„Sommeruni

Mein Leben aus eigener Kraft besser machen

Bessere Beziehungen durch Gewaltfreie Kommunikation (GFK)

 

„Die Antwort auf die Frage nach der Ursache von Gewalt liegt in der Art und Weise, wie wir gelernt haben zu denken, zu kommunizieren und mit Macht umzugehen.“

– Marshall B. Rosenberg

Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

„Hast Du schon einmal etwas von Gewaltfreier Kommunikation gehört?“ – „Na, das brauche ich nicht, denn gewalttätig bin ich sicher nicht.“ Das ist eine Antwort, die zunächst manch einer zu hören bekommt, wenn er/sie diese Frage jemandem stellt.

Der Begriff wurde vor mehr als 40 Jahren von Dr. Marshall B. Rosenberg geprägt, auch in Anlehnung an den gewaltfreien Widerstand Mahatma Gandhis.

Viele TrainerkollegInnen und ich nennen die GFK auch „Wertschätzende und klare“, „Verbindende“ oder „Lebensdienliche Kommunikation“.

Die Gewaltfreie Kommunikation ist eine Art der Kommunikation, Konfliktlösung und Lebenshaltung.

Unter Gewalt verstehen wir in der GFK jede Form des Denkens und Sprechens, welche moralische Urteile enthält (gut und böse, richtig und falsch, kompetent und inkompetent), oder wenn man sich um die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse kümmert, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen.

Gewalt entsteht, wenn wir glauben, dass unsere Gefühle durch das Verhalten anderer verursacht werden und nicht durch etwas, was in uns selbst liegt – nämlich unsere Bedürfnisse (unten mehr dazu).

Eine Form von Gewalt ist weit verbreitet: „Gewalt gegen uns selbst“ – immer dann, wenn wir unsere Bedürfnisse nicht wahrnehmen bzw. über diese hinweggehen, statt uns dafür einzusetzen, glücklich zu leben.

Im Internet können Sie die GFK auch unter dem Stichwort „Giraffensprache“ finden, denn Marshall B. Rosenberg wählte für die innere Haltung und die Sprache, die diese Haltung unterstützt, die Giraffe als Symbol. Die Giraffe ist das Landlebewesen mit dem größten Herzen und repräsentiert die Haltung und Sprache des Herzens.

Als Symbol für eine Haltung und Sprache, die nicht gewaltfrei ist, sondern mit Vorwürfen, Druck, Schuld, Forderungen agiert, verwendet die GFK den Wolf, im internationalen Kontext den „jackal“ – den Schakal.

Schreib dich glücklich…

Es gibt eine bestimmte Art, ein Tagebuch zu schreiben. Eine Art, die dich wirklich voran bringt. Ein Tagebuch, das dich heilen kann. Pure Selbsterkenntnis. Und jede Menge Spaß: Projekt: Tagebuch.

Grundvoraussetzung für verbindende Kommunikation ist nach Marshall B. Rosenberg die Empathie. Um Empathie (Einfühlung) sowohl für mich selbst als auch für andere entwickeln zu können, brauchen wir eine andere Sprache. Die Sprache, mit der die meisten von uns aufgewachsen sind, war die „Wolfssprache“, diese führt zu Trennung, Rückzug, Abbruch von Verbindungen, Abgetrenntsein von den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Die GFK hilft, sich ehrlich auszudrücken sowie empathisch zuzuhören, und dient dem Aufbau von gelingenden Beziehungen.

Wie funktioniert die Gewaltfreie Kommunikation?

Kern des Modells sind die menschlichen Bedürfnisse – sie sind unsere Lebensenergie.

Marshall B. Rosenbergs Aussage „Alles, was ein Mensch jemals tut (oder lässt), ist ein Versuch, sich mindestens ein Bedürfnis zu erfüllen“ ist eine Grundannahme der GFK.

