Der suchende Segler

Segler

Es war einmal ein Segler, der gerade sein Boot fertig machte, um hinaus aufs Meer zu segeln. Der Segler war auf der Suche, er wusste allerdings noch nicht so recht wonach. Er wusste nur, wenn er gefunden hätte, wonach er sucht, dann würde er es schon merken. Also wollte er einfach lossegeln und schauen, wohin ihn der Wind treibt.

Da ging am Kai ein Kaufmann vorbei und fragte den Segler: „Wohin geht die Reise?“

Der Segler lächelte und antwortete: „Ich weiß es noch nicht. Mal schauen, wohin der Wind mich trägt.“

Der Kaufmann schaute nachdenklich, so als wollte er etwas sagen. Doch er ging langsam weiter und sagte dann im Vorbeigehen leise vor sich hin: „Für einen Segler, der seinen Zielhafen nicht kennt, ist kein Wind der richtige.“

Der Segler hörte diese Worte. Und er stockte, denn er musste darüber nachdenken, was der Kaufmann da gerade gesagt hatte.

Er hielt kurz inne und dachte nach: Hm ja, da steckt schon etwas Wahres drin. Doch ich lasse mich vom Wind tragen, weil ich etwas suche, und ich weiß ja nicht wo. Deshalb will ich einfach nur die Welt kennenlernen und möglichst viel sehen und erfahren. Also stimmt genau das Gegenteil von dem, was der Kaufmann sagte: Jeder Wind ist mir recht!

Und dieser Gedanke beruhigte den Segler wieder. Also löste der Segler die Leinen und brachte sein Boot hinaus aufs Meer.

Diesmal hatte er Glück: Der Wind pustete und pustete und gab ihm seine Richtung ohne Abweichung vor. Nach einigen Tagen beständigen Segelns sah der Segler in der Ferne plötzlich wieder Land. Und er beschloss, sein Boot direkt darauf zuzusteuern.

Als er näher kam, konnte er seinen Augen kaum trauen: Welch ein wunderschöner Ort, an den ihn der Wind diesmal getragen hatte!

Der Segler legte sofort im Hafen an und ging an Land. Er war überwältigt, denn dieser Ort war noch viel schöner, als er zuerst geglaubt hatte … Die Gebäude waren von strahlender Schönheit und gleichzeitig sehr gemütlich und einladend. Die Menschen hier lachten viel und waren auch sehr freundlich zu ihm. Das Wetter war hervorragend. Und das leckere Essen erst … Hier würde es sich gut für einige Zeit aushalten lassen, denn dieser Ort war ein kleines Paradies auf Erden!

Der Segler blieb einige Tage an diesem Ort. So lange, bis er eines Morgens aufwachte und plötzlich innerlich sehr unruhig war.

Er hörte wieder diese innere Stimme, die ihm immerzu so viele Fragen stellte: „Willst du etwa hierbleiben? Ist das hier das, wonach du suchst? Dort draußen gibt es noch so viele unentdeckte Orte, könnte es nicht noch einen geben, der noch besser zu dir passt? Wäre es jetzt nicht evtl. mal an der Zeit, deine Suche fortzusetzen? …“

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Der Segler dachte sehr viel über diese Fragen nach, aber er fand keine rechte Antwort darauf, denn er wusste eben nicht, wonach er sucht. Er konnte diese innere Stimme und ihre Fragen aber auch nicht ignorieren. Und so entschloss er sich, sein Boot am nächsten Tag wieder startklar zu machen.

Als er am nächsten Morgen begann, sein Boot mit Vorräten zu beladen, sah er einen alten Mann herunter in den Hafen kommen, direkt auf das Boot zu. Der alte Mann kam langsamen Schrittes zum Boot und setzte sich dort auf einen Stein. Dann fragte er den Segler unvermittelt: „Was machst du da?“

Der Segler packte noch die letzten Vorräte an ihren Bestimmungsort. Dann griff er nach der Leine, um noch den letzten Knoten zu lösen. Er antwortete nebenbei: „Ich steche wieder in See und habe mein Boot dafür vorbereitet.“

Der alte Mann überlegte kurz und fragte dann: „Hat es dir hier nicht gefallen?“

Und der Segler sagte: „Doch! … Sehr sogar!“

Der alte Mann war sich kurz unsicher, ob er richtig gehört hatte. Doch dann fragte er: „Warum willst du dann fort?“

Der Segler hielt kurz inne. Dann antwortete er wahrheitsgemäß: „Ich bin auf der Suche … Ich weiß zwar noch nicht genau wonach, doch ich hoffe, dass mir das Leben darauf irgendwann eine Antwort gibt, wenn ich lossegle. Deshalb muss ich weiter.“

Den alten Mann schien diese Antwort irgendwie berührt zu haben, denn auf einmal schaute er sehr nachdenklich zu Boden.

