„Sommeruni

Mein Leben aus eigener Kraft besser machen

Mit Hochsensibilität leben

hochsensibel

Eine ganz normale Geräuschkulisse im Café, im Restaurant strömt einem eine Fülle von Gerüchen in die Nase. Oder der Partner umarmt und streichelt einen. Was bei vielen positive Gefühle weckt, ist für manch einen manchmal kaum auszuhalten. Nämlich für die Menschen, die auf äußere Reize ausgesprochen stark reagieren. Dieses Phänomen wird als Hochsensibilität bezeichnet und hat höchstwahrscheinlich neurologische Ursachen.

Was ist Hochsensibilität?

Erstmals benannt und erforscht wurde Hochsensibilität 1997 von der amerikanischen Psychologin Elaine N. Aron. Bislang gibt es leider wenige Forschungen, die sich mit den Ursachen dieses Phänomens beschäftigen. Dennoch lassen Studien vermuten, dass sich Hochsensibilität mit einem Unterschied in der neurologischen Konstitution des Gehirns hochsensibler Menschen erklären lässt. Man kann sich das so vorstellen, dass das Gehirn hochsensibler Menschen äußere Eindrücke intensiver verarbeitet.

So kann eine Geräuschkulisse, wie z. B. in einem Café, schon nach kurzer Zeit sehr anstrengend sein und zu großer Erschöpfung führen. Es können aber auch andere äußere Reize, wie z. B. Gerüche, Berührungen oder visuelle Eindrücke sein. Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt viel intensiver wahr als andere und haben daher auch andere Bedürfnisse. Sie bevorzugen z. B. häufig ruhigere und reizärmere Umgebungen. Und fühlen sich wohler, wenn sie mit weniger Eindrücken konfrontiert sind.

Vielleicht fragst du dich gerade, ob du selbst hochsensibel bist? Oder dir fällt jemand ein, auf den all das zutreffen könnte? Dann habe ich am Ende dieses Beitrags einige Hinweise für dich, wo du mehr zum Phänomen Hochsensibilität erfahren kannst. Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt nämlich nicht darauf, herauszufinden, ob jemand hochsensibel ist oder nicht.

Beim Nachdenken über das Thema Hochsensibilität hat mich nämlich ein anderer Aspekt besonders beschäftigt: Was passiert eigentlich, wenn hochsensiblen Menschen ihre Hochsensibilität bewusst wird? Häufig beginnen sie sich dann anders zu verhalten und ihren Bedürfnissen mehr Rechnung zu tragen. Sie beenden Verabredungen z. B. schneller oder ziehen sich stärker zurück.

Grundsätzlich ist es eine gute Sache, auf sich selbst zu achten. Aber dadurch verändert sich auch oft das Zusammenleben mit dem nicht hochsensiblen Partner, den nicht hochsensiblen Freunden oder Verwandten. In diesem Beitrag soll es deshalb darum gehen, wie hochsensible und nicht hochsensible Menschen ihr Miteinander so unter einen Hut bekommen, dass es beiden damit gut geht.

Zwei Welten prallen aufeinander

Weil hochsensible Menschen aufgrund ihrer intensiveren Wahrnehmung leichter erschöpfen, empfinden sie sich häufig als weniger belastbar. Ganz oft wird ihnen das von Freunden, Eltern und anderen Menschen im Umfeld auch schon in frühester Kindheit vermittelt. Hochsensible hören häufig schon als Kinder: „Sei doch nicht so empfindlich.“ Oder: „Du bist immer so kompliziert.“

Viele Menschen übernehmen diese Zuschreibungen und halten sich dann auch als Erwachsene für kompliziert, wenig belastbar und unzulänglich. Hochsensible versuchen deswegen oftmals, es den anderen doch irgendwie recht zu machen. Sie nehmen z. B. Einladungen an, obwohl sie sich schon vorher erschöpft fühlen und keine Kraft dazu haben. Sie gehen in Cafés, deren Lärmkulisse sie stresst, oder verabreden sich zu Freizeitaktivitäten, die sie aufgrund der vielen äußeren Reize überlasten.

Erfahren diese Menschen dann, dass es das Phänomen Hochsensibilität gibt, reagieren sie oftmals mit großer Erleichterung darauf. Sie haben eine Erklärung für ihr Anderssein gefunden. Das befreit sie von dem Gefühl, irgendwie verkehrt zu sein. Sie erfahren, dass ihr Gehirn nur etwas anders funktioniert als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Hochsensible verstehen sich selbst dadurch oft besser und können künftig leichter dafür sorgen, dass es ihnen gut geht. Dennoch sind die besonderen Bedürfnisse, die mit Hochsensibilität einhergehen können, ja nicht verschwunden. Man versteht sie nur besser. Wie bei so vielen Dingen gilt aber auch hier: Hat man erst einmal verstanden, wieso etwas schwierig ist, lässt sich auch eine Lösung finden, mit der es sich gut leben lässt.

Das gilt übrigens auch für die Menschen, die im Umfeld der hochsensiblen Person leben: Freunde, Verwandte oder Partner/-in. Denn diese sind häufig auch besonders herausgefordert. Für einen nicht hochsensiblen Menschen ist es nicht leicht, nachzuvollziehen, dass der andere so schnell ermüdet, ihm schnell vieles zu viel wird. Zum Beispiel laute Musik, intensive Gerüche oder auch Berührungen. Es ist schwer zu verstehen, dass das, was man selbst als schön und bereichernd empfindet, für den anderen Stress und Belastung sein soll. In vielen Beziehungen zwischen hochsensiblen und nicht hochsensiblen Menschen kann das zu Konflikten führen. Dabei lässt sich recht gut ein Weg finden, wie man gemeinsam mit der Hochsensibilität des anderen umgehen kann.

Zwei Sachen sind besonders wichtig, wenn hochsensible und nicht hochsensible Menschen miteinander leben oder befreundet sein möchten:

Verständnis und Selbstverantwortung.

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Verständnis

Sowohl hochsensiblen als auch nicht hochsensiblen Menschen hilft es, zu verstehen, wie der andere tickt. Zum Beispiel zu begreifen, dass der andere die Welt wirklich völlig anders wahrnimmt. Auf einen Hochsensiblen können Geräusche, Gerüche, Berührungen z. B. fast gewalttätig wirken. Auf einen nicht hochsensiblen Menschen wirkt das Bedürfnis des Hochsensiblen, sich zurückzuziehen, manches Mal wie eine Zurückweisung oder Gleichgültigkeit. Indem beide sich miteinander austauschen, können sie Verständnis füreinander entwickeln. Und einen Weg finden, trotzdem eine gute Beziehung zu führen.

Das kann z. B. so aussehen:

Dem Hochsensiblen ist es zu viel, beim Frühstück Radio zu hören. Dem Nichthochsensiblen ist es jedoch unheimlich wichtig. Da gilt es Kompromisse zu finden. Zum Beispiel nur eine Weile das Radio anzuschalten oder, dass der Nichthochsensible allein mit dem Frühstück beginnt und sein Bedürfnis nach Musik und Nachrichten ein wenig stillen kann, bevor der Hochsensible dazukommt und das Radio ausgeschaltet wird.

Die hochsensible Freundin mag keine Verabredungen, die sich den ganzen Nachmittag hinziehen, weil es ihr einfach zu viel ist. Die nicht hochsensible Freundin möchte am liebsten das gesamte Wochenende miteinander verbringen. Auch da gilt es, eine für beide akzeptable Lösung zu finden. Zum Beispiel, indem man zwar einen ganzen Tag Zeit miteinander verbringt, zwischendurch aber größere Pausen mit Stille und Ruhe einplant. In denen nur gelesen oder schweigend spazieren gegangen wird.

Damit solche Kompromisse möglich werden, müssen sowohl der hochsensible als auch der nicht hochsensible Mensch Verantwortung für sich selbst und ihr eigenes Wohlergehen übernehmen. Das heißt, dass beide, der hochsensible und der nicht hochsensible Mensch, selbst dafür sorgen müssen, dass ihre Grenzen gewahrt bleiben und sich ihre jeweiligen Bedürfnisse erfüllen lassen. Wie kann diese Selbstverantwortung aussehen?

Selbstverantwortung

Für den Hochsensiblen bedeutet Selbstverantwortung, sich zu fragen:

  • Wo sind meine Grenzen?
  • Wo sind meine Möglichkeiten?
  • Was tut mir gut?
  • Was erschöpft mich?
  • Wie kann ich mit nicht hochsensiblen Menschen, die mir wichtig sind, eine gute und für beide bereichernde Beziehung gestalten?
  • Was kann ich tun, damit ich auch Erschöpfendes und Anstrengendes in Angriff nehmen kann, wenn es mir wichtig ist?

Selbstverantwortung bedeutet auch, nach den Antworten auf diese Fragen zu handeln. Also dafür zu sorgen, seine Grenzen zu achten, die eigenen Möglichkeiten zu leben. Dafür zu sorgen, dass es einem gut geht. Sich auf erschöpfende Situationen wohldosiert und sehr bewusst einzulassen. Zum Beispiel auf eine Party oder ein Konzert zu gehen. Allerdings dafür zu sorgen, dass es nicht zu erschöpfend wird, und vielleicht relativ früh die Veranstaltung wieder zu verlassen.

Wenn hochsensible Menschen diese und ähnliche Fragen ernst nehmen und sie in ihrem Alltag berücksichtigen, fällt es ihnen leichter, auch die schönen Seiten der Hochsensibilität zu erleben. Es z. B. zu genießen, dass sie manches besonders intensiv empfinden. Oder es zu schätzen, dass sie da, wo andere gar nichts riechen, spüren oder hören, Dinge wahrnehmen, z. B. den zarten Blütenduft, die leise Musik oder eine zärtliche Berührung.

Für nicht hochsensible Menschen, die mit hochsensiblen Menschen befreundet oder verwandt sind oder vielleicht sogar in einer Partnerschaft zusammenleben, ist Selbstverantwortung ebenfalls sehr wichtig. Sie fragen sich z. B.:

  • Wo sind meine Grenzen?
  • Wie viel Rücksicht kann ich nehmen?
  • Welche Bedürfnisse kann ich mit meinem hochsensiblen Freund/Verwandten/Partner nicht erfüllen? Wie kann ich sie mit anderen Menschen erfüllen?
  • Was kann ich im Zusammensein mit meinem hochsensiblen Freund/Verwandten/Partner vielleicht neu entdecken?

Für beide, hochsensible und nicht hochsensible Menschen, bedeutet Selbstverantwortung auch, sich auszutauschen. Die eigenen Grenzen zu klären. Die Grenzen des anderen verstehen zu lernen. Und trotz der eigenen Begrenztheit und der Begrenztheit des anderen seinen Bedürfnissen und Wünschen entgegegenzukommen.

Im Austausch kommt man dann vielleicht auch auf ungewohnte Lösungen. Fremde wundern sich vielleicht, wenn ein Paar immer getrennt bei Partys erscheint, weil der hochsensible Partner später kommt und früher geht.  Der hochsensible Partner lernt zu akzeptieren, dass der andere „laute“ und actionreiche Aktivitäten mit anderen Menschen teilt. Beide entdecken womöglich neue gemeinsame Interessen, z. B. in einem stillen See schwimmen zu gehen, im Garten zusammen zu arbeiten oder sich gegenseitig zu bekochen.

Hochsensibilität ist kein Etikett

Ein Problem wird Hochsensibilität häufig erst dann, wenn sie zum Etikett gemacht wird. Wenn sich z. B. ein hochsensibler Mensch ein Etikett mit „Hochsensibilität“ anklebt und so ziemlich jede Entscheidung und jedes Verhalten darauf zurückführt. Bei allen möglichen Gelegenheiten z. B. sagt „Ich bin halt hochsensibel“. Andere, die nicht hochsensibel sind und sich vielleicht nicht so gut in das Erleben des Hochsensiblen hineinversetzen können, können davon schnell genervt sein. Und bekommen vielleicht auch das Gefühl, dass ihre Bedürfnisse nicht gehört werden. Für sie kann der Anschein entstehen, als erkläre Hochsensibilität alles und müsse in jedem Fall als Entschuldigung respektiert werden.