Sind die Bedürfnisse, die uns im Moment wichtig sind, erfüllt, empfinden wir Gefühle wie: erfreut, kraftvoll, begeistert, dankbar, lebendig, motiviert, entspannt, verliebt, zuversichtlich …

Ist hingegen ein uns momentan wichtiges Bedürfnis nicht erfüllt, sind wir z. B. besorgt, ängstlich, angespannt, genervt, frustriert, verwirrt, überlastet, unzufrieden, sauer, ratlos …

Wenn Sie nun wissen, dass Ihre Gefühle aus erfüllten bzw. unerfüllten Bedürfnissen resultieren, haben Sie die Möglichkeit, in sich hineinzuspüren, welches Bedürfnis gerade „hungrig“ ist, also was Sie gerade am meisten brauchen. Finden Sie es heraus, können Sie Ihr Leben weiterhin aktiv selbst in die Hand nehmen, indem Sie andere z. B. fragen, ob sie bereit sind, Ihnen heute Abend bei XY zu helfen, oder ob Freund/Kollege X bereit ist, Ihnen 5 Minuten zuzuhören, um Ihnen dann Feedback zu Ihren Gedanken zu geben …

Sie formulieren also eine Bitte, die Ihr Bedürfnis erfüllen soll. Auf diesem Weg kümmern Sie sich selbst darum, wieder glücklicher und zufriedener durchs Leben zu gehen. Sie übernehmen die Verantwortung für Ihre Gefühle.

Denke ich so etwas wie „Du bist schuld …“ oder „Die sind schuld, dass es mir jetzt so elend geht“, gebe ich meine Chance, selbst etwas zu verändern, an den anderen ab. Solange der/die sich nicht ändert, werde ich mich wohl noch öfter oder länger „unglücklich“ oder „genervt“ fühlen.

Ein Beispiel dazu:

„Ich bin genervt, weil Du mir schon wieder nichts von dem Termin gesagt hast!“

Wir sind es gewohnt, die anderen für unsere Gefühle verantwortlich zu machen.

Ein Anliegen der Gewaltfreien Kommunikation ist es, ein anderes Bewusstsein von Verantwortung für unsere Gefühle zu fördern.

Als Folge davon beginnen wir, anders zu denken und miteinander zu reden:

„Ich bin genervt, weil ich meine Zeit sinnvoll planen möchte.“

Bei diesem Satz erkennt man: Die Ursache für meine Gefühle liegt in mir. Es geht um meine Bedürfnisse.

Um aus unseren bisherigen Sprachgewohnheiten (Vorwürfe machen, moralisieren, fordern, beschuldigen) auszusteigen, gibt es in der GFK 4 essentielle Schritte:

Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation

  1. wertfreies Wahrnehmen/Beobachten: Zahlen, Daten, Fakten
  2. Gefühle wahrnehmen/benennen
  3. Bedürfnisse wahrnehmen/benennen
  4. Bitte zur Erfüllung des Bedürfnisses äußern

Diese Schritte verwenden wir

a) als Selbstmitteilung

b) als Einfühlung in mein Gegenüber – wie geht es ihr/ihm, was ist ihr/ihm wichtig?

Mit der Selbstmitteilung äußern wir unsere Wahrnehmung, wie es in uns selbst gerade aussieht und was wir gerne hätten. Mit der Einfühlung in den anderen versuchen wir, Gefühle und Bedürfnisse unseres Gesprächspartners zu benennen. Wir wollen verstehen, wie seine Welt gerade aussieht. Beides kann in der Stille gemacht werden und führt dennoch zu Veränderungen.

Im Prozess der Gewaltfreien Kommunikation wechseln wir zwischen Aufrichtigkeit und mitfühlendem Verständnis. Auf dieser Basis ist kooperatives Verhalten wahrscheinlich.