Dann sagte er: „Ich war einst so wie du … Auch auf der Suche. Ich habe endlose Jahre auf dem Meer verbracht und dabei habe ich die ganze Welt gesehen, wirklich die ganze Welt. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, irgendwo dort draußen liegen die Antworten verborgen… Ich war der Sklave meiner unstillbaren Fragen. Sie haben mich mein Leben lang getrieben und mich rastlos gemacht …“

Dem Segler kamen unversehens auch seine Fragen wieder in den Kopf, die ihn immer so rastlos werden ließen. Die ihm das Gefühl gaben, irgendwie nicht am richtigen Ort zu sein. Und er fragte sich, ob der alte Mann wohl das gefunden hatte, wonach er gesucht hatte …

Der alte Mann konnte dem Segler diese Frage aus seinem Gesicht ablesen. Dann holte er tief Luft und sagte: „Ich habe mir geschworen, falls ich je einen Segler treffen sollte, der so ist, wie ich einst war, dann werde ich ihm berichten, was ich auf dem Meer gelernt habe.“

Der Segler schaute den alten Mann jetzt gebannt an.

Der alte Mann zögerte kurz, so als würde er seine Worte sehr sorgfältig abwägen. Dann sah er aufs Meer hinaus: „Ich war auf der Suche dort draußen. Und meine Suche glich der Suche nach einem ‚Etwas‘ im Heuhaufen. Ich wusste nicht, ob es die Nadel war, der Knopf oder doch der Faden … So folgte ich segelnd jedem Wind, in der Hoffnung, das Leben würde mir darauf schon eine Antwort geben. Ich glaubte, wenn ich finden würde, wonach ich suchte, dann wüsste ich es schon …“

Unvermittelt schaute der alte Mann den Segler mit ernstem Blick an: „Doch so war es nicht. Die ganze Zeit gab es nichts und niemanden, der mir je hätte eine Antwort darauf geben können. Nicht das Leben, keine plötzliche Eingebung und auch kein alter weiser Mann. Niemand, außer mir selbst.“

Der Segler sah den alten Mann verwirrt an.

„Meine Fragen ließen mich einfach nie los, weil ich meine Suche falsch angegangen bin. Und nun bin ich alt …“ Er machte eine Pause.

„Bevor du auch nach Antworten dort draußen auf dem Meer suchst, suche erst nach Antworten in dir selbst. Wer bist du? Was möchtest du? Wie soll der Ort sein, an dem du endlich glücklich bist?“

„Wenn du das weißt, dann ist der Heuhaufen zwar immer noch groß, aber du weißt wenigstens, wonach du suchen musst. Das ist der wichtigste Teil deiner Suche! Diese Antworten findest du nur in dir selbst und nicht dort draußen auf dem Meer … Erst wenn du weißt, wer du bist und was du willst, erst dann wirst du auch wissen, wann du auf deiner Suche fündig geworden bist.“

Der Segler schaute weit aufs Meer hinaus. Er schloss seine Augen und atmete einen tiefen Zug salziger Luft ein.

Dann griff er nach der Leine und band den Knoten wieder zu.

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Kommentare

  • Die Geschichte greift ein für mich interessantes Thema auf, differenziert jedoch meiner Meinung nach zu stark zwischen „suchen“ und finden“. Wann kann ich schon sagen, dass ich etwas gefunden habe? Ist es nicht so, dass ich sobald ich einen Hafen bzw. Ziel erreicht, mein Verstand sich schon wieder ein neues Ziel ausdenkt? Wahrscheinlich ist das Typ-Sache, allerdings glaube ich nach all meinen bisherigen Lebenserfahrungen (viel gereist, einige schwierige Phasen im Leben), dass man gut daran tut, nicht immer herausfinden zu wollen, wer man ist. Kann man etwas wie die Liebe, den Sinn des Lebens oder den Grund unserer Existenz vollends verstehen? Ich glaube nicht mit dem Verstand. Und mit diesem arbeiten wir immer. Verstehen kann man das Leben vielleicht in jedem Augenblick, in dem man versucht ihn so wahrzunehmen, wie er ist. Worte reichen dafür nicht aus. Suchen und finden relativieren sich dann, denn eigentlich ist alles eine Einheit und ständig im Fluss.

