Der Grund, warum deine Probleme nicht weggehen

Lesezeit: ca. 10 Minuten.

Ich möchte dich vorwarnen. In diesem Beitrag lernst du eine der größten und tiefsten Ursachen hinter vielen unserer Lebensprobleme kennen. Solche Probleme wie beispielsweise: Ich hasse meinen Job, ich bin alleine und einsam oder ich wiege 20 kg zu viel. Aber noch wichtiger: Du lernst hier wichtige Ideen kennen, wie du dieses große Problem in den Griff bekommen kannst.

 Bist du bereit? Dann los …

Schauen wir dazu kurz in den Kopf eines typischen Menschen. Nennen wir ihn Thorsten. Wir belauschen Thorstens Gedanken und hören etwas wie:

„Oh Mann! Wie viele Diäten habe ich angefangen. Wie oft mit Sport begonnen. Joggen. Oder Fitness-Studio. Oder mit dem Meditieren. Wie oft habe ich versucht, mich besser zu organisieren. Oder angefangen, eine Fremdsprache zu lernen. Oder ein anderes Hobby begonnen und wieder aufgehört. Oder wie oft habe ich versucht, mit Dingen aufzuhören, wegen denen ich Streit mit meinem Partner bekomme. Oder wie oft habe ich probiert, die Ideen aus einem Ratgeber, Seminar oder Kurs umzusetzen.

Verdammt! Ich kriege es einfach nicht hin, langfristig etwas durchzuhalten. Verdammt, verdammt, verdammt. Dabei wäre ich doch gerne einer, der willensstark ist und einfach das langfristig umsetzt, was er sich vorgenommen hat.

Dabei weiß ich echt ganz viel. Denn ich bin wissensdurstig, ich informiere mich gerne. Ich lerne gerne neue Sachen. Ich lese gerne Ratgeber. Oder gehe auf Seminare. Ich weiß eigentlich, was ich tun sollte.

Aber wenn ich ehrlich bin, schaffe ich es selten, was ich gelernt habe, langfristig in meinem Leben zu verankern. Also langfristig zu nutzen. Es entgleitet mir immer in meinem Alltag.

Für ein paar Tage klappt es immer. Aber dann werden die neuen Ideen von meinem normalen Leben verschluckt.

Und ehrlich gesagt habe es irgendwie satt, immer wieder und wieder bei null zu beginnen. Manchmal fühle ich mich deswegen richtig wie ein Vollpfosten, wie ein Idiot, wie ein Versager.“

Es geht uns doch allen so …

Das sind Gedanken, die wir alle wohl schon in ähnlicher Form gedacht haben. Weil es eben schwer ist, Dinge durchzuhalten, dranzubleiben und unsere Vorhaben, Vorsätze und Projekte wirklich zu Ende zu bringen.

Weil unsere Absichten und Ziele und unser tatsächliches, langfristiges Verhalten erstaunlich oft nicht zusammenpassen. So als ob unser Verhalten ein Eigenleben hat.

Wir wissen, was wir langfristig tun sollten. Aber wir tun es nicht. Oder nur so lange, bis die Anfangsmotivation aufgebraucht ist. So wie ein Strohfeuer brennt unsere Begeisterung am Anfang heiß und hell, um dann nach kurzer Zeit nur noch kalte Asche zu hinterlassen.

Und es ist wirklich zum Weinen, dass wir so viele Dinge anfangen und nicht zu Ende bringen. Nicht nur, weil das jedes Mal verschwendete Energie ist.

Auch weil wir dadurch die Idee in unserem Kopf verfestigen, dass wir nichts wirklich gebacken bekommen, dass wir unser Leben nicht im Griff haben, ja dass wir vielleicht sogar schwach sind, Versager sind.

Was natürlich nicht stimmt. Du bist kein Versager, dir fehlt nur eine Sache. Aber dazu später.

„Zu früh aufgeben“ ist eine hässliche Krankheit – die man allerdings heilen kann

Was vielen Menschen fehlt, ist Durchhaltevermögen. Und fehlendes Durchhaltevermögen ist ein bisschen wie ein Virus. Und zwar ein äußerst hinterhältiges Virus. Und dieses Virus hat dramatische Auswirkungen auf unser Leben. Negative Auswirkungen.

Wir können das Virus nicht sehen. Wir denken im Alltag nicht groß darüber nach, weil das Virus nur selten direkt spürbar ist.

Aber trotzdem hat dieses Virus, also unser fehlendes Durchhaltevermögen, oft weitreichende negative Auswirkungen auf unser Wohlgefühl, auf unsere Gesundheit, auf unseren Lebenserfolg, auf unsere Karriere oder unsere Beziehungen zu anderen Menschen.

Dieses Virus verkürzt unser Leben, macht uns krank und lässt uns im Leben scheitern.

Weil wir eben die Dinge nicht dauerhaft tun, die wichtig für unser Glück, unseren Lebenserfolg und vor allem unsere körperliche und psychische Gesundheit wären. Obwohl wir wissen, was wir tun sollten.

„Die wenigsten Menschen denken, dass fehlendes Durchhaltevermögen ihr wichtigstes Problem ist. Sie erkennen es nicht. Wir suchen stattdessen an der falschen Stelle.“

Menschen, die sich regelmäßig bewegen, leben länger und sind gesünder. Das wissen wir alle. Und wir wissen, was wir eigentlich tun sollten.

Und wir wissen auch, was wir regelmäßig essen sollten und was nicht, um länger zu leben und länger gesund zu bleiben. Aber wir tun es nicht. Nicht weil wir zu dumm sind. Bestimmt nicht.

„Kurzfristig“ gewinnt gegen „langfristig“ – zumindest, wenn wir nichts dagegen tun

Im Wettstreit zwischen einem Stück Schokolade und einer Mohrrübe gewinnt meistens das Stück Schokolade.

Oder der Fernseher gewinnt gegen die Laufschuhe.

Weil bei unseren Entscheidungen unsere augenblickliche Befindlichkeit und der kurzfristige Gewinn viel stärker wiegt als die langfristigen Auswirkung unseres Verhaltens.

Das kurzfristige Glück heute wiegt für uns viel stärker als der Nachteil, den wir durch unser heutiges Verhalten in einer Woche, einem Monat oder einem Jahr haben werden.

Was kümmert es mich heute, wenn ich vielleicht in 10 Jahren einen Herzinfarkt bekomme, weil ich mich sehr, sehr ungesund ernähre und mich zu wenig bewege?

„Kurzfristig“ schlägt „langfristig“ in unserem Empfinden. Nahezu jedes Mal, wenn man bestimmte Dinge nicht berücksichtigt.

Deswegen ist es so schwer, neues, langfristig kluges Verhalten in unseren Alltag einzubauen.

Es ist schwer. Aber es geht. Man kann es schaffen. Es gibt ja viele Menschen, die es trotzdem hinbekommen, vernünftig zu handeln, trotz vieler Verlockungen. Und das hat oft nichts mit Stärke und Willenskraft zu tun. Eher mit geschicktem, geplantem Vorgehen.

Geschickt und geplant vorgehen – etwas, das wir lernen können und sollten

Nur wie kann man geschickt und geplant vorgeht, um neues, kluges Verhalten bei sich selbst zu stärken? Das lernt man ja nicht in der Schule oder an der Hochschule. Obwohl es kaum ein wertvolleres Unterrichtsfach geben könnte.

Wie haben es nicht gelernt, lebensdienliches Verhalten wirklich dauerhaft in das eigene Leben zu integrieren. Gute Essgewohnheiten. Jeden Tag die erste Stunde des Tages an den wichtigsten Dingen zu arbeiten. Jeden Morgen zu meditieren. Uns regelmäßig bei unseren Freunden zu melden.

Eben die Dinge, die uns langfristig gesund, zufrieden, erfolgreich und glücklich machen.

Kurzfristig schaffen wir es meistens mit Hilfe von Willenskraft, uns zu ändern. Für ein paar Wochen. Manchmal sogar für ein paar Monate. Aber selten langfristig.

Willenskraft funktioniert selten langfristig.

„Wie viele Trimm-dich-Geräte stehen wohl in Deutschland unbenutzt auf dem Dachboden oder im Keller?“

Unser ungesunder und lebensfeindlicher Wunsch nach schnellen Ergebnissen

Gesundheit, Lebensglück und Lebenserfolg entstehen durch Langfristigkeit.

Leider.

Denn die meisten von uns sind eher ungeduldig. Wir wollen Ergebnisse, und zwar sofort.

Man sieht das auch an der Werbung. Die nutzt unseren Wunsch nach schnellen Ergebnissen ziemlich brutal aus:

  • 10 kg abnehmen in nur einer Woche
  • 3.000 € pro Monat verdienen in nur 30 Tagen
  • In 21 Tagen Ihre Partnerschaft wiederbeleben
  • Schreiben Sie Ihren Roman in nur 7 Tagen

Uns wird oft suggeriert, dass es schnell und einfach gehen kann.

Und wir fallen oft darauf herein, weil wir es gerne glauben möchten, dass es schnell geht.

Hier spielt man mit unserem Wunsch nach Leichtigkeit. Wir möchten gerne, dass es schnell geht und leicht ist. Deswegen sind wir geneigt, unseriösen Versprechungen zu glauben.

Wunsch und Realität sind hier aber leider unterschiedlich.

Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Ungeduld zähmen und lernen, die Langfristigkeit ein klein wenig mehr zu mögen, ja irgendwann vielleicht zu lieben.

Der Schlüssel zum Himmel: Geduld und Langfristigkeit

Die meisten Erfolge im Leben entstehen nicht schnell. Sie entstehen durch Durchhaltevermögen, Dranbleiben, durch Hinfallen und Wieder-Aufstehen.

Das ist die unangenehme, unbequeme und lästige Realität.

Egal, ob wir langfristig schlank sein und bleiben wollen, weil der Arzt wegen unseres Übergewichts mit uns geschimpft hat. Oder ob wir einen Roman schreiben wollen.

Um einen Vorsatz erfolgreich umzusetzen, brauchen wir Biss, Nehmerqualitäten und Durchhaltevermögen.

Frag mal Menschen, die etwas im Leben erreicht haben. Du wirst meistens hören, dass es lange gedauert hat, bis sie erreicht haben, was sie erreicht haben. Und dass sie viele Hindernisse und Rückschläge überwinden mussten.

Um schlank zu sein und zu bleiben, muss man sich dauerhaft maßvoll ernähren. Nicht nur eine Woche lang. Und eine kurzfristige Diät macht einen auf lange Sicht eher dicker. Durch den mittlerweile ja gut bekannten Jo-Jo-Effekt. Langfristigkeit ist der Schlüssel.

Ein Roman entsteht, indem man sich jeden Tag hinsetzt und einige Seiten schreibt.

Eine Schriftsteller-Karriere entsteht, indem man ein Buch nach dem anderen schreibt. Langfristigkeit ist die Quelle des Erfolgs.

Um gut Klavier spielen zu lernen, muss man über Jahre üben, üben, üben.

Um gesund und fit zu bleiben, braucht es einen dauerhaft gesunden, bewegungsreichen Lebensstil und es reicht hier nicht, für 1 Monat einmal pro Woche joggen zu gehen.

Und hier kommt die Lösung …

Wir wissen das natürlich alle auf einer bewussten Ebene.

Durchhalten und Langfristigkeit sind der Schlüssel zum Glück.

Aber wir würden uns eher wünschen, wenn es anders wäre, dass es weniger anstrengend wäre, dass es schnell und einfach gehen würde, langfristig gesund, fit, glücklich und erfolgreich zu sein.

Aber die Realität sieht nun einmal anders aus.

Die guten Dinge im Leben brauchen dauerhaften und ständigen Einsatz.

Aber es gibt Hoffnung. Denn die gute Nachricht ist: Wenn wir uns erst einmal für eine gewisse Zeit dazu gebracht haben, das Richtige zu tun, dann wird das neue Verhalten automatisch und einfach und leicht.

Deswegen gibt es Menschen, denen das richtige Verhalten einfach so zuzufallen scheint. Für die es scheinbar ganz einfach ist. Ist es auch. Jetzt. Früher wahrscheinlich nicht. Sie mussten es oft auch erst üben. Es langfristig so lange wiederholen, bis es dann wirklich einfach und automatisch ist.

Wenn du dich dazu gebracht hast, dich ein halbes Jahr lang gesund zu ernähren, ist es zu einer Gewohnheit geworden und dann braucht es keine Überwindung und Anstrengung mehr. Dann ist es leicht und einfach und natürlich. Dann fehlt dir sogar etwas, wenn du von deinem Verhalten abweichst.

Dann fehlt dir etwas, wenn du nicht genug Gemüse bekommst oder wenn du eine Woche lang nicht laufen oder aufs Trimm-dich-Rad konntest.

Aber es braucht ein Weilchen, bis du dahin kommst. Es braucht normalerweise deutlich länger als die vielzitierten 21 Tage, die man ja oft in Ratgebern findet. Nach wissenschaftlichen Studien dauert es zwischen ein paar Monaten und einem Jahr, um neue feste Gewohnheiten zu etablieren. Je nach Schwierigkeit des neuen Verhaltens.

