Tagebuch inkl. Videokurs Gelassenheit

Wenn wir uns Kritik zu sehr zu Herzen nehmen

„Ich kann nicht mal sagen, dass das Scheiße war. Das war schlechter.“

„Du bist wie eine Wolke. Wenn du dich verziehst, könnte es noch ein schöner Tag werden.“

„Wir sind Talentsucher und keine Müllsortierer.“

Puh, das ist ziemlich harter Tobak, oder?

Das ist Kritik, wie sie zerstörerischer kaum sein kann … Geäußert wurde sie von Dieter Bohlen in einer bekannten Fernsehsendung, bei der Musiktalente gesucht werden und in der er Jurymitglied ist.

Zugegeben: Diese Beispiele für Kritik sind schon sehr extrem. Aber sie sind bewusst so gewählt, weil sie sehr gut verdeutlichen, wie unangenehm sich Kritik für uns anfühlen kann. Und genau darum geht es in diesem Beitrag.

Auch wenn Kritik nicht immer so brachial und beleidigend ist wie in den Beispielen: Im ersten Moment ist Kritik für uns niemals angenehm.

Kritik ist einfach schmerzhaft. Und wir sind im Leben so gut wie nie vor ihr gefeit.

Kritik, die persönlich ist …

Besonders schlimm trifft uns Kritik, wenn wir sie als persönlich empfinden. Wie zum Beispiel die Aussagen von Dieter Bohlen. Doch es gibt ja auch genügend andere Beispiele für viel weniger heftige Kritik, die wir trotzdem als persönlich wahrnehmen.

Denn was wir als persönliche Kritik empfinden und was nicht, das definiert jeder für sich selbst. Die Grenzen sind da von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Ein Beispiel dafür wäre folgende Aussage:

„Mensch, du siehst aber ganz schön müde aus. Hast du heute Nacht schlecht geschlafen?“

Wie kann man diese Aussage interpretieren?

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Die eine Person fasst das vielleicht als eine reine Feststellung auf. Vielleicht deutet sie die Aussage sogar als Ausdruck für ein Interesse an sich. So im Sinne von „Geht es dir gut? Oder hast du Sorgen?“

Jemand anderes wiederum kann sich von der gleichen Aussage aber auch angegriffen und persönlich kritisiert fühlen. So im Sinne von „Du siehst nicht gut aus“ oder „Geh in Zukunft mal lieber früher ins Bett!“.

Wo Kritik anfängt und aufhört, das ist also ganz individuell.

Wenn Kritik uns aus dem Gleichgewicht bringt

Dass Kritik uns so richtig aus der Bahn werfen kann, das haben viele von euch sicherlich auch schon erlebt. Und wenn wir nicht gelernt haben, mit Kritik gut umzugehen, dann lassen wir uns noch viel schneller von Kritik aus dem Gleichgewicht bringen.

Wenn wir Kritik nicht gut verarbeiten können, dann merken wir das zum Beispiel daran,

  • dass wir durch eine kritische Äußerung für unverhältnismäßig lange Zeit in schlechte Stimmung verfallen und uns unseren Gefühlen ausgeliefert fühlen,
  • dass wir durch Kritik in schwere Selbstzweifel verfallen und uns häufig selbst verurteilen,
  • dass wir die Kritik lange Zeit nicht vergessen können und unsere Gedanken ständig darum kreisen,
  • dass wir uns durch Kritik häufig als kompletter Mensch in Frage gestellt fühlen und das Gefühl haben, grundsätzlich nicht in Ordnung zu sein,
  • dass wir auf die Kritik nicht gelassen reagieren können, sondern zum Beispiel mit Vorwürfen reagieren oder uns vehement verteidigen.

Dass es nicht unbedingt angenehm ist, wenn man sich von Kritik innerlich so sehr aus der Ruhe bringen lässt, kann vermutlich jeder sehr gut nachempfinden.

Wenn man Kritik nicht so gut wegstecken kann, dann fühlt man sich selbst womöglich sensibel und verletzlich. Man wünscht sich vielleicht so manches Mal ein etwas „dickeres Fell“, damit die Kritik nicht immer so wehtut. Und man wünscht sich vielleicht, Kritik nicht immer so persönlich zu nehmen.

Und genau das kann man lernen.