Die 4 Schritte der GFK hören sich zusammen etwa so an:

„Wenn ich a sehe, fühle ich b, weil ich c brauche. Bist Du bereit, mir d zu geben?“

Das Gefühl von Ärger

Tagtäglich durchlebt jeder von uns viele Facetten von Empfindungen und wir stoßen im Zusammenleben mit anderen Menschen (also tagtäglich) auf Gefühle. Im Falle von Ärger, Zorn oder Wut haben wir oft nur zwei Verhaltensweisen entwickelt: „Rückzug und Schweigen“ bedeutet Herunterschlucken der eigenen Anliegen oder „Angriff und Rechtfertigung“, was meistens laut und im Streit endet. Für beide Reaktionsweisen zahlen wir auf Dauer einen hohen Preis. Wir verlieren den Kontakt zu unseren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, zu unseren Partnern, Kindern oder Kollegen und weiterer unproduktiver Umgang mit Konflikten ist vorprogrammiert. Einen anderen Weg bietet die GFK: Ein produktiver Umgang mit Gefühlen, z. B. mit Ärger, bedeutet, Gefühle bewusst wahrzunehmen, ja zu würdigen, statt sie wegzudrücken oder die Energie gegen sich selbst bzw. andere zu richten.

Ein Beispiel für SIE:

  • Über was oder wen haben Sie sich in den letzten Tagen geärgert?
  • Was denken Sie, wenn Sie sich ärgern? Was denken Sie über die andere Person oder vielleicht auch über sich selbst?
  • Urteilen Sie über die/den anderen: „Der/die sollte oder müsste … hätte lieber …“ oder „Wenn er/sie nur so und so wäre …“?
  • Oder denken Sie für sich: „Der/die ist egoistisch, arrogant, unsensibel – ein Holzklotz!“?
  • Geben Sie Ihrem Ärger Raum und „hören“ Sie Ihren Gedanken dabei zu.
  • Finden Sie jetzt heraus, was unter diesen Gedanken und Urteilen liegt, denn Sie wissen ja bereits: Der eigentliche Grund Ihres Missmuts ist nicht der andere, sondern es sind Ihre unerfüllten Bedürfnisse! Lauschen Sie in sich hinein, entdecken Sie sich wieder – verweilen Sie hier einen Moment und finden Sie heraus, worum es Ihnen geht. Sie werden bemerken, Ihre Gefühle verändern sich!
  • Hinter Ihrem Denken „Der ist so unsensibel“ steckt evtl. das Bedürfnis nach Einfühlung oder Rücksicht.
  • Oder hinter dem Gedanken „Die Kollegen sind so egoistisch“ steckt das Bedürfnis, einbezogen zu werden, das Bedürfnis nach Zusammenarbeit oder der Wunsch, dass auch Ihre Bedürfnisse zählen.
  • Haben Sie Ihr Bedürfnis gefunden, überlegen Sie sich eine konkrete Bitte, die das Bedürfnis erfüllen würde, z. B. einbezogen zu sein: „Ich möchte ab nächsten Montag bei Eurem neuen Projekt mitarbeiten, ist das okay für Euch?“ oder: „Sagt Ihr mir Bescheid, wenn Ihr heute zum Mittagessen geht, ich möchte mit Euch gemeinsam essen – einverstanden?“ oder: „Sagt mir bitte, was Ihr braucht, damit Ihr mich mit Freude beim nächsten Projekt dabeihabt?“

Was sind die Stolperfallen bei der Gewaltfreien Kommunikation?

Um tatsächlich Veränderungen im Denken und in der Kommunikation zu erreichen, braucht es Klarheit und Übung zu bestimmten Schlüsselunterscheidungen, die im Seminar und in den Büchern von Marshall B. Rosenberg erklärt werden, z. B.

 

Giraffenhaltung Wolfshaltung
Wahrnehmung Kopfkino, Interpretation, Wertungen
Gefühle Gedanken, Urteile, Unterstellungen
Bedürfnisse Strategien
Bitten Forderungen

Jeder braucht eigene Strategien, um in Bruchteilen einer Sekunde die Achtsamkeit zu haben, anderen aus einer bewusst gewählten Energie zu begegnen!

Als „Wolf“ richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das, was eine Person in unseren Augen „ist“: großzügig, unzuverlässig, egoistisch, genial. Wölfe glauben zu wissen, was richtig oder falsch ist, und glauben, Recht zu haben!

Eine verbindende und somit gewaltfreie Sprache richtet die Aufmerksamkeit auf Bedürfnisse und Werte: Was brauche ich gerade, was ist mir wichtig, was braucht mein Gegenüber, was ist ihm/ihr wichtig?