Umgekehrt wird es schwierig, wenn Bedürfnisse oder Eigenarten des hochsensiblen Partners oder Freunds gleichsam mit einem Etikett beklebt werden und z. B. so ziemlich jede Entscheidung und Vorliebe des Partners auf die Hochsensibilität zurückgeführt wird. Indem man z. B. sagt: „Ja klar, Du bist ja hochsensibel.“ Auf diese Weise kann ein hochsensibler Mensch ebenfalls das Gefühl bekommen, nicht ernst genommen zu werden.

Man kann Hochsensibilität auch anders sehen, nämlich als eine Eigenart unter vielen, wie z. B. unterschiedlicher Humor, verschiedener Geschmack, ein unterschiedliches Bedürfnis nach Geselligkeit oder Ordnungssinn. Wir Menschen sind sehr unterschiedlich in unseren Eigenarten. Wollen wir gut miteinander leben, hilft es, sich auszutauschen. Seine Grenzen deutlich zu machen und Verständnis für die Grenzen des anderen zu entwickeln.

Übernimmt jeder der Beteiligten die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse und Grenzen, wird Hochsensibilität ernst genommen, bekommt aber einen Platz neben all den anderen Eigenschaften und Phänomenen, die uns Menschen ausmachen.

Und das hilft in jedem Fall zu einem guten Miteinander. Das gelingt ja doch am besten, wenn jeder seine Bedürfnisse möglichst erfüllen kann, ohne die Grenzen des anderen zu überschreiten. Unabhängig davon, ob man hochsensibel ist oder nicht.

Weiteres zum Thema Hochsensibilität

Hier findest du einige Hinweise auf Seiten, auf denen du weitere Informationen über Hochsensibilität finden kannst. Vorab noch ein kurzer Hinweis dazu: Auf einigen Seiten wirst du auch auf Tests stoßen, mit denen sich herausfinden lassen soll, ob man hochsensibel ist. Meiner Erfahrung nach sind solche Tests aber mit Vorsicht zu genießen, weil sie nicht zwingend ein gültiges und richtiges Ergebnis bringen. Die Fragen empfinde ich an einigen Stellen als zu allgemein oder auch zu mehrdeutig. Das verfälscht dann natürlich auch das Testergebnis.

Deswegen mein Rat an dieser Stelle: Wenn du herausfinden möchtest, ob du hochsensibel bist, verlasse dich nicht alleine auf ein Testergebnis. Lies zusätzlich auf alle Fälle Beschreibungen zu diesem Phänomen. Und prüfe, indem du dich selbst in deinem Alltag ganz genau beobachtest, ob du wirklich sensibler auf Reize reagierst und auch sonstige Merkmale bei dir entdeckst, die zur Hochsensibilität gehören.

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    Hier 6 Tipps, damit der Umgang zwischen hochsensiblen und nichthochsensiblen Menschen leichter gelingt und es zu einem schöneren Miteinander kommt.

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  • Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e. V.: www.hochsensibel.org
  • Verein: Zart besaitet – Gesellschaft zur Förderung und Pflege der Belange hochempfindlicher Menschen: www.zartbesaitet.net
  • Ein Fernsehbeitrag zum Thema Hochsensibilität: www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2013/0425/thema_3.jsp

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Kommentare

  • Ich glaube, ich bin auch hochsensibel, auch wenn ich mich mit diesem Thema noch nicht eingehender beschäftigt habe. Ich finde es allerdings wichtig, hier klar zu unterscheiden, was einfach ein sensibles Nervensystem darstellt, mit allen Vor- und Nachteilen, die sowas aufweisen kann, und wo dann auch event. eine neurot. Komponente dazukommt. Bei mir sträubt sich immer so einwenig das Nackenhaar, wenn ich das Gefühl habe, dass Leute iwelche Probleme haben, und diese dann, anstatt sie anzugehen, konservieren, nach dem Motto: ach, ich bin ja hochsensibel, also, was wollt ihr denn von mir! Wie gesag, ich bin das wahrscheinlich auch. Ich würde allein deshalb aber nicht soweit gehen, dass ich jetzt “was Besonderes” bin, oder aber einen besonderen Schutz verdiene, weil ich ja hochsensibel bin. Ich denke, dass auch Menschen mit einem empfindlichen vegetativen Nervensystem ausdauernd arbeiten können, und auch mal starke Reize aushalten. Und welche Form von Reizen einem schnell zu viel wird, das hängt doch auch sehr von der persönlichen Prägung ab, die man im Verlauf des Lebens erwarb, und nun nicht unbedingt von der ererbten Nervenschwäche. Sorry, wenn sich nun manche angegriffen fühlen sollten. Aber so sehe ich das.

  • Ich finde e sehr gut, dass das Thema Hochsensibilität immer mehr in den Medien auftaucht und somit publik gemacht wird. Der Inhalt des Artikels war mir nicht unbekannt, weil ich mich schon seit einigen Jahren mit meiner eigenen Hochsensibilität auseinandersetze.
    Für mich war es, wie für viele andere auch, eine große Erleichterung zu wissen, warum ich anders bin und, dass ich mit meinen Wahrnehmungen nicht allein bin und, dass sie auch nicht falsch sind.
    Die Erkenntnis meiner Hochsensibilität führte bei mir auch zu einer Neubewertung meiner Vergangenheit, die nicht gut war. Ich konnte ein gewisses Verständnis für die Menschen aufbringen, die mir viel Leid angetan haben, was aber nicht heißt, dass ich es gut fand und finde.
    Zu Menschen , die für mich kein Verständnis haben, meide ich den Kontakt.

  • @Jochen und andere: Mir hat die Meridian-Klopftechnik EFT wahnsinnig weiter geholfen. Mittlerweile arbeite ich damit nicht nur persönlich sondern auch mit anderen. EFT ist eine ganz einfache Methode, die man alleine anwenden kann und mit der man sich nicht nur in Überforderungssituationen wieder ruhig klopfen, sondern auch Stress auslösende Glaubenssätze auflösen kann (wofür hochsensible Menschen häufig anfällig sind). Langfristig kann man so das erhöhte Grundstress-Level senken, so dass die schönen Seiten der Empfindsamkeit wieder erfahrbar werden.

  • Ich finde nicht, dass Hochsensibilität zwangsläufig mit Introvertiertheit zusammen hängt. Genau das war nämlich mein Problem. Ich bin nicht introvertiert und habe deshalb lange nicht verstanden, warum mich das Zusammensein mit anderen nach einer gewissen Zeit anstrengt und auslaugt, obwohl ich sehr gerne unter Menschen bin. Auch das Etikett “schüchtern” passte nicht wirklich richtig, obwohl es – was das Verhalten und die Auswirkungen anging – Ähnlichkeiten gab. Aber da ich gerne neue Leute kennen lernen und sehr offen und aktiv auf sie zugehe, passt das nicht. Das war lange Zeit ein großes Dilemma für mich: Ich mag andere Menschen, bin offen und lerne gerne neue Menschen kennen, aber es ist anstrengend für mich, längere Zeit mit anderen zusammen zu sein. Inzwischen ist das kein Problem mehr für mich, ich weiß wie ich damit umgehen kann. Ich finde es aber wichtig zu betonen, dass Hochsensivität nicht zwangsläufig mit Schüchternheit oder Introvertiertheit gekoppelt ist – das führt in eine Denkrichtung, die nicht allen HSP gerecht wird.

    • Chris schreibt am 18. Mai 2013

      Hallo Monika,

      danke für den Linkhinweis.

    • Erhard schreibt am 23. Mai 2013

      Aber immerhin ca. 30 % aller Hochsensitiven sind NICHT introvertiert. Und es gibt auch zahlreiche Nicht-HSP, die introvertiert sind.

  • Wahnsinn,wieviel Resonanz dieser Beitrag hat!(Deshalb hoffe ich auf “mehr” zu diesem Thema bei “Zeit zu leben”.)
    Ich habe durch einen Artikel in einer Frauenzeitschrift herausgefunden,dass ich Hochsensibel bin-vor ca einem Jahr.Ich vermute ,meine Migräneattacken hängen damit zusammen.Weiss jemand was darüber?Und kennt vielleicht auch Literatur dazu?

  • Für Claudia 1,
    danke für deine Antwort.Es freut mich das Du Dir die Zeit genommen
    hast. Auf den Gedanken mich selbst zu stärken bin ich auch schon
    gekommen aber aus mir unerfindlichen Gründen tue ich nichts was mir gut tun würde. Natürlich hab ich mir darüber schon oft den Kopf zerbrochen ebenso darüber das viele kommen und von mir einen Rat
    haben wollen.Ebensoviele aber auch, mit sehr harten Worten, mich
    ablehnen. Beides verkrafte ich kaum; und zwar aus eben den Gründen die du auch nachfragst.
    Wie kann man sich schützen?
    Dieser Artikel hat mir zumindest Mut gemacht eine NLP Coaching Stunde in Anspruch zu nehmen um zu sehen wie ich diese Seite von mir besser integrieren kann.
    Denn wegdrücken geht ja gar nicht. Was man nicht sehen will wird ja
    nur immer stärker, das kennst Du sicher.
    Ich bin mal sehr gespannt was mir dieses Coaching bringen wird.
    Aber ich wäre schon froh wenn ich etwas besser mit dem Leben klar
    käme und ganz toll wäre es wenn ich erfolgreicher in allem werden
    würde.
    Wie du ja auch schon gesagt hast “ein bestimmtes Wissen”
    Mal sehen, auf jeden Fall kam dieser Artikel sehr passend und ich
    lasse mich jetzt überraschen.

  • sehr schöner artikel – trifft sich mit meinen ansichten und meinem eigenen empfinden. – kennt ihr schon unser hochsensitiv.netzwerk von hsp für hsp? – näheres auf der angegebenen webseite.

  • noch eine kleine anregung zum filtern der aussenreize. bei mir hat mbsr absolut gut geholfen. (mindfullness based stressreduction= achtsamkeitskeitsbasierte stressreduktion) es gibt dazu genug informationen im netz und achtwöchige basiskurse in vielen städten. in denen lernt man das nötige werkzeug, um seine persönlichen stressoren zu erkennen, man lernt den umgang mit gefühlen & gedanken, sowie elemente aus dem yoga, meditation, bodyscan. usw.
    ich war aufgrund schwerer (psychosomatischer) erkrankung, psychischer probleme und nichtbewusstem hsp vor kursbeginn eher halbtot als lebendig.
    danach schrieb ich meinem kursleiter sinngemäss ins gästebuch: du hast mir ein neues leben geschenkt. und das empfinde ich auch noch heute so. es fühlt sich gut an mit allem was ist.
    ein lieber gruss, andrea

    • Siri Trellur schreibt am 15. Juni 2016

      Liebe Andrea,

      ich bin gerade über Deinen Beitrag gefallen und habe überhaupt den Begriff
      “Hochsensibilität” vor drei Tagen zum ersten Mal gehört. Ich habe so vieles erkannt, dass ich nun ziemlich ratlos bin, weil eben so “Manches” nicht wirklich auf mich passt. Vieles aber ist nicht zu übersehen. Das hat mich so ins Grübeln gebracht, dass ich nun einfach erst einmal suche, schaue und lese. Ich bin so voller Fragen, dass ich sie gar nicht sortieren kann. Bei Deinem Beitrag ist mir der psychologische Aspekt aufgefallen, den ich bisher noch nirgends fand. Ich glaube, ich befinde mich gerade in der Situation, welche Du beschriebst und erfreulicherweise gemeistert hast. Ich hänge seit mehreren Jahren in einer Depressionsschleife fest, in deren Folge mir all diese “Unverträglichkeiten” oder das “Nicht-Aushalten-können”, mein ständiges “Von-allem-genervt-sein” nun erst bewusst wird. Ich kann also nicht sagen, dass ich bereits als Kind als schüchtern oder introvertiert galt. Beides trifft auch heute nicht auf mich zu, im Gegenteil. Es verwirrt mich nun sehr, wenn man davon ausgeht, dass HSP angeboren bzw. vererbt wird, ich aber die Parallelen für mich erst viel später ziehen kann. Kann man HSP auch durch negative Kindheitserfahrungen sozusagen “erwerben” oder unbewusst “antrainieren”?
      Liebe Grüße, Siri

    • Nicole Alps schreibt am 22. Juni 2016

      zu Siris Frage, ob man Hochsensibilität auch erwerben oder antrainieren kann?