Die gute Nachricht ist also: Es gilt, eine längere Zeit durchzuhalten, und in dieser Zeit ist es anstrengend. Aber sobald du lange genug durchgehalten hast, wird es dann einfach, leicht und was gut für dich ist, passiert automatisch.

Und dahin gilt es zu kommen. Dahin zu kommen ist tatsächlich gar nicht so schwer und anstrengend, wenn man einmal gelernt hat, wie es geht.

Wieso ist es eigentlich so schwer, Dinge durchzuhalten?

Ein Rat, den man oft hört, ist ja: Vertraue deiner Intuition. Vertraue auf dein Bauchgefühl. Und das ist ja auch oft richtig.

Aber wenn es darum geht, die eigenen Vorsätze langfristig umzusetzen, ist das oft genau der falsche Rat.

Denn unsere natürliche, intuitive Vorgehensweise, um etwas in unserem Leben zu ändern oder zu erreichen, funktioniert leider nicht.

Schauen wir uns einmal den typischen intuitiven, vom Bauchgefühl gesteuerten Ablauf an, wenn wir etwas ändern wollen.

  • Der Startpunkt: Wir sind unzufrieden mit etwas. Unserem Gewicht, unserer Fitness, unserem Lebenserfolg.
  • Entscheidung: Wir entschließen uns dazu, endlich etwas zu ändern. Wir fassen also einen Vorsatz.
  • Anfangs-Euphorie: Wir sind durch unseren Vorsatz stark motiviert und fangen an, Dinge zu ändern, und wir verhalten uns anders als bisher. Wir brechen also aus unseren Gewohnheiten aus. Wir glauben an diesem Punkt, dass die Anfangsmotivation dazu ausreicht, dass wir uns weiterhin dazu bringen, das neue, bessere Verhalten zu zeigen. Also mehr Obst zu essen. Süßigkeiten wegzulassen. 2x die Woche laufen oder ins Fitness-Studio.
  • Rückfall: Aber sobald die Anfangsmotivation nachlässt – und sie lässt in 90 % aller Fälle innerhalb von 2–3 Wochen nach –, fallen wir wieder in unser altes, gewohntes Verhalten zurück.
  • Nullpunkt: Es ist wieder alles beim Alten. Wir sind mit unserem Vorsatz gescheitert. Wir fühlen uns vielleicht ein bisschen wie ein Versager. Und das hinterlässt eine Delle in unserem Selbstbewusstsein.

Hand aufs Herz. Wie oft hast du diese Schleife schon gedreht? Ich persönlich schon oft. Und du?

Das Problem? Wir haben uns keine Gedanken darüber gemacht, wie wir die Sache dauerhaft durchhalten. Weil wir dachten, dass unsere Anfangsmotivation anhält.

Das Problem ist also nicht, dass wir nicht wissen, was wir dauerhaft tun sollten.

Wir wissen nicht, wie wir neues Verhalten wirklich verankern, dauerhaft machen, es trainieren, also eine wirklich dauerhafte Umstellung hinbekommen.

Was uns meistens fehlt, ist eine Reihe von unterstützenden Maßnahmen, die unser Veränderungsprojekt auch über die ersten 21 Tage hinaus tragen. Also Maßnahmen, die auch dafür sorgen, dass wir unseren Vorsatz noch nach 3 Monaten, 6 Monaten und einem Jahr umsetzen.

Wir müssen uns dazu bringen, Biss zu zeigen und dranzubleiben, bis unser neues Verhalten wirklich zu einer festen, stabilen, natürlichen Gewohnheit geworden ist. Nicht nur für ein paar Tage. Für mehrere Monate. Manchmal wirklich für bis zu ein Jahr.

Erst dann dürfen wir mit unseren unterstützenden Maßnahmen aufhören.

Und es ist ein erhebendes Gefühl, wenn wir es geschafft haben, wenn wir stolz sagen können: „Ich habe es geschafft, langfristig etwas in meinem Leben zu ändern. Und ich weiß, ich kann so nahezu alles erreichen.“

Warum schaffen es manche Menschen, ihre Ziele so systematisch und scheinbar mühelos zu erreichen?

Ja, es gibt einige wenige Menschen, die schaffen es, ihre Vorsätze durchzuziehen und dranzubleiben. Aber das sind nur wenige Menschen. Vielleicht 2–3 % der Bevölkerung.

Und diese Menschen, die also den notwendigen Biss und das Durchhaltevermögen haben, die erreichen normalerweise deutlich mehr im Leben. Sie erreichen eher, was sie sich vorgenommen haben. Im Privaten, aber auch im Beruf.

Diese Menschen sind meistens von ihrer Persönlichkeit her so aufgestellt, dass sie Biss und Durchhaltevermögen haben. Es liegt sozusagen in ihren Genen oder ihrer frühkindlichen Entwicklung.

Oder sie haben eine Erziehung genossen, die diese wertvolle Fähigkeit gefördert hat.

Das sind die Menschen, denen es einfach fällt. Die 2–3 %.

Und dann gibt es noch den Rest von uns. Dich und mich und die ganzen anderen da draußen.

Ich wünschte, ich persönlich würde zu denen gehören, bei denen das Durchhaltevermögen in den Genen liegt. Das ist aber leider nicht so. Ich musste mir Durchhaltevermögen auch mühsam antrainieren. Denn es ist leider nichts, was wir in der Schule lernen.

Ja es gibt noch nicht einmal gute Bücher dazu:

„Wie schaffe ich es, meine Vorsätze und Ziele durchzuhalten und dranzubleiben?“

So ein Buch ist mir noch nicht über den Weg gelaufen. Dabei wäre es wichtig, dass wir das alle lernen.

Denn es ist etwas, das man lernen kann und sollte.

Die gute Nachricht ist: Man kann es sich antrainieren und es ist tatsächlich gar nicht so schwer und kompliziert. Es erfordert am Anfang ein wenig Selbstüberwindung. Aber wenn wir diesen Punkt überschritten haben, wird es relativ einfach.

Du bist kein Versager, sondern …

Selbst wenn es Menschen gibt, denen das Durchhalten von Hause aus einfacher fällt, ist durchhalten zu können nicht nur ein Talent und überhaupt keine Frage des Charakters.

Durchhaltevermögen ist eine Fähigkeit, die man lernen und trainieren kann. Die du lernen und trainieren kannst.

Und es ist ganz wichtig, dass du niemals denkst, du wärst ein Versager oder dass du ein schwacher Mensch bist. Das bist du nämlich nicht.

Du hast einfach die Fähigkeit des Durchhaltens noch nicht gelernt und trainiert. Du kannst es also „noch“ nicht.

Keine Frage des Willens, sondern von Wissen und Training

Zuerst ist eines wichtig zu begreifen: Durchhalten ist keine Frage des Willens und der inneren Stärke.

Langfristiges Durchhalten ist eine Frage von Entscheidung, Wissen und Training.

  1. Du müsstest dich entscheiden, dass dir die „Fähigkeit, etwas langfristig durchzuhalten“ wichtig genug ist, um hier etwas zu unternehmen.
  2. Du müsstest verstehen, wie langfristiges Durchhalten funktioniert, was dabei hilft und was unser Durchhalten eher behindert.
  3. Und dann müsstest du deine neue Durchhalte-Fähigkeit üben, trainieren, so lange, bis du bei deinen Vorsätzen und Zielen automatisch das richtige Denken und Verhalten an den Tag legst. Bis du nicht mehr das weiter oben beschriebene intuitive Vorgehen zeigst, das eben nicht funktioniert.

Du bist also kein Versager, auch wenn du schon jede Diät angefangen und wieder abgebrochen hast.

Du bist einfach nur ein Mensch wie alle anderen auch. Und wenn du möchtest, kannst du dich auch als einen Studenten sehen.

Als einen Studenten des Durchhaltens und des Dranbleibens.

Wenn du diese Herausforderung annimmst.

„Der Unterschied zwischen den Erfolgreichen und den weniger Erfolgreichen? Die Erfolgreichen tun das, was notwendig ist!“

Wie geht das nun genau mit dem Durchhalten?

Wie wird man denn ein Student des Dranbleibens, des Durchziehens, des Durchhaltens? Wie wird man vom Sprinter zum Dauerläufer? Wie wird man zu jemandem, der auch Rückschläge und Schwierigkeiten überwinden kann? Wie lernt man, die Langfristigkeit zu lieben?

Das geht in 3 Schritten:

Durchhalte-Schritt 1: Eine motivierende Entscheidung treffen

Triff eine Entscheidung, welches konkrete Verhalten genau du über einen Zeitraum von 3 bis 12 Monaten durchhalten willst. Es ist wichtig, dass du dich beim Durchhalten auf klare, überprüfbare Verhaltensweisen konzentrierst. Also nicht sagst: „Ich will mich 6 Monate lang besser ernähren.“ Sondern wirklich genau formulierst, welche Lebensmittel du essen wirst und welche nicht. Und wann und wie viele Ausnahmen erlaubt sind. Also Verhalten festlegen und richtig konkret werden.

Idealerweise nimmst du dir eine kleinere Sache vor, weil es besser ist, sich nicht gleich am Anfang zu überfordern.

Durchhalte-Schritt 2: Lernen, was bei mir funktioniert

Warum gehen wir jeden Tag verlässlich zur Arbeit? Warum geben wir unsere Steuererklärung irgendwann ab? Warum tun wir manche Dinge einfach, während wir andere vernachlässigen?

Es gibt Umstände, die sorgen dafür, dass wir unsere Vorsätze einlösen und durchziehen. Und es gibt Umstände, die lassen uns scheitern, aufgeben und versagen.

Was zum Beispiel beim Durchhalten hilft, sind tägliche Erinnerungen für das, was wir uns vorgenommen haben. Was auch hilft, ist, den Vorsatz in konkrete und einfache Handlungen zu zerlegen, so dass aus einem diffusen, unklaren Vorsatz ein glasklares Ziel mit klaren, nachvollziehbaren Regeln wird.

Und was uns zum Beispiel behindert, sind Menschen, die unseren Vorsatz torpedieren. Oder was uns auch beim Durchhalten behindert, ist zu großer Optimismus, weil wir uns dadurch nicht auf die Durchstrecken und Schwierigkeiten vorbereiten, die bei jedem längeren Vorhaben auftreten werden.

Es gilt also, zu verstehen, was bei dir ganz persönlich das Durchhalten einfacher und was es schwerer macht.

Die Faktoren, die uns das Durchhalten einfacher machen, nennen wir die (+)-Kräfte. Das sind die Dinge, die uns wie ein Gummiband zu unserem Ziel hinziehen.

Stell dir vor, du willst für 6 Monate 2x die Woche laufen gehen und du hast einen persönlichen Trainer, der dich jeden Dienstag und Freitag wie ein Uhrwerk morgens abholt, dann ist das eine starke Plus-Kraft.

Die Faktoren, die uns das Durchhalten schwerer machen, nennen wir (-)-Kräfte.

Nehmen wir zum Beispiel an, du willst abnehmen, und dein Partner bietet dir ständig Süßigkeiten an und versucht dich zu verführen, dann wäre das eine starke (-)-Kraft.

Nehmen wir nun an, du willst etwas längerfristig durchhalten. Weil du weisst, dass der Schlüssel zum Lebenserfolg im Durchhalten liegt.

Ein Abnehmprogramm oder eine Fremdsprache lernen oder ein Fernstudium durchziehen oder einfach nur täglich zu meditieren. Dann müsstest du Folgendes tun:

Stärke die (+)-Kräfte, die dir das Durchhalten einfacher machen.

Und geh geschickt mit den (-)-Kräften um, die dein Durchhalten torpedieren. Indem du mit diesen Kräften verhandelst, diese aushebelst und ihnen ihre negative Wirkung nimmst.

Der zweite Schritt besteht darin, diese Kräfte kennenzulernen.

Durchhalte-Schritt 3: Geschickt und geplant vorgehen

Sobald du weisst, was dich durchhalten lässt und was nicht, kannst du dieses Wissen nutzen.

Jetzt gilt es also, geschickt und geplant vorzugehen. Sich also zu überlegen, wie du ganz konkret

  • die (+)-Kräfte in deinem Leben stärken und
  • die (-)-Kräfte schwächen und aushebeln kannst.

Nehmen wir an, du willst jeden Tag 500 Wörter an deinem Roman schreiben. Und du weisst, dass eine verlässliche Erinnerung von außen dich dazu bringt, zu tun, was du tun willst. Auch wenn du eigentlich den Anspruch hast, es alleine zu schaffen.

Aber du tust, was funktioniert, und du sorgst deswegen dafür, dass ein guter Freund dich verlässlich erinnert und nachfragt, wie weit du bist.

Das wäre eine Maßnahme, damit du deine 500 Wörter pro Tag schreibst.

Ganz wichtig: Je schwieriger dein neues Verhalten für dich ist, desto mehr Maßnahmen brauchst du.

Wenn du wirklich geschickt vorgehst, bündelst du deswegen verschiedene Maßnahmen, die alle auf dein Ziel hinarbeiten. Vielleicht noch Maßnahmen wie beispielsweise:

  • Mentaltraining,
  • gute, detaillierte Vorbereitung,
  • mein Sicherheitsnetz,
  • mein Durchhaltetagebuch,
  • öffentliches Commitment,

Es gibt noch eine Menge andere Maßnahmen, aber dazu später mehr.

