Wie du dich selbst über Vorbilder umprogrammieren kannst

Vorbilder

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wenn mein 4-jähriger Sohn mich nachmacht. Wenn er mir meine eigenen Sprüche und Weisheiten um die Ohren haut. Da stehe ich dann mit einem breiten Grinsen und erfahre am eigenen Leib die Macht des Vorbilds.

Denn Kinder lernen, indem sie die Erwachsenen imitieren.

Deswegen klappt es langfristig auch nicht, ein Kind anzuschreien, damit es endlich leise ist. Es lernt dadurch nur, dass man andere Menschen anschreit, wenn einem etwas nicht passt.

Unsere verdammt schwere Aufgabe als Eltern ist es, den Kindern gutes Verhalten vorzumachen. 

In der Hoffnung, sie mögen es uns irgendwann gleichtun.

Und die Erwachsenen?

Aber wie ist das eigentlich als Erwachsener? Wie lernen wir? 

Doch sicherlich durch Beobachtung, Nachdenken und Klugheit.

Ja. Teilweise. Wenn wir zu den bewussten, reflektierten und achtsamen Menschen gehören.

Aber erstaunlicherweise lernen auch wir vieles einfach nur durch Nachmachen.

Auch wir kopieren das Denken und Handeln unserer Freunde, Kollegen und unserer sozialen Gruppe, in der wir uns bewegen. Auch wenn wir das gar nicht bemerken. Denn es ist ein unbewusster Prozess.

Seit ich mit meiner Frau zusammen bin, bin ich zum Beispiel ordentlicher geworden. Da habe ich sie kopiert, ohne es zuerst zu bemerken.

Wir übernehmen natürlich nicht automatisch alles blind von den Menschen aus unserer Umgebung. Aber teilweise überträgt sich Denken und Verhalten wie ein Virus von einem zum anderen.

Du kannst deine Probleme lösen.

Aus eigener Kraft. Ohne Coach und Therapeut. Wie das geht, lernst du im Selbstcoaching-Programm.

Ändere dein Umfeld, um dich zu ändern

Deswegen ist ein Weg, sich zu verändern, auch, sich andere Freunde und Bekannte oder eine komplett neue Umgebung zu suchen, die besser zu den eigenen Lebenszielen passen. Damit ich diese Menschen dann bewusst oder unbewusst kopieren kann. Damit ich dahin komme, wo diese Menschen bereits sind.

Wenn du dich also gesünder verhalten möchtest, bewege dich in einer Umgebung, in der sich gesundheitsbewusste Menschen herumtreiben. Wenn du reicher werden möchtest, gehe da hin, wo reiche Menschen sind. Wenn du mehr Abenteuer erleben möchtest, bewege dich in Kreisen, in denen Abenteurer verkehren.

Du kannst dir auch gezielt einen Mentor zu suchen, der bereits da ist, wo du hinwillst. Um diesen Mentor dann in vielem zu kopieren. Und sein Denken und Handeln zu deinem eigenen zu machen.

Das ist ein bisschen wie eine positive und selbstgewählte Gehirnwäsche, bei der ich mich willentlich von anderen zu meinem eigenen Besten beeinflussen lasse.

Aber was, wenn ich aus meiner Umgebung nicht herauskann oder -will? Was mache ich dann? Bin ich dann auf ewig in meinem alten Denken und Verhalten gefangen?

Nein, natürlich nicht.

Aber der Weg ist dann wesentlich anstrengender. Weil du oft gegen die Sogkraft deines bestehenden Umfelds ankämpfen musst. Und gegen deine eigene Tendenz, dein Umfeld zu kopieren und deren Werte zu leben.

Lerne von den Erfolgreichen

Wenn du dir kein anderes Umfeld suchen kannst oder willst, gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Kraft des unbewussten Nachmachens zu nutzen.

Lerne durch Bücher oder Filme.

Suche dir Vorbilder in den Biografien erfolgreicher Menschen.

Oder in Dokumentationen über die soziale Gruppe, zu der du gerne gehören möchtest.

Beschäftige dich also von weitem mit Menschen, die bereits da angekommen sind, wo du hinwillst.

In Biografien oder Dokumentationen erfährst du viel über das Denken und Handeln der Menschen, die Außergewöhnliches zu Stande gebracht haben.

Viele erfolgreiche Menschen fassen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse auch in Fach- oder Sachbüchern zusammen. Auch aus diesen Büchern kannst du von ihrem Wissen, ihrer Herangehensweise und ihren Strategien profitieren.

Dabei ist es allerdings wichtig, offenen Geistes an die Sache heranzugehen.

Vieles, was du täglich denkst und tust, hält dich da fest, wo du bist. Du zementierst also durch dein tägliches, wiederholtes Denken und Tun deinen augenblicklichen Standort.

Der Sprung in eine neue Sichtweise

Und vieles, was du in Büchern liest oder in Dokumentationen siehst, wird dir interessant, aber auch nicht selten unrealistisch und nicht machbar vorkommen.