Bin ich aus Gewohnheit wieder in der Wolfswelt gelandet, kann ich jederzeit wieder zur Giraffenhaltung zurückkommen, nur muss ich es eben zuerst bemerken!

Der unausweichlich wichtigste erste Schritt ist, dass wir mit unseren eigenen Absichten und Bedürfnissen in Verbindung kommen. Es erfordert also den Mut, sich verletzlich zu zeigen.

Wann ist die Gewaltfreie Kommunikation sinnvoll?

Wofür die GFK-Sprache sicher nicht dient, sind Alltagssituationen, in denen wir miteinander sprechen, ohne dass ein Konflikt oder ein Missverständnis vorliegt. Die 4 Schritte dienen dazu, in Konfliktsituationen neue Sprachmöglichkeiten zur Verfügung zu haben und zur Selbstklärung mit sich in Verbindung zu kommen.

Sinnvoll ist es, meiner Erfahrung nach, die Haltung verinnerlicht zu haben, um bemerken zu können, was Marshall B. Rosenberg so ausdrückt:

„Was immer wir tun, es ist das Schönste und Beste, was uns im Moment zur Verfügung steht, um unsere Bedürfnisse zu erfüllen.“

Menschen tun, was sie tun, weil sie sich Bedürfnisse erfüllen wollen. Auch wenn das manchmal sehr tragische Verhaltensweisen sind, die wir nicht gutheißen, möchte die GFK zunächst verstehen: „Connection before correction.“

GFK fördert

  • klare Verständigung
  • die Selbstklärung oder Selbstreflexion
  • die 100%ige Selbstverantwortung aller
  • offene Begegnungen
  • verstehen und verstanden werden
  • nachhaltige Konfliktklärungen
  • einen respektvolleren Umgang (unter Kollegen, Partnern, Schülern, Lehrern etc.)

 

GFK schafft tiefe, ehrliche und lebendige Beziehungen

In Unternehmen, egal ob klein, mittelständisch oder Dax-notiert, führt die Einführung des Rosenberg-Modells zu deutlichen Steigerungen in der Mitarbeiterzufriedenheit, Gespräche werden prägnanter, Umsetzungen konkreter geplant, Projekte effizienter durchgeführt.

In Familien sowie für Partnerschaften werden Sie viel mehr voneinander erfahren, wenn Sie zunächst zuhören und danach zuhören und noch einmal nachfragen, um wirklich zu verstehen, anstatt vorschnell mit einem „Aber“ zu reagieren und damit einen offenen Austausch zu beenden. In einem „Ja, aber“-Streitgespräch, in dem es jedem nur darum geht, den eigenen Standpunkt darzustellen oder Recht haben zu wollen, entsteht nur selten Verständigung und Verbindung.

Es braucht zum einen Zeit und Übung, die GFK zu verinnerlichen, und zum anderen braucht es Zeit und bewusste Achtsamkeit, den jeweils anderen zu verstehen und selbst verstanden zu werden. Aber es lohnt sich!

Fazit – intensiver leben!

Lernen Sie, die Botschaft hinter den Worten zu hören, die Bedürfnisse, um die es Ihrem Gegenüber geht, die es nur nicht ausdrücken kann, weil es das nicht gelernt oder wieder verlernt hat (so ging es mir selbst auch).

Durch empathisches Zuhören und Aufrichtigkeit, ohne zu verletzen, ernten Sie neben lebendigen Beziehungen Wertschätzung, intensive Lebensfreude und Erfolg – privat wie beruflich! Sowohl viele Kunden, Mitarbeiter, Chefs als auch SchülerInnen, KollegInnen und Partner oder Kinder profitieren von dieser Art der Kommunikation und Haltung!

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Über Angela Dietz

Angela Dietz ist Top-Expertin für Kommunikation, Beziehungs- und Veränderungsmanagement in Unternehmen, Schulen, Universitäten und Privatleben. Wie niemand bisher, zeigt Sie, wie wirksam und kraftvoll es ist, die Biologie – die Logik des Lebens (Bio-logos) mit der Sprache des Lebens (GFK) zu kombinieren, um Arbeits-, Lebensqualität und Erfolg zu erreichen. Wer in Zukunft erfolgreich und verantwortlich führen und leben will, wird bio-logisch kommunizieren, hören und reflektieren.


