Die beste Entscheidung meines Berufslebens

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Letztes Jahr habe ich eine komplette berufliche Kehrtwende vollzogen. Wie es dazu kam?

Nun, ich wurde im Job immer unzufriedener und unglücklicher. Die Anforderungen an mich wurden immer höher, die Mittel, die bereitstanden, blieben immer dieselben. Meine Kollegen und ich sollten in einem schrumpfenden Markt Verkaufsziele erreichen, die völlig unrealistisch waren, aber niemand traute sich, das offen zu sagen. Meine Arbeit wurde so zu einem vorprogrammierten konstanten Misserfolg, da ich mit meinen Maßnahmen die Ziele niemals erreichen konnte. Wenn die monatlichen Kennzahlen auf dem Tisch lagen, saß ich wie das Kaninchen vor der Schlange und traute mich kaum, hineinzusehen. Ich war verunsichert, hatte zunehmend das Gefühl, den Job, den ich bereits seit zehn Jahren ausübte, nicht mehr richtig zu „können“, weil mir nicht die Lösung einfiel, wie wir auf einen Schlag mehr statt immer weniger verkaufen konnten. Ich hatte Angst vor der Geschäftsführung. Die Abteilungsleitung war bereits abgeschafft worden, dafür war ich ja jetzt Marketing Manager. Komischerweise hatte mich niemand gefragt, ob ich das auch sein möchte.

Welche Angst beherrscht mich eigentlich?

Aber wovor hatte ich eigentlich diese Angst? Warum ging es mir so schlecht, dass ich während der Arbeitszeit fast gelähmt, nach Feierabend zu Hause schlecht gelaunt und reizbar, zuweilen verzweifelt und total erschöpft war? Es war nicht die Aussicht, den Job zu verlieren, denn den wollte ich ja schon längst gar nicht mehr haben. Es war nicht die Existenzangst, keinen Job mehr zu haben oder keinen zu finden, das schreckte mich alles nicht so sehr, da ich noch Ersparnisse besaß und mein Mann ebenfalls arbeitete. Es war eher die Aussicht, dass sich nichts ändern würde. Die Aussicht auf eine niemals endende Folge unerfreulicher Besprechungen, in denen immer ich am Schluss diejenige sein würde, die weitere Aufgaben aufgehalst bekäme und dazu auch noch sagt: „Jaja, das versuche ich irgendwie.“

Zu einem gewissen Zeitpunkt (nach mehreren Jahren!!) wurde mir dann klar: Die Situation bei der Arbeit wird sich nicht mehr zum Besseren verändern. Ich bin es, die etwas ändern muss. Darauf folgte der erlösende Gedanke: Niemand zwingt mich, dort zu arbeiten. Niemand zwingt mich, erst einen neuen Job in der Tasche zu haben, bevor ich den jetzigen kündige. Nein, der Hungertod lauert nicht vor der Tür. ICH kann das entscheiden, niemand sonst. Ich muss nicht darauf hören, was andere sagen, für die mehrheitlich der Sicherheitsaspekt viel wichtiger ist. Ich muss auf MICH hören, wenn ich will, dass es mir wieder besser geht.

Habe ich eigentlich einen Traum?

Danach wurde alles sehr viel einfacher. Mir fiel ein, dass ich ja mal darüber nachdenken könnte, was ich wirklich am liebsten machen würde, abseits aller Vernunftüberlegungen. Tatsächlich gab es da einen Gedanken, der sich sofort einstellte: Schon seit Jahren hatte ich den Traum, einmal in den Alpen auf einer Hütte zu arbeiten, ohne dass ich der Sache je Chancen auf Verwirklichung eingeräumt hätte. Denn da war ja immer der Job, von dem ich unmöglich für eine längere Zeit wegbleiben konnte. Doch wenn der nicht mehr wäre?

Oha, jetzt standen wirklich Entscheidungen an. Doch schnell war klar – auch wenn es mit der Alpenhütte nicht klappen sollte, meine aktuelle Arbeitssituation musste ich trotzdem beenden. Schon das erste Telefonat mit einer Hüttenwirtin im Allgäu bestätigte mich in meinem Entschluss. So fröhlich und positiv gestimmt hatte schon seit langer Zeit niemand mehr mit mir in einem beruflichen Zusammenhang gesprochen. Auf meine vorsichtige Frage, ob denn Erfahrung als Bedienung notwendig sei, erntete ich schallendes Gelächter und die Antwort: „Mei, mir san die Ung’lernten immer die liebsten, des san die Motivierten!“ In der vorangegangenen Saison habe sie einen Steuerberater und einen Künstler beschäftigt. Letztendlich bekam ich einen Sommer-Job auf einer Hütte von befreundeten Hüttenwirten im Hochallgäu, dem Waltenberger Haus. Gekündigt habe ich zwei Tage, nachdem ich die Zusage (telefonisch: „Das machen wir jetzt hier am Telefon, dann gilt das auch!“) erhalten hatte. Sie können sich nicht vorstellen, wie ich mich gefühlt habe! Nach dem Telefonat hatte ich einen nie zuvor erlebten Energierausch, sodass ich sofort in den Wald laufen musste, sonst wäre ich vermutlich geplatzt. Der Termin für meine Kündigung stand aber schon vorher fest, die Sicherheit, den nächsten Schritt auch wirklich gehen zu können, war nur das Sahnehäubchen.

Positives Feedback gibt viel Selbstvertrauen!

Mittlerweile habe ich den Arbeitseinsatz auf der Hütte hinter mir und habe erfahren, wie es sein kann, mit netten, gut gelaunten Leuten zusammen die Dinge zu erledigen, die getan werden müssen (putzen, waschen, Gäste bewirten, beraten, beruhigen, beplaudern …).

Wie es ist, einen Chef zu haben, der seine Wertschätzung fast täglich zum Ausdruck bringt.

Teil der Hüttenfamilie zu sein, die gemeinsam von morgens früh bis abends spät den Betrieb stemmt.

Ein Geschäftsmodell zu erleben, wo nicht der „Plan“ das Geschehen bestimmt, sondern das Wohlbefinden der Mannschaft erste Priorität hat.

Wo der Chef größten Wert auf die gemeinsamen Mahlzeiten legt und täglich seine Familie und die Angestellten bekocht, damit alle bei Laune bleiben und Kraft für den nächsten Tagesabschnitt sammeln können.

Ich weiß jetzt auch, wie es ist, von 6 bis 22 Uhr im Dienst zu sein und keine geregelten Pausenzeiten zu haben. Den Tagesablauf bestimmen die Gäste – wenn sie da sind, ist man auch voll da.

Das ist anstrengend, macht aber viel Spaß, wenn der Rahmen stimmt.

Ich hatte nie das Gefühl, ausgenutzt oder schlecht behandelt zu werden. Überhaupt: ein Arbeitsplatz in 2.085 Metern über Meereshöhe mit Ausblicken ins Tal und auf die Gipfel! Ich hatte die ganze Zeit über eher das Gefühl, ein Privileg zu genießen, hier mitmachen zu dürfen. Die gemeinsamen Mahlzeiten, die gemeinsame Versorgung der Gäste, der abendliche Absacker in der Küche, wenn nach 22 Uhr die Hüttenruhe galt! Auch mal das Lästern über Gäste, die sich seltsam aufgeführt hatten, das alles war für mich ereignisreicher und erfüllender als jeder Urlaub. Ich hatte mir von dem Aufenthalt alles Mögliche erträumt: Abstand von meinem langjährigen Job und dem ganzen Frust zu erreichen, neue Ideen zu bekommen, nette Leute zu treffen. Was ich aber nicht erwartet hatte, war, neue Freunde zu finden und einen Ort, an dem ich auch in Zukunft immer willkommen bin.

Zufriedenheit trotz Unsicherheit

Bis jetzt habe ich leider noch keine neue Arbeitsstelle in meinem Heimatort gefunden. Natürlich weiß ich, dass ich schon großes Glück damit habe, dass wir finanziell so abgesichert sind, dass wir meine Arbeitslosigkeit eine Zeit lang tragen können. Trotzdem geht es mir viel besser als in den vergangenen Jahren. Ich bin ausgeglichen, habe Zeit für Sport und meine Leidenschaft, das Saxophonspielen. Ich bin unheimlich stolz darauf, mich von dem „sicheren“ Job gelöst zu haben und etwas umzusetzen, was mir schon so lange im Kopf herumspukte. Und ich freue mich darüber, wieder neu gelernt zu haben, dass ein Job sehr viel mehr sein kann als eine unendliche Reihe von Tagen mit lauter unlösbaren Problemen, die es irgendwie zu überstehen gilt.

Ich bin vor allem stolz darauf, diese Entscheidungen aus eigener Kraft getroffen zu haben, ohne dass mir jemand zu- oder abgeraten hätte. Diese Erfahrung kann mir keiner mehr nehmen, solange es auch dauern soll, bis ich wieder mit beiden Beinen im Berufsleben stehe.

Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass ich zwar vielleicht nicht die Schnellste bin, was Entscheidungen angeht, doch wenn ich ein klares Gefühl dafür entwickelt habe, was für mich richtig ist, kann ich auch Konsequenzen ziehen. Erst wenn ich selbst handle, eröffne ich mir die Chance auf eine Veränderung. Ein gutes Gefühl, das mir auch das nötige Vertrauen gibt, jetzt einen neuen Job zu finden. Einen, der mich erfüllt und in dem die Wertschätzung der Mitarbeiter eine höhere Priorität hat als in meinem vorherigen Job.

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Über Petra Thürnagel

Petra Thürnagel (Jg. 71) ist nach ihrem Lehramtsstudium mit den Fächern Englisch & Deutsch doch lieber Verlagskauffrau geworden und hat viele Jahre im Vertriebsmarketing eines Verlages gearbeitet. Im Moment hofft sie auf einen neuen Job in Hannover, der nichts mit Marketing aber viel mit gemeinschaftlicher Arbeit im Team zu tun haben sollte. Nebenbei plant sie den Aufbau eines Selbstversorger-Gartens.

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Kommentare

  • Hallo Petra,
    da kann man ja neidisch werden was Du da schreibst.

    Jedoch möchte ich zu folgender Erfahrung, die mir zuteil wurde, beitragen.
    Ich bin Baujahr ’72 und Elekroingenieur. Seit über 13 Jahren habe ich in mehreren Firmen gearbeitet, in denenich entweder absolut unterfordert war, mir das Betriebsklima überhaupt nicht zugesagt hatte und ich entgegen den Fakten beim Bewerbungsgespräch nach der Einstellung andere Aufgaben erledigen sollte, die mir überhaupt nicht zugesagt haben, was zur Folge hatte, das ich irgendwann ins Personalbüro gerufen wurde…:-(

    Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte ist, das nicht jeder Wechsel was Gutes ist. Seit Anfang des Jahres bin ich aus der Entwicklung in den Vertrieb gegangen, weil ich Naseweis glaubte, nochmals von vorne anfangen zu können, jedoch ging der Schuss nach hinten los.

    Ergo: Mein Lebenslauf ist eine Katastrophe. Ich habe in ingesamt 5 verschiedene Firmen gearbeitet.Und das in ca 13 Jahren. Wer soll mich noch nehmen? Ich war und bin nur auf der Suche nach einem erfülltem Berufsleben. Mehr nicht!!! Das Geld ist Nebensache. So was merkt man immer erst später.

    Also ein wichtiger TIPP: Wenn eurer Bauchgefühl bei einer neuen Stelle etwas einzuwenden hat, BITTE HÖRT DARAUF!!!. Ich hatte immer Zweifel ud habe mich trotzdem falsch entschieden. Mein Arbeitsvertrag läuft Ende des Jahres aus… und dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

    Dir /Euch alles Gute
    Chris

  • Auszug aus einem Coaching des Topmanagement eines österreichischen Großunternehmens:

    CEO: „Ich muß doch so hart und so lange arbeiten, es bleibt mir dóch nichts anderes übrig!“

    Coach: „Nein, das müssen Sie nicht! Sie können morgen in den Wald gehen und Beeren sammeln oder etwas in der Art. Sie müssen nur arbeiten, weil Sie neben Ihrem A8, Ihrem Stadtpenthouse, Ihrem Ferienhaus in der Toskana auch unbedingt Macht und Einfluß haben müssen…“

  • Hallo an Alle,

    die Diskussion mit allen Facetten, die hier angestoßen wurde, zeigt mir, das es eine riesige Dunkelziffer von Menschen geben muss, die viel lieber etwas anders täten, als das, was sie im Augenblick tun müssen. Dieses Thema beschäftigt mich schon seit einigen Jahren und ich werde ebenfalls meinen Job kündigen, den ich seit 20 Jahren mache. Allerdings habe ich mir ein Konzept überlegt, mit dem ich mich finanzieren kann, das verlangt jedoch einige Jahre Vorbereitungszeit und natürlich Diziplin. Zusätzlich schreibe ich darüber gerade ein Manuskript, vielleicht wird das ja ein Bestseller… Bei mir sind es übrigens weder Mobbing oder schlechte Arbeitsbedingungen, nein, ich finde nichts an meinem Job interessant, er nervt mich eher und ich möchte meinen Tag selber bestimmen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, das wenn ein Konzept mit entsprechenden Vorgehensweisen im Hintergrund vorhanden ist, es eine gedankliche Freiheit gibt, die es mir erlaubt,tun und lassen zu können, was man will. Das macht es mir deutlich einfacher, wenn es mal wieder einen echt üblen Tag gibt. Das spüren auch andere Menschen, wie z.B. der oder die Vorgesetzte oder halt andere nervige Menschen. Ich weiß für mich, das ich jederzeit gehen kann, das schafft sofort Entspannung. Ich kann es nur empfehlen, sich heute noch mit der finanziellen Situation auseinander zusetzen, denn wir wissen doch alle, wie schnell die Zeit vergeht und schon wieder sind mehrere Jahre herum. Die kann man sehr gut nutzen und es gibt ein Ziel vor Augen, das darf man nicht unterschätzen.

  • Hallo an Alle,
    ich habe den Beitrag von Fr. Thürnagel schon vor ein paar Wochen gelesen. Ich zolle ihrer mutigen Entscheidung Respekt. Allerdings frage ich mich bei genauerem Hinsehen, was an dieser Entscheidung für andere als beispielhaft gesehen werden kann. Denn es stellt sich für mich die Frage, ob diese Entscheidung unter anderen Voraussetzungen möglich gewesen wäre.
    Mir geht es mit meinen Anmerkungen nicht um die sympathische Person von Frau Thürnagel, möchte aber ihren Beitrag als Beispiel aufgreifen, um meine Gedanken zu diesem Thema eher allgemein zu äußern.
    Ohne einen Ehepartner und ein gesichertes Einkommen an der Seite, ohne nennenswerte Rücklagen, um eine unüberschaubar lange Zeit zu überbrücken – kann man dann tatsächlich ein paar Monate eine Auszeit nehmen und danach seine Zeit mit seinem Hobby ausfüllen? Insbesondere wenn man noch die Verantwortung für andere in der Familie hat? Dies ist ein Privileg, das nur wenige in Anspruch nehmen dürfen.
    Jedem, der es sich erlauben kann, sich aus einem Job mit krankmachenden Anforderungen zu verabschieden, sei dieser Luxus gegönnt – keine Frage! Aber dieser Weg kann nicht als vorbildhaftes Beispiel für andere dienen.
    Ich denke, dass dies keine Alternative für die Mehrheit ist, die nach Änderungen sucht, welche sich auch realistisch umsetzen lassen.
    Es gibt hier auch Feedbacks von Menschen, die auf diesen Punkt hinweisen.
    Viel wichtiger ist für mich die Frage, wie man sich tagtäglich die Kraft erhält, den unterschiedlichen Stressfaktoren im Job standzuhalten. Sicherlich, Änderungen sind immer möglich und fangen immer bei einem selbst an, und für viele braucht es oft einen langen Atem. Es fragt sich aber, über welche Änderungen man denn redet.
    Ich möchte kritisch anmerken, dass man auch ehrlicherweise zugeben sollte, dass es bei einer Gemengelage ungünstiger Voraussetzungen eher unwahrscheinlich ist, dass die Kündigung aus dem Job die Kehrtwende zum Glück bedeutet.
    Es reden heute so viele vom Stress im Job – als Betroffene. Bei dieser Diskussion vermisse ich einen Aspekt: den der Zivilcourage.
    Burnouts haben oft eine lange Vorgeschichte. Der an Burnout Erkrankte wird oft als Opfer, der passiv in seiner Rolle gefangen ist, dargestellt. Aber ist das immer so korrekt? Gibt die rückblickende Analyse Grund zu Annahme, dass es schon frühzeitig möglich war, sich für aktives Handeln anstatt für passives Verharren zu entscheiden? Und die Entscheidung dagegen ausfiel, weil mit persönlichen Nachteilen zu rechnen war?
    Wenn ich in einem Umfeld arbeite, dann kann ich versuchen, meinen Beitrag zu leisten, dass es dort etwas besser wird, z. B. durch Achtsamkeit gegenüber Kollegen und – ja auch – Vorgesetzten. Niemand verbietet mir, den Mund aufzumachen und mich „kritisch“ einzubringen. Die Mehrheit scheut aber diesen Weg, aus Angst vor den Konsequenzen zum eigenen Nachteil. Es gibt in der Tat die Ohnmacht, die man schwerlich permanent aushalten kann, ohne seine Gesundheit zu gefährden. Aber dennoch: ist für jeden immer diese Ohnmacht so absolut? Ich glaube nicht. Wo ist sie geblieben – die gute alte Solidarität unter Kollegen? Viele der heutigen Firmenstrukturen verdanken wir u. a. auch dem Mangel an Zivilcourage. Und das gilt für mich als wirkliche Herausforderung und modernes Abenteuer: sich nicht in die Knie zwingen lassen und trotz seiner Angst vor dem Jobverlust auch mal kritisch seine Meinung äußern. Mit allem Respekt vor der Meinung und den Gefühlen anderer.