Mit Kritik gut umgehen lernen

Kritik ist für sehr viele Menschen ein schwieriges Thema. Doch Kritik ist eben auch ein normaler Bestandteil des Lebens. Solange wir mit anderen Menschen zu tun haben, können wir ihr nicht ausweichen. Aber sie tut eben weh. Im ersten Moment ist sie einfach immer unangenehm.

Doch man kann einen besseren Umgang mit Kritik erlernen. Verhaltensweisen, mit denen man sein inneres Gleichgewicht besser wahren kann, wenn man mal Kritik ausgesetzt ist.

Wie genau kann man lernen, Kritik besser wegzustecken? Weniger verletzt zu werden? Nicht so sensibel auf Kritik zu reagieren?

  • Ein Weg kann sein, zu lernen, die eigenen Gefühle zu regulieren. Um sich ihnen nicht mehr so hilflos ausgeliefert zu fühlen, wenn man kritisiert wird. Sondern sie so zu beeinflussen, dass es uns besser geht. Damit man schneller wieder aus der negativen Stimmung herauskommt.
  • Eine weitere Möglichkeit ist es, zu lernen, wie man das „Gedankenkarussell“ aus Selbstzweifeln und Selbstverurteilungen anhält. Und dadurch schneller wieder einen gesunden Abstand zur Kritik gewinnt. Damit man schneller wieder in der Lage ist, nach vorne zu schauen oder vielleicht auch die hilfreichen Aspekte an der Kritik zu betrachten.
  • Man kann auch lernen, sich Kritik nicht mehr so sehr zu Herzen zu nehmen. Indem man beispielsweise übt, kritische Äußerungen nicht sofort persönlich zu nehmen. Und sich von Kritik nicht als gesamter Mensch herabgesetzt zu fühlen.

Das klingt erst einmal ganz schön schwierig. Gefühle regulieren, aus dem Gedankenkarussell aussteigen, Kritik weniger persönlich nehmen. Das ist eben gar nicht so einfach. Denn sonst würde man es ja einfach machen.

Aber es gibt Methoden, die einem helfen, genau dies zu schaffen. In unserem neuen Selbstlernkurs „Besser mit Kritik umgehen“ werden wir davon viele Möglichkeiten aufgreifen.

Eine weitere ganz einfache Methode kannst du hier direkt kennenlernen und sofort anwenden.

Sich Kritik nicht zu sehr zu Herzen nehmen

Wenn du das Problem hast, dass du Kritik manchmal sehr persönlich nimmst, dann kann dir die folgende Übung vielleicht ein wenig helfen.

Das Ziel dieser Übung ist es, die Kritik in unseren Gedanken nicht übergroß werden zu lassen. Sich also von einer Kritik nicht fertigmachen oder aus der Bahn werfen zu lassen.

Was genau ist damit gemeint?

Stell dir vor, dein Vorgesetzter käme zu dir und würde Folgendes sagen:

„Ihre Präsentation hat mir diesmal nicht so gut gefallen wie sonst, da haben Sie wohl einfach mal einen schlechten Tag gehabt.“

Autsch. Das ist definitiv eine Kritik. Und ja, die ist natürlich erst einmal unangenehm.

Jetzt kannst du daraufhin denken: „Okay, meinem Chef hat diese Präsentation nicht gefallen, aber ansonsten gefällt ihm meine Arbeit anscheinend ja ganz gut. Nächstes Mal mache ich es wieder besser.“

Oder du könntest so etwas denken wie: „Oh nein, ich habe meinen Chef enttäuscht! Ob ich jetzt wohl noch einen guten Ruf bei ihm genieße? Was, wenn er mich jetzt nicht mehr mag? Bin ich überhaupt gut genug für diesen Job? Ob ich jetzt womöglich bald entlassen werde …?“

Hast du gemerkt, was im zweiten Fall passiert ist? Die Kritik wurde von Selbstzweifeln angefacht und ist in Gedanken immer größer und größer geworden. Dadurch hat sie eine viel größere Tragweite bekommen als die ursprüngliche Aussage des Chefs.

Wenn man in so eine negative Gedankenspirale gerät, führt das zwangsläufig dazu, dass man sich die Kritik sehr zu Herzen nimmt. Die Selbstzweifel zerfressen uns und über kurz oder lang fühlt man sich dadurch als Mensch irgendwie unzulänglich.

