Warum ist Glück flüchtig?

glueck-fluechtig

Eines Tages empfand das Glück tiefes Unglück. Betrübt saß es auf einem Stein, sich die Frage stellend: „Warum darf ich nie lange bei jemandem bleiben? Kaum bin ich wo gelandet, muss ich schon wieder weg, oft noch bevor dieser jemand bemerkt hat, dass ich da war.“ Mit nach unten gezogenen Mundwinkeln saß es auf einem Stein und malte Fragezeichen in den Kies.

Da kam die Zufriedenheit vorbei, milde lächelnd wie immer. „Hallo Glück“, sagte sie sanft, „was ist denn mit dir los?“ Das Glück runzelte die Stirn, Widerwille verspürend, sich erklären zu müssen. Aber dann brach es doch aus ihm heraus: „Immer muss ich gleich wieder verschwinden. Gestern zum Beispiel war ich bei einer jungen Frau, die seit Tagen um ihren Sohn gezittert hatte. Der kleine Junge war wegen eines Tumors am Kopf operiert worden und dann stand endlich fest, dass das Gewächs nicht bösartig war. Ihr Herz schlug Purzelbäume, sie konnte nicht mehr zwischen Lachen oder Weinen unterscheiden und sah schöner aus als alle Schönheitsköniginnen zusammen. Heute Morgen erklärte ihr ihr Chef, er müsse ihr kündigen, er könne keine Teilzeitkraft gebrauchen, die sich ständig Pflegeurlaub nimmt. Also habe ich mich wieder abflugbereit gemacht. Und jetzt streike ich. Warum konnte ich nicht wenigstens drei Tage bei ihr bleiben?“

Die Zufriedenheit blickte in das unzufriedene Gesicht des Glücks. Sie verstand seinen Frust, erging es ihr doch genauso. Eine Weile saßen sie schweigend nebeneinander. Langsam ging die Sonne unter und verwischte mit ihrer rosigen Wärme die scharfen Konturen der Welt. Dann sagte die Zufriedenheit: „Weil du das Glück bist und keine Gewohnheit.“ Je dunkler es wurde, umso mehr leuchtete das dem Glück ein.

© andrea heitz

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Kommentare

  • Aristoteles sagte: »Das Ziel des Weisen ist nicht Glück zu erlangen, sondern Unglück zu vermeiden.«

  • Glück dient als letztes unserer Erwartung, dass es da ist und wenn es da ist, dass es festzuhalten ist. Glück ist eine freudige Nuance, die sich gerne mal mitten ins Leben mischt, aber die Mitte allen Daseins ist sicherlich anders belegt als das ewige Glück. Leben wir das Leben auch ohne ständiges Glück, da ist nichts falsch dran. Das Glück ist stets willkommen, ganz unerwartet ist es wie ein wärmender und doch vergänglicher Sonnenstrahl.

  • Die Geschichte fing toll an.
    Irgendwas fehlt da für mich.

  • Diese Geschichte fängt so vielversprechend an und endet dann so wenig überzeugend, geradezu lapidar und platt in einem einzigen, wenig plausiblen Erklärungssatz. Sie hätte einen würdigeren Abschluss verdient, finde ich.

  • Was für ein schönes Bild, je dunkler es in einem ist, desto mehr kann ein Glücksmoment, egal ob von innerer einstellung oder von aussen; leuchten.
    Mein heutiger erster Glücksmoment war: Mein Kind singt morgens lautstark eine fröhliche Melodie, ich werde nicht aufgeben das Glück zu suchen !!

    In diesem Sinne, wünsche ich jedem ein Licht am Ende des Tunnels

  • Gerda Bartels hätte es nicht besser beschreiben können, denn genauso sehe ich es auch. Auch ich freue mich auf die nächste Geschichte. Herzlichen Dank. H. Decurtins

  • „Echtes Glück ist: selbst gemacht“

    Flüchtig ist ein Glück für jeden, der für sich gewählt hat, daß es von äußeren Umständen abhängig ist. „Glück“ ist somit die Ausnahme von der regelmäßigen (selbst gewählten) Abhängigkeit. Im Grund geht es also gar nicht um Glück und Un-Glück, sondern um Abhängigkeit und Eigenständigkeit.

    Für einen Abhängigen ist „Glück“ immer flüchtig. So wie die kurze Zeit auf dem Riesenrad als „glückliche“ Abwechslung von den Grauen des Alltags. Wer das Glück innerhalb des Grauens entdeckt, der erkennt auch, wer es erschaffen hat. Das Tor zum „Himmel“ liegt im Zentrum der „Hölle“.

    Alles Glück, allen Segen *INGO* :-)

    • Gerda Bartels schreibt am 13. März 2011

      1)Was hat der Titel mit der Geschichte zu tun????

      2)Das Glück liegt im Auge des Betrachters.
      Wie können uns angewöhnen, in vielen Augenblicken unseres Tages, das Glück zu sehen, zu fühlen und bewusst zu genießen. So kann Glück und Zufriedenheit auch zur „Gewohnheit“ werden.

      Ich freue mich aber auf die nächste Geschichte
      G.Bartels

  • Grunsätzlich ist es aus meiner Sicht wichtig, mich und mein Leben aus jedem Moment heraus anzunehmen und zu l(i)eben! Wichtig ist, in Lösungen zu denken und für sich selbst das Beste herauszusuchen. Dafür ist eine gewisse Bodenständigkeit und Eigenliebe/Eigenverantwortung notwendig, die den Blick auf sich selbst nicht trügt. Was das jeweils Beste ist, zeigt sich oft erst in dem jeweiligen Moment. Das ist rein emotionale und geistige Arbeit. Es ist meine Freiheit und Eigenverantwortung, dieser für MICH besten Lösung dann zu folgen. Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass wir uns nicht einzelne Dinge wie „Glück“ und/oder „Zufriedenheit“ von aussen und zufällig suchen, sondern in uns; Tag für Tag die Entscheidungen treffen, die uns auch in üblen Situationen gut durch den Tag bringen. Es ist immer wieder eine verkehrte Sichtweise und Erwartungshaltung erkennbar, auf das zu schauen, was man nicht hat (Mangel ensteht) – besser ist es zu schauen, was man hat und daraus für sich das Beste zu zaubern. Wir können nichts festhalten, aber wir können l(i)eben, wie wir sind!

  • Diese Geschichte impliziert die Idee, dass Glück und Zufriedenheit von äußeren Geschehnissen abhängen und nicht von Dauer sein können.
    Ich denke aber, dass Glück und Zufriedenheit eine Frage der inneren Einstellung sind.
    Du hast IMMER die Wahl: Ist Dein Glas halb leer oder halb voll? :-)
    Ich wünsche allen einen schönen Sonntag,
    Petra Hartmann

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