  • Es gibt auch solche Ziele:
    – sich treiben lassen
    – entspannen
    – auf den richtigen Zeitpunkt warten
    – ein Ziel suchen
    – sich finden lassen
    – offen sein für das, was ist
    – …

  • Es ist egal ob Du ein Finder oder ein Sucher bist. Beide enden dort, wo sie sterben, beim Tod, der Finder als Finder und der Sucher mit seiner Suche. So geht es also um die Zeit davor ? Wer gerne such soll suchen, wer finden möchte, der möge finden. Als Sucher würde ich sagen, es ist eine Ausrichtung der Sehnsucht. Finden ist endlich, die Suche ist unendlich, – es ist bloß eine Weggabelung nicht mehr.
    Es gibt vielleicht noch eine dritte Möglichkeit: Die stille Reflexion, aber damit hätte ich wohl eine Suche gefunden :-)) – Ist man wirklich genau, so ist am Ende nie eine eindeutige Antwort sondern immer ein Paradox.

    Mit besten Wünschen, Gerhard

  • Und was machen diejenigen, die in sich selbst keine „Berufung“ finden und froh sind über alles, das sie davon ablenkt? (Mir viel jetzt kein besseres Wort als Berufung ein – Leere trifft es nicht; es geht aber um die Sinnfrage, also eine Art Ruf, den man gerne hören würde, aber nicht kann.) Die sich tatsächlich schon ernsthaft damit auseinandergesetzt haben, worin der Sinn des Lebens für sie bestehen könnte, und keine wirklich gute Antwort gefunden haben?

  • Hallo, ich habe die Kommentare zu der Segelgeschichte überflogen..durchgesegelt ;-) und bin froh, dass es noch genug „Selber-Segler“ gibt…es gibt viele weise Alte, ob Frauen oder Männer und ihre Erkenntnisse am Ende ihrer Reise sehr wertvoll und doch ist die eigene Reise und die eigene Erfahrung das, was uns niemand nehmen kann.Ob man/frau die Weltmeere umsegelt oder Berge erklimmt oder tatsächlich „nur“ zu hause bleibt-wertvoll ist der Hinweis, dass man die Antwort in sich selbst findet…ha ha, merke gerade, dass ich selber älter werde, also „weiser“ oder etwa fauler ? Die „Jugend“ in mir, war vom Ende der Geschichte frustriert. „Er schloss den Knoten wieder.“ Aber warte mal-hat er Ägypten gesehen, den Nordpol…Panama ? Und was macht er jetzt, jetzt, wo er bleibt. Was hat er vor ? Den Kindern am Ort erzählen, sie können sich dieses oder jenes sparen ? Zusammen Fußball spielen oder sich zu raufen und zu messen? Zu lernen ? Bilder zu malen oder zu singen? Sich verlieben ?
    Mir persönlich hätte es gefallen, dass der Segler sich für den wertvollen Hinweis des Alten bedankt, in See sticht und seine Reise bereichert durch den Tipp einfach geniesst-so wie es die Leute hier in den Kommentaren oben machen. Sehr cool wie ich finde.Sehr inspirierend für eine „Hauptsächlich-in-Gedanken-Seglerin“ wie mich…hi hi, aber immerhin ;-) LG und Ahoi und gute Besserung an alle Gebeulteten, die hier geschrieben haben !

