Auf sich selbst aufpassen
Kinder stellen manchmal Blödsinn an. Oder sie bringen sich aus Unwissenheit oder fehlender Erfahrung selbst in Gefahr. Es ist deswegen eine Aufgabe von Eltern, die eigenen Kinder vor sich selbst zu beschützen. Und das auch dann, wenn man dazu unpopuläre Entscheidungen treffen und die eigenen Kinder ein klein wenig zu ihrem Glück zwingen muss.
Als Erwachsener weiß man es eben manchmal besser.
Blödsinn anzustellen ist natürlich kein Privileg der Kinder. Auch wir Erwachsene bauen oft Mist. Auch wir treffen schlechte Entscheidungen. Und auch wir tun Dinge, mit denen wir uns selbst schaden.
Zum Beispiel rauchen, trinken oder essen zu viel. Wir sind manchmal zu bequem oder arbeiten uns krank. Wir stoßen Menschen vor den Kopf, die wichtig für uns sind. Oder wir unterlassen Dinge, die wir eigentlich tun sollten, weil sie richtig und vernünftig wären.
Kinder werden von ihren Eltern beschützt. Aber wer schützt uns eigentlich vor uns selbst? Wer zwingt uns zu unserem Glück? Und wer trifft unpopuläre Entscheidungen für uns, die uns nicht gefallen, die aber doch gut und richtig für uns sind?
Tja, der Job unserer Eltern ist das wohl nicht mehr. Geschwister und Freunde können uns mal einen guten Rat geben, aber sie sind ja nicht für uns verantwortlich.
Also bleiben wir wohl nur selbst übrig.
Wir müssen auf uns selbst aufpassen und das ist ein verdammt kniffeliger Job. Denn das spontane, bockige und unvernünftige Kind von damals ist ja immer noch irgendwo in uns. Und es stellt eben manchmal ganz schönen Blödsinn an.
Und die meisten von uns haben keine Ahnung, dass dieses Kind noch in uns steckt und wundern sich dann nur über ihre eigene Unvernunft, Disziplinlosigkeit oder Aufschieberitis. Die meisten von uns wissen nicht, wie sie vernünftig mit diesen kindlichen Anteilen in uns umgehen sollen.
Im Grunde genommen ist hier das Gleiche gefragt wie in einer guten Erziehung:
Viel Liebe (in diesem Fall zu sich selbst) und viel Selbstfürsorge.
Viel Verständnis (mit sich selbst, auch wenn mal der 3-jährige in einem durchbricht).
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Viel mit sich selbst reden (zum Beispiel in einem Tagebuch).
Sich selbst auch mal Grenzen setzen, sich selbst die Konsequenzen des eigenen Handelns oder Unterlassens klarmachen.
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Und sich selbst eben auch nicht alles durchgehen lassen.
Früher haben unsere Eltern auf uns aufgepasst. Heute müssen wir das schon selbst erledigen. Und ich hoffe, Sie sind sich selbst ein guter Papa oder eine gute Mama.

