Du bist du und ich bin ich

du bist du

„Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist.“
– Ralph Waldo Emerson

Über dieses Zitat bin ich gerade gestolpert. Und ich finde, es passt zu dem, was ich heute schreiben möchte.

Denn sicherlich kennst du solche oder ähnliche Situationen:

Geht es dir auch manchmal so, dass du denkst, jemand sollte sich anders verhalten? Oder anders sein? Sich anders anziehen? Anders mit seinen Mitmenschen umgehen?

Und manchmal sprechen wir solche Gedanken dann ja auch aus.

Zum Beispiel

  • Du sagst deinem Partner zum wiederholten Male, dass er doch mal weniger Zeit vor dem Fernseher verbringen sollte. Weil es doch viel sinnvoller wäre, stattdessen ein Buch zu lesen.
  • Der Schreibtisch deiner Kollegin quillt bald über vor lauter Akten. Jedes Mal, wenn du daran vorbeigehst, denkst du: „Mann, bei der siehts ja aus. Muss die nicht mal aufräumen, um ihre Arbeit vernünftig zu machen?“
  • Deinem besten Freund gingen auf der Arbeit mal wieder die Pferde durch und du erwiderst, er solle doch mal nicht immer so cholerisch sein.
  • Du triffst deinen Bruder und denkst die ganze Zeit: „Muss der denn immer mit so alten Klamotten rumlaufen? Er kann sich doch echt mal was Ordentliches kaufen.“
  • Oder du meinst es nur gut und rätst deiner Schwester, sich doch endlich mal gesünder zu ernähren.

Seien wir mal ganz, ganz ehrlich. In solchen Situationen wünschen wir uns von unserem Gegenüber doch, dass er sich anders verhält, als er es jetzt gerade tut. Wir möchten, dass der andere etwas anders macht als bisher. Weil wir meinen, besser zu wissen, was gut oder schlecht für unser Gegenüber ist. Wir denken, dass sein Verhalten so nicht in Ordnung ist. Wir lehnen es vielleicht sogar ab und verurteilen dadurch unser Gegenüber. Und manchmal sprechen wir es auch aus. Ganz bewusst. Oder manchmal eben auch in blöden Sprüchen, die den anderen verletzen können. Da ist der Mund dann manchmal schneller als der Kopf.

Dabei geht es mir nicht um Situationen, in denen das Verhalten der anderen Person mit mir selbst zu tun hat. Zum Beispiel, wenn der Partner, mit dem man zusammenwohnt, ständig seine Kleidung in der Wohnung verteilt. Oder wenn meine beste Freundin andauernd ihre schlechte Laune an mir auslässt. Das sind Momente, in denen ich durchaus ansprechen kann, was mich stört. Eben weil ich davon betroffen bin.

Da gibt es aber eben auch Dinge, die gehen mich einfach nichts an. Da habe ich nicht das Recht, mich einzumischen. Zum Beispiel, wenn mir die Wohnungseinrichtung meiner Schwester überhaupt nicht gefällt. Oder wenn ich die Kinder anders erziehen würde, als es der Bekannte tut. Das sind Situationen, in denen das Verhalten des Gegenübers keine direkten Auswirkungen auf mich hat. Und deswegen steht es mir auch nicht zu, mich in diese Themen einzumischen. Außer ich werde nach meiner Meinung gefragt ;-)

Wahrscheinlich weißt du selbst ganz gut, wie solche Beispielsituationen weitergehen können, wenn man sich da einmischt. In manchen Situationen ist ein Streit quasi schon vorprogrammiert. Der andere reagiert womöglich gekränkt oder beleidigt. Vielleicht zieht sich die Freundin zurück. Oder die Kollegin zahlt es mir mit gleicher Münze heim, indem sie mich für etwas kritisiert, das sie stört. Mich selbst aber ja gar nicht.

