Wir haben hier einige Übungen zusammengestellt, mit denen sich Trauer aktiv bearbeiten lässt.
Aber wir wissen auch, dass gerade in Phasen, in denen wir vor Schmerz nicht weiterwissen, es sehr schwer ist, die Energie zu finden, solche Übungen auch tatsächlich zu machen. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Möglicherweise ist es noch nicht Zeit, den Verlust aktiv zu bearbeiten. Schauen Sie einfach einmal, wovon Sie sich angesprochen fühlen und forcieren Sie nichts.
Der Schmerz über den Verlust stürzt uns zunächst in eine Starre. Wie unter Schock fühlen wir möglicherweise über eine ganze Zeit gar nichts. Irgendwann aber brechen Gefühle durch. Für unsere Mitmenschen ist es nicht immer nachvollziehbar, wieso wir vielleicht nach einem halben Jahr oder noch längerer Zeit voller Verzweifelung und Schmerz reagieren. Es ist aber sehr wichtig, sich zu erlauben, diese Gefühle zu haben und auszuleben.
Finden Sie Wege und Möglichkeiten, mit denen Sie Ihren Schmerz, Ihre Gefühle und Gedanken ausdrücken können. Solche Möglichkeiten sind z.B.
Finden Sie in jedem Fall einen Weg, durch den Sie das, was in Ihnen ist, herauslassen können. Was Sie dauerhaft unterdrücken, macht krank.
Den Tod von jemanden anzunehmen und zu verarbeiten heißt, loslassen zu lernen. Loslassen ist etwas, das vielen Menschen sehr schwer fällt, vor allem dann, wenn es um ein endgültiges Loslassen geht. Die verschiedenen Kulturen haben ganz unterschiedliche Rituale entwickelt, mit denen Verstorbene verabschiedet werden. Viele dieser Rituale haben etwas Tröstliches, denn Symbole haben eine große Wirkung auf uns.
Finden Sie ein ganz persönliches Ritual, mit dem Sie sich verabschieden wollen. Vielleicht möchten Sie einen Brief an den Verstorbenen schreiben und den dann ganz bewusst verbrennen oder an einen Ballon binden und in den Himmel schicken. Vielleicht möchten Sie etwas, das zu dem Verstorbenen gehörte, nehmen und an einem ganz besonderen Ort vergraben. Vielleicht gestalten Sie auch ein spezielles Foto- und Erinnerungsalbum, durch das Sie Ihre Beziehung zu dem Toten noch einmal bewusst erleben und durcharbeiten.
Wählen Sie etwas, bei dem Sie spüren, dass es für Sie stimmt. Wie kitschig es auch immer sein mag – tun Sie, wonach Ihnen ist. Tun Sie es bewusst und lassen Sie den Schmerz zu. Machen Sie sich aber auch immer klar, dass es um das Loslassen und Verabschieden geht. Inszenieren Sie den Abschied auf Ihre ganz persönliche Art.
Mit am schmerzlichsten kann die ewige Frage nach dem Warum sein. "Warum musste er oder sie sterben?" Je nach Glaubenshintergrund können wir hierfür ganz unterschiedliche Antworten finden. Sehr häufig suchen Menschen die Antwort bei sich selbst und entwickeln große Schulgefühle. Damit wird der Schmerz noch größer.
Es hat in der Regel wenig Sinn, zu versuchen sich über den Verstand her klar zu machen, dass die Frage nach dem Warum im Grund nur qualvoll aber wenig konstruktiv ist. Es sinnvoller, sie einmal ganz bewusst "abzuarbeiten".
Lassen Sie sich – wenn Sie sich stark genug fühlen – einmal ganz auf diese bohrende Frage ein. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben Sie alle vermeintlichen Gründe auf, die Ihnen auf Ihre Frage nach dem Warum einfallen. Schreiben Sie alles auf, so abstrus es vielleicht klingen mag. Durch das Aufschreiben bringen Sie Ihre Gedanken aus sich heraus, was sehr befreiend wirken kann.
Werfen Sie am Ende der Übung die Blätter fort oder verbrennen Sie sie.
Nach der akuten Trauerphase geht es darum, das eigene Leben ohne die verstorbene Person weiterzuleben. Viele Trauernde fühlen sich verlassen und einsam. Um weiterzumachen, müssen wir Trost finden. Seien Sie vor allem liebevoll und nachsichtig zu sich selbst und finden Sie einmal systematisch heraus, was Sie trösten kann.
Auch hier geht es vor allem um die Kraft der Symbole.
Schreiben Sie auf, welche Dinge Sie ganz persönlich trösten können. Vielen Menschen tut es gut, Blumen zum Grab zu bringen oder Kerzen in einer Kirche anzuzünden. Andere müssen über ihre Empfindungen reden und finden in einer Trauer-Selbsthilfegruppe Trost. Auch eine innere Vorstellung darüber, wo der Verstorbene nun gerade ist, kann sehr tröstlich sein. Vielleicht haben Sie auch ein besonderes Erinnerungsstück, das Sie immer bei sich tragen.
Setzen Sie verschiedene dieser Möglichkeiten um.
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