Meistens reichen 2 oder 3 Maßnahmen aus. Und wenn du diese Maßnahmen geschickt planst und einsetzt, dann wirst du auch in 12 Monaten noch das tun, was gut und richtig für dich ist.

Es geht hier in Schritt 3 darum, sich ein System und ein Umfeld zu konstruieren, in dem du verlässlich das tust, was du dir vorgenommen hast. Auch wenn du schlecht drauf bist oder keine Lust hast.

Ein System, das dich durchhalten lässt

Wenn du diese Ideen hier berücksichtigst, wirst du in Zukunft sehr wahrscheinlich das durchhalten, was du dir vorgenommen hast. Und das ist es, was einen erfolgreichen Menschen auszeichnet. Dass er das tut, was er sich vorgenommen hat und dadurch das bekommt, was er sich wünscht.

Das kannst du schaffen. Wenn du Schritt für Schritt herausfindest, wie Durchhalten genau funktioniert. Auch über längere Zeiträume.

Und wenn du geschickt vorgehst und gut planst, wirst du vielleicht ein Durchhalte-Profi, der jede Art von Vorhaben umsetzt und jede Art von Verhaltensumstellung dauerhaft in sein Leben bringen kann.

Vielleicht wirst du dann auch erstaunt über dich sein und darüber, wie einfach es dir fällt, etwas zu ändern.

Durchhalten ist eine Superkraft mit unbegrenzten Einsatzgebieten

Denn Einsatzgebiete für die wunderbare Fähigkeit gibt es genug.

  • Sich dauerhaft und mühelos gesund zu ernähren und dabei vielleicht das eigene Wunschgewicht erreichen.
  • Dein Haus oder deine Wohnung dauerhaft ordentlich und aufgeräumt zu halten, auch weil uns das ein Gefühl von Klarheit und innerer Aufgeräumtheit gibt.
  • Gesunde Bewegung als festen Bestandteil ins eigene Leben einzubauen und sich dadurch fitter und vitaler und lebendiger zu fühlen und gleichzeitig auch noch vielen Krankheiten vorzubeugen.
  • Täglich zu meditieren und so gelassener, achtsamer und mehr bei sich zu sein und so besser mit den Schwierigkeiten des Lebens umzugehen lernen.
  • Regelmäßig etwas für dein Studium oder deine Weiterbildung tun, um deine Chancen auf privaten und beruflichen Erfolg weiter zu verbessern, weil Weiterentwicklung eben die beste Möglichkeit ist, mehr aus sich zu machen.
  • Täglich Zeit für deine Malerei, deine Fotografiererei, dein Buchprojekt oder in deine Selbstständigkeit zu investieren, um deine wichtigen Projekte kraftvoll voranzutreiben.

Was es auch für dich sein wird, du kannst lernen, die Dinge durchzuhalten, die dein Leben langfristig besser, lebenswerter und schöner machen.

Und damit kannst du die Qualität deines Lebens stark steigern.

Also öfter lächeln. Zufriedener mit sich sein. Gesünder. Fitter. Lebendiger. Mehr Spaß haben am Leben.

Indem du lernst, die für dich wichtigen Dinge nicht nur anzufangen, sondern in deinem Leben fest und dauerhaft zu verankern.

Und jetzt?

O. k. … was kannst du jetzt tun? Hier einige Ideen:

  • Überleg dir eine Sache, die dauerhaft getan dein Leben verbessern würde. Und nimm dir am Anfang nicht zu viel vor. Du weisst: Geduld ist wichtig und der Schlüssel.
  • Entscheide dich, diese eine kleine Sache als Experiment für 3 Monate durchzuhalten.
  • Überlege dir, was dir in der Vergangenheit geholfen hat, Dinge durchzuhalten, und was dich zum Abbrechen von Vorhaben gebracht hat.
  • Mache dir einen Plan, wie du dich selbst dazu bringen kannst, dein Vorhaben dauerhaft umzusetzen. Plane, wie du dich erinnerst, wer dir helfen kann, was dir bei so etwas typischerweise dazwischenkommt (also die (-)-Kräfte) und wie du diese (-)-Kräfte aushebeln kannst.
  • Oder melde dich an für „das Erfolgserlebnis“ und lass dich auf deinem Weg von mir begleiten.
  • Fang an. Setz deinen Plan um. Leg los. Tu es. Jetzt.

Denn gerade weil hier Geduld und Langfristigkeit gefragt sind, ist es gut, so schnell wie möglich zu beginnen.

Also am besten: jetzt.


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Kommentare

  • Es ist schon fast witzig, dass einige Leser kritisch kommentieren, dass sie hier nur allzu Bekanntes und nichts wirklich Neues kredenzt bekommen haben. Das ist aber genau der Punkt, der im Artikel angesprochen wird: Die stete Hoffnung auf das neue überraschende Wunderdingens, das mir ein Abnehmen von 7 kg in 10 Tagen ermöglicht – oder eben ein jahrzehntelang eingeübtes Verhalten von jetzt auf gleich zu ändern hilft. Die schlechte Nachricht steht schon im Text: iss nich, jibbet nich. Dauerhafte Änderung bedeutet Arbeit, benötigt Motivation, Training und Durchhaltevermögen.

    Ich bringe es mal auf den Punkt: Für mich ist das einer der besten Artikel, die du jemals geschrieben hast, Ralf! Vielleicht, weil du damit bei mir einen ganz wunden Punkt als alter Meister der Prokrastination und der tausend beendeten Leidenschaften triffst. Die Botschaft ist einfach, klar und verständlich: SMARTe Ziele setzen. Durchhalten. Dran bleiben. Immer wieder versuchen. Je nach persönlicher Verfassung des Lesers kann diese Botschaft damit auch demotivierend sein, leider.

    Einen Kritikpunkt habe ich (wie immer, sorry) doch: Es fehlt wiederrum der Bezug zu den Werten bzw. einem wertbasierenden Verhalten. Wenn Gesundheit für mich einen Wert darstellt, dann verhalte ich mich im Einklang mit meinen Werten, wenn ich gesund lebe. Das hört sich zugegebenermaßen nicht weniger „platt“ an als so manche Aussage im Text, aber so ist das halt mit den großen Wahrheiten: Sie sind im Prinzip alle simpel. So simpel, dass wir sie allein deshalb schon häufig übersehen oder sogar verwerfen.

    Wenn ich mich entsprechend meiner Werte verhalte, im Einklang mit ihnen lebe, dann führt dies auf Dauer zu einer Grund-Zufriedenheit und manchmal auch Glück. Zufriedenheit und Glück sind also Nebenprodukte unseres Verhaltens, sie lassen sich auf direktem Wege nur sehr kurzzeitig erreichen, und wenn, sind sie stark flüchtig. Beispiel: Wer schon mal lange Monate eine Gehaltserhöhung angestrebt hat und sie dann schließlich bekommen hat, kann ja mal nachdenken, wie lange die Zufriedenheit darüber wirklich anhielt. Jemand, der (gute) Arbeit als Wert hat und lebt, kann sich dagegen vom ersten Tag an darüber freuen und braucht dazu nicht mal eine Gehaltserhöhung. Wie sagte schon Viktor Frankl: „Sinn kann nicht gegeben werden, sondern muss gefunden werden“.

    Schließlich ist es die Unzufriedenheit, hier mit dem eigenen Verhalten, die uns alle antreibt. Ohne Unzufriedenheit keine Motivation zur Verhaltensänderung. Von daher wäre es vielleicht an der Zeit, dauerhafte Zufriedenheit und Glück als Illusionen zu entlarven und den Wunsch danach zu hinterfragen.

    Gruß

  • @ Chiyo:
    TOP!
    Danke, daß Du Dir die Zeit genommen hast, Deine langen und lesenswerten Beiträge zu schreiben!
    Alle Daumen hoch, auch die Dicken Zehen!!
    Wer so denkt und lebt ist vor allem eins: SOUVERÄN

  • Danke für die angeregte Diskussion. Ich selbst halte Durchhaltevermögen für sehr kritisch! Oft wird uns von Außen Durchhaltevermögen abverlangt – v.a. im Job, aber auch in der Partnerschaft oder in anderen Situationen. Sich dann auch noch selbst zu quälen um irgendwelche vermeitlich glücklich machende Ziele zu erreichen, betrachte ich als kontroproduktiv.
    Wie auch hier teils in der Diskussion erwähnt, sollte man zunächst einmal mit sich selbst glücklich sein. Wenn man mit sich selbst nicht glücklich sein kann, sollte man Forschungen anstellen, was zu einem selbst paßt. Vielleicht ist in meiner momentanen Lebenssituation Übergewicht, Unsportlichkeit, Alkohol, … das Beste?! Misserfolge angeblich mangels Durchhaltevermögen oder angebliche Erfolge wegen Durchhaltevermögen machen dann eher noch unglücklicher!!!

  • Danke für den tollen Artikel. Mein Thema ist fast keine Lebensenergie. Hab die Liste gemacht. Ziehe in den nächsten beiden Wochen um in ein neues Haus mit großem Garten, ungestört und trocken. Tut mir gut. Lebe hier seit d. Geburt mit den Mustern, Prägungen. Ich habe Familienaufstellungen gemacht, um neue Gewohnheiten für mich zu stärken bzw. für mich negative mit gutem Gewissen aufzulösen.
    Viel Erfolg an alle!
    Koko Schanöh, Künstlername

  • Zuerst mal finde ich diesen Artikel sehr gut, weil er mögliche Lösungsansätze Im Umgang mit „Schlendrian“ bietet. Was aber vor Beginn des Programms unbedingt geklärt werden muss, damit es nicht zu burnoutartigen Überforderungen bzw. Lustlosigkeiten kommt ist: „Warum will ich das denn erreichen?“ Oft wollen Menschen nämlich Dinge erreichen, um bei den anderen gut dazustehen und nicht, weil sie es selber wollen. Es geht oft mehr um Zuwendung und Anerkennung von aussen als um die eigenen Bedürfnisse. Die sind nämlich oft relativ unspektakulär. Und um das zu klären braucht man jemanden, mit dem man das Thema offen und vertrauensvoll besprechen kann, der einem den Spiegel vorhalten kann/darf. Wenn es um die Entscheidung für die wirklich eigenen Wünsche geht, wird das angebotene Schema zu einem befriedigenden Ergebnis führen bzw. es wird wahrscheinlich wenig davon notwendig sein. Einen schönen Tag noch!

  • Ich finde den Artikel für mich privat gut und hilfreich. Wie bringe ich das aber den „Sofort-alles-super-schnell-umgesetzt-haben-wollen“-Managern bei? Geduld scheint ein Wert zu sein, der anscheinend in der schnelllebigen Zeit kaum noch gefragt ist. Ob das Umgesetzte dann schlussendlich Sinn hat, ist egal, hauptsache man(ager) kann schnell ein weiteres Ziel abhaken und den Bonus einkassieren…. Bis dann der nächste Manager kommt, der wiederum ganz andere Ideen hat usw. usw. Für dieses Phänomen wünsche ich mir gerne Denkanstöße :-) Danke, Inel

  • Klasse Thema! Ich fühle mich zu 100% angesprochen und bin gleich sehr animiert, los zu legen.
    Zu den heftigen Reaktionen möchte ich gern noch eines sagen: es gibt immer Meinungen oder eben Artikel, die den Einen zu 100% ansprechen, weil es zum momentanen Zeitpunkt perfekt passt. Dann gibt es auch immer Artikel, die eben zur momentanen Situation überhaupt nicht passen. Diese Artikel ignoriere ich einfach, wenns mich eben grad nicht anspricht. Da muss man echt kein Drama draus machen. Es steht immer irgendwo im Netz eine gegensätzliche Meinung, als die, die wir haben. Ich wäre lange beschäftigt, würde ich jeden mit Endloskommentaren kommentieren.
    Die Ratschläge, die uns nicht gut tuen, können wir einfach vergessen, denn dann sind es die falschen für unsere Situation. Genauso ist es mit der Veränderung. Wenn mir eine Veränderung nicht gut tut, die ich gerade probiere, dann höre ich eben wieder auf und probiere es anders.
    Für meine Situation ist dieser Artikel einfach perfefekt zum richtigen Zeitpunkt und ich sage: danke Ralf! Daumen hoch! ;-)

  • Musste grad zuerst schmunzeln weil ich tatsächlich Thorsten heiße. Freut mich mal als typischer Mann in einem eurer Artikel aufzutauchen ;-)

  • Ein herzerfrischendes ‚WOW‘ und DANKE an ALLE, die frei und ohne Anklage formulieren und sich offenbaren.
    Danke von Herzen dafür!

    Wie genial von dir Ralf, dir treu zu bleiben und ganz einfach DEINE Sicht der Dinge zu formulieren, so wie sie eben für DICH zu schein seinen.
    Und diese Thema scheint wohl eine gewisse Aktualität zu haben!

    Meine bisherigen Entdeckungen zu diesem Thema sind so vielfältig, wie all die unterschiedlichen und bereits geschriebenen Kommentare.