    • Gerhard Wiegandt schreibt am 9. Januar 2017

      Ja, ich kenne das, auch ich habe lange Zeit gesucht und wusste nicht wonach. Ich kannte bereits Deutschland von Nord bis Süd und Ost bis West als Verkaufschef einer Werkzeug-Importfirma. Deutschland gefiel mir sehr, aber ich fand es sehr klein damals. Ich wollte raus und die Welt kennenlernen, Abenteuer erleben und neue Kontinente erobern. Zufällig war ich auch Segler, aber immer nur Mitsegler, denn für eine eigene Segelyacht langte das Geld noch nicht.
      Aber ich wusste eins: In Deutschland bleibe ich nicht!
      So suchte ich eine Stellung bei deutschen Firmen, die Niederlassungen im Ausland besassen, aber alles war mir viel zu kompliziert und langwierig. Deshalb entschloss ich mich auszuwandern, aber wohin?
      Ich liebte das Meer und kannte Ost- und Nordsee sehr gut, aber das Wasser war mir immer viel zu kalt. Ich wollte schwimmen und tauchen im warmen Wasser. Also kamen nur die Tropen in Frage. So entschloss ich mich für Brasilien und habe es nie bereut. Mit meinen Kenntnissen fand ich sofort eine Stellung bei einer deutschen Firma der Automobilbranche, machte mich schon nach 2 Jahren selbständig als Handelsvertreter für deutsche Spezialmaschinen und konnte mir nach weiteren zwei Jahren die so ersehnte Segelyacht kaufen. Ich machte meinen C-Schein und beteiligte mich an vielen Hochseeregatten. Manchmal gewann ich sogar Preise. Auch das persönliche Glück liess nicht lange auf sich warten und ich lernte wieder leben, lieben und lachen mit der Frau, die das Schicksal für mich vorgesehen hatte.
      Damit war auch meine Suche zu Ende, denn ich hatte gefunden, was ich suchte: mich selber und mein Glück.
      Wer kann schon sagen, dass er selber sich wirklich kennt? Woher er kommt und wohin er geht, weshalb er lebt und ob es ein vorhergeschriebenes Schicksal gibt? Ich habe das alles gelernt über die karmische Wiedergeburts-Astrologie und konnte genau erkennen, weshalb alles geschah und welche Aufgaben mir noch bevorstanden. So konnte ich auch über 30 vergangene Leben ausgraben, von denen ich einige hieb- und stichfest beweisen konnte.
      Nun bin ich eigentlich nur noch glücklich und zufrieden und erzähle alle meine Geschichten, die schon fast 4.000 Seiten betragen. Bald werde ich das erste Buch als E-Buch über Amazon veröffentlichen: Deutsche Abenteuer Brasilien.
      Brasilien ist nicht nur ein wunderschönes Land, sondern hat auch eine kontinentale Grösse und sehr herzliche Einwohner, die jeden Fremden mit offenen Armen empfangen. Ich freu mich heute noch, dieses Land, das mir immer wohlgesonnen war, zu meiner zweiten Heimat erwählt zu haben.

  • Moin Moin zusammen!

    Ich stecke mittendrin…möchte an der Ostsee in Kiel leben und getraue mich aber noch nicht richtig…Haus verkaufen, neue Firma gründen..meine „Versagungsangst“ sitzt mir im Nacken…weiß jemand Rat bitte?

    Herzliche Grüsse,
    Nic

    • henrik schreibt am 18. Juli 2017

      Hi Nic,

      was „versagst“ Du dir möglicherweise durch Passivität/Abwarten? Welche Erfahrungen kannst Du in dem Fall nicht machen? Versuch Dich mal zu sehen, wie Du auf Deinem Sterbebett zurückschaust auf Dein Leben. Was wirst Du wohl Denken? „Schade, ich kann das Haus nicht mit hinübernehmen…“, oder „Gott sei Dank habe ich damals … gemacht“.
      Was passiert Dir im schlimmsten Fall? Genau … auch diese Erfahrung ist unbezahlbar und ist letztlich nur ein Umweg auf Deinem Lebenspfad.
      Spüre in Dich hinein, was Dich wirklich antreibt, gib dem sicherheitsdenkenden Verstand eine Ruhepause… :-)