Beziehungen können leiden, wenn wir Dinge, die uns überhaupt nichts angehen, bei anderen kommentieren oder sie ihnen vorwerfen. Auch, wenn wir „nur“ denken, „der andere könnte doch wirklich mal …“. Oder: „Wieso macht die nicht endlich mal …?“

Auch solche Gedanken können Beziehungen belasten. Sogar unsere Beziehung zu uns selbst, weil wir dem anderen gegenüber dann nicht mehr auf Augenhöhe begegnen, sondern eher von oben herab.

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Solche Verurteilungen können wie ein Schmierfilm sein, der eine Beziehung belastet. Ein schales Gefühl stellt sich ein. Vielleicht kommt es zum offenen Konflikt. Aber oftmals spürt der andere auch nur unterschwellig: Meine Freundin findet mich nicht in Ordnung, so wie ich bin. Sie meint, dass sie besser weiß, was gut für mich ist.

Und auch für einen selbst ist so ein Schmierfilm von Verurteilungen nicht hilfreich. Denn man nimmt sich im Extremfall damit die Chance, das Gute und Schöne in einer Beziehung und in Begegnungen in vollen Zügen zu genießen. Weil man immer wieder zu seinen verurteilenden Gedanken zurückkehrt.

Deswegen ist es eine enorme Erleichterung, wenn man andere weniger verurteilt. Und, ganz im Sinne des Zitats vom Anfang, den anderen nicht versucht, so zu machen, wie man selbst ist.

Aber wie geht das? Wie kann es gelingen, andere weniger zu verurteilen? Vielleicht sogar gar nicht erst zu denken: „Du solltest aber wirklich mal …“ Und: „Wieso kannst du nicht endlich mal …?“

Was kann ich tun, damit ich andere weniger verurteile? 

Wenn ich jemand anderen für etwas verurteile, das mich im Grunde nichts angeht, hilft es, mir selbst einen Spiegel vors Gesicht zu halten. Denn Verurteilungen haben ganz oft mit uns selbst zu tun. Denn jeder von uns hat bestimmte Werte, also Dinge, die einem selbst wichtig sind. Also bestimmte Vorstellungen darüber, was man gerne in seinem Leben haben möchten und was einem persönlich im Leben wichtig ist.

Wenn wir nun aber jemand anderen verurteilen, versuchen wir, die eigenen Werte, Wünsche und Vorstellungen auf den anderen zu übertragen. Das passiert häufig ganz automatisch. Weil man ja denkt, dass das, was einem selbst wichtig ist, auch für den anderen wichtig sein müsste. Aber das ist eben meistens nicht der Fall. Weil dem anderen ja ganz andere Dinge wichtig sein können.

Mir ist es zum Beispiel wichtig, dass ich eine gemütliche Wohnung habe, auf die ich mich abends freuen kann. Und dass ich möglichst viel Gemüse und Obst esse. Und dass ich Zeit für Sport, Partner, Natur und Freunde habe. Diese Werte und Vorstellungen sind meine eigenen. Aber anderen Menschen sind vielleicht andere Dinge wichtig. Sie haben andere Werte und Vorstellungen darüber, wie ihr Leben aussehen sollte.

Ein erster Schritt, um andere Menschen weniger zu verurteilen, ist also, Klarheit über die eigenen Werte und Vorstellungen zu bekommen. Und sich bewusst zu werden, dass jeder Mensch da unterschiedlich ist. Denn dann fällt es mir auch leichter, den anderen mit seinen Werten und Vorstellungen stehen zu lassen. Ihn nicht zu verurteilen. Sondern mir zu sagen: Das ist mir wichtig und ihm ist etwas anderes wichtig und beides ist in Ordnung.

Ich mache das mal an einem Beispiel deutlich:

Wenn ich mein Gegenüber dafür verurteile, dass er mit alter Kleidung rumläuft, dann könnte das also mit meinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu tun haben. Welche könnten das sein? Dahinter steckt vielleicht, dass mir ein ordentliches Aussehen wichtig ist. Oder dass mir speziell teure Kleidung wichtig ist. Oder dass es mir wichtig ist, was andere Menschen über die andere Person und mich denken. Mein Anspruch an den anderen zeigt, wie ich selbst mit meinem Aussehen umgehe. Welchen Anspruch ich selbst an den Kleidungsstil habe.

