Von: eule • 27.09.2007 01.33
Auf dieser Seite werden praktische Hilfen im Umgang mit Trauer und Abschied gegeben. Hilfen, die der/die Trauernde sofort umsetzen kann und die durchaus geeignet scheinen, Trost in Trauer zu geben und die Bereitschaft für das Leben wieder zu wecken.
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Kristi schreibt am 21.08.2009 14.28
Hallo,
mein Papa ist Anfang des Jahres gestorben,ganz ploetzlich und unerwartet!Das war/ist fuer mich/uns alle so schwer!Wir vermissen ihn so sehr!Ich habe teilweise enorme Gefuehlsschwankungen,ich weiss,dass ist ganz normal,wenn einem ein lieber Mensch genommen wurde,aber anstrengend ist das trotzdem.Manchmal fuehle ich mich total antriebslos,ich habe keine Lust zu nichts!:-(Ich wuerde meinen Papa so gerne in den Arm nehmen!:-(Ich bin der Meinung,dass er mich/uns alle sehen und hoeren kann,dieser Gedanke hilft mich meistens recht gut,so kann ich mit ihm sprechen und ihm sagen,wie sehr ich ihn liebe!
Andrea schreibt am 04.09.2009 18.28
Hallo,
meine Mutter ist für alle überraschend vor kurzem gestorben. sie war zwar krank und schon ein paar wochen im krankenhaus, aber trotzdem ist es für uns alle sehr schwer zu glauben, dass wir sie nicht mehr in den arm nehmen können. Wie Kristi schreibt so geht es auch mir, ich denke meine Mutter ist noch da, auch wenn wir sie nicht sehen können und ich erzähl ihr auch wie traurig ich bin, dass sie nicht mehr unter uns ist, aber auch schön sachen, sie hört es sicher und ist wie ein schutzengel für uns da und passt auf. das tröstet sehr ....
Wourtsakis Heidemarie schreibt am 27.09.2009 12.10
So wie die Andrea schreibt, so denke ich auch. Bestimmt sind unsere Lieben um uns und wir können sie nur nicht sehen. In nicht ganz 2 Jahren verlor ich 3 Angehörige, die
alle auf dem Friedhof in einer Reihe bestattet worden sind. Zuerst starb mein Sohn im Alter von 39 Jahren an Herz-
versagen, dann meine Mutter, die vermutlich den Tod ihres Enkels, meines Sohnes nicht verwinden konnte. Sie hatte einen Schädelbruch. Danach dann leider auch noch mein Mann, der vermutlich einen Darminfarkt hatte. Alle drei fehlen mir sehr. Ich hoffe, dass sie mich sehen können. Die Katze meines Sohnes (ist schon 13 Jahre alt)nehme ich in Beschlag und erzähle ihr alles. Aber eine Antwort erhalte ich nie.
Meine Tochter ist noch übrig geblieben, hat im Ort gebaut.
Ab und zu kommt sie. Ich bin allein in einem relativ großen
Haus. Ich weiß nicht ob ich es noch einmal schaffe mich zu
freuen.
Sabine schreibt am 06.10.2009 22.02
Hi
ich habe auch meinen Vater vor vierzehn Jahren verloren und meine Mutter ist jetzt vor acht wochen gestorben nach langem kampf gegen den Krebs , ich selbst bin erst 25 , meine Eltern so früh zu verlieren macht micht echt traurig aber ich glaube kein Zeitpunkt ist der richtige , ich hätte aber gern noch was von Ihnen gehabt , aber es hilft mir das ich weiss das sie wieder zueinander gefunden haben .
