Zu viel Disziplin? 3 Tipps um wieder locker zu lassen

spass haben

Weißt du, was es braucht, um deine Ziele zu erreichen? Es sind zweifellos mehrere Faktoren, aber es gibt einen wesentlichen, mit dem so ziemlich alles steht und fällt. Ein Faktor, der es uns sehr leicht oder sehr schwer macht, unser Ziel zu erreichen. Und das ist unsere Fähigkeit zur Selbstregulation und Impulskontrolle.

Wer seine Ziele erreichen möchte, muss insbesondere den verlockenden Impulsen widerstehen können. Also seine Vernunft über die Verlockungen siegen lassen. Nur so kann man seine Pläne ja auch wirklich einhalten. Das heißt beispielsweise:

  • Statt spontan mit Freunden in den Biergarten zu gehen, doch noch das Projekt zu Ende bringen
  • Bei strahlendem Sonnenschein nicht mit dem Partner ein Eis essen gehen, sondern Sport machen
  • Statt einen gemütlichen Fernsehabend zu verbringen, sich doch noch an die Fortbildungsunterlagen setzen

Man braucht diese Fähigkeit zur Selbstregulation, um sich an seine Pläne zu halten und seine Ziele konsequent zu verfolgen. Wir alle kennen das. Wenn wir etwas erreichen möchten, zahlen wir dafür auch einen Preis. Sei es Anstrengung oder Zeit oder Verzicht. Man muss immer etwas investieren. Menschen mit einer hohen Fähigkeit zur Selbstregulation gelingt das. Deshalb werden sie ja auch von vielen für ihre Selbstdisziplin bewundert.

Unsere Impulse kontrollieren zu können bietet uns ganz handfeste Vorteile: Wenn man wirklich regelmäßig Sport treibt, bleibt man auch fit. Wenn man täglich eine halbe Stunde für die Fortbildung lernt, kommt man mit dem Lernstoff bis zur Prüfung auch wirklich gut voran. Wenn man es schafft, regelmäßig an seinen Zielen dranzubleiben, erreicht man sie meistens auch.

Das richtige Maß

Man könnte also denken, Selbstdisziplin ist etwas, wovon man eigentlich nie genug haben kann. Doch auch hierbei kann es des Guten zu viel geben. Wer immerzu nur an seine Ziele denkt und ständig seine Impulse kontrolliert, der befindet sich durchgängig in einem Selbstregulationsmodus. Für uns Menschen ist es aber enorm wichtig, auch mal Zeiten zu haben, wo man sich nicht regulieren muss. Denn nur so kann man sich auch mal wirklich entspannen und Energie auftanken.

Man kann also auch bei der Selbstdisziplin übers Ziel hinausschießen. Und zwar dann, wenn man glaubt, man müsse immer und jederzeit diszipliniert sein. Menschen, die in solch einem pausenlosen Selbstregulationsmodus stecken, stehen unter Dauerspannung. Sie können nicht mehr richtig ausgelassen sein und sich entspannen und erholen. Das äußert sich dann z. B. darin, dass sie so gut wie jede freie Minute für ihre Ziele verplanen und sich keine Muße-Zeiten mehr gönnen. Die eigentliche „Freizeit“ ist komplett durchgeplant. Dass man nach Feierabend mal spontan und ungeplant etwas Schönes unternimmt, wird zu einer großen Ausnahme.

Menschen, die so richtig im Selbstregulationsmodus festgefahren sind, müssen sich dann regelrecht dazu überwinden z. B. ein Eis essen zu gehen, statt ihren fest eingeplanten Sport zu treiben. Es fällt ihnen sehr schwer, einfach mal einer spontanen Eingebung zu folgen und von einem Plan auch mal abzuweichen. Denn die Vernunft hält ja ganz klar davon ab. Und wenn man es doch mal tut, dann hat man davon auch noch ein schlechtes Gewissen.

Am Ende des Tages kann man so vielleicht all seine To-dos abhaken und seine Ziele schneller erreichen. Aber irgendwie hat man auf Dauer nur noch das Gefühl, zu „funktionieren“. Man steht unter Dauerspannung und findet da schwer wieder raus. Der Alltag wird dadurch manchmal etwas gleichförmig und uninspirierend. Es fehlt einfach an Leichtigkeit und Freude. Eine permanente Selbstregulation ohne gezielte Entspannungspausen ist auf Dauer nicht wirklich gesund für uns. Denn das Ziellose, Impulsive und Spontane gehören genauso zum Menschen wie das Vernünftige und Planerische. Wenn man aber immerzu versucht, diszipliniert zu sein, entsteht zwischen diesen beiden Teilen ein Ungleichgewicht, das nicht gut ist.

