Tagebuch inkl. Videokurs Gelassenheit

Trotz Zweifel zu einer Entscheidung kommen

„Unsere Zweifel sind Verräter und häufig die Ursache für den Verlust von Dingen, die wir gewinnen könnten, scheuten wir nicht den Versuch.“

Viele Menschen werden diesem Zitat von William Shakespeare wohl zustimmen. Doch hat der Meister des Dramas recht? Sind unsere Zweifel nur störende Bremsen? Oder haben sie auch etwas Gutes?

Warum gibt es Zweifel? 

„War das wirklich die richtige Entscheidung?“

Bestimmt ist dir diese Frage schon einmal in Gedanken aufgetaucht – nach einem Umzug, einer Trennung oder einem Jobwechsel. Aber warum kommen diese nagenden Zweifel gerade in solchen Situationen?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: weil wir eine wichtige Entscheidung treffen bzw. getroffen haben. Wir begeben uns auf unbekanntes Terrain und wissen nicht, was die Zukunft bringt. Es ist, als laufe man durch einen dunklen, unbekannten Raum – auch dann würden wir es mit der Angst zu tun bekommen.

In früheren Zeiten hatten Zweifel tatsächlich eine überlebenswichtige Funktion. Stell dir eine Gruppe Urmenschen vor, die einen unbekannten Wald durchqueren will. Doch plötzlich entdecken die Fährtenleser Spuren von Raubtieren auf dem Boden. Wäre es dann nicht klug, Zweifel an dem gefassten Plan zu haben und lieber eine neue Route zu suchen?

Unser Überleben hing in früheren Epochen von zahlreichen Entscheidungen ab. Bereits ein Fehlentschluss konnte fatale Folgen haben. Umso wichtiger war es, Entscheidungen genau zu durchdenken.

Inzwischen sind die meisten unserer Entscheidungen nicht lebensgefährlich. Wenn wir eine Beziehung beenden, ist dies nicht existenzbedrohend. Genauso werden wir von Sozialsystemen aufgefangen oder können uns einen neuen Job suchen, wenn es mit der beruflichen Selbstständigkeit doch nicht klappen sollte.

Vor oder nach einer Entscheidung 

Als besonders lähmend und quälend empfinden wir Zweifel, die aufkommen, bevor wir eine Entscheidung getroffen haben. Dann treten solche Gedanken zutage:

  • Das wird sowieso nichts.
  • Das ist viel zu riskant.
  • Lass es lieber bleiben.

Diese Zweifel meinte Shakespeare wohl in seinem Ausspruch. Er sieht die Zweifel als Bremsen für unser Potential. Seiner Meinung nach verraten sie uns, wenn wir etwas erreichen wollen.

Zweifel können aber auch auftreten, nachdem wir uns entschieden haben. Diese Zweifel lähmen nicht, sondern verunsichern uns. Wir fragen uns, ob unsere Wahl wirklich die bestmögliche war.

Bei beiden Varianten sind wir nicht im Hier und Jetzt. Entweder fürchten wir uns vor der Zukunft oder wir hadern mit der Vergangenheit.

Was kann ich tun, wenn ich zweifle?

1. Zweifel bewusst machen

Such dir einen ruhigen Ort und plan genügend Zeit ein. Balancier deine Entscheidungsfrage für einige Zeit im Kopf. Dann höre genau hin, welche Zweifel aus deinem Inneren kommen, und schreib sie alle auf ein Blatt Papier. Denk dabei nicht nach, schreib einfach auf, was dir einfällt. Wenn du fertig bist, lies dir deine Zweifel in Ruhe durch und frag dich bei jedem einzelnen:

„Wovor möchtest du mich ganz konkret beschützen?“

Zum Beispiel:

  • davor, viel Geld zu verlieren
  • davor, mich mit meiner Familie zu überwerfen
  • davor, betrogen zu werden

Vielleicht hat ein Teil von dir Angst vor finanziellen Engpässen, wenn du in die Selbstständigkeit gehst. Oder du fürchtest dich vor Einsamkeit, wenn du deinen Partner verlässt. Frag dich aber auch bei jedem Zweifel:

„Was kann ich gewinnen?“

Zum Beispiel:

  • Ich könnte selbstbestimmter arbeiten und leben.
  • Ich könnte eine noch viel glücklichere Beziehung finden.
  • Ich könnte endlich meinen Traum wahr machen und eine Weltreise machen.