Doch die andere Person ist ja nicht man selbst. Die andere Person ist eigenständig. Sie hat ganz eigene Wünsche, Werte und Vorstellungen und trifft auf dieser Basis ihre Entscheidungen. Vielleicht läuft sie mit älterer Kleidung rum, weil sie ihr Geld lieber für andere Dinge ausgibt, die ihr wichtiger sind. Zum Beispiel für ein Hobby. Oder für Spielzeug für die eigenen Kinder. Kleidung hat für sie also keinen hohen Stellenwert.

Diesen Blick in den Spiegel wollen viele von uns am liebsten erst einmal vermeiden. Das ist auch völlig menschlich und normal. Weil man sich selbst dann ja womöglich eingesteht, dass man nur bei sich selbst etwas ändern kann und vielleicht sogar sollte. Der Bruder wird sich sicher keine anderen Klamotten kaufen und die Freundin wird sicher nicht ihre Wohnung auf Vordermann bringen, nur weil man selbst es gerne hätte.

Nur wenn ich bei mir anfange, kann sich etwas an der Situation verändern. Wenn ich aufhöre, den anderen zu verurteilen, dann wird auch in mir und in unserer Beziehung mehr innere Ruhe und Frieden einkehren.

Vielleicht hast du ja Lust bekommen, den ein oder anderen verurteilenden Gedanken einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dann habe ich hier einige Reflexionsfragen für dich. Und am besten schreibst du dir die Antworten dazu auch auf. Denn dann kannst du nach einiger Zeit noch einmal zurückschauen. Und ganz konkret sehen, in welchen Beziehungen sich etwas verändert hat. Wen du vielleicht weniger verurteilst. Und welche Begegnungen du unbeschwerter genießen kannst.

Reflexionsfragen:

  1. Welchen beurteilenden Gedanken habe ich gegenüber jemand anderem gedacht? Oder vielleicht sogar ausgesprochen?
    Falls es dir nicht so leichtfällt das herauszufinden, versuche doch einmal, diesen Satz mit möglichst vielen Satzendungen zu ergänzen. So kommst du ganz leicht auf viele Ideen: Ich verurteile dich dafür, dass …
  2. Welche Werte, Wünsche und Vorstellungen spielen für mich in dieser Situation eine Rolle?
    Vervollständige dazu doch konkret diesen Satz: Mir ist nämlich wichtig, dass …
    Schreibe dabei alles auf, was dir einfällt.
  3. Welche Werte, Wünsche und Vorstellungen könnten meinem Gegenüber wichtiger sein? Warum verhält er sich so und nicht anders? 
    Ergänze dazu bitte folgenden Satz: Meinem Gegenüber hingegen könnte es wichtiger sein, …
    Schreibe auch hier wieder alles auf, was dir in den Kopf kommt.

Wenn du dir diese Fragen stellst, dann kannst du dich selbst und auch dein Gegenüber ein bisschen besser verstehen. Weil du dadurch mehr erkennst, was dir wichtig ist im Leben und warum du den anderen verurteilt hast. Und gleichzeitig lernst du auch dein Gegenüber besser kennen, weil du dir Gedanken über ihn machst. Und dich fragst, was ihm wichtig ist und ihn beschäftigt. Du kannst sein Verhalten besser nachvollziehen und brauchst es nicht mehr zu verurteilen.

So bekommst du also ein besseres Verständnis für dich selbst und für dein Gegenüber und kannst dann sagen: Du bist du und ich bin ich.

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Über Barbara Pötter

Barbara Pötter ist Sozialpädagogin, Coach für psychosoziale Beratung und Schreiberin.

