Verzeihen ist Selbstbestimmung pur
Anderen Menschen zu verzeihen, die einen verletzt haben, das ist der ultimative Akt der Selbstbestimmung.
Es passiert im Leben immer mal wieder, dass andere Menschen uns unwillentlich und manchmal sogar mit Absicht verletzten. Dann ist es wichtig, dass wir den Schmerz verarbeiten. Dazu gehört es auch, den anderen auf den Mond zu wünschen.
Aber irgendwann muss Schluss sein, mit dem Ärger. Dann heißt es zu verzeihen. Dann sollten wir sagen:
„Jetzt ist es gut. Ich bin dem anderen nicht mehr böse.“
Denn wenn Sie sich auf Dauer weigern, zu verzeihen, fügen Sie sich selbst am meisten Schmerz zu. Sie geben dem anderen und der Vergangenheit Macht über Ihre Gefühle. Der andere hat wahrscheinlich schon längst vergessen, worum es eigentlich ging. Aber Sie leiden immer noch und machen sich damit selbst zum Opfer dessen, was passiert ist.
Und wie geht man nicht-opfermäßig damit um, wenn einem jemand weh getan hat?
Indem man verzeiht.
Verzeihen ist natürlich nicht einfach und braucht manchmal mehrere Anläufe. Mir persönlich helfen dabei immer drei Gedanken:
Gedanke 1: Eigentlich wollen wir doch alle das Gleiche. Glücklich sein. Zufrieden sein. Das Gute im Leben genießen. Wir alle haben zwar unterschiedliche Vorstellungen, wie wir das erreichen. Aber wir wollen alle die gleichen Dinge: Glück und Zufriedenheit. Uns vereint also mehr, als uns trennt.
Gedanke 2: Andere Menschen sind – genau wie wir selbst – nicht perfekt und machen Fehler oder sind manchmal ungerecht. Ich bin nicht perfekt. Die anderen sind nicht perfekt. Deswegen verletzten wir uns auch manchmal gegenseitig.
Gedanke 3: Andere Menschen können – auch genau wie wir selbst – oft nicht aus ihrer Haut. Und sie tun Dinge, die sie eigentlich gar nicht tun wollen. Wir alle haben unsere Geschichte und tragen unser Päckchen. Wir haben nun mal alle unsere inneren Konflikte und handeln unvernünftig. Deswegen ist es auch illusorisch, von anderen Menschen zu erwarten, dass sie sich so verhalten, wie wir uns das wünschen würden.
Wie ist das bei Ihnen? Können Sie zu diesen 3 Gedanken nicken? Treffen die 3 Aussagen von oben nicht auch ein bisschen auf Sie zu?
Wenn ich mir diese Gedanken klarmache, dann sage ich mir immer:
„Sollte ich von anderen mehr erwarten, als von mir selbst?“
Ich denke nicht. Und deswegen ist es auch so wichtig, dass wir lernen, zu verzeihen. Den anderen. Aber auch uns selbst.