      Lebensbejahende Grüße

      Henrik

  • Mich hat die Geschichte sehr berührt. Denn ich finde mich in ihre wieder. Auch ich fühle mich auf der Suche nach einem unbekanntem Ziel. Ich bin Generalist- ich weiß und interessiere mich für Vieles, kann mich aber auch vertiefen und promoviere gerade. Nur diese nagende kleine Frage, ob es wirklich das ist, was ich will, lässt mich nicht mehr los. Denn wenn es nicht das wäre, was ich wollte und plötzlich merkte, dass ich eine falsche Wahl getroffen habe, kann ich die Zeit nicht mehr zurückdrehen.
    Ich bewundere die Menschen, die seit früher jugend Wissen, was sie wollen. Ich habe eine Freundin, die hat mit 13 Jahren gesagt, sie möchte Austronautin werden. Sie konnte es aufgrund physischer Eignung nicht- und jetzt, 14 Jahre später, ist sie promovierte Astrophysikerin. Eine andere Freundin hatte nie einen anderen Wunsch, als Medizinerin zu werden, wie ihre Eltern. Auch sie macht gerade ihren Facharzt.
    Zu wissen, was man will ist hier der Anfang. Aber woher weiß ich, was ich will? Meine Herangehensweise führte mich zu dem Schluss: vieles Ausprobieren. Dadurch wurde ich zum Segler, der dahin fährt, wohin der Wind ihn bringt. Aber effektiv und effizient ist diese Methode nocht. Hat jemand einen besseren Ansatz?

  • Ich finde die Geschichte vom Segler sehr wahr. Lange Zeit bin ich auch so „herumgesegelt“ sah viele Möglichkeiten, hatte Lust auf Vieles. Bis ich mich ganz intensiv damit beschäftigt habe (in einem 10 tägigen Kurs), was mich ausmacht, was ich mitbringe, kurz: wer ich eigentlich bin. Dann habe ich Stück für Stück mein Leben verändert, nicht von heute auf morgen, aber immer wieder in die Richtung die zu mir passt. Der Prozess ist nicht abgeschlossen, aber ich fühle mich wie befreit. Ich sehe 2 Hauptaspekte der Glücks-oder Sinnsuche: Der eine ist, das zu tun, was am besten zu einem passt und dazu gehört, dass man sich sehr gut kennt. Der andere Aspekt ist, dass das Leben ja von aussen auch immer wieder Begegnungen / Änderungen an einen heranträgt und man dann auch sehr gut schaut: Was passt zu mir, was kann ich aus der Situation machen? Und schliesslich heisst es auch, jeden Tag sich an ganz kleinen Dingen zu freuen: „Steinchen des Glücks“ aufsammeln, nenne ich das, um schliesslich mal ein ganz grosses Mosaik vor sich zu haben. Und wenn ich jetzt zum Fenster hinaus in die Winterlandschaft schaue und die hinter den Schneewolken hindurchspähende Sonne den Neuschnee glitzern lässt wie 1000 Diamanten, dann hat mein Mosaik schon wieder einen Glücksstein mehr!

  • Moin an alle Suchenden,

    ja, das ist eine sehr, schöne und anschauliche Geschichte. Diese Suche kann und muss wohl immer erst nach innen gehen – im außen werden wir nur selten Antworten auf unsere Herzens-Fragen finden. Es sei denn wir haben einfach Lust am suchen…
    Also lösen wir die Leinen erst einmal mental und machen uns auf den Weg ins unbekannte Innere …

    Für alle, die meinen Kommentar lesen, noch eins meiner Lieblingszitate:

    If you think adventure ist dangerous, try routine.
    It is lethal.

    (Paulo Coelho)

    Gruß
    Henry

  • Otti Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Vielen Dank! Auch die Kommentare habe ich sehr gern gelesen. schreibt am 17. Februar 2015 Antworten

    Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Auch die Kommentare habe ich sehr gern gelesen. Ist es nicht eine Frage des Alters? Zunächst sucht man das „Glück“ in der Welt. Nach einigen Krisen wird man auf sich selbst zurückgeworfen und kommt mehr zur Ruhe.
    Allerdings möchte ich nicht auf die Liebe mir nahestehender Menschen
    verzichten müssen.

  • Auch für mich ist das Verzwickte am „Ziel definieren“, dass ich damit andere Möglichkeiten ausschließe ….. und dann ganz instinktiv die Angst habe, die Wahl wäre für immer und ewig, andere Möglichkeiten für alle Ewigkeit ausgeschlossen. Und was mache ich dann, wenn ich mir etwas gewünscht habe, was ich doch nicht mag?

    Die Antwort ist …. wenn man nicht grad in der Situation drin steckt …. soooo leicht: Ziel nachjustieren. Sobald ich draufkomme, dann mein Ziel doch nicht das absolute Traum-Ziel ist, kann ich doch das Ziel mit Hilfe meiner bisher gewonnenen Erkenntnisse, neu definieren ….. und wieder habe ich ein Ziel, wieder habe ich etwas, wonach ich streben kann, und wieder habe ich etwas, das ich prüfen kann, sobald ich es gefunden habe, ob es wirklich das ist, was ich will. Und wenn nicht: … Dann kann ich ja nochmals ein neues Ziel stecken.

