Schau mal ...

„Zurück zur innnere Balance finden“

Wie können Sie zurück zur Zufriedenheit, zur Lebensfreude und zur inneren Ausgeglichenheit zurückfinden? Wie geht das?

 

Sich selbst (grundlos) fertig machen?

Von: Tania Konnerth

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

-- Deutsches Sprichwort

Eines weiß ich von mir selbst nur allzu gut: Eine exzellente Strategie, sich das Leben schwerer als nötig zu machen, ist ein strenger Perfektionsanspruch. So bin ich früher z.B. davon ausgegangen, dass man etwas entweder gut kann oder man sollte es gleich lassen. Wenn mir also eine Zeichnung  nicht gleich auf Anhieb oder wenigstens beim zweiten oder dritten Versuch gelang, buchte ich das unter „Kann ich nicht!“ ab und traute mich gar nicht mehr, es nochmal zu probieren. Oder wenn ich etwas nicht gleich verstand, fühlte ich mich zu dumm und buchte das als Beispiel für meine Fehlbarkeit ab.

So ging ich durch die Welt mit dem Gefühl, dass es so viele begabte Menschen gibt, die unendlich viel toller sind als ich und dass ich nicht wirklich viel kann – ergo auch nicht viel wert sein kann.

Kein schönes Gefühl.

Das ging so, bis ich eines Tages etwas ganz Wichtiges begriff: Dass gute Leistungen nicht vom Himmel fallen, sondern dass hinter ihnen fast immer viel Arbeit und viele, viele, viele Versuche stecken.

Maler malen Hunderte von Bildern, bis sie anfangen „gut“ zu werden. Fotografen machen in einer Sitzung Hunderte von Fotos, bis der perfekte Schuss geklappt hat. Sportler trainieren täglich viele Stunden, bis sie in der Lage sind, die Leistungen zu bringen, die sie gut machen. Warum glaubte ich denn da, ich müsste etwas aus dem Handgelenk schütteln können und fühlte mich darüber auch noch schlecht, weil ich genau das nicht konnte?

Der Knackpunkt liegt darin, dass wir oft nur auf das Ergebnis schauen, nicht auf den Weg, der dorthin geführt hat. Wenn Sie ein Gedicht lesen, dass lesen Sie die Endfassung, Sie sehen aber nicht all die zerknüllten Blätter, als die Fehlversuche, all die Änderungen, die es gebraucht hat, um genau diese Kombination aus Worten aufs Papier zu bringen, die uns dann so berührt. Wenn Sie einen Schachweltmeister spielen sehen, bewundern Sie sein strategisches Denken, aber Sie denken nicht daran, dass er vielleicht schon als Kind Stunde um Stunde Schach spielte, während Sie mit anderen Kindern auf der Wiese tobten. Und wenn jemand uns mit seiner wunderschönen Stimme verzaubert, dann denken wir nicht an all die langen Stunden Tonleiter- und Atemtraining, die investiert werden mussten, um diese Stimme zu erreichen.

Seitdem ich mir klar gemacht habe, dass gute Leistungen immer ein Ergebnis von Arbeit und Training sind (Talent gehört auch dazu, aber ich möchte fast behaupten, dass das Sahnehäubchen ist und dass man auch ohne Talent durch Training und Arbeit sehr weit kommen kann), bin ich lockerer und weicher in meinem Anspruch an mich selbst geworden.  Wenn ich mich dabei erwische, dass ich so etwas zu mir sage, wie „Darin bist du echt eine Niete.“ dann frage ich mich einfach, ob ich diese Sache doll genug können will, dass ich bereit bin, dafür richtig etwas zu tun. In fast allen Fällen sage ich „Nein“ und kann dann die Leistung bei dem anderen bewundern, ohne mich selbst länger dafür fertig zu machen.

Ich habe meine eigenen Bereiche, in denen ich gut bin und ich weiß auch, was ich dafür getan habe. Auf sie bin ich stolz und aus ihnen schöpfe ich heute mein Selbstbewusstsein.  

Überlegen Sie mal: Was haben Sie sich erarbeitet? Worin sind Sie inzwischen richtig gut? Und, wenn Sie etwas haben, was Sie auch gerne können würden: Wie viel sind Sie bereit, dafür zu investieren an Zeit, Kraft und Energie?

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