eigenen Tod
Wirklich zu verstehen, dass das eigene Leben irgendwann zu Ende geht, ist keine einfache Erkenntnis. Den Gedanken an unsere Vergänglichkeit zuzulassen, macht schnell Angst. Vielen Menschen helfen spirituelle oder philosophische Ansätze dabei, mit der Tatsache zu leben, dass unser Dasein irgendwann zu Ende geht. So kann die Aussicht auf einen himmlischen Zustand nach dem Leben, auf eine Wiedergeburt oder auch die Vorstellungen eines energetischen Zustandes, in den wir übergehen, für den einen oder andern sehr tröstlich sein.
Tipps
Befassen Sie sich doch einmal ganz bewusst mit den unterschiedlichen Denkansätzen, die die verschiedenen Religionen oder auch Philosophen hervorgebracht haben und überlegen Sie, welche Vorstellungen Ihnen ganz persönlich den Gedanken an Ihren Tod leichter und annehmbarer für Sie machen.
Reden Sie auch mit anderen Menschen über den Tod. Der Austausch mit anderen hilft bei der Bewältigung eigener Ängste und ermöglicht neue Gedanken.
Den Tod akzeptieren
In letzter Konsequenz können wir uns nur von unserer Angst vor dem Sterben frei machen, wenn wir lernen, unseren Tod als etwas ganz Natürliches zu akzeptieren.
Übung
Überlegen Sie einmal, wie Ihr eigener Tod aussehen könnte: Wenn es ein Bild, eine Figur, ein Wesen gäbe, was Ihren Tod symbolisieren würde, wie sähe das aus? Können Sie es beschreiben? Vielleicht sogar malen?
Möglicherweise haben Sie schnell sehr beängstigende und grauselige Bilder im Kopf. Dann versuchen Sie sich diesen Bildern zu stellen, in dem Sie z.B. Fragen an Ihren Tod stellen und ihm Ihre Ängste mitteilen. Lernen Sie ihn kennen.
Das mag sich vielleicht merkwürdig anhören, aber durch die inneren Bilder, die wir in unserem Kopf erschaffen können, haben wir die Möglichkeit, genau so etwas zu tun. Sie können sich auf diese Weise sehr konstruktiv mit Ihrem Tod auseinandersetzen und er verliert so seinen Schrecken.
Beim Thema Tod geht es vor allem um das Leben
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod bringt uns fast zwangsläufig zu der Frage, was wir aus unseren Leben machen wollen. Denn was auch immer wir annehmen, was nach unserem Tod geschehen wird, so geht es für uns in diesem Augenblick doch einzig darum, zu leben. Keiner weiß wirklich, was nach unserer Existenz hier folgt, und dass wir hier sind, stellt uns vor die Aufgabe, etwas aus unserem Leben zu machen.
Was uns der Tod lehren kann
Wenn wir uns mit unserem eigenen Lebensende beschäftigen, können wir daraus vieles für uns lernen:
- Der Tod kann uns lehren, das Leben zu lieben.
- Der Tod lässt uns die Bedeutung unserer Lebenszeit klar werden.
- Der Gedanke an unseren Tod kann uns heute bewusst und intensiv leben lassen.
- Der Tod lässt das deutlicher werden, was wirklich wichtig ist.
- Der Tod macht klar, dass nichts selbstverständlich ist.
Es geht hier nicht darum, Gedanken an den eigenen Tod zu verherrlichen. Aber wer sich wirklich einmal bewusst macht, dass sein Leben irgendwann zu Ende ist, kann daraus die Motivation und auch die Lust schöpfen, heute etwas aus der Zeit zu machen, die man hier hat.
Übung
In vielen Selbsterfahrungsseminaren wird der eigene Tod dafür genutzt, herauszufinden, was man wirklich will. Diese Übungen können sehr heftig, aber auch sehr hilfreich sein. Sie müssen für sich selbst entscheiden, inwieweit Sie sich auf eine solche Übung einlassen wollen.
Ein Klassiker ist die Visualisierung der eigenen Beerdigung. Sie stellen sich dazu das vor, was Sie möchten, was an Ihrem Grab über Sie und über Ihr Leben gesagt wird.
Eine ähnliche Übung, die wir an anderer Stelle vorgestellt haben, ist die Übung Der 80. Geburtstag.
Carpe diem – Nutze den Tag!
Was immer Sie glauben mögen, was nach dem Tod passieren wird – es lohnt sich, heute im Hier und Jetzt zu leben. Denn das Leben jetzt ist Ihnen sicher.
Jeder Augenblick, den Sie hier sind, ist es wert, von Ihnen wertgeschätzt und genossen zu werden. Leben Sie Ihr Leben!