    Was mich ‚durchhalten‘ lässt {für mich ist die Formulierung ‚dranbleiben‘ stimmiger} ist ganz einfach:
    Ich frage mich täglich – was ICH vom Leben will?
    UND
    Was das Leben von mir will?

    Also, was will ICH wirklich?
    Mir hilft mein klares Bild von meinem Leben zu haben – in allen Formen und Facetten und Spielereien.
    Dann kann ich mich fragen, ob ich dazu Mittel und Methoden und Strategien brauche, meine Vision von Leben zu (er)leben – und da kann ZzL ins Spiel kommen.
    Vorher ‚muss‘ ich es jedoch für mich geklärt haben, was ich vom Leben will und vice versa.
    Und das kann ich in meinem Weltbild eben nur für MICH klären, in dem ich mich frei mache, von dem was mir so vorgelebt und suggeriert wird.
    Für mich ist es die Stille, die mir ein klares Bild offenbart. Für dich kann es etwas völlig anderes Sein.

    Ich bin neugierig, sehr, was aus diesem ‚Projekt‘ wird.
    Auf ein Dranbleiben,
    Ganz einfache und strahlende Grüße
    Ellen

  • Ist schon viel geschrieben, kommentiert und diskutiert worden, deshalb fasse ich mich kurz:

    1. Glück wird überbewertet, frau versuche es statt dessen mal mit Seelenfrieden (Ataraxie, siehe Epikur)
    2. Es ist ein Unterschied, ob man selbst etwas will oder andere
    3. Scheitern kann man nur an den eigenen Ansprüchen, nicht an denen anderer
    4. Ohne Anstrengung (und sei es nur im Geiste, was eingetretene Denkpfade angeht), ohne sich aus der Komfortzone hinaus zu bewegen, gibt es keine echte Entwicklung
    5. Ohne Entwicklung herrscht Stillstand; Stillstand bedeutet bei Organismen beginnender Verfall; Muskeln und Hirn wollen etwas zu tun haben, also trainiert werden, sonst schrumpfen sie
    6. Die Kunst besteht darin, sich Ziele zu setzen und zu verfolgen, die man realistisch auch in angemessener Zeit erreichen kann
    7. Es wird selten nur ein einziges persönliches Ziel geben; mit der Erreichung eines Zieles ist regelmäßig kein Endzustand erreicht

    Ich selbst habe übrigens jahrzehntelang mit meinem Hauptproblem Prokrastination und den sich daraus ableitenden Negativfolgen gehadert, bis ich durch Zufall erfahren habe, wo die wahre Ursache liegt. Worauf in dem Artikel zu wenig eingegangen wird, ist Motivation: Passt das, wozu ich(?!) mich motivieren möchte, zu meinen Grundmotiven? Steht es im Einklang mit meinen Grundwerten und -überzeugungen? Passt es zu mir, will ich wirklich so sein? Oder will ich einem Idealbild anderer entsprechen, dem ich im Grunde ablehnend gegenüber stehe?

    Schließlich darf man Zeit an sich auch durchaus als wertvolle Ressource betrachten. Unsere frei einteilbare Zeit auf diesem Planeten ist ein knappes Gut, wir sollten Prioritäten setzen. Wenn eine Zielerreichung mit einer hohen Investition an Zeit verbunden ist, ist die Frage „Ist es das wert?“ durchaus gerechtfertigt – das gilt insbesondere dann, wenn wie hier im Artikel täglich oder wöchentlich über viele Monate, Jahre oder sogar für den Rest unsers Lebens etwas geändert werden soll. Wer sich diese Frage mit einem klaren Ja! beantworten kann, wird es dann auch beim Durchhalten leichter haben.

  • PS: sorry meine Tastatur spinnt!

  • Beim Lesen habe ich erkannt, dass ich doch schon ganz viel im Leben geschafft habe. Z. B. rauche und Alkohole ich nicht mehr, und das macht mir nix aus! Aber ich habe 20 + n Jahre benötigt dafür, WG. der Rückschläge. Und weil das bedingt hat, bin ich bei weiteren Vorhaben nicht mehr so frustriert, weil die Ungeduld abschwächt. Ich mag mich einfach mal dafür beliebigen und Dritten für ihre Vorhaben vertrauensvoll zunicken ‚;-)

  • Hallo zusammen,
    es ist das erste Mal, dass ich hier einen Kommentar hinterlasse. Bisher haben mir hier schon viele Beiträge und Kommentare weiter geholfen. Ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten viel mit mir Selbst und meinen Wünschen/ Bedürfnisse beschäftigt.
    Ich gebe Ralf absolut recht, Durchhaltevermögen ist sehr wichtig. Jedoch, wie hier Einige schon richtig fest gestellt haben, sollte man nur die Dinge durchhalten, die einen wirklich glücklich machen.
    Diese Dinge raus zu finden, ist manchmal gar nicht so einfach und darum scheitern wir so oft… Weil wir erst mal rausfinden müssen, was uns glücklich macht.
    Das Eine hängt also immer mit dem Anderen zusammen.
    Ich wünsche Allen ganz viel Durchhaltevermögen bei der Selbstfindung. Denn wenn man erst mal zu sich Selbst gefunden hat, dann kommt alles Andere ganz automatisch!

  • Hey, netter Artikel.
    Eigentlich geht es um folgendes… die Basis zu schaffen sein Ziel wirklich erreichen zu wollen. Also starke Motivation (positiv/negativ) und dann eben noch die Faulheit.
    Wenn das Ziel emotional genug ist, zieht es uns dort hin.

    Dann gibts noch den Preis… und dann braucht man die Betreitschaft diesen preis zu bezahlen. Da kommt verzicht und motivation ins Spiel. Besser, wenn das Ziel so stark ist, dass der komplette Fokus darauf geht und alles andere aus dem Fokus rückt, was nicht zur Zielerreichung beiträgt.

    Dann gibts noch die Rückschläge, dafür gibts ja den Glaubenssatz, und jetzt erst recht. Ich verdoppele meine Anstrengungen, gerade weil es nicht so geklappt hat wie ich es mir wünsche.

    Und die IDEALITÄT… wer wäre ich, wie würde ich mich Verhalten, wenn ich bereits der Mensch wäre der dieses Ziel bereits erreicht hat. Was würde ich tun… Tag für Tag, Woche für Woche? Und dann dies zu tun.

    Und… Willens-Kraft… und die sich daraus entwickelnde Disziplin.
    Also sein Leben so zu gestalten ( durch Willens-Kraft) das es einfacher ist, das was man erreichen möchte zu tun, wie es nicht zu tun. Bis dies zur Gewohnheit wird.

    Und für die optimale Willens-Kraft braucht man 1. ausreichend und gute Nahrung also einen guten Blutzuckerspiegel und 2. ausreichend Schlaf.

    Und dann Entwickelt sich die Gewohnheit, derjenige Mensch zu sein, der seine Ziele erreicht. Derjenige zu sein, der tut was nötig ist um seine Ziele zu erreichen.

    Und dann LET’S ROCK!

  • B.B. schreibt:
    > Ich wurde in meiner Kindheit auf Ausdauer, Disziplin und
    > Durchhalten konditioniert. Wenn ich mir bestimmte Ziele
    > vornehme, setze ich sie recht konsequent um.
    > Das heißt, ich „quäle“ mich z.B. 2x/ Woche regelmäßig abends zum Sport,
    > Ich ernähre mich seit 2 Jahren kohlenhydratarm,
    > Dadurch bin ich aber keineswegs glücklicher und zufriedener, …

    Die Frage ist doch auch, sind es ureigene, DEINE Ziele, die Du erreichen willst, oder sind die Ziele auf anderem Weg „in Dich gelangt“?

    Ich z. B. habe ein kleines Problem mit der Ordnung, in meiner alten Wohnung hätte man sogar auf die Idee kommen können, ich sei ein „Messi“. Und zwar, weil es _mir_ nicht wichtig war, wie es aussah, nein, falsch, die Ordnung war mir nicht _wichtig_ _genug_.

    Es ist aber nicht an dem, sondern, wie es der Artikel beschrieb, der Sieg des „kleinen kurzfristigen Glücks“ über eine „längerwährende Zufriedenheit“. Wenn ich heute von der Arbeit heimkomme, „reuse“ ich für fünf bis 10 Minuten in der Wohnung, zugegebenerweise etwas planlos, aber zielgesteuert. Das Resultat ist, in der Wohnung sieht eben nicht mehr aus „wie bei Hempels umterm Sofa“.

    O.k., „perfekt“ sieht auch anders aus, aber niemand würde beim Anblick meiner Wohnung lieber rückwärts wieder rausgehen. Wollte ich aber „Perfektion“ zöge ich in einem Möbelgeschäft ein. Und wen meine selbstgeschaffene „Ordnung“ stört, der möchte bitte gehen.

    Es ist _meine_ Wahl. Und ich lasse mich nicht durch „gesellschaftliche Zwänge“ unter Druck setzen.

    Modita (11. Oktober 2015) hat einen wichigen Aspekt zum „Versagen“ in die Diskussion gebracht. Wie haben wir das Laufen gelernt? Und als wir das dritte Mal hingefallen sind, haben unsere Eltern da gesagt: „Kindchen, lass es doch endlich, Du schaffst das doch eh‘ nie?“

    Mein Fazit:
    – Die _eigenen_ Ziele konsequent verfolgen, Hilfe hierzu bietet der obige Artikel von Ralf.

    – Sich nicht durch „Versagen“ oder schlimmer, „Versagensängste“ aus den Ttritt bringen lassen, sondern „sein Ding durchziehen“.

    – Lernen, fremde von eigenen Zielen zu unterscheiden.

  • Wenn ich etwas wirklich erreichen will, dann erreiche ich es auch. Allerdings prüfe ich heute immer, ob es wirklich mein Ziel ist.
    Die Gefahr lauert bei Menschen, die mittels Manipulation versuchen, mich zu beeinflussen. Beispiel: Vor Jahren wurde ich auf eine Stelle befördert, weil mein Chef der Meinung war, dass ich die beste Besetzung war. Das Bauchgefühl warnte mich. Dennoch nahm ich an. Nachdem ich einige Jahre „durchgehalten“ hatte, habe ich diesen Job an den Nagel gehängt und mache heute das, was MIR gefällt.

    Heute weiß ich, dass mir meine Erziehung (immer durchhalten) und meine Persönlichkeitsstruktur zu diesen Unglücksjahren verholfen hat.

  • Hallo, einen schönen Sonntag an alle Diskussionsteilnehmer,

    das ist eine wirkliche spannende Diskussion, die sich hier abzeichnet und die zeigt, wie verschiedenartig wir Menschen sind, an welch unterschiedlichen Punkten wir stehen und wie wir uns durch so eine Diskussion auch gegenseitig inspirieren können!

    Ich komme von der Seite „Erfolg haben wollen“ gepaart mit „wenig Willenskraft“ und daher passt der Artikel genau für mich. Wobei ich auch die Willenskraft (wenn ich sie denn mal habe) schon falsch eingesetzt habe, z.B. wollte ich unbedingt Marathon laufen nach langer Sportpause in einem bedenklichen Gesundheitszustand (aua!). Deshalb gefällt mir auch, was Julia geschrieben hat:… „Das sind Dinge, die mir gut tun und mich glücklich machen…“ und …“Umstände schaffen, die einen durchhalten lassen…“.

    Sehr interessant die Frage im Artikel von Ralf: „Was hat mich in der Vergangenheit dazu gebracht, Vorhaben durchzuhalten und abzubrechen?“ Durchgehalten habe ich (z.B. mein letztes Fernstudium) mit der Affirmation: „Ich mache jeden Tag, was ich kann.“ (Eigentlich wollte ich aufgeben, da ich dachte, das würde ich nie und nimmer schaffen. Nur zur Info: Ich hab´s geschafft!) Aufgegeben habe ich, wenn die äußeren Umstände extrem negativ wurden, z.B. ich zu müde war. Daran anschließend kam mir heute der Gedanke, dass ich mal wieder mehr für meine Fitness tun müsste…

    Danke für diesen tollen Artikel, Ralf und danke an die wertvollen Beiträge aller Diskussionsteilnehmer!

    Claudia

  • Hallo alle Zusammen
    meine persönliche Erfahrung nach hat Ralph Recht damit, dass ohne Durchhaltevermögen gewisse Ergebnisse nicht erreicht werden. Z.B. ein Kind bewusst und liebevoll großwerden zu lassen ist ein Langzeitprojekt. Sich gesund zu erhalten ebenfalls.

    In vielen Menschen tobt ein innerer Krieg zwischen einem Teil der ganz genau weiss und Impulse gibt wie man sich liebevoll umsorgt und einen konditionierten Teil (oder Teile) die Impulse geben die uns in die Irre führen.

