Sommeruni 2017

Ich bin faul … und das ist auch gut so!

Ich muss Ihnen ein Geständnis machen: Ich bin ein fauler Sack.

Ich mag es, wenn ich nichts zu tun habe und einfach nur dasitzen kann, um in die Bäume zu schauen. Ich liebe meinen weichen Sessel und wenn er mir zuflüstert: Hey, bleib sitzen, den Müll kannst du auch morgen runterbringen. Und wenn jemand einen Freiwilligen sucht, ist meine Hand nicht die erste, die sich hebt.

Ist das ein Problem, wenn man auf der bequemen Seite des Lebens steht?

Nein, es ist zum Glück nicht grundsätzlich ein Problem.

Die eigene Bequemlichkeit kann sogar ein Geschenk sein,

  • wenn man die Sache akzeptiert, wie sie ist,
  • wenn man sich von den Anhängern harter Arbeit und kalvinistischer Arbeitsethik nicht aus der Ruhe bringen lässt
  • und wenn man Einfallsreichtum an den Tag legt.

Ich sage hier mit Absicht „kann ein Geschenk“ sein, denn für viele ist die eigene Bequemlichkeit keine so tolle Sache. Denn um in unserer Gesellschaft etwas zu erreichen, muss man schon manchmal irgendwie in die Gänge kommen, man muss arbeiten, handeln und etwas tun. Zumindest ist es ein Weg zum Erfolg. Und wenn man dazu zu bequem ist und nur das Notwendigste tut, dann bekommt man natürlich auch viele der guten Dinge nicht, die man oft durch Fleiß und Einsatz erreicht: Man bekommt keine Anerkennung, keinen Respekt und letztlich auch kein Geld.

Aber natürlich zahlen sich harte Arbeit und Fleiß auch nicht immer aus. Das wissen viele Menschen, die sich im Niedriglohnbereich die Seele aus dem Leib schuften und trotzdem nicht auf einen grünen Zweig kommen. Und nur weil man viel und gut arbeitet, bedeutet es nicht, dass man auch die Anerkennung seiner Vorgesetzten bekommt. Harte Arbeit und Fleiß helfen also grundsätzlich schon irgendwie, aber sie reichen alleine offensichtlich nicht aus.

Betrachten wir das Gegenteil von harter Arbeit, die Faulheit, noch einmal etwas genauer. Ein fauler Mensch ist bestrebt, sich möglichst wenig anzustrengen und möglichst wenig Kraft und Energie zu verbrauchen. Im Grunde ist er damit wie ein modernes Auto, das nur noch 4 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Aber hier sagt man dann nicht, es wäre ein „faules Auto“, sondern man nennt es wirtschaftlich, umweltgerecht oder ökonomisch.

Faulheit ist das Bestreben, mit möglichst wenig Aufwand viel zu erreichen. Und viele Erfindungen der Menschheit haben ihren Ursprung darin, dass jemand Zeit, Aufwand und Energie sparen wollte. Oder anders gesagt: weil der Erfinder wahrscheinlich faul war.

Faulheit – oder das Bestreben, mehr mit weniger zu erreichen – ist also nicht grundsätzlich eine schlechte Sache. Es kann eine Triebfeder für viele gute Dinge im Leben sein.

Dazu braucht es allerdings noch ein paar zusätzliche Zutaten: Einfallsreichtum und ein Ziel, auf das man seinen Einfallsreichtum fokussieren kann.

Wenn mein Ziel zum Beispiel ist, einen neuen Job zu finden, dann kann ich ganz fleißig sein und meine Bewerbung an 200 Unternehmen schicken und immer fleißig nachhaken. Das kann zum Erfolg führen, aber viele Menschen haben mit dieser Fleiß-Strategie keinen Erfolg, weil sie nicht die richtigen Dinge im Lebenslauf stehen haben.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Als fauler und einfallsreicher Mensch würde man wahrscheinlich mehr Zeit darin investieren, sich ein wenig mehr mit sich selbst und seinen wirklichen Stärken zu beschäftigen. Und dann würde man ein wenig Forschung betreiben, was die Anforderungen der eigenen Wunschunternehmen betrifft. Und dann würde man schauen, wo man noch ein bisschen Weiterbildung braucht. Und dann würde man punktgenau 5 bis 10 der passendsten Unternehmen auf sich aufmerksam machen; am besten auf eine Art, die an den gängigen Einstellungsprozessen vorbeiläuft, weil man sonst in der Masse der Bewerber untergeht.

Wer faul ist und trotzdem erfolgreich sein will, muss das durch Nachdenken und Einfallsreichtum ausgleichen. Wer faul ist und trotzdem etwas erreichen will, muss die eigenen Kräfte sorgsam einsetzen und dazu muss man viel nachdenken und die richtigen Fragen stellen. Statt fleißig viel zu tun, muss man das Richtige in der richtigen Reihenfolge tun.

Erfolgreiche faule Menschen kennen auch die Magie des Investments. Investieren bedeutet so viel wie:

Sich einmal richtig ins Zeug legen und etwas investieren, um dann langfristig von den Früchten des eigenen Investments zu profitieren.

Um später faul sein zu können, muss man sich zuerst überwinden und mal anstrengen. Und dazu muss man herausfinden, wie man selbst tickt und wie man sich trotz der einem innewohnenden Faulheit selbst motivieren und ins Handeln bringen kann. Das klingt nicht gerade intuitiv, aber deswegen sagte ich ja: Wenn man als fauler Mensch zurechtkommen will, muss man seinen Kopf benutzen, nachdenken, Ideen entwickeln und einfallsreich sein.

Es ist absolut o. k., faul zu sein. Zumindest, wenn es um harte Arbeit geht. Aber man darf nie im Kopf faul sein.

Lassen Sie es mich mit ein paar Gleichungen ausdrücken.

Faule Hände + fauler Kopf = :-(

Fleißige Hände + fauler Kopf = :-|

Faule Hände + fleißiger Kopf = :-)

Und das Nonplusultra sind fleißige Hände + fleißiger Kopf. Aber hey, man kann nicht alles haben im Leben ;-)

Ich persönlich bin ein Energiesparmodell. Und was mir an unbändiger Tatkraft fehlt, versuche ich durch Nachdenken und Einfallsreichtum auszugleichen. In den ersten paar Jahrzehnten meines Lebens habe ich damit gehadert, dass ich faul bin. Aber mittlerweile habe ich meinen Frieden damit gemacht.

Ich bin ein fauler Sack. Und das ist auch gut so.

Wie finden Sie den Beitrag?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (87)
Loading...
 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.

Auch interessant?

Kommentare

  • Der Beitag ist schon etwas älter, passt aber gut auf meine Situation: Immer fleißig, immer gemeldet, wenn Sonderaufgaben anstanden. Ergebnis: Burnout, Depression. Heute, nach 2 Jahren, bin ich wieder gesund und bin stolz AS auf meine Faulheit. Ich mache nur noch die Sachen, die ich erledigen muss. Wenn mein Schreibtisch überquillt, schreibe ich eine Überladtungsanzeige. Es funktioniert prima und ich lebe wieder. Das gefällt natürlich der Vorgesetzten und den Kollegen nicht immer, aber das ist mir egal.

  • Hallo Ralf,

    ;-) kann ich nur bestätigen. Ich habe dazu einen netten Spruch gelesen:“ Fleiß kann man vortäuschen, faul muss man schon sein!“

    Einen schönen 1.Mai wünsche ich. Diesen werde ich persönlich ganz faul und ohne Wanderung im Garten genießen.

    Wenn der Wald sich wieder von den Menschenhorden erholt hat, mache ich meine gemütliche Maiwanderung.

