Vom kleinen Tiger

Schaf oder Tiger_

Es war einmal ein kleiner Tiger. Seine Mutter war gleich nach seiner Geburt gestorben und es hatte sich eine Herde von Schafe seiner angenommen, die in der Nähe weidete. Die Schafe nahmen den Tiger als einen der ihren auf.

So wurde aus dem kleinen Tiger bald ein großer und stattlicher Tiger. Aber er benahm sich wie ein Schaf. Er fraß Gras, blökte wie ein Schaf und suchte den Schutz der Herde. Obwohl tief in ihm die Kraft eines Tigers schlummerte, glaubte er fest daran, ein Schaf zu sein.

Nun schlich sich eines Tages ein alter Tiger an die Schafherde heran, um eines von ihnen zu reißen. Als er den jungen Tiger inmitten all der Schafe grasen sah, wollte er seinen Augen kaum glauben. Er jagte zu ihm hin, packte ihn am Nackenfell und schleppte ihn zu einer Wasserstelle. Der junge Tiger roch wie ein Schaf und wehrte sich ängstlich gegen die Behauptung des alten Tigers, er sei kein Schaf, sondern eine Raubkatze.

Der alte Tiger bestand darauf, dass der junge Tiger sich sein Spiegelbild im Wasser anschaute. Und da stellte er fest, dass er wirklich kein Schaf war, sondern ein Tiger!

In diesem Moment brach ein gewaltiges Brüllen tief aus seinem Inneren hervor und er erkannte seine wahre Natur.

gefunden in: Ulrike Dahm und Erich Keller:
Sei dein bester Freund, leicht geändert

 

 

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Kommentare

  • Hmmm, der Ausgang der Geschichte bleibt unserer Phantasie überlassen ;-) und ich denke mal, dass sie entsprechend unserer Erfahrungen und Informationen endet – jemand mit negativen Erfahrungen (Gewalt, Angst etc.) wird anders darauf reagieren als jemand, der angstfrei und friedlich erzogen wurde. Ich stelle mir vor, dass der kleine Tiger zwar weiß wie stark und gefährlich er sein kann und entsprechendes Selbstbewusstsein hat, aber es nicht zum Negativen anderen gegenüber ausspielt <3

  • ich lese hier sehr viel negatives….ich bin in einer Gewalt Familie groß geworden.seit jeh her hasse ich Gewalt und habe sie bis heute nicht angewandt. mein damaliges Fazit war, ich werde den negativen roten faden durchbrechen,den ich erlebt habe. und…es ist mir gelungen.wenn ich nicht diese Erfahrung gemacht hätte,wäre ich nicht die, die ich heute bin.

    • Alois schreibt am 8. August 2016

      Ich komme aus einer Familie (bin jetzt über 60), in der wir einen Vater hatten, der durch eine schwere Kriegsverletzung und der damit verbundenen Folgen für sein Leben so geprägt war, dass er oft erhebliche Gewalt uns Kindern gegenüber angewandt hat. Ich habe ihm das, nachdem ich die Gründe verstanden habe, gerne verzeihen können.
      Ich finde es lustig, wie in den Kommentaren versucht wird, die Geschichte an sich zu „verbiegen“. Ich bin ein Freund der Einfachheit:
      1) der (Schaf-) Tiger weis nicht, dass er ein Raubtier ist und frisst Gras und jetzt könnte jemand, der nicht weis, wie die Natur „tickt“ auf den Gedanken kommen, dann hat er ja was zu fressen und „Gewalt“ wendet er auch nicht an. Ungünstig ist es zu denken, dass ein Tier denken kann.
      2) der Tiger weis, dass er ein Tiger ist und dann bleibt es natürlich offen, was er tut….. wesentlich ist nur ein…..ER KANN ENTSCHEIDEN…. Weil er ein nicht denkendes Tier ist und nicht in „gut“ und „Böse“ Kategorien einteilt…. fresse ich meine Herde (Rudel) oder nicht, oder fresse ich doch weiterhin Gras, weil ich mich dran gewöhnt habe.
      Übertragen auf uns heißt das FÜR MICH, je besser ich mich kenne, desto besser werden meine Entscheidungen sein können, was ich auch immer unter Besser verstehe. die Wege, die ich wählen kann sind mehr und weil ich
      als Mensch denken und abwägen kann steht mir jetzt mehr zu Verfügung, meine Verantwortung hat sich aber auch erhöht, das für mich Richtige zu tun.

