Sommeruni 2017

Die Geschichte von den ungleichen Zwillingen

Es waren einmal Zwillinge, die glichen sich äußerlich wie ein Ei dem anderen. Ansonsten waren sie aber vollkommen verschieden.

Wenn es dem einen zu heiß war, war es dem anderen zu kalt. Wenn der eine sagte: „Die Musik ist zu laut“, wollte der andere die Musik noch lauter. Und der auffälligste Unterschied zwischen den beiden war der, dass der eine von ihnen zu jeder Stunde optimistisch und zuversichtlich war, während sich der andere immer schlecht gelaunt und und pessimistisch gab.

Als sie nun eines Tages Geburtstag hatten, wagte der Vater der Zwillinge ein Experiment: Er wartete am Vorabend des Geburtstages so lange, bis seine Söhne eingeschlafen waren, und machte sich dann heimlich ans Werk.

Er füllte das Zimmer des Pessimisten bis unter die Decke voll mit den schönsten Geschenken: Spielzeug, Sportgeräte, technische Geräte und vieles mehr. Dem Optimisten aber legte er nur einen stinkenden Haufen Pferdeäpfel ins Zimmer – sonst nichts. Nun war er gespannt, was passieren würde.

Am nächsten Morgen schaute der Vater zuerst ins Zimmer des Pessimisten. Er fand ihn laut klagend am Boden sitzen, inmitten der ganzen wundervollen Geschenke.

„Warum weinst du denn?“ fragte der Vater.

„Erstens, weil meine Freunde neidisch sein werden, zweitens, weil ich die ganzen Gebrauchsanleitungen lesen muss, bevor ich mit den Geschenken etwas anfangen kann, drittens, weil ich für die meisten dieser Spielsachen ständig neue Batterien brauchen werde und viertens, weil im Lauf der Zeit bestimmt ein paar von den Spielsachen kaputtgehen werden!“

Darauf ging der Vater in das Zimmer des optimistischen Zwillings. Dieser hüpfte vor Freude um die Pferdeäpfel herum.

„Warum bist du denn so fröhlich?“ fragte der Vater.

„Ganz einfach“, antwortete dieser „weil irgendwo im Haus ein Pony sein muss!“

Verfasser unbekannt, eingesandt von einer Zeit zu leben-Leserin

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Kommentare

  • Pessimist bekommt Geschenke,
    Optimist bekommt Mist !
    Das ist also die Pointe.
    Danke.

  • Liebe Karin,
    Deinen Beitrag finde ich echt super. Ich vergleiche mein Leben gerne mit einem Mobile, wir benötigen den gesunden Ausgleich, wenn ein Bereich auf Dauer zu kurz kommt, ist das „Mobile“ nicht mehr in der Balance. Unzufriedenheit, fehlende Freude, fehlende Kreativität und sogar psychosomatische Erkrankungen können die Folge sein. Wir Menschen sind häufig so geprägt, dass wir entweder von der einen Seite vom Pferd fallen, oder von der Anderen.
    Wo stehst Du? Ist es tatsächtlich der eigene Verdienst ein Optimist zu sein, oder hat das nicht vielmehr mit meiner angeborenen persönlichkeit zu tun?
    Liebe Optimisten und liebe Pessimisten versucht Euch zu verstehen und gegenseitig zu helfen

    Liebe Grüße
    Bettina

  • Bei kleinen Dingen kann man sich ja immer einer Trost zurechtlegen. Was ist wenn es zum Beispiel um die Existenz geht und Vertragspartner nicht zu ihrem Wort stehen, sich aus der Affäre ziehen und nicht bezahlen? Wie soll man positiv denken, wenn gesunde alte Baume gefällt werden, weil sie Moos verursachen.

    • Karin schreibt am 13. Oktober 2014

      Immer positiv zu denken, ist krankhaft,
      immer negativ zu denken verdirbt das Leben.

      Die Mischung macht’s !!! :
      mal krankhafte Züge zeigen, mal sich das Leben versauen

      …grins…

      Für alle hier der Wunsch: „Den Kopf in den Wolken (darüber scheint immer die Sonne),
      die Füße fest im Boden verankert
      und den Blick von oben, aufs Ganze haben“.

  • Schöne Geschichte :)

    … mir kam einmal mehr der Satz in den Kopf, den ich vor Jahren schrieb: „Es ist die selbe Zeit deines Lebens – ob du sie weinend oder lachend verbringst. Du hast die Wahl – jederzeit!“ …. dieser Satz hilft mir in schwierigen Situationen oft, umzuschalten. Denn nicht eine Situation ist es, die Gefühle macht – sondern meine Gedanken über eine Situation. :)

    Ich freue mich jeden Sonntag auf eure wundervollen Geschichten und Gedanken!

    Herzliche Grüße
    Patricia

  • Einfach klasse, die Antwort des Optimisten. Ich bin eher pessimistisch veranlagt und das stoert mich selbst sehr oft. Das Leben „fuehlt“ sich so viel leichter an, wenn man optimistisch denkt. Optimismus ist gute Energie. Und gute Energie empfaengt gut Energie….das ist meine Erfahrung und ich bin taeglich am Ueben!

  • Ich finde die richtige Mischung aus Optimismus und Pessimismus ergeben eine ( meiner Meinung nach ) gesunde Persönlichkeit. Die Optimismus Befürworter, darf ich daran erinnern, das im 1. Weltkrieg viele junge Menschen mit Freude in den Krieg gezogen sind. Optimismus ist also nicht immer unbedingt positiv. Der Pessimist kennt die Gefahren. Jedoch könnte er genau deshalb auch einige wichtige Projekte nicht in Angriff nehmen. Also, die gesunde Mischung macht es, so wie bei vielen andern Dingen im Leben auch.

