Tagebuch inkl. Videokurs Gelassenheit

Eine tiefgehende Frage, die du dir (und anderen) ab und zu einmal stellen solltest

Lebenserfahrung.

Das ist einer der Vorteile, wenn wir älter werden.

Wir haben Dinge gesehen. Dinge erlebt. Dinge erfahren.

Wir haben Fehler gemacht. Und hoffentlich daraus gelernt.

Wir sind klüger geworden.

Klüger in dem Sinne, dass wir die gleichen Fehler nicht zu oft wiederholt haben.

Vielleicht sind wir auch gelassener geworden, weil wir erlebt haben, dass Dinge oft zuerst schlimmer aussehen, als sie dann werden.

Lebenserfahrung.

Wir leben. Wir machen Erfahrungen.

Wir lernen daraus.

Lebenserfahrung auf den Punkt gebracht

Es gibt eine schöne Frage, die wir uns selbst stellen können, um unsere eigene Lebenserfahrung herauszudestillieren.

Die Frage lautet:

Ich brauche einen neuen Job!

Aber welchen? Was kann ich? Was will ich? Welcher Job passt wirklich zu mir? Wo finde ich die guten Jobs? Fragen über Fragen. Antworten findest du hier: Projekt: Traumjob.

„Welchen Rat würde ich meinem 20-jährigen Selbst geben, wenn ich durch die Zeit zurückreisen und ein Gespräch mit mir selbst führen könnte?“

Mit 20 sind wir erwachsen. Volljährig. Wir sind lebendig. Voller Energie. Wir haben Träume. Aber wir wissen noch nicht viel vom Leben.

So ein 20-Jähriger will von einem 50-, 60- oder 70-jährigen alten Sack natürlich nichts hören. So ist der Lauf der Dinge.

Mit 20 denkst du, die Welt gehört dir und du weißt alles, was es zu wissen gibt.

Aber nehmen wir einmal an, du würdest eine glückliche Minute bei deinem 20-jährigen Selbst erwischen.

Eine Minute, wo er oder sie wirklich zuhört und sich Dinge zu Herzen nimmt.

Was würdest du deinem 20-jährigen Selbst raten? Was würdest du ihm oder ihr mit auf den Weg geben?

Was könntest du deinem früheren Ich sagen, damit es schneller zum Glück findet oder weniger Leid erlebt?

Was wäre deine Botschaft?

Was wäre deine Botschaft?

Indem du diese Frage für dich stellst und Antworten suchst, lernst du auch etwas für dich und deine heutige Zeit. Du machst damit deine Lebenserfahrung sichtbar.

Das Erstaunliche daran ist ja, dass wir zwar Lebenserfahrung gemacht haben, aber bestimmte Lernerfahrungen noch nicht den Weg in unser Handeln gefunden haben. Wir wissen etwas eigentlich, handeln aber oft nicht so richtig danach.

Um das zu ändern, kann uns diese Frage nach dem Rat an uns selbst weiterhelfen.

Denn indem wir unsere Lebenserfahrung auf den Punkt bringen und formulieren, wird diese auch für unser jetziges Ich sichtbarer, fassbarer und wir handeln auch eher danach.

Wir bringen unsere eigene Weisheit auf den Punkt und werden dadurch klüger.

Denn Klugheit bedeutet, aus meinen Erfahrungen zu lernen. Wirklich zu lernen und in Zukunft klüger zu handeln.

Das würde ich meinem 20-jährigen Selbst raten

Einer meiner Ratschläge an mein 20-jähriges Ich ist zum Beispiel, Freundschaften aufrechtzuerhalten. Denn ich bin so oft umgezogen, dass ich durch die räumliche Trennung den Kontakt zu all meinen Schulfreunden verloren habe.

Oder ich würde meinem 20-jährigen Selbst sagen, dass Schmerz zum Leben dazugehört und dass du alles nur schlimmer machst, wenn du versuchst, den Schmerz zu negieren. Dass es dein Leben so viel besser macht, wenn du lernst, den Schmerz anzunehmen und ihn auszuhalten und ihn dann natürlich wieder gehen zu lassen. Statt dich zu betäuben und zu verdrängen.