    Dieser konditionierter Teil ist sehr machtvoll und ist in der Lage die zarte Stimme unsere innerer Weisheit und Selbstliebe mit großer Durchhaltevermögen zu unterdrücken und zu sabotieren.
    Menschen, die nach ihrem Wesen entsprechend leben – die Stimme ihres Herzens ohne Kompromisse folgen – sind glücklich. Um die Innere Arbeit zu machen, um die hindernde Anteile zum Schweigen zu bringen braucht das Vermögen des Durchhaltens. Wie das Laufenlernen.
    Und wir haben alle Laufen gelernt.
    Es gibt nichts schmerzvolleres, als gegen seinem Wesen zu handeln, weil man dem konditioniertem Teil ausgeliefert ist. Freiheit beginnt dort, wo wir wählen können, genug Distanz haben und Unterscheidungsvermögen. Doch auch das wird nicht genug sein, um die wesensfremden Prägungen dauerhaft zu verändern.
    Menschen sind sehr komplex und sehr unterschiedlich.
    Ich stelle mir jeden Tag mehrmals die Frage, welchen Wolf ich füttern will?
    Und wenn ich mich dabei ertappe den Wolf wieder gefüttert zu haben, den ich nicht groß haben möchte, schaue ich hinter die Kulissen, was war es in mir, das mich dazu gebracht hat? Was hätte ich gebraucht, was ich mir nicht gegeben habe… und das hat auch viel mit Gefühlen und dem Körper zu tun.
    Wesensziele zu finden, welche wirklich mit mi selbst in Übereinstimmung sind ist unerlässlich, wie auch gute Vorbilder und hilfreiche Menschen, gar eine Gemeinschaft.

    Ich könnte dazu noch ein Buch schreiben… aber es wurden schon viele geschrieben. Und einige gute sind auch dabei. Z.B. von Harald Wessebecher

    Mit viel Liebe an Euch alle

    Modita

  • Durchhaltevermögen kann in einer Gesellschaft, die eine Besser-Schneller-Schöner-Mentalität gutheißt einen schalen Beigeschmack bekommen, wenn man es in diesem Kontext betrachtet. Auf die Spitze getrieben kann das für den Medizinstudenten heißen, Ritalin zu nehmen, für den Manager heißt es, ohne Rücksicht die 60-Stunden-Woche durchzuziehen, für die junge Frau heißt es, bis zur Erschöpfung für den Megabody zu trainieren und die übereifrige Mutter treibt ihr Kind zu schulischen Höchstleistungen. Dann hat Durchhaltevermögen etwas Selbst- oder auch Fremdzerstörerisches.

    Ich denke, man kann Durchhaltevermögen nicht gleichsetzen mit Glücklichsein – wie Ralf ja schon schrieb: Man muss auch die richtigen Dinge durchhalten. Was man regelmäßig wiederholt, führt zu einer klassischen Konditionierung. Diese kann positiv oder negativ sein. Deshalb sollte man sich fragen: Warum wünsche ich mir, dass ich dies oder jenes in meinem Leben ändere? Sind meine Wünsche oder Vorsätze in Wirklichkeit von außen suggeriert, durch andere Menschen, die Medien, ein derzeitiges Schönheitsideal, sonstige Modeerscheinungen in allen möglichen Bereichen des Lebens? (Das zu erkennen, setzt natürlich ein gewisses Maß an gesunder Skepsis gegenüber herrschender Ideale und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber voraus…).
    Oder kommt dieser Wunsch tatsächlich aus mir heraus, ist es meine Überzeugung, dass es mir dann besser geht? Ist es schon so lange ein Traum von mir und schiebe ich die Umsetzung vor mir her? Sollte ich es aus gesundheitlichen Gründen tun und sehe ich auch ein, dass ich ansonsten in absehbarer Zukunft Schaden nehme (ich denke da an wirkliches Übergewicht, Rauchen, Null Sport, sehr schlechte Ernährung,…)? Um diese Art Durchhaltevermögen sollte es wohl im ausgehenden Artikel gehen, nennen wir es mal positives Durchhaltevermögen, das zum Erreichen eines vom Menschen selbstgesetzten Ziels führt. „Das letzte eine Prozent macht den Unterschied, ob Sie sich nachhaltig verändern oder in alte Gewohnheiten zurückfallen.“, sagt ein derzeit bekannter Redner und Motivationstrainer. Den Weg zuende gehen.

    Ich stecke gerade auch am Anfang so einer Veränderung – das typische gesünder Leben und Abnehmen. Und gerade jetzt, nach 2 Wochen, machen sich „Rückfallerscheinungen“ breit. Aber ich habe mich entschieden. Ich will da ankommen an meinem Ziel. Ich muss da nicht ankommen, ich will es. Und deshalb mache ich es auch. Schritt für Schritt, jeden Tag wieder. Und ich weiß: Ich komme an, wo ich hin will. Meine feste Überzeugung! :-)

  • „Es gibt noch eine Menge andere Maßnahmen, aber dazu später mehr.“

    Im Artikel war aber nichts mehr. Oder verweist „später“ auf „Ich plane …in Zukunft noch weitere Beiträge und Projekte.“ ?

  • Danke Ralf!
    Dieser Artikel kommt gerade zur richtigen Zeit und unterstützt mich bei meinem Vorhaben! Befinde mich in der erwähnten dritten Woche… phuuu… die war wirklich anstrengender als die ersten zwei. Aber ich habe durchgehalten… mhhhh, mit zwei drei Regelabweichungen. ;-) Das ist für mich aber ok – ich weiss nun genau wo es noch was zu optimieren gibt.

    Grundsätzlich gehöre ich zu den glücklichen, die eine angeborene Willenskraft besitzen! :-) Was ich mir vornehme, ziehe ich auch durch! Nur bei meiner Selbständigkeit/Selbstverwirklichung hat’s nicht richtig funktioniert resp. habe immer an mir gezweifelt. Ich musste hier zuerst den Knoten finden und lösen…. Ich war Planlos und ohne Kompass!

    Habe mir nun einen langfristigen Plan aufgestellt. Wochen-/Monats-/Jahres-Ziele. Dieser gibt mir nun die Richtung an.
    Wie du sagst, einer der wichtigsten Punkte/Faktoren ist „Geduld“. Aber auch die Fähigkeit mit Niederlagen umzugehen gehört zu einem erfolgreichem Gelingen jedes Vorhabens. „Fail and retry until you succeed!“
    …und nicht zu vergessen ist die das Selbstvertrauen. Ohne dieses ist das Scheitern schon vorprogrammiert.

    Es gibt hier noch unzählige Dinge die ich schreiben könnte… noch ein letzter Punkt, der in mir in der letzten Zeit sehr geholfen hat: „Sei dankbar für das, was du bereits besitzt!“

    Somit, danke Ralf und Team für die tollen Beiträge und Kurse die hier auf dieser Seite angeboten werden.

    Grüsse aus Zürich,
    Claudio

    „Work hard & be brave“ – Casey Neistat

  • Ich finde die Diskussion, die Ralf’s Artikel ausgelöst hat auch sehr spannend. Sie regt mich definitiv an, mein eigenes Handeln, meine Motive und meine Haltung zu reflektieren.

    Mir ging es so wie Chiyo und einigen Anderen, dass ich bei der Überschrift erwartet hätte, der Artikel würde in eine andere Richtung gehen … Warum muss man denn immer gleich etwas verändern wollen, warum kann ich mich nicht annehmen wie ich bin, hängt ein Problem nicht oft an der Perspektive, aus der ich es betrachte. Es wäre aus meiner Sicht sehr wertvoll, lieber Ralf, wenn Du auch dazu mehr schreiben würdest.

    Den Artikel selbst lese ich aber eher so: wenn ich denn aber etwas ändern will … Oder muss (aus welchen Gründen auch immer), was wäre denn eine hilfreiche Strategie. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Durchhaltevermögen für mich oft ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor war. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich Gewicht reduzieren und es galt immer wieder den inneren Schweinehund zu überwinden. Ohne Konsequenz und Durchhaltevermögen hätte ich das definitiv nicht geschafft. Und ich kann nur bestätigen, dass es mir geholfen hat, die (+)-Kräfte zu stärken (in dem ich mir Verabredungen mit mir in meinen Kalender eingetragen habe, in dem ich mich mit Freunden zum Sport verabredet habe, in dem ich mir Essen von zu Hause mit in die Arbeit genommen habe, um bewusst nur das zu essen, was ich wollte, etc.) und (-)-Kräfte zu reduzieren (in dem ich beim Einkaufen schon bestimmte Lebensmittel wie Schokolade oder Limonade ausgelassen habe, in dem ich meiner Mutter vor meinem Besuch schon gesagt habe, was ich gerne essen würde, etc.). Es hat funktioniert und meine Lebensqualität absolut gesteigert. Mir geht es jetzt so gut, wie lange nicht mehr, und meine neue Lebensweise ist mir nach nun mehr 9 Monaten in Fleisch un Blut übergegangen.

    Mich inspiert immer wieder das „Gelassenheitsgebet“:

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    In diesem Sinne finde ich Ralf’s Gedanken sehr hilfreich für alle Themen, für die ich den Mut gefasst habe, sie zu ändern.

    Viele Grüße und noch einen schönen Sonntag!

  • ..wenn ich den Ansatz dieses Artikels mal auf eine andere Perspektive hebe (Gewicht, Ernährung usw. sind für mich ohnehin schon selbstverständlich meiner eigenen Verantwortung zugeschrieben), dann stimme ich absolut zu.. ich bin Freiberuflerin und ich bin der Menschen müde, die täglich über Belanglosigkeiten jammern, statt nachhaltig ihr Leben in die Hand zu nehmen. Und ich stehe an diesem Punkt nur, weil ich sehr klar und sehr früh und sehr lange ein Ziel verfolgt habe, das nur tief in mir zu finden war- neben Durchhaltevermögen ist es auch die Fähigkeit gnadenlos ehrlich mit sich selbst zu sein und einen Weg zu gehen, der mehr als steinig ist..Es lohnt sich dran zu bleiben, aber wir leben leider in einer Kultur, in der ein Mensch, der einen eigenen Weg geht sich an vielen Widerständen reiben muss.. eine Kultur, die sich zwar den Individualismus und „Selbstverwirklichung“ auf die Fahnen schreibt, aber gleichzeitig meint, dass jeder alles kann.. das stimmt so nicht.. man muss schon wissen wer man ist und was man kann und will und sich auf den Weg machen.. erst dann treffen wir die richtigen Entscheidungen unabhängig von „Trends“ und „Medien“.. Etwas gut zu können und eine Meisterschaft in einem Gebiet zu erreichen braucht 5-10 Jahre.. wer nicht bereit ist für ein „Thema“ eine „Ausbildung“ eine „Berufung“ etc. diese Zeit aufzubringen kann letztendlich alles ein bisschen aber nichts richtig.. wir selbst wählen, was wir werden.

    • Ulli schreibt am 11. Oktober 2015

      Zitat: “ die täglich über Belanglosigkeiten jammern, statt nachhaltig ihr Leben in die Hand zu nehmen.“

      Es gibt viele Menschen die ernsthafte Probleme haben, und es ist nur bedingt möglich sein Leben in die Hand zu nehmen. Ganz einfach, weil es noch 7 Milliarden anderer Wesen gibt, die nicht daran interessiert sind, das Sie sich selbst verwirklichen.

      Zitat:“ist es auch die Fähigkeit gnadenlos ehrlich mit sich selbst zu sein und einen Weg zu“

      Wenn Sie wirklich gnadenlos ehrlich sind, dann haben Sie sicherlich auch eine Menge Glück und Hilfe dabei gehabt.

      Zitat: „Etwas gut zu können und eine Meisterschaft in einem Gebiet zu erreichen braucht 5-10 Jahre.“

      Erstens sind wir nicht bei Olympia, und zweitens kenne ich viele Menschen denen es schlecht geht, und die auf mehreren Gebieten Experten sind.

      Zitat: „wir selbst wählen, was wir werden.“

      Wenn Sie wirklich daran glauben würden, dann würden Sie es nicht ( vor vielen Menschen ) erzählen, sondern einfach ihr Leben leben. Komischerweise haben diese Erfolgsmenschen immer ein großes Mitteilungsbedürfnis. Sie wären nämlich sehr frustriert, wenn sie ihre Erfolgsgeschichte nicht jemandem mitteilen könnten. Selbstverwirklichung sieht anders aus.