Eine Übung: Gegenbeispiele finden

Ein ganz einfacher Weg, um solche negativen Gedankenspiralen bewusst zu unterbrechen, ist es, sich nach einer solchen Kritik in Ruhe hinzusetzen und nach Gegenbeispielen dafür zu suchen.

Wie ist das gemeint?

Für das obige Beispiel würde das bedeuten, du suchst ganz gezielt nach Beispielen, bei denen dein Chef deine Arbeit in Ordnung fand. Oder nach Beispielen, bei denen er dich sogar mal gelobt hat.

Du findest keine Gegenbeispiele? Dann suche dir Gegenbeispiele, bei denen irgendjemand (nicht dein Chef) mal eine deiner Arbeiten gelobt hat. Es geht hierbei vom Prinzip her nur darum, dass du möglichst Gegenbeispiele aus dem gleichen Lebensbereich finden. In diesem Fall aus dem Bereich „Beruf“.

Schreibe dir die Gegenbeispiele auf einen Zettel. Zum Beispiel so:

  • Die beiden vorherigen Präsentationen haben meinem Chef sehr gut gefallen.
  • Den Quartalsbericht haben einige meiner Kollegen gelobt, weil er das Wesentliche so gut und schnell auf den Punkt bringt.
  • Die neugestalteten Flyer sind beim Kunden sehr gut angekommen.

Nimm nun die Kritik und deine Gegenbeispiele und baue sie in den folgenden Lückentext ein:

„Obwohl ich … (Kritik), bin ich gut … (Lebensbereich), weil ich … (Gegenbeispiel)“

Für das obige Beispiel würde das dann so aussehen:

Obwohl ich die letzte Präsentation verhauen habe, bin ich gut in meinem Beruf, weil ich davor gute Präsentationen gehalten habe, einen tollen Quartalsbericht zusammengestellt habe und schöne neue Flyer entwickelt habe.

Lies dir deinen Satz mehrfach durch. Lies ihn dir wenn möglich laut vor.

Weitere Beispiele für solche Sätze könnten sein:

  • „Obwohl ich heute das Essen versalzen habe, bin ich eine gute Mutter, denn ich stelle mich jeden Tag in die Küche um meinen Kindern etwas Leckeres zu essen zu machen.“
  • „Obwohl ich unseren Hochzeitstag vergessen habe, bin ich ein guter Partner, weil ich jeden Tag für meine Frau da bin, ihr zuhöre und ihr im Alltag sehr oft zeige, wie sehr ich sie liebe.“
  • „Obwohl ich unordentlich bin, bin ich eine gute Tochter, weil ich immer für meine Mutter da bin, wenn sie mich braucht, und ihr helfe, wo ich nur kann.“

Der Sinn dieser Übung ist es, Distanz zu der jeweiligen Kritiksituation zu gewinnen. Und die Kritik damit nicht übergroß werden zu lassen. Wenn dir das gelingt, dann nimmst du dir automatisch nicht mehr jede Kritik zu sehr zu Herzen.

Das ist ein kleiner Schritt, wie du lernen kannst, besser mit Kritik umzugehen. Ein Schritt, den du sofort für dich ausprobieren kannst.

Stark bleiben trotz Kritik

Es ist nahezu unmöglich für uns, Kritik komplett aus dem Weg zu gehen. Denn dafür müsste man seine gesamte Umwelt verändern. Deshalb liegt es an uns, einen besseren Umgang mit Kritik zu erlernen. Und genau das machen wir in unserem neuen Selbstlernkurs „Besser mit Kritik umgehen“.

Wünschst du dir auch manchmal,

  • bei Kritik gelassener zu sein,
  • Kritik seltener persönlich zu nehmen,
  • auf Kritik souveräner zu reagieren,
  • dir Kritik weniger zu Herzen zu nehmen oder
  • im Ganzen besser mit Kritik umgehen zu können?

Dann trage dich am besten für unseren kostenlosen Vorbereitungs-Verteiler ein.

In diesem Vorbereitungs-Verteiler bekommest du von uns informative E-Mails mit Tipps und Inspirationen zum Thema „Umgang mit Kritik“. Diese E-Mails sind gleichzeitig auch eine Vorbereitung für unser neues Projekt „Besser mit Kritik umgehen“, das schon bald startet.

Falls der Umgang mit Kritik für dich also ein Thema sein sollte, dann kannst du dich hier in unseren kostenlosen Vorbereitungs-Verteiler eintragen.

