Tagebuch inkl. Videokurs Gelassenheit

Depression natürlich behandeln (Dr. med. Delia Grasberger)

„Depression natürlich behandeln“  – von Dr. med. Delia Grasberger – Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2013 – 140 S. – ISBN: 978-3-89993-649-0 – 19,95 €

Fast 8 Millionen Menschen sind in Deutschland von Depressionen betroffen. Dabei sind die Ursachen dafür ebenso unterschiedlich wie die Symptome, unter denen depressive Menschen leiden. Aber eines gilt für alle Formen der Depression: Die Betroffenen brauchen dringend professionelle Hilfe. Denn um aus diesem Tief auszubrechen, reichen nicht ein paar einfache Ratschläge oder kluge Sprüche à la: „Du hast doch eigentlich alles, was man zum Leben braucht!“

Deshalb war ich auch ein bisschen skeptisch, als wir den Ratgeber „Depression natürlich behandeln“ von Dr. med. Delia Grasberger zur Rezension bekommen haben. Und trotzdem neugierig, denn immerhin ist Frau Grasberger Fachärztin für psychotherapeutische Medizin und Psychiaterin. Dementsprechend müsste sie als Profi ja gut wissen, was zur Selbsthilfe möglich ist.

Im ersten Teil des Buches geht es zunächst ganz allgemein um das Krankheitsbild Depression. Dieser Teil, der etwa 1/3 des Buches ausmacht, ist sehr informativ und gibt einen guten Überblick über die Krankheit an sich. Die Autorin beschreibt die unterschiedlichen Formen, die verschiedenen Ursachen und die psychischen und körperlichen Symptome einer Depression. Sie gibt aber auch einen Überblick über die verschiedenen Therapieformen und Wirkungen sowie Nutzen verschiedener Antidepressiva.

Der zweite Teil des Buches lautet „Depression – das können Sie selbst tun“. Hier zählt die Autorin verschiedenste Möglichkeiten auf, die der Betroffene selbst ergänzend zu einer Therapie/ärztlichen Behandlung ausprobieren kann. Sodass er sich zumindest kurzfristig besser fühlt.

Solche Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Lassen Sie sich von der Natur helfen
  • Bewegen Sie sich
  • Führen Sie ein Erfolgstagebuch
  • Schreiben Sie über Ihre Gefühle
  • Stellen Sie den Lebenskompass wieder neu ein
  • Entwickeln Sie die Fähigkeiten zur gesunden Abgrenzung
  • usw.

Natürlich erklärt die Autorin dazu auch, warum gerade diese kleine Sache eine positive Auswirkung haben kann. Schade allerdings ist, dass sie wenig konkrete Anleitung gibt. Da fehlen mir zum Beispiel hilfreiche Fragen, die ich mir stellen kann, um überhaupt auf meine Erfolge für das Erfolgstagebuch aufmerksam zu werden. Und wie genau kann ich denn meinen Lebenskompass neu einstellen und mir dessen bewusst werden, was ich will? Dass das Buch dafür nur begrenzt Raum bietet, ist klar. Aber zumindest ein paar Reflexionsfragen oder Empfehlungen hätte ich hier sehr hilfreich gefunden.

Im dritten Teil gibt die Autorin Delia Grasberger dann noch „hilfreiche Spezialtipps“. Hier kommen vor allem die Freunde alternativer Heilmethoden und natürlicher Hilfsmittel auf ihre Kosten. Die Autorin zeigt hier, welche Nahrungsmittel eine positive Auswirkung auf das Gemüt haben, und stellt auch die wichtigsten Heilpflanzen vor. Außerdem erklärt sie, inwiefern auch Aromatherapie, Homöopathie oder z. B. Akupunktur aus der Depression heraushelfen können.

Alles in allem fällt meine Bewertung etwas zwiegespalten aus.

Der erste Teil, in dem die Autorin alles Wichtige zum Thema Depression erläutert hat, hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube, dass dieser Teil auch besonders hilfreich für Angehörige sein kann. Er hilft, die Krankheit besser zu verstehen. Und dieses Verständnis macht ja vieles im Umgang mit dem depressiven Angehörigen einfacher.