  • Zum ersten Mal verspüre ich auch den Drang hier auf einen Newsletter-Artikel hin einen Kommentar zu schreiben. Auch mir ging es so, dass ich beim Lesen des Artikels ein wenig enttäuscht war und das Gefühl hatte, das habe ich jetzt doch schon X-mal gelesen. Und ich fand den Kommentar von Chiyo wirklich gut geschrieben und ins Mark getroffen. Ich denke auch, dass mit Durchhalten und Ziele verfolgen noch nicht der Weg zum Glücklichsein geebnet ist. Es braucht mehr dazu. Was Ralf in seinem Artikel schreibt klingt für mich richtig und gut als Weg, um selbst gesetzte Ziele erreichen zu können. Er passt wohl einfach nicht gut zur Überschrift „Das hier ist wahrscheinlich der Grund, warum Sie unzufrieden, unglücklich, zu dick oder krank sind“. Das kann nämlich viele Gründe haben.
    Zum Beispiel habe ich selbst an der Abstimmung vor zwei Wochen teilgenommen und habe angegeben, dass es mir so naja/nicht wahnsinnig toll geht. In meinem Fall liegt das daran, dass ich im Moment das Gefühl habe, meinen Platz im Leben noch nicht ganz gefunden zu haben. Irgendetwas fehlt noch, um mich „ganz“ zu fühlen. Und ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass ich die Tendenz habe, den Blick auf das, was fehlt und was noch nicht gut ist, zu richten. Anstatt auf all das, was schon gut ist und was mir jetzt schon geschenkt ist. Das ist auch eine weit verbreitete Eigenschaft, vermute ich. Der Artikel von Ralf hätte also auch hier ansetzen können.
    Gleichzeitig habe ich in letzter Zeit viele Dinge begonnen und auch durchgehalten. Das sind jeweils Dinge, die mir gut tun und mich glücklich machen (Sport, kreatives Schreiben). Diese habe ich durchgehalten, indem ich mir Routinen eingebaut habe. Und das funktioniert bei mir: feste Zeiten einplanen (am besten einen Kurs, zu dem man sich anmeldet, und dann gehen „muss“) und feste Regeln einführen (1x pro Woche zum Sportkurs gehen, am WE einmal laufen gehen). Das funktioniert unter anderem auch, weil es mir in dem Moment auch sehr viel Spass macht und gut tut und ich inzwischen schon dieses gute Gefühl nicht mehr missen möchte. Es muss also zusammenkommen, dass man sich Umstände verschafft, die einen durchhalten lassen, und dass man die Tätigkeit oder das Ziel als so wohltuend empfindet, dass man weitermachen will.
    Will sagen: ich habe also in puncto durchhalten und umsetzen von Zielen schon viele Fortschritte gemacht, und trotzdem habe ich bei der Abstimmung noch nicht angegeben „super, es könnte nicht besser gehen“. Das Problem mit dem „sich gut fühlen“ ist also etwas vielschichtiger.
    Insofern gebe ich sowohl Ralf als auch Chiyo (und den vielen anderen kritischen Kommentatoren) recht. Es muss vieles zusammenkommen, damit man sich richtig rundum gut und zufrieden fühlt (plus: gute Tagesform, weil das ja auch manchmal schwankt).
    Mein Fazit: jeder in dieser Diskussion hat etwas Gutes und Wichtiges gesagt und ich bin auch froh, dass es diese Diskussion gibt und so viele gute Beiträge dazu kamen. An Ralf gerichtet noch das Feedback, dass bei mir als langjähriger Leserin und auch Teilnehmerin der Kurse „Innere Stärke“ und „Selbstannahme“ in letzter Zeit ein bisschen oft der Eindruck entstanden ist, dass sich die Ratschläge wiederholen und auch, dass die Verweise auf neue Kurse ein wenig zu penetrant gesetzt werden. Klar, das ist ja das Geschäftsmodell von Zeit zu Leben. Aber gleichzeitig wäre es ja auch gut, wenn deine Leser an einen Punkt kommen, an dem sie sagen können: okay, jetzt habe ich an dem und dem Punkt gearbeitet und habe etwas verändert. Jetzt bin ich aber auch einfach mal zufrieden und versuche nicht weiter, zu optimieren. Aber das ist wohl ein Widerspruch innerhalb des Geschäftsmodells von ZzL, der nicht leicht zu lösen ist. Aufgabe der Leser ist es eben, sich immer nur das rauszupicken, was gerade passt…
    So, und jetzt juckt es mich in meinen Füssen – ich muss zu meiner allwochenendlichen Laufrunde aufbrechen!

    • Ulli schreibt am 11. Oktober 2015

      Zitat „In meinem Fall liegt das daran, dass ich im Moment das Gefühl habe, meinen Platz im Leben noch nicht ganz gefunden zu haben.“

      Wenn ich Deinen Artikel so lese, denke ich das Du Deinen Platz doch schon gefunden hast. Mach einfach weiter so.
      Ich jogge übrigens auch schon sehr lange. Bei schönem Wetter und ohne Ehrgeiz. so mache ich es auch mit anderen Dingen, und erreiche auch ( oder gerade deswegen ) ein aktzeptables Niveau.
      Und ich fühle mich endlich frei und zu Hause.

  • Noch ein Gedanke, der auch in den Bereich des Unbewussten fällt. Ein zugrundeliegenden Antrieb unseres Tuns (und Unterlassens) ist auch die Aufrechterhaltung unseres Selbstbild (bzw. Anteile dessen von dem wir glauben, wie uns andere sehen). Auch dem kommt man mit rationalen Überlegungen nicht bei, weil dieses Selbstbild und seine Aufrechterhaltung auch ein Selbstschutzmechanismus ist – im positiven Sinn kommt das bspw. im Beitrag von Ulli sehr gut zum Ausdruck.

  • Ich finde es schon spannend, dass die 4 Adjektive unglücklich, unzufrieden, dick und krank in der Überschrift verknüpft werden. Also dick und krank gleich unzufrieden und unglücklich?! Und für die Dicken wieder der ewige Segensruf nur mehr vernünftige Bewegung und gesunde Ernährung und alles wird gut. Das ist sehr knapp gesprungen.
    Ich bin durch eine Krankheit gezwungen worden, das Durchhalten aufzugeben. Jetzt werde ich auf noch dick. Und trotzdem geht es mir, seitdem ich das Aufgeben vieler Ziele akzeptiere, auf einmal ziemlich gut. „Ich muss gar nichts“ kann ein hohes Gut sein. Ich hoffe, ich halte das durch. ;-)

    • Crispina schreibt am 11. Oktober 2015

      In Petras Beitrag finde ich mich voll und ganz wieder. Aufgrund einer schweren Erkrankung habe ich 30kg zugenommen; wegen starker Schmerzen, die mich ohnmächtig werden lassen, kann ich nur noch in Begleitung spazieren gehen. Es forderte enorm viel Durchhaltevermögen, dies zu begreifen, zu akzeptieren und ich arbeite inmer noch daran, mich so zu lieben und dankbar zu sein,dass ich noch lebe. Die Anregungen von Ralf werden mir hoffentlich helfen, eine Fremdsprache zu erlernen, damit ich mich mit einer ausländischen Freundin fließender austauschen kann. Das Ziel habe ich erkannt! Bin mir noch nicht sicher, ob es wichtig ist, trotz meiner mentalen Ausfälle Vokabeln zu lernen und ein Erfolgserlebnis zu haben (ich war früher eine „Karrierefrau“ und dies so gewöhnt), oder auf meinen Körper zu hören und es mir gönnen, auch mal abzuhängen, wenn keine Kraft mehr da ist.
      Aus meiner Erfahrung lohnt es sich, an Dingen dranzubleiben, von denen ich überzeugt bin, dass sie mir gut tun. Wenn der innere Schweinehund kommt, ist es hilfreich, durchzuhalten und nicht gleich aufzugeben. Genauso wichtig fibde ich aber auch das Loslassen, wenn etwas nicht mehr zu mir passt, sei es eine Ernährungsform, Spirtart etc..
      Ralph, ich bin dankbar für deine Tipps. Nun muss ich nur noch herausfinden, was für mich wichtiger ist ;)

  • Spannende Diskussion, in der ich mich auch wiedergefunden habe. Bei mir gibt es durchaus Dinge, die ich schon seit vielen Jahren fast mühelos „durchhalte“ und andere bei denen ich leider immer wieder kläglich scheitere. „Durchhalten“ impliziert dabei einen Zwang oder aufzubringende Überwindung. Das ist es m.E. nicht. Im Grunde hängt es in meinen Augen vom Warum ab, besser noch vom Wozu (die Warum-Frage ist meist in die Vergangenheit gerichtet, verengt den Fokus und trägt das Risiko des Rechtfertigungsversuchs in sich. Die Wozu-Frage geht in die Zukunft und weitet den Fokus). Und die Warum/Wozu-Frage hat nicht nur die rationalen Antworten, sondern halt auch unbewusste Aspekte (Glaubenssätze, innere Widerstände & Co.). Ich denke, nur die Klarheit über die unbewussten Aspekte kann die Leichtigkeit beim „Durchhalten“ zurückbringen, nach der wir im Grund alle und zu Recht streben.

  • Ein guter Artikel – aber auch ich habe eigentlich fast erwartet zu lesen, dass alles mit der Selbstannahme beginnt. Bevor überhaupt irgendwo versucht wird, „durchzuhalten“. Bin mit den Kommentaren von Chyio total einverstanden.

    • Christiane schreibt am 11. Oktober 2015

      …das Selbst wird sehr früh verleuchnet durch das System der Familie… in einer Zeit wo das Kind ganz und gar – in diesem Fall- das Erwachsene Kind (Vater oder Mutter) oder /und die Erwachsene Kinder( beide Elternteile) blind vertraut, vertrauen muss. Es hat ja auch keine andere Wahl…Erst in der Adoleszenz richtet sich ein großteil der kindlichen Energie darauf, sich van der Familie zu lösen und deshalb übertreten Jugendliche häufig elterliche Geboten. Erst den Mut zur Selbst- verantwortung lässt sein eigenes Ich finden und sich von der Familie abnabeln.
      Wenn ich weiß wer ICH BIN ,wenn ich mich Selbst annehme, dann bekommt „durchhalten“ Flügeln.

  • Da ich auf dem zweiten Bildungsweg Abitur und Hochschulstudium gemacht habe, etliche Zusatzausbildungen und mehrere Programmiersprachen gelernt habe, und schon als 14 jähriger 50 KM Läufe ( bei über 30 Grad ) erfolgreich durchgeführt habe, bin ich eigentlich wohl kein Mensch der schnell aufgibt.
    Auf der anderen Seite ist es eine Herausforderung für mich einen Tag mit Leuten zu verbringen die ich nicht mag. Ich schaffe Dinge nicht die jeder Idiot mit links macht. Ich kann mich nicht „zusammenreißen“ und Dinge machen die man halt so tut. Das ist bei mir wirklich sehr extrem ausgebildet. Ich nehme mir seit einiger Zeit heraus nur das zu tun, was ich will. Und diese Freiheit verteidige ich wie ein Tigerin ihre Kinder. Dadurch bekommt man einigen Ärger mit der „Umgebung“. Aber im Laufe der Zeit gewöhnen sich die Anderen daran, und man wird sogar noch mehr respektiert und in Ruhe gelassen.
    Ich mache Dinge sehr erfolgreich, wenn ich diese für nützlich halte. Dann habe ich viel Energie, und da man älter wird, ersetze ich die eventuell fehlende Energie durch Strategie. Und ich mache nur Projekte die ich aus eigener Kraft erreichen kann. Das ist das ganze Geheimnis. Da ich dann eine sehr hohe Erfolgsquote habe, steigt das Selbstbewusstsein und das gibt Energie und Kraft für das nächste Projekt. Und das nächste Projekt ist dann eine Nummer größer.
    Ich verschwende keine Zeit mehr mit Schwachköpfen die mir sagen was für mich besser wäre, oder schaue Fernsehen und Werbung etc. Dadurch wird auch eine Menge Energie frei.
    So, nun habe ich noch zu tun, ein weiteres Projekt wartet.

  • Ein toller Artikel, fast schon ein Mini-Kurs, für die ganz normalen Probleme und Fragen, die einen manchmal über Jahre begleiten. Ob es das Gewicht, das dauerhafte Aufräumen oder das Lernen einer Fremdsprache u. ä. betrifft: Hier geht es um die frei getroffene Entscheidung, Dinge, die mich persönlich dauerhaft in meinem Leben stören, mir eventuell sogar meine Lebensfreude trüben oder mich einschränken, mit einem Konzept anzugegehen. Wie Ralf schreibt, gibt man sich selbst die Schuld, wenn man etwas nicht durchhält. Das muss nicht sein, dafür muss man aber die Gründe für das eigene „Versagen“ kennen. Zu wissen, an welchem Hebel ich ansetzen kann – nicht muss – zu wissen, was mir helfen kann, mein Ziel zu erreichen, welches ich mir selbst gesetzt habe, ist sehr wertvoll und hilfreich. Niemand sollte sich zu etwas zwingen, nur weil andere oder die Werbung es suggerieren. Hier geht es darum, was man für sich selbst erreichen möchte und wie man es schaffen kann. Danke für diesen Artikel und allen einen schönen Sonntag.

  • Auch bei mir hat der Artikel sehr widersprüchliche Gefühle ausgelöst, die in der anschließenden Diskussion wunderbar formuliert wurden! Ich bin im pädagogischen Bereich tätig und finde diese Methoden, die wir gerade aus der Wirtschaft bereits für Grundschulkinder übernehmen einerseits sehr hilfreich, andererseits geradezu gefährlich. In meinen Augen verschwindet damit die „es darf auch leicht sein im Leben“ Einstellung, die dann entweder zu einem Zusammenbruch führt, da ich jahrelang nicht meine ureigene Rolle lebe sondern eine antrainierte. Oder die Leute müssen in (s.o. beschriebenen wirtschaftlich motivierten) teuren Kursen genau diese Liebe zum Leben wieder mühsam erlernen. Sinnvoll finde ich sie jedoch auch, da genau das Durchhalten, die Langfristigkeit der Zielerreichung heute kaum mehr trainiert werden; eine kurzfristige und kurzsichtige Bedürfnisbefriedigung steht heute im Bereich der Erziehung im Vordergrund.
    Also, wie immer das Maß entscheidet! Schicke ich ein Pendel los, schwingt es stets zuerst im Maximum. Erst mit der Zeit pendelt es sich aus und findet seine goldene Mitte.
    Durch diese „heiße“ Diskussion hat der newsletter heute eine für mich äußerst hohe Wertigkeit erfahren!!!!! Ich hoffe sehr, dass Du Ralf das wahrnimmst und wertschätzt! Ohne dieser hätte es sich ehrlich gesagt manchmal langsam als „alleinige, heilsbringende Wahrheit/ ich weiß wies geht“ entwickelt.
    Bitte weiter so mit den Meinungen! Danke!