      Derzeit geht man in der Forschung zur Hochsensibilität davon aus, dass sie angeboren ist.

      Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass auch äußere Einflüsse zu einer so genannten erworbenen Hochsensibilität führen können. Solche Einflüsse können überfordernde Kindheitserfahrungen oder auch andauernder Stress sein.

      Neben der “Ursachenforschung” und der Frage “Wieso bin ich hochsensibel?” ist aber vor allem wichtig, sich selbst besser kennen zu lernen. Dazu gehört, sich selbst besser zu verstehen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und gut für sich zu sorgen.

      Denn zu erkennen “Ich bin hochsensibel” ist vor allem auch eine Chance, in Zukunft ein zufriedeneres Leben zu führen.

  • Vielen Dank für diesen bereichernden Artikel.

    Ich finde, es hängt vom Matrix des eigenen Umfeldes (beruflich und privat) ab, ob sich ein/e Hochsensible/r in seinem Dasein wohlfühlt oder nicht… glücklich ist oder nicht… Solange man im falschen Umfeld lebt, bringt es nicht viel, dem Gegenüber Grenzen zu setzen und auf die eigene Bedürfnisse zu achten… weil man letztendig auf sein Anders-sein kein oder kaum Verständnis erfahren würde… ständig mit Vorurteilen und Machtkämpfen zu tun hätte. Es ist also wichtig, dass Hochsensible aktiv werden und ein Netz an adäquate u. a. Nicht-Sensiblen-Kontakte aufbauen. In diesem Sinne, ein frohes Menschen…:-)

    Ich lebe meine Hochsensibilität in zwei konträren Kulturen aus. Dabei resultieren für mich doppelte Freude und doppeltes Leid. Wer mag, kann auf meinem Blog meinen folgenden Beitrag dazu lesen.
    http://esperanza.blog.de/2013/02/19/hochsensibel-zwei-kontraeren-kulturen-15549277/

  • Vielen Dank für diesen bereichernden Artikel.

    Ich finde, es hängt vom Matrix des eigenen Umfeldes (beruflich und privat) ab, ob sich ein/e Hochsensible/r in seinem Dasein wohlfühlt oder nicht… glücklich ist oder nicht… Solange man im falschen Umfeld lebt, bringt es nicht viel, dem Gegenüber Grenzen zu setzen und auf die eigene Bedürfnisse zu achten… weil man letztendig auf sein Anders-sein kein oder kaum Verständnis erfahren würde… ständig mit Vorurteilen und Machtkämpfen zu tun hätte. Es ist also wichtig, dass Hochsensible aktiv werden und ein Netz an adäquate u. a. Nicht-Sensiblen-Kontakte aufbauen. In diesem Sinne, ein frohes Menschen…:-)

    Ich lebe meine Hochsensibilität in zwei konträren Kulturen aus. Dabei resultieren für mich doppelte Freude und doppeltes Leid.

    http://esperanza.blog.de/2013/02/19/hochsensibel-zwei-kontraeren-kulturen-15549277/

  • einfach nur vielen vielen dank für diesen artikel… ich hab dadurch erst erfahren, dass ich hochsensibel bin und das hilft mir im rückblick auf mein leben ganz gewaltig.. vieles kann ich anders anschauen und viel besser verstehen, zb warum ich immer das gefühl hatte, weniger leistungsfähig zu sein, aber wenn man sich genau anschaut, mit was man da zu tun hat, ist man wahrscheinlich eher leistungsfähiger, weil es vielen damit gelingt, trotzdem noch ein halbwegs normales leben zu führen, was unter diesen gesichtspunkten eine riesige leistung ist… ich verstehe besser, warum ich so viel ruhe brauche und mich dinge nerven, die anderen nicht das geringste auszumachen scheinen.. warum ich beim lernen immer langsamer war und geschwindigkeit in jeder form mir probleme macht… dies alles zu wissen, macht es leichter, mir formen des lebens zu suchen, die mir entsprechen und dsa ohne schlechtes gewissen, mit dem mein bisheriges leben immer begleitet war… dafür werde ich dir ewig dankbar sein…

  • super dass ich diesen artikel gelesen habe. ich habe mich da wiederentdeckt. ich dachte eigentlich, ich sei depressiv auf irgendeine art. aber das spiegelt genau meine befürfnisse wieder.
    ich kann mit meiner familie nicht in einen supermarkt gehen, ich bekomme die krise und noch schlimmer ist es, wenn meine mann mit mir darüber sauer für mein verhalten ist. fernsehgeräusche und musik aus dem kinderzimmer bringen mich zum wahnsinn. manchmal bi nich fix und fertig. verwandtentreffs wo alle durcheinander quatschen, bekomme ich herzrasen, uvm
    liebe grüße martina

  • Hallo und Danke an alle die hier geschrieben haben.

    Ich finde mich nicht nur in dem Artikel sondern auch in so vielem
    was in den Kommentaren steht wieder,daß ich wirklich jedem von
    Euch danken möchte dass ihr soviel von Euch preisgegeben habt.
    Ich hatte an diesem Wochenende ein Weiterbildungs Seminar und war
    von dem was ich “so mitbekam” dermaßen überfordert dass ich mich
    ausklinken musste. Nur um zu erleben was ich schon mein ganzes Leben lang kenne Belächtelt Bespöttelt Unverständnis Nichtbeachtung
    Ich muss wohl nichts mehr dazu sagen. Die Kursleiterin hat sehr verständnisvoll reagiert aber das half mir kaum die Tage zu überstehen.Da tut es doppelt gut gerade heute auf “Gleichgesinnte”
    zu treffen und zu merken dass ich ja doch nicht allein bin.
    Eine Frage habe ich noch:
    Meine Arbeit macht mir viel Spaß, aber ich bin sehr schnell
    erschöpft dabei.
    Ich arbeite fast ausschließlich am Computer aber ich habe das
    Gefühl das es mich zu schnell erschöpft.
    Kennt das noch jemand und gibt es etwas das helfen könnte wenigstens zwei Stunden (oder so) durchzuhalten?
    Es wäre toll wenn ich eine Antwort bekommen könnte

    Ansonsten und auch einfach so nochmal mein Dank an Alle
    Gruß Marion

    • Claudia 1 schreibt am 13. Mai 2013

      Hallo Marion,
      in deinen Beschreibungen finde ich mich gut wieder (s.o. 1. Claudia-Eintrag – ich nenne mich jetzt auch mal so;-)). Auch meine berufliche Situation ist deiner sehr ähnlich.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles, was mich auch nur im entferntesten stärkt (verschiedene energetische Verfahren, Visualisierung, Ausgeschlafensein, ganz neu: die Erfahrung meiner Selbstwirksamkeit bei der Umsetzung meiner Ziele, Meditation, und Freude! etc), mich auch in einer gewissen Art schützt. Das ist DIE Erkenntnis für mich bei allem, was ich seit 15 Jahren erfahren habe.

      Wenn ich so gut gewappnet bin, spüre ich auch, wenn die Energie mich verlässt und ich ziehe mich mal raus aus meinem Berufsalltag, gehe auf´s WC oder whatever. Ich kenne aber auch genügend Tage, in denen mich der Alltagsmolloch einfach so auffrist…

      Ergo: auf kurz oder lang wird eine berufliche Alternative erforderlich sein (s.o. bei Anne-Marie: “Im Berufsleben heißt es wirklich, einen für sich entsprechenden Beruf zu wählen…”), auch wenn Fortbildungen als erster Schritt zunächst ähnlich verlaufen. Das ist gerade momentan meine Ausgangssituation: ein ganz bestimmtes Wissen in meinem Bauch, dass eine Veränderung kommen wird, aber noch nicht wissen, wie und was.

      Was mich an dieser Stelle interessieren würde: soviele HSP sind in beratenden Tätigkeiten zu finden, weil deren besondere Empathiefähigkeit oftmals besonders hilfreich sein kann. Aber wie schützt ihr euch dabei? Vor den Energien, vor den Bildern der anderen, vor den Mustern oder was auch immer? Ich bin gespannt.
      Viele Grüße,
      Claudia

      PS @ Christian: Viele tolle Erfahrungen und Erkenntnisse mit dem Buch “Praktische Selbstempathie” im Rahmen der GfK – das Arbeiten mit diesem Buch hat mich mir sehr nahe gebracht und diese Nähe hat mich stärker werden lassen. Die Zeit lohnt sich zu investieren.

  • vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Hochsensibilität.

    Als kleine Anmerkung möchte ich gern noch erwähnen, das auch schwere Traumata in der Kindheit zu eine Hochsensibilität führen können(nicht müssen),was auch auf den Internetseiten zu dem Thema mit erklärt wird und ich finde es auch eher nervig das plötzlich viele Hochsensibel sein wollen und das gern als Ausrede verwenden und es nervt auch wenn Hochsensibilität als Problem oder Krankheit, was unbedingt weggemacht werden muss gesehen wird(seit es öffentlicher wird,passiert dergleichen auch oft) Ich kann nur sagen wer wirklich Hochsensibel ist wird auf das Thema mit Emotionen reagieren die unglaublich frei machen und sich auch damit weiterentwickeln und von sich aus Eigenverantwortung übernehmen,weil das Verantwortungsbewusstsein sehr sehr hoch ist,fast schon belastend hoch und wer endlich einen Weg findet und Verständnis für sich selbst damit entwickelt und das Thema stimmig findet, bei dem passiert das wie von alleine.

    Nicht jeder ist Hochsensibel und ich fänd es sehr schön wenn es weniger Sensiblen gelänge sich einfach mal vorher genau zu informieren und es nicht automatisch als Problem sehen-ist im Grunde der selbe Konflikt wie zwischen extrovertiert veranlagten und introvertiert veranlagten,grundsätzlich ist jeder gefragt erst bei sich anzufangen und sich um seine Bedürfnisse zu kümmern und Grenzen zu finden und setzen zu lernen, bevor man also versucht die anderen sich selbst gleich zu machen,ist irgendwie auch Achsamkeit geboten und die Akzeptanz von jedem wie er erstmal ist.

    Hochsensibilität hat ganz viele Fassetten und es kann etwas Zeit in Anspruch nehmen das wirklich zu verstehen so wichtig der Austausch auch ist,für mich als Hochsensible ist es sehr anstrengend zu reden zu erklären oder Konflikte auszutragen die sofort weg sind wenn ich mich einfach akzeptiert fühle wie ich da bin(ohne das andere wissen das ich hochsensibel bin)denn grundsätzlich wollen wir alle hochsensibel oder nicht das selbe angenommen fühlen wie wir nunmal sind.Mir fällt es sehr leicht andere zu verstehen und zu akzeptieren wie sie sind-und das selbe einfache wünsche ich mir auch für mich.

    Hochsensibilität ist eine Bereicherung und kein Problem also bitte keines draus machen ;)

    • Bernard schreibt am 20. Mai 2013

      > Hochsensibilität ist eine Bereicherung und kein Problem also bitte
      > keines draus machen

      Hallo Claudia,
      ich rate dir realistisch zu bleiben und nicht zu verdrängen. Bereichernd: durchaus. Aber Hochsensibilität IST ein Problem für den Partner. Das wird im Artikel ja auch ausführlich dargestellt.

  • Ein guter Artikel, besonders weil er das Zusammenleben zum Thema macht. Ich möchte aus eigener Erfahrung noch etwas ergänzen, was sehr wichtig ist: Diese Hochsensibilität in ihrer extremen Form mit hohem Leidensdruck kann auch eine Begleiterscheinung bei Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen sein, und zwar sowohl bei Überfunktion (Morbius Basedow) wie auch Hashmimoto. Wir haben beides in der Familie, und bevor diese Erkrankungen erkannt und behandelt wurden, haben wir mit der Umwelt und miteinander wirklich harte Zeiten durchgemacht. Natürlich ist mit dem “richtigen” Hormonspiegel nicht alles “besser”, aber vieles, worunter ich früher wirklich extrem litt, kann ich jetzt besser ertragen. Dass insgesamt der Lärmpegel und die Rücksichtslosigkeit gestiegen sind, ist zwar weiterhin nicht einfach zu ertragen. Aber es treibt mich nicht mehr so zur totalen Verzweiflung wie in den Zeiten, bevor die Schilddrüsenkrankheit erkannt wurde. Wer also hochsensibel ist und weitere Symptome an sich beobachtet (siehe die vielen Schilddrüsen-Seiten im Internet), tut sich selbst vielleicht eingen Gefallen, seine Blutwerte untersuchen zu lassen. Mir und meiner Familie wäre viel Leid erspart geblieben, wenn man mich darauf aufmerksam gemacht hätte.