    Was ich damit sagen will: Ein Ziel definieren ist eine Hilfe, etwas zu finden …. auch herauszufinden, ob ich dieses Ziel mag oder nicht. Ein Ziel definieren ist KEINE Absage an all die anderen Möglichkeiten für alle Ewigkeit.

    Wenn ich mal in einer Sackgasse stecke und auch „einfach so übers Meer segeln will“ dann sage ich mir das, dann finde ich doch wieder ein kleines Zwischenziel, das es sich anzusteuern lohnt.

    Geht es euch ähnlich?

    • petra schreibt am 17. Februar 2015

      Hallo Elisabeth,
      ich finde Zwischenziele immer gut.
      Ich hab mal gelesen, man sollte versuchen „leicht“ zu leben. Daran denke ich oft, der Gedanke entspannt. Ich kann heute Sachen anders machen als gestern, ich hab die freie Wahl.
      Wie Theo sagt, immer in jeder Situation versuchen an sich zu glauben und immer auf der Suche bleiben – egal was man tut.
      Ich neige dazu, gerne und viel zu gucken, zu hören, auszuprobieren, weil mich viel interessiert und ich so wissensdurstig bin. Ich will aber auch geistig nicht so schnell alt werden. Mir hat mal ein 25 jähriger Mitstudierender gesagt, du bist nicht alt, weil du studierst…ist das nicht süß?
      Es ist einfach der Glaube, dass man es schon richtig macht, heute! oder morgen ist n anderer Tag.

      Es ist aber auch wahr, dass man im Studium lernt in die Tiefe zu gehen, das allein ist schon sehr kostbar. Und ich glaube egal in welchem Bereich man rum schwiert, es geht um die Tiefe, die wiederum später befreit, wenn man es dann verstanden hat. Zumindest glaube ich daran. Lieben Gruß Petra

  • Hallo zusammen,

    Hermann Hesse hat einmal in einem Buch geschrieben: Nichts auf der Welt ist dem Menschen mehr zuwider, als den Weg zu gehen, der ihn zu sich selber führt.

    Wie in der Geschichte, braucht man für diesen Weg nicht weit zu reisen, sondern nur zu sich selber. Diese Reise ist sogar viel günstiger;)

    Das Wichtigste ist, dass man in jeder Situation an sich glaubt. Egal wie die momentanen Bedingungen sind und das man niemals aufhört zu suchen.

    Ich habe meine Antworten in der Lehre von Buddha gefunden. Wahrscheinlich gibt es noch viele andere weise Männer und Frauen, die früher gelebt haben oder immer noch leben und ähnliches belehren.

    Ich wünsche euch viel Mut bei der Reise zu sich selbst!
    Liebe Grüsse
    Theo

    • petra schreibt am 17. Februar 2015

      Hallo Theo,
      ich finde das gut, was du schreibst.
      Irgendwann habe ich mir gedacht: Bevor ich mich-wie vielleicht viele andere- mich im zunehmendem Alter über die Tischdecken der Nachbarn unterhalte, bleibe ich lieber weiter auf der Suche… nach mir selbst, auch wenn ich oft alleine damit stehe-das halte ich schon aus.
      Und um das hinzubekommen, habe ich trotz fortgeschrittenen Alters ;) noch ein universitäres Zweifach BA – Studium begonnen, und zwar Kunst- und Kunstvermittlung und Komparative Theologie der Religionen. Das ist schwer, aber gut. Aber Lernen ist nun mal schmerzhaft.
      Es macht aber auch glücklich.
      Das Erforschen des Buddhismus habe ich noch vor mir. Bin gespannt.

  • Eine sehr schöne Geschichte! Danke dafür

  • Ich muss jetzt mal ketzerisch fragen: Haben eigentlich immer nur die
    alten Männer die Weisheit mit Löffeln gefressen? Ich bin doch tatsächlich als Frau auch schon auf den Trichter gekommen.

    • Mathias Rudolph
      Mathias schreibt am 16. Februar 2015

      Hallo liebe Pelima,

      danke für deinen Hinweis! War gar nicht diskriminierend gemeint.