Zweifel sind wie Kinder: Sie brauchen Trost, Schutz und gutes Zureden.

Zugegeben: Es ist nicht einfach, seinen Zweifeln Offenheit und Verständnis entgegenzubringen. Doch sie aufzuschreiben, holt sie aus ihrem dunklen Versteck hervor und erleichtert dir den Umgang mit ihnen.

2. Die Zweifel annehmen 

Das beste Mittel, um sich von deinen Zweifeln nicht blockieren zu lassen, ist deren Wertschätzung.

Begrüß die Zweifel als Vertraute in deinem Leben, denn sie möchten nur das Beste für dich.

Zweifel sind auch immer Begleiterscheinungen des Mutes. Die Literatur ist reich an Protagonisten, die sich voller Zweifel ihrem Schicksal stellen. Oder denk an Bruce Lee in seinen Filmen – nur durch hartes Training war er gut genug, um gegen seine Herausforderer anzutreten. Hätte er sich genauso intensiv vorbereitet, wenn er keine Zweifel an seinem Sieg gehabt hätte?

Deine Zweifel geben dir wichtige Warnhinweise und sorgen dafür, dass du mit Bedacht handelst.

Doch genau wie Freunde dir deine Entscheidungen nicht abnehmen können, solltest du auch den Zweifeln nicht zu viel Raum in deinem Leben geben.

Denn wenn wir Zweifel über uns bestimmen lassen, geben wir das Ruder aus der Hand. Wir werden dann ängstlich, zögerlich und unser Selbstvertrauen schwindet.

Sie sind Impulse, die uns zum Nachdenken anregen können. Wir sollten ihnen jedoch nicht erlauben, uns zu lähmen.

Vertrau stattdessen den Qualitäten, die du mit in dieses Leben bekommen hast: Intuition und Vernunft, Bauchgefühl und Verstand.

Fazit 

So unangenehm sie auch sind: Zweifel gehören zu einer guten Urteilsfindung dazu. Viele Entscheidungen sind komplex und jede von ihnen hat Folgen. Es ist daher ein wichtiger Prozess, sie zu reflektieren oder vorab gründlich zu durchdenken.

Begegne deinen Zweifeln mit Mut und Entschlossenheit. Dank deiner Intuition und deinem Verstand bist du in der Lage, gute Entscheidungen zu treffen – glaube daran und frag dich: Wovor willst du mich beschützen? Wie realistisch ist es, dass dieser Fall eintritt? Und was gewinne ich, wenn ich mich trotz meiner Zweifel entscheide?

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Über Benjamin Brückner

Benjamin Brückner ist Schriftsteller, Texter und Schreibcoach.
In seinem Blog schreibt er regelmäßig über literarische, philosophische und gesellschaftliche Themen. Seine Bücher nähern sich mit viel Humor und Scharfsinn den Herausforderungen des Lebens. Doch verlief sein Werdegang keineswegs linear und widerstandslos, weshalb seine Expertise in den Bereichen Selbstständigkeit, Kreativität und Mut liegt.
Aktuell arbeitet er an einem kritischen Roman über den Schlankheitswahn der Mode-Industrie.

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Kommentare

  • der Text gefällt mir an sich sehr gut, er liesst sich allerdings sehr „contra“ Zweifel. jeder Zweifel hat seine Wurzel und kommt nicht aus Lust und Laune in dein leben. hätte ich öfters meinen zweifeln vertraut, mein leben wäre besser.
    das schlimme ist nämlich, wenn sich deine Zweifel bewahrheiten, dann kann dich auch das quälen und sogar ein leben lang.
    kurz, deine zweifel loswerden ja, durch vertrauensgewinn in die getroffene Entscheidung oder aber auch durch vertauensgewinn in den Zweifel.

  • Mich machen meine Zweifel völlig wahnsinnig, gehe beinahe kaputt daran. Jede noch so kleine und unbedeutende Frage oder selbst Entscheidung schaffe ich durch Zweifel (überwiegend an mir selbst) zu zerdenken. So werfe ich getroffene Entscheidungen kurz vor der Umsetzung oft wieder über den Haufen und bin völlig gelehmt und blockiert von meinen Selbstzweifeln.