  • Kann ich etwas beitragen? Vielleicht ein bisschen Erfahrungswissen aus dem eigenen Biografieerleben.
    Ich habe immer gespürt, dass es mein Ding ist, Menschen zum Denken und zu eigenen Entscheidungen anzuregen. Manchmal bedurfte es nur der Ermutigung, damit ein lange schlummernder Gedanken in die Tat umgesetzt wurde. Nach einigen Jahren Arbeit als Berater für Menschen, die sich in einer beruflichen Sackgasse sahen, ging mein beruflicher Weg in die Hierarchie dieser Firma. Auch als Vorgesetzter habe ich lange Zeit meine Grundidee, dass sich jeder – bei entsprechender Begleitung – selber ständig neu erfinden und damit erfolgreicher werden kann, gelebt. Bis neue und ausschließlich zahlenorientierte Managementphilosophien in die hergebrachte Struktur dieser großen Firma eingebracht wurden und von heute auf morgen nur noch Erfolgszahlen zählten. Dabei wurde leider komplett vergessen, dass es Menschen sind, die Leistungen für eine Organisation vollbringen und nicht Maßnahmen oder Vergleichslisten. Führung war nur noch Steuerung im Zahlendickicht.
    Der einsetzende rücksichtslose Verschleiss an menschlichen Ressourcen und ein extrem schwaches Management, das zu keinerlei Rückendeckung mehr in der Lage war, lösten in mir den Entschluss aus, meine Arbeit dort zu beenden. Ich konnte mit einer ganz guten finanziellen Absicherung gehen, und ich bin dankbar dafür. Aber auch ohne wäre ich heute mit Sicherheit nicht mehr dort beschäftigt.

    Heute arbeite ich als Trainer für Führungskräfte, als Teamentwickler, Moderator und Kommunikator und bediene – vor allem meine alte Firma – mit offenbar hochwillkommenen Expertenwissen. Am nächsten Wochenende beginne ich eine Ausbildung zum Coach, das passt genau zu mir und zu meinem schon vor langer Zeit gespürten Talent. Ach ja, ich bin bald 63 Jahre alt und gehe mit dem festen Vertrauen in die Zukunft, dass sich die richtigen Wege auftun werden, wenn ich weiter diesen Weg gehe und dabei auf meine innere Stimme höre. Arbeit ist für mich eine Lust und eine positive Herausforderung geworden und ich mache laufend neue spannende Erfahrungen. Vielleicht bin ich in einer privilegierten Position, aber ich denke, dass ich mich irgendwie selbst dorthin gebracht habe.

    Ohne die Trennung von der als unhaltbar empfundenen und unglücklich machenden beruflichen Situation und ohne diesen bestimmten Neustart wäre ich heute ganz sicher ein nur wenig liebenswerter und unzufriedener Mensch. :-)

  • Liebe Petra und liebes Forum,

    herzlichen Dank für die wertvollen Beiträge hier bei ZZL.
    Es drängt mich, auch noch einen weiteren Blickwinkel hier unterzubringen, vielleicht hilft das dem einen oder anderen ein Stück weiter. Ich mache Energiearbeit und wenn ich eines begriffen habe, dann das Gesetz der Resonanz. Das ist reine Physik und besonders für Kopfmenschen oft hilfreich.

    Das Gesetz der Resonanz besagt, dass Gleiches Gleiches anzieht. Und das gilt universell und immer.

    Was bedeutet das? Nichts anderes, als dass das, was uns entgegenkommt in uns drin sein MUSS, ansonsten würde uns das nicht begegnen.
    Das gilt für sämtliche Lebensumstände, seien es Begegnungen bei der Arbeit, das persönliche Umfeld (Freunde und Familie), ja, selbst die Klamotten, die wir tragen.

    Wenn wir also nicht mehr das leben und arbeiten möchten, was wir gerade tun, gibt es nur einen Weg. Ich muss das, was in mir drin ist, verändern, sodass mir das nicht mehr Gewünschte nicht mehr begegnen kann.
    Es gibt mittlerweile sehr viel Möglichkeiten, die Dinge in uns aufzudecken, die für unser Leben nicht mehr förderlich sind. Wenn wir uns öffnen, wird uns das Richtige begegnen. Und das Tolle dabei ist: das muss noch nicht mal was kosten! Das Lesen der Beiträge hier bei ZZL, ein Spaziergang im Wald oder ein tiefes Gespräch mit einem (zufälligen) Tischnachbarn im Café genügt oft, seinem Leben eine Wende zu geben. Nichts geschieht von Jetzt auf Nachher (bzw. eher selten). Wenn wir zulassen, annehmen, dass eine Änderung ein Prozess ist (den wir allerdings zulassen und aktiv halten müssen), kommen wir davon weg, davor Angst zu haben, eine vermeintlich sichere Geldquelle zu verlieren. Eine echte Änderung im Außen geschieht nur durch eine echte Änderung im Innen. Dann verändern sich die Energien, die wir ausstrahlen und natürlich als Folge des Resonanzgesetzes auch die, die wir empfangen.

    In diesem Sinne
    es grüßt herzlich Beatrix Philippin

  • No risk – no fun! Eine intensive Auszeit vom ungeliebten Job freut die Krankenkassen, da sie sich teure Rehas nach Kollateralschäden spart,
    und vor allen Dingen den genervten Menschen, dem sich die Möglichkeit bietet, darüber nachzudenken, was ihm wichtig ist. Manchesmal liegt die Berufung auch in einem (zeitintensiven) Hobby, wie in meinem Fall: Theater. Die letzten 5 Jahre waren die schwersten und besten Jahre. Und bedenkt: wir leben nicht in Wellblechhütten und leben nicht von verschmutztem Trinkwasser. Wir werden nicht mit Bomben behagelt und müssen nicht stundenlang für Lebensmittel anstehen. Es gibt hierzulande Sicherungssysteme, die dafür sorgen, dass man nicht mit Kind und Kegel unter der Brücke landet. Vorrausetzung ist, dann man seine Situation erkennt und sich fragt:
    „Wie hoch ist das Risiko?“ Wenn das Ergebnis nicht zu 70% positiv ist, dann Finger weg! Das gilt für den Beamten im Verweilstatus wie für den Arbeitslosen im Schnellvermittlungsstatus. Sag nein, wenn es nicht passt, und trag die Konsequenzen. Wir brauchen mehr Verrückte –
    und die leben auch!

  • Hallo ihr Lieben Alle
    Tja, früher dachte ich auch es sei kein Problem etwas zu ändern wenn man unglücklich in seiner Arbeit sit. Was aber kann ich einem Familienvater raten, der Frau und Kinder zu versorgen hat??? Egal wovon ihr satt werdet, hauptsache ich bin glücklich? Und wäre er es tatsächlich ohne Arbeit? Der Stress und der imense Druck herrscht doch inzwischen überall. Alle die noch Arbeit haben wissen nicht wie sie diese auf Dauer noch bewältigen sollen. Also haben sie doch nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Arbeite selbst als Therapeutin in einer Rehaklinik und habe inzwischen mit sehr vielen Menschen in dieser Situation zu tun. Fühle mich inzwischen selbst als hilfloser Helfer… Auch ich weiß manchmal nicht ob ich diesem Druck noch lange standhalten kann, aber da ist selbst bei mir die Angst wo werde ich mit 55 noch einen neuen Job finde? Inzwischen ist auch noch mein Partner arbeitslos geworden. Welche Alternativen bieten sich da noch… ?

  • Liebe Emily,
    Deine Anmerkung, dass es auch um die Frage geht: „Was will das Leben mir damit sagen?“ finde ich sehr gut. Ich stelle sie mir auch immer wieder, denn dann verwandelt sich die Angst vor der Zukunft in eine kribblige, freudige Erwartungshaltung. Und sowieso gilt: Alles ist zu etwas gut!
    Ich habe soeben meine Festanstellung verloren und fühle mich befreit. Denn ab nächster Woche spare ich 10 Stunden Hin- und Rückfahrt ins Büro, und dadurch werde ich Zeit haben, etwas für meine Gesundheit zu tun. Ich habe auch ganz deutliche Visionen im Kopf, wie ich künftig arbeiten möchte. Da mir mein Bauchgefühl schon vor einem Jahr sagte, dass mein Job dem „Outsourcing“ zum Opfer fallen würde, war ich vorbereitet und habe mir recht frühzeitig konkrete Schritte überlegt, wie es weitergehen könnte. Es ist sehr schön zu erkennen, dass auf mein Bauchgefühl immer Verlass ist.
    Vielleicht werde ich mir eine kleinere Wohnung nehmen müssen, aber das ist völlig OK. Ich empfinde es als großen Luxus, dass ich sogar eine Betreuerin vom Arbeitsamt bekomme, die mit mir die weiteren Schritte überlegt (brauche ich eigentlich gar nicht, aber ich bin gespannt, was für Ideen eine Außenstehende hat). Einen Plan B habe ich auch bereits, falls alle meine Visionen sich als Illusionen herausstellen sollten. :-)
    Und ich halte mich außerdem an Winston Churchill, der ‚mal vor Studenten sagte, dass man NIE, NIE, NIE aufgeben solle.
    Schade eigentlich, dass man hier die E-Mail-Adressen der Schreibenden nicht sehen kann… täte doch dem Networking gut.
    Viele Grüße an alle Mutigen und Ängstlichen zugleich.

