Die Frau an der Hundeleine

bestimmer

Neulich. Hamburg. Hauptbahnhof. In der U-Bahn-Station. 18:32 Uhr.

Ich mit meiner Frau auf dem Bahnsteig.

Der Zug fährt ein und hält.

Die Türen gehen auf und ein Pärchen steigt aus.

Beide so um die 20. Beide ganz in Schwarz.

Und jetzt kommt es:

Sie trägt ein schwarzes Hundehalsband um ihren schlanken, weißen Hals. So ein schönes, fettes Teil mit silbernen Nieten.

Er hat die Leine dazu in der Hand und führt sie am Halsband.

Wie heißt es so schön: Wenn es beiden Spaß macht, ist alles erlaubt.

Ein paar Tage später habe ich schmunzelnd wieder daran denken müssen.

Ich habe mich da gefragt: Wer hat MICH eigentlich am Halsband?

Symbolisch gesprochen.

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

Wer führt mich?

Nun bin ich ja eher wissenschaftlich orientiert.

Also brauchst du mir mit Schicksal, Kismet, Karma oder göttlicher Fügung nicht zu kommen.

Versuchs nicht. Ich bin da ein sturer, grantiger Bock.

Aber die Frage bleibt: Gibt es jemand, der mich oder dich führt?

Jemanden, der deine Entscheidungen beeinflusst und dich in seine gewünschte Richtung lenkt?

Denkbare Antworten darauf gibt es viele:

Ist es dein Mann oder deine Frau?

Deine Familie?

Die Stimme deiner Eltern in deinem Kopf?

Ist es dein Pflichtgefühl?

Dein Perfektionismus?

Dein innerer Kritiker?

Ist es dein Arbeitgeber?

Sind es deine Nachbarn?

Ist es die Gesellschaft mit ihren Zwängen?

Ist es die Wirtschaft?

Die Kirche oder Sekte deiner Wahl?

Oder bist du es nur selbst?

Also: Gibt es eine oder mehrere Instanzen, denen du eine Leine für dich gegeben hast?

In Form eines Liebesversprechens?

Oder eines Arbeitsvertrags?

Oder weil du einfach am richtigen Punkt nicht „Nein“ gesagt hast?

Oder weil du ein wichtiges, einschränkendes Problem in deinem Leben nicht endlich angehst?

Und was würde passieren, wenn du dein Halsband abmachen und sagen würdest:

„Liebe Freunde da draußen. Ihr dürft mir gegenüber gerne Wünsche äußern. Ich höre zu und benehme mich vernünftig. Aber die Zeit der Leine ist vorbei. Von jetzt an bestimme ICH ALLEINE, wo es langgeht.“

Also vielleicht mal vor den Spiegel stellen und schauen, ob du auch ein Halsband umhast, das du vorher noch gar nicht bemerkt hast.

Es lebe die Freiheit und die Selbstbestimmung.

Ralf

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Kommentare

  • Lieber Ralf, ich bin davon über zeugt, dass wir alle in einer Matrix leben. Was heißt es heute schon, sog. Entscheidungen zu treffen? Wir haben die Wahl, ob wir Bäcker oder Berufspolitiker werden wollen. Ob wir schwarz oder weiß tragen. Ob wir SPD oder CDU oder eine andere Partei wählen. Ist das Freiheit? Ich bin der Meinung, dass wir nicht frei sind. Freiheit wird uns lediglich suggeriert.

  • Wichtig ist, sich selbst zu vergegenwärtigen, dass nur man selbst der Designer seines Lebens ist. Nur durch die Übernahme der vollen Verantwortung können wir wahrhaft erfolgreich sein!

  • Lieber Ralf,

    danke für deinen Beitrag. Ich stelle auch Vieles von der wissenschaftlichen Seite in Frage, aber gerade deshalb glaube ich mittlerweile an göttlicher Fügung etc. weil sich so viele Dinge nicht wissenschaftlich erklären lassen und es ‚irgendetwas‘ geben muss, dass uns führt und lenkt so wie das Gras das einfach wächst (ohne das es gefragt wird ;-) oder dass wir sobald wir geboren werden einfach anfangen zu atmen.

    Alles Liebe und eine schöne Adventszeit
    von Andrea

  • Da wir in einer zweipoligen Welt leben, ist die Frage nach „Wer führt mich am Gängelband“ nur die Betrachtung der einen Seite.
    Ohne auch gleichzeitig die Frage am anderen Pol zu beantworten, bleibt die Sache nur halb und führt keinen -und schon gar nicht die Menschheit- weiter.

    Genauso wichtig, wenn nicht viel wichtiger, ist die Untersuchung: „Wen alles führe ich denn an der Leine? Wem zwinge ich -direkt oder schlimmer noch: sanft-„gutmeinend“ an der Leine und gebe meine Richtung als die Wahre vor ?

    Zur Selbsterkenntnis gehören untrennbar beide Ende der Leine.

  • Ich finde den Beitrag absolut Spitzenklasse. Es wurde mir sofort klar, als ich den Beitrag gelesen habe, wie oft ich mich von anderen führen lasse und eigene Ziele, Wünsche oder Bedürfnisse auf der Strecke bleiben.
    Vielen Dank dafür!