Harry schreibt am 03.11.2009 01.04
Hallo
Am Freitag bekam ich einen Anruf vom Pflegeheim in dem meine Mutter seit über 10 Jahren nach einem Gehirnschlag (vom Hals ab gelähmt)liebevoll gepflegt wurde. Mir wurde mitgeteilt wenn ich meine Mutter noch lebend antreffen möchte soll ich doch bitte sofort kommen. Eigentlich hätte ich arbeiten müssen (Taxifahrer Nachtschicht)da ich den Arbeitsplatz nach längerer Arbeitslosigkeit erst am 15.10.09 bekommen habe war ich hin und her gerissen was tun? nach einem Gespräch mit dem Chef der mir sofort frei gab bin ich losgerast um meine Mutter noch einmal zu besuchen. Vorher informierte ich noch meine 4 Kinder auch die sind sofort ins Pflegeheim gefahren. Da ich den weitesten Weg hatte kam ich als letzter an aber nicht zu spät. Ich konnte mich noch von meiner geliebten Mutter verabschieden. Ich fuhr dann gegen 21 Uhr nach Hause und wollte gleich am Samstag wieder ins Heim fahren doch um 8 Uhr kam der Anruf das meine Mutter soeben verstorben ist. Alle sind wir der Meinung das es für meine Mutter eine Erlösung war was ja auch stimmt den was war das für ein Leben seit über 10 Jahren ans Bett gefesselt zu sein aber trotzdem tut es verdammt weh. Heute um 10 Uhr ist die Beerdigung ich sitze nun hier am PC den an Schlaf ist nicht zu denken. Ich habe große Angst vor dem Tag aber es muss ja weiter gehen. Ich möchte noch anmerken das ich ein Einzelkind bin. Meine Kinder sind gerade zu Besuch da bei mir und meiner Frau bis vorhin haben wir viel geredet nun
sind alle im Bett nur ich kann nicht schlafen. Es tut sehr weh obwohl ich mir immer und immer sage Mama ist endlich erlöst. Nur gut das wir uns alle noch verabschieden konnten.
Michael schreibt am 07.01.2010 16.49
Hallo,
es hört sich vielleicht komisch an aber es hilft mir wenn ich eure Kommentare über eure eigene Trauer lese.
Ich habe meine liebe Mutti kurz vor Weihnachten verloren. Zur selben Zeit hat sich meine Beziehung aufgelöst und damit auch komplett meine Bodenhaftung.
Ich würde am liebsten die Augen zu machen und von dieser Welt gehen! ABER dann sage ich mir, daß hätte meine Mutti nie gewollt, dafür hat sie mich nicht unter Schmerzen auf diese Welt gebracht!
Jeder Tag ist ein Kampf, selbst dann wenn man die Situation akzeptiert....es tut einfach verdammt doll weh...
Es ist momentan einfach sehr schwer, sich auf die schönen Dinge dieser Welt zu konzentrieren.
Mir hilft es ein klein wenig wenn ich mir all die vermeintlich selbstverständlichen Dinge aufzähle, die ich noch in meinem Leben habe.
Ich glaube auch daran, das unsere Liebsten noch da sind.
Der Körper vergeht aber der Geist lebt ewig.
DANKE und ich wünsche Euch allen Kraft!!
P.S. Bernard Jakoby Sterbeforscher könnte eine Hilfe sein...
Doris schreibt am 21.01.2010 16.27
Hallo
In den letzten sieben Wochen habe ich gleich drei Verwandte verloren.Den Onkel wird übermorgen Beerdigt. Zwei davon waren schon über Achtzig Jahre Alt da kann man es noch irendwie begreifen. Mein Onkel war aber 53 Jahre alt und verstarb an einem Herzversagen. Da mein Vater auch ein Herzproblem hat haben nun alle Angst um ihn, ob er die trauerfeier durchsteht. Wie soll man soviel Leid nur ertragen? Nach aussen muss ich stark sein der Kinder wegen, doch innerlich reist es mich fast in stücke. Ich hoffe das es mit der Zeit ein wenig leichter wird.
Allen die auch jemanden verloren haben wünsche ich alle Kraft der Welt.
avdl77 schreibt am 03.02.2010 21.30
Hallo,
als ich gerade all diese Einträge gelesen habe, hatte ich einen Klos im Hals. Trauer ist ein unheimlicher Schmerz. Ein Schmerz der mich über die Jahre verändert hat. Mein über alles geliebter Vater ist vor 6,5 Jahren verstorben. Ich habe als jüngstes Kind eine sehr starke Bindung zu ihm gehabt. Als ich zur Welt kam, wurde er aufgrund Krankheit arbeitslos und meine Eltern tauschten ihre Rollen. Mama ging arbeiten und mein Papa beschäftigte sich mit mir. Ich bin das 7. Kind und die erste dessen Entwicklung er mitgekriegt hat. Meine Mutter habe ich erst nach seinem Tod kennengelernt. Der wichtigste Mensch in meinem Leben war immer mein Vater. Als andere war nebensächlich. Wir tauschten nur Blicke und ich wusste was er dachte, was er mir sagen wollte, dass er mich liebte... Er hat mir immer Kraft und Halt gegeben.
Ich weiß gar nicht was am schlimmsten ist: Sein Leiden vor dem Tod, der Tag seines Todes oder die Tatsache, dass er einfach nicht mehr da ist und nie wieder bei mir sein wird. Ich werde nie wieder mit ihm sprechen, seine Hände fühlen, in seine Augen schauen... Er wird mich nie wieder trösten können.