  • Da ich Christ bin, handle ich nach Jakobus 1,5 ff:
    Wenn aber einer von euch nicht weiß, was er in einem bestimmten Fall tun muß, soll er Gott um Weisheit bitten. Gott wird sie ihm geben, denn er gibt gern und teilt allen großzügig aus. Er muß Gott aber in festem Vertrauen bitten und darf nicht im geringsten zweifeln…

  • Danke für die tollen Beiträge hier :-)

    Auch ich bin mit 43 Jahren noch in meinen alten Lehrberuf zurückgegangen, nach fast 25 Jahren Auszeit!!! Ich hätte nie gedacht, da jemals wieder Fuß fassen zu können, denn ich habe nach dieser Ausbildung direkt eine andere Ausbildung angefangen (beide mit Abschluss) – und trotzdem danach nur Aushilfsjobs gemacht.

    Die letzten Jahre habe ich mich im Niedriglohnsektor über Wasser gehalten, mehrere Bewerbungen geschrieben, aber mit meinen „Qualifikationen“ und dem Gefühl mit 43 schon als zu alt zu gelten, hatte ich irgendwann aufgegeben. Durch Glück kam der damalige „Geselle“ aus meinen Lehrzeiten auf mich zu (inzwischen selbstständig) und fragte mich, ob ich nicht bei ihm anfangen wollte – und ich brauchte nicht mal eine Bewerbung schreiben. Das war wie ein Lottogewinn für mich, endlich wieder einen fair bezahlten Beruf!

    Ich bin wirklich so Dankbar für diese Chance, dass ich mich voll und ganz da reinarbeite. Der Wechsel fiel mir auch sehr schwer, obwohl ich wusste, dass es mir bald besser gehen würde – aber den Hintern hoch zu bekommen, um das warme Nest verlassen, viele liebe Arbeitskollegen zu „verlieren“ war nicht leicht und die körperliche Belastung in dem neuen Job haben mir zwei sehr, sehr harte Wochen beschert. Jetzt nach der dritten Woche weiss ich, dass es die richtige Entscheidung war und ich bin glücklicher als zuvor.

    Deshalb, liebe Leute, niemals aufgeben! Manchmal passieren Dinge, mit denen man im Leben niemals gerechnet hätte. Wenn ihr einen neuen Job sucht und vielleicht nichts findet, fragt doch mal in eurem alten Kollegen- und Bekanntenkreis rum – vielleicht bietet sich da für euch eine Chance, an die ihr nicht im Traum dran gedacht habt.

    Ich wünsche euch allen viel Erfolg und genau so viel Glück, wie ich es auch gehabt habe.

    Liebe Grüße an alle,
    Michael

  • Liebe Petra,
    Danke für deinen Beitrag. Er hat auch bei mir genau ins Schwarze getroffen.
    Nachdem mir vor mehreren Jahren eine Ganztagsstelle gekündigt wurde (…ich war nicht belastbar genug), habe ich mich entschieden eine Halbtagsstelle zu suchen und mich wieder mehr meiner Leidenschaft dem Tanzen zu widmen. Ich habe eine Tanzfortbildung gemacht und kann jetzt Kurse geben und so noch etwas dazu verdienen. Ich habe mir einen Traum erfüllt.
    Ich muss dazu sagen: Ich bin verheiratet und mein Mann steuert den Großteil unseres Einkommens bei. Wir müssen trotzdem seitdem mehr aufs Geld achten und können uns so einen „Luxus“ wie Urlaubsreisen nicht mehr leisten.
    In der letzten Zeit habe ich jedoch bemerkt, dass ich, obwohl ich die äußerlichen Bedingungen geändert habe, sich meine innere Einstellung immer noch nicht geändert hat. Ich fühle mich in meinem Alltag immer noch wie in einem Hamsterrad.
    Das ist mir erst wirklich klar geworden, als ich letzte Woche krank geworden bin und mich mein Arbeitgeber telefonisch unter Druck gesetzt hat (sofort ab dem 1. Tag der Krankheit). Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich meine innere Ruhe wiedergefunden hatte und mir klar wurde, dass er nur der Auslöser war nicht aber die Ursache.
    Die Ursache ist meine ständiges Gefühl von „Mangel“. Ständig sagt mir eine innere Stimme: Tu dies, tu das, das musst du aber beim nächsten Mal besser machen, hoffentlich bist du schnell genug, ….und..und…und. Der innere Kritiker ist so eine Art ständiger Antreiber.
    Diese Grippewelle ist eigentlich im Moment das Beste was mir passieren konnte, damit ich wieder zu mir komme, mich wieder auf mich und meine Stärken und meinen inneren Reichtum konzentriere. Mein innerer Antreiber bekommt die rote Karte.
    Ich habe mir vorgenommen, mich durch die äußeren Antreiber nicht mehr aus der Ruhe bringen zu lassen.
    Allen, die auf ihrem Weg sind, wünsche ich viel Glück!

  • Liebe Petra,
    hab Dank für Deinen Beitrag, der mir ein so gutes und positives Gefühl gegeben hat.
    Aber auch verstehe ich die, denen ein solcher Schritt Angst macht und ihn mit möglicherweise unangenehmen Folgen für ihren Alltag verbinden. Etwas zu ändern ist nie leicht, und doch sind Veränderungen im Leben doch der Regelfall.
    Ich stehe erst am Anfang des Berufslebens, bin erfolgreich und gut eingestellt. Was ich durch mein bisheriges Studium aber schon gelernt habe ist, dass man mit Veränderungen rechnen muss – und gerade darum müssen wir keine Angst davor haben. Sie geben uns die Möglichkeit, uns selbst neu zu überprüfen und unsere Situation zu hinterfragen.
    Habt Selbstvertrauen! Scheut euch nicht, die Lebensmodelle anderer in Frage zu stellen – auch verschobene Vorstellungen von Normalität können sozialen Druck verursachen. Schafft euch eure eigenen Wahrheiten, eure eigene Realität bestimmt nur ihr! Niemand sonst hat das Recht, über euch zu urteilen, zu sagen, was richtig ist oder falsch, welchen Normen oder welcher Moral ihr gehorchen sollt.

    Ich stelle mir manchmal vor, dass das Leben wie ein Zug ist, mit dem wir ein Stück auf der Erde mitfahren. Wir sehen nur einen bestimmten Abschnitt der Reise, der durch ganz besondere Dinge gekennzeichnet ist. Wie zum Beispiel durch unsere Mitmenschen, Leute die unser Leben begleiten, die zur selben Zeit unterwegs sind. Jeder möchte diese Reise irgendwie nutzen, aber manche haben noch nicht einmal mitbekommen, dass diese Reise etwas ganz besonderes ist.
    Bitte habt keine Angst, und vertraut darauf, was euch auf dieser Reise alles für schöne Dinge begegnen werden! Bleibt skeptisch gegenüber denen, die denken, sie wüssten wie es läuft. Es gibt keinen Plan, kein System für diese Reise. Euren Plan macht ihr selber.

    Ich wünsche euch dafür nur das beste. Viel Glück!

  • Hallo Ihr Lieben,
    wieviel Kummer und Leid doch zwischen diesen Zeilen steckt und wieviel Mitgefühl und positive Anteilnahme für den Anderen. Ich selbst habe zweimal meine Stelle verloren – einmal nach 18 Jahren in einem Konzern, wo es nach langem Mobbing keine Chance auf Besserung gab und ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe (ohne neue Stelle und als Alleinerziehende) und später nochmal, als mein Unterbewußtses so gegen die Zustände rebelliert hat, dass ich ich ohne es wirklich zu merken, mich sehr „unbeliebt“ gemacht habe.

    Warum erzähle ich das? Ich möchte Euren Überlegungen über Sicherheitsbedürfnis und Krankheit und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung noch einen Aspekt hinzufügen, der mir wichtig war und ist. Mich beschäftigt, wenn mir etwas passiert, die Frage „Was will das Leben mir damit sagen?“ Ich bin überzeugt, dass das, was uns passiert, einen Lernauftrag beinhaltet und unser Leben sich dann verbessert, wenn wir die Aufgabe verstehen und annehmen.
    Für mich heißt das z.B., den Umgang mit Konflikten zu lernen, mich gerade zu machen und auf angemessene Weise einzutreten, für das was mir wichtig ist. Und je früher ich etwas anspreche, desto weniger emotional bin ich und umso einfühlsamer kann ich es vermitteln. Um die Aufgabe des Lebens anzunehmen, muss man auch nicht unbedingt die äußeren Bedingungen (Job) ändern. Stellt euch vor, ihr nutzt eure Lebensumstände als Trainingslager für neues Verhalten?! Ich liebe die Surfer-Metapher „Du kannst die Welle (=Lebensumstände) nicht ändern, aber Du kannst lernen auf ihr zu reiten.“
    Ich bin jetzt seit einiger Zeit Coach und Trainer und habe meine Lebenslernaufgabe zu meiner Mission gemacht.

    Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit

  • liebe sabine
    dass mit dem dreimonatsrhythmus find ich ein geniales konzept :) wie vielen menschen würde das guttun… oft nimmt man sich nicht die zeit und überlegt, was einem entspricht… und wer hier sagt, dass dies „luxusdenken“ sei, …
    zu schnell fällt man in die opferrolle (alter, kinder, finanzen, …) ich glaube die angstpalette ist schier unendlich… aber sein „unglücklich sein“ zu ignorrieren hilft leider nicht… man wird krank… sei es körperlich, psychisch oder man wird ungerecht zu anderen… das finde ich dann ganz schwierig für das „wohlwollende“ umfeld…
    mir ging es seit längerem auch nicht mehr so gut… die „traumstelle“ hat sich in einen „schlechten traum“ verwandelt… ich gab mir zeit ( mit höhen und tiefen)… aber von natur her kommt bei mir dann der punkt, wo ich weiss, dass ich nicht mehr am richtigen ort bin (genau! ich musste weg, denn für jemand anderen kann es wieder eine neue gute chance sein…) … ich fing an zu suchen und hing innerlich wohl immer noch an meiner „traumstelle“… ich musste mich erst so verzweifelt fühlen, dass ich ohne neue Stelle in aussicht, kündigte… denn während der letzten vorstellungsgespräche merkte ich, dass ich bei der frage: „sind sie belastbar?… liefern sie gute qualität ab?… usw… nicht mehr lockerflockig und lächelnd „ja“ sagen konnte… , da ich seit vielen monaten meine mir auferlegte arbeit nicht mehr schaffte und zudem noch immer wieder feuerlöschübungen machen musste…
    darum passt gut auf, wenn ihr euch bei bewerbungen schon nicht mehr gut bewerben könnt, holt euch hilfe… weil ihr sonst in einen teufelskreis kommt…

    und noch kurz was anderes… was für mich als angestellte sehr schwierig war/ist, wenn vorgesetzte „unglücklich“ mit ihrer situation sind und diese wohl eher „mit eingezogenem kopf absitzen“… vielleicht denke ich falsch… aber für mich ist es immer so, dass wenn man was an der situation ändern will/muss, immer eine etage höher gehen muss und wenn man dort nur noch auf „schulterzucken“ stösst, zerstört dies die vertrauensbasis zum vorgesetzten und oft ist das ergebnis = resignation auf ganzer ebene… und ein ungesundes betriebsklima

    ich wünsche mir so sehr, dass wir in der arbeitswelt nach unseren stärken und fähigkeiten eingesetzt werden… und das die führungsphilosophie „wohlwollend zu den mitarbeitenden heisst…“

    übrigens habe ich ein paar tage vor dem letzten arbeitstag eine tolle stelle erhalten, wo man mich unbedingt wollte… ich kannte das gefühl schon gar nicht mehr und glaubte es erst, als der vertrag da war…

    und darum, wenn ihr anfangt, euch nicht mehr zu spüren, steht auf und tut was…

  • Glückwunsch allen, die den Mut haben, das was man kennt, gegen das Ungewisse auszutauschen.
    Im Sommer war ich in Reha in einer psychosomatischen Klinik und dort habe ich Menschen angetroffen, bei denen die Somatisierung den Mut ersetzt. Burnout, Depressionen. Sie kamen an mit der Meinung, ihr Betrieb bräche nun zusammen, weil sie nicht mehr in der Lage waren, ihre Pflichten zu erfüllen. Direkt Panik habe ich erlebt. Die ersten Tage waren mit Hektik erfüllt, wann denn nun die Heilung endlich vonstatten ginge. Erst nach einigen Tagen kam der Abstand und die Einsicht.
    Der Vorteil der Entscheidungsübernahme durch den Körper anstatt der Entscheidung von Geist und Seele ist, dass man seiner Umwelt sagen kann, dass man krank ist. Und dass einem nicht vorgeworfen werden kann, unvernünftig und zu risikofreudig zu sein.
    Aber wenn die Seele durch die Krankheit auf sich aufmerksam machen muss kann das zu Schaden führen, der sich im Körper festsetzt.
    Es ist nicht einfach. Allen viel Glück!

  • Ging mir ganz genauso. In meinem alten Beruf (Chefsekretärin) war ich nur noch zur Rechtlosigkeit heruntermanipuliertes Inventar. Jeden Tag hatte ich Kopfschmerzen, Erbrechen und mußte mich hinlegen, kaum daß ich zuhause war. Nachdem ich mir jahrelang angehört hatte, daß „krankheiten nicht existieren, nur Faulheit und Unfähigkeit“ (!!!) kam es zu einer schweren Operation. Das öffnete mir die Augen. Die Kündigung war die beste Entscheidung meines lebens. Da auch ich etwas gespart hatte, arbeite ich heute 20h in einem Minijob in meinem geliebten neuen Beruf (Umschulung) als PC-Betreuer. Im anderen halben Tag studiere ich über das Internet in England Informatik. Dreiviertel habe ich fertig und freue mich jetzt auf meinen Bachelor. Ich bin jetzt 54 und habe mit 50 angefangen zu studieren. Auch in meinem Alter kann man das Steuer noch herumreissen. Findet rechtzeitig den Mut dazu, sonst kommt der Ar***tritt in Form einer schweren Erkrankung oder Zusammenbruch. Wenn die Seele sich nicht wehren darf, wehrt sich der Körper.

  • Liebe Petra, liebe KommentatorInnen,
    vielen Dank für Eure wertvollen Beiträge. Ich selbst bin seit Ende Januar arbeitslos. Mein Vertrag war befristet und ist im beiderseitigen Einvernehmen nicht verlängert worden. Jetzt schwanke in zwischen dem guten Gefühl der Freiheit, meine nächste Zukunft gestalten zu können und der Angst mit 50 Jahren nicht mehr etwas Neues zu finden. Der finanzielle Druck ist schon gegeben, da wir (meine Frau und ich) mit einigen hundert Euro weniger auskommen müssen. Und für das Projekt oder die Idee, die ich wirklich gerne umsetzen möchte, fehlt mir ein potenter Geldgeber.
    Aber trotz dieser unsicheren Situation bin ich froh, dass es so gelaufen ist und kann mich daher dem Kommentar von Karin nur anschließen.

  • Hallo , ich habe alle Beiträge aufmerksam gelesen und kann die Ängste nachempfinden, die vor so einem großen Schritt vor einem wie eine Wand auftauchen. Ich selber bin seit 30 Jahren im gleichen Beruf, habe in einem heilpädagogischen Kindergarten gearbeitet. Der Druck wurde mit den Jahren auch immer stärker, die Kinderzahlen sinken und es hing immer das Damoklasschwert über einem,was wird, wenn wieder eine Gruppe wegfällt? Wer muß gehen? Dazu betreuten wir zunehmend verhaltensauffällige Kinder, wenn ich nach Hause kam, war ich erledigt.
    Meine Gesundheit litt sehr darunter, ich bekam Ischiasschmerzen und konnte teilweise nur mit Gehhilfe aufstehen.
    Ich hatte dann die Möglichkeit in Altersteilzeit zu gehen, nur noch 20 Stunden pro Woche, aber besser wurde es dadurch auch nicht, wenn die Kinder endlich im Bett waren, durfte ich gehen, war aber genauso fertig und brauchte täglich Zeit zum Regenerieren. Zwischenzeitlich war ich lange krankgeschrieben, in der Zeit habe ich die Schmerzprobleme in den Griff bekommen- mit Sport, Rückenschule tat Wunder und ein Buchvon John E. Sarno: Frei von Schmerz.
    Beruflich habe ich auch eine Veränderung durchgeführt, die Altersteilzeit wurde individuell mit mir abgeändert und der Arbeitsort in ein Wohnheim verlegt. Jetzt arbeite ich drei Monate voll und habe danach drei Monate Freizeit. Für mich war der Schritt das Beste was mir passieren konnte. Die Bewohner nehmen mich an, sind traurig wenn ich in meine nächste Freizeit gehe und freuen sich, wenn ich wieder da bin. Ich habe mich getraut, von einer geregelten Arbeitszeit in einen flexiblen Arbeitsprozess zu wechseln, wir arbeiten acht bis zehn Tage durch und haben dann entsprechend frei, es macht aber unendlich Spass und alle Kollegen ziehen an einem Strang. Heute denke ich oft noch an die zwiespältigen Gefühle, die ich vor diesem Schritt hatte, schaffe ich das, wie wird sich das Leben mit den Bewohnern gestalten? usw.
    Aufgerüttelt hatte mich eine Bemerkung einer Kursleiterin vor vielen Jahren , die meinte:“ Wenn du dein Leben nicht änderst,wirst du krank!“
    Es hat Jahre gedauert,aber nun geht es mir gut, keine Schmerzen und kein Druck,der auf der Seele lastet.