Persönlich bei Marshall Rosenberg lernte sie die GFK. Seit über 10 Jahren berät und trainiert Sie Top Management, Führungskräfte und Mitarbeiter aus Wirtschaft und Kultur. Für Privatpersonen bietet Sie in Ihren eigenen Räumlichkeiten offene Seminare an. Ihr Unternehmen „MENSCHLICH ERFOLGREICH“ bildet u.a. TrainerInnen in GFK aus. Nach einer Ausbildung zum „Professional Speaker“ begeistert Sie die Zuhörer in Key Notes/Vorträgen zum Thema GFK!

Angela Dietz ist Mutter von drei großen „Kindern“ und managt Ihren Alltag als Unternehmerin, Partnerin und Mutter so erfolgreich, weil Sie die GFK hat: „Erstaunlich finde ich, dass ich selbst das Wort „Bedürfnisse“ bis zum Jahr 2001, in dem ich das erste Mal von Rosenbergs Ansatz hörte, nicht mit persönlichen Inhalten, füllen konnte. Heute kann ich mir nicht mehr vorstellen so wenig im Kontakt mit meinen Bedürfnissen, meiner Lebensenergie zu leben! Meine Lebenskraft, Klarheit und Zufriedenheit tanke ich mit Hilfe der GFK täglich neu! Danke Dir, Marshall Rosenberg!

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Kommentare

  • Meine Frau hat sich – im Gegensatz zu mir – eingehend mit GfK beschäftigt, diverse Seminare, u.a. auch bei Marshall Rosenberg selber, mitgemacht und verarbeitet. Zudem sind wir mit einer Frau befreundet, die GfK-Kurse und Seminare gibt. Im Hause sind mehrere Giraffen aus Stoff verteilt, um die Giraffen-Energie zu betonen.
    Die andere Seite ist, dass meine Frau sehr temperamentvoll ist, ich möchte sogar sagen leicht aufbrausend, nach dem Prinzip „Erst schießen, dann reden“. Ich bin da mehr der Fels in der Brandung.

    Unsere Kommunikation verläuft bei Weitem nicht gewaltfrei, und ich bin immer wieder mit der Frage unterwegs, wieso gerade meine Frau, die sich so intensiv mit GfK beschäftigt hat, so schnell aus der Hüfte schießt, schnell gekränkt ist und sich angegriffen fühlt und dann laut wird und aggressiv antwortet.
    Ich denke, Jürgen Zirbik hat Recht, wenn er in seinem Kommentar schreibt, dass es bei Gfk eher um eine Haltung als um eine Technik geht. Dass in den Seminaren, auch bei Rosenberg, diese Haltung gelehrt wird, kommt bei mir zuhause irgendwie nicht an.

    Im Laufe der Jahre bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass die wichtigste Voraussetzung für eine gewaltfreie Kommunikation nicht das Kennen der Technik ist, nicht das Zitierenkönnen aus dem Rosenbergschen Gefühlsverzeichnis, die allerwichtigste Voraussetzung zur Erlangung der genannten Haltung ist die Souveränität der Gesprächsteilnehmer. Ein nicht souveräner Mensch kann nicht gewaltfrei kommunizieren.
    Deshalb meine ich, dass einem GfK-Seminar eigentlich ein Seminar für Persönliches Wachstum zur Erreichung von (mehr) Souveränität vorausgehen oder in ein solches integriert sein sollte.