    Schöne Grüsse Isolde

  • Hallo an alle,
    bei der recherche wegen beruflicher Veränderung bin ich auf ein Stellenangebot gestossen, welches zu mir passt wie der berühmte Hintern auf die Brille oder Deckel auf den Topf. Nunmehr ist die Bewerbung formuliert, die Unterlagen sind sortiert nur mit dem Abschicken lasse ich mir noch Zeit (sind ja noch drei Wochen) weil ich zu faul bin. Lieber verschwende ich noch einige Gedanken daran, zu begründen, weshalb dieser Job so hammermäßig zu mir passt und ich in das Unternehmen,
    Ist Faulheit am Ende sogar schöpferisch?????????
    Nun gut ich will jetzt mal zur Schicht fahren, bin ja doch ein pflichtbewußter Mensch :-)

    Bis demnächst und liebe Grüsse
    Jörg

  • Zu viel oder zu wenig scheint mal wieder das Grundübel zu sein.
    Wenn ich mir Mutter Natur betrachte, finde ich Anzeichen für „Faulheit“. Wer hat denn das Maßband für Faulheit eigentlich definiert?
    Nach einem fullminanten Frühling folgt der Sommer mit einer langsam ansteigenden Reifephase. Keine Birne ploppt einfach in einem einzigen Kraftakt auf. Nach dem zum Überleben sinnvollen, arbeitsreichen Herbst zur Ernte und Voratsschaffung erholt sich Flora und Fauna im Winter, um dann wieder mit Kraft in einen neuen Frühling zu starten. Über die eigene Kraft hinaus agieren um des agierens willen, würde kein Tier so leben. Wir vernunftbegabten Säuger sind hier eher unvernünftig. Erst wenn mein Gehirn die Zeit bekommt einem Gedanken nachzuhängen kann sich daraus etwas wundervolles entwickeln. Ohne diese Faulheit entsteht keine Kreativität oder Innovation, kein wohliges Schnurren meiner Seele. Diese Zeit uns zu geben, steht leider sehr selten in unseren Kalender und endet im ungünstigsten Fall in einer totalen geistigen und körperlichen Erschöpfung.
    Ich plane jetzt anstatt einer happy hour eine faule Stunde ein (nicht gleich täglich, aber immer öfter) und gehe dann mit gutem Gewissen wieder in die Beschleunigungsphase.

  • Danke für diesen Gedankenanstoß.
    Ja – nur wer „faul“ ist, entwickelt Ideen die erfolgreich das Einkommen steigern und den Zeitaufwand dafür begrenzen. Nur wer soo bequem ist, dass er/sie es möglichst leicht mit Allem hat, kann innovative Ideen zum effizenteren Vorgehen entwickeln. Und es macht auch noch Freude.

    Netter Gruss von hier
    von Horst R.

  • Also die Formel könnte man auch locker erweitern.

    Ganz wichtige Punkte sind Mut, Tapferkeit, Einfühlungsvermögen, Begeisterung, Tatkraft, Ausdauer, freundlicher Humor (kein Sarkasmus), Freundlichkeit/Herzlichkeit, Selbstironie, Wahrhaftigkeit, Selbstbewußtsein, Selbstvertrauen, eine gewisse Frechheit …, Konzentration auf’s Wesentliche, Ideenreichtum …, gute Beziehungen, Freundschaften …!

    • PIT schreibt am 12. April 2011

      Es kommt immer auf den S-I-N-N an. Im speziellem Alters-/
      Aufgaben bedingtem SEIN & TUN. N-welchen GEISTIGEM? N-welchen MENTALEM? I- welchem I_C_H? S-unter welchen
      ASPEKTEN DES FLUSSES DER ZEIT !?
      WER für WEM WANN WAS WARUM WOZU +++ & die FOLGEN in
      Mitverantwortung. +X+

  • Wenn der Geist nicht darf, entstehen Missverständnisse durch den geistlosen Verstand.
    Ich habe stets danach getrachtet, das das, was getan werden sollte, überlegt getan wurde und aus Arbeit mehr oder weniger das wurde was Spaß macht, denn Spaß ist die halbe Arbeit.
    So habe ich mir z. B zuvor angesehen wie ich die Baustelle befahre, ohne dass ich mich im Lehm festfahre und habe mir damit viel Zeit, Ärger und Reparaturkosten gespart.
    Ich bin zu faul zum arbeiten; ich „denke“ und schaffe damit mehr und das ist gut für mich…
    Der Denkfaule ist es, der das Kreuz seiner Wahl zu ertragen hat.

  • Eine Buchempfehlung zu dem Thema: Das Standardwerk für die „Anleitung zum Müßiggang“ von Tom Hodgkinson. Lesen, schmunzeln, Ideen holen.

  • Klasse Beitrag! Mache mir auch immer wieder Gedanken, dass wir Effektivität und Effizienz neu definieren sollten. Denn harte Arbeit – hab ich erfahren dürfen – führt eben nicht unbedingt zu den gewünschten Ergebnissen. Langfristig eher zu Frust und Burnout.

    Leben nach dem Resonanzgesetz und handeln, wenn Handeln angezeigt ist (der Impuls kommt schon heftig genug ;-)) bringt mir immer öfter die gewünschten Ergebnisse. Für einen bekennenden Workoholic nicht leicht zu begreifen ;-))

  • Das war der dümmste Newsletter den ich bisher von Ihnen bekommen habe…

  • Danke für den Beitrag!

    Die Amerikaner sind ganz groß in der Botschaft:

    „Tu nichts, aber werde dabei reich und glücklich!“

    Die Sogans lauten dann etwa so:

    „Friss dich schlank!“

    „Bete richtig und werde reich!“

    „Entspann Dich und lass Deine Ziele zu Dir kommen!“

    Jeder weiss, dass das so verkürzt nicht funktioniert, – aber es verkauft sich gut!

    Die Weisheit vom „Faulen Sack“ könnte dagegen lauten:

    „Weniger schießen, aber besser zielen!“

    Bevor wir in wilden Aktionismus ausbrechen, sollten wir überlegen, was wirklich funktiert – und mehr davon tun, bzw. was nicht so gut funktioniert – und es in Zukunft sein lassen.

    Dann wird der „Faule Sack“ zum schlauen Strategen.

  • Ich nehme den Artikel mal als Provokation auf. Das brauchen wir auch in unserer leistungsorientierten gesellschaft, die auch die Ruhepausen in Freizeitstress pervertiert. Leider hören das immer nur die Verkehrten.
    Sollte der Artikel aber von Anfang bis Ende wirklich ernst gemeint sein, wird mir richtig schlecht. Ohne den Fleiß unserer Vorfahren (und ich meine hier nicht nur die Anstrengungen des Hirns, sondern auch den Feliß der Hände) würden wir heute noch in Erdhöhlen leben. Ich finde es unterirdisch, wenn Menschen ihre Ressourcen verkümmern lassen, weil die Anstrengung für sie selbst ja ausreichend ist, bzw wenn es andere Leute gibt, die für sie arbeiten. Wenn da einer sagt: „Ich darf so bleiben, wie ich bin“, wird mir übel. Eine individualistische und zunehmend egostische Gesellschaft wird dekandent faul. Jedes Laster wird als Stärke nach außen gekehrt. Hauptsache man ist ehrlich, dann ist es gut so. Da baut jeder seine Welt und der andere ist nur solange wichtig, wie er nützlich ist.
    „Faulheit“ ist in der Diskussion für mich das falsche Wort. Wie wäre es mit Gelassenheit. Richtig ist ja, dass es in unserer Gesellschaft Anerkennung zu bringen scheint, wenn einer bis zum Anschlag dreht und dann mit Herzinfarkt umkippt. Da kann eine Lob der Faulheit durchaus angebracht sein. Nur wird der betreffende es nicht hören können, weil er aus seiner Leitung seinen Selbstwert ableitet. Auch wenn es abgedroschen klingt: Was einen Menschen wertvoll macht und Selbstwert vermittelt, ist zu lieben und geliebt zu werden. Ein Satz von Hanns Cibulka steht in dem Zusammenhang gegen das Lob der Faulheit: „Liebe hat deine Hände rau gemacht“.
    Ich wünsche allen eine maßvolle Arbeitswoche!

