Einfach unlogisch

Als Informatiker, der ich ja so bin, stehe ich auf Logik.

Wenn a, dann b. Oder mach x so lange, bis i größer als 10 ist, und alles wird gut.

Das ist so schön berechenbar. So verlässlich.

Deswegen lieben Hardcore-Mathematiker auch ihre Mathematik so. Weil es alles so klar, so gleichförmig, so schön symmetrisch, so elegant ist.

Aber wenn du mit dieser Liebe für Logik an die Persönlichkeitsentwicklung herangehst, fliegst du natürlich königlich auf die Fresse.

Ich will nicht sagen, dass hinter der menschlichen Psyche nicht auch ein System steckt. Dass es hier nicht auch Ordnung und Gesetzmäßigkeiten gibt. Aber diese Gesetzmäßigkeiten sind so komplex und undurchschaubar, dass sie bis heute keiner so richtig durchblickt.

Wir bekommen manchmal Bruchstücke zu sehen. Aber unsere Psyche ist im Großen und Ganzen nach wie vor ein nebelhaftes Geheimnis. Damit wir nicht durchdrehen, haben wir die Idee des Unbewussten erfunden. Denn unsere Psyche tut manchmal komische Dinge, die logisch nicht richtig erklärbar sind. Also muss es da in uns ein Unbewusstes geben. Das, was uns nicht bewusst ist. Was wir nicht greifen können. Das, was uns diese komischen, oft unvernünftigen Dinge tun lässt.

Du weißt schon. Die dritte Tafel Schokolade, obwohl dir schon schlecht ist.

Oder dass du die Menschen oft am schlechtesten behandelst, die dir am wichtigsten sind.

Die Psychologen und Therapeuten der Welt haben natürlich alle ihre Theorien über das Unbewusste. Oft hängt es mit der jeweiligen Schule zusammen, durch die sie gegangen sind. Psychoanalytiker denken ganz anders über das Unbewusste als Hypnotherapeuten oder Verhaltenstherapeuten. Alle haben ihre eigene Vorstellung. Aber die Wirklichkeit kennt keiner. Weil das Unbewusste vor allem eines ist: unbewusst. Also der menschlichen Wahrnehmung nur in Schemen zugänglich.

Was wir Menschen hier machen können, ist, uns selbst zu beobachten und wahrzunehmen.

Denn wir selbst sind schließlich die, die am direktesten mit unserem Unbewussten verdrahtet sind.

Wir können dann zu uns sagen:

„Ach, spannend, in dieser Situation kommen bei mir immer diese Gefühle hoch. Junge, was mein Unbewusstes da wohl wieder treibt.“

Oder:

„Hey, immer wenn ich das machen soll, dreht in mir wieder und wieder etwas vollkommen durch. Interessant.“

Und je länger du dich selbst beobachtest, desto mehr bekommst du so etwas wie ein Gefühl für dich selbst. Desto besser wird deine Selbsterkenntnis.

Irgendwann fängst du vielleicht sogar an, vorausschauend zu planen.

„Oh, ne, das ist ja wieder so eine Situation. Da bereite ich mich mal besser drauf vor.“ Oder: „Der Situation weiche ich mal lieber aus.“ Oder: „Heute erlebe ich diese Situation mal hyperbewusst, damit ich noch mehr darüber lernen kann.“

Irgendwann entdeckst du dann doch so eine Art Logik in deinem eigenen Erleben, Fühlen und Verhalten.

Es ist nicht so klar wie ein Computerprogramm oder wie eine mathematische Formel.

Aber du erkennst Muster. Und das ist extrem hilfreich, um besser durchs Leben zu kommen.

Ich wünsch dir viel Achtsamkeit, neugierige Selbstbeobachtung und wegweisende Selbsterkenntnis.

Ralf

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Kommentare

  • Wie wahr, wie wahr.
    Als Logiker trifft man Entscheidungen hauptsächlich mit dem Kopf: nach objektiven Messpunkten und festgelegten persönlichen Variablen.
    Bis der Körper und das Unterbewußte einem schmerzlichtst dazu zwingt sein persönliches Programm wegzuschmeißen oder zumindest radikal zu ändern. Dann fliegt man nicht nur königlich auf die Fresse sondern vor allem erstmal ratlos im luftleeren Raum. Man nähert sich, erstmal widerwillig, ein Stückchen an scheinbar unlogische Dinge wie Energiefluss und positiven Sätzen und sowas an. Dann wirds besser. Der langsame Körper und das unlogische Unterbewußtsein freut sich und somit der Mensch dann auch.
    Und sie lebten fortan glücklich und zufrieden. :)
    LLAP

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