Selbstannahme-Challenge 2017

Übereifrig

zen-meister

Ein junger Schüler war für seinen besonderen Eifer bekannt. Er meditierte Tag und Nacht und wollte seine Übungen nicht einmal zum Essen oder Schlafen unterbrechen.

So wurde er immer dünner und dünner und auch die Erschöpfung nahm zu.

Der Meister rief ihn zu sich und riet ihm, langsamer vorzugehen und nicht zu viel von sich zu verlangen. Das aber wollte der Schüler nicht hören.

„Warum hast du es so eilig?“ fragte ihn da der Meister.

„Ich strebe nach Erleuchtung.“ sagte der Schüler. „Da habe ich keine Zeit zu verlieren.“

„Und woher weißt du, dass die Erleuchtung vor dir läuft, so dass du ihr hinterherlaufen musst?“ fragte ihn der Meister. „Es könnte doch auch sein, dass sie hinter dir ist und dass du nichts weiter tun musst, als stillzustehen…“

Nach Feldman/Kornfield: „Stories
of the Spirit“, leicht umgeschrieben

 

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Kommentare

  • Christine Leßmann schreibt am 24. September 2012 Antworten

    schöne Geschichte….. die kleine „Wirklichkeit“ lässt für die große „Wirklichkeit“ oft keinen Platz

  • Ich musste schmunzeln, als ich soeben diese Geschichte las, denn ich habe diese am letzten Meditationsabend meiner Gruppe vorgelesen, als ein Teilnehmer in die Runde warf:“ wie merke ich, dass ich mal erleuchtet bin.“ Vielleicht sollten wir alle mal mehr in die Stille gehen – nicht warten – sondern nach innen hören – und „es“ geschehen lassen. Je mehr ich in die Stille gehe, nach innen höre, desto klarer sind meine Entscheidungen und je klarer sehe in meinen Weg, den ich zu gehen habe.

  • Vielen Dank für diese beschaulichen Worte zum neuen Tag.
    …ich lege mich glaub wieder hin und warte.

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