  • …ein herrlicher Beitrag! Ich gehöre eher zu den Aktiven (nicht zu den Käfern – mir bereitet meine Arbeit immer wieder viel Freude) und Denkern und ich übe mich darin schlicht mehr zu faulenzen und dies auch zu geniessen.
    Die Jungen heute reden denn auch nicht von faulenzen sondern von „chillen“. Ich denke, die Jungen haben früh erkannt, wie negativ besetzt das deutsche Wort für die gleiche Sache ist und wie viele Glaubensätze der Alten darin verankert sind.

    Ein Zitat von Eduard von Bauernfeld das mich in meinem Nichtstun unterstützt:

    „Es braucht zu allem ein Entschliessen, selbst zum Geniessen.“

    Ein herzlicher Gruss aus Basel
    Anna

  • Hallo,
    ökonomisch und bewusst mit der zeit umgehen, ist in keinem Fall Faul.

    Faul ist wer andere arbeiten lässt, diese mit Tricks ausbeutet und am Schluss meint, er hat das alles gemacht.

    Ökonomisch denken, kreativ Handeln, neue einfachere Wege finden, ist vollkommen ok, zeugt von ARBEITSWILLEN der letztendlich allen zu gute kommen kann,…

    Der Faule macht sich das zu nutze um Andere zu Unterdrücken.

    Ich denke Sie sollten diese Begriffe so nicht durcheinander werfen, oder gibt es dafür gut Gründe?

  • DANKE für den Beitrag.
    Ich darf so bleiben, wie ich bin :)
    und das ist gut so.

  • Grundsätzlich ist die Einstellung, sich als „fauler Sack“ zu akzeptieren, nicht verkehrt. Allerdings sollte dies nicht auf Kosten seiner Mitmenschen passieren. Egal ob im privaten Umfeld oder im Berufsleben finden sich immer wieder faule Säcke, die auf Kosten der anderen wunderbar als Lebenskünstler durchs Leben gehen und die „fleißigen Säcke“ sich verarscht vorkommen. Also wie immer , ist überall ein gesundes Mittelmaß angebracht. Die „faulen Säcke“ nich zu faul und relaxt und die „fleißigen Säcke“ nicht zu fleißig und übereifrig

  • Ich habe mich sehr über diesen Artikel gefreut. Vielleicht einfach nur um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen das sich immer dann bei mir einschleicht wenn ich mal wieder faul bin.Eigentlech fühle ich genau das was im Artikel beschrieben ist. Gesagt hat es mir so nur noch niemand. Und est tut so gut manchmal faul zu sein. Jeder sollte es mal ausprobieren :-)

  • Seltsam, dass Faulheit hier nur so positiv gesehen wird. Ein Bekannter von mir, ergrauter Oberstudienrat lässts beruflich und privat total schleifen. Sein Job juckt ihn Null, Engagement entsprechend gering. Die Leidtragenden sind die Schüler, die nicht einmal merken, wie wenig sie bei so einem netten Lehrer doch lernen. Privat hat er es auch nicht nötig sich aufzuraffen und sagt von sich, dass er halt einfach faul sei. Ein typisch fauler Sack, der weder beruflich noch privat bereit ist, etwas beizutragen.

    Übertriebener Fleiß ist sicher nicht bekömmlich, übertriebene Faulheit aber auch nicht. Das ist einfach asozial, ein Ausnutzen der anderen!

    • Frank Weber schreibt am 10. April 2011

      Hallo, ich denke nicht, das hier pauschal Faulheit als etwas Gutes dargestellt wird.

      In meinen Beiträgen habe ich versucht, den Fokus auf die vermeintlichen Gründe der „Faulheit“ zu richten.Den neben ein sich ganz persönliches Zurücknehmen aus Gründen der Überlastung (Das kann schon aus gesundheitlichen Gründen angezeigt sein), oder dem nicht Übereinstimmen mit gesellschaftlichen und politischen Zielsetzungen, oder gar aus Bequemlichkeit, liegen schon Unterschiede!

      Mein Ansinnen war, u.a., die Aufmerksamkeit auf die Werte zu lenken, die in unserer Gesellschaft zunehmend an Gewicht gewinnen, und zu hinterfragen, ob diese Werte noch unsere Werte sind.

      Wenn sie es nicht sind, dann erklärt dies vielleicht, warum immer weniger Menschen sich für in den Dienst dieses Gemeinwesens stellen, oder warum immer weniger Menschen zur Wahl gehen!

      Letzteres sollte eigentlich für uns Bürger eine hohe Priorität haben. Hat es aber nicht.Dafür gibt es Gründe.

      Mich interessiert und interessierte auch die Frage, ob diese Verdrossenheit nicht eine gesellschaftliche Rückwirkung innewohnt, welche für das Gemeinwesen schädlich ist und damit für uns alle deshalb unerwünscht sein muß.

      Denn schließlich ist das unser Land und unsere Gesellschaft, über die wir durch die gewählten Vetreter Macht ausüben lassen.

      Wir haben diese Menschen authorisiert, Dinge zu tun, die jemand tun muß.Allerdings tun sie es auf eine Art und Weise, die uns vielfach widerstrebt und mit der wir nicht übereinstimmen.

      Für mich stellt sich tagtäglich die Frage, inwieweit dieses permanente Handeln gegen die Meinung und Willen des Volkes, sich negativ und schädlich auf die Motivation der Menschen auswirkt oder sich auswirken kann.

      Idealerweise sollten wir in einem Staat leben, in dem eine Mehrzahl der Menschen hochmotiviert und damit gerne Leistung erbringt.Diese Motivation erlangt man, meiner Meinung, vor allem dadurch, indem man die Mehrheit der Bürger in diesem Land „mitnimmt“ (wie es heute immer so schön heißt!).

      Mir scheint aber eher das Gegenteil der Fall zu sein.

      Statt die Bürger tatsächlich an der Demokratie zu beteiligen, wird diese zunehmend ausgehölt.Geld und Gier sind vor allem die treibenden Kräfte in dieser Gesellschaft.

      Belügen wir nicht eigentlich unsere Kinder und uns selbst, wenn wir Wahrheit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit usw. predigen, aber in der Welt der Erwachsenen (unserer Welt) vollkommen andere Werte gelten?

      Glauben wir etwa, das Kinder das nicht mitbekommen?

      Entweder wir erziehen unsere Kinder mit diesen falschen Werten und hören auf uns und andere zu belügen, oder aber wir verändern diese Gesellschaft zu Gunsten der richtigen Werte.

      Solange Geld und Gier regieren, wir Menschen in anderen Ländern morden und als drittgrößter Waffenexporteur auftreten usw. …, wir also Wasser predigen, aber Wein trinken ziehe ich diese Gesellschaft in Zweifel.Da wir aber die Gesellschaft sind, tragen wir alle auch die Verantwortung für das was geschieht und geschehen wird.

      Ja, manch einer, der bis hier hin mitgelesen hat, wird fragen, was das mit mit dem Thema Faulheit zu tun hat.

      Eine ganze Menge denke ich.

      Denn letztlich stellt sich jeder Mensch die Frage nach dem Sinn seines Tuns.Die Sinnhaftigkeit hat sehr viel damit zu tun, für wen und für was wir etwas tun.Wenn wir an diesem Staat und an dieser Gesellschaft zweifeln, dann läßt sich dieser Sinn nicht herleiten.Ersatzweise zieht sich der Mensch dann auf die Bereiche zurück, vor er diese sinnspendenden Werte noch finden kann (Familie, privates Umfeld, Verein usw.).

      Womöglich werden Faule dann fleißig und Lahme werden wieder gehen…;

      Schade nur, das wir nicht mehr in einem sinnhaften Großen und Ganzen eingebettet leben können.Denn nur das führte uns, im besten Sinne, in ein wirklich erfülltes und fleißiges Leben, welches nichts anderes bedeutet als Lebensglück.

      Aber vielleicht bin ich ja nur ein blauäugiges und verirrtes Schaf?

