Sommeruni 2017

Das “Ja” als Lebensprinzip

Die großen und wirklich bedeutenden Dinge in unserem Leben kommen manchmal ganz unscheinbar daher. So klein, dass man sie fast übersieht, unterschätzt man ihre Wirkung oft gewaltig…

Ein Beispiel dafür ist das Wörtchen Ja. Zwei Buchstaben nur und doch so mächtig. Wie dieses kleine Wort Ja auch Ihr Leben vielleicht grundlegend verändern kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Darüber, wie wir lernen können, Nein zu sagen, gibt es diverse Artikel und Bücher. Dabei geht es im Wesentlichen darum, Grenzen zu setzen und dafür zu sorgen, dass andere einen nicht ausnutzen.

Sich mit dem Thema Ja zu beschäftigen, ist eine andere Sache. Hier geht es weder um Kommunikationstipps, noch um eine Konfliktlösungsstrategie. Dieses Thema ist deutlich komplexer, denn hier kommen wir schnell in Fragen der grundlegenden Lebenseinstellung.

Es ist auffällig, dass viele Menschen häufiger Nein als Ja denken und fühlen. Geht es Ihnen vielleicht auch so? Dann bringen Ihnen die folgenden Gedanken sicher einige Impulse.

Ein Nein kostet Kraft, ein Ja vor allem Überwindung

Analysieren wir einmal, was es uns kostet, Nein oder Ja zu sagen.

Mit einem Nein sperren wir uns innerlich oder äußerlich, wir weigern uns und wir kämpfen gegen etwas an. Wir hadern, ringen und wollen nicht wahrhaben. Letztlich kämpfen wir mit einem Nein oft gegen die Wirklichkeit an, die sich ja nicht ändert, nur weil wir den Ist-Zustand nicht mögen. Und das kostet viel, viel Kraft.

Wenn wir aber innerlich Ja sagen, nehmen wir an, öffnen uns und lassen uns ein. Ein Ja wirkt erleichternd. Es öffnet Türen und schafft Möglichkeiten – Möglichkeiten zur Veränderung. Und was dafür nötig ist, ist vor allem eine Portion Mut, sich auf etwas Ungewohntes einzulassen.

 

Wichtig: Ja heißt nicht gutheißen

Ganz wichtig ist, dass Ja in diesem Zusammenhang nicht heißt, das wir einverstanden sind!

Wir sagen ausschließlich Ja zu der Tatsache selbst – sprich: wir akzeptieren, was ist – und das ohne Wertung. Sie können zur Existenz einer Sache Ja sagen, obwohl Sie diese verurteilen oder der Meinung sind, dass man dringend etwas dagegen machen muss.

Ja heißt also nur annehmen. Annehmen, entweder um sich abzufinden, sprich: loszulassen – oder annehmen, um etwas dagegen tun zu können.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Um etwas verändern zu können müssen wir Ja sagen

„Der allererste Schritt im Umgang mit Schwierigkeiten
ist die Bereitschaft, sie anzunehmen.“

– William James

Dieser Punkt wird häufig übersehen: Wir müssen Ja zu dem Elend, zu dem Problem oder zu der Tatsache, gegen die wir etwas tun wollen, sagen. Ja sagen, weil wir nur so die Augen dafür öffnen, dass es das gibt und wie genau das aussieht. Wer sich z.B. gegen Kindesmissbrauch engagieren will, muss annehmen, dass es so etwas gibt und was dort mit den Kindern gemacht wird. Nur so kann man am Problem selbst ansetzen und nicht nur Kosmetik betreiben.

Solange wir im Nein sind, vergeuden wir Energie mit Hadern. Diese Energie können wir aber dann konstruktiv und aktiv zur Beseitigung von Missständen einsetzen, wenn wir sie annehmen.

Der Gedanke ist nicht neu

Tatsächlich ist uns die Notwendigkeit des Ja durchaus bekannt: So muss z.B. ein Alkoholiker oder eine Drogenabhängige zunächst anerkennen, süchtig zu sein, bevor eine Therapie überhaupt Sinn macht. Oder ein Paar muss zunächst die Tatsache annehmen, Probleme zu haben, um z.B. zu einer Beratung zu gehen.

Der Punkt ist nur, dass wir sehr häufig eine lange Zeit im Nein verbringen, die uns viel Kraft kostet und viele Schmerzen bedeutet. Könnten wir eher Ja sagen, würden sich schneller Lösungsmöglichkeiten offenbaren.