  • „Der Optimist weiß wie schwierig das Leben ist, der Pessimist entdeckt dies täglich neu“, Pony hin oder her :-)

  • Heide-Rose .Decurtins schreibt am 12. Oktober 2014 Antworten

    Also liebe Helena : Deinen Satz habe ich mir auch notiert ! Danke……

    und noch einen zum abgewöhnen:
    Gedanken sind wie schwarze Vögel die deinen Kopf umkreisen, lass nicht zu, dass sie ein Nest in deinen Haaren bauen ……

    Einen ereignisreichen und fröhlichen Sonntag wünsche ich aus Basel

  • Oh, was für eine wunderbare Geschichte! Das Ende brachte uns ungetrübte, entspannte Freude…mir als überwiegender Optimistin und auch meinem Partner als überwiegendem Pessimisten…..

  • Danke Heide-Rose. JA, schmunzeln, lachen, das heilt Geist und Körper. Zuviel denken macht müde. Der „Denksatz“ finde ich genial.

    Ich habe mir diesen Satz mal notiert:
    „wo kämen wir hin, wenn jeder sagte wo kämen wir hin, und niemand ginge um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?“

    • Elke schreibt am 12. Oktober 2014

      Liebe Helena,
      ich bin auch der Meinung: zu viel denken macht muede! Staendig wird hinterfragt und auseinandergenommen..und fuer was? Zu oft verschwendet man die Energie dadurch fuer Nutzloses denken….

    • Barbara schreibt am 16. Oktober 2014

      Liebe Helena
      ja das ist ein wunderbarer Spruch von einem Schweizer Theologen und Dichter mit viel Humor, den ich sehr mag – hier noch die Quellenangabe:
      „Wo kämen wir hin, // wenn alle sagten, // wo kämen wir hin, // und niemand ginge, // um einmal zu schauen, // wohin man käme, // wenn man ginge.“ – kurt marti, rosa loui, vierzg gedicht ir bärner umgangssprach, Luchterhand 1967; auch in: wo chiemte mer hi? gedicht und schtückli ir bärner umgangssprach, Buchverlag Fischer Druck, 1984

      (Original schweiz.: „Wo chiemte mer hi // wenn alli seite // wo chiemte mer hi // und niemer giengti // fur einisch z’luege // wohi dass me chiem // we me gieng.“)

      Also, gehen wir immer wieder um zu schauen, wohin wir kommen… ;-)

  • Ja liebe Heide-Rose,
    So geht es mir auch. Habe den Satz auch vor vielen Jahren „unverstanden“ gehört. Jetzt habe ich auch begriffen, was damit gemeint ist. Ich nehme die Geschichte einfach auch so, Menschen sind unterschiedlich, jede/r geht anders mit den Lebenssituationen um. Manch eine/r kann viel haben und ist doch unglücklich und manch eine/r findet in dem wenigen genug, neue Ideen, Gedanken und Herausforderungen. Ich spüre in mir, wohin ich tendentiell gehöre und das macht mich zufrieden.
    Allen einen schönen Sonntag

  • Heide-Rose .Decurtins schreibt am 12. Oktober 2014 Antworten

    …warum denken und nochmals denken – die Geschichte einfach geniessen und schmunzeln. Denn: mit dem hin- und herdenken, was wäre dann gewesen, wenn – ist der ganze Sinn der Geschichte verloren.

    Und zum Schluss: mein Ausbilder sagte mir vor bald 20 Jahren:
    „das Denken der Gedanken ist gedankenloses denken“. Diesen Satz verstand ich anfangs nicht – doch heute ist er mir in gewissen Situationen präsent – und ich handle danach.

    • Helga schreibt am 12. Oktober 2014

      … dAnken … statt dEnken und nochmals dEnken … :-)

  • Selbst wenn es kein Pony geben würde, hätte der optimistische Zwillingsbruder am Ende über das Experiment gelacht.

  • Seltsam! Wieso kommt denn kein Abschluss der Geschichte ? Wenn der Optimist erfährt, dass der Vater nur ein Experiment angestellt hat, wie ist das denn dann…? Die Illusion von einem Pony wird dann wohl schnell zur Frustration, und der Optimist sieht dann wahrscheinlich opti-mal den Mist. – Aber eher wird es dann seinem Brüderchen helfen, die Gebrauchsanleitungen zu lesen und gemeinsam mit ihm spielen. Der Vater hat allerdings dann beide Söhne nicht in ihrer Eigenart ernst genommen. Den einen führt er vor und beschämt ihn mit den vielen Dingen, die ihn nicht erfreuen können, den anderen nimmt er als Versuchskaninchen und frustriert ihn, wenn es kein Pony gibt. Ich finde das sehr wenig respekt- und liebevoll.

    • Michael schreibt am 12. Oktober 2014

      und wer sagt, dass es kein Pony gibt?

  • Hallo Lilo, warum sollte der Pessimist ein Realist sein? Ist es realistisch sich über Geschenke zum Geburtstag nicht zu freuen weil man alles was eventl. oder auch bestimmt die spätere Folge der Geschenke ist zu allererst bedenkt?
    Ist es nicht eher realistisch sich über die Pferdeäpfel zu freuen, da ja ein Pferd nicht verpackt im Zimmer stehen kann?!
    LG Dagmar

  • Hallo, ich finde ihre Website sehr interessant, übersichtlich und informativ.
    Sie macht wirklich Lust, sich intensiver mit den Themen zu befassen.( einmal angefangen, ist das ja ein lebenslanger Prozess)
    Bei dieser Geschichte hab ich geschmunzelt.
    Meine Frage hierzu:
    Wer ist der Realist ? (Doch der Pessimist, oder ?)
    Der Träumer ? (Der Optimist, oder ?)

    MfG Lilo

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