      Gruß
      Frank (Schaf, Lemming und Käfer)

  • Ich bin enttäuscht. Faulheit ist nicht gut. Das ist meine Meinung. Man kann rational sein, aber Faul ist etwas, was man hat, wenn man nicht begeistert ist von dem was man macht oder vom Ziel des Lebens. Wenn man richtig etwas möchte – dann ist man nicht faul und läuft dahin, wo man das Objekt der Wünsche bekommen kann, oder? Und das Gefühl dabei ist auch positiv. Also Faulheit ist etwas stagnierendes, zieht mich nicht an, sorry.

  • Super Thema zum Wochenende, ich musste da so in mich reingrinsen.
    Das richtige Maß zu finden zwischen Aktivität und Faul sein das ist wichtig, aber wem gelingt das schon immer. Wir sind doch alle nur Menschen und keine Roboter. Faulsein hat für mich auch was mit Kreativität zu tun. Den Gedanken freien Raum zu lassen, ist doch gut wenn am Ende ein super Ergebnis bei raus kommt. man lernt eben nie aus.
    Wünsche Euch noch einen schönen faulen Sonntag

  • Hallo zusammen,
    tolle Beiträge und Anregungen.

    Über die 129% musste ich herzhaft lachen…köstlich.

    Mir ging dann so einige Gedanken durch den Kopf…wer definiert denn ..Faul….Fleissig…, was sind das für Leute?

    Und wenn jemand diese kennt, fragt doch mal für mich nach was diese denn damit meinen?

    Schönen Sonntag noch Euch allen…Grüße Ulli

    • Ulrich Pranskat schreibt am 10. April 2011

      …übriegens…hab ich ganz vergessen…nach meiner bescheidenen Meinung nach, glaube ich das es weder das eine noch das andere ist…….

      ….Ich lebe einfach….und das ist gut so wie es ist….

  • liebe vivien,
    lasse dir meine mailadresse von Ralf schicken!

    ich lese gerade bei osho;
    Liebe tut weh, weil sie den Weg ebnet für die Seligkeit.
    Liebe tut weh, weil sie dich transformiert.
    Liebe ist Mutation.
    Mutation und Transformationen bedeuten Veränderung.
    Jede Transformation tut weh, weil man das alte um des Neuen willen zurücklassen muss. Das Alte ist sicher, gewohnt, vertraut. Das Neue ist absolut unbekannt. Du bewegst dich auf einem nicht kartographierten Land. Für das neue kannst du deinen Verstand nicht gebrauchen, für das alte ist der Verstand kompetent. Der Verstand funktioniert nur mit dem Alten, mit dem Neuen ist der Verstand vollkommen nutzlos.
    Deshalb kommt Angst auf. Wenn man die alte, bequeme, sichere Welt, die Welt des Wohlbehagens zurücklässt, kommt auch Schmerz auf. Es ist der gleiche schmerz, den das Kind fühlt, wenn es aus dem Bauch der Mutter kommt. Es ist der gleiche Schmerz, den der Vogel fühlt, wenn er aus dem Ei kommt, der gleiche Schmerz, den der Vogel fühlen wird, wenn er zum ersten Mal zu fliegen versucht.
    Die Angst vor dem Unbekannten im Kontrast zur Sicherheit des Bekannten, die Unsicherheit des Unbekannten, die Unvorhersehbarkeit des Unbekannten macht dem Menschen große Angst.
    Wenn das Gold geläutert werden soll, muss es durch das Feuer gehen. Liebe ist Feuer.
    Weil Liebe so wehtut, leben Millionen von Menschen ein Leben ohne Liebe. Auch sie leiden, aber ihr Leiden ist sinnlos. Durch Liebe leiden bedeutet, nicht umsonst zu leiden. Durch die Liebe zu leiden ist kreativ, es führt dich zu höheren Bewusstseinsebenen.
    Liebe ist also etwas sehr Grundlegendes für die Selbsterkenntnis.
    Beziehung ist ein Spiegel, und je reiner die Liebe ist, je höher die Liebe ist, umso besser, umso reiner ist der Spiegel. Doch die höhere Liebe verlangt Offenheit, die höhere Liebe verlangt Verletzbarkeit. Du musst deinen Panzer ablegen und das tut weh.
    Du musst gefährlich leben. Der Andere könnte dich verletzen – darin besteht die Angst, sich verletzlich zu zeigen. Der Andere könnte dich zurückweisen – darin besteht die Angst vor der Liebe.
    Das Spiegelbild, das der Andere dir widerspiegelt, könnte hässlich sein – darin besteht die Sorge. Aber dadurch, dass du den Spiegel meidest, wirst du nicht schöner. Wenn du die Situation meidest, wirst du auch nicht wachsen. Du musst die Herausforderung annehmen.
    Man muss sich auf die Liebe einlassen, das ist der erste Schritt.

  • Ach!!! ich bin so froh, mich in so erlauchter Gesellschaft lauter Fauler zu befinden.
    Vielen Dank für die einfallsreiche neue Betrachtung.

  • lieben Dank Monika! Denkanstöße sind immer angenehm, geben neue Hoffnung im Denken und Handeln. Da Du offenbar schon mehrere „Krisen“ überwunden und Erfahrungen hast, hätte ich gern Kontakt zu Dir, wenn Du nichts dagegen hast – nur wie?

    vivien

    • Mona schreibt am 10. April 2011

      Liebe Vivien,
      schreib mir einfach unter kmgeissler@freenet.de.

      Dann erreichst Du mich.

      Mona

  • Super! Ich fühle mich als fauler Sack oft recht wohl.
    Hab kürzlich zu diesem Thema auch eine Geschichte gelesen – nicht ganz ernst zu nehmen, aber ansatzweise….
    Wünsche allen ein lustvolles „fauler Sack“ sein.
    LbGr gudrun

    Betreff: Wer mehr als 100 Prozent gibt – Die Bedeutung dazu

    Ich habe mir die Mühe gemacht, aus dem amerikanischen ins Deutsche zu übersetzen und dabei mal eine kleine Analyse dessen zu präsentieren, was es bedeutet, wenn Menschen in Besprechungen und Meetings darüber stöhnen, sie würden am Arbeitsplatz „mehr als 100 Prozent“ geben.

    Denn rein mathematisch und physisch ist es nicht möglich, mehr als eine volle Leistung zu geben, die ja 100 Prozent bedeutet.

    Doch wir können, so ist es eben in der Mathematik, das Ganze mathematisch aufdröseln und kommen zu einem erstaunlichen Ergebnis:

    Geben wir den Buchstaben des deutschen Alphabets Zahlen in ihrer richtigen Reihenfolge, so ergeben sich für den Buchstaben A = 1, B = 2, C = 3 usw. bis Z = 26.

    Das sieht dann in Reihe so aus:

    A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z = 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

    Setzen wir nun die unter Kollegen und Vorgesetzen gern genutzten einfachen Worte in Zahlen um und addieren diese, dann kommen wir zu folgenden prozentualen Arbeitsleistungen:

    A – R – B – E – I – T – E – N

    1 + 18 + 2 + 5 + 9 + 20 + 5 + 14 = 74 Prozent

    Erstaunlich, nicht wahr? Allein nur Arbeiten reicht also nicht aus!

    W- I – S – S – E – N

    23 + 9 + 19 + 19 + 5 + 14 = 79 Prozent

    Auch Wissen allein scheint nicht auszureichen, um mehr als 100 Prozent zu geben.

    H – A – L – T – U – N – G

    8 + 1 + 12 + 20 + 21 + 14 + 7 = 83 Prozent

    Die Haltung zur Arbeit hat da schon deutlich mehr Punkte vorzuweisen, doch auch sie reicht nicht aus, um das Alibi für weniger Arbeit zu erschaffen.

    Und hier haben wir sie, die wahre Bedeutung dessen, was es bedeutet, mehr als 100 Prozent zu geben:

    S – C – H – L – E – I – M – E – N

    19 + 3 + 8 + 12 + 5 + 9 + 20 + 5 + 21 = 102 Prozent

    Wobei das nun doch noch getoppt werden kann, nämlich von den Kollegen, die es auf knapp 130 Prozent „Arbeitsleistung“ schaffen:

    A – R – S – C – H – K – R – I – E – C – H – E – N

    1 + 18 + 19 + 3 + 8 + 11 + 18 + 9 + 5 + 3 + 8 + 5 + 21 = 129 Prozent

    In der nächsten Besprechung könnt Ihr Euch also nun entspannt zurücklehnen und Euch eins Grinsen, wenn der Kollege neben Euch wieder einmal über seine „mehr als 100 Prozent geben“ spricht. Ihr wisst nun, was er damit meint.