Die Tipps allerdings fand ich manchmal schon sehr lapidar. Wenn da als ein Tipp steht: „Lernen Sie, sich selbst zu lieben“, dann finde ich das schon etwas kurz gedacht. Ich meine, das ist doch gerade das Problem. Wenn das so einfach wäre, dann würde es dem Betroffenen sicherlich besser gehen. Und wenn es heißt „Seien Sie nützlich!“, dann denke ich: Ja klar, auf jeden Fall. Dann fühlt man sich wertvoll …“ Aber in einer schweren Depression ist es für viele schon eine große Herausforderung, überhaupt die eigene Lebensfähigkeit aufrechtzuerhalten. Deshalb wäre es bei den Tipps auch hilfreich gewesen, zwischen den Schweregraden einer Depression zu unterscheiden.

Grundsätzlich sind aber viele Tipps in diesem Buch vereint, die begleitend zu einer Therapie wirklich hilfreich sein können. Gerade, wenn man die ersten Anzeichen einer Depression bemerkt, kann man mit den Tipps vielleicht noch gut gegensteuern. Oder eben wieder dann, wenn man schon auf einem guten Weg raus aus der Depression ist und sich langsam wieder selbst etwas Gutes tun kann.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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Kommentare

  • Hallo Christine
    Kann dir leider nicht antworten also schreibe ich dir so. Ich habe mir mal deine Worte durch den Kopf gehen lassen.
    Von der Seite das eine Depression ein Geschenk ist hab ich das ganze noch nicht gesehen eine Depression haben zwar viele aber eben halt nicht alle. Vielleicht habe ich mich wirklich zu sehr unter Druck gesetzt und Zuviel darüber nachgedacht was mal wieder hinter meinen Rücken getratscht wird. Danke für deine Worte

  • Ich habe schon viele Ratgeber für Depressive gelesen, die langfristig leider nicht geholfen haben. Daher haben die meisten Kommentatoren recht. Ich leide seit meiner Jugendzeit immer wieder unter mittelschweren depressiven Episoden. Jetzt wieder seit 3 Jahren vermehrt, nachdem ich meinen Mann verloren habe.
    Ich finde, um Depressive wird sich in der Gesellschaft
    zu wenig gekümmert. Oft muss man seine Krankheit
    sogar verstecken. Man bekommt kein Verständnis.
    Auch die Medizin tut nicht viel…., z.B. Antidepressiva
    haben mir nie geholfen, im Gegenteil. Alle, die ich ausprobierte, hatten so schlimme Wirkungen, als müsse ich jetzt verrückt werden.
    Es half auch kein Johanniskraut. – Das einzige, was
    wirklich Linderung bringt, obwohl immer wieder ver-
    teufelt, sind bei mir die berüchtigten Benzodiazepine, die ich kontrolliert einnehme.
    Ja, und manchmal hilft auch Geselligkeit. Und Haus-
    tiere. Aber manchmal hilft leider kaum etwas! Die
    Forschung müsste mehr unternehmen!!!!
    10 Jahre lang leitete ich eine Selbsthilfegruppe für Depressive und Angstkranke. Und die darunter litten,
    hatten mal Linderung, mal Rückschläge. Wirklich geheilt wurde NIEMAND! Leider!
    Wenn die Depression keine so schlimme grausame
    Krankheit wäre, und wenn es immer Heilung gäbe,
    würden sich so viele Betroffene, auch Prominente,
    das Leben nehmen? – Sie hätten wirklich genug Geld
    und Möglichkeit, die besten Therapeuten aufzusuchen. Aber nein, am Ende konnten sie nicht
    anders……. traurig! – Vielleicht gelingt es der Depressionsforschung ja doch noch einmal, ein wirksames Mittel zu finden. Die derzeitigen Antidepressiva, die auf dem Markt sind, sind es leider NICHT!!!!
    Gabriela Catania

  • Hätte wenn und aber, alles nur Gelaber! Kann Euch allen nur zustimmen, Ratschläge erreichen einen wirklich depressiven Menschen in den seltensten Fällen und selbst wenn ist die Umsetzung derselben noch eine ganz andere Sache. Ich konnte mir in meinen D-Phasen noch nicht mal ein Brötchen schmieren, wie soll ich da bitteschön lernen mich selbst zu lieben???
    Meiner Meinung nach liegt die Warheit wie man mit Depressionen umgehen kann nicht in Büchern, habe selbst genügend darüber gelesen und in akuten Phasen hat mir nix davon wirklich helfen können. Man kann nur lernen mit der Depression einigermaßen umzugehen und lernen zu akzeptieren wie man nun mal ist, alles andere ist Blödsinn.