Aber es ist meistens nicht unrealistisch.

Es ist nur anders, als es in deinem augenblicklichen Standort normal und gewohnt ist.

Für die Menschen, die bereits dort sind, wo du hinwillst, ist diese andere Welt die Realität. Ihnen kommt wahrscheinlich deine Welt seltsam vor.

Öffne dich für eine andere Wirklichkeit

Deswegen ist es wichtig, dass du dich für eine andere, neue Realität öffnest, wenn du dich mit der Welt der Erfolgreichen beschäftigst.

Mit der Welt der Schriftsteller, Unternehmer, Maler, Profisportler oder Abenteurer.

Es ist dann wichtig, dass du bestimmte Reaktionen bei dir entdeckst und diese stoppst.

Typische Reaktionen entdecken und stoppen

Reaktionen wie:

„Das geht doch gar nicht in meiner Situation.“

„Das könnte ich nie.“

„Das würde bei mir nicht klappen.“

„Der hat ja leicht reden.“

„Das ist für mich doch nicht realistisch.“

Mit solchen Reaktionen schneiden wir uns selbst von der Lernerfahrung ab. Dadurch verhindern wir, dass wir uns entwickeln können.

Wenn du also etwas für dich Ungewohntes liest oder siehst, dann denke lieber ganz bewusst so etwas wie:

„Ich weiß noch nicht, wie es geht, aber ich kann das bestimmt lernen und trainieren.“

„Da hätte ich noch ein paar Widerstände, aber wenn es mir wichtig wäre, könnte ich diese Widerstände überwinden.“

„An der Stelle bräuchte ich vielleicht noch Hilfe und finde bestimmt jemanden, der mich hier weiterbringen kann.“

Wenn du so über neue, andere Denk- und Vorgehensweisen nachdenkst, kannst du die Kraft deiner Vorbilder wesentlich besser nutzen.

Eine Frage, die dich weiterbringt …

Wenn du eine Reihe von Biografien gelesen hast, kannst du in deinem Leben dann auf die Weisheit deiner Helden zurückgreifen. 

Das geht einfach, indem du dir die Frage stellst:

„Was würde x in dieser Situation tun?“

Was würde Leonardo da Vinci in dieser Situation tun? Was würde Prinzessin Diana tun? Oder Steve Jobs? Oder Meryl Streep? Oder Winston Churchill?

Indem wir uns diese Fragen stellen, entkoppeln wir uns ein klein wenig von unseren eigenen Beschränkungen im Kopf. Wir nehmen die Perspektive unserer Helden ein und betrachten unsere Situation durch ihre Augen. Und oft kommen wir so zu erstaunlichen, neuen und hilfreichen Erkenntnissen.

Wer taugt als Vorbild?

Wenn es um Vorbilder, Helden und Leitfiguren geht, taucht immer wieder eine Frage auf:

„Wer taugt eigentlich als Vorbild?“

Denn oft haben herausragende Menschen auch negative Eigenschaften. Oder Ansichten, die dem eigenen Weltbild komplett zuwiderlaufen.

Henry Ford zum Beispiel war Antisemit. Oder Steve Jobs war ein jähzorniger Mensch, der seine Mitarbeiter schikaniert hat. Oder Tiger Woods hat jahrelang seine Frau betrogen. Genau wie Pablo Picasso.

Viele große, erfolgreiche Menschen haben ihre Dämonen und oft ist es so, dass mit großen Talenten auch große Schwächen einhergehen.

Wen man sich als Vorbild aussucht, ist natürlich eine persönliche Sache. Der eine kann über eine Sache hinwegsehen und der andere nicht.

Aber wer hier zu perfektionistisch und mit zu großer Anspruchshaltung an seine Vorbilder herangeht, der wird keine passenden Vorbilder finden. Weil es perfekte Menschen eben nur in unserer Vorstellung gibt. Und weil jeder noch so großartige Mensch seine Dämonen und Schattenseiten hat.

Und hier passt auch der Spruch aus der Bibel: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“

Was du hier machen kannst, ist, dir einfach nur einen Teil einer Persönlichkeit als Vorbild zu nehmen.

Ich bewundere Steve Jobs für seine visionären Fähigkeiten. Oder ich bewundere Picasso für seine künstlerische Hingabe.

Ich muss nicht die ganze Person bewundern. Es reicht, wenn ich den Menschen für seine Leistungen, sein Schaffen, seine Errungenschaften oder für bestimmte Tätigkeiten bewundere.

Mir ein Vorbild selbst erschaffen

Es gibt übrigens noch eine Möglichkeit, sich ein Vorbild, einen Helden oder eine Leitfigur zu suchen.

Du kannst dir in deiner Fantasie einfach den Menschen konstruieren, der all das vereint, was du gerne sein möchtest.

Erschaffe dir einfach eine Helden-Fantasiefigur, der du dann nacheifern kannst.