    Es fällt mir schwer da etwas Positives zu erkennen…

    Trotzdem Danke für den äußerst gelungenen Artikel. :)

    • Christian schreibt am 16. November 2014

      „gelehmt“ sollte natürlich „gelähmt“ heißen…

  • Wie gesagt, es geht mir micht um die Zweifel an Entscheidungen. Meine Zweifel bzw. mein Hinterfragen ist eher wie soll ich sagen… innerlich.

  • Ich bin der geborene Zweifler. Ich finde es ziemlich schwierig Zweifel auszublenden. Mir geht es oft so, dass ich Dinge in meinem Leben ständig hinterfrage. Da hilft auch kein Pro und Kontra Denken. Bei mir geht es da nicht um Zweifel an Entscheidungen die ich treffe sondern eher um Selbstzweifel. Ich hab noch keinen Weg gefunden diese abzustellen.

    • ulli schreibt am 16. November 2014

      Hallo Anke,

      mir geht es genauso, das ich Dinge hinterfrage. Ich finde diese Eigenschaft aber positiv. Und meine Selbstzweifel sind gerade deshalb verschwunden, weil ich die Dinge hinterfragt habe. Indem ich Dinge, die mir passiert sind genauer analysiert habe, konnte ich feststellen, das ein scheitern eines Projektes nicht unbedingt etwas mit mir zu tun hatte.
      Oft lagen die Dinge außerhalb meines Einflussbereiches, oder ich hatte eine falsche Vorstellung bezüglich der Sache. Es werden ja oft auch Dinge positiver Dargestellt als sie sind, so das man bewusst getäuscht wird. Wenn etwas für mich gut war und ich voll hinter der Sache stand, dann konnte mich nichts aufhalten. Ich denke so ist das bei den meisten Menschen. Also kein Grund um an sich selbst zu zweifeln. Manchmal macht man auch einfach Fehler, weil man ja nicht klug geboren wird. Wenn man dann endlich klug ist, sieht man wie dämlich alles um uns herum ist. Dann zieht man sich zurück oder sucht sich gleichgesinnte. Im Mainstream wird ein kluger Mensch sicher nicht glücklich.

  • @Ulli, Sie haben recht – Gefahren sind in unserer modernen Welt nicht mehr rein physischer Natur. Doch die Angst ist nach wie vor in uns verankert und kommt bei kritischen Situationen zum Vorschein. Deshalb versuche ich im Beitrag, die Ambivalenz von Zweifeln auszudrücken. Zweifel können hilfreich sein, sie können aber genauso gut blockieren. So ähnlich verhält es sich ja auch mit negativen Gefühlen – sie können Impulse zum Handeln geben oder uns am Fortkommen hindern.

  • Auch wenn die meisten Entscheidungen nicht lebensgefährlich sind, so sind die Gefahren heutzutage doch oft genauso schlimm. Meiner Meinung nach, sind die Gefahren noch viel zahlreicher. Man kann durch eine Unterschrift sein Haus und Hof verlieren.Heutzutage kann man sich nur durch Wissen schützen. Körperliche Stärke ist nicht mehr so von Bedeutung, auch wenn die Gewalt leider noch längst nicht ausgestorben ist.
    Zweifel haben eine positive und negative Eigenschaft, wie alle Dinge im Leben. Es gibt im Prinzip keine eindeutigen positiven oder negativen Eigenschaften, genauso wenig wie es richtig oder falsch gibt. Werte verändern sich im Laufe der Zeit. Oft auch durch bewusste Manipulation von bestimmten Gruppen. Darum sollte man kritisch bestimmte Dinge überprüfen und auch sogenannte schlechte Eigenschaften auf ihren Nutzen hin überprüfen. Z.B. Feigheit kann uns vor Kriegen schützen. Tapferkeit hat uns schon einmal ins Verderben geführt. Wenn der Arbeitgeber das positiv besetzte Wort Flexibilität benutzt, meint er damit ständige Verfügbarkeit. Oft werden wir auch gelobt ( manipuliert ), damit wir weiter funktionieren. Diese Art der Manipulation ist oft erfolgreicher als Drohung oder Tadel. Man sollte also immer beide Seiten betrachten. Wenn ich so positiv bin, das ich das Negative nicht wahrnehme, kann ich schnell die Gefahren übersehen. Wenn ich vor lauter Zweifeln gar nichts mache, kann ich mich nicht weiter entwickeln.

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