    • Hexe schreibt am 13. Januar 2014

      Nix für ungut, aber: vielleicht ist das ja auch etwas zu leicht gemacht, was die betroffenen Angehörigen angeht? Denn die leiden ebenfalls mit und das sollte nicht vergessen werden, wenn man möchte, dass sie bleiben…

  • Ich stimme meinen den meisten Kommentaren zu. Wenn ich im tiefen Loch hänge, die Depression wie ein Schleier über mich fällt, geht fast nichts mehr. Und die Ratgeber mit dem Aspekt „sich nützlich zu machen “ sehe ich sehr kritisch, in der D-Phase sind sie sinnlos, weil sie zumindest mich dann nicht erreichen. Menschen, die zu mir halten, mir schreiben, mit mir rausgehen an die Luft, einfach da sind, das ist hilfreich für mich. Und wenn die Phase vorbei ist, sich dann einen “ Notfallkoffer“ packen und Strukturen die mir gut tun entwickeln und durchführen, gut zu mir sein, achtsam mit mir umgehen. Das hilft mir sehr wenn die Zeit zu überstehen wenn die Schleier wieder fallen.

  • Meine Erfahrung mit einer leichten bis mittelschweren Depression ist, dass sämtliche Ratgeber mit gutgemeinten Tipps wenig nutzen. Mir ist schon bewusst, dass Sport, soziale Kontakte usw. helfen, doch wenn man sich wirklich in einem tiefen Loch befindet, geht einfach nichts mehr, selbst der Gang zum Briefkasten ist zu viel. Ich habe mich paar guten Freunden anvertraut, die mich wie an der Hand nehmen und mir helfen, den Weg nach draussen zu finden. Z.B. Mich beim Spazieren gehen oder Sport begleiten bzw. mich dazu zwingen. Und wenn’s wieder besser ist, versuche ich nicht mehr darüber zu reden.

  • Die Änderung des Lebensstils, die Änderung der Einstellung z.B. gegenüber Personen, die
    belastend sind, oft im familiären Umfeld bewirkt meist eine spürbare Besserung.
    Die Erfassung der eigenen Identität, der eigenen Werthaftigkeit, in und trotz der Depression
    ist eine wesentliche therapeutische Vorgehensweise.
    Das „eigene, eigentliche“ Leben wieder in die Hand zu nehmen und sich vor den „Vampiren“,
    also jenen Menschen oder Organisationen der persönlichen Gegenwart zu schützen welche
    Zeit und Energie rauben – bewirkt die Zunahme von positiver Energie und ermöglicht die
    eigene Lebensmotivation wieder zu stärken, oder oft zum ersten Mal überhaupt zu entdecken.

  • Ich schreibe jetzt mal aus Sicht einer depressiven. Habe seit meinen Schlaganfall vor vier Jahren immer wieder depressive (leichte)Episoden . Hilfe (selbst professionelle) habe ich bislang nicht gekriegt . Mir hat mal eine Psychiaterin gesagt ich gehe arbeiten und schaffe es meinen Alltag zu meistern da kann es ja nicht so schlimm sein ! Super(“ danke dafür“) Und wenn ich diese „tollen“Ratschläge lese, könnte ich heulen. Wie soll man sich denn selbst lieben, oder nützlich sein?. Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen mir gehen viele Leute aus den Weg (obwohl ich noch nie einen Menschen etwas getan habe, weder körperlich noch mit Worten, ich habe nur Gerede hinter meinen Rücken(Ich würde mich freuen wenn mir mal irgendeiner etwas ins Gesicht sagen würde oder mich mal einer selbst etwas fragen würde), ich werde des Öfteren dumm angegafft(wahrscheinlich sehe ich so schlecht aus, wenn es mir mal schlecht geht)äußerlich sieht man mir meinen Schlaganfall nicht an . Und wenn dann solche Theoretiker(sorry) solche Bücher schreiben soll wahrscheinlich alles wieder Friede, Freude Eierkuchen sein. Es sollte vielleicht mal einer im Gegenzug ein Buch mit den Titel schreiben „Depression das kann die Gesellschaft tun“, damit die Gesellschaft mal endlich lernt das depressive Menschen mit Gefühlen sind und keine Außenseiter sein wollen und die Leute aus welchen Gründen auch immer mit Ablehnung reagieren(und das tut verdammt weh) nur weil man depressiv ist.

