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„Das 12-Wochen-Selbstcoaching-Programm“

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Sie müssen überhaupt nichts!

Von: Ralf Senftleben

Müssen tut man eigentlich gar nichts, außer sterben.

— Volksweisheit

Ich kann mich erinnern, dass mein Opa das immer gebrummt hat, wenn ich zu ihm gesagt habe:

"Du musst mal mitkommen" oder "Du musst mir jetzt ein Eis kaufen".

Müssen tut man eigentlich gar nichts, außer sterben.

Damals fand ich den Spruch doof :-) Aber heute gehört er zu meinen Lieblingssätzen.

Warum? Weil er uns darauf hinweist, dass wir frei sind in unserem Willen und frei sind in unseren Entscheidungen.

Wir müssen nichts. Wir denken nur oft, wir müssten.

  • Ich muss die Steuererklärung abgeben, sonst bekomme ich eine Ordnungsstrafe.
  • Ich muss morgen zur Arbeit gehen, sonst verliere ich meinen Job.
  • Ich muss meinen Rasen mähen, weil sonst die Nachbarn reden.

Vordergründig werden die meisten von uns dazu nicken. Klar, es gibt leidige Sachzwänge im Leben, den kann man sich schlecht entziehen. Wenn wir diese Sachzwänge aber genauer unter die Lupe nehmen, stellen wir oft fest: Niemand von außen zwingt uns. Wir haben bewusst oder unbewusst das Angenehme (gutes Verhältnis mit den Nachbarn) gegen das Unangenehme (Rasen mähen) abgewägt und unser Abwägen hat ergeben: Ich nehme das Unangehme in Kauf, damit ich etwas Gutes bekomme oder unangehme Konsequenzen vermeide. Das ist kein Zwang. Das ist eine Entscheidung.

Viele gehen täglich zu einer Arbeit, die sie hassen, weil sie dafür ein Einkommen bekommen und weil es unbequem wäre, sich beruflich noch mal zu verändern. Das Gute (das Einkommen und die Bequemlichkeit) wiegt schwerer, als der unangenehme, ungeliebte Job. Wer in dieser Situation steckt, hat sich so entschieden und niemand hat ihn gezwungen. Niemand muss morgens zur Arbeit gehen. Niemand zwingt einen dazu. Aber die Konsequenz wäre, dass man dann kein Einkommen mehr hätte, das wollen die meisten Leute eben auch nicht.

Trotzdem nehmen viele Menschen diese Situation als Zwang wahr und fühlen sich hilflos und ohnmächtig. Obwohl es die eigene Entscheidung ist.

Diese Sichtweise ist natürlich höchst unbequem, weil sie die Verantwortung für unsere Situation auf uns selbst zurückwirft. Man ist natürlich so gut wie nie nur alleine Schuld an der eigenen Situation, aber man hat zumindest selbst bewusst oder unbewusst durch das eigene Handeln oder auch durch Unterlassung zur eigenen Situation beibegetragen.

Wer diese Sichtweise verinnerlicht, hört auf zu müssen und fängt an zu wollen. Aus Zwängen werden plötzlich bewusste Entscheidungen und aus Ohnmacht wird das Gefühl, dass ich Einfluss auf mein Geschick habe.

Wirklich müssen tut man eigentlich gar nichts, außer sterben.

Aber Sie können und dürfen ganz viel. Sie können wählen. Es ist Ihre Entscheidung.

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