  • Ich habe letzte Woche das Buch von Birgit Trappmann-Korr gelesen (“Hochsensitiv: Einfach anders und trotzdem ganz normal. Leben zwischen Hochbegabung und Reizüberflutung”), in dem es hieß, dass Hochsensibilität eine etwas unglückliche Übersetzung aus dem Englischen sei, die sich im deutschsprachigen Raum mittlerweile leider eingebürgert habe. Eigentlich müsse man von Hochsensitivität sprechen, als Überbegriff quasi, und Hochsensibilität sei ein Unteraspekt davon.

  • Ach, wenn mir das Thema schon vor 30 Jahren begegnet wäre! Dann hätte ich zu meiner Art leichten Mutes stehen können statt mich ständig selbst zu verurteilen, dass ich so „weich“ bin und mich nicht zu wehren, durchzusetzen und abzugrenzen wusste. Ja nicht einmal erkannte, dass das vonnöten wäre, um nicht ständig der Spielball von Leuten zu sein, die sich dadurch endlich überlegen fühlen könnten.

    Leider führte das zu einer neurologischen Erkrankung, die von der Schulmedi nicht wirklich eingeordnet werden kann, die sich u.a. in starken Gleichgewichts-Problemen zeigt (wo ich oft mitleidig belächelt als betrunken eingestuft wurde).

    Nun, inzwischen habe ich gelernt mich so zu akzeptieren, wie ich eben bin, doch ob sich aber die noch immer sehr heftigen neurologischen Symptome wieder rückgängig machen lassen (entgegen medizinischer Sichtweise) …man wird sehen, denn ich bleibe sehr intensiv dran, hauptsächlich mit verschiedenen Arten Energiearbeit.

    Wenn mir das gelänge, hätte sich mein langer Leidensweg wenigstens gelohnt, der durch Unverständnis und mangendem Einfühlungsvermögen meiner Umwelt (bzw. nicht einmal bemühen darum), noch mehr belastet wurde. Weil mir sehr daran liegt, mit den anderen zu sein, gemeinsam etwas zu bewirken….

    Liebe Grüße
    Christa

  • Meine Neuronen feuern halt anders …

    Es ist etwas Wunderbares, dass in den letzten Jahren immer mehr deutlich wird, dass “jeder Jeck anders is” – nicht weil er/sie nicht konformistisch und außenorientiert sein will sondern weil man gar nicht anders kann.

    Super Artikel und interessante Beiträge, auf das Buch “Praktische Selbstempathie” bin ich schon gespannt.

    Herzlichst, Christian

  • Für Lucy,
    spüre parallel, daß mich dieser Artikel sehr angefasst haben muss, denn ich stelle fest, daß ich mich ungewöhnlich lange im Netz aufhalte…
    Will die Anfrage gerne beantworten:
    Im früheren Leben, tobte ich mich in vielen Berufssparten aus- eben bis ich dem GANZHEITLICHEN mehr und mehr zusprach…
    Fühlte- parallel die zunehmende Ausbeutung mancher Arbeitgeber-
    und schraubte vor ca. 20 Jahren meinen eigenen Anspruchlevel- für mehr Frei(e)-zeit zurück…
    Alles was ich tat- oder anging, ergänzte sich in einem “NEUEN FLIESSEN ” d.h. ES- fühlte sich wie “ZU HAUSE ANGEKOMMEN ZU SEIN” an.
    Machte viele Fortbildungen- verwarf auch so einiges was nicht brauchbar war…
    HEUTE- unterrichte ich ” ACHSAMKEITS-YOGA mit fundiertem ATEM-
    TRAINING… ” Meine Finanzen sind zwar etwas enger bemessen- aber es ist GUT – wie es ist- denn ich erfahre einerseits meine absolute ZUFRIEDENHEIT- die in der Umkehr auch meine Teilnehmer reflektieren…
    HIER- behaupte ich, ist mir meine HOCHSENSIBILITÄT mehr als dienlich geworden…
    Alles LIEBE dir – Anne-Marie

  • Bravo! Endlich kommt das Thema Hochsensitivität auf den Tisch. Ich bin auch erst vor 3 Jahren darauf gekommen, dass ich eine HSP bin und mir fiel ein Stein vom Herzen, da ich jetzt die Ursache für viele, sagen wir mal, “Ungereimtheiten” gefunden hatte. Nur – eine Lösung war dadurch noch nicht in Sicht.
    Mir geht´s ähnlich wie Anne-Marie: durch meine permanent empfangsbereiten Antennen nehme ich wahnsinnig oft die Schwingungen anderer auf, fühle meine Mitte/ mich selbst nicht (mehr) und bin z.B. bei längerem Aufenthalt in Gruppen total erschöpft.
    Da bekommt dann auch die Aussage “Im Berufsleben heißt es wirklich, einen für sich entsprechenden Beruf zu wählen…” eine ganz besondere Bedeutung.
    Leider habe ich, obwohl ich für mich seit Jahren weiß, dass ich etwas anderes machen möchte, noch nicht die rechte Alternative gefunden. Es mangelt nicht an Interessen oder Ideen, sondern bei den Schritten in eine andere Richtung stieß ich leider immer wieder an meine Grenzen, die durch die Hochsensitivität “gesetzt” wurden. So war es z.B. sehr schwer, mich im Rahmen einer Ausbildung in der Gewaltfreien Kommunikation in Form von intensiven Wochenblöcken so zu schützen, dass ich empathisch mit meinen Mitstreitern arbeiten konnte und dennoch zentriert blieb. Ich nahm soviele andere Reize aus der Gruppe parallel auf, dass ich im Lauf der Woche nicht mehr klar denken und ich mir selber nicht gerecht werden konnte.
    Das hat mich seinerzeit schwer belastet, weil ich so reizüberflutet nicht meinem Bedürfnissen nach Effektivität, nach einem Miteinander und persönlicher Entwicklung gerecht werden konnte (und ich mich schlicht für total besch…. gehalten habe :-))

    Aber ich denke, ich bin auf einem guten Weg, habe sehr viel über mich und für mich gelernt. Ich achte und sorge wesentlich besser für mich; erkenne schneller, wenn mir etwas zuviel wird/ nicht gut tut und bin sehr zuversichtlich, dass das richtige für mich noch kommen wird.
    Ich bin aber noch unterwegs :-)

    Einen schönen Sonntag,
    Claudia

    PS: im Rahmen der GFK habe ich folgendes Buch kennen und schätzen gelernt, welches, wie ich finde, gerade auch Hochsensitiven sehr helfen kann, für sich besser zu sorgen: “Praktische Selbst-Empathie” von Gerlinde Ruth Fritsch aus dem Junfermann-Verlag

  • Melde mich noch einmal:
    habe nachträglich nochmals die unterschiedlichen Meinungen gelesen-bzw. festgestellt, dass möglicherweise ” DER EINE ODER ANDERE – DIE HPS-SYMPTOMATIK LEICHT MIT ANDEREN MECHANISMEN VERWECHSELT HATTE. ”
    Ich bin keine Analytikerin- dennoch erkenne ich in einigen Beiträgen –
    daß “BINDUNG-PHOBISCHE-MENSCHEN” beschrieben wurden…
    Hier greift- wer sich bereits mit diesem Thema auseinander setzte, ” DAS NÄHE/DISTANZ- GEFÄLLE ” hinein…Bitte darum, nicht ALLES zu vermischen…
    Wie in meiner ersten Meinung erwähnt, entwickeln sich im laufe der Jahre andere Mechanismen hinzu, die ich in die Rubrik
    ” LEBENS-ERHALTENDE-SELBST-MASSNAHMEN ” einordnen möchte…
    Der Mensch (ge)-brauchte sie- um zu werden…
    Anne-Marie

  • Danke für diesen wundervollen Artikel!
    Bei mir hat es leider fast dreißig Jahre gedauert, bis ich meine “Diagnose” hatte – Hochsensibilität, gepaart mit Introvertiertheit. Davor hat man mir so gut wie alles unterstellt: Sozialphobie, Asperger, Schizophrenie, Borderline, Depressionen… die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Mein großes Glück war, dass ich nicht aufgegeben habe. Ich habe mich nicht als “krank” abstempeln lassen, weil ich wusste, dass ich es nicht bin.
    Ich fing an, mich zu erforschen. Herauszufinden, warum ich so oft vor Menschen die Flucht ergriff. Warum ich keine Partys und Volksfeste mochte. Warum mir überhaupt so völlig andere Dinge Freude bereiteten, als den meisten Menschen. Und warum ich auf zuviel Stress mit Panikattacken reagierte. Durch Zufall stieß ich im Internet auf eine Seite über HSP (Hochsensible Personen). Zum ersten Mal fühlte ich mich verstanden, und mir wurde klar, dass ich mit meinen Empfindungen nicht alleine dastehe. Und vor allem, dass ich nicht krank bin.
    Ich will nicht behaupten, dass sich von diesem Tag an alles veränderte, aber ich wurde doch wesentlich gelassener und selbstsicherer. Was ich allerdings noch lernen musste, war, mir meine Freiräume zu schaffen, ohne mir das berühmte Etikett auf die Stirn zu pappen. Ich wollte mich meinen Mitmenschen zwar erklären, aber auf keinen Fall eine Sonderrolle einnehmen. Ich wollte nur, dass die Menschen um mich herum verstehen, dass ich keine langweilige, passive, zurückgezogene, kauzige Spaßbremse bin, sondern dass ich eine permanente Reizüberflutung einfach nicht verkrafte und daher eher beschauliche Aktivitäten vorziehe.
    Dazu habe ich mir folgendes Beispiel überlegt: Ein Hochsensibler ist wie ein Smartphone, auf dem im Hintergrund viel mehr Apps aktiv sind, als bei anderen Smartphones. Darunter leidet natürlich der Akku. Der geht dann schon mal ganz schnell runter auf 2%, und dann muss man an die Ladestation, ob man will, oder nicht. Jeder Smartphonebesitzer wird das verstehen, denn mit einem leeren Akku kann man nichts anfangen.
    Kannst du nicht einfach ein paar Apps schließen?, fragte mich dann mal jemand. Aber genau das ist es eben, was Hochsensible nicht können. Im Gehirn kommen alle Eindrücke ungefiltert an, und um die alle zu verarbeiten, müssen die grauen Zellen ständig auf Hochtouren ackern. Das mag für viele erschreckend klingen, und die meisten Menschen glauben, dass man mit so einer Diagnose doch unendlich gestraft sein muss. Aber eine HSP zu sein, ist auch etwas Wundervolles, ein wahres Geschenk. Sofern man tatsächlich lernt, sich vollkommen anzunehmen, kann man durch seine sensible Seite ein ungeheures Potential entwickeln. In der richtigen Dosierung werden Sinneseindrücke zu einem wahren Brillantfeuerwerk, die Kreativität und Vorstellungskraft in unvergleichlicher Weise beflügelt.
    Ich kann jeder HSP nur eindringlich raten: Lebt eure Gabe und geht achtsam mit ihr um! Habt kein schlechtes Gewissen, wenn es euch nicht ins hektische Treiben unserer modernen Welt zieht. Lasst euch von extrovertierten Menschen nicht zu verschrobenen Sonderlingen degradieren. Und geratet nicht in Versuchung, euch eine Maske aufzusetzen, um für einen kurzen Augenblick mit dem Strom schwimmen zu können. Aber versteckt euch auch nicht ständig, weil ihr glaubt, nicht dazuzugehören. Diese Welt braucht euch, heute dringender denn je! Ihr könnt sie bereichern, sie schöner machen. Indem ihr einfach nur ihr selbst seid.
    LG an euch alle,
    Chiyo ^_^

    • tanja schreibt am 12. Mai 2013

      danke chiyo für deinen tollen beitrag. ich wäre/bin eher ein exponierter, temperamentvoller typ. nicht nur ‘die anderen’ sind exponiert und umgekehrt. wie gesagt gibt es verschiedene typen und ausprägungen.

      grüsse, tanja

      ps: müsste arbeiten aber diese tollen beiträge von euch allen nehmen mir den ärmel rein… : )

  • Herzlichen Dank für den Beitrag! Aufklärung scheint mir der richtige Weg, für HSP und alle anderen.