Das Schöne ist, dass diese Fantasiefigur im Gegensatz zu einem realen Menschen wirklich perfekt sein kann. Weil du es bist, der diese Figur mit ihren Talenten und Eigenschaften ausstattet. Und du kannst alles Fragwürdige einfach weglassen, so dass eine perfekte Leitfigur oder ein perfekter Held für dich entsteht.

Hier ein paar Fragen, mit denen du dir deine auf dich zugeschneiderten Helden konstruieren kannst:

„Was kann mein Held alles?“ 

„Welche Eigenschaften hat mein Held?“

„Welche Fähigkeiten hat er?“

„Wonach strebt mein Held?“

„Wie verhält sich mein Held, wenn sein Mut, seine Ehrlichkeit, seine Demut, seine Tugendhaftigkeit, sein Gerechtigkeitssinn oder seine Weisheit geprüft wird?“

„Welche inneren Dämonen besiegt mein Held jeden Tag wieder und wieder erfolgreich?“

„Was hat mein Held schon alles geleistet und erreicht?“

„Wodurch inspiriert mich mein Held?“

Mit diesen Fragen kannst du deinen persönlichen Helden erschaffen. Um diesem Menschen dann nachzueifern und ihn zur Orientierung und als deinen Leitstern zu nutzen.

Zusammengefasst

Noch einmal zusammengefasst: Die Menschen um uns herum beeinflussen unser Denken und Handeln auf einer unbewussten Ebene. Weil wir das Denken und Handeln anderer Menschen oft kopieren, ohne es zu merken.

Und es ist nützlich, sich dieses Umstandes bewusst zu sein. Über die Macht unserer Umgebung. Über die Macht der Vorbilder in unserer Umgebung.

Du kannst die Macht deiner Umgebung aber auch bewusst nutzen, indem du deine Umgebung veränderst. Indem du dir neue oder weitere Freunde suchst. Indem du die Nähe der Menschen suchst, die bereits da sind, wo du bist. 

Und wenn dir das zu anstrengend ist, kannst du Vorbilder in Büchern oder Dokumentationen finden. Oder du kannst dir sogar selbst dein persönliches Vorbild konstruieren und ihm oder ihr nacheifern.

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Kommentare

  • Mir gefällt der Beitrag sehr gut. Ich arbeite als Coach gerne mit diesem s.g.
    Modeling -Prozess. Leider wende ich diese Prozesse, wie sooft im Leben, natürlich
    nicht immer für mich selbst an. Für mich insofern eine gute Erinnerung daran einmal
    wieder in diese Richtung zu blicken, um mich meinen Zielen näher zu bringen.

    Danke für Euren Beitrag dazu.

  • Es ist denke ich erwiesen, dass der effektivste Weg, andere Menschen zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, derjenige ist, das gewünschte Verhalten selbst vorzuleben. Da kann dann das von dir erwähnte Übernehmen durch Nachmachen greifen. Wenn der andere dich von selbst als Vorbild wählt, ist eine große Hürde genommen.

    Wichtig finde ich, was du im Hinblick auf Vorbilder herausgestellt hast: Es genügt, die wesentliche Eigenschaft, um die es geht, isoliert zu betrachten, und nicht den gesamten Menschen (denn damit würden wir auch den negativen Eigenschaften der Person nacheifern; den erwähnten Steve Jobs halten nicht wenige für ein Arschloch). Darum ist auch der Schritt zum virtuellen oder selbst-kreiierten Vorbild für mich nachvollziehbar. Als Heranwachsender fand ich den von Clint Eastwood verkörperten zynischen Einzelgänger ziemlich cool, wohlwissend, dass das keine reale Person ist. Irgendwann habe ich aber erkannt, dass Einsamkeit nicht erstrebenswert ist und das Vorbild fallen gelassen.

    Die entscheidende Frage ist in dem Artikel aber, zumindest was mich angeht, nicht gestellt worden: Warum will ich mich eigentlich umprogrammieren? Mir fehlt da das Hinterfragen. Wir kennen alle Menschen, die sich selbst auf Erfolg programmiert haben und dreißig Jahre später ausgebrannt und einsam vor einem riesigen Scherbenhaufen stehen, erkennen müssen, dass sie dem falschen Ideal hinterhergehechelt sind.

    Bei so wichtigen Dingen wie den eigenen Zielen bzw. der eigenen Wesensart sollte man IMO einigermaßen bedacht vorgehen und sich wie letztens schon kommentiert die Frage nach dem Warum ernsthaftb und mehrfach stellen und gewissenhaft beantworten. Auch die nach dem Preis – alles im Leben hat seinen Preis. Und abwägen. Und dann erst loslaufen. Oder dort bleiben, wo man ist, wissend, dass es da gar nicht so schlecht ist, wie man anfangs dachte. Die Alternative zum Handeln ist Akzeptanz, und diese Alternative gibt es fast immer. In beiden Fällen verschwindet der Schmerz.

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