  • Nur auf der Verhaltensebene „rumschrauben“ wird wohl nicht gelingen… Sich den inneren Widerstände stellen ist zwar eventuell schmerzhaft, aber in obigen Beispielen unabdingbar.

  • Ich finde diese Diskussion ziemlich spannend.
    Durchhalten kann helfen, gute Gewohnheiten im Leben zu integrieren. Ich habe vor ca. 10 Jahren mit dem Laufen angefangen mit dem Ziel die Kondition zu verbessern und vielleicht etwas schlanker zu werden. Es hat fast 1,5 Jahre gedauert, bis es zu einem guten Teil meines Lebens gehörte. Ich habe regelmäßig Termine mit mir selbst gemacht und es war dann tatsächlich so, dass mir etwas fehlte, wenn ich nicht unterwegs war.
    Neben meinem inneren Schweinehund gab es aber auch Menschen von außen, die mich aus anderen Gründen bremsen wollten: wovor läufst du weg? das kann nicht gesund sein! übertreib es nicht!
    Ich bin zwar auch größere Strecken gelaufen, aber normalerweise 3 mal die Woche ca. 1 Stunde finde ich nicht übertrieben.
    Ich bin gewachsen an dem Durchhalten und das war für einige Menschen aus meinem Umfeld nicht angenehm. (Im übrigen ist das hier gerade ein Aha-Erlebnis)
    Ich finde den Optimierungswahn, den so viele betreiben, manchmal befremdlich.
    Es ist nicht alles gut, was gepredigt wird. Aber es lohnt sich in kleinen Schritten, die Punkte anzusehen, die unzufrieden machen und den Weg zu suchen, dass ich mich besser fühle.
    Vorher aber fragen warum, wozu will ich das.
    Und hoffentlich schon vorher wissen: Ich bin ok so wie ich bin.
    Aber mit besserer Kondition würde ich mich besser fühlen und dann auch jederzeit mit einem Sprint den Bus erreichen :-))

  • Moin zusammen!

    Uih, das sind ja schon heiße Diskussionen am Sonntagmorgen.
    Ich finde den Artikel und auch alle Kommentare sehr lesenswert, regen sie mich doch an, mich mit meinem persönlichen Durchhaltevermögen auseinander zu setzen. Durchhalten war lange Zeit auch meine Devise, wenn auch meist durch unbewusstes Verhalten. Ich war getrieben, Dinge zu beenden, die ich angefangen hatte, weil man es eben so macht – ein früherer Glaubenssatz.
    Heute weiß ich schon besser damit umzugehen und muss nicht alles – vor allem nicht das, was mir keinen Spaß bereitet – bis zum Ende durchhalten.

    Wenn ich aber wirklich einen starken inneren Wunsch in mir verspüre, etwas zu verändern und einen Wunsch habe, den ich umsetzen möchte, dann finde ich die Tipps von Dir, Ralf, durchaus hilfreich. Denn dann brauche ich einen Plan aus Durchhalten und stetigen Wiederholungen, um mir und meinen Gedankenmustern und über lange Zeit angelegten Synapsen im Gehirn überhaupt die Chance auf Veränderung und Ablösung durch neue Verhaltensweisen zu geben.

    Schönen Sonntag für Euch.
    Grüße, Anja

  • Leute, macht’s doch nicht so kompliziert! Jeder von uns kennt doch vermutlich Situationen, in denen sie oder er einen Aha-Effekt hat, der berühmte Groschen fällt oder einem einfach nur ein inspirierendes Zitat begegnet. Und dann ist man begeistert und weiß intuitiv, dass es das eigene Leben bereichern würde, wenn man diese Einsicht dauerhaft beherzigen würde. Die Frage, wie ich das in meinen Alltag integriert kriege, halte ich für eine der wichtigsten Fragen, die es im Bereich der bewussten Lebensgestaltung zu beantworten gibt. Und das hat erstmal gar nichts mit Wirtschaft und Optimierung und dem Wert eines Menschen zu tun.

    Wünsche allen einen richtig schönen Sonntag (der bei mir immer mit einer Tasse mit und dem Newsletter beginnt).

    Sascha

  • Hallo,

    ich habe mich über den Artikel sehr gefreut und finde ihn ganz gut.

    Sicherlich ist eine krankhafte Daueroptimierung ungesund aber es
    ging hier eher um Dinge die man von sich aus ändern will – nicht
    aufgrund von äußeren Anforderungen.

    Bei mir ist es der Sport. Ich weiß, dass mir Sports einfach gut tut.
    Trotzdem ruft immer wieder das Sofa obwohl ich genau weiß das
    es mir besser geht wenn ich mich bewegt habe – nach 60 Min Sport
    bin ich ausgeglichener und fühle mich wohler – nach 60 Min. SOFA
    bin ich müde und unausgeglichen.

    Für mich ist dies eine Sache die ich in den Griff bekommen möchte
    und da treibt mich nix und niemand sondern nur ich selbst weil es mir
    mit Sport einfach besser geht. Was nicht heißt, dass ich auch bewusste
    Sofaabende mit heißer Schokolade und Lieblingsfilm ablehne.

    Alles was zum verbissen durchhalten führt – und die Dinge die man nur ändern
    will weil „andere“ es von uns erwarten – sind ungesund, aber jeder hat doch auch
    Dinge die er von sich aus ändern will, weil es einem besser geht, man sich wohler
    fühlt.

    Gruss
    Birgit

  • DANKE!!!! <3

  • Ich habe mir den Artikel auch grade durchgelesen und stehe diesem mit gemischten Gefühlen gegenüber.
    Ich denke, wenn man noch nicht „Durchhalten“ kann, dann hat das einen Grund. Eventuell handelt es sich noch nicht um die richtige Sache oder es ist noch nicht an der Zeit um damit anzufangen.
    In vielen Dingen kann ich sehr gut durchhalten, in anderen weniger. Wenn ich aber wirklich in mich gehe und meine innere Stimme mir den Weg weist, dann bin ich in der Lage, diesen Weg auch zu gehen.
    Ich finde Zwang bringt nie etwas (ich glaube dazu bin ich zu sehr Yogini).
    Wenn ich mit Selbstzwang und Kontrolle arbeite, fehlt mir der Spaß und ich habe kein Selbstvertrauen in mich, dass ich es auch ohne Kontrolle schaffen könnte.
    Ich habe vor 1 1/2 Jahren meine Ernährung umgestellt. Wenig Zucker, viel Obst und Gemüse und Glutenfrei. Das habe ich durch Selbstliebe und positiven Affirmationen geschafft.
    Immer wenn ich wieder etwas Falsches gegessen habe, habe ich mir gesagt, dass es okay ist und ich nicht perfekt sein brauche und ich bei der nächsten Mahlzeit wieder die Chance habe, mich besser zu entscheiden.
    Da ich durch mein eigenes Vertrauen in mich selbst bestärkt habe, habe ich meine Ernährung erfolgreich umstellen können.

    Ich finde es lohnt sich immer zuerst den Weg der Liebe zu gehen! Es darf auch leicht im Leben sein!

    Liebe Grüße!

    • Ralf Senftleben
      Ralf Senftleben schreibt am 8. Oktober 2015

      Paloma, das ist vielleicht eines der großen Missverständnisse.

      Die meisten setzen Durchhalten mit Willenskraft und Zwang gleich.

      Durchhalten funktioniert für die meisten Menschen gerade nicht über Willenskraft, (Selbst)-Zwang und sich „einfach“ anstrengen.

      Durchhalten ist eine Frage des geschickten Wirkens, des Beobachtens, der positiven Selbst-Verstärkung. Also die richtigen Dinge in der richtigen Reihenfolge zu tun und sich geschickt innere und äußere Strukturen zu schaffen, die einen durchhalten lassen.

      Mir scheint, du machst das instinktiv richtig :-)

  • Der Artikel impliziert, dass man mit einem bessern Durchhaltevermögen zufriedener, gesünder und glücklicher wäre. Dem kann ich aus meiner Sicht leider nicht zustimmen. Ich wurde in meiner Kindheit auf Ausdauer, Disziplin und Durchhalten konditioniert. Wenn ich mir bestimmte Ziele vornehme, setze ich sie recht konsequent um. Das heißt, ich „quäle“ mich z.B. 2x/ Woche regelmäßig abends zum Sport, obwohl mir das Bett lieber wäre. Ich ernähre mich seit 2 Jahren kohlenhydratarm, um nicht zuzunehmen. Dadurch bin ich aber keineswegs glücklicher und zufriedener, ich vermisse so viele Sachen und beneide manchmal sogar die Dicken, die einfach genießen und Spaß haben können, ohne sich zu beschränken. Meinen letzten Job habe ich so lange brav und pflichtbewusst durchgehalten, bis mir mein Körper Grenzen gesetzt hat. Im Gegensatz dazu fällt es mir unheimlich schwer, mir über wirklich wichtige Lebensziele und Werte klar zu werden, dabei hat mich auch der Kompass-Kurs nicht weitergebracht. Vielleicht Angst vor dem Durchhalten?

    • Ralf Senftleben
      Ralf Senftleben schreibt am 8. Oktober 2015

      B.B., das ist ein spannender Einwand. Danke für dein Schreiben.

      Ok… Durchhaltevermögen macht dann tatsächlich alleine nicht glücklich. Sondern man muss auch die richtigen Dinge durchhalten.

      Es reicht nicht, die Leiter bis zum Ende hochzuklettern, wenn die Leiter an der falschen Wand steht.

      In deinem Fall fällt mir spontan ein: Lowcarb bzw. Kohlehydrtatarme Ernährung macht für viele Menschen echt schlechte Laune. Ich habe auch ein Weilchen damit herumexperimentiert, habe mich aber selbst nicht mehr ausgehalten, weil ich echt die ganze Zeit maulig war. Wenn etwas nicht funktioniert, auch wenn man es eine Weile durchgehalten hat, muss man halt etwas anderes versuchen.

      Genauso beim Sport. Vielleicht hast du einfach auch nur den falschen Sport?

      Es geht ja darum, mein Leben zu verbessern. Und eine Verbesserung ist immer eine Mischung aus gesund und „gutes Gefühl“. Nur gesund macht oft unglücklich. Nur „gutes Gefühl“ macht oft dick und krank.

      Es gilt Dinge zu finden, bei denen gesund und „gutes Gefühl“ beide da sind. Und das findet man durch eine Mischung zwischen Experiment und Durchhalten. Also experimentieren, aber dem Experiment lange genug Zeit geben,
      dass das auch wirken kann, was man versucht.

      PS: Wenn der Kompass-Kurs für dich nicht funktioniert hat, melde dich mal bei uns im Kundendienst, dann geben wir dir dein Geld zurück.

    • Anja schreibt am 11. Oktober 2015

      Hallo B.B. ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Da ist immer das (unterbewusste)Gefühl des Funktionieren müssen, was dich in der Form diszipliniert. Ich kenne diesess Problem. Und auch, das dadurch die Wünsche und die wirklichen Lebensziele auf der Strecke bleiben oder gar nicht erkannt werden. Ich bin gerade in der Phase, mir über meine Lebensziele klar zu werden, weil ich ähnlich „getickt“ habe, wie du. Aber ich bereue es nicht. Wenn du es schaffst, zu erkennen, was deinem Leben „wert“ gibt, wird es dir um so leichter fallen, es umzusetzen. Ich wünsche dir alles Gute.

    • J.N. schreibt am 12. Oktober 2015

      @BB.: Geht mir auch so. Es gibt Bereiche, in denen ich durchaus über Durchhaltevermögen verfüge (aber das sind ausgerechnet die Bereiche, die mir selbst schon als Kind wichtig waren) Aber in anderen Bereichen (wie Ernährung oder Ordnung :-) in denen meine Mutter alles gegeben hat mich zu Disziplin zu erziehen, würde ich das Gefühl des Versagens haben, wenn ich es zuließe ;-)

      Nachdem auch mein Körper mir die von dir, B.B., erwähnten Grenzen aufzeigte habe ich zwei Jahre Psychotherapie gemacht. Nun versuche ich, ich selbst zu sein, und spüre immer mal und immer öfter, dass ich so etwas ähnliches wie glücklich und zufrieden bin. SElbsthilfeseminare haben eben ihre Grenzen und helfen nur, solange das Problem im Informationsdefizit zu suchen ist. Ab einem bestimmten Punkt braucht man das Gegenüber für die persönliche Entwicklung. So wie ich meine Therapeutin, die mir quasi als Gegenpart zu meiner eigenen Mutter erlaubt hat, die Wollmäuse unterm Sofa liegen zu lassen.