    Ich wünsche allen einen stressfreien Sonntag

    Liebe Grüße
    Sabine

  • Welch ein berührender Beitrag. Wenn ich die Kommentare so lese, wundere ich mich immer wieder, dass so viele Menschen es für ganz natürlich halten, einen Arbeitgeber zu brauchen. Je „sichererer“ der Job erscheint, desto abhängiger und mutloser macht er uns. Wir sind in einer fatalen Falle der vermeintlichen Sicherheit gelandet – Junkies eines Systems das längst überholt ist. Ich habe mich vor 17 Jahren unter „schlechten“ Umständen selbständig gemacht. Alle Unkenrufe und Bedrohungen der Umgebung zu meinem sicheren Untergang haben sich nicht erfüllt. Es gibt eine wundervolle Weisheit aus der Serie des Monaco Franze: „A bissl was geht oiwei“ (Ein bisschen etwas geht immer). Unser grösstes Problem ist, glaube ich, dass wir das Risiko das vom ersten Tag darin liegt als Bedrohung empfinden und nicht als willkommene Herausforderung. Unser grösster Feind – die Angst – hat zu viel Platz bekommen durch eine komplett abgehobene Anspruchshaltung. Ich habe viele Menschen in die Selbstständigkeit begleitet in den letzten 2 Jahrzehnten. Alle führen ein gelungenes Leben auf ihre ganz individuelle Weise. Ich wünsche allen, die sich unglücklich fühlen zwei Dinge: Mut und Bescheidenheit!

    • Nele schreibt am 7. April 2013

      Liebe Karin,
      dein Beitrag lässt mich schmunzeln und macht mich auch ein wenig traurig: „Unser grösstes Problem ist, glaube ich, dass wir das Risiko das vom ersten Tag darin liegt als Bedrohung empfinden und nicht als willkommene Herausforderung“.
      Es ist eine Herausforderung an jeden Menschen, es ist das Leben.
      …und ich hab Angst dieser Herausforderung nicht gewachsen zu sein, was ich natürlich auch nicht herausfinden kann wenn ich sie nicht annehme… Mach mir viele Gedanken darüber, wie du siehst.
      in diesem Sinne liebe Grüsse
      Nele

  • Liebe Petra,

    mir ging es ähnlich wie Dir. Ich war 10 Jahre in einem sicheren Job im öffentlichen Dienst und habe dann, auch da ich durch Erspartes abgesichert war, diesen Job hingeschmissen. Dann habe ich erst mal Dinge ausprobiert, die ich schon immer mal machen wollen, auch eine Saison im Ausland gejobbt. Die Kündigung ist nun schon fast 2 Jahre her und lange wusste ich nicht, wo die Reise für mich jobmäßig hingehen sollte und ich befürchtete schon, ich müsse in meinen „alten“ Job zurück. Vor 6 Wochen kam für mich nun endlich die zündende Idee und ich weiß nun, was ich wirklich beruflich will und es scheint sich auch diesbezüglich gut zu fügen. Es ist vermutlich das erste Mal, das ich glaube, beruflich für etwas zu brennen, obwohl dieser neue Job jede Menge Power einfordern wird, aber die werde ich dann vermutlich auch haben.

  • Heide-Rose Decurtins schreibt am 24. Februar 2013 Antworten

    Liebe Andrea
    Dein Beitrag hat mich sehr berührt. Die FLoskel „überqualifiziert“ kenne ich bestens und hatte auch in meinem Job damit zu tun. Dass Du beratungsresistent sein solltest, das glaube ich nicht, Du steckst nur fest – weisst nicht wohin und findest den Ausgang nicht. Ich empfinde es auch nicht förderlich sich mit Schuldzuweisungen zu befassen. Es ist so, wie es ist – und jetzt verändere ich ! Das kann auch in kleinen Schritten sein. Vielleicht setzt Du DIch mal hin – nimmst 2 Blatt Papier – und schreibst Dir auf auf dem einen B latt worin Du gut bist, was Du möchtest und auf dem anderen Blatt, was Du nicht willst. Lasse sie liegen 1 oder 2 Tage und beginne von vorn mit streichen oder ergänzen. Wenn Du weisst, was Du wirklich möchtest, dann stelle es Dir auch so vor, als sei es geschehen und gehe in die Dankbarkeit und Vertrauen. So lange Du Dir immer selbst Hürden aufbaust, wie Du es nennst – dann vertraust Du DIR selbst nicht, dass Du es schaffst, d.h. du sabotierst Dich selbst. Bitte meine Liebe, geh ins Vertrauen an Deine eigene Kraft und gehe Deine Lebenssituation an. Du hast doch so viel Potential in Dir, benutze es. Probiere oder versuche nicht, sondern TU es – geh ins Handeln und Du wirst sehen, wenn Du offen bist für Neues, dann wirst Du auch Deinen Platz finden, da bin ich mir sicher. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute und Liebe – glaube mir, ich weiss von was ich spreche und Ich Dir ans Herz lege. Herzliche Grüsse

  • … von Petra an Petra:

    ein sehr schöner Beitrag, war sehr begeistert. Manchmal hilft nur der Wunsch etwas zu verändern und dann ein wenig Mut.

    Ich hatte eine ähnliche Existenzangst, einen vermeintlichen sicheren Job, der mir dann aufgrund von Krankheit gekündigt wurde. Das war mein Mutmacher, da ich nun bewegen musste.

    Wie heißt das schöne Sprichtwort: Wer etwas will, findet Wege – wer etwas nicht wirklich will, findet Ausreden…

    Allen einen schönen Sonntag und ganz viel Mut neue Wege zu beschreiten.

    Liebe Grüße
    Petra

  • Auch mich berühren die Worte sämtlicher SchreiberInnen dieser Kommentare sehr, denn mit 40 Jahren habe ich das Gefühl in einer ziemlich ausweglosen beruflichen und privaten Sackgasse gelandet zu sein bzw. mich in diese hineinmanövriert zu haben. Ich bin bereits in der Arbeitslosigkeit gelandet und damit momentan auf ALGI angewiesen, nachdem ich lange Zeit krank war und eine berufliche Reha (leider mit mäßigem Erfolg, was den Wiedereinstieg in den Beruf betrifft) hinter mir habe. Mein größtes Problem ist derzeit meine innere und äußere Heimatlosigkeit und das Gefühl einfach nicht zu wissen, wie und wohin es weitergehen kann und soll. Es kommt mir so vor, dass immer dann, wenn ich eine konkrete Idee angehen und in die Tat umsetzen will, ich mir selber soviele Hürden aufbaue, dass ich letztlich zwangsläufig scheitern muss. Jeder erzählt mir, dass ich mit zwei Hochschulabschlüssen hochqualifiziert sei, aber was bringt mir das? Nachdem ich mich über 10 Jahre im Wissenschaftszirkus mit befristeten Kurzverträgen zufrieden gegeben habe und statt der im Vertrag stehenden 20 Stunden mehr als das Doppelte leisten musste, um die Arbeit überhaupt irgendwie zu schaffen, stehe ich nun vor dem beruflichen Nichts, denn für meine Promotion blieb natürlich in all dieser Zeit kein Raum und ich hatte auch nicht die Kraft dafür. Am Ende bekommt man dann auch noch zu hören, man hätte sich die Zeit eben besser einteilen müssen und sei selber schuld. Aber die nächsten AnwärterInnen auf die heißbegehrten Uni-Stellen (warum auch immer die überhaupt so begehrt sind, weiß ich heute noch nicht) warten ja schon.
    Ich habe meine Wünsche und Ziele von „früher“ völlig aus dem Blick verloren und weiß nicht wohin. Ich habe das Gefühl, ich bin ein absolut beratungsrestistenter Fall, denn bislang hat mir nichts und niemand so wirklich weiterhelfen können. ….Auf eine Almhütte gehen, mal was ganz anderes machen, ja, das wäre auch mein Wunsch, aber ich habe eine Anorexie, mit der schon seit Jahrzehnten lebe und die ich zwar einigermaßen unter Kontrolle habe, die mir aber alles in allem das Leben (im wahrsten Sinne des Wortes) fast unmöglich macht.
    So, jetzt habe ich mir vieles von der Seele geschrieben – auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das hier der richtige Ort dafür ist, aber ich bin halt ganz allein und habe kaum Ansprechpartner oder ein soziales Netzwerk. Daher: Danke fürs „Zuhören“ und allen, die ebenfalls zu den „Suchenden“ gehören ganz viel Mut und Zuversicht.
    Andrea

    • Iris schreibt am 7. April 2013

      Liebe Andrea!

