Kompass-Challenge

Diese Schuhe drücken

vorhang-auf-und-nachgedacht

Menschen, die sich Ziele setzen und verfolgen, sind glücklicher im Leben. 

Das ist eine Erkenntnis aus der positiven Psychologie.

Es kommt allerdings darauf an, sich auch die richtigen Ziele zu setzen.

Die meisten Menschen setzen sich zum Ziel, die Dinge zu bekommen oder zu erreichen, die sie irgendwie attraktiv finden.

Ich möchte diesen schnittigen Audi fahren.

Ich möchte diese geilen Schuhe haben.

Ich möchte diese Beförderung zum Projektmanager bekommen.

Ich möchte nach Hawaii reisen.

Ich möchte diese Weiterbildung zum Heilpraktiker machen.

Alles Dinge, die ich – aus welchen Gründen auch immer – attraktiv finde. Dinge, von denen ich mir etwas verspreche.

Allerdings ist es oft so, dass diese Dinge zwar attraktiv klingen, es dann in der Realität aber nicht sind.

Der neue Audi ist auch nicht besser, als es mein BMW war.

Wege aus der Einsamkeit

Oder wie man es schafft, echte Freunde zu gewinnen und dadurch ehrliche Nähe und Miteinander zu spüren: Dein Projekt: Wege aus der Einsamkeit.

Die neuen Schuhe drücken.

Durch die Beförderung sehe ich meine Kinder weniger.

Bei der Weiterbildung zum Heilpraktiker merke ich, dass ich den Lernstoff todlangweilig finde.

Ich finde etwas attraktiv. Ich setze mir zum Ziel, diese Sache zu bekommen oder zu erreichen. Ich erreiche mein Ziel. Ich merke, dass es nicht so gut ist, wie ich mir erträumt habe.

Das passiert natürlich nicht immer. Aber nach meiner Erfahrung erstaunlich oft.

Ist das ein Grund, keine Ziele mehr zu setzen?

Nö.

Überhaupt nicht.

Ich liebe Ziele.

Ziele sind toll und helfen dir, als Mensch zu wachsen.

Weil es bei Zielen gar nicht so sehr darum geht, das Ziel zu erreichen.

Sondern es geht darum, dass du oft ein besserer und fähigerer Mensch werden musst, um ein Ziel zu verwirklichen.

Ein Ziel ist also der Nährboden für dein Lernen und dein Wachstum.

Ziele setzen ist also toll.

Ich würde dir nur empfehlen, anders an das Thema Ziele heranzugehen.

Frag dich lieber NICHT:

Was will ich?

Was finde ich attraktiv?

Was hätte ich gerne?

Diese Fragen sind nicht so gut.

Frage dich lieber:

„Welche Qualität brauche ich gerade, um noch glücklicher und zufriedener zu werden?“

Mit Qualität meine ich immaterielle Dinge wie: Miteinander, Ruhe, Spaß, Nähe, Abenteuer. Sowas in dieser Art.

Und dann überlege dir, welches Ziel du erreichen müsstest, um genau das zu bekommen, was du gerade brauchst.

Dazu ein Beispiel: Gespräch mit mir selbst aus dem Jahre 2011.

„O. k., Ralf, welche Qualität brauchst du im Augenblick, um noch glücklicher und zufriedener zu werden?

Mmmmhhh … Jaaa … ehrlich gesagt fühle ich mich gerade manchmal ein bisschen überlastet. Ich bräuchte vielleicht ein bisschen Unterstützung, um zufriedener und glücklicher zu werden.

O. k. Unterstützung. Und welches Ziel müsste ich erreichen, um Unterstützung zu bekommen?

Ja … mmhhh … ich könnte mir zum Ziel setzen, mir einen Assistenten zu suchen, der mich von Routineaufgaben entlastet.

Ja … exzellentes Ziel. Das mach ich.“

Ausgehend von diesem Selbstgespräch habe ich meine erste Mitarbeiterin eingestellt.

Die Judith.

Eine ganz wunderbare Entscheidung.

Ich habe mich also nicht gefragt, was ich attraktiv finde.