Nachdem sie knapp 3 Jahre bei Zeitzuleben als Redakteurin und Kursleiterin mitgewirkt hat, hat sie in Konstanz am Bodensee ihr eigenes Unternehmen aufgebaut.

Unter www.stadtlandfreund.de bietet sie nun Veranstaltungen für Menschen an, die neue Leute kennenlernen möchten und gleichzeitig die Stadt und das Umland besser erkunden wollen. Damit greift sie ein Thema auf, das sie auch hier bei Zeitzuleben aus persönlichen Erfahrungen heraus sehr beschäftigt hat und das viele Menschen in ihrem Leben immer wieder berührt.

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Kommentare

  • Dieser Artikel ist Gold wert!
    „Man kann den Willen eines anderen nicht ändern, Pistole an den Kopf mal ausgeschlossen.“ Dies gehört zu einem meiner Lieblingssprüche, denn da steckt so viel wahres dran. Bevor man anderen etwas an den Kopf wirfst sollte man versuchen sich selbst zu helfen, jeder ist ein individuum und das ist auch verdammt nochmal gut so! :D
    Stell euch mal eine Welt vor voller [Deinen Namen einfügen]… Oh man :D

  • Hallo Barbara,

    ein sehr guter Artikel, gerade dieses Thema beschäftigt mich seit einiger Zeit. Ich selbst bin entspannter mit dem Bewusstsein, dass jeder Mensch andere Werte und Prioritäten hat, die man akzeptieren sollte. Wir können niemals andere Menschen ändern – und dürfen es auch nicht. Jeder kann nur auf sich schauen und Einsichten gewinnen, Dinge ändern – wenn sie ihn überhaupt stören. Auch hat dabei jeder ein anderes Tempo, es sind mitunter lange Prozesse, die wir durchleben. Aber meine Frage derzeit ist, was mache ich mit den Menschen, die noch nicht „so weit“ sind und ständig an andere ihre wohlgemeinten Ratschläge geben, kritisieren und hohe Erwartungen an andere haben? Wie kann ich diesen Menschen klar machen, dass genau das zu Unstimmigkeiten, Unwohlsein und hausgemachten Problemen führt? Wenn hier jemand einen Tipp hat, eine Idee – vielleicht selbst sogar was probiert hat – würde ich mich freuen :)
    Beste Grüße, MamA

    • Marietta Mahler schreibt am 18. Dezember 2014

      Liebe MamA,

      mir hat ein Standardsatz geholfen, den ich für solche Fälle bereit hatte:
      „Danke für die Anregung, ich werde darüber nachdenken“.

      Als erstes habe ich damit inneren Frieden in mir geschaffen, denn indem ich Dankbarkeit für den Beitrag des anderen aufbaue, sehe ich ihn nicht mehr als Feind, der mein Leben stören will, sondern als Bereicherung.

      Zweitens definiere ICH, dass es „nur“ eine Anregung ist und kein Zwang; das bringt schon mal mehr Leichtigkeit in die Angelegenheit.
      Ich fühle mich nicht verpflichtet, seinem Vorschlag nachzukommen, sondern betrachte ihn als einen möglichen Gesichtspunkt, den ich durchaus in meinem eigenen Prozess auch mal anschauen kann, aber genau so gut nach meiner Prüfung als unpassend verwerfen darf.

      Indem ich äußere, dass ich darüber nachdenken werde, nehme ich den anderen in seinem Bemühen auch ernst , so dass er aufhören kann, immer wieder mit dem gleichen Thema zu insistieren.

      Und da ich glaube, dass nichts ohne tieferen Sinn in mein Leben gespült wird, denke ich tatsächlich vielleicht nicht sofort (weil es gerade nicht mein Zeitpunkt ist), aber ein anderes Mal, wenn es für mich stimmt, darüber nach und schaue, ob ich für mich etwas Brauchbares aus der Kritik, dem Rat oder der „Besserwisserei“ herausholen kann.