  • Ich finde mich in dem Artikel wieder – 100%
    Und ja, kann sein, dass diese Dinge immer breit getreten werden und sich alles irgendwie überall wiederholt……. ABER nur, weil es eben wahr ist :-)

    Und wenn in den Ideen von Ralf (er hat sie nun einmal zusammengefasst, deshalb sage ich seine) auch nur eine dabei ist, die mich in meiner Entwicklung voranbringt, dann habe ich doch schon gewonnen.

    Ich bin neugierig auf mehr….

    • pauline212 schreibt am 14. Oktober 2015

      Hallo Christoph, deine Aussage: „…und wenn in den Ideen nur eine dabei ist, die mich in meiner Entwicklung weiterbringt, dann habe ich schon gewonnen…“gefällt mir total gut!!!! Ich glaube, wer so denken kann, der ist schon auf der „Gewinnerspur“:-) LG, Pauline

  • Hallo,
    Durchhaltevermögen in den Oualitäten, die mir gut tun u./o. die der gesunde Menschenverstand flüstert oder oft llaut sagt und sich im Widerstreit mit meinem Bauchgefühl als Gegenpol befindet frührt doch schon zu Unterlassungen, die mich im Nachhinein unzufrieden machen und mich auf Dauer stressen können. Ich habe dann nicht das getan, was mir den Tag mit (angenehmen) Erfahrungen bereichern könnte sondern mein „Schweinehund“ in dem Fall Niedergeschlagenheit, endlos-sinnloses Gedankenkarussell oder Geplapper und eine körperliche Schwere haben gesiegt. Ich würde mich über die Weiterverfolgung des Themas freuen. Es gibt für mich ein großes und 1-2 kleinere handhabbare Ziele, die ich gern erreichen möchte neben dem „Liebhaben“ des „inneren Schweinehundes“.

    Herzlich dankende Grüße

    Sabine

  • So leid es mir tut, aber es gab auf dieser Website noch nie einen Artikel, dem ich so vehement widersprechen musste, wie diesem.

    Die zentrale Frage ist sicherlich gut formuliert und regt die Neugier an. Warum wir dieses und jenes als Problem empfinden, damit sollte sich wirklich jeder in seinem Leben einmal auseinandergesetzt haben. Doch leider beantwortet der Artikel diese Frage gar nicht, sondern verweist lediglich darauf, warum wir besagte Probleme meist nicht lösen können. Weil es uns an Willenskraft und Durchhaltungsvermögen mangelt. Punkt. Es folgen die üblichen, repetitiven Selbstoptimierungstipps.

    Nach dem Lesen der Überschrift, hatte ich mich eigentlich auf eine spritzige, philosophische Diskussion gefreut, warum wir bestimmte Dinge überhaupt als Probleme wahrnehmen – allen voran natürlich die berühmt-berüchtigten „First World Problems“. Denn, soviel steht fest, Beispiel-Thorsten hat offensichtlich noch keine richtigen Probleme gehabt, so wie er hier herumjammert. Doch ich sollte nicht allzu streng mit ihm sein, denn seine chronische Unzufriedenheit ist schließlich gewollt und Teil einer wirklich brillanten Manipulationsmasche.

    Des Rätsels Lösung ist nämlich eigentlich ganz einfach: All die kleinen menschlichen Sorgen und Nöte sind, wenn man es geschickt anstellt, eine wahre Goldgrube. Wer ein Produkt anbietet, dem ist natürlich daran gelegen, dass möglichst viele Menschen es haben wollen. Also suggeriert man ihnen auf alle erdenklichen Arten, dass sie dieses Produkt brauchen. Früher setzte die Werbung vor allem auf plumpe Heilsversprechen, heute drohen dagegen unterschwellige Sanktionen, die all die unwilligen, unfähigen und undisziplinierten Thorstens dieser Welt in einen Gewissenskonflikt treiben.
    Doch je mehr sie den vermeintlichen Idealzustand zu erreichen versuchen, desto stärker werden sie sich ihrer eigenen Unzulänglichkeit bewusst, denn sie werden nie gut genug sein. Es gibt kein Ziel. Wer etwas erreicht hat, wird mit neuem Frust belohnt. Denn egal, wie aufopfernd sich Thorsten optimiert, er wird immer neue Probleme finden, die er angehen muss. Und daran sind mittlerweile nicht einmal mehr diejenigen schuld, die den Stein ins Rollen gebracht haben. Der Konflikt ist bereits so fest in Thorstens Kopf verankert, dass er immer etwas an sich finden wird, womit er hadern kann. Und er wird immer stärker gegen seine eigene Natur arbeiten, um dem Ideal näher zu kommen. Was zu noch mehr Unzufriedenheit führt. Ein Teufelskreis.

    Wenn man über viele Jahre mit so einem Beispiel-Thorsten zusammengelebt hat, den sein Optimierungswahn am Ende in eine Depression getrieben hat, dann fragt man sich natürlich zu recht, wie man solchen Menschen helfen kann. Vor allem, wenn man selbst völlig anders veranlagt ist und nur schwer nachvollziehen kann, warum so viele Leute diesen Wahnsinn bereitwillig mitmachen. Dies zu erörtern, wäre einen Artikel wert gewesen. In dieselbe Kerbe zu hauen, nicht.

    • O. J. schreibt am 7. Oktober 2015

      Ich stimme Chyio voll und ganz zu. Von diesen Artikeln gibt es schon zu viele. Und alle mit den gleichen banalen Beispielen: ich bin zu dick, ich bewege mich zu wenig, ich will mehr Ordnung, mehr Disziplin, ich muss mich weiterbilden, meditieren und und und. Wir wissen das alles und trotzdem klappt es nicht, weil ja weil das Leben nicht so ganz einfach ist, weil wir nicht isoliert leben in der Welt, und weil das Hecheln von Zielerreichung zu Zielerreichung, von Optimierung zu Optimierung im Burnout endet.

    • Ralf Senftleben
      Ralf Senftleben schreibt am 7. Oktober 2015

      Chiyo, Ich höre deinen Frust.

      Ich glaube, du vermischt hier zwei Dinge, die in manchen Fällen zusammengehören können, aber nicht zwingend zusammengehören müssen.

      Denn etwas erreichen zu wollen oder zu müssen hat nicht zwingend etwas mit Selbstoptimierungswahn zu tun.

      Natürlich gibt es Menschen, die sich von innen heraus permanent selbst überfordern und so vielleicht auch in einem Burnout landen. So wie du es offensichtlich bei jemandem erlebt hast.

      Aber ich würde aus der persönlichen Erfahrung nicht unbedingt eine allgemeingültige Schlussfolgerung ableiten.

      Die meisten Burnouts entstehen meiner Erfahrung nach eher aus beruflicher oder privater Überforderung heraus. Wenn ich einen Angehörigen pflegen muss oder beruflich zu stark gefordert werde.

      Es gibt halt aber viele ganz normale Menschen, die wollen etwas erreichen, um ihre Lebensqualität zu verbessern.

      Um sich einen Traum zu erfüllen. Oder weil sie einfach mehr wollen vom Leben.

      Oder auch nur weil ihr Arzt ihnen stark empfohlen hat, sich mehr zu bewegen und Gewicht zu verlieren.

      Das ist meistens kein innerer Optimierungszwang sondern einfach nur der Wunsch nach einer positiven, zielgerichteten Veränderung. Oder die Notwendigkeit.

      Damit das eigene Leben besser wird.

      Und hier scheitern die meisten, genau weil ihnen Durchhaltevermögen fehlt. Und hier geht es genau nicht darum, sich mehr Druck zu machen, sondern geschickter und klüger vorzugehen.

      Denn das Scheitern an sich selbst verursacht nach meiner Erfahrung viel mehr Stress, als wenn ich einfach das tue, was notwendig ist, um mein Ziel zu erreichen.

      Ich bin bei dir, wenn du sagst: „Hört auf Euch permanent selbst zu überfordern und immer mehr zu wollen.“

      Und ich glaube, Selbstüberforderung entsteht genau dann, wenn ich nicht weiß, wie menschliche, zielgerichtete Veränderung und insbesondere Durchhalten funktioniert.

      Deswegen bleibe ich bei meiner These: Durchhaltevermögen ist eine Quelle von Lebensglück und Lebenszufriedenheit. Und fehlendes Durchhaltevermögen eine Quelle von Stress, Schmerz und Versagensgefühlen.

    • Chiyo schreibt am 7. Oktober 2015

      @ O.J.: Danke! Sie haben verstanden, was ich ausdrücken wollte.

      @ Ralf Senftleben: Frust ist nicht wirklich das richtige Wort. Bei mir schrillen eher sämtliche Alarmglocken, wenn ich sowas lese. Ja, ich habe diesen Akt der Selbstzerstörung einmal hautnah miterlebt, aber im Grunde sehe ich sowas in meinem Umfeld tagtäglich. Und dafür finde ich einfach kein anderes Wort mehr, als Optimierungswahn. Das hat nichts mehr mit einer Verbesserung des eigenen Lebens zu tun – das ist Fremdbestimmung zugunsten cleverer Geschäftsleute.
      Den Menschen wird permanent von allen Seiten eingetrichtert, wie sie idealerweise zu sein haben. Wie sie besser, klüger, erfolgreicher, schöner, schlanker und zufriedener werden können. Und nicht wenige hecheln verzweifelt jedem Trend hinterher, um dieses Ziel zu erreichen. Glücklich ist dabei aber erstaunlicherweise kaum einer. Komisch, nicht wahr? Dabei tun diese Menschen doch alles, was das Leben angeblich so lebenswert macht. Sie erlegen sich Fitnessprogramme auf, stellen ihre Ernährung nach den neuesten ökotrophologischen Empfehlungen um, üben Verzicht, murmeln Mantras, lesen fleißig sämtliche Ratgeber, meditieren, fahren mit dem Rad zur Arbeit und trennen sogar noch ihren Müll nach Farben. Doch sie tun es weder aus ureigenem Antrieb, noch weil es sie glücklich macht.
      Wenn man die Menschen einmal genauer beobachtet, dann merkt man sogar ziemlich schnell, dass sie es vor allem aus Angst tun. Und damit meine ich eine irrationale, heimtückische, zerstörerische Angst, die vor allem jene befällt, um deren Selbstbewusstsein es eh schon nicht sonderlich gut bestellt ist. Die Leute wirken kopflos und sehen ihr perfektes Weltbild ständig in Gefahr. Sie ärgern sich über die Undisziplinierten, die scheinbar ohne Ziele in den Tag hineinleben und das Leben genießen. Oder sie verzweifeln daran, dass sie trotz aller Anstrengungen niemals so perfekt sind, wie sie es gerne wären.
      Und das Perfide daran ist die eiskalte Berechnung, die dahintersteckt. Glückliche Menschen nützen der Wirtschaft nichts, weil sie kein Geld einbringen. Nur die Unzufriedenheit weckt ihre geheimsten Sehnsüchte. Und um diese Unzufriedenheit zu schüren, wird nach ganz bestimmten Mustern idealisiert und pathologisiert. Und die Leute schlucken es. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich über soviel Leichtgläubigkeit ja fast schon amüsieren. Aber es tut einfach nur weh, wenn man miterlebt, wie sich ein geliebter Mensch selbst zugrunde richtet, weil er glaubt, nur dann glücklich sein zu dürfen, wenn er einem vermeintlichen Ideal entspricht.
      Falls man auf zeitzuleben.de tatsächlich der Meinung sein sollte, dass sich der Wert eines Menschen nach dem Grad seiner Optimierung (oder seinem Optimierungswillen) richtet, dann war das heute wohl mein letzter Besuch auf dieser Webseite.

    • Ralf Senftleben
      Ralf Senftleben schreibt am 8. Oktober 2015

      chiyo: Oha, ich habe nirgends geschrieben, dass wir den Wert eines Menschens an seinem Optimierungsgrad festmachen. Warum so polemisch?

      Und wie schon gesagt: Was du in Sachen Optimierungswahn beschreibst gibt es natürlich auch. Aber das Hinterherjagen jedes Trends ist ja genau das, was ich meine. Kein Durchhaltevermögen in dem, was man angefangen hat. Wenn ich nichts durchhalte bin, ich nach dem Scheitern natürlich wieder offen für neue Heilsversprechen.

      Und deine in meinen Augen teilweise berechtige Kritik an der heutigen Wirtschaft und dass diese Bedürfnisse von Menschen ausnutzen hat doch auch nichts mit dem Thema Durchhaltevermögen zu tun.

      Das Problem ist doch hier ein anderes: Das Menschen nicht selbstbestimmt sind und kein gutes Gefühl dafür haben, was ihnen wirklich gut tut.

      Will sagen: ich kann deinen Schmerz nachvollziehen, aber er hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was ich geschrieben habe.

      Denn ich sage hier ja nicht: Optimiert immer weiter und weiter. Sondern nur: lernt das durchzuhalten, was ihr angefangen habt, dann verbessert ihr Euer Leben.

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