Das Leid der Oase

oase

Es war einmal eine wundervolle Oase. Sie grünte in einer Pracht, die schöner kaum sein konnte.
Eines Tages blickte die Oase um sich, sah sie aber nichts anderes als die Wüste rings um sich. Vergebens suchte sie nach ihresgleichen und wurde ganz traurig.

Laut begann sie zu klagen: „Ich unglückliche, einsame Oase! Allein muss ich bleiben! Nirgends meinesgleichen. Nirgends jemand, der Freude an mir und meiner Pracht hat. Nichts, als die traurige, sandige, felsige, leblose Wüste umgibt mich. Was helfen mir hier in meiner Verlassenheit all meine Vorzüge und Reichtümer?“

Da sprach die alte und weise Mutter Wüste: „Mein Kind, wenn es denn anders wäre und nicht ich – die traurige, dürre Wüste – dich umgäbe, sondern wenn alles um dich herum blühend, grün und prachtvoll wäre, dann wärst du keine Oase. Du wärst dann kein begünstigter Fleck, von dem, noch in der Ferne die Wanderer rühmend erzählen. Du wärst dann nur ein kleiner Teil von mir und bliebest unbemerkt. Darum also ertrage in Geduld, was die Bedingung deiner Auszeichnung und deines Ruhmes ist!“

(nach Arthur Schopenhauer, leicht geändert, gefunden in:
E. Lukas: „Rendezvous mit dem Leben“)

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Kommentare

  • Hallo,
    Mich hat auch der letzte satz sehr doll angesprochen
    soo wie noch kein anderer satz der ist unglaublich:-)

  • Hallo,

    mich hat der letzte Satz sehr angesprochen, in Geduld ertragen was das Schicksal einem auferlegt hat. Aber traurig macht er mich auch.
    Etwas tröstlich ist, dass es Anderen ähnlich geht, dann ist man ja doch nicht so ganz alleine, im Geiste.

    Liebe Grüße
    Katharina

  • Und wieder eine Geschichte zum Thema „Vergleichen macht nicht glücklich“ (obwohl wir es unbewußt ja dauernd tun). Ich sehe in der Geschichte nicht, daß man sich über andere (die Wüste) erheben sollte, noch einen Grund für „Depression“ (..ich bin so alleine, mit meinen Bemühungen, Idealen, was auch immer).
    Ich sehe darin den Rat: mach Dein Ding, von dem Du überzeugt bist – denn deshalb machst Du es ja – und schau nicht auf die anderen (egal, ob herunterschauen, oder um Hilfe oder Gesellschaft schauen).
    Gleichgesinnte finden sich von alleine und manchmal ist auch der gesellige Typ mit hundert Freunden einsam.
    Wichtig ist, daß ich selbst weiß, was und warum ich es mache und so, und nicht anders lebe.
    Wünsche Euch einen starken Sonntag!

  • Lieber bin ich eine unter vielen Gleichen, mit denen ich LEBEN und
    kommunizieren kann, die ein Geben und Nehmen ermöglichen,
    als einsam und mich voller Stolz tröstend, dass irgendwo irgendwer
    mich schon zu würdigen weiß und nett über mich spricht.

    • alexandra.steiner@telering.at schreibt am 16. Februar 2014

      Manchmal hat man aber nicht die Wahl und muss die Situation annehmen lernen und da hilft dieses Bild, finde ich.

  • alexandra.steiner@telering.at schreibt am 16. Februar 2014 Antworten

    Schon oft habe ich mich einsam gefühlt im Meer der Menschen die so anders sind – sei es in der Familie, Arbeit, weiteres Umfeld. Ein schöner Gedanke gerade deswegen hier richtig zu sein und nicht eine Verlorene in einer fremden Welt!

  • Auf den ersten Blick eine schöne Geschichte mit sinnvollem Appell zur Selbstliebe. Auf den zweiten Blick sehe ich darin lustigerweise auch die Forderung nach einem Weltbild was ganz klar zwischen „Ich“ und „die Anderen“ trennt. Vielleicht differenziert die Geschichte da nicht genug. In jedem Fall denke ich nach, das ist schon mal eine gute Leistung vom Storytelling;-]

    • Daniela S schreibt am 16. Februar 2014

      In der Geschichte finde ich auch das die Oase zwar glücklich sein kann etwas einzigartiges zu sein doch finde ich nicht das „Mutter Wüste“ der „Oase“ dabei behilflich ist das begreifen zu lassen.;)

    • Daniela S schreibt am 16. Februar 2014

      meinte:…begreiflich zu machen.

  • Meine Güte. Und wieder einmal habt Ihr zur rechten Zeit die richtige Geschichte dem richtigen -„einsamen“- Leser vermittelt. Balsam für die Seele. Geschichte wird gespeichert
    und DANKE!!!

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