Freiraum ist ein Lebenselixier

Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass Freude, Spaß und Inspiration Dinge sind, die oft unerwartet und uneingeladen zu uns kommen. In ungeplanten und ganz zufälligen Momenten. Eben genau dann, wenn man auch mal seinen spontanen Impulsen folgt.

André Gide hat, wie ich finde, dazu einmal etwas sehr passendes gesagt:

„Ein gerader Weg führt immer nur ans Ziel.“

Wenn man sich also immer nur auf seinen Plan und seine Ziele fokussiert, ist man einfach kaum noch offen für das, was um einen herum passiert. Man ist auch nicht mehr offen für den Zufall. Man läuft wie mit Scheuklappen durch seinen Alltag und die Welt, immer von A nach B nach C usw. Ein solches „Zuviel“ an Zielstrebigkeit und Impulskontrolle verhindert den Freiraum, den man braucht, um Spaß und Freude zu haben.

Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?

Das herauszufinden ist schwer. Aber machbar. Und wenn du es herausgefunden hast, wirst du den Unterschied merken. Jeden Tag.

Finde Dinge über dich heraus, die du nicht geahnt hast: Mit dem Selbstlernprogramm: Finde deinen Kompass.

Verstehe mich hier bitte nicht falsch: Ich möchte nicht grundsätzlich davon abraten, zielorientiert und diszipliniert zu sein. Diese Eigenschaften sind sehr hilfreich und wertvoll. Jedoch gilt es auch hier, das richtige Maß zu finden und regelmäßigen Ausgleich zu schaffen. Selbstregulation und Kontrolle sollten nicht zum Dauerzustand werden, weil man sonst seine Batterien nicht wieder richtig aufladen kann.

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es eben auch noch eine andere  bedeutende Seite im Leben gibt, die spielerisch und spontan ist. Und diese hat einen sehr positiven Einfluss auf unsere Lebensqualität. Denn durch sie können wir unsere Energiespeicher wieder auftanken. Sie schenkt uns die Leichtigkeit, die uns vieles im Leben einfacher macht.

Es mag also im ersten Moment widersprüchlich klingen, doch wenn du dir auch mal Pausen von der Selbstdisziplin gönnst, hast du am Ende mehr Energie, um deine Ziele diszipliniert zu verfolgen, und dabei auch noch mehr Spaß. Die Kunst ist es, wie so oft, eine ausgewogene Balance zwischen Selbstregulation und dem Spielerischen für sich zu finden und zu erhalten. Sonst plagt uns ständig unser schlechtes Gewissen, wenn wir mal undiszipliniert waren, und unser Alltag besteht auf Dauer nur noch aus Disziplin und Anstrengung.

Lade das Spielerische wieder ein

Hast du manchmal das Gefühl, dass diese Balance bei dir vielleicht etwas ins Kippeln geraten sein könnte? Dass du gerne mal wieder so richtig abschalten würdest? Dass du etwas mehr Leichtigkeit, Spontanität und Freude in deinem Leben gebrauchen könntest? Wenn das der Fall ist, dann wird es Zeit, dass du das Spielerische mal wieder bewusst in dein Leben einlädst. Und das tust du, indem du ihm Raum gibst. Indem du ganz bewusst nichts steuerst und regulierst und deinen Impulsen auch mal nachgibst.

Solche Pausen sind sehr wichtig, um die Batterien wieder aufzuladen. Die Momente, in denen wir einfach genau das tun, wozu wir gerade Lust haben, schenken uns sehr viel Energie. Und diese können wir dann auch wieder nutzen, um mit voller Kraft und mit Spaß an unseren Zielen weiterzuarbeiten.

Doch wie kann man denn nun das Spielerische wieder mehr in sein Leben bringen, wenn man ein sehr disziplinierter Typ ist, dem genau das schwerfällt?

