Die üble Nachrede

Ein Nachbar hatte über Künzelmann schlecht geredet und die Gerüchte waren bis zu Künzelmann gekommen. Künzelmann stellte den Nachbarn zur Rede.

„Ich werde es bestimmt nicht wieder tun“, versprach der Nachbar. „Ich nehme alles zurück, was ich über Sie erzählt habe“.

Künzelmann sah den anderen ernst an. „Ich habe keinen Grund, Ihnen nicht zu verzeihen“ erwiderte er. „Jedoch verlangt jede böse Tat ihre Sühne.“

„Ich bin gerne zu allem bereit.“ sagte der Nachbar zerknirscht.

Künzelmann erhob sich, ging ins sein Schlafzimmer und kam mit einem großen Kopfkissen zurück.

„Tragen Sie dieses Kissen in Ihr Haus, das hundert Schritte von meinem entfernt steht.“ sagte er.

„Dann schneiden Sie ein Loch in das Kissen und kommen wieder zurück, indem Sie unterwegs immer eine Feder nach rechts, eine Feder nach links werfen. Dies ist der Sühne erster Teil.“

Der Nachbar tat, wie ihm geheißen. Als er wieder vor Künzelmann stand und ihm die leere Kissenhülle überreichte, fragte er: „Und der zweite Teil meiner Buße?“

„Gehen jetzt wieder den Weg zu Ihrem Haus zurück und sammeln Sie alle Federn wieder ein.“

Der Nachbar stammelte verwirrt: „Ich kann doch unmöglich all die Federn wieder einsammeln! Ich streute sie wahllos aus, warf eine hierhin und eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie in alle Himmelsrichtungen getragen. Wie könnte ich sie alle wieder einfangen?“

Künzelmann nickte ernst: „Das wollte ich hören! Genau so ist es mit der üblen Nachrede und den Verleumdungen. Einmal ausgestreut, laufen sie durch alle Winde, wir wissen nicht wohin. Wie kann man sie also einfach wieder zurücknehmen?“

Aus dem Fastenkalender, eingeschickt von einer
Zeit zu leben
-Leserin, leicht geändert

 

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Kommentare

  • Viele gute Gedanken zum Thema: üble Nachrede
    … tratschen tun wir Menschen ja so gerne … und bei jedem Weitersagen wird die Geschichte gleich viel besser – sprich- übler! Mitunter war am Anfang gar nicht so übel geredet worden, bis hilfsbereite Mitmenschen meinten, es „verbessern“ zu müssen

  • Mein Gott sind wir alle „gut“ – denk ich mir, wenn ich die Kommentare lese. Wieso soll ich mir über sowas Gedanken machen? Die Politiker, die Unternehmer bzw. Ihre Marketing-Experten, meine Nachbarn, …überhaupt so ziemlich alle Menschen, die ich kenne, denken nicht lang drüber nach, ob sie fortwährend „nichts als die reine Wahrheit“ von sich geben.
    Wer gegen den Strom schwimmt, geht unter.

    • Petra B. schreibt am 8. Februar 2015

      Richtig. But – No Risk no Fun :-) – Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ans Ufer zu klettern und sich zu sonnen…
      Wer mit dem Strom schwimmt, wähnt sich bloß in Sicherheit. Garantie gibts dafür nicht. Die nächste Untiefe lauert schon – wetten, dass?

      Es geht nicht darum, was andere tun, sondern um die eigenen Entscheidungen und das eigene Verhalten. Da lohnt es schon, sich Gedanken zu machen – außer, man möchte sich als Spielball der Umstände fühlen bzw. als Opfer….

  • Die Geschichte habe ich von der bezaubernden Fr. Y.Winkler!(Kolping 2009)

  • Hallo,
    mir kam gleich das Lied von den Ärzten in den Sinn:
    “ Lass die Leute reden“ Eine Liedzeile lautet: „Bleib höflich und sag nichts – das ärgert sie am meisten!“
    Ja, nichtsdestotrotz steckt in dem Song sowie in der Geschichte, eine Menge Wahrheit drin. Viele liebe Grüße, Melanie

  • Danke für die lehrreiche Geschichte. Wenn Andere über mich reden, denke ich mir immer: Neid muss man sich hart erarbeiten!

  • If you have nothing good to say? Say nothing!
    So handhabt man das in Kanada!

  • Was Peter über Paul sagt, sagt mehr über Peter ,als über Paul.

  • Mir fallen auch folgende Gedanken dazu ein,
    Gib auf dich acht
    Achte auf deine Gedanken,denn sie werden Worte.
    Achte auf deine Worte,denn sie werden Handlung.
    Achte auf deine Handlungen,denn sie werden Gewohnheiten.
    Achte auf deine Gewohnheiten,denn sie werden Charakter.
    Achte auf deinen Charakter,denn er wird dein Schicksal.