    Die Entdeckung meiner Hochsensibilität/-sensitivität vor ein paar Jahren hat vieles in meinem Leben erklärt und mich die Prioritäten überdenken und neu setzen lassen.

    Heute ist es mir als Coach ein Herzensanliegen, HSP – Erwachsene und vor allem auch Kinder – dabei zu begleiten, in Harmonie mit ihren besonderen Fähigkeiten zu kommen. Und dabei ist meine eigene HS eine grosse Unterstützung. Es gibt noch viel zu tun. In diesem Sinne nochmals herzlichen Dank.

  • Was für einen tollen Beitrag und das aufschlussreiche Video, vielen Dank! :-)
    Schon vor längerer Zeit habe ich festgestellt, dass ich auch zu dieser Gruppe gehöre. Als mir in einer gewissen Phase im Leben, alles zu viel wurde, zog ich mich innerlich fast vollständig zurück, baute eine Wand um mich auf und schaltete die Filter auf stumm – quasi von “einem Extrem ins Andere”. Mit der Zeit lernte ich, mich so zu akzeptieren wie ich bin und (wie im Video), es als Begabung zu sehen. Ich wurde mir meiner Filter bewusst und lernte, sie sozusagen wie die Regler eines Mischpults zu benutzen – gelingt mal besser, mal schlechter, aber immerhin… :-).
    Übrigens fand ich die nachfolgende Sequenz im Video ebenfalls sehr aufschlussreich und nachahmenswert. ;-)

  • Auch ich gehöre zu diesen Menschen. Bin inzwischen 83 Jahre Ohne diese Hochsensibilität hätte ich es in meinem Beruf als Heilpraktikerin
    zuletzt in der Radionik, nicht so weit gebracht. Es hat eben alles zwei Seiten.

    • Heide-Rose Decurtins schreibt am 12. Mai 2013

      Da bin ich genau Ihrer Meinung. Ich hatte als ich in der Personalberatung gearbeitet habe mit vielen Hochsensiblen zu tun , die zu mir kamen, weil sie keinerlei Job in dieser grässlichen, geldgierigen und machtgierigen Welt fanden und ihre Wut über die diktatorischen und ausbeuterischen Führungskräften äusserten. Ich habe mich sehr intensiv damit befasst und bewusst beobachtet. Hochsensibel zu sein ist kein Privileg für “Launen”, oder “mehrbesser” zu sein, und das Herabwürdigen vom Anderssein anderer Menschen. Die Welt, die Menschheit ist so – gut und böse – hell und dunkel. Und wir wurden in diese Zeit geboren um zu lernen, nicht um uns zurückzuziehen. Alleine mit unserer feinfühligen Art können wir vieles bewegen, indem wir unser Umfeld prägen – und dies schlägt Wellen, gleich einem Stein, der ins Wasser geworfen wird. Und wir haben jederzeit das Recht auf Rückzug. Wir alleine sind Gestalter unseres Lebens, das wird leider zu oft vergessen.

    • Jochen schreibt am 12. Mai 2013

      Das ist wunderbar, wenn man sich dem schon früh bewußt ist, dass man HSP ist und dies auch noch in einem Beruf umsetzen kann. Ich wurde mir erst mit 45 dem bewußt und leider hat man kurz darauf meine Firma mit illegalen Mitteln dicht gemacht und ich dadurch meinen “Traumberuf” verloren. Dieser bestand darin, dass ich mit Kopfhörern von der Außenwelt abgeschottet gehörtes wieder zu Papier gebracht habe. Da war ich Meister drin, weil ausser der Stimme, auf die ich mich konzentrieren musste, der Arbeitsraum völlig ruhig war. Wie im Lesesaal einer Bibliothek. 18 Jahre habe ich das gemacht, ohne zu wissen, dass ich HSP bin und es das Optimum für mich war. Ich muss jetzt leider etwas viel schlechter bezahltes machen, was völlig anders ist, mit lauten Maschinen, ekligen Gerüchen, ständigem Telefonklingeln und permanentem Radiogedudel; und eine völlige nervliche Überstrapazierung für mich bedeutet. Ich würde gerne aus dem Notjob raus, doch ich brauche das wenige Geld und bin nach der Arbeit total erschöpft, dass ich auch keine Weiterbildung am Abend mehr machen könnte. Ich habe das bereits versucht, musste aber abbrechen, weil ich einfach länger brauche, um mich zu erholen als andere. Ich brauche aber leider dieses wenige Geld, um mir meine für meine Nerven wichtige Erholungsoase – allein in einem gemieteten Zweifamilienhaus mit großem Abstand zum Nachbarn – zu gönnen. Jedes Geräusch des Nachbarn ist für mich leider sehr störend. Ich kann also hier nicht ausziehen – das ist lebensnotwendig für mich.
      Ich habe bei Ralf Senftleben schon einen Coachingkurs belegt, doch ich konnte ihn nicht beenden, weil mich das alles zu sehr mitnimmt. Selbst jetzt, wo ich dies schreibe, da rast mein Herz geradezu. Und ich frage Frau Decurtins, zu was für Berufen sie als Personalberaterin den Menschen mit HSP hat verhelfen können. Ich würde gerne einen Personalberater kennen lernen, der sich der Problematik der HSP bewusst ist und eine Job-Lösung daraus strickt.
      Ich würde gerne mehr aus meiner Hochsensibilität machen, doch die Nachteile, die mir daraus entstehen erdrücken mich seit 1,5 Jahren geradezu. Wenn ich mit diesem Problem zu Ärzten gehe, ernte ich leider oft nur ein Schmunzeln. Jahrelang war ich Durchreisender bei zahllosen Ärzten wegen unerklärlicher Schmerzen. Schmerzen, die eben Nicht-HSP eben gar nicht erst spüren würden. Mittlerweile sind meine Krankendossiers so gefüllt, dass ich als Hypochonder abgestempelt wurde. In meiner Region kann ich mit einer “regulären” Erkrankung nicht mehr vorstellig werden, da man mir meine Symptome, die ich fühle, andere normal empfindende Personen aber nicht, einfach nicht glaubt.
      Mein Trost ist, dass auch mein Lebenspartner ebenso HSP ist und mich deshalb zwar sehr versteht, aber durch meine Situation ebenso nervlich überlastet wird wie ich es schon bin.
      Ich habe jetzt mit Meditation begonnen, jedoch finde ich wirklich selten die akustische Ruhe, die dafür notwendig ist, da mich ja wirklich sogar der eigene Tinnitus und sogar das eigene Rauschen des Blutes (mit Ohrenstöpseln) dabei stört, und das kann man nicht abschalten.

    • Uli schreibt am 12. Mai 2013

      @Jochen
      HSP ist das eine. Hast du mal deinen Vitamin D Wert bestimmen lassen? Falls der zu niedrig ist, päppel den mal auf. Achtung: Viele Labore arbeiten leider noch mit zu niedrigen Werten, die als im Normbereich liegend angesehen werden. Die neuesten Erkenntnisse findest du z. B. unter http://www.vitamindelta.de

  • Hallo Barbara,

    ich habe Ihren Bericht mit zwiespältigen Gefühlen gelesen. Ich kenne die “Gereiztheit”, die sich einstellt, wenn man reizüberflutet ist, aus eigener Erfahrung sehr gut. Ich weiß auch, dass es Situationen gibt, in denen man nur wenig Kontrolle darüber hat – wenn man vergessen hat, auf die Anzeichen zu achten, oder wenn man sie ignoriert hat. Das soll und darf aber keine Ausrede für Verhalten sein, welches andere verletzt. Es ist die Pflicht eines Hochsensitiven, dafür zu sorgen, dass es nicht zu “Wutausbrüchen” aufgrund von Reizüberflutung kommt, wenn durch diese Wutausbrüche andere geschädigt werden. Eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben von Hochsensiblen ist es meiner Meinung nach zu lernen, mit starken Gefühlen angemessen umzugehen. Für Hochsensible gibt es viele Außenreize, die starke Gefühle auslösen können – dies kann sich positiv, aber leider auch sehr negativ auswirken. Man MUSS lernen, damit angemessen umzugehen. Alles andere ist egoistisch und meiner Meinung nach nicht akzeptabel. Wenn einem das nicht immer gelingt, obwohl man daran arbeitet, werden einem nahestehende Menschen keinen Strick daraus drehen. Aber man ist in der Pflicht, daran zu arbeiten, auf sich und evtl. Anzeichen der Reizüberflutung zu achten und sich ggf. zu entschuldigen. Ein Verhalten wie das, was Sie von Ihrem Bekannten berichten, würde ich nicht zeigen und auf keinen Fall durch meine Hochsensitivität entschuldigen wollen. Das geht nicht!

    • tanja schreibt am 12. Mai 2013

      DAS IST SO. das ist die höchste pflicht der hochsensiblen! auf die aussenreiz-/innen-gedanken-überflutung (attakierung) nicht aggressiv zu reagieren. es ist eine harte schule die einem abverlangt in allen bereichen des lebens in noch so unteschiedlichen situationen gegen die eigenen impulse und gefühle – methoden des umgangs zu finden – damit man nicht dauernd anstösst und sich abreibt. es ist sehr sehr herausfordernd.
      SPORT und enspannungsübungen (meditation, visualisierung etc.) sind sehr wichtig um diesen haushalt irgendwie balancieren zu lernen. ich bin immer dran und es wird auch weniger (wutausbrüche) rückzug ist aber manchmal nicht umgehbar weil gelernte methoden nicht in jeder komplexen situation zu schaffen sind. RELATIVIERUNG einer situation mit verwickelten faktoren ist bei mir oft nur nach rückzug möglich.
      da helfen beinharte gesetze: jede noch so heftige innere reaktion mit ruhiger stimme hervorbringen – ansonsten verbale zurückhaltung. nur körpersprache. oder körperlicher rückzug.
      keine provokative mail oder unmittelbare provokationen sofort abhandeln. “darüber schlafen” wie man so schön sagt. ich habe selbst sätze dir mir helfen können. ein problem ist dass ich aussprachen als so heftig emotional kraftzehrend innerlich empfinden kan dass ich diese meide weil ich nur ca. 30 min. aushalte und den rest “gewinnt der andere die oberhand” aufgrund meiner schwindenden energie und konzentration. dort weiss ich manchmal nicht mehr weiter. kurz halte ich solche höchstangespannten “kämpfe” (kampfzone welt – dies kommt aus meiner empfindungswelt als kind/teenager) aus aber nicht lange. und indirekte messages und taktiererei kann ich überhaupt nicht handhaben – teils auch nicht durchschauen.
      kognitiv bin ich aber nicht etwa untendurch. habe ebenfalls hochschulabschluss und bin selbst dozentin..

  • die reizüberflutung ist wirklich eine echte herausforderung… ich werde noch immer wieder mitleidig angeschaut, wenn ich sage, dass ich mich auf die zeit mit mir selber freue oder mich in der bibliothek am wohlsten fühle… gute freunde meinen oft wie sensibel ich doch sei und bekannte sagen:” mann bist du heikel… du wieder…” da es für mich etwas sehr intimes ist, versuche ich es nur wenigen vertrauten näher zu bringen, was mich stresst… eine erkenntnis kam mir aber grad noch… ich meinte immer ich sei kein familienmensch… aber oben las ich, dass es ja auch einfach nur mit der reizüberflutung zu tun haben könnte… und die sind ja dann oft noch nonverbal…
    was ich leider noch merke, dass mich gerüche extrem bedrängen… parfum und solche sachen (ist ja immermehr fast überall dran) hauen mich aus den socken und das resultat ist oft migräne, wenn ich nicht innert kürzester zeit das weite suchen kann… und wenn ich nicht weg kann, fühl ich mich total in die enge getrieben… eine ärztin meinte mal ich solle doch froh sein, dass mein körper mir warnhinweise schickt (duftstoffe synt. oder natürlich aber hoch konzentriert), dass es dem körper nicht gut tut… aber ein “normales” gesellschaftsleben, macht es schon recht kompliziert….

    ich bin auch froh, verstehe ich mich immer besser und mach das beste draus…

    was natürlich auch noch ne herausforderung ist, wenn 2 hochsensible miteinander zu tun haben :) da läuft es nicht unbedingt viel besser… denn die eine reize sind für mich vielleicht weniger schlimm als für die andere person… und das dann kummuliert, ist dann noch ne stufe höher:)

    darum finde ich es gut wie es im artikel steht… die eigenen grenzen erkennen… auch für die menschen, die etwas robuster eingestellt sind… sonst macht man sich gegenseitig kaputt…

  • Ich bin hochsensibel mit allen Konsequenzen. Schon penetrante Musik ( danke Kaufland für eure Rücksichtslosigkeit ) beim Einkaufen sorgt dafür, dass es mir schwer fällt, mich auf meinen Einkaufzettel zu konzentrieren.