Tipp 1: zielfreie Zonen

Es widerspricht dem Wesen des Spielerischen und Spontanen, es zu planen. Deshalb können wir nichts anderes tun, als Freiraum dafür zu schaffen. Plane also in regelmäßigen Abständen sogenannte zielfreie Zonen ein. Das sind Zeitblöcke, in denen du dir nichts vornimmst. Kein To-do soll dort einen Platz finden. Du tust da einfach nur für einen bestimmten Zeitraum das, wozu du in dem Moment gerade Lust hast. Es gibt dafür keinen vorherigen Plan, sondern es geht darum, spontan entscheiden zu können. Solch eine zielfreie Zone ist der einfachste Weg, um auch mal aus dem Selbstregulationsmodus auszusteigen, wenn man darin „gefangen“ ist.

Auch wenn das bedeutet, dass du manchmal auf der Couch vor dem Fernseher versackst … Gib solch einer zielfreien Zone eine Chance. Es geht eben genau darum, dass du nicht 100 % deiner Lebenszeit kontrolliert und produktiv sein musst, sondern einfach auch nur mal „rumgammeln“ kannst, wenn es das ist, was du gerade willst. Muße, Faulheit und Nichtstun sind in der zielfreien Zone vollkommen o. k.

Baue dir solche zielfreien Zonen am besten alle 2–3 Tage für mindestens eine Stunde ein. Mindestens jedoch einmal pro Woche für 2–3 Stunden. Experimentiere ein wenig, was dir guttut und was für dich überhaupt machbar ist. Je mehr du beruflich und durch andere Verpflichtungen eingebunden bist, desto dringender solltest du solche Zeiten für dich einplanen.

Tipp 2: Übe dich zu begrenzen

Oft haben disziplinierte Menschen relativ hohe Ansprüche an sich selbst. Der Tag hat aber nur 24 Stunden und nur ganz wenige davon stehen uns im Normalfall zu unserer freien Verfügung. Gehe deshalb aktiv gegen unrealistisch hohe Ansprüche an dich selbst vor und frage dich einmal ganz bewusst: „Was muss ich alles an einem Tag tun, damit ich mir auch mal Entspannung verdient habe? Wann ist es genug?“ Denke für dich einmal darüber nach und schreibe dir deine Antworten dazu auf.

Mache es dir zur Gewohnheit, deine Antworten mit dem zu vergleichen, was du dir täglich vornimmst. Gibt es da einen großen Unterschied oder nicht? Nimmst du dir mehr vor, als du eigentlich müsstest? Stelle dir ruhig jeden Tag mehrmals die Frage: „Wann ist es genug?“ Und wenn du dann das Gefühl hast: „Ja, jetzt und für heute ist es genug“, dann nutze das als Zeichen, um dir jetzt selbst hier die Grenze zu setzen. Nimm dir dann also nichts weiteres mehr vor, sondern verbringe deine Zeit ruhig auch mal zielfrei und spontan.

Tipp 3: Verrückte Kleinigkeiten helfen

Wenn du schnell und ganz unkompliziert mal etwas mehr Spontanität und Spiel in deinen Alltag bringen willst, probiere doch Folgendes mal aus. Tue wenigstens einmal am Tag etwas Ausgefallenes. Etwas, was du sonst nicht so tun würdest:

  • Nimm spontan mal einen ganz anderen Weg als sonst
  • Erzähle jemandem einen Witz
  • Sprich einfach mal jemand Unbekanntes an
  • Singe ein schönes Lied einfach mal laut mit
  • Gehe irgendwohin, wo du vorher noch nie warst
  • Nimm morgens Elmex und abends Aronal … ;-)
  • usw.

Trainiere so immer mehr, auch mal aus dem Selbstregulationsmodus bewusst auszusteigen und auch deine spielerische Seite hervorzulocken. Damit kannst du eine gesunde Balance zwischen den beiden Seiten erhalten. Dadurch lädst du regelmäßig deine Batterien wieder auf und hast auch mehr Spaß und Abwechslung im Leben. So wird es dir mit Sicherheit auch leichter fallen, im richtigen Moment diszipliniert zu sein.

Vielleicht hast du selbst ja auch noch ein paar tolle Ideen, wie man das Spielerische mehr in sein Leben bringen kann. Probiere es unbedingt aus, du wirst es sicher nicht bereuen!

