Schau mal ...

„Zurück zur innnere Balance finden“

Wie können Sie zurück zur Zufriedenheit, zur Lebensfreude und zur inneren Ausgeglichenheit zurückfinden? Wie geht das?

 

Ich will ein Opfer sein!

Von: Ralf Senftleben

Hier bei Zeit zu leben geht es ja darum, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Es geht darum, sich zu überlegen, was man will und sich dann aufzumachen, mehr davon zu bekommen. Wobei das natürlich für jeden etwas anderes ist: Der eine will mehr Geld verdienen, die andere sucht inneren Frieden und weniger Gefühlsschwankungen und wieder andere möchten einen Beruf, der für sie Sinn macht und sie ausfüllt.

Wir haben für uns die Erfahrung machen können, dass wir unser Leben gestalten können und dass wir in vielen Punkten Wahlfreiheiten haben, mit denen wir uns ein Leben schaffen können, das wir mögen und das zu uns als Persönlichkeit passt. Und zwar gelingt uns das entweder, indem wir unsere Umstände ändern oder ungeliebten Umständen entfliehen oder indem wir unsere Einstellung zu unserer Situation ändern.

Natürlich muss niemand auch diesen Weg gehen, aber wir sind fest davon überzeugt, dass es ein guter Weg ist – und genau deshalb schreiben wir auch so oft darüber. :-)

Wenn wir nun über diese Grundidee der aktiven Lebensgestaltung schreiben, gibt es auch immer ganz viele, die anzweifeln, dass man sein Leben überhaupt beeinflussen kann und die sagen “Ich kann ja nichts tun. Ich habe keine Macht über mein Leben und meine Situation”. Und nicht nur das, manche reagieren sogar sehr verärgert, wenn wir andeuten, man könne sein Leben zum Positiven hin ändern, indem man für sich selbst und die eigene Situation Verantwortung übernimmt und bereit ist, sich selbst zu ändern und an sich zu arbeiten.

Ich frage mich in letzter Zeit öfters, woran das liegt, dass manche Menschen regelrecht darauf bestehen, Opfer des Systems oder Opfer ihrer Umstände zu sein und dass sie nichts tun und nichts ändern können.

Sind wir beide vielleicht wirklich auf dem falschen Dampfer? Haben tatsächlich viele Menschen wirklich keine Chance, ihr Leben zu ändern? Haben also vielleicht die, die ihr Leben mögen, wirklich nur Glück gehabt?

Wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht daran, dass ein schönes und erfülltes Dasein allein eine Sache des Glücks und des Zufalls ist. Ich kenne inzwischen auch einfach zu viele Menschen, deren Situation sich dramatisch verbessert hat, nachdem sie Verantwortung für sich selbst und ihr Leben übernommen haben.

Ich habe eine andere Theorie, warum manche Menschen so grantig werden, wenn man ihnen sagt: “Es ist dein Leben, also musst du etwas ändern, wenn sich etwas ändern soll”: Vielleicht liegt es daran, dass es zu schmerzhaft wäre, sich einzugestehen, dass wir selbst für unsere Situation (Mit)Verantwortung tragen, weil viele das mit Schuld gleichsetzen?

“Ach so,… mir geht es nicht nur schlecht, es ist nicht nur so, dass mir niemand hilft, und es ist nicht nur so, dass die Welt schlecht ist… ich bin also auch noch selbst daran Schuld, weil ich hätte ja etwas anders machen können. Na toll…”

Wenn ich so denke, dann ist es natürlich schmerzhaft, wenn jemand mir sagt: Du kannst dein Leben zum Besseren ändern, wenn du willst. Dann empfinde ich das wahrscheinlich als Hohn, wenn mir jemand durch die Blume sagt, ich wäre eben selbst Schuld.

Aber der entscheidende Punkt ist: Es ist in diesem Zusammenhang absolut nicht nützlich über Schuld nachzudenken. Es ist belanglos und irrelevant, wer “Schuld” an meiner Situation ist. Der Staat schenkt einem nicht plötzlich Geld, nur weil man ihm die Schuld zuweist. Ich kann meine traumatische Kindheit auch nicht ungeschehen machen, indem ich meinen Eltern die Schuld für meine Situation gebe. Und der Wirtschaft und der Politik ist es restlos gleichgültig, ob Sie diesen Systemen die Schuld für Ihre Situation geben oder nicht.

Es nützt nichts. Es hat keinen Sinn. Man ändert damit nichts zum Positiven.

Schuldzuweisungen dienen eigentlich nur einer Sache: Der eigenen Selbstberuhigung. Die anderen sind Schuld, also muss ich ja nichts tun und ich kann so bleiben, wie ich bin.

Falls Sie sich also auch irgendwann mal als Opfer fühlen (und wer tut das nicht von Zeit zu Zeit), dann hilft es vielleicht, wenn Sie sich etwas in der Art sagen, wie:

“Es geht mir im Augenblick nicht gut und ich weiß, dass es absolut nichts bringt, jemand anderen die Schuld dafür zuzuweisen, auch wenn es verführerisch ist. Es gibt nur einen, der etwas an meiner Situation ändern kann und das bin ich. Ich weiß zwar im Augenblick noch nicht wie, aber ich kriege das hin. Ich kann dazulernen, andere um Rat fragen und mir Hilfe holen. Aber es ist meine alleinige Aufgabe und meine Verantwortung dafür zu sorgen, dass es mir besser geht.”

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