      Mir hat das sehr geholfen, und wenn ich den Satz eingesetzt habe, fühlte ich mich dabei sehr frei und souverän. Es liegt an mir, die empfangene „Last“ zu einem Geschenk umzudefinieren und damit zu verfahren, wie es mir gut bekommt.

      Leider hatte ich diesen Satz und diese Haltung noch nicht, als meine Schwiegermutter noch lebte ;-) und habe dadurch viel verloren, was sie mir hätte weitergeben können, weil ich mit ihrer schulmeisterlichen Art, Lebenserfahrung zu übermitteln, nichts anfangen konnte.

      Schöne Feiertage,
      Marietta

  • Maria Anna Schulter schreibt am 15. Dezember 2014 Antworten

    Dazu passt doch genau das wunderbare Gedicht von Rabbi Mendel

    Wenn ich ich bin

    Wenn ich ich bin, weil ich ich bin
    und du du bist, weil du du bist,
    dann bin ich ich und du bist du.
    Aber wenn ich ich bin,
    weil du du bist,
    und du du bist,
    weil ich ich bin,
    dann bin ich nicht ich
    und du nicht du.

    Rabbi Mendel von Kotsk

  • Liebe Barbara,

    in einem Punkt würde ich Ihren wertvollen Beitrag gern noch etwas erweitern, um die Wirkung zu verstärken.
    Sie schreiben: „So kommen Sie ganz leicht auf viele Ideen: Ich verurteile dich dafür, dass …“
    Oft ist uns aber gar nicht bewusst, dass wir gerade jemanden verurteilen, und wir würden es vielleicht sogar weit von uns weisen, Urteile über andere zu hegen oder abzugeben. Schließlich ist ja unsere Toleranz auch einer unserer wichtigen Werte ;-)))
    Wenn wir den Satz begännen mit:
    „Es stört mich an Dir, dass Du…“, kämen vielleicht noch mehr versteckte Urteile ans Licht, die uns selbst gar nicht so klar sind.
    Auch, wenn der Satz nicht psychohygienisch in Ich-Form formuliert ist, hilft er „um die Ecke“ doch, meinem eigenen inneren Richter auf die Spur zu kommen.

  • Denkanstösse …

    Natürlich kann ich niemandem meine Verhaltensweisen aufzwingen.
    Mein Verhalten resultiert aus dem, was ich denke.
    Anderer Verhalten resultiert aus dem, was sie denken.
    Ich urteile – ich verurteile – nur, weil ich in meinem Denken ANDERS bin.
    Dieses Urteilen und Verurteilen kann ich zurücknehmen.
    Jedoch darf ich zum Verhalten anderer meine Meinung äußern. Damit greife ich niemanden an. Das hat auch etwas damit zu tun, dass wir kommunikative Wesen sind und uns mitteilen wollen.
    Es kommt in diesem Moment darauf an, WIE etwas gesagt wird und WIE der Gegenüber es aufnimmt.

    Wenn in einer Beziehung der Eine IMMER zurücksteckt, sich zurück nimmt und runterschluckt … während der Andere sich in vollen Zügen bis zum Exzess auslebt und dabei seine Umgebung vergisst, belastet diese Situation eine Beziehung schon oft derart, dass es keinen anderen Ausweg als den Trennung gibt! …

    Denn irgendwann, kann ich den Anderen nicht mehr, so wie er ist, akzeptieren, lieben und mit ihm unter einem Dach leben.

    In der Erziehung von Kindern ist es nur möglich eine Verhaltensänderung herbeizuführen, indem VORGELEBT wird.
    Da hilft es auch wenig zu verurteilen und zu verdammen …

    Das Leben stellt jeden Tag neue Herausforderungen – daher ist es oft besser, sich nicht bei Kleinigkeiten „aufzuhalten“.
    Wenn aber das eigene Leben durch die Umgebung „zur Qual“ wird – dann MUSS eine Veränderung her!