Der Gedanke an ihn versetzt meinen Körper in einen ganz komischen Zustand.
In der Gegenwart meiner Familie musste ich nach seinem Tod sehr stark sein. Ich habe im Nu alles bürokratische erleditg, alle Abmeldungen, die Witwenrente für Mama beantragt, meine Geschwister getröstet. Aber meinen Kummer habe ich immer verdrängt... bis heute.
Ich habe einfach nicht die Kraft, mir vorzustellen, dass ich ncoh so viele Jahre ohne ihn leben soll.
Letztes Jahr habe ich geheiratet. Mein Papa hat mir sehr gefehlt.
Jede Art von Trauer ist ein grausamer Schmerz und jeder geht mit Trauer anders um. Ich verdränge es und das ist definitiv falsch. Ich wünsche euch allen, dass ihr aus der Trauer Kraft zieht und ein bewussteres Leben führen könnt.
Mir ist das auch klar. Es wird nicht ein schöneres Leben sondern anderes und das ist auch ok :-)
Uschi schreibt am 10.02.2010 17.34
Hallo,
am 17.12.2009 ist mein geliebter Mann gestorben.
Es hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Warum bin ich nicht mit gestorben, ich sitze hier wie gelähmt, kann nicht essen, nicht schlafen.Breche bei der geringsten Kleinigkeit in Tränen aus.
Ich weiss nicht weiter, schaffe es nicht alleine, kann es nicht fassen, bete zu Gott, er möge mir meinen Mann wieder bringen.
Mein Trauer ist riesig! Heute bin ich dann zum Arzt, um mir professionelle zu holen. Den ersten Termin habe ich nächste Woche. Ich hoffe, es hilft.
Verena schreibt am 11.02.2010 06.47
Hallo,
am 06.02.2010 also letzte Woche ist mein Vater gestorben. :(
Eine Woche zuvor hatte er seinen 64. Geburtstag.
Er hatte einen langen und harten Leidensweg. 3 Jahre haben wir gegen den Krebs gekämpft und leider verloren. Ich habe ihn zuhause gepflegt so gut ich konnte. Nur leider haben die Ärzte 3 Tage vor seinem Tod entschieden, ihn in ein Hospiz einzuweisen, da er durch starke Blutungen immer öfter und in kürzeren Abständen in die Klinik musste. Es hat mir die Mögleichkeit genommen, mich von ihm zu verabschieden, da ich seit vielen Jahren unter Angstzuständen leide und das Haus nicht verlassen kann.
Nächste Woche steht die Beerdigung an, aber ich werde es vermutlich auch dorthin nicht schaffen, was mich zusätzlich noch fertig macht.
Ich habe leider auch nicht das Gefühl, dass er in irgendeiner Form bei mir ist, da ist einfach nur diese große Leere. Ich weiss auch noch nicht wie es weitergehen soll, weil die Pflege mein ganzer Lebensinhalt war. Auch Essen und Schlafen ist ein Problem, obwohl ich Antidepressiva einnehme. Man kann es irgendwie gar nicht glauben, realisieren, dass der Mensch nicht mehr da ist.
Alles in der Wohnung erinnert an ihn und immer wieder bricht man unter Tränen zusammen.
Ich wünsche allen die einen lieben Menschen verloren haben ganz viel Kraft diese schwere Zeit zu überstehen!
Silke schreibt am 15.02.2010 19.07
Hallo!
Am 05.02.10 ist meine Mutti (70) verstorben.Sie war eine Woche zuvor im eiskalten Hausflur ihres Wohnhauses gestürzt und leider hat mein Onkel sie erst am nächsten Tag nach über 12 Stunden mit starker Unterkühlung (22°C) gefunden.
Ich hatte über Wochen und Monate versucht, sie zu einem Umzug in eine modernisierte Wohnung oder betreutes Wohnen zu "überreden". Sie lehnte jedoch immer ab.Die behandelnden Ärzte (HA und Neurologin) bestätigten uns ja auch immer wieder, das sich meine Mutter noch sehr gut alleine kümmern könne.
Nun litt meine Mutti seit dem Tod meines Vaters (2002) unter Depressionen. Ich kümmerte mich so gut ich konnte regelmäßig um sie.
Das Haus in dem sie wohnte war aber sanierungsbedürftig, hatte weder Heizung noch ein richtiges Bad.Ausserdem war sie seit Anfang Dezember weitgehend allein im Haus.
