Zwei Mönche

zwei-monche

Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft. Eines Tages kamen sie an einen Fluss.

Dort stand eine junge Frau mit wunderschönen Kleidern. Offenbar wollte sie über den Fluss, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne ihre Kleider zu beschädigen.

Ohne zu zögern ging einer der Mönche auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab.

Nachdem der andere Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden ihre Wanderung fort.

Nach etwa einer Stunde fing der eine Mönch an, den anderen zu kritisieren: “ Du weißt schon, dass das, was du getan hast, nicht richtig war, nicht wahr? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest du nur gegen diese Regel verstoßen?“

Der Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: „Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt – warum trägst du sie immer noch mit dir herum?“

(frei nacherzählt, The Wisdom
of  Zen Masters)

 

Wie finden Sie den Beitrag?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (104)
Loading...
 

Wenn deinem Leben gerade etwas fehlt ...

Kostenlos mitmachen. Eine außergewöhnliche, unterhaltsame und inspirierende Email-Serie. Rund um die Liebe, den Lebenserfolg, Geld und die Kunst, sich selbst nicht im Weg zu stehen.

Auch interessant?

Kommentare

  • Also, ich würde mir von niemandem das Denken verbieten lassen. Wer dies versucht bzw. dem Nachdenklichen das Gefühl vermittelt, daß sein Sich-Gedanken-machen falsch oder unnötig sei, der sollte mal selbst in sich gehen und sich fragen, warum er nicht bereit/fähig ist, den Denkenden in seiner individuellen Persönlichkeit und Andersartigkeit völlig bewertungsfrei so anzunehmen und einfach sein zu lassen, wie er ist. Umgekehrt würde ich ja auch nicht denjenigen kritisieren, der sich um nichts Gedanken macht, sondern so lebt, wie er es für sich für richtig hält.
    Rena

  • Liebe Katja, pssst…………………………………………………………………………………

    • Katja Brommund schreibt am 1. Februar 2017

      ?????

  • Ganz ganz wunderbar- diese Geschichte : ) Ich kenne Sie aus einem Buch von Thich Nhat Hahn, einem buddhistischem Mönch und Zen Meister, wir können uns Sie täglich vor Augen führen und lernen mutiger zu sein. Und wir können großzügiger und verständnisvoller mit unseren Mitmenschen umgehen und Ihnen Ihre Fehler vergeben und nicht „nachtragen“. Dankeschön & Tashi delek Esther

  • Heisst es, der zweite Mönch hätte einfach nur sofort was sagen sollen? Was ist, wenn der zweite Mönch eben erst nach einer Stunde den ‚Mut‘ hatte, sich zu äußern?

    • Katja Brommund schreibt am 29. Januar 2017

      Liebe Anja,
      ich glaube, darum geht es hier nicht. Wenn der Verstand diese Geschichte nach erlernten Denkmustern analysiert und interpretiert, kommen genau diese Fragen dabei heraus… was sagt Dein Herz? Geht es hier wirklich um Mut oder das Einhalten von Regeln? Oder geht es darum, im Hier und Jetzt eine Entscheidung zu treffen (aus dem Mitgefühl ist es immer „richtig“!), in die Aktion zu gehen und sich danach eben keine Gedanken mehr darum zu machen, ob es richtig oder falsch war, den Verstand ruhen zu lassen und das Grübeln zu vermeiden.
      Es ist, wie es ist! Vergangen ist vergangen! Es zählt nur das Jetzt!
      Wenn wir lernen, „anders zu denken“, erschließen sich uns ganz andere Aspekte des Lebens, oft ist eine Analyse dann nicht mehr notwendig, das Herz sagt uns sehr klar, was die Essenz der Geschichte ist – und die kann natürlich auch individuell noch ganz anders aussehen, es gibt da kein „richtig“ oder „falsch“…
      Liebe Grüße von
      Katja

  • Hübsch und hilfreich als Gedächtnisstütze! Oft hat man ja eine klare Vorstellung davon, wo es für einen selbst gut wäre, bestimmte Erfahrungen und Gedanken loszulassen. Ich lasse mich nun von meinem Smartphone an den Satz „Warum trägst du sie immer noch mit dir herum?“ erinnern. Auf diese Weise wird mir das in dieser kleinen Geschichte gelieferte Bild helfen, an der richtigen Stelle ans Loslassen zu denken und es dann auch zu machen.

Deine Anmerkung zu diesem Beitrag?

Hausregeln: Wir lieben Kommentare :-) Auch kritische Anmerkungen. Solange sie respektvoll, fair, höflich und konstruktiv sind. • Und bitte, bitte, bitte kein Marketing in irgendwelcher Form (auch nicht für kostenlose Angebote) • Und bitte unter dem eigenen Namen schreiben (nicht als "Versicherungsvergleich" oder "Wasserbetten"). • Die Fotos neben den Kommentaren funktionieren übrigens über Gravatar. Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

 

Eine Sekunde bitte noch…

Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann lass dich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.

Ooooch, schon gehen?

Aber falls Sie diesen Beitrag gut fanden, dann lassen Sie sich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.

Warte, einen Augenblick!

Wenn du unsere Seite nützlich fandest, dann lass dich doch regelmäßig mit unseren Artikeln beliefern.

Einfach kostenlos per Email anfordern.

PS: Alle lieben Menschen in unserem Verteiler bekommen auch kostenlos unser Ebook "12 Lifehacks" und Zugang zu unserem umfangreichen Download-Center mit tollen Postern, Plänen, Checklisten und vielem mehr.