Posttraumatisches Wachstum

vorhang-auf-und-nachgedacht

Gestern schreibt mir Stefanie. Sie steckt in einer mistigen Situation. Trennung vor 8 Monaten. Kinder. Neuanfang. Selbstwert im Keller. Die ganze Palette.

Also eine richtig beschissene Situation.

Da blutet dir nur das Herz. Du hast keine Kraft. Kaum Hoffnung. Bist in einer Zwischenwelt gefangen. Du wartest, dass dich jemand rettet und dass der Schmerz endlich aufhört.

Und Stefanie, glaub mir, ich fühle mit dir, ich war auch schon ein paar Mal an diesem Punkt.

Nun ist es mit Krisen so: Es gibt hier grundsätzlich 2 unterschiedliche Arten, damit umzugehen.

Die eine ist die typische Art: verkriechen und die Bälle flach halten, bis die Wunden verheilt sind.

Was normalerweise irgendwann passiert.

Oft bleiben einige Narben und wunde Punkte zurück.

Aber nach ein paar Monaten oder manchmal auch Jahren kannst du wieder lachen.

Es gibt aber noch eine andere Art. Eine bessere Art.

Psychologen haben sogar einen Namen dafür.

Sie nennen es: posttraumatisches Wachstum.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Die Grundidee: Eine traumatische Erfahrung kann dich auch stärker machen, wenn du geschickt damit umgehst.

Das geht so: Du nimmst deine verdammte Krise und sagst dir:

Ja, das tut im Augenblick noch beschissen weh. Aber ich bin noch am Leben.

[Ja, ein bisschen Fluchen ist in dieser Situation gut.]

Ja, ich bin noch durcheinander. Das vergeht.

Ja, ich sehe gerade noch nicht so viel Hoffnung. Das ist normal und wird wieder besser.

Und ja, ich werde an dieser beschissenen Situation wachsen.

Ich weiß noch nicht wie, aber hinterher wird es mir besser gehen als vor der Krise.

Diese Sache hier wird mir irgendwie helfen, den nächsten logischen Schritt in meinem Leben zu machen.

Und hinterher wirst du sagen:

Ja, es war eine Scheißzeit. Aber es war notwendig.

Es war ein Weckruf. Es war eine Rakete für meine Entwicklung.

Das ist die Grundeinstellung, die so ein posttraumatisches Wachstum trägt.

Aber die Einstellung alleine macht es nicht.

Es ist auch notwendig, Dinge zu tun.

Und zwar Dinge, die dir mehr Energie geben.

Denn du musst in so einer Situation erst einmal wieder deine Kraft aktivieren.

Deswegen sind kleine Energiebooster notwendig. Das sind Tätigkeiten, die du täglich mehrmals tust. Wieder und wieder. Um deine Energie zu aktivieren.

Hier 11 Beispiele für Energiebooster:

  • 10 Mal auf der Stelle hüpfen.
  • 3 tiefe Atemzüge nehmen.
  • Deine Hand auf dein Brustbein legen und dir sagen: „Ich liebe und akzeptiere mich, wie ich bin.“
  • Dich richtig gerade, stolz und aufrecht hinstellen, die Augen zumachen und bis 20 zählen.
  • Raus in die Sonne gehen und Licht tanken.
  • Einen Menschen anrufen, der dir guttut.
  • An eine Sache denken, für die du dankbar bist.
  • 50 Mal mit den Fingern schnipsen.
  • Eine kleine, unangenehme Aufgabe erledigen und dir hinterher sagen: „Gut gemacht“.
  • Dir für 30 Sekunden einen Bleistift zwischen die Zähne klemmen und dich so zum Lächeln zwingen.
  • Dich vor den Spiegel stellen, dir tief in die Augen schauen und dir sagen: „Es ist dein und nur dein Job, dafür zu sorgen, dass es dir wieder gut geht.“

Aber die besten Energiebooster sind die, die du dir selbst ausdenkst. Denn niemand kennt dich so gut wie du selbst.

Sobald du wieder ein bisschen mehr in deine Kraft gekommen bist, setzt du dir kleine, realistische und machbare Ziele.

Ziele, die dich noch weiter aus deinem Loch herausholen.

Ziele, mit denen du dich ein bisschen herausforderst.

Notfalls Freunde fragen, damit sie dir kleine Aufgaben stellen, die gut für dich sind. Unsere Freunde wissen meistens, was uns guttut. Hör auf sie.

Dann erreichst du diese Ziele. Du zeigst dir, dass du es kannst. Du zeigst dir, dass du Dinge bewältigen kannst.

Du schaffst dir Erfolgserlebnisse und steigerst so dein Selbstvertrauen und deinen Selbstwert wieder ein bisschen.

Das sind die ersten Schritte im posttraumatischen Wachstumsprozess.

Der Rest geht meistens von alleine, sobald du einmal in Bewegung gekommen bist.

Ich wünsche euch allen genau die richtigen Krisen in eurem Leben. Die Krisen, die euch dabei helfen, irgendwann noch glücklicher zu werden.