  • Liebe Vivien!
    ich verstehe total, daß Du tief verletzt bist in Deinem Herzen, aber leider bleiben uns allen diese Art von Erfahrungen nicht erspart.
    Ich denke, daß wütend werden keine Lösung ist und nur noch weiteres Leiden erzeugt, für uns selbst und auch für andere.Solange unser Geist von Wut erfüllt ist, werden wir weder in diesem noch in zukünftigen Leben Glück erfahren. Wut ist unser Feind und solange wir sie nicht aus unserem Geist verbannt haben, wird sie uns weiterhin unvorstellbares Leiden verursachen.Wir wollten erkennen, daß die Wut in unserem Geist die wahre Quelle unseres Leidens ist.Es liegt an Dir, Deinen Geist von seinem destruktiven Ein fluß zu berfreien, indem Du ihn wachsam und achtsam überwachst.

    Schließe Frieden mit Dir selbst und dem, der Dich so verletzt hat, nur dann wirst Du wieder das Glück finden.Du wirst es schaffen, alles Liebe,
    Mona

  • Wieder einmal ein genialer Beitrag, der die Probleme unserer Zeit verdeutlicht. Wer heute seine Gesundheit behalten will, kann nur als Energiesparmodell überleben.

    Fleiß ist schon lange keine Tugend mehr, sondern eine Gefahr. Ich kenne Fleißige, die ihre Familie und ihre Gesundheit ruiniert haben. So genannte Fleißige bedrohen täglich mein Leben auf der Autobahn. So genannte Fleißige nehmen anderen die Jobs, weil sie ohne zu murren Überstunden schieben. Auch die Nazis waren sehr fleißig, was uns eindeutig beweist, das Fleiß nicht unbedingt was gutes ist.

    Das Gerücht, das Fleiß eine Tugend ist, haben diejenigen im Umlauf gebracht, die eine große Anzahl Menschen für sich arbeiten lassen. Dazu wurde noch eine weitere Legende geschaffen. Nämlich die, das es jeder schaffen kann. Und schon hat man ein Herr von Arbeitssklaven, die sogar ohne Peitsche arbeiten. Aber jeder der schon einmal Monopoly gespielt hat, weis das nur einer gewinnen kann. Beim Lotto hat auch jeder die Chance zu gewinnen, aber nur wenige können es wirklich.

    Also möchte ich alle Fleißigen bitten, darüber nachzudenken, wie sie die wenigen Jahre ihres Lebens am besten nutzen. Und bitte schimpft nicht über uns Faule. Die Frage wer diese Welt schlechter macht, müsste erst einmal geklärt werden.

    Ich möchte nicht für das „nichts tun“ plädieren, sondern dafür das wir überlegt handeln. Weniger ist mehr. Qualität braucht Langsamkeit. Und Qualität bringt uns nach vorne, nicht Hetze und Gier nach Annerkennung.

    Ulrich Gube

  • hallo ralf und alle,

    also wenn du ralf wenn ein fauler sack bist, wird ja wohl bei euch die viele arbeit „tania“ machen!!! (grins) mir gefällt dein artikel und auch die käfer geschichte, in der ich mich erkannte…heute weiss auch ich – weniger ist so oft mehr! das gilt in allen bereichen…loslassen die lösung…

    an dich liebe vivien, WUT tut gut! lasse sie unbedingt raus, sie will von dir angenommen und gefühlt sein, sie kann dich frei machen! und für den menschen, der dich verletzt hat, sei dankbar – er ist dein spiegel – du kannst dich durch ihn selber besser kennen lernen und einer ent täuschung geht immer eine selbst täuschung voraus – habe ich für mich so erkannt…sei dankbar für das ENDE der täuschung! und krisen lassen dich wachsen!!! ich hatte sehr viele davon! ich wünsche dir, dass du die kraft hast durch zu kommen – hab dich selber darum ganz lieb! und alles wird gut!
    Herz Licht in Liebe Monika

  • Hallo zusammen,
    ich habe jetzt keinen Kommentar zum heutigen Thema, sondern mich bewegen derzeit andere Fragen.
    Die ZZL-homepage habe ich schon vor längerer Zeit „entdeckt“, und weil sie mir gut gefällt, habe ich schon viel darin gelesen.
    Ich glaube, ich stecke richtig tief drin – in einer Krise. Mir fällt es schwer, klare Gedanken zu haben.
    Kurzfristig habe ich folgende Frage: WIE GEHT MAN MIT WUT UM? Wenn jemand, dem man jahrelang vertraut hat, einen richtig tief verletzt und enttäuscht hat …, der einen in eine existenzbedrohte Situation gebracht hat …, der unehrlich ist …, der einen orientierungslos gemacht hat…, … nur wegen Macht- und Geldgier.
    vivien

  • Ich finde ein sehr guter Artikel. Das ganze Zeitmanagement hilft nicht, wenn wir uns nicht selbst managen. Faul sein und trotzdem glücklich ist eine hohe Kunst. Sich nicht in das Rad der anderen einfügen zu wollen, eigene Wege zu gehen und dazu zu stehen ist für ein ausgewogenes Leben meiner Ansicht das Wichtigste.
    Ich lebe nach dem Motto“ mit Verstand Faul sein“ und das schon eine ganze Weile gut.

  • Wenn der innere Schweinehund ein fauler Sack ist, dann wird es mit der Faulheit noch schwieriger. Grausam wird es wenn die Krankheit einen zur Faulheit zwingt.

  • Das Resonanzgesetz lässt grüßen. :-) Gerade an einige „ichsollteeigentlich“ und „müssteichnicht“ gedacht und schon die Newsletter-Titelzeile hat mir gut getan.

    Ich bin auch so ein „Energiesparmodell“, aber bisher gelang es mir oft nicht, dies positiv zu sehen. Vielen Dank für die schöne Auslegung!
    Nun begebe ich mich wieder in ruhe mit faulen Händen auf meinen sonnigen Balkon und bin ein wenig fleissig im Kopf, aber nur ein wenig heute, ist ja schließlich Sonntag.

    Einen genussvollen Tag euch Allen!
    Daniela

  • Da fällt mir sofort das Pareto Prinzip ein:

    80 % der Wirkungen, des Ertrags oder der Ergebnisse lassen sich auf nur 20 % der Ursachen, des Aufwands oder der Anstrengungen zurückführen.

    80 % dessen, was Sie in Ihrer Arbeit erreichen, gehen auf 20 % der aufgewandten Zeit zurück.

    Etwa 80 % des Gewinns eines Unternehmens gehen auf 20 % der Produkte zurück.

    80 % des Umsatzes erzielt der Vertrieb durch Geschäfte mit 20 % seiner Kunden.

    Das ist in allen Lebensbereichen so, wenn auch evtl. mit prozentualen Abweichungen… das Prinzip bleibt erhalten.

    Die Schwierigkeit oder die Kunst besteht nur darin zu erkennen, welche 20 % die richtigen sind, um den größten Erfolg, das beste Ergebnis, das größte Lebensglück zu haben.

    Ich übe das immer wieder, bekomme es jedoch nicht immer hin… :-)

    • kristin schreibt am 10. April 2011

      Ja genau Gaby, auch ich habe dabei sofort an das Pareto-Prinzip gedacht. In vielen Bereichen bringen schon oft 20% Prozent des Einsatzes 80 % Prozent der Leistung. In vielen Fällen genügt auch das, man muss nicht immer alles perfekt – also zu 100 % erledigen. Hier die richtige Auswahl zu treffen, das gehört zur Kunst des Arbeitens.
      Danke auch für die schöne Geschichte mit den Käfern.
      Schönen sonnigen und „faulen“ Sonntag!