    In diesem Sinne eine besinnliche Adventszeit

  • Ein Bekannter sagt in solchen Fällen immer: „Der/ die hat sich auch nicht selber gemacht.“

  • Liebe Barbara,
    ja das Thema kommt mir grad wie gerufen!!
    Und doch kann ich nicht so einfach loslassen.
    Was mich auf die Palme bringt ist die Unzuverlässigkeit anderer, die ich vertrauensvoll mit etwas beauftragt habe… und sie mir zugesagt haben , es nach meinen Wünschen zu erledigen.
    Es klappt nicht und ich rotiere… Vor allem wenn es dann noch extra Geld kostet.
    Da die jüngst von mir „beauftragte Firma“ (!) in meiner Familie ist und kein Honorar für ihre Arbeit verlangt- muss ich scheinbar auch mit ungewünschten Ergebnissen zufrieden sein- wenn ich den Familienfrieden nicht aufs Spiel setzen will… SEUFZ

    • Marlis schreibt am 15. Dezember 2014

      Familienfrieden ja, aber muss man deshalb mit seiner Meinung zurückstecken??? Ich finde nein, auch wenn man sich, wie jetzt zu Weihnachten, nur kurz und selten im Familienkreis sieht. Ich denke immer sehr lange über das nach, was mir andere sagen und bin dennoch nicht nachtragend, manchmal sogar dankbar. Jeder Tag fängt wieder bei Null an.

  • Hallo

    die dritte Frage, welche Werte mein Gegenüber haben KÖNNTE, und warum er sich wohl (MEINER Ansicht nach) so und nicht anders verhält, würde ich gern ersetzen.

    Denn so, wie sie jetzt gestellt ist, handelt es sich ja um reine Spekulationen meinerseits und zudem bin ich in Gedanken dann schon wieder beim anderen. Und nicht bei mir.

    Hilfreicher könnte es sein, bei mir zu bleiben und mich zu fragen:

    Was hat das, was mich am anderen stört, mit MIR zu tun?

    Denn alles, was mich an anderen stört, ist ja im Grunde mein Spiegel.

    Vielleicht hatte ich früher genau dieselbe Verhaltensweise und habe mich damit nicht ausgesöhnt, sondern sie nur unterdrückt. Vielleicht erinnert mich das Verhalten des anderen daran, wie ich selbst gern leben würde, aber mich nicht traue. Vielleicht zeigt mir das Verhalten des anderen meine eigene wunde Stelle, zu der ich aber nicht hinzuschauen möchte. Und und und …..

    Danke und Grüße

  • Liebe Barbara,
    vielen Dank für den hervorragenden Artikel.
    Ein sehr wichtiges, aber auch sehr schwieriges Thema.
    So einfach es ist sich zu sagen: „Du bist Du und ich bin ich“ so schwer und anspruchsvoll kann es nachher im täglichen Umgang miteinander sein. Meine Beibachtung ist, dass je näher einem eine Person steht, je schneller ist man mit einer Be- oder Verurteilung dabei …
    Diese steten – oftmals nur kleinen – Verletzungen können irgendwann die Frustrationsgrenze derart überschreiten, dass Beziehungen abgebrochen werden. Deshalb meine ich, wenn einem etwas an der jeweiligen. Beziehung liegt, sollte man sich mit seinen Bemerkungen etwas mehr zurücknehmen, um mehr von der Beziehung zu bekommen unf einem Abbruch der selbigen zu begegnen.
    Dein Artikel gibt hierzu sehr wertvolle Denkanstösse und es liegt nun an jedem selbst, sich mit der Thematik weiter zu befassen.

  • Hallo liebe Barbara,

    ja, ich kenne es, und ich mache es auch. Ich meine es gut mit anderen und kann oft nicht anders, als ihnen meine Meinung zu deren Angelegenheiten sagen. Deshalb macht es mir nicht viel aus, wenn andere es bei mir tun. Wir Menschen sind so, wir kritisieren gerne.