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Kommentare

  • Man sollte an Lob sich nicht zu sehr freuen (übermut)
    und an Kritik/Tadel sollte man nicht zerbrechen!
    Wörter die mich im Leben weit gebracht haben!
    Toller Artikel <3 ich feier eure Artikel so dermaßend!

  • Abend allesamt,

    ich hoffe, allen geht es gut?

    Der Artikel ist wirklich sehr gut. Kritik anzunehmen und mit ihr umzugehen ist eine der höchsten Formen von Wertschätzung – auch und vor allem den anderen Gegenüber.

    Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ich vor allem dann nicht mit Kritik umgehen kann, wenn ich weiß, dass ich es hätte besser machen können. Tja, doof gelaufen – Da kommt mir dann mein eigenes Ego in die Quere ;)

    Besten Gruß
    Dennis R. Tröger

  • Auch bei den Obwohl-Sätzen in der Übung sollte man sich genau überlegen, wie man sie formuliert. Im Beispiel sagte der Chef: “ …nicht so gut gefallen hat wie sonst…“ . Da ist es imho etwas übertrieben zu sagen „obwohl ich die letzte Präsentation verhauen habe…“! Natürlich spiegelt das genau den Automatismus wieder, der in diesem Moment in Kraft tritt: dass man nämlich kritische Worte nicht nur auf die Goldwaage legt, sondern auch noch zur Überinterpretation neigt, beziehungsweise durch seine emotionale Reaktion in und nach der Situation die Erinnerung daran verfälscht wird. Diese dann auch noch als Satz mehrfach einzuüben, könnte den Effekt der eigentlich schönen Übung relativieren!

  • Ich habe die Gewohnheit mir den Kritiker genauer anzuschauen. Ich habe eine persönliche Werteskala, daran messe ich mich und die Menschen die mich kritisieren.
    Wenn jemand einen Entwicklungsstatus hat, den ich schon als Fötus ( um bei Dieter Bohlen zu bleiben ) hatte, dann nehme ich den Kritiker nicht ganz so ernst. Gute Professoren oder Dozenten dürfen mich in ihrem Fachbereich natürlich kritisieren. Ich bin hilfsbereit und behandele jeden Menschen respektvoll. Mein Kritiker muss jedoch fachliche und ( oder ) menschliche Qualitäten besitzen. Das kann auch ein Straßenmusiker sein, der jede Menge Lebenserfahrung besitzt. Und es gibt sogenannte Eliten die für mich viel zu blöd sind, als das ich sie ernst nehmen würde. Wenn z.B. von einem Ex-Pastor gesagt wird, wir sollen mehr Verantwortung übernehmen. Kann er ja machen. Ich übernehme Verantwortung, nämlich die Verantwortung für mich und meine Familie.

  • Vielleicht sollte man unterscheiden zwischen einer persönlichen Beleidigung, bei der die ganze Person abgewertet wird – das wären m. E. die genannten Beispiele von Bohlen – und einer sachlichen Kritik, bei der nur eine bestimmte Verhaltensweise gerügt wird. Eine Beleidigung ist keine Kritik, die man ernst nehmen oder annehmen müsste. Deshalb finde ich die genannten Bohlen-Beispiele für diesen Beitrag unpassend.

    Gehört zwar nicht direkt zum Thema, aber auch dieses Beispiel finde ich unpassend:
    „Obwohl ich unordentlich bin, bin ich eine gute Tochter, weil ich immer für meine Mutter da bin, wenn sie mich braucht und ihr helfe, wo ich nur kann.“
    Es ist nicht die Aufgabe von Kindern, für ihre Eltern da zu sein, sondern umgekehrt. Kinder, von denen erwartet wird, für ihre Eltern dazu sein, sonst wären sie keine „guten“ Kinder, werden parentifiziert, und diese Rollenumkehr gilt als Kindesmisshandlung. Parentifizierte Kinder leiden oftmals an Depressionen.

    • Leonhardt schreibt am 28. August 2016

      Doch, doch , ab einem gewissen Alter dürfen Kinder schon für ihre Eltern da sein . Meine alte kranke Mutter hat es verdient , von mir als „Kind“ unterstützt zu werden, wenn sie nicht mehr weiter weiß. Ich fühle mich da gar nicht misshandelt oder parentifiziert . Im Gegenteil. Ich halte das für meine gesude Pflicht .