      Für mich passte in der Geschichte ein alter Mann besser, weil es ein Seefahrer sein sollte, der für lange Zeit auf See war ;-)

      Herzliche Grüße

      Mathias

    • A. Wellenborn schreibt am 13. Dezember 2016

      Sehr geehrte Pelima,

      die Parabel vom Segler auf der Suche sollte nicht ausschließlich wörtlich verstanden werden. Dazu gibt es bereits sehr gute Kommentare.
      Ich sehe persönlich eine weitere Komponente: Stellen Sie sich nur für den Moment einmal vor, unser Segler hätte sein eigenes Ich, angekommen im Ziel, bereits getroffen. Nicht also einen alten Mann, der ebenfalls segelte, sondern eine Begegnung mit der Antwort auf seine ureigenen Fragen: Was will ich eigentlich, wo würde ich mich am wohlsten fühlen, wie besiege ich die innere Unruhe nach Neuem (bitte führen Sie diese Liste fort).

      Sobald Sie diese Geschichte lesen, würde ich selbstverständlich davon ausgehen, dass Sie eine Seglerin mit Erfahrung angetroffen hätten. Sie wären anstelle unseres Seglers Ihrem Ich, Ihren Antworten in sich selbst begegnet.

      Wenn Sie mich also meinen Standpunkt zusammenfassen lassen, so geht es hier nicht darum, ob es eine weibliche oder männliche Komponente gibt, sondern lediglich darum, dass ein Bewusstsein entsteht für wesentliche Dinge durch die Begegnung, und die kann nur mit sich selbt stattfinden. Die Begegnung mit sich selbst wird gefordert vom alten Segler, die Begegnung hat damit bereits stattgefunden. Das Festbinden des Taus ist lediglich das Resultat der Erkenntnis.

      Ich möchte gerne auf einen weiteren Kommentar eingehen, finde aber das Original nicht mehr, um sauber zu zitieren: Insofern ist es nur ein Haltepunkt, dieser Erkenntnisgewinn, und jedem selbst überlassen, ob Ihre Seglerin neue Häfen erkundet und wie die dadurch gewonnenen Erkenntnisse in Zukunft genutzt werden. Jedenfalls wünsche ich Ihnen dazu viel Entdeckermut und Zeit, alles zu entdecken.

  • Ich bin jemand, der so lange nachdenkt und mit seinen Gedanken eine Lösung finden will, dass er nie ins Tun kommt.

    Daher gefällt mir die Geschichte nicht so, da ich für mich persönlich gelernt habe, dass es besser ist, im Tun die Lösung zu finden, und nicht nur in sich selbst die Lösung zu suchen.

    Einen schönen Sonntag noch euch allen! :-)

  • Sehr schöne Geschichte, ich wünsche mir auch so einen alten Mann zu treffen:-)

    • Irene schreibt am 15. Februar 2015

      Liebe Weronika,

      eben HABEN Sie doch diesen alten Mann getroffen…
      Im Grunde genommen spricht er doch zu uns allen! Wozu warten wir auf noch Einen? Kann der uns etwas anderes sagen? Etwas Besseres?

      Herzliche Grüße

  • Eine sehr tolle Geschichte, die viel in sich birgt. Danke!

  • Vielen Dank für diese sehr inspirierende Geschichte! Mir fällt dazu noch ein: „Wer nicht weiß wo er hin will, braucht sich auch nicht zu wundern, wenn er nirgends ankommt“
    Und ja, es ist unsere Lebensaufgabe, immer nach unserer inneren Mitte zu suchen :-)

  • Ich danke für die Geschichte „Der Segler“ und auch ein Danke für den Kommentar von Herrn Martin Bödeker. Ich stimme ihn voll und ganz zu. Alles Liebe allen Lesern