Was ich meinem 20-jährigen Selbst auch raten würde, ist, dankbarer zu sein für alles Gute in seinem Leben. Öfter den Menschen danke zu sagen, die dir etwas bedeuten. Den Menschen danke zu sagen, die dir etwas gegeben haben. Danke zu sagen für alles Schöne und Gute, das man hat. Für alles, wo du es besser hast als die anderen.

Ich würde meinem 20-jährigen Selbst auch raten, mit 20 jeden Monat mindestens 20 % meines zur Verfügung stehenden Geldes automatisch anzulegen, bevor ich es für andere Dinge ausgebe. Dann brauchst du dir keine Sorgen um deine Rente zu machen, weil du dann mit 60 mindestens ein paar Millionen zusammenhast.

Mein 20-jähriges Selbst würde auch von mir hören, dass Liebe das Wichtigste auf der Welt ist. Die richtigen Menschen in deinem Leben zu haben, die du liebst. Einen Beruf zu haben, den du liebst. Deine Zeit mit Dingen zu verbringen, die du liebst und die dir wirklich etwas bedeuten. Dass deine Zeit einfach zu wertvoll ist, als sie mit Dingen zu verschwenden, die du nicht lieben kannst.

Und während ich mir vorstelle, was ich meinem 20-jährigen Ich alles raten würde, merke ich ein seltsames, aber wohliges Gefühl im Bauch. So, als ob etwas noch tiefer einsinkt und tiefer und umfassender verstanden wird.

Aber das erlebt jeder anders und du musst selbst ausprobieren, wie du dich dann fühlst.

Ein tiefgehendes Gespräch mit anderen

Diese Frage:

„Welchen Rat würde ich meinem 20-jährigen Selbst geben, wenn ich durch die Zeit zurückreisen und ein Gespräch mit mir selbst führen könnte?“

Diese Frage kann übrigens auch anderen Menschen im Gespräch viel Spaß machen. Wenn du jemand anderem diese Frage stellst. Denn diese Frage katapultiert dich in wenigen Sekunden auf eine ganz tiefe Ebene.

Um diese Frage zu stellen, muss natürlich erst einmal eine Basis da sein – eine Vertrauensbasis.

Diese Frage stellst du sicher niemandem, den du erst ein paar Minuten kennst. Aber mit guten Freunden kann diese Frage sehr schnell zu einem tiefen und höchstinteressanten Gespräch über das Leben führen.

Und die Sache einmal umdrehen

Du kannst das Ganze übrigens auch umdrehen.

Denn mit den Jahren lernen wir zwar dazu und wir werden reifer. Aber es kommt uns auch etwas abhanden, was uns in der Jugend oft ausmacht. Tatkraft. Optimismus. Hoffnung. Selbstvertrauen.

Wenn du also schon mal mit deinem 20-jährigen Selbst redest, dann frage ihn oder sie doch einmal:

„Was würdest du deinem zukünftigen Ich (also mir heute) denn raten?“

Was würde also dein 20-jähriges Ich deinem heutigen Ich raten?

Wenn du dein Leben heute so siehst? Was solltest du vielleicht anders machen? Was solltest du beginnen? Womit solltest du aufhören? Was solltest du ernster nehmen? Was weniger ernst?

Höre deinem 20-jährigen Selbst einmal zu und nimm seinen Rat ernst.

Denn es ist ja nicht nur so, dass wir mit dem Alter immer schlauer und weiser werden. Manchmal verlieren wir auch etwas auf dem Weg. Vielleicht werden wir zynischer oder verlieren den Glauben an das Gute im Menschen.

Was also würde dein 20-jähriges Selbst deinem heutigen Selbst raten?

Mein 20-jähriges Ich hat mir zum Beispiel geraten, öfter mal einfach zu machen, statt zu lange darüber nachzudenken. Einfach wieder öfter meinem Bauchgefühl zu folgen. Einfach mal machen. Ohne alles zu zerdenken.

