Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.
-- Marcus Aurelius
Sauberkeit ist in unserer Gesellschaft wichtig. Wir versuchen, unsere Wohnungen, Büros, Straßen und Parks sauber zu halten und Zähneputzen und Duschen gehören bei den meisten von uns zum täglichen Programm.
Nur eines pflegen wir selten mit so viel Hingabe: unsere Psyche.
Dabei ist es sehr gewinnbringend, wenn wir unseren Kopf regelmäßig von unnötigem Ballast befreien. In der Psychologie heißt das Psychohygiene und bedeutet konkret:
Maßnahmen zur Erhaltung der seelischen Gesundheit und Zufriedenheit.
Sorgen und unbegründete Ängste sind die Dinge, die unsere Psyche am meisten "verschmutzen". Und um besser mit Sorgen und Ängsten umzugehen, brauchen morgens und abends nur jeweils 5 Minuten.
Probieren Sie doch einmal folgende Methode aus: Über den Zeitraum von 21 Tagen setzen Sie sich am Morgen einfach in Ruhe hin und beantworten schriftlich die folgenden Fragen:
Schreiben Sie einfach stichpunktartig die Antworten auf und das war es schon für den morgendlichen Teil Ihrer Psychohygiene. Schon allein durch das Aufschreiben machen Sie sich Ihre Sorgen bewusst und dadurch relativiert sich schon vieles. Das klingt vielleicht zu einfach, aber wenn Sie es einmal ausprobieren, dann werden Sie merken, wie wirksam schon allein das Aufschreiben der eigenen Sorgen und Ängste ist.
Abends gehen Sie dann Ihre Liste mit Sorgen und Ängsten durch und fragen sich:
Sie werden dabei wahrscheinlich feststellen, dass die meisten Ihrer Sorgen unbegründet waren und nicht eingetreten sind. Durch die dauerhafte Erkenntnis, dass viele Ihrer Sorgen unbegründet sind, werden sich diese mit der Zeit legen. Führen Sie über den Zeitraum von 21 Tagen ruhig eine Strichliste und notieren, welche Ihrer Sorgen begründet und welche unbegründet waren. So bekommen Sie einen interessanten Überblick über das Verhältnis zwischen unbegründeten und begründeten Ängsten.
Zusätzlich können Sie sich abends auch noch die folgenden Fragen stellen und sie schriftlich beantworten:
Damit lenken Sie Ihren Fokus zusätzlich auf die schönen Seiten Ihres Lebens.
Waschen Sie sich also in Zukunft nicht nur hinter den Ohren, sondern sorgen Sie auch dafür, dass Ihre Psyche sauber bleibt und Sie dauerhaft etwas für Ihre Zufriedenheit und Gelassenheit tun. Es ist echt einfach, etwas für die eigene Psychohygiene zu tun.
05.07.2007 • Kategorie: Lebensqualität • Von: Ralf Senftleben
Krissie schreibt am 05.07.2007 17.11
Hallo Ralf,
ich freue mich, dass Du das Thema "Psychohygiene", das ich für sehr wichtig halte, aufgegriffen hast.
Ich hatte einmal unter der Rubrik `Fragen,Ideen,Anregungen´ unter dem Stichwort Sondermüll-Verbrennungsanlage einen Vorschlag gemacht, wie man dieses Thema in das Forum einbringen könnte.(Leider hast Du Dich dazu nicht geäußert.)
Deine Anregungen, was man für die eigene Psychohygiene tun kann,und wie man dann auch noch eine "Erfolgskontrolle" bekommt, halte ich für einen gute Idee.
christel schreibt am 06.07.2007 07.42
ich halte es für wichtig, jedem einzelnen tag mit seinen ereignissen hinterher zuspüren. es macht die sicht der dinge entspannter. dein vorschlag dazu hilft noch differenzierter das ganze anzugehen. ich denke, dass man so sein "päckchen" etwas leichter tragen kann (eigene erfahrung)und vieles gelassener sehen kann.
eure seite ist echt ein gewinn. danke!!!!!
Tralala schreibt am 08.07.2007 14.11
Schöne Ideen, werd ich ausprobieren, danke!
PETER schreibt am 08.07.2007 14.42
IST EIN VERSUCH WERT. DANKE FÜR DEN TIPP !
MFG
PETER SURBER
Kirsten Erlenbruch schreibt am 08.07.2007 16.38
Es mag abgedroschen klingen, ist aber dennoch wahr: Wir sind, was wir denken.