    Natürlich ist es nicht gut, deshalb

    vielen Dank für diesen gelungenen Beitrag,

    von Lucy

  • Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich bekam erst gestern wieder gesagt das Ich sehr gut darin bin anderen meine Meinung “ aufzudrücken “ . Dieser Beitrag kam also für mich zu einem perfekten Zeitpunkt.

  • Es wäre schön, wenn du auch die andere Seite so ausführlich thematisieren würdest, die durch deinen Satz:
    „Das sind Momente, in denen ich durchaus ansprechen kann, was mich stört. Eben weil ich davon betroffen bin.“ dargestellt ist.

  • Liebe Barbara,
    Danke für diesen Beitrag. Erst gestern hatte ich so ein Gespräch mit einem guten Freund. Ich will ihn irgendwie zu mehr Verantwortung überreden die er seiner Familie gegenüber hat. Das Ende des Gesprächs war, ja er war meiner Ansicht nach beleidigt. Ich dachte ich handle als Freundin, aber nein, dem ist wohl nicht so. Ich hab mir den Artikel jetzt zu Herzen genommen und ich kann nur meine eigenen Einstellung dazu ändern, nicht aber mein Gegenüber. Das ist mir klar geworden. Nur wenn man nach der Meinung gefragt wird, dann ist es dem Gegenüber wichtig, ansonsten werde ich mich raushalten.
    noch einen schönen Sonntag, Nele

  • Liebe Barbara, dem letzten, was Sie gesagt haben messe ich für mich auch wichtige Bedeutung zu. Ich wachse ja nicht an dem, was mir nach meinem Sinn geredet wird, sondern an dem, was eben nicht nach meinem Sinn geredet ist. Nur das gibt mir zu denken und „Stoff“ zu wachsen. Das ist die andere Seite, wenn mir jemand etwas sagt, was ihm nicht an mir gefällt. Aber Tatsache ist, je mehr es mir gelingt, andere Menschen so zu akzeptieren wie sie sind, desto mehr werde ich akzeptiert – als ob Du und Ich eins ist. :-)

  • Liebe Barbara,

    vielen Dank für Ihren Artikel.
    Sie haben die Sache mit den Werten angesprochen. Das kann ich voll und ganz unterschreiben. Jeder Mensch hat andere Werte; andere Dinge, die ihm wichtig sind. Ich finde es sehr unangenehm, wenn jemand versucht, mir seine Werte aufzudrücken. Es gibt soooo viele Werte. Ganz klar, dass es da nur ein „paar“ Werte gibt, die für mich persönlich wichtig sind. Ich kann ja nicht alles abdecken. Und somit kann ich auch nicht in jeder Hinsicht perfekt sein.

    Wenn ich das SO für mich erkannt habe, kann ich auch anderen Menschen ihre Werte zugestehen und mit entsprechender Gelassenheit reagieren, wenn der Andere eben anders ist als ich :-)

    Im Grunde habe ich aber Eines gelernt: wichtig ist doch eigentlich nur, dass wir Menschen glücklich sind; dass wir ein erfülltes Leben führen und unser Potenzial entfalten. Und das kann sich in einer unglaublichen Vielfalt zeigen. Wenn ich jemanden sehe, der so ganz andere Werte hat als ich und dennoch glücklich/fröhlich ist, erfreue ich mich an der Vielfalt. Das hilft ungemein, die täglichen Verurteilungen und Vorurteile im Keim zu ersticken.

    Jedem das Seine. So lebt es sich wesentlich entspannter. (Bitte nicht verwechseln mit Gleichgültigkeit, so ist es nicht gemeint.)

    Im Übrigen: unter Freunden ist es manchmal angebracht, etwas zu sagen, auch wenn man nicht direkt betroffen ist. Eine Freundschaft ist auch zum Wachsen da und es gibt Situationen, wo ein ehrlicher, aufrichtiger Denkanstoß nötig ist. „Denkanstoß“ ist wörtlich zu nehmen. Denn jeder denkt und entscheidet letztendlich für sich selbst.

    Ganz liebe Grüße, Sabine

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