  • Die Geschichte vom Segler habe ich nun zwei Mal sehr genau gelesen, und sie hat mir vor Augen geführt, wie sehr auch mein Leben das dem suchenden Segler ähnelt bzw. geähnelt hat. Wer sich über die Ziele nicht klar ist, die er erreichen will und wer nicht jeden Tag bei dem ist, was er tut und was er fühlt, der kann steinalt werden und sich möglicherweise einer sehr langen Lebenszeit rühmen, hat aber von der Qualität des Lebens nichts begriffen. Erst wenn ich mich ganz im „Hier und Jetzt“ bewege, hat mein Leben Tiefgang. Und dabei spielt es keine Rolle, ob ich gesund oder krank bin, ob ich viele Talente habe oder nur wenige Begabungen. Und über mich persönlich kann ich hier sagen: Ich musste erst Anfang Sechzig werden, um das hier Beschriebene zu begreifen und zu spüren: Es bleibt die tägliche Übung für mein Leben, jeden Tag bewusst wahrzunehmen und immer wieder dankbar für alles zu sein, was mir trotz meiner 100 %-igen Schwerbehinderung und etlicher Einschränkungen noch möglich ist. Dem Verfasser der Geschichte vom Segler HERZLICHEN DANK und an dieser Stelle zugleich die Frage, ob ich diese Geschichte an die Mitglieder meiner Selbsthilfegruppe für Polyneuropathie weitergeben darf. Mit dem Wunsch, dass alle Leser dieser Seite heute Sonntagsseligkeit genießen können, grüße ich mit dankbarem Herzen aus dem so genannten „Land des Hermann“, Kreis Lippe (NRW), Martin Bödeker

    • pauline212 schreibt am 15. Februar 2015

      Lieber Herr Bödeker, herzlichen Dank für Ihre Zeilen, die mir Mut und Hoffnung machen. Ich selber habe MS und bin seit Jahren auf der Suche nach einem erfüllten Leben trotz Handicap.
      Achtsamkeit und Dankbarkeit für die vielen schönen Dinge im Alltag sind wirklich ein Schlüssel zum Glücklichsein.
      Aber auch auf der Suche sein und bleiben bringt Freude und Glück, zu wissen, andere begleiten und suchen das gleiche, Gelassenheit, inneren Frieden z.B. und die Freude, Antworten zu finden, die es plötzlich leichter machen, zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist.

      Von Angelus Silesius gibt es einen Spruch passend zur Geschichte:
      Halt an, wo läufst du hin? Der Himmel ist in dir. Suchst du ihn anderswo, du fehlst ihn für und für.

    • Mathias Rudolph
      Mathias schreibt am 16. Februar 2015

      Hallo lieber Martin,

      wie schön, dass Ihnen die Geschichte so gut gefallen hat!

      Sie können die Geschichte sehr gern weitergeben. Uns ist dabei nur wichtig, dass die Quelle in gut lesbarer Form mit angegeben wird ;-)

      Herzliche Grüße

      Mathias

  • Liebe Bernadette, du bist auf dem Weg und du möchtest auch jetzt gerade auf diesem Weg sein. Du hast doch eine Entscheidung getroffen. Vertrau dir! Ich wünsche dir weiterhin eine gute Zeit auf deinem Boot und ich finde es sehr cool, dass du diese Wohnform gewählt hast! Alles Gute!

  • Diese Geschichte hat mir zu viele verschiedene Aspekte. Sie ist mir zu kompliziert. Aber da ich in der gleichen Situation bin wie der Segler nur mit einem Wohnboot, und auf Kanälen unterwegs bin und eigentlich Nichts suche, sondern die vielen verschiedenen Sachen mir unterwegs einfach zu fallen , habe ich grosse Mühe mit dem Segler. Ich finde ich habe alles und habe alles gefunden was ich brauche.
    Das ich mein Ziel jetzt schon weiss, wohin ich mit meinem Leben gehen soll, finde ich eine wahnsinnig grosse Herausforderung. So im Grossen und Ganzen weiss ich es, aber es gibt so vieles was ich nicht planen kann und will. Ich bin nicht planlos, ich lebe einfach und es ist wunderbar was da alles auf mich zukommt. Ein Ziel könnte ja auch „unterwegs“ sein heissen. Ja, das ist ein wenig schwierig, alles in Worte zu fassen.

    • Karina Gürsching schreibt am 16. Februar 2015

      Hallo Bernadette,
      ich finde das super was Du machst und kann Dich sehr gut verstehen. Ich plane gerade eine Auszeit mit dem Wohnmobil. Mit dem Ziel: einfach nur leben und offen sein für das was mir unterwegs begegnet :) mich würde es sehr interessieren, wo Du unterwegs bist, hast Du deine Wohnung aufgegeben? Wie lange bist du schon mit dem Boot unterwegs? Ich würde mich sehr freuen von Dir zu hören. GLG Karina

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