  • Als “alte GfKlerin” bin ich ein bisschen verwirrt über die Auswahl der zur Illustration gewählten Beispielgefühle im Text: “besorgt, ängstlich, angespannt, genervt, frustriert, verwirrt, überlastet, unzufrieden, sauer, ratlos …” – haben wir doch im GfK-Training lange geübt, zwischen Gefühlen (wie traurig, hungrig, müde, ängstlich, fröhlich, ruhig usw.) und Pseudogefühlen, hinter denen eigentlich eine Interpretation oder Zuweisung steckt, zu unterscheiden (wie genervt=jemand hat meine Nerven strapaziert; frustriert=jemand hat mich enttäuscht; verlassen=jemand ist weggegangen; überlastet=jemand hat mir zu viel Last aufgeladen; usw.).
    Verdächtig auf Pseudogefühle sind Passivformen bzw. Partizipien oder Sätze, die mit “ich habe das Gefühl, dass …” beginnen, während die ursprünglichen Gefühle meist durch einfache Adjektive zu benennen sind und mit “ich bin…”-Sätzen beschrieben werden können.
    Um an die Bedürfnisse zu kommen, wurde in meiner Schulung trainiert, die Interpretationen und Pseudogefühle bis auf die “echten” Gefühle zurückzuverfolgen.

    Wird diese Unterscheidung heute nicht mehr in der GfK gelehrt, oder ist hier nur in der Beispielbildung Verschiedenes zusammengeflossen?

    Neugierige Grüße
    Marietta

    • Mathias Rudolph
      Angela Dietz schreibt am 10. Juli 2012

      Meine Antwort erhalten Sie erst jetzt, da ich erst durch einen Hinweis der Redaktion auf Ihren Kommentar aufmerksam geworden bin.
      Selbstverständlich ist es eine der wichtigsten Grundlage der GFK, dass Gefühle aus meinen erfüllten bzw. unerfüllten Bedürfnissen entstehen und andere lediglich Auslöser sind. Genau dieses Bewusstsein immer wieder zu schärfen, daran arbeiten wir viel in meinen Seminaren. Die Pseudogefühle haben da einen besonderen Stellenwert und öffnen immer wieder Augen!
      Sind Sie irritiert wegen der Gefühlsworte: besorgt, ängstlich, angespannt, genervt, frustriert… weil Sie befürchten, dass Menschen oder in dem Falle ich, die Worte benutzen und sich nicht bewusst machen, wie es zu diesen Gefühlen kommt und weiterhin andere dafür verantwortlich machen, statt nach innen zu schauen und die eigenen Bedürfnisse -oder die der anderen in der Empathie – wahrzunehmen. Kann das sein? War es Ihnen wichtig, das noch einmal ganz klar zu legen für Leser des Artikels?
      Wichtig ist nicht das einzelnen Gefühlswort, sondern mein Denken. Selbst bei einem Gefühlswort, wie „ich bin traurig“, kann ich nach dem Komma, ein „weil DU…“ folgen lassen und genau hier erst wird deutlich, ob jemand mit seinen Bedürfnissen verbunden ist und bei sich selbst schaut, wieso er/sie fühlt, was er/sie fühlt oder ob er/sie im Außen sucht: bei den anderen, den Umständen, der Politik oder bewertet und urteilt.
      So kann beispielsweise bei: „Wenn ich XY sehe, bin ich besorgt… (was ich häufig und gerne verwende) ganz klar ein: , weil es mir wichtig ist, dass ….alle einbezogen werden“ folgen. Genauso bei „Ich bin frustriert, weil ich gerne vorwärtskommen möchte/weil mir Erfolg wichtig ist/weil ich Kompetenz brauche, bist du bereit…?“

      Konnte ich Ihre Frage beantworten

      Wenn Sie mir schreiben möchten, wenden Sie sich bitte per mail an info[at]menschlich-erfolgreich.de oder rufen Sie an 09134 906717. Hier ist es rein technisch nicht mehr möglich zu schreiben. DANKE.
      Außerdem würde ich gerne hören, was „alte GFKlerin“ für Sie bedeutet ;-)

      Herzlichst,
      Angela Dietz

  • Dem armen Wolf wird mal wieder unrecht getan (Wölfe haben eine hervorragende Kommunkation). Auch so entstehen unterschwellig falsche Bilder. Die wieder sind zum Teil für “aggressive Kommunikation” zuständig: Vorurteile und alles was daran hängt.

