„Kreatives Schreiben“

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Ein Wort an alle Schwarzseher

Von: Tania Konnerth

„Sobald ein Optimist ein Licht erblickt, das es gar nicht gibt, findet sich ein Pessimist, der es wieder ausbläst.“

-- Giovanni Guareschi

Liebe Pessimisten und Schwarzseherinnen!

Dies ist ein offener Brief an alle, die immer eher das Schlimmste vom Leben erwarten. Keine Sorge, ich will Sie hier nicht zum Optimismus bekehren, ganz im Gegenteil, es geht mir darum, dass Sie Ihre Sicht der Dinge sogar sehr gerne für sich behalten können.

Das klingt aus meiner Feder vielleicht ungewohnt scharf, aber ich habe inzwischen schon zu oft erlebt, dass Menschen mit einer negativen Grundeinstellung in die Welt hinausgehen und Samen des Zweifels, der Sorge und der schlimmen Befürchtungen säen. Und viele davon gehen leider auf!

  • So macht sich jemand, der sich z.B. mit Feuereifer daran macht, sich einen neuen Job zu suchen, plötzlich Sorgen, er würde nichts finden, weil ihm jemand mitteilte, dass es in seiner Branche aussichtslos sei, einen guten Job zu finden.
  • Oder es verlässt die Schülerin, die so gut für die Prüfung gelernt hat, plötzlich allen Mut, weil ein Klassenkamerad sagt, dass bestimmt ein ganz anderes Thema rankommt.
  • Oder jemand will auf eine große Reise gehen und ist trotz einer gewissen Mulmigkeit angesichts der Abenteuer, die da anstehen, freudig erregt. Nachdem ihm jemand darlegte, welche Krankheiten er sich alle in dem Land einfangen kann und wie hoch dort doch die Kriminalität gerade Touristen gegenüber sei, hat er schon viel weniger Lust, überhaupt loszufahren.

Solche Beispiele könnte ich noch endlos weiterführen. Ihnen allen ist eines gemein: die Erkenntnis, dass Pessimismus ansteckend wirken kann. Negative Gedanken können nicht nur Stimmungen, sondern mehr noch: sie können auch Handlungen und Entscheidungen beeinflussen:

  • Der Jobsuchende von oben sagt sich vielleicht, dass es unter diesen Umständen eigentlich keinen Sinn macht, es überhaupt zu versuchen.
  • Die Schülerin ist vielleicht so verunsichert, dass sie die Klausur verhaut, weil ihr die Zuversicht fehlt, das Richtige gelernt zu haben.
  • Und die erwähnte, geplante Reise wird vielleicht zugunsten einer Fahrt in die Pension abgebrochen, in die die Person schon immer gefahren ist.

Spätestens hier wird mehr als deutlich, wie wichtig es ist, sich vor den negativen Gedanken anderer zu schützen. Und deshalb möchte ich meine Bitte wiederholen:

Liebe Pessimisten, so sehr Ihr darum kämpft, das Ihr Eure Negativeinstellung behalten könnt und nicht mit all dem Positivdenken belästigt werdet, so seid doch so lieb und behaltet sie bitte auch konsequenterweise einfach tatsächlich bei Euch. Ihr könnt ja im Stillen darauf warten, dass alles schief geht, aber lasst doch einfach die Optimisten ihren eigenen Weg gehen.

Danke!

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