    Andererseits programmiere ich anspruchsvolle Anwendungen, spiele Klavier und habe mehrere anspruchsvolle Ausbildungen sowie einen akademischen Abschluss. Trotzdem habe ich auf dem Arbeitsmarkt keine Chance.

    Ich leide unter Dummheit und Rücksichtslosigkeit die sich immer mehr ausbreitet. Es macht mich auch krank, dass wir von Führungskräften regiert werden, dessen einzige Fähigkeiten Gier und Machterhaltung sind.

    Dennoch habe ich mein Glück gefunden. Beim Musizieren, Joggen und im kleinen Freundeskreis.

    Allerdings meide ich einen großen Teil der „normalen Welt“. Schon ein Besuch bei der Verwandtschaft ist sehr anstrengend. Deshalb finden die Ausflüge in der normalen Welt nur noch selten statt. Sie schädigen meine Gesundheit und meiner Weiterentwicklung.

    Nach gewissen Erlebnissen dauert es lange bis ich mein Niveau wieder erreiche. Ich werde dann immer wieder Blockiert von meiner Wut über diese Welt, die sich entgegengesetzt zu meinen Werten entwickelt.

    Ich bin nicht depressiv, ich kann gut Leben, wenn ich gewisse Dinge vermeide.

    • Barbara schreibt am 12. Mai 2013

      Gedanken zu einem Freund: Als ich diesen Beitrag gelesen habe, ist mir schlagartig bewußt geworden, daß ich einen Menschen getroffen hatte, der hochsensibel war/ist. Da ich keinerlei Erfahrung mit Hochsensibilität hatte habe ich mich ganz ” normal” verhalten. Zunächst sah es so aus als würden wir gute Freunde, mit ähnlichen Interessen, wenn auch unterschiedlichen Lebenswegen. Aber mit der Zeit reagierte der Mensch immer gereizter und distanzierter. Manchmal hörte ich wochenlang gar nichts. Zwei/Drei Stunden waren bereits weit mehr als genug für ihn, wenn wir uns im Cafe trafen um zu reden. Nähe ließ er nicht zu und erklärte, daß er nur Nähe auf Distanz zulassen könne. Durch die ständige Gereizheit wurde die Distanz größer und größer. Irgendwann, schrieb er mir per Mail, daß er mit mir nichts mehr zu tun haben will, da ich seine Andersartigkeit nicht verstehe und intolerant sei und sein Niveau nicht erfülle. Es hat mich sehr verletzt, denn ich war sehr bemüht ihn in seiner schwierigen Lebensituation und Vergangenheit zu helfen. Wenn ich mehr über Hochsensibilität gewußt hätte, wäre mir ein sensiblerer Umgang möglich gewesen. So hab ich die Chance dazu nicht bekommen und wenn ich ihm heute begegne, was nicht immer vermeidbar ist, reagiert er extrem ablehnend und agressiv. Genau diese Wutausbrüche habe ich wohl erfahren und nicht verstanden. Durch Ihren Bericht ist mir das wohl bewußt geworden.

    • Silke schreibt am 12. Mai 2013

      ui barbara… da zieht sich mir grad alles zusammen… etwas nicht nachvollziehen zu können, bringt oft eine ohnmacht mit sich… und das gefühl abgelehnt zu werden, ist schon heftig… aber du hast es nicht gewusst und anscheinend er auch nicht… das ist ein “klick” der bei jedem selber kommen muss…

      ich hatte den beitrag von ulli auch aufmerksam gelesen und auch den frust über das, was er allem ausgesetzt ist… und ich muss sagen, dass ich nur noch bei gerüchen die totale krise bekomme… das ist für mich (mal theatralisch ausgedrückt) körperverletzung, wenn ich keinen fluchtweg habe…
      ansonsten habe ich gelernt mich zurück zu ziehen, wenn es mir zu viel wird, auch wenn es mit einem “ach mensch, gehst schon?” begleitet ist…

      und die frage ist ja auch liebe barbara, ob du so viel rücksicht nehmen willst, wenn es nicht thematisiert wird und sich die person einfach nur zurück zieht…

    • tanja schreibt am 12. Mai 2013

      das mit dem einkaufszettel kenne ich zu gut. mein schlüsselzauberwort und schlüsselORT ist das WC !
      bei anderen leuten, bei mir z.H wenn leute da sind oder in kaufhäusern oder cafees.
      das WC um sich zu sammeln und wieder auf die reihe zu kriegen was man eigentlich wollte.
      habe selbst nen film gemacht wo die WC-Szene ne rolle spielt als rückzugsort… ;)

      ich kann mich manchmal nicht mehr unterhalten wenn am nebentisch ein paar unsensibel laut miteinander quatscht, wechsle auch den tisch wenn das licht zu direkt schlecht platziert ist oder durchzug oder enge oder kühle wand herrscht. meine freunde fragen mich jeweils beim reingehen in ein restaurant wo der beste tisch ist…

      na ja.. je nachdem wie ich versammelt bin merk ich das oder muss auch 1 x wechseln;) klingt bescheuert wenn man so was aneinaderreiht in der erzählung. im alltag kommt das nicht so rüber, bzw. ist es noch okay.. .. gangbar..

  • Ein wirklich sehr guter Artikel, der aufzeigt, dass es nicht so einfach ist sensibel zu sein. Als Kind sah und spüre ich Stimmungen – Gefühle – sah Dinge, die mein Umfeld: das Kind lügt schon wieder… ab tat. Heute habe ich es mir zur Aufgabe gemacht Menschen zu ihrer eigenen Sensibilität zu führen oder zu erkennen, bewusst Dinge und auch sich wahrzunehmen. Da ich mein Gegenüber sehr schnell “erfassen” kann ist es für mich sehr einfach zu coachen, zu beraten, oder einfach nur da zu sein. Wichtig empfinde ich auch, dass ich mich selbst sehr gut abgrenzen lernte – und so ohne zu werten mit sensiblen und angeblich “unsensiblen” Menschen arbeiten kann. Seit einiger Zeit finden immer mehr Männer den Weg in meine Gruppe, die zu diesem Thema sehr aufgeschlossen sind. Mir half früher immer der Gedanke:” was hat es mit mir zu tun”, wenn ich in Kritik geriet und mir selbst anworten konnte: NICHTS. Das Buch von Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation ist wirklich sehr zu empfehlen. Hochsensibel zu sein ist für mich ein Geschenk, dass das Leben sehr bunt werden lässt und bereichert.

  • Danke für diesen Artikel! Sehr gut fand ich auch den Absatz “Hochsensibilität ist kein Etikett”. Ich habe vor einer Weile mal einen Selbsttest zum Thema Hochsensibilität gemacht und bin da auch als hochsensibel eingestuft worden. Wobei mir aber auffiel, dass ich viele der Fragen vor 5, 10 oder 20 Jahren noch ganz anders beantwortet hätte. In manchen Bereichen habe ich kaum oder überhaupt keine Probleme mehr und ich schließe daraus, dass man Widerstandsfähigkeit trainieren kann. Wobei mir früher häufig schnell alles zuviel wurde, merke ich, dass ich mich weniger gestresst fühle, bestimmte Speisen, bestimmte Orte, der Kontakt mit bestimmten Menschen haben nicht mehr den gleichen Stressfaktor wie in der Vergangenheit.

    Obwohl ich es gut finde, dass das Thema Hochsensibiltät mehr diskutiert wird, sehe ich aber auch, dass es manche Leute sich es in dieser Nische gerne bequem machen. Nachdem eine Freundin ein Buch zu dem Thema gelesen hatte, redete sie nur noch über ihre Hochsensibilität und alle anderen waren so etwas wie Gefühls-Rambos (wobei man sagen muss, dass sie trotz Hochsensibiltät gerne ausgeteilt hat, aber das war wohl etwas anderes ;-). Damit verkommt das Ganze zu einer Art Modethema und man tendiert dazu die “Hochsensiblen” wieder nur auf das zu reduzieren, als was sie eigentlich nicht gesehen werden wollen: Mimosen.

    • tanja schreibt am 12. Mai 2013

      Hallo Michael,
      bei mir hatte die hochsensibilität sehr viele ausprägungen – ebenso auch psychosomatische, also körperliche. da hochsensibilität nicht heisst ein umfassend ’empfindsamerer mensch’ den mitmenschen gegenüber zu sein sondern nur, dass die verarbeitgung der aussenreize probleme mit sich bringt (weil der durchschnitt der aussenwelt in denselben situationen keine probleme hat). im gegenteil, viele HSP haben mit aggressionsausbrüchen zu kämpfen da sie ja viel zu schnell auf hochtouren innerlich laufen und stressfaktoren sie in panik bringt (überforderung). andererseits hatte ich auch immer diese ‘gabe’ recht schnell zu fühlen wie es anderen geht, wie sie ticken und gleichzeitig war ich aber so beschäftigt mit mir – dass sich meine reichhaltigen impuse nicht unkontrolliert verstreuen so dass ich teils “das wichtigste vor meiner nase” nicht gesehen habe und durchaus genau desswegen auch unsensibel andern gegenüber sein konnte!
      es ist also sehr komplex. ich habe all die symptome gehabt mit kratziger kleidung, mit überforderung selbst in den schönsten gruppen von freunden. die bevorzugung mit nur einem menschen zu sprechen. gruppen: schön und gleichzeitig STRESS. die fähigkeit jedes detail zu sehen und zu durchforsten, die unfähigkeit den überblick zu behalten. mein vater hatte rätselhafte cholerische ausbrüche, akustisch ertrug er wenig (kaugummi kauen bei anderen zu hören zu sehen machte ihn kirre) sozial war er total – aber kein gruppenmensch. nervös, nägelknabbernd, laut und heftig impusliv, unglaublich naiv alles glaubend was ihm die leute erzählten, fühlte sich schnell verbunden und doch vertraute er nicht. paradox, wie ich. künstlerisch auf sehr vielen bereichen talentiert, tätig – wie ich.
      tinnitus und beim schlaf wie ne prinzessin auf der erbse, wie ich. kein alkohol und drogen, da einfach too much – wie ich. vielleicht haben wir auch ne impulskontrollstörung in unserer familie – aber diese nervenkostüm-veranlagung hat ja viel damit zu tun.
      ich sagte nur 10% dessen was charakteristisch ist. die HSP sind verschieden aber ganz ohne zweifel : ich dachte sehr lange mit mir stimmt etwas nicht. als ich das buch mit über 35 jahren las “zart besaitet” stiess ich dort auf Beispiele die ich genauso kannte, jedoch nie aus einem gesamtzusammenhang heraus einzel angeschaut und hervorgehoben hab. ich dachte immer, es sei mein schicksal dass ich so seltsam ticke. manche leute erschreckte meine hohe aufmerksamkeit und zugewandtheit. das verstärkte bedürfnis nach nähe und nach rückzug ist ein dauerthema (wie bei jedem mensch, nur ist dies wirklich bei mir omnipräsent) ich bin keine einfache mitarbeiterin: total durchgeplant und durchstrukturiert erwarte ich von meinen mitarbeitern auch die höchsten massstäbe an ethik, einsatzwillen, planung und präzision. ich denke, ich bin auch sehr belastbar und sehr gesellig aber in beidem hatte ich immer nur krankheit als grenze – und zwar schien das für mich ‘normal’, ein dauerzustand. nun bin ich nicht mehr so oft künstlerisch tätig (ein zu unorganisiertes, regelloses feld, zu viel stressoren) sondern unterrichte – was mein bedürfnis für 1. sinnhaftigkeit, 2. sorgfältigster hochleistung und 3. anteilnahme (aufmerksamkeit für andere) erstaunlich gut bedient.

      ich weiss, modethema. aber … leider fällt mir nicht mehr ein welche beispiele mehr GENAU auf meine kindheit und jugend etc. traf – aber ich fand mich X-fach drin, viel mehr als in anderen büchern.. tja.
      aber echt – es weist niemandem zu einem besseren menschen aus. es ist schwierig.. sich einzugestehen dass man eher etwas schwierig ist. weil man so viel paradoxien in sich vereint. ‘ich möchte ein eisbär sein am kalten polar… dann müsste ich nicht mehr schrein alles wär so klar..’ – HSP ist ja nur ne stärkere ausprägung von etwas was alle menschen haben und kennen bis zu einem gewissen grad.