Das Grundprinzip lautet also: Nimm den Ist-Zustand an, wie er ist, um von dieser Position aus etwas anders machen zu können.

 

Ein Nein kann die Lösung verhindern

Im Nein zu sein, kann eine Situation nicht nur verschärfen, sondern unter Umständen eine Lösung des bestehenden Problems sogar unmöglich machen.

Im Zusammenleben oder -arbeiten mit anderen Menschen passiert es z.B. immer wieder, dass wir Verhaltensweisen der anderen ablehnen. Wir sagen innerlich (oder auch nach außen) Nein zu dieser Person oder zu Teilen von ihr. Durch diese Ablehnung aber wird ein wirkliches Miteinander verhindert. Nicht nur, dass wir uns davon abschneiden, die Person zu verstehen, mehr noch: wir erzeugen durch unsere Ablehnung Widerstand – manchmal nur einen leichten, oft aber einen sehr starken.

Wenn Sie mit einer Verhaltensweise einer Person nicht klarkommen, dann probieren Sie einmal aus, genau zu dieser Verhaltensweise ehrlich Ja zu sagen und warten Sie ab, was dann passiert.

Ein Beispiel

Nehmen wir an, Sie ärgern sich darüber, dass Ihr Chef oft Entscheidungen auf den letzten Drücker fällt, die jede Planung über den Haufen werfen. Sie können sich also nie wirklich einstellen und werden immer wieder mit Situationen konfrontiert, auf die Sie sich nicht vorbereitet hatten.

Was nützt es, in diesem Fall Nein zu sagen? Sie ärgern sich, Sie hadern, Sie schimpfen immer wieder über Ihren Chef. Werden Sie damit etwas an der Situation ändern? Sehr wahrscheinlich nicht.

Wenn Sie nun aber diese Eigenart Ihres Chefs als zu Ihrem Chef gehörend annehmen, ergibt sich eine neue Situation: Sie vergeuden keine Energie mehr mit Ärgern, sondern Sie wissen nun, dass Sie sich auf eines einstellen können: darauf, dass Sie sich auf nichts wirklich einstellen können!

Was hier wie ein Wortspiel wirkt, ist eine ganz wichtige Erkenntnis, denn mit dem Wissen, dass in Ihrer Firma Dinge auch ganz unvorbereitet passieren können, wird es Ihnen möglich, sich genau dafür Strategien zu überlegen.

Eine Entscheidung für das Ja

Man kann das Ja zu einer Grundsatzentscheidung machen. Zu einem Lebensprinzip. Dazu finden Sie im Folgenden noch einige Anregungen.

 

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Kommentare

  • Ja,ja,ja! Danke für die guten , hilfreichen Beiträge von Euch, die ich immer wieder mal selbstkritisch lese! Sie sind sehr inspirierend. Für mich steht hinter diesem „Ja“ und der „Kraft“ d e r große „Ja-sager“ Gott/Jesus, der mit seinem Geist erst unsern Geist „entzünden“ muß, zu solchem Ja zu finden. Darüber bin ich sehr froh. Und ich muß sagen,sein Geist weht wirklich „wo er will“ – offenbar auch bei Euch!

    Noch einen ergänzenden Literaturtip:

    Die Bücher von Uwe Böschemeyer, einem Frankl-Schüler und ebenfalls Liebhaber des Lebens und der Menschen.

    Lieben Gruß
    Maren

  • Ihr Lieben,
    gerne lese ich immer wieder den Newsletter. ZU diesem Artikel „Ja“ paßt m. E. folgendes kleines Werk auf meinem Büchlein. Das A und E, Anfang und Ende einer Liebe

    Ja!
    Jetzt erst recht!

    Gestik unterstrichenes
    kräftiges „Ja“
    wieder entdecktes
    Selbstwertgefühl.

    „Ja“ zu mir

    Ich bin gut
    wie ich bin!

    (c) Stephanie Maltzan

    Macht weiter so, ich bewundere die immer wieder neu aufgenommenen Themen des Lebens in anderen Sichtweisen.
    Gratuliere.

    Herzlichen Gruß
    Stephanie Maltzan

  • Super Artikel. Mir ist diesbezüglich die Komödie „Der Ja-Sager“ in den Sinn gekommen. Toller Film der gut in diesen Zusammenhang passt und ich jedem Leser und jeder Leserin von Zeitzuleben.de empfehlen kann. Viel Spass beim etwas sinnvollem gucken. :)

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