  • Der Artikel hat mir mal gut getan!!!
    Ich bin mit den Worten aufgewachsen: Bei uns sitz keiner herum, es gibt immer Arbeit!
    Sobald ich mich setze fallen mir mit schlechtem Gewissen diese Worte ein. Ich bin jetzt 54 und habe erkannt, dass ich ein von Grund auf „fauler“ Mensch bin und ich kein „schlechtes Gewissen“ haben muss, sondern einfach anders ticke, als viele Menschen um mich herum. Ich kann nur mit Pausen arbeiten und erfolgreich sein, wenn ich das ernst nehme. Denn Stress bewirkt nur das Gegenteil.
    von daher herzlichen Dank für die Bestätigung, dass ich nicht faul bin, sondern nur einen anderen Lebensrythmus habe!
    einen sonnigen Tag wünscht
    Brigitte

  • Ich kann mich Nadine nur anschliessen. Das ist keine Faulheit sondern die Vermeidung der Verschwendung von Zeit und Energie. Schöner Artikel. Danke.

  • Ich hatte lange die gleiche Ansichtsweise wie Sie, doch ein Bekannter meinte irgendwann, dass dies die klügste Form der Faulheit sei, nämlich Effizienz.

    Einen schönen Sonntag an alle Lebenskünstler und die es werden wollen.

    Nadine

  • Genau meine Meinung (wobei die Umsetzung doch oft schwer fällt). Ich frage mich schon sehr lange, wohin dieses HÖHER – WEITER – SCHNELLER führen soll?

    Wünsche alllen einen sonnigen schönen geruhsamen Sonntag

    Tanja

  • Wichtige Aspekte zu Arbeit sind Freude und Spaß. Wenn ich diese in meinem Beruf habe, wird aus dem Beruf Berufung und aus Arbeit Lebensbereicherung.

    Volker Specht

  • Guten Morgen,
    ein wunderbarer Artikel, der mich am frühen Morgen zum schmunzeln bringt. Jedoch läßt mein innerer Antreiber das nicht tatenlos zu : (. Die Geschichte mit dem Käfer finde ich sehr passend, so komme ich mir oft vor.
    Ich glaube, ich werde mein Töchterchen jetzt mal nicht mehr so antreiben – sie hat nämlich das Talent, und hier benutze ich mal die Gleichung, faul in den Händen, fleißig im Kopf.
    Wenn ich den Artikel so lese, bin ich manchmal einfach nur sauer, dass sie mit wenig Einsatz viel erreicht, wo ich mich abrackere (weil ich es wie die Käfer gelernet habe).
    Ich glaub, ich muß daran jetzt direkt mal was ändern.
    Euch noch einen faulen, sonnigen Sonntag. : )
    Barbara

    • Volker Specht schreibt am 10. April 2011

      Liebe Barbara!

      „Ich glaub, ich muß daran jetzt direkt mal was ändern.“

      Da ich faul bin, habe ich Deine Absichtserklärung in meine Antwort reinkopiert. Glaube nicht daran, etwas direkt ändern zu müssen.

      Ändere Dich sofort und gleich. Die Änderung beginnt im Kopf. Und dann setze die Änderung sofort in der Praxis um. Tue es.

      Viel Spaß und Freude mit der neu gewonnenen Faulheit wünscht Dir

      Volker Specht

  • genau …. um mehr zu schreiben, bin ich heute leider zu faul :-)

    • Andrea schreibt am 10. April 2011

      In jedem von uns steckt irgendwo ein mehr oder weniger großer ‚fauler Sack‘. Das zeigt sich vor allem bei Routinearbeiten, die wir nicht mögen. Deswegen versuche ich, solche Arbeitsabläufe für mich UND ANDERE im Team möglichst zu vereinfachen oder besser noch, zu automatisieren, z.B. mit Ablagekörben, um Dokumente für die ‚allseits beliebte‘ Aktenablage vorzusortieren, Auswahlmenüs in Excel für häufig gebrauchte Texteinträge etc.
      Bei Kundenansprachen per Brief arbeite ich gern mit einem Responseteil den man nur noch SCHNELL ankreuzen braucht und in dem die bekannten Daten (Name, Adresse schon vorausgefüllt sind. Ich plane gern nach meinem Motto: ‚der Mensch ist von Haus aus bequem‘. Indem ich es anderen leicht(er) mache, profitiere ich auch selbst davon. Indem bei Routinekram weniger Fehler passieren, oder mehr Kunden auf meine Mailings reagieren, eben weil ich ihren inneren faulen Schweinehund gefüttert habe.

  • Lieber Ralf,

    ein schöner Ansatz, aber warum kann ich Dir da nicht so ganz glauben, was Deine eigene Person anbelangt?
    Allein die Neugestaltung Eures Newsletters und Eures Zeit zu Leben – Auftritts ist Euch super gelungen und hat bestimmt viel Zeit und Mühe gekostet.

    Einen ganz wunderschönen und faulen Sonntag
    wünscht Euch
    Jane!

  • Der Artikel hat mir richtig gut getan, vielen Dank dafür!
    Brigitte

  • Guten Morgen,
    ich bedanke mich für diesen Beitrag und fühle mich wieder einmal bestätigt in meiner Entscheidung. Ab Mai arbeite ich statt täglich 8 Stunden nur noch 6 Stunden. Ich habe zwar weniger Geld, aber deutlich mehr freie Zeit. Ich werde einfach zufriedener sein. Leben, ich komme!!!! :)

  • Guten Morgen,
    auch mir hat dieser Artikel sehr gefallen.
    Ich gehöre eigentlich zu den Aktivisten und kann meinen Anspruch insofern an mich immer sehr schlecht herunterschrauben.
    Ich finde, hier wird die Faulheit und Bequemlichkeit sehr liebevoll beschrieben und man wird letztlich nicht dazu angeregt, auf Kosten anderer faul zu sein.

    Schönen „faulen“ Sonntag noch : Hanni

  • Danke, ein Beitrag, der mir so richtig aus dem Herzen spricht. Ich beobachte das immer wieder: gerade aufgeklärte Menschen, also die, die sich damit brüsten, daß sie mit dem Christentum nichts am Hut haben, leben diesen bigotten Glaubenssatz, heißt, sie strengen sich an bis zum Anschlag um dann vor sich selber sagen zu können, wie engagiert und fleißig sie doch sind. Genauso wie man es früher den Gläubigen eingebläut hat: das Leben muß Mühsal und Qual sein, nur dann hat man ein Anrecht auf einen Platz im Himmel. Und genau diesen Ansatz leben gerade die, die es nicht wahrhaben wollen. Nein ich bin kein Unchrist, aber ich hinterfrage eben.
    Jeder Mensch hat das Recht auf Glück und eben nicht nur dann, wenn er sich dafür krummlegt und kaputt schuftet. Wie Ralf es so treffend sagt, Faulheit ist eben nicht gleich Faulheit. Es gibt auch eine positive Faulheit. Darunter verstehe ich, daß ich etwas erstmal auf mich wirken lasse, respektive faul im Sessel sitze und nachspüre. Dann das richtige tun ist weitaus effektiver und gewinnbringender und natürlich kräfteschonender als blindwütiger Aktivismus.
    Dazu fällt mir eine schöne Geschichte ein, die ich mal gehört habe. Sie geht ungefähr so:
    Ein neugeborener Käfer, noch orientierungslos, krabbelt hinter all den anderen her, ohne zu wissen, wo es eigentlich hingeht. Die die er fragt wissen es auch nicht, nur soviel, daß eben alle dahin krabbeln und daß man es eben genauso machen soll. Also krabbeln er und all die anderen weiter und weiter, es geht mühselig nach oben und als er auch oben steht, stellt er fest, daß der nächste Schritt in den Abgrund geht. Alle Käfer fallen in ein tiefes Loch und gehen ein. Und dafür haben sie sich ihr Leben lang angestrengt.