Es sind, so wollen Wissenschaftler festgestellt haben, so ca. 50.0000 – 60.000 Gedanken, die uns so jeden Tag durch den Kopf gehen. Ein Großteil wird uns gar nicht richtig bewusst. Ein Großteil ist aber auch leider nicht gerade angenehm, positiv und aufbauend. Nehmen wir mal an, es wäre nur die Hälfte Ihrer Gedanken (und Sie dürfen getrost davon ausgehen, dass es viel mehr ist), die negativ sind. Dann sind das immerhin 25.000 negative, besorginiserregender Gedanken jeden Tag. 365 Tage im Jahr, das macht dann schon 9.125.000, auf 10 Jahre hochgerechnet sind das bereits 91.250.000 – da wird es schon ganz schön bedenklich, oder?
Wir wissen längst, dass unsere Gedanken großen Einfluss nicht nur auf unsere körperlichen Befindlichkeiten haben sondern sogar über Gesundheit und Krankheit entscheiden können. Ich warte auf den Zeitpunkt, da uns die Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsreform angenehme Gedanken verordnen. Das wäre mal was!
Im Ernst: Es wird Zeit, das wir uns befreien von dem Diktat der Besorgnisträger. Schmeißen Sie die Zeitung weg, schalten Sie den Fernseher mal aus. Nein, Sie sollen nicht die Augen verschließen vor dem, was um Sie herum vorgeht, aber Sie sollen sich auch nicht verrückt machen lassen durch die andauernde Medienberieselung mit Horrornachrichten: Immer noch zu wenig Arbeitsplätze, unsere Kinder bleiben laut Pisa doof, das Wirtschaftswachstum kommt zu langsam in Schwung, oh weh, die Vogelgrippe ist zurück, demnächst dann auch wieder BSE, es droht uns eine Zeckenplage, usw. usf. Und das tagein, tagaus. Wen wundert es, dass wir uns nachts in den Betten wälzen und vor Sorgen keinen Schlaf finden?
Sagen Sie einfach NEIN zu dieser Art von Berieselung und selektieren Sie genau, welche Art von Information Sie in Ihrem Leben zulassen möchten. Erzählt Ihnen einer zum 3ten Mal ausführlich von seiner Gallenoperation, gehen Sie einfach woanders hin.
Und passen Sie auf was Sie denken. Nehmen Sie sich einmal 1 Tag lang vor, genau darauf zu achten, was Sie so alles denken. Sie werden erstaunt sein, bei wie vielen negativen Gedanken Sie sich ertappen werden. Und wann immer Sie über einen solchen "stolpern", sagen Sie sich: HALT und denken rasch an etwas Schönes, Aufbauendes, Angenehmes.
Unser Leben ist schon kompliziert genug, kein Grund, es noch komplizierter zu machen, finden Sie nicht?
Herzliche Grüße aus Bayern
Kirsten Erlenbruch
Detlev Tesch schreibt am 08.07.2007 20.02
Ja, das sind ausgezeichnete Fragen! Und eine tolle Anregung!!
Doch warum da aufhören? Wenn wir die Wohnung säubern, schauen wir auch nicht nur, wo es schmutzig ist, und erinnern uns an ein paar schöne Ecken. Irgendwann fangen wir vielleicht an zu putzen, aufzuräumen usw.
Das können wir psychisch auch!
Dafür gibt es die Methoden der "Energetischen Psychologie" – z. B. EmoTrance und EFT Emotional Freedom Techniques. Damit ist es möglich, fest sitzende emotionale Reaktionen, die halt automatisch ablaufen, meist bevor wir überhaupt bewußt reagieren können, wirksam aufzubrechen. Oder auch festgefahrene Denkmuster, Glaubenssätze usw. Und dann können wir eben DOCH gelassen bleiben, wenn Schwiegermutter/-vater/ein anderes Familienmitglied wieder mal nervt, wenn Kollege/in XY wieder mal jammert ... Auch wenn das jetzt unglaublich erscheinen mag.
Ich finde diese Methoden, die es ja noch nicht lange gibt, sind ein echter Segen. Sie sollten, ganz im Sinne der Psychohygiene, zum täglichen Programm gehören, wie das Zähneputzen. Das machen wir auch nicht nur 21 Tage lang.
Herzliche Grüße
Detlev Tesch
Frank Meier schreibt am 08.07.2007 20.49
Ja, Fragen zu stellen, bringt das Gehirn in Arbeit.
Walter Holweger schreibt am 09.07.2007 10.42
Hallo zusammen,
finde ich intellektuell interessant. Politisch nicht umsetzbar-d.h. hoffnungslos schön.
Grüsse
Walter
Kerstin schreibt am 09.07.2007 12.17
Superklasse, gerade bei dem trüben Depressions-Wetter mitten im Sommer, scheint mir die PsyhcoHygiene sinnvoll.
Werde ich gerne mal ausprobieren.