  • Da ich in der Ausbildung arbeite ist „Kritik“ mein Alltagsgeschäft, wobei ich wirklich im Gegensatz zu Bohlen von konstruktiver Kritik oder auch von Feedback sprechen möchte (dass das nicht immer gelingt ist dann eben auch ggf. MEIN schlechter Tag!).
    Dazu gehören tatsächlich m.E. wie oben dargelegt spezifische Aussagen statt Pauschalaussage, in einem solchen Fall Aussagen zur Menge der Texte auf einer Folie oder zur Menge der Folien oder…, wenn ich von „Präsentation hat mir nicht gefallen“ spreche. Dazu gehört weiterhin die Trennung von Person und Sache auch beim Kritikäußern, und das ist im Beispiel gut gelungen: „Ihre Präsentation….“ und nicht „Sie machen immer….“. Ich selber nutze gern auch das Dissoziieren: „Lassen Sie uns gemeinsam noch einmal die Szene anschauen…..Was genau ist da geschehen?“ Damit stelle ich mich gemeinsam mit der/dem zu Kritisierenden auf eine Seite, und wir betrachten ein Geschehen in der (hoffentlich gemeinsamen) Absicht der Analyse und Verbesserung. Das heißt aber auch, dass ich als Kritikäußernde bei Kritik an mir mich beispielhaft verhalte, meine Emotionen kontrolliere, also vielleicht zwar sage: „Das macht mich jetzt betroffen!“, nicht jedoch zurückschlage, mich wortreich verteidige oder was sonst noch möglich wird. Abgesehen davon, dass ich mich ernsthaft fragen soll, was an der Kritik berechtigt ist und was ich daraus lernen kann hilft es mir gerade bei ggf. aus meiner Sicht unberechtigter Kritik mich zu fragen, welche Funktion diese Kritikäußerung hatte, d.h. teilt evtl. jemand aus Enttäuschung aus – oder ist es mir im Vorfeld nicht gelungen, meine Noteneinschätzung hinreichend transparent zu machen.
    Und jetzt meine Kritik zum Beitrag oben: Ich finde ihn nicht auf den Punkt gebracht, sondern zu ausschweifend und mit zu vielen Wiederholungen.

  • Das sind gute Ansätze für das Annehmen von Kritik, danke. Da aber auch sicher jeder mal selbst Kritik „austeilt“, besonders wenn man Führungskraft ist, würde mich die andere Seite des Dialogs interessieren: wie übe ich Kritik auf der Sachebene, ohne die Person zu verletzen? Vielleicht gibt es dazu auch Anregungen, würde mich freuen.

  • Ein weiterer Weg wäre, nach dem konkreten Grund zu fragen und was z. B. (im Falle der Präsentation) nicht so gut war bzw. was hätte besser sein können. Es ist zwischen ernst gemeinter Kritik und Pauschalurteil zu unterscheiden. Hier ist die W Fragetechnik sehr hilfreich. Der „Kritiker“ muss konkreter werden. In diesem Fall nehme ich die Punkte nur auf, ohne mich zu verteidigen, bzw. in eine Diskussion zu verfallen. Kritik bedeutet ja auch, dass sich jemand mit mir und meinen Ideen, Taten etc. auseinandersetzt. Von daher auch für mich positv und ich kann mich weiterentwickeln. Die Übung mit den Gegenbeispielen finde ich nicht so einfach. Sie könnte auch dazu führen, sich einzureden, dass ansonsten alles in Ordnung ist. (Eigen- und Fremdbild. Sandalen – weiße Socken – kurze Hose – schlecht sitzendes T-Shirt?) Für mich ist Kritik, wenn ich daraus lernen kann, eigentlich immer etwas wichtiges und eine Chance. Als Katastrophe muss ich es nicht annehmen.