 

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Kommentare

  • Manchmal verschiebe ich meine Arbeit, die dann doch getan werden muss und spiele einfach am PC. Hinterher verfalle ich in Selbstbeschuldigung und Selbstkritik. Durch die letzte Ausgabe Ihres Newsletter habe ich aber gelernt, mich auch mal von der anderen Seite zu sehen: meine Leistungen und bin dabei zu lernen, mich selbst Wert zu schätzen und mein unterentwickeltes Selbstwertgefühl aufzupäppeln.

  • Ich lese hier viel von „entweder-oder“ – wie wäre es mit spaßorientiert-zielgerichtet. Wenn aus einem „ich muß“ ein „ich will“ formuliert wird, dann ist das Gefühl doch gleich ein ganz anderes. „Ich muß joggen gehen, obwohl ich lieber auf der Coauch abhängen möchte“ – macht ein ungutes, verkrampftes Gefühl – „ich will joggen gehen, weil ich weis, dass ich mich danach besser fühle, dass ich entpannt bin und die Chipstüte danach vor dem Fernseher geniesse“. Ich glaube, entscheidend ist bei dem Thema Selbstdisziplin das Gefühl, mit welchem ich an die Sache heran gehe. „Ich muß meine Ziele erreichen“ ist Zwang – „ich möchte mein Ziel erreichen, weil ich damit ein bestimmtes Bedürfnis befriedige – was mir wiederum wichtig ist“ erzeugt gleich ein anderes Gefühl! Im besten Fall macht der Weg zum Ziel so viel Spaß, dass man nix lieber tut, als daran zu arbeiten :-)

  • Die Dinge einfach mal auf mich zukommen lassen, habe ich auf dem Jakobsweg gelernt, den ich 2010 gegangen bin. Mein Ziel war nicht, in Santiago anzukommen. Mein Ziel war es, nach Westen zu laufen. So lange, wie ich Lust und Laune habe. Und so kam es, dass ich nach weniger als 4 Wochen in Santiago angekommen bin. Ganz ohne Druck und Disziplin, sondern einfach aus der Freude an jedem einzelnen Schritt! Auf dem Weg sind mir so viele wundervolle Dinge geschehen, die ich niemals hätte planen können. Sie durften mein Leben bereichern, weil ich Raum für genau diese Dinge gelassen habe.
    Diese Erfahrung hat mich tief beeindruckt und ich habe sie in mein Leben integriert. Ich kann also auch jedem nur empfehlen, spielerisch und mit Leichtigkeit an die Dinge ranzugehen! Und das Leben zu leben – aus purem Herzen heraus!

  • Ich kenne das sehr gut mit der übertriebenen Disziplin, es artet in ein ständiges „Müssen“ aus. Beim älter werden hat sich das „ausgewachsen“, weil einfach die Energie nicht mehr da war und auch kaum noch regeneriert wurde, weil die Grenzen näher gerückt sind. So kommt es, dass ich auch mal im Regen eine Joggingrunde ausfallen lasse oder mal spontan etwas völlig anders mache, als den Plan durchziehen. Wenn ich im ständigen Ich-Muss-Modus bin, bleibt die Freude irgendwann auf der Strecke. Der Wechsel der verschiedenen Phasen, also Aktivität und chillen bewirkt, dass ich mich auf beides freue und die Motivation wieder steigt.

  • Ein prima Beitrag, der den Nagel auf den Kopf trifft!

    Jeder Einzelne von uns ist für sich selbst verantwortlich und man sollte seine Ladenhüter stets präsent haben und regelmässig überprüfen (z.B. ´ich muss noch´ in ´ich möchte/will` verändern) – sonst wird das nur noch schlimmer mit der heutigen ´burn-out-Generation`..

  • Der entschiedene Schritt zum Erfolg beginnt schon vorher, nämlich mit der Zielplanung.
    Die wichtigste aller Fragen ist nämlich, kann ich mein Ziel ohne Fremde Hilfe erreichen. Lautet die Frage nein, dann würde ich als mittlerweile kluger Mensch meine Disziplin etwas herunterschrauben.
    z.B. Lerne ich Französisch um den Job zu bekommen, steht mir eine harte entbehrungsreiche Lernzeit ( bin nicht so Sprachbegabt ) bevor, und am Ende bekommt jemand anderes den Job. Lerne ich französisch, weil ich in Frankreich Urlaub mache und dort gerne mit den Leuten rede, fällt mir das Lernen leichter weil die Motivation hoch ist ( schönerer Urlaub ), und ich weiß ganz genau, das es an mir liegt, ob ich das Ziel erreiche.
    Also nicht alles auf die Karte Karriere setzen, es gibt noch so viele andere wichtige Dinge.
    Ein wichtiger Faktor ist auch die Energie, die unsere heutige Berufswelt von uns fordert. Wenn uns die Energie mit 50 so langsam ausgeht, werden wir schnell ausgesondert. Wer dann noch wegen der Karriere seine Familie geopfert hat, braucht dann einen guten Psychologen.