Mein 20-jähriges Ich hat mir zum Beispiel auch geraten, weniger zu arbeiten und mehr rauszugehen in die Natur. Wieder mehr zu verreisen, mehr zu erleben, wieder mehr zu sehen von der Welt.

Es ist schon zutiefst faszinierend, was so ein innerer Austausch zwischen den verschiedenen Lebenszeiten in einem bewirken kann.

Ich kann das nicht richtig mit Worten beschreiben, was so ein innerer Dialog mit deinem 20-jährigen Ich bewirkt. Du musst es selbst ausprobieren, um zu erfahren, wie es ist.

Formuliere deine Erkenntnisse

Wenn du dieses Selbstexperiment hinter dir hast, möchte ich dir auch empfehlen, deine ganzen Erkenntnisse festzuhalten und zu formulieren.

Was nimmst du mit aus diesem Selbstexperiment?

Was ist gut und richtig, wie es ist?

Was willst du in Zukunft noch anders tun?

Was willst du in Zukunft in deinem Leben stärken?

Und was darf ruhig schwächer werden?

Es kann vielleicht nützlich sein, die Antworten auf diese Fragen aufzuschreiben. Denn du kennst es ja, wie schnell Erkenntnisse und Aha-Erlebnisse sich im Alltag verflüchtigen, wenn wir sie nicht aufschreiben und festhalten.

So … und nun möchte ich dich dazu einladen, diese Fragen an dich zu nutzen. Ich wünsch dir spannende Erkenntnisse.

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Kommentare

  • Das ist eine coole Frage, egal in welche Richtung – ich führe dieses Gespräch ab und an mit meiner Patentochter – sehr bereichernd für Beide – herzlichen Dank für diesen Beitrag.

  • Lieber Ralf,
    ein schöner Beitrag – wie so oft. Dabei wurde mir noch einmal stärker bewusst (das aber nicht zum ersten Mal in letzter Zeit), dass ich (46) wieder mehr zurück zu meinem 20-jährigen Ich möchte. Die Lebenserfahrung hat mich härter werden lassen, weniger leicht und vertrauensvoll in mich, mein Umfeld und das Leben per se. Mit 20 war ich so lebensfroh, fröhlich und sorgenFREI, dabei aber nicht leichtsinnig, unvorsichtig oder unerfahren, irgendwie mit einer tiefen Einsicht und einer unerschütterlichen Lebensfreude (trotz einiger bereits bestehender Herausforderungen) gesegnet – das alles ist ein wenig verschüttet worden in den letzten Jahren durch all das, was auf mich im Alltag und durch schwere Erlebnisse eingewirkt hat -> nun bin ich dabei, mein altes Selbst freizuschaufeln, um wieder mehr Leichtigkeit zu spüren. Tatsächlich sagt mir mein 20jähriges Ich meinem jetzigen Ich mehr als andersherum. Trotzdem möchte ich meine Lebenserfahrungen nicht missen. Ich bin zuversichtlich, dass eine Kombination aus beiden Ichs mir bald wieder das im Leben bringen wird, was ich vielleicht noch ein wenig vermisse: Glück, Freude und mehr Lachen, egal, was kommt. ;-)
    Danke dir für die zusätzliche Inspiration. :)

  • Hallo Ralf,
    Interessante Übung für die Ostertage – und auch darüber hinaus…

    Vielen Dank!

  • Hmm und was sage ich, 25 meinem jetzigen Selbst?

  • Danke – und zwei kurze Antworten:

    von 60 an 20: hör auf Dich, vertrau Deiner Intuition, lerne Dich selbst kennen – geh auf Entdeckungsreise zu Dir selbst….geh DEINEN Weg!
    von 20 an 60: habe Mut, bleib widerständig – trau Dich, bewahre das Blitzen in den Augen…
    Alles andere würde bedeuten, meine Biografie und meinen höchstpersönlichen Lernprozess zwischen 20 und 60 evtl abzuwerten.