    • Martina Eberl schreibt am 23. Oktober 2014

      Mit der Anregung von Gerhart Feltgen nachzufragen, was anders gewünscht wird oder welche konkreten Empfehlungen der „Kritiker“ hat, habe ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht. In manchen Situationen bietet sich u.U. Gelegenheit nachzufragen, ob es im Bsp. der Präsentation auch etwas gab, das positiv aufgefallen ist. In vielen Fällen gehen „Kritiker“ mit sich selbst auch sehr hart ins Gericht und diese Frage ermöglicht ihnen einen Perspektivenwechsel. Die Haltung „inwiefern kann diese Kritik nützlich für mich sein?“ finde ich ebenso hilfeich. Manchmal fehlt den Feedbackgebern einfach nur die Kompetenz, das Feedback konstruktiv zu formulieren (vielleicht haben sie selbst bisher auch auf diese Art Rückmeldung bekommen). Da kann es hilfreich sein, Nachsicht walten zu lassen oder Feedback zum Feedback zu geben (die positive Absicht hinter dem Kommentar würdigen, (emotionale) Wirkung auf mich schildern, erklären was hilfeich wäre). Ich empfinde Kritik auch als Möglichkeit sich weiterzuentwickeln, auch wenn es manchmal unangenehm ist.

  • Ich gebe zu bedenken, dass auch viele Kritiker oft pauschal, emotional und weder sachlich noch konkret Ihre Einwände äußern.
    Auf der anderen Seite wird Kritik geübt, obwohl meist eine Enttäuschung, verletzter Stolz oder sogar ein verborgener Konflikt schlummert.
    Pendanten äußern sich gerne gegenüber Pflechmaten, obwohl der Pflegmatische sich etwas mehr Struktur und der Pedant etwas mehr Großzügigkeit brauchen würde, oder anders gesagt: Gegenseitige Toleranz und „Nobody is perfect“.
    Ständige Kritik an anderen kann leicht den Eindruck von Rechthaberei und Arroganz vermitteln. Zu vermuten könnte bei dieser Art Krtik, dass der Kritiker mit seinem Leben unzufrieden ist und andere zum Sündenbock durch seine Nörgelei machen möchte.
    Dennoch rate ich Kritik und aus den Impulsen, die sich speist, nachzugehen, denn ein wahrer Kern ist meist darin verborgen ebenso eine Ursache/Motiv.

  • Die Kritik von Dieter Bohlen ist richtig unterste Schublade. Sie sollte gar nicht ernst genommen werden. Auch Heidi Klum ist total daneben. Diese Leute machen ein Geschäft aus ihrer Gesinnung. Und die Medien sind die Claqueure.
    Mein Prinzip ist: Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werden.
    Ich bin sehr zurückhaltend mit Kritik und bringe sie mit Anmahnung im positiven Sinne an. Ich wische lieber vor meiner eigenen Türe.
    Ich bin derzeit im Selbstcoaching und will Kritik in meinem Umfeld möglichst eliminieren. Wenn es mir gelingt!!!

    • Sabine schreibt am 27. Oktober 2014

      Hallo Peter! Ich gebe dir recht, dass die Kritik von Hrn. Bohlen mehr als unterste Schublade ist und NUR dem Unterhaltsungswert dienen soll, leider wird dabei auf die Achtung eines jeden Menschens vergessen. Trotzdem begibt sich jeder einzelne dieser Menschen freiwillig in diese Situation, keiner wird dazu gezwungen. Es liegt immer in meiner Eigenverantwortung was ich tue und was ich bleiben lasse. Das vor der eigenen Türe wischen, ist – meines Erachtens – auch das einzige was wirklich sinnvoll ist. Auch dann, wenn ich kritisiert werde !!!! Das Wort „eleminieren“ darf – wenn du möchtest – überdacht werden. Alles was ich aus meinem Leben ausschieße (und eleminieren heißt so viel wie „weg machen“,…) kommt auf irgendeine Weise wieder in mein Leben. Da alles – aufgrund der Polarität – vorhanden ist. Das Positive wie das Negative !!! Wichtig ist lediglich worauf ich meine Aufmerksamkeit richte. Aus JEDER Kritik kann ich – wenn ich es möchte – definitiv auch etwas positives ziehen. Egal ob diese Kritik konstruktiv ist oder aber – wie die oben angesprochene – einfach nur menschenunwürdig und verletzend. Auch bei dieser Kritik komme ich im Rückschluss wieder NUR bei mir an.

  • Beate Schmitz-Rundholz schreibt am 23. Oktober 2014 Antworten

    Super auf den Punkt gebracht.
    Danke für die Hilfestellung!

  • …sehr gute Ansätze, nun sollte das Verinnerlichen klappen!

  • Die Anregung, bei Kritik Gegenbeispiele zu finden und sich gegenwärtig zu machen, gefällt mir sehr gut.

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