  • Der Beitrag hat bei mir einen ganz wunden Punkt getroffen. Aus irgendwelchen, sicherlich leider tiefer liegenden Gründen fällt es mir unheimlich schwer, etwas zu tun, dass nicht sinnvoll ist (die Welt besser macht, mich fitter macht, die Kinder, den Mann, den Chef zufrieden stellt usw.). Da ich glaube, dass die Gründe tiefer liegen, ist es wahrscheinlich nicht mit dem Appell getan: Mach doch mal was Sinnloses. Das ist wahrscheinlich ähnlich wirksam, wie einer Magersüchtigen zu sagen: Iss doch mal was. Aber trotzdem: Ich will versuchen, die Zeiten einzuplanen.

    Aber ein Weiteres macht die Sache schwer: Als Mutter junger Kinder gibt es einfach kaum die Möglichkeit, solche Zeiten einzuplanen.

    Dennoch: Ein wirklich guter Beitrag gegen die totale Verzwecklichung unseres Lebens.
    Danke!

    • Monika schreibt am 30. Juni 2013

      Hallo Johanna.
      Vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, dass es einigen Anderen da draussen sehr ähnlich geht…
      Ich kann in diesem Fall nur für meine Erfahrung sprechen und empfehlen: Versuchen Sie es, es lohnt sich!
      Davon profitieren auch die Kinder (oder der Mann bzw. die einen umgebenden Menschen), wenn man gelassener mal etwas auf sich zukommen lässt. Es bedeutet ja nicht, dass mann alle Vernunft über Bord wirft, sondern dass man sich eben vorher nicht den Kopf zerbricht. Und falls dann doch mal etwas schief geht, macht man eben das Beste daraus.
      Ich gebe zu, das klingt alles ganz locker, wenn ich das so schreibe. Aber auch ich habe das erst (wieder) lernen müssen und lerne noch… Mein Kind hilft mir dabei, denn ich gucke mir manchmal die Leichtigkeit ein wenig ab und versuche der Spontaneität Raum zu geben. Obwohl ich davor oftmals unsicher oder gar besorgt war habe ich seitdem viele schöne und entspannte Ausflüge erleben dürfen – ohne Riesenrucksack mit Wechselkleidern – wozu hat man denn eine Waschmaschine? ;-)

      Bei dem dazu notwendigen Sinneswandel haben mir unter Anderem Berichte wie diese geholfen. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an die Redaktion!

  • danke für den Beitrag, erhilft mir sehr dabei etwas mehr von der Selbstdisziplien loszulassn um nich ständig an meine Arbeit mit den „vielen“ Terminen und den vielen Aufgaben zu denken die ich noch machen sollte damit der Tagesablauf reibungsloser verläuft. Auch davon etwas meh loszulassen am Abend nicht schon wieder gedanklich den nächsten Tag zu planen, die Wege durch zu gehen was zu machen ist, und das ganze blablabla. Aber ehrlich, es fällt mir „verdammt“ schwer mal etwas anderes, „sinnloses“ zu tun ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben evtl. etwas vergessen zu haben, oder, oder, oder….
    Könnte seitenweise so weiter schreiben, aber, ich muss jetzt was sinnloses tun ;)
    Nochmals danke für den Beitrag, er hat mir mal wieder etwas gezeigt wie ich es nicht machen soll!

