Weihnachten 2016 bei Zeit zu leben

Das 80:20-Prinzip

8020

Viele versäumen Wichtiges in ihrem Leben, weil es ihnen ungeheuer wichtig ist, nichts zu versäumen.

— Ernst Ferstl

Ich weiß nicht, ob du schon einmal von der sogenannten 80:20-Regel gehört hast. Wenn nicht, dann ist es jetzt höchste Zeit, denn diese Regel könnte einen gewaltigen Einfluss auf dein persönliches Glück haben.

Worum geht es nun genau bei dieser Regel?

Die 80:20 Regel (auch Pareto-Prinzip genannt) stammt von Vilfredo Pareto, einem Ökonomen aus dem 19. Jahrhundert. Herr Pareto hat sich mit der Verteilung des Reichtums in Italien beschäftigt und herausgefunden, dass 20% der Bevölkerung 80% des Reichtums besaßen. Herr Pareto und andere Ökonomen und Soziologen haben über die Zeit das Verhältnis 80:20 immer wieder in ganz verschiedenen Lebensbereichen gefunden.

Randnotiz: Der systemtheoretische Grundgedanke dahinter ist, dass es in Systemen selten zu einem Ausgleich (50:50), sondern immer zu gewissen Konzentrationen kommt. Das heißt in einem System (z.B. Wetter, Wirtschaft, Familie, wir selbst) gibt es einige wenige Punkte, die einen überproportional großen Einfluss auf das Gesamtsystem haben (Pivot-Punkte).

Das klingt soweit erst mal nicht so spannend. Lies bitte trotzdem weiter, denn gleich kommt das Wichtige.

Nach dem Pareto-Prinzip machen also 20% der Kunden eines Unternehmens 80% des Umsatzes aus. 20% der Websites im Internet machen 80% des Datenvolumens aus. 80% der Verarbeitung in einem Computer wird durch 20% der Befehle abgearbeitet. Das sind nur einige Beispiele.

Übertragen auf unser Leben heißt das dann, dass 20% der eigenen Anstrengungen für 80% unseres persönlichen Erfolges verantwortlich wären.

Folgen wir diesem Gedanken, erscheint es nützlich, uns mit unseren Handlungen vorrangig auf die 20% zu konzentrieren, die den größten Erfolg bringen und die restlichen Dinge eher stiefmütterlich zu behandeln.

Deswegen macht es vielleicht Sinn, wenn du:

  1. erkennst, welche deiner Tätigkeiten zu den 20% gehören, die den meisten Erfolg bringen,
  2. hauptsächlich und immer zuerst diese 20%-Tätigkeiten tust,
  3. erkennst, welche Tätigkeiten eigentlich überflüssig sind,
  4. diese überflüssigen Tätigkeiten sein lässt oder einschränkst,
  5. lernst Nein zu sagen, zu dem, was deinen Zielen oder deinem Wohlbefinden nicht förderlich ist und
  6. lernst, die zusätzliche Zeit zu genießen, die du gewinnst, wenn du dich auf die wirklich wichtigen Dinge in deinem Leben konzentrierst.

Im Grunde genommen geht es darum, die Dinge wegzulassen, die nichts bringen. Das ist endlich mal ein Tipp, der keine zusätzliche Arbeit macht, sondern einem Arbeit spart. Und damit hat er das Prädikat wertvoll verdient. Meinst nicht? Als Erinnerungshilfe findest du hier das Poster: Was sind die 20 %?

Buchtipp dazu Richard Koch: Das 80/20-Prinzip

Wie finden Sie den Beitrag?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (63)
Loading...
 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.

Auch interessant?

Kommentare

  • Nachtrag: Gerade für Menschen, die sich wie ich viele „Aufgaben“ selbst auferlegen ist es zudem sehr hilfreich, sich zu fragen, ob die Dinge, die wir für wichtig halten, auch tatsächlich nützlich sind (und für wen). So kann gerade das Erkennen einer vermeintlich wichtigen Aufgabe als tatsächlich weniger wichtige Unnützlichkeit auch zum Eliminieren von „wichtigen“ Aufgaben und führen. Gibt ja z.B. nicht wenige Menschen, die teils in exzessivem Ausmaß einer Leidenschaft frönen, die objektiv betrachtet unsinnig ist. Vergeht ja keine Woche, in der nicht bei RTL eine Riesensammlung von Trödlern aufgelöst wird, weil der Sammler überfordert ist. Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, wie wichtig das Habenmüssen bestimmter Sammelobjekte für einen werden kann – da werden keine Kosten und Mühen gescheut.

  • Die Dinge, die wir stiefmütterlich behandeln, weil sie (für) uns nicht wichtig sind, fallen in verschiedene Kategorien:

    a) wichtig für andere (Partner, Kinder, Familie, Freunde, Verein, Arbeitsteam, Firma, Gesellschaft)
    b) nützlich für uns selbst oder andere
    c) sonstige (nicht wichtig und nicht erkennbar nützlich)

    Das Eliminieren ist ganz offensichtlich nur für c) eine valide Option, will aber ansonsten abgewägt werden. Darum würde ich anregen, nicht nach Wichtigkeit, sondern nach Wertigkeit zu sortieren. Wenn mir selbst Theaterbesuche ein Gräuel sind (also an sich unwichtig) aber meiner Partnerin wichtig ist und der Erhalt der Partnerschaft für mich einen Wert darstellt, dann werde ich dem eben doch eine Wichtigkeit bzw. eben besser Wertigkeit beimessen und den Wunsch meiner Partnerin nicht beständig ignorieren.