  • Ein gutes Thema…Da ich mich selbst mit meinen EIGENARTEN- bzw. EMPFINDLICHKEITEN besser verstehen wollte, traf ich irgendwann auf HSP-Tests bzw. kaufte mir entsprechende Bücher…
    Plötzlich konnte ich erkennen, daß es mehrere von meiner “EIGEN-
    ARTIGEN SORTE MENSCH ” gibt bzw. wie viele davon betroffen sind…In meiner Kindheit war es besonders extrem…Bis heute, hält das Thema ” wie die Unverträglichkeit von kratzenden und engen Bekleidungsstücken an…Meine Reaktionen zeigten sich in ” GEREIZTHEIT. ” Auf Geräusche reagiere ich ebenfalls unterschiedlich. Das Schnarchen z.B. ist für mich unerträglich…
    Menschenmassen, machen keine Angst, sondern ich gehe darin unter,
    fühle mich verloren…Dieses Verlorenheitsgefühl, erfahre ich auch in Gruppen…
    Meine Stammfamilie allerdings, verunsicherte mich am meisten…
    Bekam den Namen ” Zimperliese ” verpasst…
    Im Berufsleben heißt es wirklich, einen für sich entsprechenden Beruf zu wählen…
    HEUTE- als erwachsener Mensch weiß ich was GUT und was NICHT GUT tut…Kann eigene Entscheidungen treffen- oder hole mir die nötige Hilfe im Außen…Eine gesunde Kommpromißbereitschaft zu finden- ist nicht einfach, eben weil sich im Laufe der Jahre andere Mechanismen (Schutz, Distanz) usw. hinzu entwickelt haben…Im Grunde kann nur ich es alleine entscheiden- und das macht manchmal einsam…
    Allen Müttern einen heiteren Muttertag-
    Anne-Marie

    • Chris schreibt am 12. Mai 2013

      Hallo Anne-Marie,

      “Im Berufsleben heißt es wirklich, einen für sich entsprechenden Beruf zu wählen…”
      Danke für diesen Satz.
      Er impliziert Selbstachtung und Selbstverantwortung.

      Chris

    • Lucy schreibt am 12. Mai 2013

      Hallo Anne-Marie,
      einen für sich entsprechenden Beruf zu wählen ist gar nicht einfach,
      was für einen Beruf hast Du denn gewählt?
      Liebe Grüße Lucy

  • Ich finde es wichtig, dass das Thema Hochsensibilität in der Öffentlichkeit bekannt wird. Es gibt eine Schätzung (Elaine Aaron), nach der ca. 20% aller Menschen mit einem Nervensystem ausgestattet sind, welches sie empfindsamer auf Außenreize reagieren lässt. Das ist gar nicht mal so wenig. Dennoch habe ich mich Jahrzehnte lang als Außenseiterin gefühlt und hatte permanente Schuldgefühle, weil ich den “normalen” Kontakt zu anderen als anstrengend und Energie-aussaugend empfand. Dabei bin ich ein kommunikativer Mensch und sehr gerne unter anderen Menschen. Ich bin nicht schüchtern, aber die Auswirkungen der Reizüberflutung ließen mich in manchen Situationen so wirken. Das passte für mich nie zusammen, und ich litt unter ständigen Schuldgefühlen, weil ich dachte, ich mache irgendetwas falsch – ich kam aber nicht darauf, was, und so konnte ich auch nichts daran ändern. Die Schuldgefühle und das vage Gefühl, nicht “richtig” zu sein, blieben. Bis ich vor fünf Jahren auf das Thema aufmerksam wurde, Literatur dazu las und spürte, die Ursache gefunden zu haben.
    Seitdem bin ich – ohne Übertreibung – ein anderer Mensch. Die Gefahr, meine Hochsensivität als “Ausrede” oder “Ruhekissen” zu benutzen, besteht nicht – ich neige immer noch dazu, mich eher zu überfordern. Aber im Großen und Ganzen kann ich so leben, dass es mich nicht mehr belastet und überfordert. Es waren kleine aber wichtige Stellschrauben, an denen ich dazu drehen musste – und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich vor Jahren die notwendigen Infos dazu erhalten habe. Deshalb sollte das Thema eines sein, welches in der Öffentlichkeit bekannt und anerkannt ist!
    Es lässt sich auch nicht für alle Situationen ein Kompromiss finden – aber das macht nichts. Das unterschiedliche Schlafbedürfnis wird für meinen Partner und mich immer ein Thema sein, welches wir nicht für beide Seiten zu 100% zufriedenstellend lösen können. Aber das ist OK.
    Entscheidend ist, dass endlich allgemein anerkannt wird, dass Hochsensivität existiert und kein Synonym ist für Faulheit, Überspanntheit, Unmännlichkeit, Nicht-Belastbarkeit und Ähnliches. Es ist nachgewiesen, dass Hochsensible immense Leistungen erbringen können, wenn auch unter anderen Parametern als Nicht-Hochsensible.
    Deshalb wünsche ich mir sehr, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit auf eine faire und sachliche Weise diskutiert wird. Eins meiner beiden Kinder ist vermutlich ebenfalls hochsensitiv. Ich möchte, dass es anders als ich nicht jahrelang das Gefühl hat, irgendwie “falsch” zu sein.

    • Michael schreibt am 12. Mai 2013

      Hallo Kerstin,

      zu Ihrem Kommentar …. Es waren kleine aber wichtige Stellschrauben, an denen ich dazu drehen musste – und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich vor Jahren die notwendigen Infos dazu erhalten habe. …..

      würde ich gerne wissen, welche Stellschrauben das waren bzw. welche Info’s Sie auf diese hingewiesen haben.

      Meine Frau ist solch eine hochsensitive Person, daher mein Interesse.

      Vielen Dank im voraus,
      Michael

    • Kerstin schreibt am 12. Mai 2013

      Hallo Michael,

      wichtige Infos habe ich aus dem Buch “Sind Sie hochsensibel?” von Elaine N. Aron erhalten, auf das ich mehr durch Zufall gestoßen bin.

      Ich hatte lange die Einstellung, ich müsse meine “Schwächen” komplett ignorieren und einfach nicht beachten. Auch wenn es mich enorme Kraft kostete und sich auch in regelmäßigen, größeren Abständen gesundheitliche Auswirkungen zeigten, die extreme Schmerzen verursachten und mich dann jeweils für einige Tage außer Gefecht setzten bzw. mich “zwangen”, starke Schmerzmittel zu konsumieren. Durch meine Erziehung und meinen eigenen Leistungsanspruch wäre ich mir aber wie ein Versager vorkommen. Deshalb war meine Strategie lange Zeit die, meine Grenzen einfach zu ignorieren, mit allen negativen Konsequenzen. Ich dachte einfach, das sei eben so und ich könnte nichts dagegen machen, ohne ein völlig anderes Leben zu führen als das, was ich eigentlich führen wollte.

      Erst als ich das oben genannte Buch gelesen hatte, konnte ich vieles einordnen und mich dann auch zum ersten Mal konkret damit auseinandersetzen, ohne mich gleich schwach oder schuldig zu fühlen. Dadurch konnte ich die Dinge aktiv gestalten, anstelle mich von ihnen überfahren zu fühlen.

      Konkret habe ich seitdem Folgendes geändert:

      – Ich reagiere sehr stark auf Gerüche und Geschmacksnoten. Früher zwang ich mich, alles zu essen, was aufgetischt wurde, obwohl mir das meiste zu stark gewürzt ist. Inzwischen würzen mein Mann und meine Kinder nach oder ich bereite für mich eine andere Salatsoße zu, etc. Was Gerüche angeht, so habe ich ein Duftspray mit einem für mich angenehmen Duft in meiner Handtasche. Wenn ich irgendwo bin, wo es für mich sehr unangenehm riecht, sprühe ich den Duft in ein Taschentuch und atme das kurz ein, dann geht es wieder bzw. ich kann es wieder eine Weile aushalten. Im Gegenzug dazu nutze ich bewusst Duftsprays auch zur Stimmungsaufhellung, bei mir hilft das sehr gut.

      – Ich dosiere Medikamente niedriger. Eine geringere Dosis als normal empfohlen reicht bei mir aus. Auch bei Kaffee und Wein spüre ich schneller eine entsprechende Wirkung. Entsprechend gehe ich damit um.

      – Was Kleidung und Schuhe angeht, so kenne ich inzwischen die Marken und Materialien, in denen ich mich wohl fühle, und kaufe entsprechend (z.B. nur Shirts aus Viskose, bestimmte Jeansmarken, etc.)

      – Ich bin sehr wärme- und kälteempfindlich. Deshalb habe ich mir relativ teure Funktionskleidung gekauft, in der ich im Winter nicht mehr friere, wenn ich draußen bin. Im Sommer suche ich mir am See einen Schattenplatz oder nehme eine kleines UV-Schutzzelt mit.

      – Ich versuche ausreichend zu trinken, nach Möglichkeit Wasser ohne Kohlensäure, da ich das am besten vertrage.

      – Ich achte darauf, dass ich esse, sobald ich ein Hungergefühl verspüre – ich kann das relativ schlecht aushalten, obwohl ich es absolut blöd finde, dass das so ist. Aber während ich mir früher deshalb Schuldgefühle gemacht habe, akzeptiere ich inzwischen einfach, dass das so ist, und habe einen Apfel oder zur Not auch mal einen Schokoriegel dabei.

      – Ich achte bewusst auf erste Anzeichen der Reizüberflutung und sorge dann für eine reizarme Umgebung. Das sind ganz vielfältige, unterschiedliche Situationen im Alltag. Es fängt damit an, dass ich in Zeiten, in denen ich viele berufliche Termine habe, privat für einen Ausgleich sorge und mir da weniger vornehme (also eher lese oder in Ruhe und ohne “Störungen” von außen einen Kuchen backe oder ein Bad nehme). Klingt selbstverständlich, war es für mich aber lange nicht. Weil das Treffen mit Freunden ja etwas sehr Schönes ist – bei mir hat es aber trotzdem, dass ich es gerne mache und schön finde, die absolute Reizüberflutung verursacht.

      – Momentan arbeite ich Teilzeit und kümmere mich zudem um Kinder und Haushalt. Als ich ohne Familie Vollzeit gearbeitet habe, war ich am Wochenende sehr oft draußen in der Natur, wandern oder Rad fahren. Ich habe einen Beruf, der meiner extrovertierten und kontaktfreudigen Natur sehr entgegenkommt; ich bin täglich mit vielen verschiedenen Menschen zusammen und muss schnell sehr viele kleine Entscheidungen treffen. Ich mag meinen Beruf sehr, aber ich brauche in der Freizeit eine reizarme Umgebung. Das ist kein Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit.

      – Wenn ich beruflich mehrere Tage unterwegs bin oder auch privat mit Freunden achte ich darauf, dass es Möglichkeiten gibt, mich zurückzuziehen. Ist dies nicht möglich, nehme ich nicht teil. Bisher hat es aber immer geklappt, man muss es eben vorab bewusst planen bzw. überlegen und kann es nicht einfach so auf sich zukommen lassen, wie es jemand anderes vielleicht könnte.

      – Ich bin im Urlaub gerne immer wieder am gleichen Ort. Es ist anstrengend und nicht erholsam für mich, in einer neuen Umgebung zu sein. Da ich trotzdem etwas von der Welt sehen und etwas Neues kennen lernen will, mache ich das trotzdem – aber es ist nicht wirklich erholsam für mich und wenn ich das Gefühl habe, ich brauche Erholung, fahre ich an den immer gleichen Urlaubsort. Wenn ich das Gefühl habe, ich will etwas Neues kennen lernen, fahre ich woanders hin und nehme dabei in Kauf, dass es eben nicht im eigentlichen Sinn “erholsam” ist. Es ist einfacher für mich, wenn meine Familie dabei ist.