  • Mit fasst 70 Lebensjahren, 50 Mütterjahren u. 15 Omajahren erlaube ich mir ganz nüchtern zu sagen: Ich finds bescheuert.

  • Meine Antwort auf:
    Wer führt mich?
    Ich.
    Und das ist nicht immer einfach, denn ich trage so ein Tier mit, und sein Name ist:
    Schweinehund (…!)

  • Witzig immer diese fast schon aggressive Weigerung an eine Höhere Macht zu glauben, weil man ja so streng „wissenschaftsgläubig“ ist ^^.
    Und warum? Damit man von der ebenfalls ach so wissenschaftsgläubigen Gemeinde weiterhin anerkannt und „ernstgenommen“ wird.
    Und alle anderen sind dann wohl die blöden Aluhüte oder sonstigen Spinner…das wird mir zumindest damit impliziert.

    • Simone schreibt am 5. Dezember 2016

      Hallo Tanja, der Autor bezieht sich bei diesem Thema auf eigene, anscheinend sehr tief gehende Überlegungen und Überzeugungen. Er bezeichnet seine Lebenseinstellung als „wissenschaftsorientiert“, weswegen eine Art „göttliche Leitung“ nicht für ihn Frage kommt. Welcher Teil seiner Aussage kommt da für Sie aggressiv rüber? Fühlen Sie sich mit Ihren Überzeugungen nicht ernst genommen?

  • Lieber Ralf,
    ja- ich finde deine Anregungen wunderbar! Und ich bemerke ich in mir und möchte dies ansprechen, dass wir bei „unserem“ Weg zur Selbstbestimmung und Freiheit einen ganz wichtigen Punkt mit einfließen lassen sollten.
    Wir leben oft in einem “ Entweder oder“.
    Ich glaube allerdings an das „sowohl als auch“. Egal welche Antreiber, Führungen ich habe – ich empfinde diese als Möglichkeit der Orientierung auf dem Weg, das herauszufinden, was mir selbst wichtig ist und für was ich einstehe.
    Selbstbestimmung bedeutet für mich „ja“ zu sagen zu mir und meinen Entscheidungen. Ja zu sagen, dass ich mich z.B. in meiner Arbeit einbringe und auch mal viel investiere um „meinen Beitrag“ für etwas Sinnvolles zu leisten -auch wenn der Preis dafür mal höher ist. Ja zu sagen, dass ich für meine Familie und meine Freunde Zeit nehme oder auch mal nicht. Das ich meiner Verpflichtung nachkomme, wenn sie gut und sinnvoll ist. Mal perfektionistisch bin, weil es in bestimmten Bereichen existenziell (Krankenhaus)und damit sehr wichtig finde.
    Es kommt auf meine Bewertungen an, die ich reflektieren darf. Geht es mir gut damit oder nicht.
    Ich glaube und stelle dies im Alltag immer wieder -auch schmerzlich- fest, dass mit dem wichtigen Blick auf die Selbstbestimmung auch öfter vergessen wird, dass wir im Zusammenleben, im Zusammenarbeiten immer auf ein Geben und Nehmen, auf ein Verständnis wie auch auf Regeln, angewiesen sind! Das zur Selbstbestimmung auch die „Verantwortung“ und das „bewusst sein“ für die Konsequenzen meines Handelns gehört. Das Eine gelingt nicht ohne das Andere.
    Ich bemerke öfter eine Anspruchshaltung von Personen und interessanterweise sind diejenigen nicht bereit in diesen Topf „einzuzahlen“.
    Ich meine, dass wir beide Extreme wahrscheinlich benötigen, um überhaupt in eine Mitte zu kommen. Deshalb finde ich deine Fragen zur Selbstreflexion so hilfreich.
    Doch erlebe ich im Alltag, dass einige in dem Extremen hängen bleiben und dann mehr denn je „Ausbeuter“ werden. Ausbeuter, weil sie “ ihre Freiheit“ leben wollen und dies verwechseln mit Bedürfnisbefriedigung ohne die Konsequenzen mit zu bedenken (welchen Preis hat das?)
    Wir wollen alle menschlich behandelt, gesehen und respektiert werden – und so vieles mehr erfahren, was wir für unser Leben benötigen.
    Wir können nur ernten, wenn wir „gut“ dafür gesorgt haben, dass etwas wächst. Jeder hat seinen Anteil – ob er etwas dafür tut oder nicht!
    Für mich ist Freiheit und Selbstbestimmung – mir (u.a. mit deinen Anregungen) bewusst werden welche „Teile“ mich führen, diese in die Mitte zu pendeln und mich dann zu entscheiden mit Liebe, Mitgefühl und demütig meinen kleinen Teil im Gesamtsystem beizutragen und Verantwortung zu übernehmen.
    „Wenn wir ein kleines Licht weitergeben strahlt immer ein bisschen Wärme zurück.“
    Viele Grüße von Herzen

  • “ … Wenn es beiden Spaß macht … “

    Woher wissen Sie, dass es BEIDEN Spaß gemacht hat?

    • Maria schreibt am 4. Dezember 2016

      Die Frage ist gut. Ich denke, Ralf hat damit gemeint:
      Es soll beiden Spaß machen (hoffentlich macht es beiden Spaß),
      und nicht
      Ich bin sicher, dass es beiden Spaß macht.
      Stimmt’s?

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