      Ich kenne Dich und Deine Geschichte nicht und ich hoffe, daß Du Dich von mir gleich nicht kritisiert oder sogar beleidigt fühlst. Bei allem Respekt, das ist nicht meine Absicht und stünde mir nicht zu!
      Dein Beitrag erinnert mich vom Tonus sehr an meine Mutter! Seit kaum noch zählbaren Jahren höre ich von ihr, wieviel Dinge sie NICHT machen kann, weil sie ja das und das hat und an anderen Tagen das und das. Ich spreche ihr nicht ihre Erkrankungen ab, sie hat welche, (ich möchte auch nicht an ihrer Stelle sein) mal mehr mal weniger schmerzhaft, aber in meinen Augen erscheint mir ihr Verhalten eher wie eine Opferstarre: „Ich würde ja aber ich kann ja nicht!“ Sie verharrt schon seit unendlichen Jahren in einer Art „Bequemlichkeit“ die ihr Nicht-Handeln selbstentschuldigt und dadurch von anderen das Verständnis einfordert und gleichzeitig sämtliche Einwände oder Ratschläge in den Wind schießt.

      Somit bleibt sie IMMER an derselben Stelle und schafft es nie weiterzukommen oder selbstverantwortlich ihr Leben zu verbessern! Ich denke doch, daß es irgendwie doch auch mit Erkrankunen Wege gibt ein einigermassen angenehmes Leben zu gestalten (vielleicht liege ich da ja auch total falsch und beleidige Andere, meine Mutter würde mich anfahren mit DU hast ja auch nix!)

      Es ist bestimmt nicht einfach für sie (jetzt wo es im Alter weh tut) doch tat sie dies schon früher, wo es noch KEINE nennenswerte Krankheiten gab. Sie hatte immer eine Erklärung parat dies und das NICHT zu machen, denn das würde ja bedeuten aus der vermeintlichen Sicherheit auszubrechen und Gewohnheiten zu ändern! Gleichzeitig ist sie aber auch in dieser „Sicherheit“ nicht glücklich und fordert von Anderen, Ihr das Glück zu liefern, weil SIE ja das Opfer und damit immer entschuldigt ist. Für Außenstehende mit Helfersyndrom ist das ein nicht endender, deprimierender Teufelskreis aus dem man sich befreien muss.

      Ich finde es immer sehr traurig, denn man hat doch nur dieses eine Leben, auch wenn es nicht easy ist, Starre ist verschwendete Zeit!

      Ich versuche selber ständig an mir zu arbeiten, ich hatte vor Jahren mit Depressionen zu kämpfen, aber ich versuche permanent an mir zu arbeiten und mich davon nicht kleinkriegen zu lassen! (Eine Therapie half mir dabei auch sehr gut!)

      Nur Mut!!!! Auch für Dich gibt es Wege und Möglichkeiten etwas zu verändern!!!!

      @Petra!!!!

      Ein RIESENLOB für Deine Entscheidung!!! Du hast meine aktuelle Arbeitssituation in sehr treffende Worte gefasst!!!! Und ich konnte alles mit AHA-Effekt nachvollziehen!
      Ich suche zZ immer noch meine „Almhütte“ aber ich bin definitiv vor selbiger Entscheidung!!!
      Danke für Deinen Beitrag!

    • katl schreibt am 7. April 2013

      Liebe Andrea,

      dein Beitrag hat mich sehr nachdenklich gemacht! Das Thema Überqualifizierung im Job kommt mir bekannt vor. Ich habe der universitären Laufbahn aus den Gründen, die Du angesprochen hast, den Rücken zugekehrt. Ich kenne Dich zwar nicht, aber wenn Du jemanden zum Austauschen brauchst, kann Dir der Forumsmoderator gerne meine Mailadresse zukommen lassen.

      katl

  • Charly, ich war zehn Jahre Beamtin. Und ich sagte mir: Weitere zehn Jahre und ich bin ein Wrack. Und ich habe gekündigt. Ohne finanzielle Rücklagen, ohne einen Partner, der mich mitgetragen hätte.

    Was ich aber hatte, war eine Idee, für die ich mich begeistert habe. Die Frage „Was will ich stattdessen?“, ist in der Tat erstmal wichtig zu klären. Jeder Mensch hat das, was ihn erfüllt, in sich. Also nicht aufgeben, bei der Suche nach dir selbst!

    Liebe Grüße
    Sylvia

  • DANKE, zu dem Beitrag und Euren Kommentaren . Bin neu dabei, hab diese Seite zufällig entdeckt und finde jetzt schon so viel Wichtiges!
    Mein Findungsprozess läuft, ich bin gespannt und fröhlich!

  • Hallo,
    ich wäre froh, ich hätte auch den Mut meinen Job zukündigen.

    Ich bin Beamtin und wer gibt so einen Job schon auf??
    Auch wenn ich keine finanziellen Sorgen hätte…..

    Für mich ist momentan eine Option „Teilzeit“. Mal schauen ob ich wenigstens dazu den Mut habe.

    Und für mich stellt sich eher auch die Frage, was mach ich statt dessen???

    LG
    Charly

    • Irisa schreibt am 24. Februar 2013

      Liebe Charly – für solche Fragen gibt es doch „Zeit zu Leben“ !!!
      Hab‘ Mut und beschäftige Dich mit Dir selbst. Das kann ungeheure Möglichkeiten und Kräfte wecken!

      Herzlichst Irisa

    • Nele schreibt am 7. April 2013

      Liebe Charly,
      die Sicherheit einen Job aufzugeben hat man sowieso nicht. „Die Freiheit beginnt erst, wenn Grundbedürfnisse gestillt sind“, da ist was dran. Ich bin auch jemand, die Wert auf Sicherheit legt und durch eine Herzerkrankung habe ich leider immer noch nicht dazugelernt. Was tut mir gut: ein Job in dem ich absolut unzufrieden bin, oder mir die Zeit strukturiert zu planen nachdem ich einen Aufhebungsvertrag unterschrieben habe. Ich habe auch keinen „Versorger“ der mich unterstützt, aber ist das eine Sicherheit? Na ich weiss nicht.
      ich wünsche noch einen schönen Sonntag
      Nele

  • Vielen Dank für den sehr schönen Beitrag hier, ich mache auch mein Abitur mit 37 (!) damit ich meinen Traum leben kann. Ich möchte die ´Brotlose´Kunst studieren, nachdem ich meine 2 Kinder großgezogen habe, was für mich Priorität hatte und ich auf vieles verzichten musste und es gerne getan habe. Ich bin für ein Grundeinkommen, damit alle Menschen endlich zufrieden arbeiten können, das tun können für was sie eigentlich auf die Erde gekommen sind. Raus aus der Tretmühle…REIN in die ZUFRIEDENHEIT.

  • Liebe Petra, liebe beitragende;
    vielen Dank, dass es noch Menschen wie euch gibt! Ich finde: nur wenn wir Arbeitnehmer uns nicht klein machen und alles bieten lassen, sondern euren Mut haben, uns selbst auch als wertvolle und gleichberechtigte Parteien im Arbeitsalltag wahrzunehmen, können wir verhindern, dass einige sehr unschöne Zustände, von denen man allenthalben hört, sich als Standart auf dem Arbeitsmarkt etablieren, den wir dann alle zu ertagen haben! Hut ab vor eurem Selbstwertgefühl, das für alle zum Vorbild werden sollte, im Sinne sozialerer und vernünftigerer Prioritäten in den Unternehmen!

  • Super Entscheidung, das kann ich voll und ganz nachvollziehen. Mir ging es ähnlich vor einigen Jahren, da hab ich auch in einem Hotel gekündigt, ohne etwas danach zu haben. Aber das Klima, die Arbeit, die Bezahlung, nichts stimmte. Das muss man nicht über sich ergehen lassen. Nach einigem Hin und Her arbeite ich derzeit wieder in einem Hotel, baue mir aber nebenbei was eigenes auf. Aber zumindest mit den Kollegen und Gästen macht es jetzt hier mehr Spaß.
    Und so „schlecht“ die Arbeitslage auch sein mag, keiner muss unmögliche Arbeitskonditionen akzeptieren. Aber man braucht eben sehr viel Mut dazu.

  • Hallo zusammen,

    danke Petra für deinen mutmachenden und inspirierenden Beitrag. Ich bin auch sehr unzufrieden in meinem Beruf aber bisher hat mir einfach der mut gefehlt daraus auch Konsequenzen zu ziehen. Es gibt eben auch vieles was mich hält, wie zum Beispiel die Sicherheit. Aber ich könnte mich natürlich auch einfach jetzt schon umschauen nach einem neuen Job, das habe ich bisher nicht gemacht. Muss wohl noch schlimmer werden, bis ich wirklich erste Schritte gehe.

    Ich finde das übrigens gar nicht als Privileg, das man hat, wenn man noch einen „Versorger hat“. Es ist einfach mutig und du hast dich getraut, das Risiko einzugehen mit der Option, das dein Leben einfach besser und schöner wird. Das bewundere ich sehr.