    Aus dem Talmud

    Gar nicht immer so einfach zu leben.
    Liebe Grüße von Susan

  • Man kann im Leben alles zurücknehmen und sich entschuldigen. Wichtig ist, dass es ernst gemeint und aufrichtig ist. Manchmal genügt es auch, innerlich Dinge zurückzunehmen, falls man keine Gelegenheit mehr haben sollte, den Menschen, den es betrifft, persönlich zu treffen. Es kann wieder ein inneres Gleichgewicht entstehen, auch wenn es von außen zunächst so scheinen mag, dass das, was gesagt oder getan wurde, folgenschwer war. Das Wort Sühne kommt aus meiner Sicht aus einem kirchlichen Kontext und hat wenig mit Verständnis zu tun. Wir alle sind Menschen und machen Fehler. Aber wir haben immer die Gelegenheit, unserer Fehler einzusehen, uns zu entschuldigen und es in der Zukunft anders zu machen.

    • Werner schreibt am 10. Februar 2015

      Man kann sich nicht entschuldigen.
      Man kann nur um Entschuldigung/Verzeihung bitten.
      Diese Erkenntnis ist aber wohl in weiten Teilen unserer Gesellschaft verloren gegangen, weil wir dem Machbarkeitswahn verfallen sind.
      Wenn ich etwas falsch gemacht habe, kann ich es wieder „reparieren“.
      Die Geschichte oben zeigt aber, daß das nicht geht.
      Hier bin ich auf das Verzeihen dessen angewiesen, dem ich unrecht getan habe. Nur dadurch kann eswieder gut werden – nicht durch meine Leistung.

  • Zeit zu leben ist für mich ähnlich wichtig wie „Das Wort zum Sonntag“. Nur leider nehme ich mir nicht immer ausreichend Zeit dafür …
    Danke auch für die Geschichte zur üblen Nachrede, die mir gut gefällt. Denken, reden und handeln sind eben genauso unlösbar miteinander verbunden wie wir Menschen es miteinander sind, ob wir es glauben oder nicht.

  • …am schlimmsten ist doch wenn gar nicht über einen gesprochen wird.

    • Petra B. schreibt am 1. Februar 2015

      Hallo Marion,

      so nach dem Motto: Tote Hunde tritt man nicht mehr? ;-)

      Es geht allerdings nicht darum, ob und was ü b e r mich gesprochen wird (auch sprachlich die Passivform), sondern darum, was man selbst aktiv über jemanden verbreitet.
      Was andere Leute über mich sagen, kann ich eh nicht beeinflussen, doch denke ich dabei immer: Was A über B sagt, sagt mehr über A als über B aus.

      In dem Sinne – alles Gute :-)
      Petra

  • Wunderbar diese Geschichte. Ich bin immer wieder begeistert über all die guten Denkanstöße. Vielen Dank.

  • . . .oder wie der Spruch, der Sokrates nachgesagt wird:
    Prüfe, bevor du etwas weiter erzählst,
    ist es wahr?
    ist es gut?
    ist es wichtig?

    Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich eine der Fragen mit NEIN beantworten müsste – und dann wäre es besser, ich würde es schaffen, zu schweigen.

    • Petra B. schreibt am 1. Februar 2015

      Ja, ich kann Dorothea nur zustimmen:
      Reden ist eben Silber und Schweigen meist Gold wert! Ist es wirklich notwendig, zu allem eine Meinung zu ä u ß e r n? (Und ist es dann auch wirklich meine eigene Meinung?)
      Worte sind magisch – und der Magie ist es egal, in welche Richtung sie wirkt :-). (Kleiner Tipp: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus ;-))

      Herzliche Grüße
      Petra

  • Man sollte sich selbst die Frage stellen „warum tue ich das, was möchte ich damit bezwecke“ …

  • Worte können etwas Wunderbares, Kostbares sein,
    deshalb sollte man sie auch so behandeln.
    Achtlos in die Welt verstreut
    können sie einen enorm großen Schaden anrichten.
    Es liegt an uns Menschen, unser großes Gestaltungsmittel „Worte“ respektvoll und mit einem liebevollen Herzen zu gebrauchen,
    auch wenn wir eine andere Meinung oder Kritik äußern.
    A.L.

  • Hallo liebes Zzl Team,
    mir fällt dazu nur eines ein,
    „Das gesprochene Wort kannst du nicht zurücknehmen“.
    einen schönen Sonntag euch Allen.
    Nele

  • „Es ist leichter, die Zahnpasta zurück in die Tube zu bringen,
    als ein Gerücht aus der Welt zu schaffen“, fällt mir dazu ein.

    Danke für den Beitrag.

  • Es ist ganz einfach, Zucker in den Kaffee zu geben aber (fast) unmöglich, ihn wieder herauszukriegen…

  • “Words are like eggs dropped from great heights; you can no more call them back than ignore the mess they leave when they fall.”
    ― Jodi Picoult

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