    Ralf, du hast vollkommen recht. Es geht nicht um Faulheit im herkömmlichen Sinn. Aber es macht Sinn, sich ökonomisch einzubringen. Immer gemäß dem Motto: mit dem geringsten Aufwand das größtmögliche zu erreichen. Oder anders ausgedrückt: weniger ist mehr, bzw. Qalität statt Quantität.

  • Guten Morgen Ralf!
    Ich glaube im Laufe eines langen Arbeitslebens, und meines dauert jetzt auch schon 38 Jahre, wird man seine Einstellungen uns Strategien oft ändern müssen. Vorallem weil man je älter man wird, auch aus gesundheitlichen Gründen einfach weniger machen kann. Und wie ich sehe entwickle mich auch langsam zum “ faulen Sack, und ich merke dass es mir gut tut.Ich überlege viel und suche oft die Ruhe und Entspannung.
    Vielen Dank für den schönen Beitrag, ich wünsche Ihnen noch einen „schönen faulen“ Sonntag
    herzliche Grüße
    Klara

  • Kluge Worte an einem Sonntagmorgen….DANKE

  • Feine Sache, das. Ich nenne es auch „dumm aus dem Bus gucken“. Und ja, es ist nicht immer so einfach, dazu zu stehen, während um einen herum die fleissigen Bienchen summen und mit dem Glaubenssatz um sich werfen, dass nur harte Arbeit Früchte trägt ;-).

  • Ein wunderbarer Text mit reichlich zitierwürdigem Vorrat darin!

    Eine kleine Anmerkung hätte ich noch: Der Fleißige, der 200 Bewerbungen an 200 ungefähr passen könnende Unternehmen schickt, ist nicht wirklich fleißig, sondern denkfaul. Was auch mit ein Grund dafür sein kann, dass er nicht so erfolgreich damit ist, wie es ihm die Arbeitsagentur vielleicht eingeredet hat …

  • mir gehts auch so… aber ich würde das wort „fauler sack“ durch „lebenskünstlerin“ ersetzen… ;-P

    • Arno schreibt am 5. April 2011

      . . . ich finde „fauler sack“ wunderbar – hat was mit Absacker, sacken lassen, Lachsack und versacken zu tun. Ralf, ein wirklich schöner Beitrag!

    • Frank Weber schreibt am 10. April 2011

      Nochmal ich….;-)

      Von der „inneren Kündigung“ zur „Widerstandsbewegung“ oder die systemverweigernde „Massenfaulheit“!

      Prinzipiell ist nicht dagegen einzuwenden, das, z.B., Unternehmer bzw. potentielle Arbeitgeber um Arbeitskräfte werben.

      Es ist auch ok, wenn ich meine Arbeitskraft gegen ein werthaltiges Äquivalent (meistens Geld) eintausche.

      Insoweit besteht gesellschaftlicher Konsenz.

      Nicht ok ist es aber, wenn ich immer weniger für meine Arbeitskraft erhalte. Das entwertet meine Leistung und nicht nur diese.
      Wenn Staat (Gesetzgebung) und Industrie Strukturen und Gegebenheiten schaffen oder zulassen, die diese Entwertung meiner Arbeitskraft immer weiter vorantreiben, und ich für meine Arbeit nicht einmal mehr ausreichend Geld erhalte um davon leben zu können, dann habe kein Interesse daran, mich für diese „saubere Gemeinschaft“ zu engagieren.

      Eine Gemeinschaft, deren Teil ich sein soll und sein möchte, kann keine sein, wenn sie mich von einem Leben in ihr, mehr oder weniger, materiell und sozial ausschließt.

      Das ist unlogisch und passt einfach nicht zusammen.

      Wie soll ich als „fleißig“ in ihr sein, wenn sie mich ausschließend, ausbeutet und sie mich, nicht schützt, sondern billigst an die Industrie verschachert?

      „Leistung muß sich wieder lohnen.“ „Wer arbeitet muß mehr haben, als der, der nicht arbeitet.“ Diese Parolen der Neoliberalen erklangen an jeder Ecke.

      Was aber, wenn der Mensch merkt, das sich Arbeit nicht mehr lohnt?

      Dann werden die o.a. Parolen zum Aberwitz.Das wurden sie denn nun auch.

      Die Lösung liegt ja nicht darin, das man die Hartz IV-Sätze reduziert, um dadurch Arbeit wieder lohnenswert zu machen, sondern, das Löhne gezahlt werden, von denen man Leben kann!

      Den die Löhne (und auch die Hartz IV-Sätze) sollen es ermöglichen, das man die Mieten, Energiekosten usw. auch bezahlen kann, und das dann immer noch etwas übrigbleibt, von dem man im wahrsten Sinne des Wortes leben kann!

      Die einzige Alternative für mich ist „Faulheit“. Das hat Herrn Westerwelle vor einigen Monaten nicht gefallen, weshalb er laut sein Mißfallen äußerte. Da wußte er aber noch nicht, was wir heute wissen.Nämlich, das eine FDP massiv an Zuspruch verlieren würde und das er beinahe Geschichte ist!

      Tja, warum wohl?

      Vermutlich spüren die meisten Bürger (Dumm für die man sie hält), wohin die Reise geht.

      Keiner der Verantwortlichen kommt auf die Idee, das der „fleißige“ Deutsche sich ja vielleicht durch „Faulheit“ verweigert.Möglicherweise hat Herr Ww dies ja erkannt.

      Vielleicht aber sind viele Hartz IV-Empfänger gar nicht so dumm und ungebildet wie viele glauben.In gewisser Weise mögen sie gar die Klügeren sein.

      Vielleicht haben viele Bürger schon längst innerlich gekündigt und arrangieren sich nur noch insoweit, das sie ihren Job nicht verlieren, um nicht ebenfalls in die Hartz IV-Mühlen zu geraten.

      „Faulheit“ und Faulheit sind also nicht immer dasselbe. Manchmal ist „Faulheit“ auch Verweigerung (Systemverweigerung) oder eine Art Widerstand.Möglicherweise gibt es in Deutschland eine große „Widerstandsbewegung“ mit Namen „Faulheit“.

      Von der „inneren Kündigung“ zur „Widerstandsbewegung“ oder die systemverweigernde „Massenfaulheit“! ;-)

      Gruß
      Frank

    • der Verdränger schreibt am 17. April 2011

      Guter Artikel und ein geschickter Versuch, die „Faulen“ so zu sagen „von hinten durch die Brust ins Auge“ doch noch zu motivieren, ohne das sie es merken ;-)

      Der entscheidende Punkt ist ja, das „der Faule“ nicht nur körperliche Arbeit aufschiebt, sondern auch geistige. So schiebt er zum Beispiel auch wichtige Entscheidungen auf, privat und beruflich.
      So wie das Müll rausbringen, wird auch das nachdenken aufgeschoben. Ein „fauler Mensch“, der körperliche Arbeit konsequent vermeidet und aber dann, wie „der Bär hinter dem Honig her ist“, an seiner geistigen Arbeit dran bleibt, das ist schwer vorstellbar. Bei Ralf funktioniert das vielleicht nur deshalb, weil er möglicherweise gar nicht mehr so faul ist, wie er sich selbst einredet ;-)

      Der kanadische Autor Raymond Hull schrieb einmal sinngemäß: die schlimme Angewohnheit des Aufschiebens besteht zur Hälfte aus Vergessen.

      Wer also nicht kontinuierlich arbeitet, weder geistig noch körperlich, dessen „To Do“ – Liste wird immer länger und wie das so ist, irgendwann läuft der Teller über und die eine oder andere Sache fällt irgendwann vom Rand. Meist wird man irgendwann vom Leben schmerzlich an das Versäumnis erinnert: „Ach stimmt, das wollte ich ja eigentlich auch noch erledigen, Mist, das ich daran nicht gedacht habe“

      Sicher, vieles erledigt sich von selbst und es nicht falsch, wenn man sich auf die wirklich notwendigen Dinge konzentriert, aber man kann es drehen und wenden wie man will, letzendlich geht KEIN WEG VORBEI an kontinuierlicher geistiger und körperlicher Anstrengung und Planung.