    GFK ist eher eine Haltung, ein Prinzip, keine Technik. Ansätze wie “kann ich das hier einsetzen”, “macht das dort Sinn”, empfehle ich zu überdenken. In der Praxis (Führung) erlebe ich immer wieder, dass sie als Technik eingesetzt wird, z.B. um einen aktuellen Konflikt zu lösen. Das ist aus meiner Sicht Unsinn, wenn sich die Haltung dahinter nicht spürbar anpasst. Denn häufig wird GFK dann als Technik auch entlarft. Sehr empfehlenswert dazu: Steven Covey: Die 7 Wege zur Effektivität – Prinzipien statt Techniken

    GFK hat es nicht leicht. Nach dem “Lernen am Modell-Prinzip” bekommen wir täglich das genaue Gegenteil serviert: in Talkshows, Interviews, Statements von öffentlichen Personen. Täglich eine interessante Talkshow nach dem GFK-Prinzip, das wäre mal etwas. :-)

    • Angela Dietz schreibt am 5. März 2012

      Verehrter Herr Zirbik,

      ich sehe das mit dem “kann ich hier gut einsetzen und hier nicht…” und der genannten “Technik” ganz genauso!
      Wiederhole mich nur: GFK ist für mich eine Haltung, wird diese generll nicht spürbar, sondern man versucht Menschen nur zu etwas zu bringen sind wir für mich nicht mehr im Rahmen der GFK, der wie folgt für mich lautet: Ich möchte den anderen verstehen und selbst verstanden werden, Ziel ist zunächst eine Wertschätzende Verbindung zu erreichen – nicht eine ganz bestimmte Lösung!

      Besten Dank für Ihren Kommentar –
      herzlichst,
      Angela Dietz

  • Frau Dietz schrieb: »Wofür die GFK-Sprache sicher nicht dient, sind Alltagssituationen, in denen wir miteinander sprechen, ohne dass ein Konflikt oder ein Missverständnis vorliegt.«

    Liebe Frau Dietz,
    das würde ich persönlich so nicht sehen. GfK ist eine grundsätzliche Haltung zum Leben und zu meinen Mitmenschen, die sich in jeder Situation nutzen lässt.
    Ich beschäftige mich seit einem Jahr mit GfK und stelle zunehmend fest, dass es eben nicht darum geht eine »Methode« einzusetzen, sondern die Welt mit anderen Augen zu sehen. Und das ist von der Situation unabhängig.
    Grüße aus Köln von Eva Rika.

    • Angela Dietz schreibt am 5. März 2012

      Liebe Frau Rika,

      vielen Dank, dass Sie hier schreiben, was Sie von meiner Antwort verstanden haben – so habe ich die Chance, zu versuchen mich anders, hoffentlich deutlicher auszudrücken und andere lesen noch einmal das, was mir am Herzen liegt -denn ich stimme Ihnen voll zu, wenn Sie sagen, dass die GFK eine Haltung ist!

      Mir ist genau das das Wichtige an der GFK: sie ist für mich eine Lebenshaltung und keine “Methode, die ich mal einsetze und mal nicht” – genau deshalb habe ich mich nur auf die “4 Schritte-Sprache”, das Hilfsmittel, um aus alten Sprachgewohnheiten auszusteigen, bezogen, als ich antwortete.
      Ich habe versucht herauszustellen, dass es mir eben genau darauf ankommt die Haltung verinnerlicht zu haben – so oft es uns gelingt und morgen vielleicht schon etwas öfter… – daher fügte ich das Rosenbergzitat hier ein.
      Hätten Sie gerade Lust und Zeit mir kurz zu schreiben, was bei Ihnen ankommt?
      Herzlichst grüßt Sie, Angela Dietz