    • Eve schreibt am 30. Juni 2013

      etwas Sinnnloses – etwas das im Moment keine Sinn macht. Ausprobieren experimentieren, neugierig und spontan sein. Einem Impuls folgen. Wie viele erwachsene Menschen leben unter dem Motto „zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen“ was durchaus Sinn macht – nur nicht während 24 Stunden.
      Wenn wir soviel Energie aufwenden wie nach dieser Überzeugung zu leben um ein Mal pro Tag ein Spass-Zeitfenster zu kreieren . . . . ja, was wäre dann? Wir würden am Morgen aus dem Haus gehen mit dem Ziel, mind. einen Menschen zum lachen oder zum staunen zu bringen. Am Morgen gäbe es eine Gruppe Leute an der Bushaltestelle, die miteinander Tränen lachen. Dir fällt etwas auf an einer Person, das dir gefällt (ein spezieller Schmuck, Brille, Schuhe, Schal ….) UND du gibst der Person eine entsprechende Rückmeldung – positive Überraschung mit Aufleuchten in den Augen gelingt meistens! Und wenn es als Anmache interpretiert wird, dann dürfen Kreativität und Humor alle Möglichkeiten nutzen um das Missverständnis zu klären. Die Chance ist gross, dass gemeinsam gelacht wird – ein gutes Gefühl.

  • Wie gut, dass auch mal die andere Seite beleuchtet wurde. Ich habe als ich den ersten Abschnitt las, sofort an eine Freundin von mir gedacht, die viel zu viel Selbstdisziplin hat. Und fragte mich, ob die Selbstdisziplin hier auch mal kritisch betrachtet wird und zu meiner Erleichterung wurde sie das.
    Ich aus der Erfahrung mit meiner Freundin kann ich sagen, dass Selbstdisziplin eben überhaupt nicht „nur“ positiv ist. Es ist nämlich so, dass sie langsam aber sicher vereinsamt, weil sie sich nur noch mit ihren Zielen beschäftigt. Sie ist egozentrisch und einfach unfreundlich geworden. Sie versteht es nicht, wenn man mal spontan Spaß hat und alle fünfe grade sein lässt. Ihr Fokus auf das Leben hat sich sehr stark verkleinert und das allerschlimmste glückliche Zufälle gibt es nicht, da sie nicht anerkannt werden, weil sie für diese ja nicht zum rechten Zeitpunkt gearbeitet hat. So verlief es beispielsweise mit einem Mann den sie ganz spontan, außerhalb ihrer Zielverfolgung kennenlernte, aber dieser dann leider ziemlich schnell aus ihrem Leben flog, obwohl sie Gefühle für Ihn hatte.
    Also mein Fazit ist, dass es enorm wichtig ist, einfach mal zu sein. Es kann so schön sein.

    • Sonja schreibt am 30. Juni 2013

      Und wie kann man solchen Menschen mit zuviel Selbstdisziplin helfen? Meine Kollegin hat vor Jahren Freude an den Sport gefunden. Doch mittlerweile ist das schon zu einer Sucht geworden. Immer mehr, (damit sie laut Computeranzeige noch jünger dasteht, als ihr biologisches Alter: Sie ist 58 und der Computer sagt, dass sie 45 ist) immer weitere Strecken laufen, noch mehr Fettpölsterchen weg (obwohl schon keine mehr da sind).
      Im Mai habe ich Geburtstag gefeiert und Freunde und die Kolleginnen eingeladen (die sich untereinander nicht kannten). Eine Freundin sagte mir, sie fand, dass die Kollegin innerlich und äusserlich völlig ausgepauert wirkte, obwohl sie so hibbelig war.
      Der Körper der Kollegin schreit nach Hilfe. Voriges Jahr, als die Sommerferien anfingen, hat sie sich den Fuss gebrochen (das bedeutet psychologisch: nicht mehr weitergehen wollen, ausgebremst sein) dieses Jahr verstaucht sie sich wieder den Fuss.
      Mehrmals hat sie während des Schuljahres angedeutet, dass ihr der jetzige Rhythmus zu straff ist. Sie ist Kindergärtnerin und hat eine Klasse von durchschnittlich 20 – 23 Kinder. Ihr Wunsch wären 15 Kinder. Sie weiss selber, dass dies in unserer Schule nicht realisierbar ist. Sie hat mir mal gesagt, dass sie zuhause keine Aktivität im im Sitzen erledigt. „Ich bin immer im Gang.“
      Ich habe echt Sorge, dass sie in ein paar Jahre einen Herzinfarkt erleidet. Und dass sie dann gar nichts mehr hat von all ihren Träumen (um die Welt zu reisen). Aber wie soll man da helfen?

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