    Walter ( 62)

    von 20 an 60: habe Mut, bleib widerständig – trau Dich

  • Lieber Ralf, vielen Dank für die wertvolle Anregung, sie kommt für mich gerade recht.
    Ich werde im nächsten Monat 60, stehe kurz vor einem Umzug und allerlei anderen kleinen und großen Veränderungen.
    Zeit, Bilanz zu ziehen.
    Ich freue mich darauf.

  • Was für eine schöne und konstruktiv bereichernde Idee! Da fällt mir gleich ganz viel dazu ein, was mein älteres ich mit 59 dem jüngeren mit 20 sagen kann.
    Mir fällt dazu auch ein, was die beiden ichs teilen können, weil es immer noch Bestand hat als wichtiges Thema oder weil es ein Wert ist, der durch die Jahre getragen hat.

    Danke für diese Idee des Perspektivwechsels, die manch verschüttete Seite an mir zum Klingen bringt.
    Liebe Grüße, Renate

  • Die beiden Wege der Annährung an sich selbst,
    an den, der man ja immer schon war und immer noch ist, sowohl in Richtung 20j also auch in Gegenrichtung 60J,
    machen atemlos und verblüfft-staunend. So, als hätte man bisher vor einer Wand gestanden und die breite, offenstehende Tür nicht gesehen.

    Was bleibt, ist die Umsetzung der Ratschläge der beiden Menschen in mir.
    Denn wer einen Rat gibt, erwartet auch zurecht ;-) ,dass sich damit zumindest auseinandergesetzt wird und die Möglichkeiten zur Verwirklichung
    geprüft werden.

    Tiefes Danke !

  • Lieber Ralf,
    Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag! Diese Frage ist wie eine Ostereiersuche – und sicher entdecke ich auch Überraschungen.
    Schöne Ostertage!

  • Was für ein toller Beitrag, der für mich heute grad zur rechten Zeit kommt. Mein etwas älteres Ich ist in einem bestimmten Bereich gedanklich festgefahren. Welch Leichtigkeit ist sofort zu spüren, wenn das 20jährige Ich sprechen darf.
    Vielen Dank und einen leichten Ostersonntag.

  • Gute Fragen, danke für diesen Beitrag.
    Trau dich, du bist wunderbar und einzigartig! Das würde ich sowohl meinem jungen als auch meinem „älteren“ Selbst sagen. Du kannst nichts mitnehmen und deswegen hast du auch nichts zu verlieren. Dazu habe ich mir auch schon einmal Gedanken gemacht.
    https://www.emanuelaknoll.com/2016/07/12/wie-du-dich-traust-mit-deinen-visionen-ideen-und-gaben-an-die-öffentlichkeit-zu-gehen/

    Vielen Dank für eure wertvolle Arbeit.

    LG Emanuela

  • Lieber Ralf!

    Ein toller Beitrag, der zu meiner Woche und persönlichen Situation passt. Ich war diese Woche mit vielen jungen Menschen im Austausch. Da ging es um Lernen und Schule, gemeinsames Wohnen (Wohnprojekt) und Lebenserfahrung sowie Offenheit, Neugierde und Vertrauen.
    Dein Beitrag rundet meine Woche ab! Danke!!

    Ich werde genau dieses Gespräch mit meinen Kinder suchen!
    Schöne Oster!

  • dieser Oster-Beitrag hat mich sehr berührt weil ich genau in dieser Situation bin: mein Sohn ist 20, studiert im Ausland, ist kurz zu Besuch. Ich denke über meine Rolle nach als Mensch, Vater, Vorbild, über meinen Weg mit dem ich nicht ganz zufrieden bin. Zum einen möchte man schützen, aber auch etwas mitgeben auf dem Weg zum Besseren, ohne zu bestimmen oder zu drängen.

    • Carola schreibt am 16. April 2017

      Lieber Andreas, nach Ralfs Beitrag, der mich auch sehr berührt hat, hast Du genau meine Gedanken – da in ähnlicher Situation – in Worte gefasst. Danke für diesen Beitrag an Euch beide, mit viel Stoff zum Nachdenken und einer Briefidee. Frohe Ostern und viele Grüsse

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