Alles Gute

Ralf

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Kommentare

  • Mit 12 Jahren war ich Alkoholiker
    Mit 45 Jahren war ich Millionär
    Mit 55 Jahren bemerkte ich endlich meine seit 40 Jahren dauernde Depression und war das 1. Mal geschieden.
    Bei jedem „Unglück“ habe ich stets 2 Möglichkeiten: Entweder ich bleibe liegen und halte Umschau nach Schuldigen oder ich stehe wieder auf und frage mich: „Was habe ich jetzt gelernt?“
    Mit 75 Jahren bin ich „Chiefexpert“ einer großen chinesischen Gesundheitsorganisation mit einer Anstellung auf Lebenszeit und das 2 . Mal immer noch glücklich verheiratet.
    Ich will kein „Japaner“ werden und auch kein Philosoph, aber ich will immer noch lernen. – und zwar keine Bauwerke, Schlachten oder Kunstwerke, sondern mich selbst. Dazu verhelfen mir Respekt, Toleranz und die vielen Begegnungen mit Menschen in aller Welt.
    Dr.Helmut Brammer, 27.11.2016

  • Der Titel geht gar nicht. Bitte ändern.

  • Jede Krise ist dazu da, damit wir wachsen. Folgt man Deinen ersten Tipp, also einfach die Zeit verstreichen lassen, wird es irgendwann eine ähnliche Krise wiederholt geben. Denn Zeit heilt keine Wunden!

  • Vielen lieben Dank!

    Ich wurde vergewaltigt vom 4 – 21 Lebensjahr,spaltete dies ab.
    Ich wusste nichts davon.
    Ich nahm jahrelang Tabletten da ich nachts nicht schlafen konnte „er“ kam Nachts.
    Ich war eine erwachsene Kindfrau bis….
    Ich die Medikamente entzog,Therapie machte, währenddessen ich kollabierte und zugleich wuchs,meine Rakete stand da schon.

    Vorbei die erfolgreiche Therapie, ad acta.

    Heute bin ich eine stolze Frau ich habe ihn und mich überlebt.

    Ich hatte eine so wertvolle Freundin gleiches Schicksal,jahrelang haben wir all abendlich telefonisch gerätzelt was ist jetzt was mich aus der Bahn wirft,wo ist er der trigger wie heißt der?
    Aha,gut – ab,Eis essen Spaß im Second-hand.
    Ich hatte einen Selbstwert auf der Skala 1 – 10: na 0,1 zum Überleben sonst nix.
    Heute: 11,5.

    Ich schaffe alles wenn ich mir nur Zeit nehme.

    Ich bin nicht gesund /BerufsErkrankung, komplizierte Medikamente
    aber ich schaffe alles,ich mache meinen Mund weit auf,wenn nötig.

    Nach jahrelangem miserablen Leben kann mir heute nichts mehr begegnen ausser mal eine triggerei auch eine schwere Depression aber gegen vorher?

    Wenn man einmal zu wachsen beginnt,hört dies nie wieder auf.
    Was für an Wachstum erreicht hast,verlierst du nie wieder!

    So lief mein Wachstum und trotzalledem bin ich zäh und unumwerfbar.
    Ich wünsche mir das für alle die nach Trauma wieder aufstehen aber noch ängstlich sind.

  • Was ich meine: Den Text finde ich gut, abr nicht unter dieser Überschrift….

  • Im Bezug auf sehr schwierige Situationen und Krisen finde ich Eure Tipps hilfreich. Meiner Meinung nach muss man allerdings die Entwicklung einer posttraumatischen Belastungsstörung hier abgrenzen. Dabei treten Ängste, unkontrollierte Wutanfälle, Alpträume, manchmal auch selbstverletztendes Verhalten auf. In solchen Situationen ist es mit ein bisschen positivem Denken, Atemübungen etc. nicht getan!!! Dann gehört man in die Hand eines erfahrenen Traumatherapeuten. Ich finde es wichtig hier zu unterscheiden. Nicht alle schlimmen, krisenhaften Situationen sind gleich ein Trauma. Mit dem Begriff „Trauma“ wird einer Meinung nach häufig viel zu locker umgegangen….

  • für mich war es in Krisen immer hilfreich als sehr gläubiger Mensch mir zu sagen, dass mein Gott mir nur so viel zutraut als ich auch tragen kann. Wenn dann die Krise sehr schwer ist dann bin ich ein sehr starker Mensch sonst würde sie nicht so schwer sein. Darin enthalten ist natürlich das Wissen dass ich schon eine gute Größe oder Stärke in mir habe oder mir entwickelt habe im Lauf des Lebens.
    Mit all den Ideen was zu tun ist bin ich einverstanden. Eine hilfreiche Intervention während meiner Chemotherapie war mir vorzunehmen jeden Tag zumindest eine Sache zu tun und eine Belohnung mir zu geben. Oft war es hilfreich zuerst die Belohnung zu machen damit ich Kraft bekommen habe für das eine was ich tun wollte. Aber kleine Schritte waren es die ich machen konnte. Aber sie haben auch ans Ziel geführt. Und ich bin aus jeder Krise gestärkt hervorgegangen und meine 3 Krebserkrankungen möchte ich nicht missen. Sie haben mich sehr viel weiter gebracht. Auch die anderen Krisen wie Scheidung oder so waren durchaus hilfreich.

  • Die Tipps kann ich alle aus eigener Erfahrung mehr oder weniger intensiv bestätigen. Doch habe ich eine Einschränkung für den Tipp „Einen Menschen anrufen…“ Dabei würde ich sehr darauf achten, das derzeitige Problem nicht zur Sprache zu bringen, um nicht etwa meine negativen Gefühle/Gedanken und meine Sorgen noch zu verstärken. Auch würde ich den angerufenen Menschen sorgfältig wählen und jemand nehmen, der nicht zum Mitleid neigt. Besonders hilfreich wäre jemand, der mich jetzt zu Aktivitäten motiviert, vielleicht sogar ablenkt.

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