Der Blinde und der Lahme. Oder: Die Integration von Vernunft und Intuition

Es gibt eine alte Sufi-Geschichte:

Ein Blinder irrt orientierungslos durch den Wald. Plötzlich stolpert er über etwas am Boden und fällt der Länge nach hin. Als der Blinde auf dem Waldboden herumtastet, entdeckt er, dass er über einen Mann gefallen ist, der am Boden kauerte. Dieser Mann ist ein Lahmer, der nicht laufen kann.

Die beiden beginnen ein Gespräch miteinander und klagen sich gegenseitig ihr Schicksal.

„Ich irre schon seit ich denken kann in diesem Wald herum und finde nicht wieder heraus, weil ich nicht sehen kann.“ ruft der Blinde aus.

Der Lahme sagt: „Ich liege schon, seit ich denken kann, am Boden und komme nicht aus dem Wald heraus, weil ich nicht aufstehen kann.“

Und während sie sich so unterhalten, ruft der Lahme plötzlich aus: „Ich hab’s! Du nimmst mich auf den Rücken, und ich werde dir sagen, in welche Richtung du gehen musst. Zusammen können wir aus dem Wald herausfinden.“

Laut Aussage des alten Geschichtenerzählers symbolisiert der Blinde die Rationalität, der Lahme die Intuition. Auch wir werden aus dem Wald nur herausfinden, wenn wir lernen beide zusammenzubringen.

aus: Peter M. Senge: Die fünfte Disziplin,
leicht geändert

 

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Kommentare

  • Christian Fürchtegott Gellert

    Der Blinde und der Lahme

    Von ungefähr muß einen Blinden
    Ein Lahmer auf der Straße finden,
    Und jener hofft schon freudenvoll,
    Daß ihn der andre leiten soll.
    Dir, spricht der Lahme, beizustehn?
    Ich armer Mann kann selbst nicht gehn;
    Doch scheints, daß du zu einer Last
    Noch sehr gesunde Schultern hast.

    Entschließe dich, mich fortzutragen:
    So will ich dir die Stege sagen:
    So wird dein starker Fuß mein Bein,
    Mein helles Auges deines sein.

    Der Lahme hängt mit seiner Krücken
    Sich auf des Blinden breiten Rücken.
    Vereint wirkt also dieses Paar,
    Was einzeln keinem möglich war.

    Du hast das nicht, was andre haben,
    Und andern mangeln deine Gaben;
    Aus dieser Unvollkommenheit
    Entspringet die Geselligkeit.

    Wenn jenem nicht die Gabe fehlte,
    Die die die Natur für mich erwählte:
    So würd er nur für sich allein,
    Und nicht für mich, bekümmert sein.

    Beschwer die Götter nicht mit Klagen!
    Der Vorteil, den sie dir versagen
    Und jenem schenken, wird gemein,
    Wir dürfen nur gesellig sein

    Ich kenne dies Lied von der Gruppe Ougenweide (schreiben die sich so??, bin ich gerade überfragt)

  • Sowohl der Blinde als auch der Lahme haben einen großen Vorteil, im Vergleich zu den meisten anderen Menschen, sie wussten dass sie es alleine nicht schaffen.

  • ein Lahmer sprach zum andern
    laß uns ein bischen wandern
    im Gedanken gingen sie fort
    zu jenem anderen Ort

    muß man erst lahm sein – um sich zu bewegen
    erst blind sein – um zu sehen …
    Gefühle erwachen sich zu regen
    Leid erfahren um zu verstehen … ?

  • Um da mit vereinten Kräften aus dem Wald zu kommen, benötigt der Blinde eine große Kaft, um den Lahmen zu tragen. Ein Weg aus dem Wald kann sehr lang sein und Kräfte lassen irgendwann nach…

    Genauso schwierig (kraftaufwändig) ist es sicher für viele Menschen, die bisher nur auf die Rationalität vertraut haben, sich mit der Intuition zusammen zu tun und gemeinsam den Weg zu finden und zu gehen…

    Pausen machen, innehalten, Kräfte schonen und dann wieder weiter… es lohnt sich…

    • Heide-Rose Decurtins schreibt am 23. Juni 2013

      Ja, es ist wirklich nicht ganz einfach auf seine eigene Intuition zu vertrauen. Im Inneren weiss jeder Mensch, wenn er eine Entscheidung getroffen hat intuitiv, ob die Entscheidung gut oder „schlecht“ war. Und versucht dann zu ändern, zu denken und nochmals zu denken. Doch es wurde bereits entschieden. Auf seine innere Stimme zu hören bedeutet, bewusst nach innen zu gehen – und da gibt es eine ganz einfache Uebung.
      2 Blatt Papier A-4. Auf ein Papier lass ich den Namen desjenigen schreiben – auf das andere Papier – mein inneres Bewusstsein – oder mein Bauchhirn. Dann steht der „Entscheidente“ zuerst auf seinem Namen, spürt dort in die Lösung seines Problems hinein. Dann wechselt er auf das andere „Bauchhirn“-Papier und spürt dort hinein.
      Das Ergebnis ist für mich immer wieder faszinierend. Intuition kann man sich antrainieren – das bedeutet aber auch, dass man es wirklich zulassen muss. Für mich gibt es keine „falschen“ Entscheidungen – nur Lernprozesse. Doch mit Intuition schone in meine Kräfte – und weiss, dass ich bei meinen Entscheidungen wirklich auf meinen „Bauch“ vertrauen kann. Und oft – da sitze ich Situationen einfach aus – und das ist auch eine Entscheidung; denn manchmal löst sich alles von alleine in Luft auf……….

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