Ich habe mich gefragt, welche Qualität ich gerade brauche.

Ich bin also bei meinen Bedürfnissen gestartet und habe ausgehend vom Bedürfnis ein Ziel gesucht.

Das ist nach meiner Erfahrung der direktere und bessere Weg.

Du kannst dann natürlich immer noch falschliegen. So ein Bedürfnis-Ziel kann sich immer noch als Mumpitz herausstellen.

Aber wenn du bei deinen Bedürfnissen startest, funktioniert es meistens besser.

Vielleicht mal ausprobieren.

Welche Qualität bräuchtest du gerade, um glücklicher und zufriedener zu werden?

Ralf

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Kommentare

  • Die ganzen „What to do-Bücher“ hängen mir zum Halse raus! Was habe ich selbst erlebt und welche Lehre daraus gezogen?
    Vor dem Abitur wollte ich zur Freude meiner Eltern gut sein – war aber ein miserabler Schüler und büffelte in letzter Minute irgendeinen Blödsinn bis ich die Idee hatte, mich mit der Abi-Feier danach zu beschäftigen – setzte das bestandene Abi natürlich voraus und machte vielmehr Spass. Die Zensuren reichten gerade für das erwünschte Studium, und ich hatte mich von dem blöden Zielstress gelöst. „Scheiße, das steht ja immer noch kein Ferrari, sondern der blöde Käfer!“ Ein bißchen Geduld gehört also auch dazu und die unbedingte Konzentration auf die Situation nach dem Ziel. Was machst denn, wenn Du nun erfolgreicher HP bist oder, oder?
    Dr.Helmut Brammer 27.11.2016

  • Wäre es nicht noch besser, bei den Werten zu starten anstatt bei den Bedürfnissen?

    In dem Artikel „Do You Love in the Wrong Part of the Brain?“ von Steven Stosny auf einer bekannten amerikanischen Psychologie-Seite geht es zwar in erster Linie um Beziehungen, aber der aufgestellte Kernsatz zum Thema Bedürfnisse vs. Werte ist glaube ich auch auf andere Bereiche übertragbar:

    „Kleinkinder haben Bedürfnisse, Erwachsene haben Begehrlichkeiten“ (engl.: Toddlers have Needs, Adults have Desires); Begehrlichkeiten als allgemeinerer Begriff passt hier besser als sehnliches Verlangen)

    Das ist zugegebenermaßen etwas provokativ, aber es geht hier ja auch nicht um Grundbedürfnisse. Stosnys Kernaussagen sind:

    – Kleinkinder tun, wonach ihnen gerade zumute ist, Erwachsene verhalten sich entsprechend ihrer tieferen Werte (engl.: Toddlers do what they feel like doing; adults behave according to their deeper values)

    – Beim Kleinkind sind Gefühle die ultimative Realtiät, beim Erwachsenen sind Gefühle Signale einer möglichen Realität

    – Wenn man seinen Werten entsprechend handelt, werden die Gefühle folgen (und nicht umgekehrt – im Gegenteil, wenn man seinen Gefühlen folgt, besteht die Gefahr, Werte zu verletzen)

    Wenn beispielsweise Unabhängigkeit/Autonomie für dich einen Wert darstellt und du aus dem Gefühl heraus, Unterstützung zu benötigen, jemanden einstellst, dann bedeutet dies eine größere Abhängigkeit (du kannst jetzt nicht mehr so einfach hinschmeißen, wenn du keine Lust mehr hast, weil es dann noch jemand anderen betrifft). Gut, dass Unabhängigkeit für dich keinen besonderen Wert hat :-)

    Noch schlimmer wird es, wenn die „Qualitäten“ sich bei genauerem Hinschauen gar nicht als Bedürfnisse, sondern als Vermeidungshandlungen entpuppen. Wenn ich also gerade an meiner überfälligen Arbeit sitze und so denke „ich bräuchte jetzt dringend etwas Ablenkung und Zerstreuung“ und dann den Rest des Tages daddle statt zu arbeiten, ist das wohl genau der Mumpitz, von dem du sprichst, Ralf.

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