Nun kam dieser verhängnisvolle Abend.
Mutti wurde dann am Samstag, 30.01.10 mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht. Sie war nicht ansprechbar und wurde ins Koma gelegt,beatmet und mit unzähligen Infusionen versorgt. Dann mußten die Ärzte sie vorsichtig aufwärmen.Das gelang zwar, aber die Überlebenschance ging von Anfang an gegen Null.Alle Ärzte der ITS waren sehr bemüht um meine Mutti und hatten auch sehr viel Verständnis für mich.Mutti bekam dann noch eine Lungenentzündung und es kamen auch keinerlei Reaktionen vom Gehirn mehr. Selbst als das Koma gelockert wurde, reagierten weder die Augenlider noch hatte sie einen Greifreflex oder sonst etwas. Ich besuchte sie tagtäglich, sprach mit ihr, streichelte sie.
Man sagte mir auch, das meine Mutti, wenn sie es doch schaffen sollte, ein Schwerstpflegefall wäre.
Ich hatte ein sehr berührendes Gespräch mit dem behandelnden OA.Ich sagte ihm, das ich mir für Mutti wünsche, das sie in Ruhe und Frieden und schmerzlos einschlafen könne.
So geschah es dann am 05.02.2010. Ich war am Nachmittag noch bei ihr und man hatte mich schon informiert das sich ihr Zustand verschlechtert hatte. Die Chance, das sie das Wochenende überlebt war sehr unwahrscheinlich. Also verabschiedete ich mich von ihr. Ich hätte dasselbe am nächsten Tag wieder getan. Dazu kam es aber nicht mehr: 23.11Uhr bekam ich den traurigen Anruf, das sie 10 Minuten vorher friedlich eingeschlafen war.
Als ich am nächsten Tag mit meinem Lebensgefährten ins Krankenhaus fuhr, erwartete mich der nächste Schock: Da meine Mutti im Hausflur aufgefunden wurde, konnte der Arzt keine natürliche Todesursache bescheinigen.Es hätte ja auch ein Überfall gewesen sein können, obwohl keine Verletzungen festgestellt wurden.
Also traten 2 Kripobeamte an mich heran. Sie befragten mich über alles mögliche und mit den Worten:"Alles Routine!" und "Die Leiche ist beschlagnahmt!" war das Gespräch beendet.
Ich bekam einen solchen Wutanfall und sagte zu dem Kripomann:" Sie sprechen hier von meiner Mutti!" Dieser Ausspruch des Mannes hatte mich so verletzt!Ich habe dem Mann auch verboten, plötzlich vor meiner Haustür zu erscheinen. Ich wies daraufhin, das ich 2 Töchter im Alter von 12 und 7 Jahren habe. Die sollten nicht auch noch beunruhigt werden. Er sollte mich anrufen, wenn noch Fragen wären. Das berücksichtigten die Kripobeamten dann auch.
Von da an, war mein Sinnbild, das Mutti ruhig und sanft einschlafen durfte, regelrecht zerstört. Ich mußte ja auch befürchten, das Mutti obduziert werden könne.Ich konnte nicht mehr schlafen, nichts mehr essen und brach wegen jeder Kleinigkeit in Tränen aus.
Nach 3 Tagen kam aber der Bescheid, das Mutti "freigegeben" wurde.
Jetzt habe ich im Sinne meiner Mutti die Beerdigung organisiert und reagiere im Moment sehr gefasst.
Halt und Unterstützung bekomme ich die ganze Zeit von meinem Lebensgefährten und Muttis Geschwistern.
Abends aber kommen mir die schrecklichen Gedanken ein. Nicht so sehr, ob sie den Unfall und die lange Liegezeit bewußt erlebt hat(Darüber will ich gar nicht nachdenken!),eher beschäftigt mich der Gedanke ob sie auch wirklich tot ist, ob nicht jemand was übersehen haben könnte. Das seltsame ist dabei, das ich diese Gedanken bei meinem Vati und meiner Omi nicht hatte. Ob es deswegen ist, weil ich sie noch einmal tot gesehen habe?
Tagsüber geht es mir relativ gut, kann mich gut ablenken. Das kommt auch meiner Jüngsten zugute. Sie leidet an einer chron. Darmerkrankung und wenn es mir schlecht geht, dann leidet sie doppelt mit.
Das Wissen, das Mutti jetzt im Himmel bei meinem Vati ist gibt mir aber sehr viel Trost und Kraft.
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