Barbara_OWL schreibt am 09.07.2007 13.00
Ich stimme vollkommen der Aussage zu, dass Psychohygiene gut und wichtig ist und heilsam sein kann.
Die vorgeschlagene Methode kann ich mir für mich nicht vorstellen. Mit den morgendlichen Fragen lenke ich dann ja bewusst mein Augenmerk auf alles "Negative", das will ich ja gar nicht. Die Gedanken, was jeweils am Tag schwieriges passieren könnte usw., habe ich ja sozusagen automatisch. Auch wenn ich durchaus verstehe, wie diese Empfehlung gemeint ist, aber meine Psychohygiene sieht eher so aus, dass ich den negativen Gedanken gar nicht so viel Raum geben will! Ich ersetze sie gleich durch positive, stärkende Gedanken, die mir sagen, dass ich ok bin, dass ich vertrauen kann, dass das Verhalten von dem-und-dem nichts mit meinem Selbstwert zu tun hat, etc.
Ich finde es aber klasse, dieses Thema immer wieder in den eigenen Blickpunkt zu rücken und denke, dass hier, wie immer, natürlich jede® seine/ ihre eigene Strategie dazu finden kann. Meine ist: Unangenehmes gibt es genug – unter anderem auch in den Nachrichten!!! Lieber gleich den Blick auf die guten, schönen, hilfreichen, stärkenden Dinge im Leben lenken...
Viele Grüße!
Heike schreibt am 10.07.2007 22.51
Mir ist genau das gleiche aufgefallen wie Barbara und das ausgerechnet nach der Empfehlung des Films "Secret"! Sich jedoch ernsthaft mit seinen Denkmustern und Konditionierungen zu befassen, finde ich enorm wichtig. Deswegen stelle ich mir morgens lieber folgende Frage:
"Wenn mein Leben ideal ist, dann habe ich oder bin ich..." Das macht richtig Spaß und wer mehr darüber wissen möchte, dem empfehle ich das Buch "Passiontest- Entdecken Sie Ihre Leidenschaft" von Janet und Chris Attwood.
Wer wirklich verstanden hat, dass wir die Umstände bestimmen und nicht die Umstände uns (was m.E. schon der Herr Goethe wusste), dann betreibt man mit wachsender Begeisterung "Psychohygiene".
Viele Grüße
Heike
Werner0123 schreibt am 15.07.2007 12.23
Wenn ich auf dieser Webseite lese, fühle ich mich danach häufig bereichert. Danke!
Monika schreibt am 15.07.2007 17.41
Hallo zusammen,
Psychohygiene finde ich sehr wichtig und es ist schade, dass es keine weite Verbreitung hat. Mir gefällt auch das Prinzip, morgens aufzuschreiben, was einen ängstigt, welche Befürchtungen man hat, aber auch, worauf man sich freut. Nach vielen Jahren ohne Tagebuch habe ich wieder damit angefangen, und es ist mir eine große Stütze bei immer mehr werdenden Herausforderungen und immer weniger Kraft hierfür. Durch Meditation habe ich gelernt, negatrive Gedanken wie Wolken vorbeiziehen zu lassen, sie sind, aber ich halte mich nicht daran fest, ich verändere sie nicht, sondern lasse sie ziehen. Manchmal bin ich überrascht, wieviel Negatives noch da ist, da ich mich eher als posititiv denkend einschätzen würde und von manch einem "Realisten" als Träumerin bezeichnet werde.
Aber die Träume und das "Postitive wahrnehmen" haben mir geholfen, Probleme zu lösen, Ziele zu erreichen, mich selbst mehr zu schätzen und viele andere Menschen. Ich finde, dass durch Tagebuchführen und Meditation viel Klarheit entsteht über das, was oft unbewußt abläuft und einen boykottiert. Die Hand schreibt einfach, was der bewußte Geist nicht zu denken wagt.
Viele Grüße
Monika
Jürgen K. schreibt am 19.07.2007 21.55
Psychohygiene ist für uns alle extrem wichtig.
Schon vor 25 Jahren hat Kurt Tepperwein mit dieser Technik gearbeitet. Schon damals hat er uns folgendes mit auf den Weg gegeben:
Wenn Ihr abends im Bett liegt, dann lasst den Tag gedanklich Revue passieren. Alles was nicht so gut war, das denkt Ihr mental um. Da das Unterbewusstsein nicht zwischen Imagination und Realität unterscheiden kann, nimmt es die "Umgedachten" Situationen an und wenn Ihr das nächste mal in die gleiche Situation kommt, habt Ihr gleich das richtige Programm aufgespielt.
Ich hab's so gemacht. Es wirkt sofort.
viele Grüße
Jürgen K.
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