    • Christine schreibt am 9. Dezember 2013

      Hallo Silvia
      Für mich ist eine Depression oftmals ein Geschenk, denn hier erkenne ich wo ich mich unter Druck setze,um zu gefallen.
      Da jeder aber seinen ganz individuellen Lebensplan hat muss dieser auch gelebt werden und wenn man sich diesen verwehrt endet dass in einer Depression.
      Wenn ich mich depressiv gefühlt habe sage ich dazu ja, fühle mich in sie hinein es ist wie in eine Höhle hinab klettern und sich dann fragen, was ist das Geschenk dass sich hier verbirgt.
      Es kommt dann eine Antwort die einen zum eigen Ausdruck des individuellen seins führt und man kann sie annehmen weil daraus etwas neues erwächst das dich ausmacht.
      Man versteht dann und akzeptiert, das heißt man kämpft nicht mehr dagegen an, und man schätzt sich selbst für das was man ist.

  • Ich gebe Chiyo insoweit Recht, als die Heilung bzw. der Ausweg aus der Depression bei jedem individuell gestaltet ist und es kein Patentrezept gibt. Auch gibt es keine Heilung im Sinne von vollständiger Beschwerdefreiheit sondern ein Lernprozess des Umgangs mit der Depression und der eigenen Selbstwertkrise. Jedoch gibt es Parallelen, die bei jedem individuellen Prozess auftreten. Diese kann man beschreiben und als Erfahrung vermitteln. So zum Beispiel, dass es ähnlich wie bei Suchtkranken ein fortwährende Arbeit darstellt, die Symtome frühzeitig zu erkennen und die für sich entwickelten Strategien zur Verbesserung des eigenen Gleichgewichtes anzuwenden, wobei Rückschläge und Versagen oftmals auftreten. Dennoch weiss ich, dass ein Netz von Freunden, die um die Depression wissen, hilfreich sein kann, die Vorboten rechtzeitig zu erkennen, denn die eigene Verhaltensänderung fällt ihnen früher auf. Sie reagieren dann nicht mit Unverständnis oder Panik sondern helfen, die eigene augenblickliche Situation zu verstehen und das eigene Frühwarnsystem zu aktivieren.

  • Den o.g. Artikel finde ich gut, nur der Titel ist nicht passend. Dies hat Makoto sehr gut in wenigen Sätzen zum Punkt gebracht. Die Tipps sind gut – aber nur für die Leute, die sich vielleicht bisschen niedergeschlagen fühlen. Dies kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn ich war vor 10 Jahren an Depression erkrankt, daher weiß ich was eine Depression ist.
    Liebe Grüße
    Sandy

  • Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
    Ratgeber für Depressive würden ganz anders aussehen, wenn sie auch von Depressiven geschrieben worden wären.
    Mit „guten Ratschlägen“ erreicht man hier in der Regel gar nichts. Im Gegenteil. Nach meiner persönlichen Erfahrung (mehrere depressive Episoden seit meiner Jugend) hat der Depressive viel zu oft auf andere gehört und dabei den Kontakt zu sich selbst verloren. Ich gehe sogar noch weiter, indem ich behaupte, der Depressive hat im Moment seiner völligen Erstarrung und Hilflosigkeit eine wichtige Erkenntnis gewonnen, die er nicht-depressiven Menschen voraus hat: Nämlich, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Oder vielleicht sogar mit dem Leben an sich.
    Meine Feststellungen waren damals unter anderem: Ich bin introvertiert (den Begriff kannte ich zwar nicht, aber ich konnte diese Charaktereigenschaft trotzdem ziemlich gut beschreiben), doch die Welt will mich extrovertiert. Ich bin hochsensibel, doch die Welt verlangt von mir Härte und Ellbogenmentalität. Ich bin sehr harmoniebedürftig, doch die Welt ist ein Ort voller Grausamkeit.
    Daraus entstand mit der Zeit eine Art Weltschmerz, der schließlich dazu führte, dass ich mich nirgends mehr zugehörig fühlte. Und wer sich nicht zugehörig fühlt, fühlt sich wertlos, einsam, hoffnungslos… Und wer sich so fühlt, wird von anderen erst recht abgelehnt. Ein Teufelskreis!
    Und dann kommen Menschen, die tatsächlich glauben, man könne diese übermächtigen – und ganz und gar nicht eingebildeten! – Gefühle mit chinesischen Pieksnadeln oder einem Waldspaziergang kurieren!? Bei allem Respekt, aber das ist nicht nur reichlich naiv, sondern auch zynisch!
    Ich habe mir über die Jahre gefühlte 1000 Ratschläge anhören müssen und erst viel zu spät begriffen: Sie helfen nicht. Nicht die Ratschläge, und erst recht nicht die Menschen, die sie einem geben. So bitter das klingen mag, aber man kann sich nur selbst helfen. Und wie man das am besten tut, muss man ganz allein herausfinden. Da gibt es keine bewährten Methoden, keinen Schuh, der allen passt. Es gibt meiner Meinung nach auch keine vollständige Heilung von der Depression (die ich ebenfalls als Teil meiner Persönlichkeit verstehe), sondern nur einen Prozess, der das Leben fortlaufend verbessern kann. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht weiter beschreiben, wie dieser Prozess bei mir aussieht, denn auch das wäre ja ein Ratschlag. Ich kann nur soviel sagen, dass alles, was man dazu braucht, in einem selbst liegt. Nicht in Büchern, Medikamenten, oder sonstigem Hokuspokus.

    Euch allen einen schönen 2. Advent!

    LG,
    Chiyo ^_^

    • Sara schreibt am 8. Dezember 2013

      Lieber Chiyo,

      danke für das was Du geschrieben hast , es lies mich wahrhaftig verstehen..
      Habe zwei Freunde die sind Depressiv..

      Habe auch mal gute Ratschläge gegeben , doch längst gemerkt
      lass mal, nimm sie an wie sie sind , sie werden da rauskommen ..
      Es bringt nichts wenn sie so drin sind..

      bei einem von beiden hört man oft , was will ich auf dieser Welt und Selbsmordgedanken ..

      ganz Ehrlich, ich weiß nett wie man auf sie zugeht – weil allein der Versuch merke ich ziehen sie sich mehr zurück ..

      Allen ein schönen 2 Advent

      Lg
      Sara

    • Julia(ne) Haberstroh schreibt am 8. Dezember 2013

      ich gratuliere dir zu deiner erkenntnis-vor allem gefällt mir- was du erkannt hast-vieles davon-von „gutenRatschlägen“-grenzt an zynismus -danke für deinen beitrag -sollten sich viele berater hinter die ohren schreiben

    • Karin schreibt am 9. Dezember 2013

      Danke für diesen Beitrag. Ich denke genau wie Du. Ratschläge und lange Gespräche helfen gar nichts. Jeder muss seinen Weg selbst finden und lernen damit umzugehen. Die heutigen Meinungen bestätigen mir, was ich schon lange befürchtet habe und das gibt mir wieder Zuversicht.

    • Manuela schreibt am 10. Dezember 2013

      Ich verstehe einfach nicht, warum depressive Menschen sich ständig über „Härte“ (Hartherzigkeit usw.) der Welt beschweren (was ja nicht falsch ist) aber dann gleichzeitig darüber lamentieren, dass sie zu eben dieser bösen Welt nicht zugehörig sind. Sei doch DU SELBST und stehe dazu; freue Dich, dass DU nicht so bist! und versuche nicht krampfhaft dazuzugehören sondern suche lieber Gleichgesinnte, Verständige evtl. in einer Selbsthilfegruppe.

      Da ich selbst jahrelang unter Depression litt weiss ich, wovon ich rede. Heute bin ich heil. Dass die Rat-SCHLÄGE nicht Betroffener wenig hilfreich sind, weiss jeder. Aber wollen wir doch die Absicht hinter einem solchen Buch eine Hilfestellung zu bieten trotz aller Einschränkungen und evtl. Fehler positiv bewerten (ich weiss das fällt schwer :-)

      Sehr gut fand ich übrigens den Hinweis, dass sich nicht jeder im gleichen Stadium der Depression befindet. Dem sollte unbedingt Rechnung getragen werden.