      – Ich habe das Glück, einen Partner zu haben, der anders tickt als ich und der mich versteht und schätzt, so wie ich bin, der mich aber auch immer mal wieder herausfordert. Dadurch entgehe ich der Gefahr, mich zu sehr in meine Komfortzone zurückzuziehen. Ohne ihn hätte ich z.B. viele Länder der Welt nicht kennen gelernt.

      – Ich kann anerkennen, dass es eine Gabe und nicht selbstverständlich ist, anderen gegenüber sehr empathisch reagieren zu können. Andere Menschen öffnen sich mir gegenüber sehr schnell und sehr stark. Inzwischen habe ich Strategien/Kommunikationstechniken (nonverbal und verbal) entwickelt, die ich bewusst anwende, wenn ich das NICHT will. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich eine Stimmung oder eine Atmosphäre sehr gut wahrnehmen kann, wenn ich einen Raum betrete. Früher hat mich das regelmäßig sehr verunsichert und ich habe mich innerlich zurückgezogen. Heute bleibe ich entweder abgegrenzt oder entscheide mich bewusst dafür, teilzunehmen und die Stimmung mitzugestalten. Wenn ich das möchte gelingt es mir häufig, eine angespannte Stimmung zu lockern, beispielsweise.

      Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zu “freakig” – so geballt auf einem Haufen wirkt es wahrscheinlich seltsam. Im Alltag dagegen sind es einfach kleine Dinge, derer man sich bewusst ist und auf die man achtet bzw. für die man bestimmte Strategien entwickelt hat, die einem das Leben leichter machen ;-)

    • Silke schreibt am 15. Mai 2013

      Liebe Kerstin,

      herzlichen Dank für die detaillierten Erläuterungen. Mich interessiert es sehr, ob Sie noch einen Tipp haben bzgl. der erwähnten Kommunikationsstrategien.
      Mir passiert es häufig, dass ich mir unangenehme Situationen zunächst “höflich zu lange aushalte” und mir dann plötzlich unangemessen den notwendigen Raum verschaffen will. Das trifft “Smalltalk-Situationen” genauso wie intime und beeinträchtigt natürlich sehr negativ soziale Verbindungen. In meiner Partnerschaft stehe ich immer wieder vor dem Problem mich rechtfertigen zu müssen / wollen, wo ich doch einfach mit meinen Bedürfnissen akzeptiert werden möchte. Gerade auch der Punkt, die Andersartigkeit, nicht als ständige Entschuldigung für alles mögliche im Raum stehen zu haben ist sehr wichtig. Für weitere Anregungen für eine bessere Kommunkation wär ich sehr dankbar.

      Allen Schreibern vielen Dank für die Beiträge !

      Viele Grüsse,
      Silke

    • Michael schreibt am 3. Juli 2013

      Liebe Kerstin,

      vielen Dank für die ausführlichen und sehr hilfreichen Zeilen !
      Es hat mich keineswegs ‘erschlagen’, sondern es deckt sich mit meinen Beobachtungen bzw. Erfahrungen im Zusammenleben mit meiner Frau. Ich denke, dass wir noch das eine oder andere daraus übernehmen können.

      Entschuldige, dass ich nicht eher geantwortet habe. Ich hatte – bedingt durch andere Aktivitäten – meinen Eintrag hier völlig aus den Augen verloren. Und leider bekommt man ja auch keinen Anstupser, dass eine Antwort vorliegt.

      Falls du nochmals antworten möchtest ….. Michael.Suckel@t-online.de …. dann ist es eventuell einfacher zu kommunizieren.

      Liebe Grüße und nochmals Danke,
      Michael

  • Herzlich willkommen im Club der Hochsensiblen! Auch ich habe erst im Erwachsenenalter die Selbsterkenntnis gewonnen, hochsensibel zu sein. Nach dem Motto “Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Veränderung” wurde meine scheinbare “Schwäche zur Stärke”. Als Persönlichkeitscoach ist es für mich eine besondere Gabe und ein Geschenk, das mich auch zu meiner Berufung geführt hat.

    Ich wünsche allen, die eigenen Stärken zu erkennen und zu leben.

    Liebe Grüße aus Wien, Irene

  • Als Mann fällt mir der Begriff “Hochsensibilität” eher schwer. Es klingt mir zu sehr nach Zerbrechlichkeit und Schwäche. Nun, ein “echter” Mann kann natürlich auch dazu stehen, was ich sicherlich tue, doch gefällt mir mittlerweile bei diesem Thema “Hochsensibilität” der Begriff “Wahrnehmungsstark” um einiges besser. Das klingt doch auch viel männlicher ;-)

    • Michael Bartsch schreibt am 12. Mai 2013

      Hallo Herr Galow!

      Da möchte ich doch widersprechen, denn Wahrnehmungsstärke erlebe ich nicht als Hochsensibilität. Wahrnehmungsstärke ist nach meiner Erfahrung etwas, was Nicht-HSP auch haben, auch im Alltag klar einsetzen und zwar recht oft. Beispielsweise bringt jede Spezialisierung eine spezifische Wahrnehmungsstärke mit sich.

      In meiner Beratungsarbeit fällt mir allerdings auch auf, wie schwer sich Männer oftmals mit ihrer erhöhten Sensitivität tun. Das hängt sicher mit unseren Rollenerwartungen und den dazugehörigen Mustern zusammen. Und: Erfolgsdenken und Hochsensibilität scheinen uns i.d.R. unvereinbar. Doch wir leben in einer Gesellschaft, in der Erfolg in bestimmter Weise definiert und quasi heilig ist. Genau das ist ein Problem für HSP, denn ein recht hoher Anteil dieser Menschen hat mit den Arbeitsbedingungen schwer zu tun und ist oft genug wirtschaftlich schlecht gestellt. Es wäre sicher eine lohnenswerte Aufgabe, sich mit aller zur Verfügung stehenden Sensibilität gerade diesen Gesellschaftlichen Themen zu widmen.

      Ja, auch ich finde es sehr wohltuend im Netz einen Artikel zu finden, der Hochsensibilität in den Dialog stellt, statt diesen Begriff als Etikett und Flucht vor Selbstverantwortung zu nutzen. Herzlichen Dank! Als Coach und Mitglied des Forschungskreises Hochsensibilität finde ich es immer wieder erschreckend, wie schnell das Thema Hochsensibilität als leichte Ausrede für alles Mögliche herhalten muß.

  • Danke, dass meine Anregung aufgegriffen wurde, dieses Thema aufzugreifen. Ich habe vor einiger Zeit über einen Hinweis auf http://www.zartbesaitet.net für mich erkannt, dass ich hochsensibel (besser: hochsensitiv) veranlagt bin. Das hat Nachteile, aber auch viele Vorteile im Leben, und dieser Vorteile bin ich mir jetzt noch mehr bewusst und versuche sie in mein Leben zu integrieren. Zudem habe ich Kontakte zu anderen Hochsensiblen gewonnen, und wir haben übereinstimmend festgestellt, dass diese Erkenntnis uns jeweils ein großes “Aha-Erlebnis” beschert hat. Wir sind gar nicht so wenige, mindestens 10%, wahrscheinlich 15 bis 20 % der Bevölkerung, männlich wie weiblich, sind hochsensitiv veranlagt. Und diese Eigenschaft hat vielfältige Auisprägungen. Die meisten Betroffenen wissen nur noch nichts über Hochsensibilität. Deshalb kann jeder solche Artikel wie dieser den Wert, den Hochsensitive für die Gesellschaft haben, unterstreichen. Vor allem die Bücher der “Entdeckerin” von Hochsensibilität/Hochsensitivität, Elaine Aron, kann ich nur jedem, auch Nicht-Hochsensiblen, ans Herz legen.

  • Danke für diesen Beitrag! Ich begrüße es sehr, dass der Fokus hier einmal auf dem Miteinander von Hochsensiblen und Nicht-Hochsensiblen liegt. Genau dafür braucht es konstruktive und beziehungsverträgliche Lösungen. So wie hier aufgezeigt – Verständnis und Selbstverantwortung helfen sehr!
    Für den Teil der Selbst-Mitteilung und des Sich-Abstimmens empfehle ich immer wieder die so genannte “Gewaltfreie Kommunikation” nach Marshall Rosenberg. Gewaltfrei im Sinne von empathisch und wertschätzend. Die Qualität der Kommunikation entscheidet über die Qualität der Beziehungen und darüber, wie wie viel Frieden ein hochsensibler Mensch im Innen und Außen erlebt und wie zufrieden er ist.

  • Vielen Dank für den schönen Artikel! Ich gestehe: manchmal bin ich wirklich genervt darüber, immer über fast alles verhandeln und reden zu müssen. ABER: unter dem Strich gesehen, gereicht die Selbstfürsorge, die beide Seiten sich selbst angedeihen lassen sollten, der Beziehung und den PartnerInnen immer zum Vorteil. Man kann anderen nur nahe kommen, wenn man sich selbst nah ist.

    Die Beziehung ist lebendiger, intensiver (aber auch verletzlicher), was sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Meiner Erfahrung nach ist in solch einer Beziehung auch viel weniger Platz für Bedürftigkeit (denn ich sorge ja dafür, dass ich das bekomme, was ich brauche, oder gebe mir wenigstens Mühe). In solch einer Beziehung kann man wachsen, gemeinsam und jeder für sich. Und das ist etwas, was sehr viele Beziehungen nicht von sich behaupten können! Von daher finde ich: als Hochsensible haben wir haben es zwar nicht leicht, aber gut!

  • Sehr guter Artikel, DANKE!
    Als Kind war ich der Überzeugung, dass alle so empfindsam sind wie ich; Dinge spüren und wahrnehmen, die weit über dem liegen, was auf den ersten Blick auffällt. Sass ich im Tram und jemand setzte sich auf den Sitz neben mich, hatte ich das Gefühl, im Gedanken- und Gefühlskostüm meines Nachbarn zu sitzen. Das war mir fast peinlich und deshalb war ich wohl auch so schüchtern. Meine aussergewöhnliche Wahrnehmung ermöglichste es mir jedoch auch bereits im Alter von 5 Jahren, mein Mami mit blossen Fingerchen vom Rückenweh zu befreien, und das in Minutenschnelle. Heute arbeite ich in meiner eigenen Praxis, und das mit Resultaten, die oft an ein Wunder grenzen. Einfach war es aber nicht und so war es denn tatsächlich eine Erleichterung, als mir endlich bewusst wurde, dass ich nicht irgendwie Abnormal bin, sondern ganz einfach nur hochsensitiv. Man kann (muss!) lernen, damit umzugehen und der Drang, meine Hochsensitivität als Ausrede zu benutzen, fehlte bei mir gänzlich. Sie bietet vor allem Möglichkeiten und ist für mich mittlerweile total normal. Und wie gesagt …. mit blossen Händen und da ich Energie zudem sehe, fühle und höre, kann ich nicht nur meinen Kunden sondern auch mir selber wunderbar immer wieder auf die Sprünge helfen …. manchmal sogar auf wahre Freudensprünge.

    • Irmhild schreibt am 12. Mai 2013

      Zeitzuleben vielen Dank, dass das Thema aufgegriffen wurde. Ein Anstoß für die eigene Entwicklung. Nicht jeder Sensible ist auch gleichzeitig hoch sensibel. In Stresssituationen sind es jedoch alle.
      Wenn die Haut zu dünn ist – wie komme ich vom Manko zum Plus? Ich finde Rolf Sellin verdient es mit seinen hervorragenden Seminaren und Trainings auch als Anlaufstelle erwähnt zu werden.
      Gestärkt das Leben meistern wie z.B. auch in Sachen: Wahrnehmung, Grenzen, Stress und Beziehungen… Das Leben in der Eigenart genießen. Seine Hochbegabung voll Freude leben und erleben. Ja, es ist möglich, wenn ich meine Andersartigkeit erkenne und annehme. Da Vinci, Mozart, Einstein, Spielberg haben es uns vorgemacht…

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