      Wenn man nicht täglich dran bleibt, an Terminen und Aufgaben, wenn man keinen groben Plan auf lange Sicht hat, der einen hilft im „täglichen Seegang“ den Kurs zu halten, wird man NIEMALS dort ankommen, wo man eigentlich hin will, schon deshalb nicht, weil man gar nicht genau weiß, wo „wo“ eigentlich ist ;-)

      Um etwas Zeit zu gewinnen und „konstruktiv aufzuschieben“ ist der Artikel auf jeden Fall geeignet, denn wenn man ihn liest, tut man ja etwas sinnvolles: man beschäftigt sich ja ganz gezielt und fokusiert mit dem Keim allen Übels, der eigenen Faulheit. Das kann nicht falsch sein und ist in jedem Fall angenehmer, als die blöde Steuererklärung zu machen oder aufzuräumen ;D

      So hat man sich selbst, der Welt und seinem Gewissen wieder mal gezeigt, das doch noch alles gut wird, denn man hat ja das Problem genau im Visier und arbeitet hart an der Lösung. Ich jedenfalls fühle mich jetzt schon wieder etwas besser. Grund genug sich jetzt erst einmal gemütlich zurück zu lehnen und was angenehmes zu machen ;-)

  • Schöner Beitrag! Letztlich bringt das ganze Gerangel um Effizienz und Effektivität gar nichts, wenn sie singulär betrachtet werden. Erst im guten Zusammenspiel beider geht es voran.

    Faulheit als ökonomisches Agieren zu definieren gefällt mir. Wie schon richtig ausgeführt: So lange Agieren denn auch statt findet…

    • Frank Weber schreibt am 10. April 2011

      Hallo und danke für diesen Beitrag!

      Ich bin kein Lemming

      Das mit dem Fleiß ist so eine Sache.Viele Verhaltensweisen übernehmen wir, altersabhängig, unkritisch so wie sie uns durch Eltern und Gesellschaft vorgelebt wurden und werden.

      Einerseits ist sicherlich und prinzipiell klar, das eine Gemeinschaft (wer in einer leben will) nur dann prosperieren kann, wenn deren Mitglieder in geeigneter Weise dazu beitragen.

      Allerdings, wieviel Prosperität und wieviel Wachstum soll es denn sein? Welche Ziele hat das „Gemeinwesen“? Wer ist das „Gemeinwesen“?

      Das „Gemeinwesen“ oder die Gemeinschaft zu der man sich zugehörig fühlt, wird grundsätzlich durch Geburt bestimmt.

      Je nach Kulturkreis erfährt das Individuum dann eine diffenrenzierte Kultivierung.

      Das diese Kultivierung und Konditionierung sehr unterschiedlich ist, wissen wir, zumindest mehr oder weniger.

      Neben dem Klima, spielen auch Religionszugehörigkeit oder auch Tradition eine gewisse Rolle.Möglicherweise mag es auch eine genetische Prägung geben.Ernsthafte und damit belastbare Beweise dafür gibt es aber nicht.

      Neben dieser gesellschaftlichen Konditionierung und Prägung gibt es die ganze persönliche Motivation, den ganzen persönlichen Beweggrund, also den Grund sich zu bewegen.

      Die ganz persönliche Motivation ist von unterschiedlichen Faktoren, wie Lebensalter und Lebensumständen abhängig und korrespondiert mit den Anforderungen die die Gesellschaft an einen stellt.

      Wenn sich nun die ethisch, moralischen Werte einer Gesellschaft verändern, oder die Verantwortungsträger einer Gesellschaft diese wichtigen Wertmaßstäbe anderen Kräften in der Gemeinschaft überlassen, deren Werte nicht denen der Gemeinschaft entsprechen, oder diese Kräfte versuchen bedenkliche Werte als moralisch-ethische Werte zu „verkaufen“, dann wird es bedenklich!

      Ich nenne das dann Etikettenschwindel.

      Dann sind die Werte der „Gemeinschaft“ irgendwann nicht mehr meine Werte.

      Umso mehr Menschen dieser „Gemeinschaft“ diesen falschen Werten folgen, desto weniger fühle ich mich in ihr wohl und desto weniger mag ich mich für sie engagieren!

      So gesehen gibt es also einen Grund sich immer weniger zu bewegen. So etwas nennt man dann Demotivierung.

      Kaum nachvollziehbar ist es für mich, das für immer mehr Arbeit immer weniger bezahlt wird, aber die Unternehmergewinne seit Jahrzehnten kontinuierlich wachsen.

      Stellvertretend und stichwortartig erwähne ich zudem die Finanzkrise, die Kernenergie, den Afghanistankrieg, den Lissabonvertrag usw. usf. ….

      Viele Gründe also, warum ich „faul“ bin und immer „fauler“ werde.Meine Motivation meine Arbeitskraft in den Dienst der „Gemeinschaft“ zu stellen und diese mit Abgaben (Steuern, Sozialabgaben, GEZ, Kirchensteuer usw.) zu füttern wird immer kleiner.

      Mit Freuden würde ich dies tun, wenn ich das Gefühl und den Eindruck hätte, es wäre anders. Doch das ist nicht so!

      „Regiert“ werden wir, mehr oder weniger, von Verwaltungsbeamten die für einen Staat arbeiten, dessen Rechtsgrundlage unklar und fragwürdig ist. Tatsächlich regiert werden wir von der Industrie und den Banken (dem Kapital).Deren Ziele und Beweggründe traten und treten vor dem Hintergrund der Finanzkrise klar hervor!Wer die Milliardenbeiträge für die Banken und für die EU, oder für fragwürdige Militäreinsätze als Beiträge zum „Gemeinwesen“ betrachtet, oder wer es als erstrebenswert hält, im Interesse der Industrie und des „Gemeinwohls“ auf Teufel komm raus zu konsumieren, der mag so weiter machen und schön fleißig sein um diesem System und diesem „Gemeinwohl“ zu dienen.

      Er sollte sich jedoch fragen und tief in sich hineinhören, ob die genannten Ziele dieses „Gemeinwesens“ noch irgendetwas gemein haben, mit den individuellen Zielen die er für sich und seine Lieben gesetzt hat.Kurz: Er sollte sich fragen, ob seine Werte noch mit den Werten der „Gemeinschaft“ übereinstimmen.

      Mag diese Frage jeder für sich beantworten.

      Ich für meinen Teil kann nicht mehr erkennen, wohin diese „Gemeinschaft“ steuert.Deren Ziele haben mit meinen Zielen nicht mehr viel gemeinsam.

      Warum also fleißig sein? Ich bin kein Lemming…und auch kein Käfer.

      Gruß
      Frank

    • Bettina schreibt am 11. April 2011

      *Super* …

      … seitdem ich mehr und mehr ins *SEIN* gekommen bin, spüre ich viel mehr den Weg – Fluss meiner Seele und was WIRKLICH wichtig für diesen meinen Weg ist … und kann DIES gezielt und ruhig in meiner Mitte und Freude an- durch und weitergehn …sozuagen ganz im Fuss und in der Fülle des LEBENS – ein wunderbares Lebensgefühl ….

      In tiefer Demut und Dankbarkeit für
      das LEBEN selbst …

      Liebe Grüße vom Bayerischen Meer
      Bettina

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Hausregeln: Wir lieben Kommentare :-) Auch kritische Anmerkungen. Solange sie respektvoll, fair, höflich und konstruktiv sind. • Und bitte, bitte, bitte kein Marketing in irgendwelcher Form (auch nicht für kostenlose Angebote) • Und bitte unter dem eigenen Namen schreiben (nicht als "Versicherungsvergleich" oder "Wasserbetten"). • Die Fotos neben den Kommentaren funktionieren übrigens über Gravatar. Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Eine Sekunde bitte noch…

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann lass dich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.

Ooooch, schon gehen?

Aber falls Sie diesen Beitrag gut fanden, dann lassen Sie sich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.

Warte, einen Augenblick!

Wenn du unsere Seite nützlich fandest, dann lass dich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.