  • Makoto hat recht.
    Die meisten Selbsthilfebücher geben gute Ratschläge.
    Aber ein depressiver Mensch kann das nicht umsetzen.
    Diese Schreiber und Psychologen hatten nie eine Depression.
    Und sie glauben alles müsste doch über unseren Verstand funktionieren.
    Aber dem ist nicht so.
    Hier kann nur jemand wirklich helfen, der das theoretische Wissen mit der eigenen Erfahrung Depression durchlebt und gemeistert hat.
    Man würde ja auch keinen Führer von der besten Universität nehmen, wenn man durch den brasilianischen Urwald will.

  • Der erste Teil des Buches ist ok. aber was die Ratschläge betrifft, kann ich als Partner einer depresiven Frau nur sagen – unbrauchbar. Ein derpessiver Mensch kann nichts davon umsetzen. Wenn ich meine Frau in einer schlechten Phase ansehe und zur Kenntnis nehmen muss, dass ich NULL zu ihr durchkomme, kann ich nur den Kopf schütteln. Da kann sie ja nicht einmal etwas LESEN, ganz zu schweigen von anwenden.
    Fazit: Titel verfehlt, setzen.

    • Delia Grasberger schreibt am 19. Dezember 2013

      Hallo Makoto,
      auf Ihren Kommentar möchte ich gern antworten. Ich verstehe die Bürde, die Sie als Angehöriger einer depressiven Partnerin haben, da kann man oft in eine Überforderungssituation geraten. In dem Buch habe ich zu dem, was Sie bewegt, das Folgende geschrieben:

      1. Auf der Seite 134 steht genau beschrieben, wie man als Angehöriger hilfreich mit depressiv Erkrankten umgeht: “ Die meisten Angehörigen versuchen, dem Depressiven gut gemeinte Ratschläge zu geben, etwa „Nun reiß Dich mal zusammen“, „Eigentlich geht es Dir doch gut, du hast doch alles, wovon andere Menschen träumen“, …“Treib doch mehr Sport“, …aber auf diese Weise wird der Depressive nur noch mehr mit seiner Unfähigkeit beurteilt und fühlt sich um so hilfloser. So wundern sich die Angehörigen, wenn es dem Erkrankten noch schlechter geht und verzweifeln zunehmend selbst.“ In dem Buch steht dann weiter, dass weder Floskeln, noch Ablenkungen hilfreich sind, und es wird genauer darauf eingegangen, was man eben als Angehöriger für den Kranken stattdessen tun kann. u.a. zuhören und Verständnis zeigen, akzeptieren und wertschätzen, nichtdepressive Verhaltensweisen stärken, leichte Anforderungen stellen und weiteres.
      2. Ab einer gewissen Schwere der Erkrankung reicht das nicht mehr aus, man schafft es als Angehöriger nicht mehr allein, sondern braucht professionelle Unterstützung, ab wann man genau welche zusätzliche Hilfe braucht, steht ebenfalls ausführlich in dem Buch. Dann reicht Lesen nicht mehr aus, da haben Sie völlig recht, es braucht Psychotherapie, notfalls medikamentöse Unterstützung, in ganz schweren Fällen einen stationären Aufenthalt. Wann das erforderlich wird, steht ebenfalls in dem Buch.
      3. Für alle anderen, die noch in der Lage sind, zu Lesen, und in einem gewissen Umfang aktiv zu sein, ist es hilfreich, sich wieder mit kleinen Schritten, die gerade noch zu bewältigen sind, dem Leben zu zu wenden. Angeregt dazu wurde ich durch viele Gespräche mit depressiven Patienten, die ich in meiner Praxis behandelt habe und die mir u.a. auch berichtet haben, was ihnen zusätzlich zur Therapie geholfen hat. Ich habe ja auch viele Beispiele von Patienten gebracht.
      So wie Sandy weiter unten schreibt, eignen sich die Tipps recht gut für Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression.
      Ansonsten soll mein Buch lediglich Anregungen vermitteln, wenn der eine, oder andere Depressive darin für sich persönlich eine Idee entdeckt und aufnimmt, ist ja schon geholfen und ein Anfang gemacht. Jeder steht in seinem Leben an einem unterschiedlichen Punkt, und ich wollte auch ermuntern, nicht aufzugeben.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Delia Grasberger

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