  • Es geht wohl in dieser Fabel darum, seine wahre Natur zu erkennen. Und sich nicht immer an andere anzupassen. Der Tiger kann sich nun wie ein Tiger verhalten und die Schafe fressen oder er bleibt im Verhalten ein Schaf. Was ist möglich für den kleinen Tiger?
    Schwierige Geschichte, das Ende muß sich jeder selber vorstellen.

  • „Du bist immer (nur) das was deine Umwelt dir spiegelt.“ So verstehe ich die Moral der Geschichte.

  • Die wahre Identität ist lebenswichtig. Ohne sie bin ich sowieso, irgendwie nichts. Was dann daraus wird, mit mir und meinem Leben, ist doch der nächste Schritt erst.

  • Der Tiger verdankt den Schafen sein Leben. Ohne sie wäre er wahrscheinlich gestorben. Und plötzlich soll er sich diesen überlegen fühlen?

    Auf Menschen übertragen würde die Geschichte wohl so aussehen: Ein Königsjunge (um beim Märchen zu bleiben) wird als Baby verstoßen und von armen Leuten aufgezogen. Als er erwachsen ist, kommt jemand und erzählt ihm, dass er eigentlich ein König ist. Der Prinz fühlt sich von da an seinen Adoptiveltern überlegen, anstatt ihnen dankbar zu sein.

    Diese Botschaft finde ich ehrlich gesagt nicht so prickelnd!

    LG

    • bellaluna schreibt am 24. Juli 2016

      warum so negativ? der prinz wird wohl dann merken,das reichtum keine rolle spielt und ohne diese auch sehr glücklich sein kann.

  • Wie viele Märchen hört die Geschichte genau da auf, wo die Probleme beginnen, wo es spannend wird.

    Er ist als Schaf geprägt. Er weiß nun zwar, dass er anders aussieht als die anderen Schafe, aber seine Prägung ist fix.
    Steht irgendwo, ob er nun Schafe reißt?
    Günstigenfalls kehrt er achselzuckend zu seiner Herde zurück.
    Schlimmstenfalls zerstört er seine Adoptivfamilie.

    cui bono? Wem half diese „Aufklärung“?

  • Ist der Sinn dieser Geschichte „lebe Deine wahre Natur“ oder „Schuster bleib bei deinen Leisten“ ?

    Die wahre Natur kann doch wohl nicht sein, so zu leben wie alle, also nach dem Motto: „so sind wir eben“ / „das haben wir schon immer so gemacht“.

    Auch die zweite Deutung sagt nichts anderes als: „Entwickle Dich bloß nicht weiter,
    bleib gefälligst in der Traditions-Spur“
    und: „Bist Du nicht willig, dann gebrauch ich Gewalt“.

    Das kennen wir doch aus der Vergangenheit und leider auch leidvoll aus der Gegenwart. (Frauenrechte, Aufstieg in „höhere“ Schichten bis hin zur „Integration“.

  • Und so lehrte der alte Tiger den jungen Tiger wie man sich anschleicht und Schafe reißt. Wäre schön gewesen, wenn der junge dem alten Tiger beigebracht hätte, dass man auch friedlich unter Schafen leben kann oder wie war die andere Geschichte in der das Schaf neben dem Löwen liegt – lebendig, versteht sich.

    • Gisela Wolf schreibt am 17. Juli 2016

      Um die Bedeutung, d.h. die Symbolik dieser Fabel weniger blutrünstig darzustellen, hätte man statt des Löwen eventuell einen Hund oder eine Katze verwenden können … – bzw. als Lehrmeister einen älteren Hund, bzw. eine ältere Katze ?
      … da bellte der junge Hund und sprang jaulend ins Wasser …
      … da miaute die junge Katze, drehte sich um und kletterte auf den nächsten Baum …

      Gisela

  • Sehr schöne Geschichte und erinnert an das Märchen vom hässlichen Entlein von Hans Christian Andersen.

  • Christel Angelia Sherin schreibt am 17. Juli 2016 Antworten

    Wäre er lieber ein Schaf geblieben !!!

    So hätte er weiter vegetarisch leben können !!!

  • Rund 200 Wörter die aber einen sehr stark zum nachdenken bringen.
    Bei der Stelle: „Er fraß Gras, blökte wie ein Schaf…“ musste ich zwar leicht schmunzeln bei der Vorstellung. Aber im Großen und Ganzen sehr schön zu lesen, Top! :))

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