Kompass-Challenge

Die volle Tasse

volle tasse

Es war einmal ein westlicher Professor der Philosophie. Er reiste zu einem Zen-Meister, um ihn nach Gott, der Unendlichkeit, der Meditation und vielem anderen zu befragen.

Der Meister hörte sich schweigend all die Fragen des Mannes an.

Nach einer Weile sagte er: „Du hast eine weite Reise hinter dir und du siehst müde aus. Ich werde dir eine Tasse Tee machen.“

Während der Meister den Tee zubereitete, brannte der Professor vor Ungeduld. Er war schließlich nicht zum Teetrinken gekommen, sondern um Antworten auf alle seine Fragen zu bekommen! Wahrscheinlich war dieser Zen-Meister gar kein weiser Mann und wollte nun nur Zeit gewinnen. Sollte seine Reise gar umsonst gewesen sein?

Und als er schon fast am Aufstehen war, kam der Meister mit dem Tablett, auf dem der frisch gebrühte Tee stand. So entschied der Professor, den Tee zu trinken und erst dann zu gehen.

Der Meister nahm die Kanne und begann dem Professor Tee in seine Tasse einzuschenken. Schnell war die Tasse voll und der Tee lief über den Rand und über die Untertasse.

„Halt, Sie Narr! Was tun Sie denn da? Sehen Sie denn nicht, dass die Tasse voll ist? Und dass auch die Untertasse bereits übergelaufen ist?“

Da lächelte der Meister und sprach: „Und genau so ist es mit dir. Dein Verstand ist wie diese Tasse: überfüllt mit Fragen. Selbst wenn ich dir Antworten geben würde, hätten sie gar keinen Platz mehr in deinem Kopf, denn es passt dort genauso wenig hinein wie in diese Tasse. Geh also und leere deine Tasse. Und komm wieder, wenn Platz in dir ist.“

Zen-Geschichte, umgeschrieben

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Kommentare

  • Auch diese Situation kenn ich sehr gut, jedoch in Bezug auf meine Ungeduld. Als Widder möchte man alles stets sofort erreichen und ich machte da keine Ausnahme. Nachdem ich als Verkaufschef Deutschland innerhalb eines Jahres bis hin zu den kleinsten Städten kannte und es mir nun zu klein vorkam, suchte ich nach neuen Horizonten, die ich erobern konnte. Möglichst auf der anderen Seite des Atlantiks und auf der südlichen Halbkugel. Es sollten die Tropen sein mit warmen Wasser zum Segeln, Schwimmen und Tauchen. Ich wollte auch Urwälder erleben und all die wilden Tiere, die ich nur aus Büchern kannte oder nur im Zoo sehen konnte. So kam ich nach Brasilien und lernte angesichts der kontinentalen Grösse endlich die Geduld, denn hier konnte Ungeduld tödlich sein.
    Ausserdem konnte man mit Ungeduld nichts richtig geniessen, sondern nur mit Geduld, die ich besonders beim Hochseesegeln lernte.
    Mit der Sprache Portugiesisch fing es an, dann aus Ungeduld hatte ich sie nicht vorher gelernt. Das mache ich besser dort, dachte ich und hatte damit ausnahmsweise recht, denn ich machte mir viele Freunde, wenn ich fast alles noch verwechselte und falsch aussprach. So konnte aus einem Messer eine Kuh werden und aus der Schwerkraft eine Schwangerschaft. Später machte ich das ganz bewusst und hatte die Lacher immer auf meiner Seite. Aber jede Sprache braucht eben Geduld. Ich habe also, bildlich gesprochen, sehr viel Tee getrunken.
    Auf diese Weise kenne ich nun Brasilien fast so gut wie Deutschland, obwohl es noch viel grösser als ganz Europa ist.
    Mein Motto heute heisst: Eile mit Weile, und damit bin ich hier sehr gut gefahren.
    Até logo und tchau tchau

  • …ausschütten…

  • das wird mich auch mal interessieren!

  • Ich habe mich gerade gefragt, wie man ganz konkret die volle Tasse leer machen kann. Gibt es dazu Vorschläge?

  • Vielen Dank für diesen Beitrag.
    Er kommt für mich gerade zur rechten Zeit.

    Ich verliere in absehbarer Zukunft mein Zuhause.
    Das alte Haus, in dem ich so gerne lebe, muss einem Neubau weichen.

    Ich bin untröstlich und mein Kopf ist übervoll mit Fragen: wie und wo will ich in zukünftig leben? u.v.m.

    Ich werde jetzt versuchen, erst einmal „meine Tasse zu leeren, damit Antworten überhaupt Platz haben.“

    Nochmals Herzlichen Dank!

    Gruß

    Annemarie

  • DANKE für den TEE

    liebe Grüße

  • Mir gefallen Geschichten sehr gut so wie diese, da sie den Kern treffen.

  • Wir wollen viel, wir kontrollieren viel, wir werten viel – es ist das ständige Gedankenkarussell, das uns immer wieder ein Bein stellt. Wir sind ungeduldig, dass nicht alles so geschieht, wie wir es uns vorstellen, anstatt einfach, wirklich einfach alles „geschehen“ zu lassen. Denn so, wie es geschieht ist es richtig – und zu unserem Besten. Heisst es nicht: „lass den Dingen seinen Lauf“! genau so ist es.
    Herzliche Grüsse

  • Eine Geschichte mit einer wahren Pointe.

    Nicht selten stellt man sich so viele Fragen wie etwas funktionieren wird. Pläne werden bis ins letzte Detail geschmiedet und dann kommt alles oft sowieso ganz anders. Kennst du das?

    Man macht sich selbst fertig mit Dingen, die überhaupt noch nicht existieren. Nur die eigenen Vorstellungen spinnen dieses Bild zusammen. Das liegt an der menschlichen Kontrollsucht. Immer müssen wir die Oberhand haben. Wir können nicht loslassen und vertrauen.

    Kommen dir Gedanken wie „Das mache ich lieber selber!“ oder „Ohne mich funktioniert das nicht!“ bekannt vor? Uns fällt es schwer Führung abzugeben und uns in die einzelnen Momente fallen zu lassen.

    Den wenigsten Menschen reicht es aus, nur den nächsten Schritt zu wissen. Alle wollen immer die komplette Karte, damit auch bloß nichts schief gehen kann.

    Grüße, Sascha

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