  • Frau Dietz,
    danke für ihre klar formulierte Sprache.
    Beim Lesen ist mir eine Frage unbeantwortet geblieben:
    Was mache ich mit Konflikten, in deren Lösung ich keinen Gewinn sehe? Etwas konkreter formuliert: Wenn ich merke, dass sich Freunde in eine andere Richtung entwickelt haben, die nicht mit dem eigenen Wertesystem übereinstimmt, treten unweigerlich Konflikte auf, die nicht auf eine viel versprechende Weiterführung der Freundschaft schließen lassen; wie ist hier das Prinzip der GFK anzuwenden? Soll man dennoch die immer wieder auftretenden Konflikte lösen, auch wenn man dabei ein Gefühl der Unzufriedenheit bei Fortführung der Freundschaft hat?
    Für viele Paare ist dies sicher auch ein interessanter Aspekt auf den Umgang mit dem Partner bezogen.
    Freundliche Grüße

    • Heide Decurtins schreibt am 4. März 2012

      Liebe Bettina
      Es ist eine Tatsache, dass wenn ich mich weiter entwickle sich Freunde und Bekannte nicht gleichzeitig mitentwickeln. Das ist ja auch gut so. Und wie ich damit umgehe ist:
      Ich erkenne, dass es absolut keinen Sinn hat sie “verändern” zu wollen, da sie ja meine jetzige SPrache nicht mehr verstehen.
      Dann halte ich mich an das, was mir einmal einer meiner weisen Lehrer gesagt hat: Wir Menschen treffen uns, begleiten uns und eines Tages ist der gemeinsame Weg zu Ende. Einer geht nach links, der andere geht nach rechts, einer bleibt stehen – und du ziehst weiter ………
      Fèr mich hat dies auch etwas mit LOSLASSEN zu tun – nicht halten, nicht krampfhaft festhalten an etwas, was “vorbei” ist. Ich treffe mich zwischendurch mal mit meinen “alten” Bekannten – doch plötzlich sind sie einfach nicht mehr da. Dafür erscheinen wieder sehr interessante Leute in meinem Umfeld und ich bin immer wieder neugierig, was sich für mich alles eröffnet…..
      Jeder ist mein Lehrer – und ich bin Schüler, wie auch Lehrer – und so gehe ich meinen Weg in Vertrauen weiter…. Herzliche Grüsse

    • Angela Dietz schreibt am 5. März 2012

      Liebe Bettina,
      mir gefällt sehr, was Heide bereits zu Ihrem Text geschrieben hat, darüberhinaus bleibt noch etwas in Ihrer Frage, was bei mir anklingt. Zunächst das “sollte man…” – in der GFK schauen wir immer danach, was wir brauchen – also was unser Tun oder Unterlassen erfüllen/nicht erfüllen würde. Und vielleicht geht es Ihnen auch darum, dass Sie traurig werde, wenn Sie bemerken, dass Sie sich “auseinander” entwickelt haben und möchten diesem Gefühl auch mal Raum einräumen bevor Sie andere Menschen kennenlernen? Spricht Sie etwas davon an?
      Bezogen auf eine Partnerschaft (ich lebe seit 25 Jahren in einer) ist es für mich entscheidend,
      – ob sich Partner zuhören und verstehen wollen,
      – ob Sie sich wertschätzen, ja lieben und
      – ob sie bereit sind Gefühle und Bedürfnisse zu erspüren und zu bennen?
      Mehr dazu gerne mündlich, wenn Sie mögen per Telefon.
      Vielen Dank für Ihren Kommentar!
      Sehr herzliche Grüße – Angela Dietz

  • Vielen Dank, Frau Dietz. Ich bin vor einigen Jahren über einen Kursteilnehmer auf GFK gestoßen, und insbesondere der Spruch – Tue nie was, was Du nicht vom ganzen Herzen tust – war für mich lebensverändernd. Ich habe viele der MP3s angehört und einige Bücher gelesen, aber so schön, klar und deutlich dargestellt, wie es hier steht, habe ich bisher nicht erlebt. Je mehr Leute diese Botschaften auf klar verständliche Weise verbreiten können, desto friedvoller und erfüllender kann unsere Kommunikation untereinander werden.

    • Angela Dietz schreibt am 5. März 2012

      Ganz herzlichen Dank, liebe Simone für Ihre Rückmeldung zu meinem Text, denn mir liegt genau an KLARHEIT sehr viel!
      Liebe Grüße und Ihnen eine erfüllende Woche –
      herzlichst, Angela Dietz

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