    Ich wünsche allen, das sie deinen Beitrag als Anstoß nehmen können, sich zu trauen und für sich einzustehen.

  • Es ist in der Tat extrem schwer, ohne finanzielle Absicherung bzw. doppelten Boden, so gravierende Veränderungen in seinem Leben umzusetzen. Ich selbst war ein mal in der glücklichen Situation. Ohne Kinder und belastende Kredite konnte ich meine Arbeitszeit auf 4 Stunden am Tag redizieren und habe die dadurch gewonnene Freizeit genutzt, um Schritt für Schritt meinen Einstieg in die Selbständigkeit zu planen und zu realisieren. Das war rückblickend der bedeutendste und auch besste Entscheidung, die in in beruflichen Dingen getroffen habe.
    Aber wie bereits gesagt: Auch das war mir nur durch günstige Rahmenbedingungen vergönnt. Wenn das Geld ohnehin knapp ist und man beispielsweise Kinder versorgen muss, gehen solche Entscheidungen nicht so leicht von der Hand. Aber unmöglich müssen sie deswegen nicht zwangsweise sein. Eventuell erfordert es etwas mehr Plaung und einen längeren Atem.
    Ich wünsche Euch allen, dass Ihr diese Chance irgendwann einmal bekommt.

  • Liebe Silke, liebe Katrin,

    mir geht es genauso wie Euch. Ich freue mich für jeden der diesen Schritt so machen kann. Ich habe noch so viel Potential und kann es nicht „ausleben“. Freiheit beginnt erst, wenn Grundbedürfnisse gestillt sind… Ein Satz bei dem die Tränen laufen. Ich wünsche Euch allen von Herzen alles Gute und das alles so wird wie Ihr es Euch wünscht und erträumt!

  • Hallo,
    wie schon oft erwähnt werden sich viele in dem Beitrag wieder finden und ich mich ebenso.
    Liebe Karin und liebe Silke, ich weiß nicht wie eure Situation explizit ist, doch ich glaube fest an die Kraft des Wünschens – für sich ganz klar zu wissen wie der weitere Weg verlaufen soll, wohin man eigentlich möchte. Diese Ideen aufzuschreiben, Bilder dazu neben das Bett zu hängen, schickt eure Wünsche auf die Reise.
    Ich selbst habe mich entschieden meinem Leben eine neue Richtung zu geben und noch einmal zu studieren. Doch dieses mal mit Herz und nicht nur mit dem Ziel wie viel Geld man einmal verdienen möchte.
    Auch ich kann aus finanziellen Gründen nicht einfach kündigen, doch ich kann meine Arbeitszeit soweit reduzieren, dass ich überleben kann und gleichzeitig an meinen wahren Zielen arbeite.
    Und so kann ich daran glauben, dass ich mich bewege und meine Kraft dafür einsetze selbstbestimmt etwas zu verändern.
    Rein das Gefühl und diese Bestätigung, eine Entscheidung klar zu treffen, einen Weg, den man selbst möchte zu gehen, lässt einem abends gelöster einschlafen.
    Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr findet wonach ihr sucht und, dass es sich realisieren lässt.
    Der Glaube daran wird euch helfen.

  • Liebe Petra,

    aufmerksam und interessiert habe ich Ihren Beitrag gelesen und mich in der beruflichen Frustration bedauerlicher Weise wieder erkannt. Leider ist nicht jedem die finanzielle Absicherung und ein Mitverdiener als doppelter Boden gegeben, so dass der Ausweg sehr viel schwieriger ist, vor allem, wenn man auch noch (auch finanzielle) Sorge alleine für Kind(er) zu tragen hat. Ich weiß nicht genau, weshalb ich diesen Kommentar überhaupt schreibe, denn ich freue mich wirklich aufrichtig für Sie und Ihren Weg. Ich glaube, Ihr Beitrag macht mich einfach im Moment sehr traurig und müde, weil ich den Ausweg für mich nicht sehe und ich mir wünsche, dass die Menschen begreifen, dass positives Denken, Fühlen und Handeln enorm wichtig aber nicht die Rettung aus allem ist. Und es ist schwer auszuhalten, wenn man als Antwort auf die eigene missliche Lage erklärt bekommt, dass es an der positiven Einstellung fehlt.

    • Silke schreibt am 19. Februar 2013

      Liebe Karin,
      mir ging es gerade ganz ähnlich. Nach einem äußerst deprimierenden Tag im Job las ich den Beitrag und freute mich schon auf den Lösungsvorschlag. Es freut mich wirklich für Petra, dass sie ihren Traum verwirklichen konnte und nun im Anschluss wirtschaftlich abgesichert in Ruhe nach einer neuen Stelle suchen kann. Ich wünsche ihr viel Glück dafür. Aber es ist schon eine sehr spezielle Situation. Würde ich kündigen, hätte ich außer finanziellen Schwierigkeiten (3 Monate Sperre) auch sicher einige unangenehme Fragen bei der Arbeitsagentur zu beantworten und angesichts drohender Sanktionen wenig Spielraum bei der Auswahl einer neuen Stelle. Jobben als Saisonarbeiterin ist ja prima, wenn man weiß, am Ende der Saison gehe ich wieder. Nicht so attraktiv aber, wenn man allein davon leben soll.
      Ich nehme für mich als positiv den Gedanken mit, nicht mit dem Träumen aufzuhören.
      Aber Existenzangst ist dann doch nicht vom Tisch zu wischen, wenn man eben keine Ersparnisse und keinen Ernährer hat. Es macht mich traurig und unendlich müde, wieder klar zu wissen: Freiheit beginnt erst, wenn Grundbedürfnisse gestillt sind.

    • Gilbert schreibt am 24. Februar 2013

      Hallo Karin und Silke,

      ich denke, wenn die Bedingungen in der jetzigen Arbeit so unerträglich sind und gleichzeitig as Geld nicht ausreicht, langfristig etwas beiseite zu legen, dann muss man ja nicht gleich kündigen, aber kann sich zumindest nach Alternativen umsehen. Gibt es andere ähnlich oder besser bezahlte Möglichkeiten, auf die man hinarbeiten könnte? Gibt es Wechselmöglichkeiten in der Firma? Warum nicht wo anders bewerben und vorher über den Arbeitgeber schlau machen in Hinsicht auf Umgang mit Mitarbeitern, Zielsetzungen, Arbeitsplatzqualität, Team-Zusammenhalt etc.

      Ich gebe euch Recht: Nicht für jeden ist es einfach und risikolos, zu kündigen, aber zwischen weitermachen wie bisher und kündigen gibt es immer auch andere Möglichkeiten. Bleibt dran, verliert nicht den Mut, wisst, wass ihr wollt und haltet die Augen offen. Die Möglichkeiten werden sich dann präsentieren.

      Liebe Grüße,

      Gilbert

  • Ich habe mich voriges Jahr lange mit dieser Entscheidung herumgeschlagen obwohl ich immer mehr gemerkt habe in meiner alten Firma einfach nicht mehr hineinzupassen.

    Nach einem Urlaub wo ich mich mal für 2 Wochen Abstand gewinnen konnte, habe ich den Schritt gewagt und bereue nichts. Fühle mich im neuem Job viel besser ,weit weg von dieser Projekt bezogenen Arbeit die mich sehr viel mehr ausgelaugt hat als ich je vermutet habe.

  • Die beste Entscheidung meines Berufslebens war ein Studium mit Abschluss zu einem Zeitpunkt, wo Andere „in Rente“ gehen….

    Lebe deine Träume, wenn nicht jetzt, wann dann?!

    Besten Dank für die Super Beiträge in diesem Portal
    Alles Gute und machen Sie weiter so!

    • Marina schreibt am 25. Februar 2013

      Liebe Mechthild,
      Was hast du denn studiert? Wie hast Du das finanziert? Solche Aussagen machen mich immer neugierig, wenn Menschen einen individuellen neuen Weg einschlagen, der nicht dem Mainstream entspricht. Es erfordert ja auch ein Erwachen aus dem gesellschaftlichen Gleichklang in den wir so hineinwachsen hin zu…..was passt wirklich zu mir?! Gratuliere Dir!
      Marina

  • Liebe Petra,

    danke für diesen tollen Beitrag. Ich habe mich entschlossen, meinen Job per Aufhebungsvertrag zum 31.03.2013 zu beenden. Und das nach 23 Jahren in diesem Unternehmen. Quälende Gedanken plagen mich, ob das die richtige Entscheidung ist? manchmal will ich es, dann wieder nicht. Aber der Arbeitstag, der schäbige Umgang mit den Menschen, utopische Zielvorgaben, ist das das Leben? Ist es das Geld wirklich wert? Ich habe mich entschieden, für ein lebenswertes Leben zu kämpfen, mich zu befreien. Ich will meine Mitmenschen sehen, ich will MIT ihnen leben, nicht gegen sie kämpfen. DAS ist für mich Leben. Ob den Menschen wirklich klar ist, das sie nur EIN LEBEN haben und es KEIN Resetknopf gibt??

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