  • Als ich diese Regel zum ersten Mal gehört habe ( das war früher in der Schulpflegschaft), hieß sie 20 % der Leuten machen 80 % der Arbeit,
    was auch in vielen Bereichen der Fall war
    Es ist ein sehr guter Gedanke, sie hier mal andersrum zu sehen

  • Allgemein würde ich sagen, mit der 80:20-Regel lebt es sich besser als mit Perfektionismus, bei dem es immer um 100% geht.

  • Super Beitrag!! Das Pareto-Prinzip wende ich dank früherem Arbeitgeber seit 15 Jahren an. Und es ist DIE Lösung, um nicht in der Arbeit unter zu gehen.

  • Die Pareto Regel ist aber nur dann anzuwenden, wenn man wirklich auf die letzten 20% verzichten kann. Unser Abteilungleiter wirbt immer für dieses Prinzip und arbeitet auch so. Zum Leidwesen derer die seine Arbeit als Grundlage für ihre nehmen müssen. Das erfordert im Nachhinein noch mehr als 80%. zB die Nachbesserung einer schlecht spezifizierten Maschine ist wieder ein nervenaufreibendes Projekt, das länger dauert als der Mehraufwand einer ordentlichen Spezifikation. Da hat dann nur einer (an Zeit und Nerven) gespart. Schönen Sonntag euch!

  • Hallo Ralf,
    wie finde ich den heraus, was meine 20% Tätigkeiten sind und welche überflüssig sind? Könntest du mir das nochmal erklären? Denn ist es nicht oft so, dass wir uns verzetteln, zu viel grübeln….. und erst nachher merken, dass es nichts bringt!?
    Mit lieben Grüßen
    Birgit

    • Ralf Senftleben
      Ralf Senftleben schreibt am 26. August 2016

      Zuerst fragst du dich: Was genau sind die Ergebnisse, die ich erzielen will?

      Dann fragst du dich: Was tue ich alles dafür?

      Dann fragst du dich: Was von dem, was ich tue, ist ursächlich für das Ergebnis? Was davon ist eigentlich nicht so wichtig?

      Es gibt hier leider keine allgemeingültigen Antworten, sondern es braucht einen klaren und ehrlichen Blick auf die eigene Situation.

    • ulli schreibt am 28. August 2016

      Jeder Mensch hat doch andere Prioritäten. Danach richtet sich das Wohl.

      Vielleicht hilft Dir ein Beispiel.
      1.) Bei mir kommt die Grundversorgung meiner Familie. Hilfebedürftige stehen an erster Stelle.
      2. ) Dann kommen meine Bedürfnisse. Ernährung, mäßig aber regelmäßig Sport ( für mich fast Lebenswichtig, da ich einen schwachen Kreislauf habe ), und die Hobbys. Für mich sind das geistig anspruchsvolle Hobbys. ( Während andere Kopfschmerzen bekommen, kann ich mich richtig entspannen, so ticke ich nun einmal ).
      3.) Dann erst die Arbeit

      Mit dieser Einstellung mache ich natürlich keine Karriere, obwohl ich gut ausgebildet bin und sicherlich einige Talente besitze.
      Meine Familie ist mir wichtiger, und ich muss auf meine Gesundheit achten, damit ich für meine Familie da sein kann.
      Und ich muss meine Ticks beachten, damit ich glücklich bleibe und damit auch gesund.

      Ich stelle noch einmal ein paar Fragen zusammen, die für mich hilfreich wären.

      1.) Was hast Du bzw. was bringst Du mit ? ( Also körperliche Fähigkeiten bzw. Einschränkungen, Vorlieben, Talente )
      2.) Was willst Du ( Glücklich und gesund sein )
      3.) Was kannst Du dafür tun ( Sport, gesunde Ernährung, Hobbys etc. )

      Meine Liste scheint einfach und anspruchslos. Wer glaubt denn aber, das man die tausend Punkte erfüllen kann, die wir laut Werbung etc. auf unsere Liste haben sollte, der kann das ganze vergessen. Es heißt ja 80:20 Regel. Bei mir vielleicht sogar 95:5 Regel.

      Ich denke je kürzer die Liste, um so wahrscheinlicher ist Gesundheit und Glück.

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Hausregeln: Wir lieben Kommentare :-) Auch kritische Anmerkungen. Solange sie respektvoll, fair, höflich und konstruktiv sind. • Und bitte, bitte, bitte kein Marketing in irgendwelcher Form (auch nicht für kostenlose Angebote) • Und bitte unter dem eigenen Namen schreiben (nicht als "Versicherungsvergleich" oder "Wasserbetten"). • Die Fotos neben den Kommentaren funktionieren übrigens über Gravatar. Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Eine Sekunde bitte noch…

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann lass dich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.

Ooooch, schon gehen?

Aber falls Sie diesen Beitrag gut fanden, dann lassen Sie sich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.

Warte, einen Augenblick!

Wenn du unsere Seite nützlich fandest, dann lass dich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.